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Dienstag, 24. Oktober 2017
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Natur-Refugien schaffen, Vielfalt fördern
Waldhaus NaturRefugien / Foto: Fynn Zimmermann
 
Natur-Refugien schaffen, Vielfalt fördern
Das Waldhaus startet mit neuem Projekt fĂĽr FlĂĽchtlinge

Seit Mai 2017 bereichert ein neues Projekt die Angebotspalette des Waldhaus Freiburg: Unter dem Titel „Natur-Refugien schaffen, Vielfalt fördern“ wendet es sich gezielt an geflüchtete Kinder und Jugendliche, die derzeit Vorbereitungs- oder VABO-Klassen (Vorbereitung Arbeit und Beruf ohne Deutschkenntnisse) an Freiburger Schulen besuchen.

Jungen Menschen, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, sind mitteleuropäische Landschaftsräume oftmals fremd. Dank dieses Projektes können sie in ihrer neuen Umgebung erste Naturerfahrungen machen. Als Schutzsuchende gekommen, werden sie selber zu Akteuren, fördern die Artenvielfalt und pflegen Naturräume – zum Nutzen von Tieren und Pflanzen und zu ihrem Schutz.

Zu ihren Einsatzmöglichkeiten gehört der Bau von Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse oder Insekten; Waldpflege und Neupflanzungen; der Bau von Trockenmauern und Steinriegeln als Lebensraum für Reptilien, Insekten und Säugern; die Pflege von Flachwasserzonen und Gräben; und die Renaturierung von Fließgewässern.

Neben dem direkten Nutzen jedes Naturschutzprojekts für die biologische Vielfalt in der Stadt bieten außerschulische Lernorte den Schülern neue Lern- und Entwicklungsfelder. Über konkrete Aufgaben wird ihre Gestaltungs- und Sprachkompetenz gefördert. Sie erleben, wie sie einen sinnvollen Beitrag in der Gesellschaft leisten können. Beim gemeinsamen Mittagessen probieren sie ihre Kochkünste auf dem Feuer aus und lernen Gerichte aus aller Herren Länder kennen. Täglich dokumentieren sie ihre Aktivitäten und können so vom Erlebten berichten. Die Projekte finden in Freiburger Natur- oder innerstädtischen Räumen statt, ihre Ergebnisse sind in und um die Stadt zu sehen und werden durch Hinweisschilder kenntlich gemacht.

Zum Auftakt hat im September eine Klasse der Vigeliusschule im Garten des Vereins „Zusammen leben“ am Dorfbach in St. Georgen eine Kräuterspirale errichtet, die neben der menschlichen Nutzung Nahrungsgrundlage und Wohnort für verschiedene Tiere ist. Die teilnehmenden Lehrer und Schüler waren derart begeistert, dass sie in der Folgewoche am liebsten gleich wieder gekommen wären. Das Programm mit Spielen und Ausflügen war abwechslungsreich, und trotz unterschiedlicher Sprachniveaus haben sich alle rege an der Kommunikation und den Aktivitäten beteiligt.

Im Oktober geht es nun mit der Pestalozzi-Realschule in die „wilde“ Natur im Wildtal. Hier werden in mehreren Schritten Lebensräume für Amphibien an einem Bach verbessert.

Ende Oktober wird das Wentzinger Gymnasium aktiv und unterstĂĽtzt bei einem Projekt des Nabu die Einrichtung eines Bienen-Lehrgartens.

Weitere interessierte Schulen können mit dem Waldhaus Projekte für das Jahr 2018 vereinbaren. Kontakt über Fynn Zimmermann: Tel. 0761/8964 7710, fynn.zimmermann@waldhaus-freiburg.de.

„Natur-Refugien schaffen, Vielfalt fördern“ wird über einen Zeitraum von zwei Jahren von der Stiftung Waldhaus und der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg mit insgesamt 77.000 Euro gefördert.
 
