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Freitag, 26. Mai 2017
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Verschiedenes 
 
NABU: Schwalben suchen ein Zuhause
Sitzende Rauchschwalbe / Foto: NABU/Klemens Karkow
 
NABU: Schwalben suchen ein Zuhause
Jetzt die Sommerboten unterstĂŒtzen / Hausbesitzer können sich als "Schwalbenfreundliches Haus" auszeichnen lassen

Schwalben gelten als typische Sommerboten: Kehren sie im April und Mai aus ihren afrikanischen Winterquartieren nach Deutschland zurĂŒck, lĂ€sst der Sommer nicht mehr lange auf sich warten. Doch die gern gesehenen GĂ€ste werden hierzulande immer weniger. Grund dafĂŒr ist ein Mangel an ihrer Nahrungsgrundlage, den Fluginsekten. Außerdem fehlen zunehmend geeignete NistplĂ€tze an HĂ€usern. Daher ruft der NABU mit seiner Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ jetzt dazu auf, Rauch- und Mehlschwalben zu unterstĂŒtzen und ihnen an den eigenen vier WĂ€nden eine Unterkunft zu bieten.

Erstmals hat der NABU dazu eine bundesweite Beratungsstelle eingerichtet. Projektkoordinatorin Julia Ehritt unterstĂŒtzt Interessierte zu allen Fragen rund um die hierzulande vorkommenden Mehl- und Rauchschwalben: Sie gibt unter anderem Tipps zum Bau und zur Anbringung von kĂŒnstlichen Nestern und zur Förderung einer schwalbenfreundlichen Umgebung.

Zudem können sich Menschen, die Rauch- oder Mehlschwalben bereits jetzt Unterschlupf bieten, vom NABU fĂŒr ihr Engagement auszeichnen lassen. Als „Schwalbenfreundliches Haus“ können sich alle Hausbesitzer bewerben, die das Brutgeschehen der wendigen FlugkĂŒnstler dulden und fördern, ganz gleich, ob es sich bei ihrem GebĂ€ude um ein Wohnhaus, Pension, GeschĂ€ft, Pferde- oder Bauernhof oder FabrikgebĂ€ude handelt. Neben einer Urkunde erhalten die Schwalbenfreunde eine spezielle Plakette, die sie an ihrer Hauswand anbringen können. Mit dieser Aktion möchte der NABU das Engagement der zahlreichen Menschen in Deutschland wĂŒrdigen, die sich fĂŒr die geselligen Tiere einsetzen. Bislang nehmen schon mehr als 10.000 Menschen an der Aktion teil.

Um Rauch- und Mehlschwalben aktiv zu unterstĂŒtzen, können Haus- und Gartenbesitzer vor allem zwei Dinge unternehmen: Zum einen sollten sie DachvorsprĂŒnge oder andere Einflugmöglichkeiten fĂŒr die Schwalben freihalten und diese nicht verbauen. Damit sich Schwalben auch tatsĂ€chlich niederlassen, können Hausbesitzer zudem PfĂŒtzen anlegen und diese ĂŒber den Sommer feucht halten. Denn fĂŒr ihren Nestbau sind Schwalben auf Lehm angewiesen, den sie aus den PfĂŒtzen sammeln. Aus dem feuchten Baumaterial formen sie ihre typischen halbrunden Kugelnester, die vor allem von den schwarz-weißen Mehlschwalben bewohnt werden. Schwalben sind außerdem typische KoloniebrĂŒter, meist brĂŒten gleich mehrere Paare dicht nebeneinander.

