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Dienstag, 22. August 2017
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Nationales Forum Diesel kommt zwei Jahre zu sp├Ąt
Letzte Chance f├╝r Dobrindt

Diesel-Privilegien beenden, Blaue Plakette und Nachr├╝stungen auf Kosten der Autoindustrie mZum morgigen Diesel-Gipfel fordert der NABU sowohl die wirksame Nachr├╝stung aller betroffenen Fahrzeuge als auch ein Ende der Diesel-Privilegien in Deutschland.

ÔÇ×Minister Dobrindts Kuschelkurs mit der Automobilindustrie kommt Deutschland jetzt teuer zu stehen. In zwei Jahren hat es der Bundesverkehrsminister nicht geschafft, den Abgasskandal aufzudecken und zu l├Âsen. Stattdessen hat er weiter zugesehen, wie die Autoindustrie neue Dieselfahrzeuge mit viel zu hohen Abgaswerten auf den Markt wirft. Die Rechnung haben jetzt die B├╝rger mit ihrer Gesundheit, die Umwelt und sogar die Automobilindustrie selbst zu tragen. Das Vertrauen in den Diesel und die deutschen Hersteller hat dramatisch gelittenÔÇť, sagte NABU-Bundesgesch├Ąftsf├╝hrer Leif Miller.

Nach Ansicht des NABU kommt das Diesel-Forum ganze zwei Jahre zu sp├Ąt. Zudem seien zum morgigen Gipfel weder Vertreter von Gesundheits- noch von Umweltschutzorganisationen eingeladen. Dennoch erhofft sich der NABU, dass sich die Branche ihrer Verantwortung endlich stellt und gemeinsam mit der Politik wirksame Schl├╝sse zieht.

ÔÇ×Das Treffen ist die allerletzte Chance f├╝r Minister Dobrindt, vor dem Ende der Legislaturperiode, doch noch den Stickoxid-Betrug zu beenden. Er muss die Autoindustrie zu einer unverz├╝glichen Nachr├╝stung aller betroffenen Fahrzeuge mit einem wirksamen Abgassystem verpflichtenÔÇť, so Miller. F├╝r die meisten Fahrzeuge bedeute dies eine notwendige Nachr├╝stung der Hardware, bei bestimmten oder neueren Modellen k├Ânnten auch ein Software-Update sowie eine zus├Ątzliche Einzahlung in einen Fonds sinnvoll sein. Aus diesem Fonds k├Ânnten Ma├čnahmen zur Senkung der Abgasbelastung finanziert werden, etwa der Ausbau der Lade-Infrastruktur f├╝r E-Mobilit├Ąt oder die Nachr├╝stung von Busflotten. Alle hierf├╝r anfallenden Kosten seien allein von den Autoherstellern zu tragen.

Doch nicht nur die Hersteller, auch die Bundesregierung sieht der NABU in der Pflicht. Neben kurzfristigen Nachr├╝stungen m├╝sse die Politik auch das Stickoxid-Problem an sich dringend l├Âsen. Der NABU fordert daher die Einf├╝hrung einer Blauen Plakette. Mit ihr k├Ânnten Kommunen, die von besonders hohen Abgaswerten geplagt werden, schmutzige Fahrzeuge aus ihren St├Ądten ausschlie├čen. ÔÇ×Auch die aus ├Âkologischer Sicht unsinnige Subventionierung des Dieselkraftstoffes muss ein Ende haben. Deutschland l├Ąsst sich hier jedes Jahr rund acht Milliarden Euro an Steuergeldern entgehen. Sie k├Ânnten viel sinnvoller in den Ausbau einer Elektroauto-Ladeinfrastruktur und in Radwege investiert werden", sagte Dietmar Oeliger, NABU-Leiter f├╝r Verkehrspolitik.

Zudem m├╝sse die Kontrolle der Abgaswerte dringend verbessert werden. Der NABU fordert daher, den realen Aussto├č von Stickoxiden und Feinstaub k├╝nftig im Normalbetrieb auf der Stra├če zu messen ÔÇô statt wie bislang in Testlaboren. Dar├╝ber hinaus k├Ânne auch die k├╝nftige Bundesregierung ein wichtiges Signal senden und ihre Dienstflotte auf E-Fahrzeuge umstellen.├╝ssen kommen
 
Eintrag vom: 03.08.2017  




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