 

Verschiedenes 
 
 
Forderung zum Welternährungstag
Am Welternährungstag fordert Slow Food Deutschland die sofortige Ökologisierung der Landwirtschaft

Zum Welternährungstag am 16. Oktober 2017 appelliert Slow Food Deutschland e. V. an die Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft sowie an die Verbraucher, dem hoch industrialisierten Lebensmittelsystem ein Ende zu setzen. Es beutet die natürlichen Ressourcen der Erde aus, führt im globalen Norden zu Überproduktion und Verschwendung von Lebensmitteln während Millionen Menschen weltweit an Hunger leiden. Nur eine bäuerlich-ökologische Landwirtschaft, die auf Vielfalt setzt und angepasst an die lokalen Gegebenheiten produziert, kann die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung sicherstellen.

Ein hoch industrialisiertes Lebensmittelsystem, welches den Klimawandel anheizt, die natürlichen Ressourcen ausbeutet, die Weltmeere verschmutzt und überfischt und der biologischen Vielfalt schadet: Das ist die zentrale Herausforderung, welche die Ernährungssicherung für eine wachsende Weltbevölkerung bedroht. "Zum Welternährungstag fordern wir Politik und Wirtschaft auf, endlich Schluss zu machen mit diesem nachweislich ausbeuterischen System," so Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland e. V. "Es gilt die politische Uhr sofort umzustellen, ohne zögern. Es kann nur noch gut für alle weitergehen mit einer biologisch nachhaltigen Landwirtschaft, welche kleinbäuerliche Strukturen fördert, lokale Produktionsstätten wiederaufbaut und die Sorten- und Geschmacksvielfalt erhält. Das sichert den Menschen Zugang zu Nahrung sowie Arbeitsplätze in ihrer Region," so Hudson weiter.

Ein solcher Systemwechsel in der Lebensmittelproduktion gelingt nur mit einem entsprechenden politischen Willen und konsequentem Handeln. Enkeltauglichkeit muss auf der politischen Agenda an erster Stelle stehen. Die drängenden Ernährungsfragen müssen ganzheitlich und Ministerien übergreifend gelöst werden. Dem Einsatz von Pestiziden, Herbiziden sowie Insektiziden muss durch effektive Richtlinien deutliche Grenzen gesetzt werden und fehlgeleitete Subventionen gilt es umzuschichten.

Allein in Europa ist Landwirtschaft der größte subventionierte Sektor. Die Finanzspritzen aber fließen nicht in die Ökologisierung der Landwirtschaft, sondern in flächenstarke Ackerbaubetriebe sowie zu außerlandwirtschaftlichen Investoren mit viel Bodenbesitz. "Solange die Zukunft von Landwirtschaft und Ernährung in den Händen dieser Akteure liegt, gerät die Ernährungssicherheit immer stärker ins Wanken. Es ruiniert Kleinbauern, schädigt Umwelt und Tier und produziert Überschüsse, die in der Tonne landen oder in andere Länder exportiert werden. Dort zerstören sie die lokalen Märkte," erklärt Hudson und weist insbesondere auf den Skandal der Lebensmittelverschwendung hin. Rund ein Drittel der weltweit hergestellten Produkte werden überhaupt nie verzehrt, während über 800 Millionen Menschen unter- und mangelernährt sind. Für diesen ökologischen und ethischen Skandal trägt jeder Verbraucher Mitverantwortung. Denn mit unseren täglichen Kaufentscheidungen nehmen wir Einfluss darauf, welche Kultur des Essens und der Lebensmittelproduktion aufrechterhalten wird.

Um die Debatte zur Reformation des Lebensmittelsystems zu unterstützen, haben Slow Food Deutschland und Misereor im Reformationsjahr das Thesenpapier "95 Thesen für Kopf und Bauch" veröffentlicht. Die begleitende Veranstaltungsreihe lädt Entscheidungsträger, Experten und Verbraucher bundesweit zu einem gesellschaftlich breit angelegten Dialog ein. International läuft seit Oktober die Slow-Food-Kampagne "Menu for change: Mit Genuss und Verantwortung gegen den Klimawandel". Verbrauchern werden hier konkrete Lösungen für einen täglich nachhaltigeren Konsum aufgezeigt. Im Rahmen dessen startet am Welternährung die Mitmachaktion "Eat local - Regional, nachhaltig, gut". Bundesweit sind Menschen aufgerufen, sich drei Wochen lang ausschließlich von Lebensmitteln zu ernähren, die gerade Saison haben sowie aus regionaler und handwerklicher Erzeugung stammen. Verbraucher teilen dafür ihre Rezepte und Erfahrungen.