Zum anderen können Hausbesitzer kĂŒnstliche Nester fĂŒr Schwalben an ihren GebĂ€uden anbringen. Vor allem in StĂ€dten verschwinden natĂŒrliche Schwalbennester zusehends, etwa durch unbedachte Sanierungsmaßnahmen. HĂ€ufig werden die Nester auch illegal abgeschlagen – und das, obwohl Schwalben streng geschĂŒtzt sind und das Zerstören ihrer BrutstĂ€tten unter Strafe steht. Ein solches kĂŒnstliches, im Handel erhĂ€ltliches Schwalbennest besteht meist aus einer SĂ€gemehl-Gips-Mischung und sollte am besten zusammen mit einem unterliegenden Brett montiert werden, sodass Gehwege und HauseingĂ€nge nicht vom Kot der Schwalben getroffen werden.

Hausbesitzer sollten zudem ein wenig Geduld mitbringen: Oft werden solch kĂŒnstliche UnterkĂŒnfte erst nach ein, zwei Jahren von den Schwalben entdeckt und dann auch bewohnt. GrundsĂ€tzlich siedeln sich die Flugakrobaten an Orten an, in deren NĂ€he sie fliegende Insekten finden. Dies gilt vor allem fĂŒr GrĂŒnflĂ€chen in StĂ€dten, aber auch fĂŒr GewĂ€sser sowie artenreiche Wiesen und Felder.
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Verschiedenes 
 
 
Neue Analyse zeigt
Fast jede zweite Vogelart Europas muss besonders geschĂŒtzt werden

Tschimpke: Deutschland muss mehr fĂŒr Rotmilan und Austernfischer tun

AnlĂ€sslich des ersten europĂ€ischen „Natura 2000“-Tags hat die NABU-Dachorganisation BirdLife International eine Liste aller europĂ€ischen Vogelarten veröffentlicht, die als schutzbedĂŒrftig gelten. Demnach befinden sich 44 Prozent aller Vögel in Europa in einem schlechten Erhaltungszustand.

Gleichzeitig benennt die Liste fĂŒr alle LĂ€nder Europas jene Arten, fĂŒr die sie besondere Verantwortung tragen. Deutschland muss sich demzufolge stĂ€rker fĂŒr den Schutz des weltweit gefĂ€hrdeten Rotmilans einsetzen, mehr als die HĂ€lfte aller Rotmilane lebt hierzulande. Sehr hohe Verantwortung kommt Deutschland auch beim Schutz der global bedrohten Wiesenvogelarten Austernfischer (neun Prozent des europĂ€ischen Bestandes), Kiebitz (vier Prozent) und Uferschnepfe (drei Prozent) zu.

„Unsere Vögel sind gute Indikatoren, um zu erkennen, was in der Entwicklung unserer Natur schief lĂ€uft. Um viele Arten mĂŒssen wir uns inzwischen große Sorgen machen, auch die Gesamtzahl der Vögel nimmt europaweit ab“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Die neue Liste der schutzbedĂŒrftigen Arten sei daher als klarer Auftrag an die Politik zu verstehen. „Wir brauchen eine deutlich bessere Planung und Auswahl von Standorten fĂŒr Windkraftanlagen, um den Rotmilan zu schĂŒtzen. Und wir brauchen ein grundlegendes Umsteuern in der EU-Agrarpolitik, damit Wiesenvögel wie der Kiebitz eine Chance zum Überleben haben und ihre LebensrĂ€ume, vor allem Feuchtwiesen, erhalten bleiben“, so Tschimpke.

Die Liste von BirdLife dient der ErgĂ€nzung der Roten Liste der Brutvögel Europas. In ihr sind 13 Prozent der europaweit vorkommenden Vogelarten als vom Aussterben bedroht aufgefĂŒhrt. ErgĂ€nzt hat BirdLife nun auch alle weiteren stark abnehmenden, nur noch in kleinen RestbestĂ€nden vorkommenden oder von Natur aus extrem seltenen Vogelarten. Damit mĂŒssen fortan 44 Prozent aller 541 Vogelarten Europas als besonders schutzbedĂŒrftig gelten.

