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Zoo Leipzig stellt Masterplan 2020 vor
Auf dem Weg zum Zoo der Zukunft

Es geht weiter! Der Zoo Leipzig hat vergangenen Mittwoch seine Pl√§ne f√ľr die weitere Modernisierung zum Zoo der Zukunft vorgestellt und deutlich gemacht, dass trotz der Fortschritte der vergangenen Jahre noch in weiteren Teilen des Zoos Handlungsbedarf besteht. ‚ÄěWir sind auf unserem Weg in die Zukunft bereits ein gutes St√ľck vorangekommen. Aber kritische Bereiche wie die B√§renburg, die Leopardenhaltung, zentrale Zoobereiche und die gesamte Themenwelt S√ľdamerika verlangen auch weiterhin die konsequente Fortsetzung des Masterplanes‚Äú, fasst Zoodirektor Dr. J√∂rg Junhold den Status quo zusammen. Oberb√ľrgermeister Burkhard Jung hat bereits gestern seine Zustimmung zur Vorlage gegeben und damit das Beschlussverfahren durch den Stadtrat eingeleitet. Die geplante Fertigstellung bis 2020 ordnet sich in die UN Dekade der Biodiversit√§t 2011-2020 ein.

Fast auf den Tag genau vor zw√∂lf Jahren hat der Leipziger Stadtrat das strategische Unternehmenskonzept Zoo der Zukunft beschlossen. Damals drohte dem Zoo auf Grund verschlissener, nicht mehr zeitgem√§√üer Anlagen und r√ľckl√§ufiger Besucherzahlen die schrittweise Schlie√üung und internationale Bedeutungslosigkeit. Seither sind Meilensteine wie Pongoland, Kiwara-Savanne und die Tropenerlebniswelt Gondwanaland verwirklicht und insgesamt ca. 100 Millionen Euro investiert worden. Die Besucherzahlen haben sich von 750.000 im Jahr 2000 auf 2,1 Millionen in 2011 fast verdreifacht. Damit st√§rkt der Zoo Leipzig die Bedeutung Leipzigs als touristisches Ziel ‚Äď und durch das zus√§tzlich aufgebaute Eventgesch√§ft auch als Messe- und Kongressstadt. ‚ÄěDer Zoo ist unter der Leitung von Dr. J√∂rg Junhold zur besucherst√§rksten Kultur-, Bildungs- und Freizeiteinrichtung der Stadt geworden und hat einen gro√üen Anteil an der √ľberregionalen Wahrnehmung Leipzigs‚Äú, betont Michael Faber, B√ľrgermeister f√ľr Kultur und Aufsichtsratsvorsitzender der Zoo Leipzig GmbH. ‚ÄěDer gro√üe Zuspruch der Besucher sagt mir, dass es richtig ist, diesen Weg weiterzugehen und den Masterplan, der die Grundlage des Erfolgs ist, fortzuschreiben‚Äú, so Michael Faber.

Die dritte Phase des Masterplanes sieht wie urspr√ľnglich geplant die Umgestaltung der alten Gehege in naturnahe und artgem√§√üe Anlagen vor. F√ľnf Bauabschnitte sind geplant. Damit soll die Besucherattraktivit√§t auf hohem Niveau gefestigt und die qualitativ hochwertige Arbeit im Sinne des Artenschutzes und der Bildungsarbeit gesichert werden.

Abschnitt I: Neuer Ausgangsbereich, Amurleoparden, Infrastruktur (2012-2014)

Die gestiegene Besucherzahl erfordert einen separaten Ausgangsbereich, der um eine begehbare gro√üe Flamingovoliere erg√§nzt wird. In der Tigerfarm leben derzeit noch Amur- und Schneeleoparden. Beide Arten sind hoch bedroht und sollen auch k√ľnftig im Zoo gehalten werden. Die Amurleoparden erhalten eine √ľbernetzte Anlage im Stil eines Felshangs mit Wasserlauf neben der Tiger-Taiga.