Welternährungstag:
Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat im Jahr 1979 den 16. Oktober als weltweiten Welternährungstag ausgerufen. Der Gedenktag soll darauf aufmerksam machen, dass weltweit über eine Milliarde Menschen an Hunger leiden.
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Verschiedenes 
 
 
Vogelfunde unter Stromleitungen melden
NABU und Renewables Grid Initiative starten Hotline fĂĽr besseren Vogelschutz im Stromnetz

Berlin – Mit der Hotline „Vogelfund und Stromleitung“ starten NABU und die Renewables Grid Initiative (RGI) heute eine Initiative für einen besseren Vogelschutz im Stromnetz. Unter dem Dach von RGI engagieren sich Netzbetreiber und Naturschutzverbände seit 2009 unter anderem für die Belange von Naturschutz bei Netzentwicklung und -betrieb.

Ziel der Hotline ist es, die Informationsgrundlage für künftige Vogelschutzmaßnahmen beim Netzausbau und an bestehenden Leitungen zu verbessern. Über die Hotline können Vogelfunde künftig von jedem telefonisch und auch online beim NABU gemeldet werden. Dort werden alle Informationen von einem Ornithologen systematisch erfasst und ausgewertet.

„Mit der Hotline werden erstmals Daten zu Vögeln als Kollisionsopfern im ganzen Bundesgebiet systematisch erfasst und untersucht. Diese Daten ermöglichen es uns, Handlungsbedarf und geeignete Maßnahmen gegen Vogelkollisionen zu identifizieren und gemeinsam mit den Netzbetreibern umzusetzen“ sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Anders als im Verkehr oder an Windrädern lassen sich die Opferzahlen so mit überschaubarem Aufwand deutlich verringern“, so Miller weiter. Insgesamt sei davon auszugehen, dass in Deutschland jährlich zwischen 1,5 bis 2,8 Millionen Vögel an Hoch- und Höchstspannungsleitungen sterben.

Der NABU und deutsche Übertragungsnetzbetreiber bemühen sich seit Jahren im gegenseitigen Austausch, die Kollisionen von Vögeln mit Stromleitungen zu reduzieren. Vor allem für größere Vogelarten mit seitlichem Sehfeld sind die Leitungen im Flug nicht immer deutlich zu erkennen, so dass Kollisionen dann meist tödlich enden. Häufigste Maßnahme zum Schutz der Vögel ist dabei die Anbringung so genannter Vogelschutzmarker an besonders kritischen Leitungsabschnitten. Bei der Neuplanung von Trassen werden darüber hinaus sensible Vogelvorkommen möglichst frühzeitig berücksichtigt und dann neue Trassen gesucht oder niedrigere Masten eingesetzt. Die durch die Hotline gesammelten Daten werden diese Bemühungen deutlich unterstützen.

Über die Hotline sollen vorrangig Vogelkollisionen mit den Höchstspannungsleitungen gemeldet werden. Aber auch Vogelfunde im Verteilnetz, etwa an stromschlaggefährdenden Mittelspannungsmasten oder andere technisch verursachte Vogeltode werden gesammelt. Diese Daten sind für den NABU auch deshalb von großem Interesse, weil dadurch die Lebensrisiken für unterschiedliche Vogelarten besser verstanden werden können. So ist es möglich Lösungen zu herbeizuführen.
„Ich freue mich, dass die Zusammenarbeit unserer Mitglieder anhand sehr konkreter Projekte vertieft wird“, sagt Antonella Battaglini, CEO der Renewables Grid Initiative. „Dadurch werden unsere Grundprinzipien, wie sie zum Beispiel in der Europäischen Netzerklärung formuliert sind, gemeinsam und damit wirkungsvoller in die Tat umgesetzt.“

Zugang zur Hotline
Die Vogelfund-Hotline ist werktags unter 030-284 984 5500 erreichbar. Unter www.NABU.de/vogelfund-stromleitung können Meldungen über ein Online-Formular gemacht werden. Ein erklärender Leitfaden und weitere Informationen zur Stromleitungsproblematik stehen dort ebenso zur Verfügung.