Neben dem Rotmilan und Wiesenvögeln kommt Deutschland auch fĂŒr hierzulande ĂŒberwinternde Arten eine sehr hohe Verantwortung zu. „Unsere KĂŒstengewĂ€sser an Nord- und Ostsee sind europaweit die wichtigsten Überwinterungsgebiete gefĂ€hrdeter Seevögel, wie Ohrentaucher, Eisente, Samtente und Eiderente“, so Tschimpke. Auch das Wattenmeer sei fĂŒr Watvögel wie Austernfischer, Große Brachvögel und Knutts ĂŒberlebenswichtig.

„Mit Blick auf Nord- und Ostsee ist es erschreckend und unverstĂ€ndlich, dass Deutschland es bislang offensichtlich nicht schafft, seine Meeresschutzgebiete angemessen zu schĂŒtzen. Aktuell stehen wieder empfindliche Aufweichungen bei den deutschen Meeresschutzgebieten im Bundestag zur Debatte“, so Tschimpke. So könnten kĂŒnftig die Ministerien fĂŒr Landwirtschaft, Wirtschaft, Verkehr und Forschung ein Vetorecht bei der Umsetzung von Schutzgebieten erhalten. Der NABU-PrĂ€sident appellierte an die Bundestagsabgeordneten, sich gegen diese möglichen Änderungen im Bundesnaturschutz auszusprechen.

Die aktuell vorgelegte Liste ist die dritte Bewertung dieser Art. Waren 1994 noch 38 Prozent aller Vogelarten als schutzbedĂŒrftig eingestuft worden, standen 2004 bereits 43 Prozent auf der Liste, nun fast 44. Dies ist auch ein deutliches Zeichen dafĂŒr, dass die EU ihr eigenes Ziel, die Zahl ungefĂ€hrdeter Vogelarten bis 2020 im Vergleich zu 2004 um die HĂ€lfte zu erhöhen, deutlich verfehlen wird.

Der europÀische "Natura 2000"-Tag findet am 21. Mai erstmals offiziell statt, es ist zugleich der 25. Jahrestag der Fauna-Flora-Habitat-(FFH-)Richtlinie der EU. Mit ihr will die EU wildlebende Arten, ihre LebensrÀume und die europaweite Vernetzung dieser LebensrÀume sichern. Teil dieses EU-weiten Schutzgebietsnetzes sind auch die europÀischen Vogelschutzgebiete.

„Die Auswertung zeigt einmal mehr, dass die EU-Naturschutzrichtlinien und die Vogelschutzrichtlinie fĂŒr einen effektiven Schutz seltener Vogelarten sorgen. Beispielsweise Seeadler, Wanderfalken oder Schwarzstörche haben in den vergangenen Jahrzehnten stark vom Schutz durch die EU profitiert. Doch die Richtlinien haben keinen ausreichenden Einfluss auf Vogelarten außerhalb von Schutzgebieten, wie etwa in der Agrarlandschaft. Hier greifen andere Mechanismen, etwa die derzeitige Agrarpolitik, und wirken zum Teil massiv gegen den Schutz von Vogelarten“, so NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.
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Verschiedenes 
 
 
NABU zum Internationalen Tag des Ostseeschweinswals (21.5.)
Nur noch 450 Tiere leben in der zentralen Ostsee – selbst in den fĂŒr sie eingerichteten Schutzgebieten sind sie nicht sicher

AnlĂ€sslich des Internationalen Tags des Ostseeschweinswals (21. Mai) fordert der NABU, dass Deutschland seine einzige Walart deutlich besser schĂŒtzt. Nur noch 450 Tiere leben in der zentralen Ostsee, östlich der Halbinsel Darß. Dazu NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller:

„Es ist frappierend: Zum Schutz des Schweinswals hat Deutschland extra Schutzgebiete in der Ostsee eingerichtet – doch selbst hier sind die Tiere nicht sicher. Die Meeresschutzgebiete existieren nur auf dem Papier. Denn auch dort, wo sich die Tiere eigentlich zurĂŒckziehen sollten, stehen Stellnetze, in denen die Wale ertrinken. Tausende lĂ€rmende Schiffe fahren durch die geschĂŒtzten Zonen, Rohstoffe werden ab- und Pipelines neu gebaut. So werden die Wale systematisch aus den fĂŒr sie gedachten Gebieten vertrieben und finden keinen ungestörten Ort, um sich zu vermehren.“

Zudem drohe jetzt ausgerechnet durch das neue Bundesnaturschutzgesetz weitere Gefahr fĂŒr die letzten Schweinswale.

