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Montag, 18. Dezember 2017
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Vogelfunde unter Stromleitungen melden
NABU und Renewables Grid Initiative starten Hotline fĂŒr besseren Vogelschutz im Stromnetz

Berlin – Mit der Hotline „Vogelfund und Stromleitung“ starten NABU und die Renewables Grid Initiative (RGI) heute eine Initiative fĂŒr einen besseren Vogelschutz im Stromnetz. Unter dem Dach von RGI engagieren sich Netzbetreiber und NaturschutzverbĂ€nde seit 2009 unter anderem fĂŒr die Belange von Naturschutz bei Netzentwicklung und -betrieb.

Ziel der Hotline ist es, die Informationsgrundlage fĂŒr kĂŒnftige Vogelschutzmaßnahmen beim Netzausbau und an bestehenden Leitungen zu verbessern. Über die Hotline können Vogelfunde kĂŒnftig von jedem telefonisch und auch online beim NABU gemeldet werden. Dort werden alle Informationen von einem Ornithologen systematisch erfasst und ausgewertet.

„Mit der Hotline werden erstmals Daten zu Vögeln als Kollisionsopfern im ganzen Bundesgebiet systematisch erfasst und untersucht. Diese Daten ermöglichen es uns, Handlungsbedarf und geeignete Maßnahmen gegen Vogelkollisionen zu identifizieren und gemeinsam mit den Netzbetreibern umzusetzen“ sagt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. „Anders als im Verkehr oder an WindrĂ€dern lassen sich die Opferzahlen so mit ĂŒberschaubarem Aufwand deutlich verringern“, so Miller weiter. Insgesamt sei davon auszugehen, dass in Deutschland jĂ€hrlich zwischen 1,5 bis 2,8 Millionen Vögel an Hoch- und Höchstspannungsleitungen sterben.

Der NABU und deutsche Übertragungsnetzbetreiber bemĂŒhen sich seit Jahren im gegenseitigen Austausch, die Kollisionen von Vögeln mit Stromleitungen zu reduzieren. Vor allem fĂŒr grĂ¶ĂŸere Vogelarten mit seitlichem Sehfeld sind die Leitungen im Flug nicht immer deutlich zu erkennen, so dass Kollisionen dann meist tödlich enden. HĂ€ufigste Maßnahme zum Schutz der Vögel ist dabei die Anbringung so genannter Vogelschutzmarker an besonders kritischen Leitungsabschnitten. Bei der Neuplanung von Trassen werden darĂŒber hinaus sensible Vogelvorkommen möglichst frĂŒhzeitig berĂŒcksichtigt und dann neue Trassen gesucht oder niedrigere Masten eingesetzt. Die durch die Hotline gesammelten Daten werden diese BemĂŒhungen deutlich unterstĂŒtzen.

Über die Hotline sollen vorrangig Vogelkollisionen mit den Höchstspannungsleitungen gemeldet werden. Aber auch Vogelfunde im Verteilnetz, etwa an stromschlaggefĂ€hrdenden Mittelspannungsmasten oder andere technisch verursachte Vogeltode werden gesammelt. Diese Daten sind fĂŒr den NABU auch deshalb von großem Interesse, weil dadurch die Lebensrisiken fĂŒr unterschiedliche Vogelarten besser verstanden werden können. So ist es möglich Lösungen zu herbeizufĂŒhren.
„Ich freue mich, dass die Zusammenarbeit unserer Mitglieder anhand sehr konkreter Projekte vertieft wird“, sagt Antonella Battaglini, CEO der Renewables Grid Initiative. „Dadurch werden unsere Grundprinzipien, wie sie zum Beispiel in der EuropĂ€ischen NetzerklĂ€rung formuliert sind, gemeinsam und damit wirkungsvoller in die Tat umgesetzt.“

Zugang zur Hotline
Die Vogelfund-Hotline ist werktags unter 030-284 984 5500 erreichbar. Unter www.NABU.de/vogelfund-stromleitung können Meldungen ĂŒber ein Online-Formular gemacht werden. Ein erklĂ€render Leitfaden und weitere Informationen zur Stromleitungsproblematik stehen dort ebenso zur VerfĂŒgung.

Über die Renewables Grid Initiative
Die Renewables Grid Initiative (RGI) ist eine einzigartige Kollaboration von NGOs und Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) aus Europa. Sie engagiert sich fĂŒr eine transparente und umweltbewusste Entwicklung des Netzes, die den Ausbau und die Integration Erneuerbarer Energien fördert. Die RGI veröffentlichte unter anderem die European Grid Declaration, die GrundsĂ€tze fĂŒr ÜNBs im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung beim Netzausbau festlegt. Weitere Informationen dazu unter https://renewables-grid.eu/activities/ird.html
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Eintrag vom: 11.10.2017  




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