Ăśber die Renewables Grid Initiative
Die Renewables Grid Initiative (RGI) ist eine einzigartige Kollaboration von NGOs und Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) aus Europa. Sie engagiert sich für eine transparente und umweltbewusste Entwicklung des Netzes, die den Ausbau und die Integration Erneuerbarer Energien fördert. Die RGI veröffentlichte unter anderem die European Grid Declaration, die Grundsätze für ÜNBs im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung beim Netzausbau festlegt. Weitere Informationen dazu unter https://renewables-grid.eu/activities/ird.html
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Veranstaltungen 
 
Freiburg: Gartentreff im Herbst
Ă–kostation Freiburg / Foto: Ă–kostation
 
Freiburg: Gartentreff im Herbst
So 22. Okt., 14 - 17 Uhr

Garten und Kompostberatung: Herbst ist die Zeit, um den Garten für den Winter vorzubereiten, Stauden und Gehölze zu pflanzen und Laub und Abfälle zu kompostieren. Mit der richtigen Bodenpflege schafft man die Grundlage für das nächste Jahr, kurz – es gibt viel zu tun. An diesem Nachmittag ist der Biogarten geöffnet und der Gärtner der Ökostation Fritz Thier steht für Fragen des naturnahen Gärtnerns und für Tipps zum richtigen Kompostieren zur Verfügung.

• Fritz Thier und Team der Ökostation
• In Kooperation mit der Abfallwirtschaft Freiburg

Ă–kostation Freiburg
Am Seepark • Falkenbergerstr. 21 B • 79110 Freiburg • Tel 0761 - 892333 • info@oekostation.de
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Riesenflohmarkt in der Messehalle Freiburg
Hier ist fĂĽr jeden Geldbeutel das Richtige dabei!

Freiburg. Am Samstag und Sonntag den 14. +15. Oktober findet in der Freiburger Messehalle der beliebte Riesenflohmarkt parallel zur Freiburger Herbstmesse statt. Über 250 Aussteller bieten mit Edeltrödel, Möbeln, Schmuck, 2nd-Hand, Briefmarken, bis hin zu Sammlerwaren und ausgesuchten Raritäten ein abwechslungsreiches Sortiment an. Viele überregionale und internationale Aussteller, sowie das geöffnete Messerestaurant laden zum langwierigen Verweilen und Genießen in entspannter Atmosphäre ein. Ebenso lässt sich der Besuch des Flohmarkts wunderbar mit dem Gang auf die Freiburger Herbstmesse vereinbaren.

Frönen Sie ihrer Leidenschaft und ergattern Sie beim Streifzug durch die Halle mit ein wenig Glück den einen oder anderen Schatz. Denn hier findet sich für jeden Geldbeutel das Richtige und die Aussteller geben gerne Auskunft über jedes der unzähligen Prachtstücke.

Die Öffnungszeiten sind Samstag von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Für Besucher stehen ausreichend Parkplätze auf dem Messegelände zur Verfügung.

Weitere Informationen und andere Flohmarkt-Termine erhalten Interessierte beim Veranstalter SĂĽMa Maier GmbH unter Telefon 07623 74192-0 oder im Internet ...
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Karlsruhe: Flohmarkt fĂĽr Projekte des Zoos Karlsruhe
Flohmarkt fĂĽr Projekte des Zoos Karlsruhe / Foto: Zoo Karlsruhe
 
Karlsruhe: Flohmarkt fĂĽr Projekte des Zoos Karlsruhe
Zoofreunde gehen am 7. Oktober unter die Flohmarkt-Händler

Die Zoofreunde haben gesammelt – und verkaufen nun in Kooperation mit dem Zoo Karlsruhe am Samstag, 7. Oktober, von 10 bis 15 Uhr allerlei flohmarkttypische Artikel wie Kleidung, Bücher und Haushaltsgegenstände. Mit dabei sind auch einige interessante Tierfiguren, vor allem Elefanten. Den kompletten Erlös verwendet der Förderverein für Projekte, die dem Zoo zugute kommen. Der Flohmarkt findet vor dem Eingang Süd des Zoologischen Stadtgartens (Kasse gegenüber Hauptbahnhof) bei jedem Wetter statt.
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Verschiedenes 
 