„Die Bundesregierung plant, den Ministerien fĂŒr Landwirtschaft, Wirtschaft, Verkehr und Forschung ein Vetorecht bei der Umsetzung von Schutzgebieten einzurĂ€umen. Das wĂ€re der Sargnagel fĂŒr einen effektiven Meeresschutz. TĂŒr und Tor wĂ€ren geöffnet fĂŒr die ungebremste Ausbeutung unserer Meere“, so Miller weiter.

Am 1. Juni steht die entscheidende Abstimmung ĂŒber das neue Bundesnaturschutzgesetz im Bundestag an. Schon die kommende Woche wird zeigen, ob die geplante Einvernehmensregelung noch zu stoppen ist. Die Entscheidung liegt bei der Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD. Mit seiner Aktion „SOS fĂŒrs Meer“ will der NABU auf die Tragweite der geplanten Regelung aufmerksam machen und appelliert an die Bundestagsabgeordneten und Bundeskanzlerin Angela Merkel, sich fĂŒr die Ostseeschweinswale und andere bedrohte Arten und LebensrĂ€ume einzusetzen.
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Ettersberg bleibt Naturparadies
NABU-Stiftung sichert 289 Hektar Naturschutzland bei Weimar

Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe hat am heutigen Mittwoch die letzten 54 Hektar Naturschutzland im neuen NABU-Naturparadies „SĂŒdhang Ettersberg“ bei Weimar erworben. Blumenreiche Trockenrasen, alte Streuobstwiesen und WĂ€lder machen das Naturschutzgebiet zu einem artenreichen Naturschatz. Damit das auch in Zukunft so bleibt, kauft die NABU-Stiftung seit 2015 Schritt fĂŒr Schritt die von der Landesentwicklungsgesellschaft ThĂŒringen zum Verkauf stehenden NaturschutzflĂ€chen. Der Kauf des insgesamt 289 Hektar großen GelĂ€ndes am Ettersberg stieß bundesweit auf große Resonanz und konnte dank der großen Spendenbereitschaft vieler Naturfreunde ein Jahr frĂŒher als geplant abgeschlossen werden.

Der Ettersberg hat eine wechselvolle Geschichte, heute ist er ein wertvolles Naturparadies vor den Toren Weimars. WĂ€hrend der NS-Zeit wurde im Nordwesten das Konzentrationslager Buchenwald errichtet. Große Teile des GelĂ€ndes am SĂŒdhang wurden jahrzehntelang als militĂ€risches ÜbungsgelĂ€nde genutzt und blieben so von einer intensiven land- und forstwirtschaftlichen Nutzung verschont. Heute bietet das Naturschutzgebiet ĂŒber 500 Pflanzenarten und rund 90 Vogelarten einen Lebensraum. Besonders viele in der intensiven Agrarlandschaft bedrohte Arten wie SperbergrasmĂŒcke, Heidelerche oder Wendehals lassen sich hier noch beobachten. Auch seltene Orchideen, Schmetterlinge und FledermĂ€use zeugen vom hohen naturschutzfachlichen Wert des Gebietes.

