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Samstag, 21. Oktober 2017
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Jetzt mit Brief und Siegel der EU: eine Million gegen Glyphosat
EBI reicht von EU-Beh√∂rden gepr√ľften Protest gegen Monsanto-Pestizid ein

Br√ľssel. Heute (6.10.) best√§tigt die Europ√§ische Kommission den Erhalt von 1.072.426 zertifizierten Unterschriften f√ľr ein Verbot des Pestizids Glyphosat. Seit Februar hatte ein breites B√ľndnis aus Umweltorganisationen und Netzwerken in 28 L√§ndern im Rahmen der Europ√§ischen B√ľrgerinitiative (EBI) Protest-Unterschriften gesammelt. Drei Monate haben die EU-L√§nder die Korrektheit der Angaben gepr√ľft. Die Organisatoren der EBI erstritten sich so das Recht ihre Argumente w√§hrend einer Anh√∂rung im EU-Parlament vorzubringen. Die Kommission muss schriftlich Stellung beziehen. Die aktuelle Zulassung f√ľr Glyphosat l√§uft Mitte Dezember aus.

‚ÄúDie B√ľrgerinnen und B√ľrger, die das Verbot unterst√ľtzen, zweifeln zurecht an der Unbedenklichkeit von Glyphosat‚ÄĚ, sagt Maria Lohbeck von Campact. ‚ÄúWenn das Bundesamt f√ľr Risikobewertung direkt aus Unterlagen des Herstellers Monsanto abschreibt und sich das EU-Parlament gegen die Lobbyisten des Chemie-Giganten nur wehren kann, indem sie ihnen den Zugang verweigert, dann ist klar, dass die Konzerne hier alle Register ziehen. Dann k√∂nnen Mensch und Natur nur durch ein Verbot gesch√ľtzt werden.‚ÄĚ Die EU-Regeln sehen vor, krebsausl√∂sende Stoffe zu verbieten. Glyphosat steht im Verdacht, das Wachstum von Tumoren zu beg√ľnstigen.

Die EBI, die Campact unterst√ľtzt, fordert neben dem Verbot EU-weite obligatorische Pestizid-Reduktionsziele und eine von der Industrie unabh√§ngige wissenschaftliche Bewertung von Pestiziden. Eine erste Abstimmung √ľber die weitere Zulassung von Glyphosat wird es wahrscheinlich Ende Oktober geben. Die deutsche amtsf√ľhrende Regierung aus SPD und Union m√ľsste sich wieder enthalten, da die SPD Glyphosat ablehnt und die Union den Einsatz fortsetzen will.

Die Vorw√ľrfe gegen das Bundesamt f√ľr Risikobewertung (BfR), keine eigenst√§ndige Bewertung der Gefahren durch Glyphosat vorgenommen zu haben, erh√§rten sich. Gestern pr√§sentierte der Plagiatspr√ľfer Dr. Stefan Weber zusammen mit der Umweltorganisation Global 2000 und dem Pestizid Aktions-Netzwerk Pan Germany Detailauswertungen √ľber seitenweise abgeschriebene Passagen aus Monsanto-Studien in Dokumenten der BfR.

J√§hrlich werden weltweit rund 800.000 Tonnen glyphosathaltiger Spritzmittel hergestellt. Neben der vermuteten Krebsgefahr beschleunigt das Totalherbizid das Artensterben, indem es unerw√ľnschte Pflanzen wie Disteln, Eisenkraut, oder Nachtkerze komplett vernichtet - wichtige Futterpflanzen f√ľr Schmetterlinge, Hummeln oder Bienen. Da die Zahl der Insekten schwindet, sind auch Vogel- und Amphibien-Arten durch die industrialisierte Landwirtschaft massiv bedroht.
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Eintrag vom: 07.10.2017  




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