 
NABU fordert Neubewertung bei Glyphosat-Zulassung
Miller: Agrarreform muss Landwirte aus Pestizid-Teufelskreis befreien - Naturverträgliche Alternativen fördern

Berlin/Brüssel – Mit Blick auf das heute veröffentlichte Sachverständigengutachten, das die Plagiatsvorwürfe gegen den Glyphosat-Bericht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) bestätigt, fordert der NABU eine Neubewertung des Mittels im EU-Zulassungsverfahren. Die Zulassung des Wirkstoffs läuft nach EU-Pflanzenschutzrecht zum Jahresende aus. Die EU-Kommission hat eine Verlängerung der Zulassung um zehn Jahre vorgeschlagen.

„Es ist offensichtlich, dass das BfR keine eigenständige Bewertung der zitierten Studien vorgenommen hat. Einen weiteren Freifahrtschein für Glyphosat darf es nicht geben, solange der Verdacht besteht, dass bei der Risiko-Analyse die Industrie die Richtung vorgegeben hat. Der Vorfall zeigt auch einmal mehr, dass das Zulassungsverfahren einer dringenden Überarbeitung bedarf“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Vor dem Hintergrund, dass die wissenschaftliche Plausibilität des BfR-Gutachtens nicht mehr gegeben ist, begrüßt der NABU, dass der zuständige Ausschuss der Mitgliedstaaten das Thema heute von der Tagesordnung genommen hat. Eine andere Entscheidung hätte das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der EU- Institutionen in seinen Grundfesten erschüttert und das Vorsorgeprinzip ad absurdum geführt. Die Gesundheit von Millionen EU-Bürgerinnen und Bürger und der Schutz der biologischen Vielfalt stünden auf dem Spiel. „Die Debatte um eine Neuzulassung von Glyphosat darf erst wieder fortgesetzt werden, wenn eine Bewertung vorliegt, welche auch die Leitlinien der guten wissenschaftlichen Praxis erfüllt“, so Miller weiter, „bis dahin sollte der Einsatz von Glyphosat EU-weit ausnahmslos verboten werden.“

Das heute vorgelegte Gutachten des Plagiatsprüfers Stefan Weber kommt zu dem Ergebnis, dass das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung als die für das Zulassungsverfahren wichtige Behörde seine Bewertung des Totalherbizids Glyphosat über viele Seiten vom Glyphosathersteller Monsanto eins zu eins abgeschrieben hat. Es zeigt, wie anfällig das System für den Einfluss der Chemieindustrie ist. Der NABU fordert seit Langem mehr Transparenz im EU-Zulassungsprozess für Pestizide. Darüber hinaus müssten die ökologischen Auswirkungen von Pestiziden realitätsnah mit Vertreterarten aus naturnahen Ökosystemen in die Risikobewertung einfließen. „Die dramatischen Rückgänge in der Vogel- und Insektenwelt sind ein deutlicher Weckruf, dass mit den bisherigen zur Bewertung eingesetzten Arten nicht die beste Wahl getroffen wurde“, so Miller weiter.

Auch müsse das BfR im Agrar- und Umweltausschuss des Europäischen Parlamentes in der für den 11. Oktober vorgesehenen Anhörung unbedingt Stellung zu den Plagiatsvorwürfen beziehen. „Sollte das BfR jedoch nichts an der Entscheidung ändern, und nicht zur Anhörung erscheinen, muss die EU-Kommission ernsthaft abwägen, ob das BfR zukünftig überhaupt noch in die Risikobewertung einbezogen werden sollte“, so Miller. „Darüber hinaus sollte sich Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt dringend Gedanken darüber machen, ob BfR-Präsident Hensel noch die geeignete Personalie für ein solch verantwortungsvolles Amt ist.“