„Die immense Artenvielfalt am Ettersberg bleibt nur erhalten, wenn die Wiesen weiterhin beweidet werden. Als neuer EigentĂŒmer können wir auch fĂŒr die Zukunft sicherstellen, dass die Nutzung regelmĂ€ĂŸig und naturschonend fortgesetzt wird“, sagt Christian Unselt, Vorsitzender der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe. Deshalb arbeitet die Stiftung mit dem ortsansĂ€ssigen SchĂ€fer zusammen, der seit ĂŒber 20 Jahren die großflĂ€chigen Trockenrasen mit Schafen und Ziegen beweidet. Einen Überblick zur Artenzusammensetzung auf den neuen FlĂ€chen bekam die NABU-Stiftung auch dank einer Feldforschungsaktion, die im Sommer 2016 mit 50 Artenkundlern am Ettersberg stattfand. Die erstellten Artenlisten lieferten wertvolle Hinweise zur kĂŒnftigen Wiesenpflege am SĂŒdhang. Die ĂŒbernommenen WaldflĂ€chen entwickelt die NABU-Stiftung kĂŒnftig ohne weiteren Holzeinschlag zu einem „Urwald von morgen“. Vor Ort begleiten Ehrenamtliche des NABU Weimar die Entwicklung des neuen NABU-Naturparadieses und informieren die Öffentlichkeit mit FĂŒhrungen ĂŒber die wertvolle Tier- und Pflanzenwelt.
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Bundesweiter Fahrradklima-Test des ADFC
Freiburg gewinnt den dritten Platz

Wie fahrradfreundlich ist ihre Stadt? Diese Frage hat der
Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) im vergangenen
Herbst in ganz Deutschland gestellt. Rund 120.000
Radfahrerinnen und Radfahrer haben daraufhin ihre
HeimatstĂ€dte bewertet, in Freiburg waren es 587. FĂŒr 539
StÀdte wurde so ein bundesweites Ranking der FahrradFreundlichkeit
in drei GrĂ¶ĂŸengruppen ermittelt: ĂŒber 200.000,
100.000 bis 200.000 sowie unter 100.000 Einwohnern.

Freiburg hat in seiner GrĂ¶ĂŸenklasse (ĂŒber 200.000
Einwohner) in der Gesamtwertung den dritten Platz errungen,
hinter Spitzenreiter MĂŒnster und dem zweitplatzierten
Karlsruhe. Die Reihenfolge ist damit gleich wie beim letzten
Test 2014. Freiburg ist somit zum dritten Mal in Folge unter
den drei bundesweiten Spitzenreitern. Cornelia Lutz,
stellvertretende Leiterin des Garten- und Tiefbauamtes (GuT),
nahm den Preis heute in Berlin entgegen. Dabei betonte sie:
„Dieses Ergebnis bestĂ€tigt den hohen Stellenwert, den das
Radfahren seit vielen Jahren in Freiburg hat. Schon jetzt
werden 34 Prozent der Wege innerhalb der Stadt mit dem
Rad zurĂŒckgelegt. Mit dem Radkonzept 2020 erhöht die Stadt
die Förderung des Radverkehrs nochmals. Dazu baut die
Stadt derzeit mit Förderung des Landes Baden-WĂŒrttemberg
drei Rad-Vorrang-Routen aus, auf denen Radfahrer bequem
und zĂŒgig durch die ganze Stadt und langfristig auch in die
Region fahren können.

Besonders gut abgeschnitten hat Freiburg
(Durchschnittsbewertung 3,28) in den Kategorien Alle fahren
Rad (1,82), Erreichbarkeit des Stadtzentrums (2,11), ZĂŒgiges,
und direktes Radfahren (2,02) und „Infrastruktur
Radverkehrsnetz“ (2,56). Relativ gut im Vergleich zu anderen
StĂ€dten bewertet wurden auch die Werbung fĂŒr das
Radfahren (2,6) sowie Reinigung und Winterdienst auf den
Radwegen (3,0 bzw. 3,2).

