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Dienstag, 12. Dezember 2017
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NABU: Entlassung von Agrarminister Schmidt wäre richtig gewesen
Bild: NABU/Diana Neumerkel
 
NABU: Entlassung von Agrarminister Schmidt wäre richtig gewesen
Miller: K√ľnftige Bundesregierung muss Scherbenhaufen aufkehren und Glyphosat-Ausstieg auf nationalem Weg einl√§uten

Berlin ‚Äď Der NABU kritisiert, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel Agrarminister Christian Schmidt nach dessen Glyphosat-Alleingang nicht entlassen hat. Dies w√§re die logische Konsequenz seines vertrauenssch√§digenden Verhaltens gewesen. Um f√ľr Verbraucher und potenzielle Koalitionspartner wieder glaubw√ľrdig zu werden, m√ľssten CDU und CSU in einem Regierungsprogramm in jedem Fall einen Glyphosat-Ausstiegsplan f√ľr Deutschland auf den Weg bringen. Ein Ende des Ackergifts k√∂nne auch auf nationalem Wege eingel√§utet werden, so die Natursch√ľtzer.

Dazu NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller: ‚ÄěAgrarminister Schmidt hat mit seinem Glyphosat-Geschenk f√ľr die Agrarlobby mutwillig Vertrauen zerst√∂rt ‚Äď bei Verbrauchern und m√∂glichen Koalitionspartnern gleicherma√üen. Seine hemmungslose Klientelpolitik h√§tte sp√§testens jetzt ein Ende haben m√ľssen. Angela Merkel h√§tte Christian Schmidt entlassen m√ľssen. Schmidts Alleingang beschert Deutschland nun einen vergifteten Boden zur Unzeit, sein Verbleib wird zur n√§chsten Belastungsprobe f√ľr Koalitionsgespr√§che‚Äú, so Miller.

Um den von Schmidt hinterlassenen Scherbenhaufen aufzukehren, m√ľsse Deutschland nun das Ende des Ackergifts selbst einl√§uten und dem Vorbild Frankreichs folgen. Unmittelbar nach der gestrigen Abstimmung hatte Pr√§sident Emmanuel Macron verk√ľndet, dass Frankreich innerhalb der n√§chsten drei Jahre aus dem Unkrautvernichter aussteigen will. Nationale Verbote sind in jedem EU-Land m√∂glich.

‚ÄěEgal welche Partei mit der CDU und CSU in den n√§chsten Wochen am Verhandlungstisch sitzt, ein nationaler Glyphosat-Ausstiegsplan muss gesetzt sein. Die k√ľnftige Bundesregierung wird enorm viel investieren m√ľssen, um der Bev√∂lkerung zu beweisen, dass sich die deutsche Agrarpolitik nicht blind nach den Interessen der Agrarindustrie richtet, sondern nach denen von Verbrauchern und Umwelt‚Äú, so Miller.

Entt√§uschend ist aus Sicht des NABU auch, dass sich die CSU erst wenige Tage zuvor deutlich fortschrittlicher in ihrer Agrarpolitik gezeigt hatte. In einem Jamaika-B√ľndnis h√§tte sie ein Sofortprogramm gegen das Insektensterben verabschiedet und Pestizide deutlich verringern wollen.

Glyphosat ist ein hochriskantes Mittel, dessen Folgen f√ľr Natur und Umwelt jahrelang untersch√§tzt wurden. Die Chemikalie vernichtet die Nahrungsgrundlagen und Schutzr√§ume f√ľr zahlreiche Tiere, darunter V√∂gel und Insekten, und tr√§gt zum R√ľckgang der biologischen Vielfalt bei.
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Eintrag vom: 28.11.2017  




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