„Insgesamt ist ein Umsteuern in der Landwirtschaft überfällig. Um dies zu erleichtern, ist eine Reform der EU-Agrarförderung nötig, bei der Landwirte, die Leistung für den Naturschutz erbringen, dafür entlohnt werden“, so Miller weiter. Ein Mittel sei die Einrichtung eines EU-Naturschutzfonds, der besondere Naturschutzleistungen der Landwirte honoriere. Davon könnten auch Landwirte profitieren, die den Pestizideinsatz drastisch reduzieren oder gänzlich aussetzen. Statt der bisherigen pauschalen Flächenförderung, die zu immer intensiverer Nutzung mit enormen ökotoxikologischen Schäden an der Biodiversität, zum Rückgang von Insekten und Vögeln, aber auch zu einer nicht mehr vertretbaren Belastung von Böden und Grundwasser führt, sollte die Produktion, Vermarktung und Nachfrage von Lebensmitteln, die pestizidarm produziert wurden, gefördert werden.
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Jetzt mit Brief und Siegel der EU: eine Million gegen Glyphosat
EBI reicht von EU-Behörden geprüften Protest gegen Monsanto-Pestizid ein

Brüssel. Heute (6.10.) bestätigt die Europäische Kommission den Erhalt von 1.072.426 zertifizierten Unterschriften für ein Verbot des Pestizids Glyphosat. Seit Februar hatte ein breites Bündnis aus Umweltorganisationen und Netzwerken in 28 Ländern im Rahmen der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) Protest-Unterschriften gesammelt. Drei Monate haben die EU-Länder die Korrektheit der Angaben geprüft. Die Organisatoren der EBI erstritten sich so das Recht ihre Argumente während einer Anhörung im EU-Parlament vorzubringen. Die Kommission muss schriftlich Stellung beziehen. Die aktuelle Zulassung für Glyphosat läuft Mitte Dezember aus.

“Die Bürgerinnen und Bürger, die das Verbot unterstützen, zweifeln zurecht an der Unbedenklichkeit von Glyphosat”, sagt Maria Lohbeck von Campact. “Wenn das Bundesamt für Risikobewertung direkt aus Unterlagen des Herstellers Monsanto abschreibt und sich das EU-Parlament gegen die Lobbyisten des Chemie-Giganten nur wehren kann, indem sie ihnen den Zugang verweigert, dann ist klar, dass die Konzerne hier alle Register ziehen. Dann können Mensch und Natur nur durch ein Verbot geschützt werden.” Die EU-Regeln sehen vor, krebsauslösende Stoffe zu verbieten. Glyphosat steht im Verdacht, das Wachstum von Tumoren zu begünstigen.

Die EBI, die Campact unterstützt, fordert neben dem Verbot EU-weite obligatorische Pestizid-Reduktionsziele und eine von der Industrie unabhängige wissenschaftliche Bewertung von Pestiziden. Eine erste Abstimmung über die weitere Zulassung von Glyphosat wird es wahrscheinlich Ende Oktober geben. Die deutsche amtsführende Regierung aus SPD und Union müsste sich wieder enthalten, da die SPD Glyphosat ablehnt und die Union den Einsatz fortsetzen will.

Die Vorwürfe gegen das Bundesamt für Risikobewertung (BfR), keine eigenständige Bewertung der Gefahren durch Glyphosat vorgenommen zu haben, erhärten sich. Gestern präsentierte der Plagiatsprüfer Dr. Stefan Weber zusammen mit der Umweltorganisation Global 2000 und dem Pestizid Aktions-Netzwerk Pan Germany Detailauswertungen über seitenweise abgeschriebene Passagen aus Monsanto-Studien in Dokumenten der BfR.

Jährlich werden weltweit rund 800.000 Tonnen glyphosathaltiger Spritzmittel hergestellt. Neben der vermuteten Krebsgefahr beschleunigt das Totalherbizid das Artensterben, indem es unerwünschte Pflanzen wie Disteln, Eisenkraut, oder Nachtkerze komplett vernichtet - wichtige Futterpflanzen für Schmetterlinge, Hummeln oder Bienen. Da die Zahl der Insekten schwindet, sind auch Vogel- und Amphibien-Arten durch die industrialisierte Landwirtschaft massiv bedroht.
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