Nachholbedarf gibt es dagegen nach Meinung der
Umfrageteilnehmer noch beim Umgang mit „Falschparkern
auf Radwegen“ (4,13), bei der FĂŒhrung an Baustellen (3,83),
bei Ampelschaltungen fĂŒr Radfahrer (4,1) und
Fahrraddiebstahl (5,1). Negativ zu Buche schlug die
Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln (5,12) und
das Fehlen eines öffentlichen Radverleihsystems (3,9).

Auch BaubĂŒrgermeister Martin Haag freut sich ĂŒber die gute
Platzierung: „Dieser dritte Platz bestĂ€tigt unsere Arbeit, aber
wir wollen uns noch weiter verbessern. und beim nÀchsten
Test des ADFC weiter oben sein. Diese Auszeichnung durch
den ADFC-Bundesverband auf Basis der Bewertung der
Radfahrenden vor Ort ist fĂŒr uns also Freude und Ansporn
zugleich. Bei allen Planungen und Baumaßnahmen in
Freiburg wird der Radverkehr berĂŒcksichtigt und seine
Bedingungen verbessert. Auch ein Fahrradverleihsystem ist in
der Planung und könnte in den nÀchsten Jahren aufgebaut
werden. Wie auch beim kĂŒrzlich veröffentlichten
StÀdteranking von Greenpeace zur Nachhaltigen MobilitÀt, bei
dem Freiburg als Paradebeispiel außerhalb der Wertung
aufgefĂŒhrt wurde, freuen wir uns auch beim ADFC Test ĂŒber
die hervorragende Bewertung unserer Verkehrspolitik.“

Der Fahrradklima-Test des ADFC wird vom
Bundesministerium fĂŒr Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
gefördert. Die Umfrage wurde sowohl online als auch mit
Postkarten durchgefĂŒhrt, die in GaststĂ€tten und
FahrradgeschÀften auslagen. Einzusehen ist das
StÀdteranking samt aller Detailergebnisse auf
www.fahrradklima-test.de .
 
 

Verschiedenes 
 
 
NABU: Keine nachhaltige Entwicklung ohne gesunde Böden
WissenslĂŒcke ĂŒber die Artenvielfalt in intensiv genutzten Böden schließen

Die „Global Soil Week“, die weltweite Bodenwoche, die vom 22. bis 24. Mai in Berlin stattfindet, stellt die ĂŒberstrapazierte Ressource Boden in den Mittelpunkt. Dabei richtet sich das Augenmerk der Teilnehmer aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft darauf, wie das Thema Boden und Landnutzung in die erfolgreiche Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals) integriert werden kann.

Der Boden ist nicht nur unsere Lebensgrundlage, sondern auch Lebensraum fĂŒr viele Pflanzen und Tiere. Der Verlust der Artenvielfalt wird bisher jedoch nur oberhalb des Bodens gemessen. So nahm die Zahl der Vögel in landwirtschaftlich genutzten Gebieten zwischen 1980 und 2010 in der EU um 57 Prozent ab. Vögel ernĂ€hren sich von Larven und RegenwĂŒrmern, die im Boden leben. Doch ihr Lebensraum wird immer weniger. „Es liegen bisher kaum Informationen vor, wie sich die Artenvielfalt in landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzten Böden entwickelt. Nur die wenigsten Bodenorganismen sind ĂŒberhaupt bekannt und erforscht“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. Vor diesem Hintergrund und dem alarmierenden ArtenrĂŒckgang sieht der NABU erheblichen Nachholbedarf bei der Erforschung unserer Böden in intensivierten Landschaften. „Wir mĂŒssen diese WissenslĂŒcke schließen, wenn wir den Verlust der biologischen Vielfalt stoppen wollen. Denn nur ĂŒber die biologische Vielfalt kann die Bodenfruchtbarkeit erhalten und geschĂ€digte Böden wieder regeneriert werden“, so Tschimpke. Daher engagieren sich der NABU und seine Partnerorganisation BirdLife International im Netzwerk „People4Soil“ fĂŒr eine einheitliche Gesetzgebung zum Bodenschutz in der EU.