Abschnitt II: B√§renburg, Kiwara-Kopje f√ľr Nash√∂rner, Gr√ľndergarten (2013-2015)

Die Spitzmaulnash√∂rner erhalten an der Kiwara-Savanne Freianlagen in einer original afrikanischen Felskopje. Teilweise erfolgt die Vergesellschaftung mit Bewohnern der Savanne und Mantelpavianen. Die historische B√§renburg wird zu einem attraktiven Spielplatz f√ľr alle Altersstufen. Auf dem neu zu gestaltendem Aquariumsvorplatz entsteht ein Brunnen. Anstelle der Flamingos ziehen Krallenaffen auf zwei kleine Inseln. Das denkmalgesch√ľtzte Tieraffenhaus wird zum Paradies f√ľr bedrohte V√∂gel und Kleintiere.

Abschnitt III: Himalaya; Pantanal/Pampa/Patagonien, Infrastruktur (2015-2017)

An den neu erstellten Raubtierfelsen neben dem Ein-/Ausgang von Gondwanaland entsteht die asiatische Hochgebirgswelt Himalaya mit einer begehbaren √ľbernetzten Anlage f√ľr Schneeleoparden, Rote Pandas sowie Geier. Die historische gro√üe Vogelvoliere wird ‚Äď nach vollst√§ndiger und denkmalgerechter Sanierung ‚Äď an diese Anlage angebunden. Die Themenwelt S√ľdamerika erstreckt sich unter dem Stichwort ‚Äěvom Pantanal √ľber die Pampas nach Patagonien‚Äú von Nord nach S√ľd ‚Äď wie der echte Kontinent. Nasenb√§ren, M√§hnenw√∂lfe, Gro√üe Ameisenb√§ren, Vikunjas u.a. werden die Themenwelt bewohnen.

Abschnitt IV: Feuerland ‚Äď Pinguine und Robben (2016-2018)

Im S√ľdzipfel S√ľdamerikas entsteht eine spektakul√§re Wasserwelt f√ľr Pinguine und Robben. Eine Wellenanlage sorgt f√ľr Meeresstimmung und besch√§ftigt die Tiere. √úber den ersten begehbaren 360¬į Unterwassertunnel steigen die Besucher von den Pinguinen zu den Robben hinab und erleben die Tiere wie bei einem Tauchgang.

Abschnitt V: Asiatische Inselwelt mit Volieren und Kranichanlage; Sulawesi (2018-2020)

Die vorhandenen Vogelteiche werden zu einer Inselwelt vergr√∂√üert, die zahlreiche asiatische Arten beherbergt, wie Leierhirsch, Moschustier, Bartaffe und Rothund. An der Stelle des alten Vogelhauses erhalten die Gebirgsloris und Mandschurenkraniche eine neue Anlage. Das an den L√∂wenstall angrenzende Geb√§ude f√ľr Wildhunde (derzeit f√ľr K√§ngurus genutzt) wird mit einer gro√üz√ľgigen Freianlage versehen, um die neue Art halten zu k√∂nnen. Angrenzend an den n√∂rdlichen Teil der B√§renburg werden Anoas und Babirusas in einem gro√üz√ľgigen Freigehege pr√§sentiert.

Voraussetzung f√ľr die Realisierung des Masterplanes, der f√ľr die ausstehenden Bauabschnitte eine Investitionssumme von 56,5 Millionen Euro vorsieht, ist die finanzielle Unterst√ľtzung der Stadt Leipzig aus dem Investitionshaushalt in H√∂he von 30 % des geplanten Investitionsvolumens. Die √ľbrigen 70 % sollen aus Krediten und Eigenmitteln finanziert werden. Der Stadtrat wird √ľber den weiterentwickelten Masterplan 2020 voraussichtlich in der Ratsversammlung Mitte Juli entscheiden.
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Eintrag vom: 16.06.2012  




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