„Wir brauchen nicht mehr Land, sondern fruchtbare Böden fĂŒr den steigenden Bedarf an Lebensmitteln und Rohstoffen fĂŒr eine nachhaltige Bioökonomie“, so Martina Kolarek, Referentin fĂŒr Bioökonomie im NABU. „Deshalb mĂŒssen wir uns sehr gut ĂŒberlegen, wie wir im Rahmen der Produktion fruchtbare Böden erhalten können und welche Produkte fĂŒr eine Kreislaufwirtschaft ĂŒberhaupt geeignet sind. Denn nur durch den Erhalt der biologischen Vielfalt und insbesondere der Artenvielfalt in den Böden sind wir in der Lage, Armut zu bekĂ€mpfen und Wohlstand dauerhaft zu sichern.“ Doch bisher gibt es keine gesetzlichen Regelungen zum Schutz der Böden und ihrer Vielfalt weltweit. Und die BemĂŒhungen um ein europaweites Bodenschutzgesetz scheiterten nicht zuletzt am Widerstand Deutschlands.

Unter dem Motto „Armut bekĂ€mpfen und Wohlstand sichern in einer sich verĂ€ndernden Welt“ werden bei der Konferenz in Workshops und Labs VorschlĂ€ge erarbeitet, wie der zunehmenden Konkurrenz um Land und Boden gesellschaftlich begegnet werden kann. Der NABU beteiligt sich als Gastgeber im World CafĂ© zum Thema „Nachhaltige Produktion und Naturschutz“ an der Veranstaltung und weist in seinem Beitrag auf folgende Punkte hin: die Bedeutung der BodenbiodiversitĂ€t fĂŒr eine nachhaltige Entwicklung und sein Ziel, fruchtbare Böden fĂŒr den Naturschutz und eine nachhaltige Landbewirtschaftung zu erhalten.
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Neuer Passagier in der "Arche des Geschmacks"
Luikenapfel: LandschaftsprĂ€gender Apfelbaum aus WĂŒrttemberg ist neuer Passagier in der "Arche des Geschmacks"

Die Slow Food Arche des Geschmacks hat seit heute (23.5.) einen neuen Passagier: Den Luikenapfel aus Baden-WĂŒrttemberg. Vor ĂŒber 100 Jahren noch war er die meistverbreitete Apfelsorte und bestimmte die heimischen MostobstmĂ€rkte. Inzwischen ist der Luikenapfel in den Streuobstwiesen Baden WĂŒrttembergs nur noch selten zu finden. Um ihn vor dem Vergessen und Verschwinden zu bewahren, hat Slow Food ihn in die Arche des Geschmacks aufgenommen. Das internationale Projekt zum Schutz der biokulturellen Vielfalt regional wertvoller Nutztierarten und Kulturpflanzen hat in Deutschland insgesamt 62 Passagiere, die von den SpeiseplĂ€nen zu verschwinden drohen.

Der Luikenapfel zeichnet sich durch eine sehr spĂ€te und lang andauernde BlĂŒte aus und ist deshalb auch fĂŒr rauere Lagen und Höhenlagen mit SpĂ€tfrösten geeignet. Der Apfelbaum kann ein hohes Alter erreichen und gilt als einer der grĂ¶ĂŸten in Deutschland. Wegen seines starken Wuchses und GrĂ¶ĂŸe hat der Baum eine landschaftsprĂ€gende Wirkung. Er könnte kĂŒnftig einen wichtigen und nachhaltigen Beitrag zum Erhalt der fĂŒr den Raum Stuttgart charakteristischen und ökologisch wertvollen Streuobstwiesen leisten.

"Der Luikenapfel verdient es, weiterhin auf unserem Einkaufzettel zu stehen. Nicht nur wegen seines einzigartigen Geschmacks sondern auch wegen seines regionalen Kultstatus. Er ist ein wesentlicher Bestandteil der schwĂ€bischen Mostkulturgeschichte," so Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland e.V. "Schon jetzt verlieren wir jĂ€hrlich 27.000 Tierrassen und Pflanzensorten, das sind 72 pro Tag. Deren Anbau, Haltung oder Verarbeitung braucht meistens viel Zeit und ist daher fĂŒr einen Umgang mit Lebensmitteln, der auf Geschwindigkeit baut, zu aufwĂ€ndig und arbeitsintensiv. Solche Lebensmittel mit Charakter haben keinen Platz mehr in einem auf Effizienz getrimmten, globalisierten Lebensmittelsystem. Und das Verschwinden der Geschmacks- und Sortenvielfalt auf unserem Teller nimmt weiterhin seinen schnellen Lauf. Mit der Arche des Geschmacks setzt sich Slow Food diesem Trend aktiv entgegen."

Neben den positiven Auswirkungen biodiversitĂ€tsreicher Ökosysteme auf die Bodenfruchtbarkeit, Bienen und die Tierwelt generell, geht der Erhalt der biologischen Vielfalt auch ganz eng einher mit dem Erhalt traditioneller Kulturlandschaften, Verarbeitungstechniken und dem kulturellem Erbe einer Region. Slow Food möchte die Arche-Produkte wieder bekannter machen, damit sie nachgefragt und entsprechend erhalten und verkauft werden können.
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Freiburg als Zwischenstopp der Elektroautorallye EV-Trophy
In 14 Tagen elektrisch von Kopenhagen nach Monte Carlo

Am Montag, 29. Mai werden ab 9 Uhr sieben Elektro-Autos auf dem
Boulevard vor den Hallen der Messe Freiburg erwartet. Gegen
11 Uhr machen sie sich wieder auf die Strecke in Richtung Bellinzona
in der Schweiz. Sieben Teams aus Kroatien, Deutschland,
Spanien, der Ukraine und DÀnemark sind im Rennen und prÀsentieren
den Zuschauern drei Tesla des Models S, ein Tesla Model X,
zwei Renault Zoe sowie einen BMW i8. Die Teams sind jeweils
selbst dafĂŒr verantwortlich, geeignete Lademöglichkeiten zu finden.

FWTM-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Bernd Dallmann: „Wir freuen uns, dass die
EV-Trophy 2017 Zwischenstation in der Green City Freiburg macht.
Das Engagement der Rallye fĂŒr nachhaltige und umweltfreundliche
MobilitÀt ist bemerkenswert. Durch diese Veranstaltung gewinnt EMobilitÀt
weiter an der in Deutschland dringend notwendigen Aufmerksamkeit.“

Die EV-Trophy, bis 2016 noch unter dem Namen Electric Marathon,
findet jÀhrlich statt und durchquert Europa in diesem Jahr von Nord
nach SĂŒd – vom dĂ€nischen Kopenhagen bis nach Monte Carlo in
Monaco. Die Schirmherrschaft der Veranstaltung hat traditionell
FĂŒrst Albert von Monaco inne. Bei der Rallye geht es nicht um Geschwindigkeit,
sondern darum, möglichst zu einer festgeschriebenen
Uhrzeit am Zielpunkt anzukommen. Außerdem werden die
Teams auf der Strecke verschiedene Aufgaben lösen mĂŒssen.

Die EV-Trophy 2017 dauert 14 Tage und startet am 24. Mai in Kopenhagen
und fĂŒhrt ĂŒber Aarhus, Hamburg, Nijmegen, Essen, Freiburg,
Bellinzona, Turin und Ceneo nach Monte Carlo. Dort werden
die Elektroautos am 01. Juni erwartet. Insgesamt legen die Teams
2.500 km Wegstrecke zurĂŒck und durchqueren sieben verschiedene
LĂ€nder. Hauptorganisator ist Electric Marathon International mit
Sitz in der Ukraine in Zusammenarbeit mit dem European Green
Cities Network.
 
 




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