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Samstag, 21. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
Karlsruhe: 626 BĂ€ume fĂŒr Stadtbild und -klima
Gartenbauamt legt Bilanz 2014/15 vor: Fast jede zweite Pflanzung neu

Karlsruhe hat weiter dafĂŒr gesorgt, die Selbst- und Außenwahrnehmung als grĂŒne Stadt zu bewahren. Um insgesamt 626 BĂ€ume hat das Gartenbauamt seiner Bilanz zufolge die Flora der FĂ€cherstadt in der vergangenen Pflanzperiode von Herbst 2014 bis zum nahenden FrĂŒhjahr 2015 ergĂ€nzt und bereichert. Schwerpunktzonen waren Westen, Osten und SĂŒdwesten. Mit 456 verschiedenen Exemplaren wurde das Gros im Herbst gesetzt, weil dieser die besseren Voraussetzungen fĂŒr das Anwachsen und Gedeihen der pflanzlichen NeubĂŒrger bietet. Insbesondere die hinreichende Feuchtigkeitsversorgung im Winter kommt den JungbĂ€umen zugute, die in dieser frĂŒhen Phase von den Mitarbeitern aber ohnehin noch intensiv bewĂ€ssert werden. Damit einmal stattliche BĂ€ume Stadtbild und -klima, dies auch in Anbetracht der erwarteten ErwĂ€rmung mit sehr heißen Sommern, wohltuend verschönern und verbessern können.

HauptsÀchlich Ahörner, Linden und Kirschen
Am hĂ€ufigsten fiel die Wahl auf AhornbĂ€ume: 111 von ihnen begrĂŒnen nun die Stadt. Es folgen Linden mit 85 und KirschbĂ€ume mit 82 Exemplaren. TatsĂ€chlich zum Bestand hinzugekommen ĂŒber Neubaumaßnahmen sind insgesamt 276 BĂ€ume, wĂ€hrend 350 einen jeweiligen Ersatz fĂŒr SchadbĂ€ume darstellen, die aus SicherheitsgrĂŒnden hatten gefĂ€llt werden mĂŒssen - hauptsĂ€chlich, um Passanten und sonstige Verkehrsteilnehmer vor herabfallenden Ästen oder gar umstĂŒrzenden BĂ€umen zu schĂŒtzen.

Die Maßnahmen im Einzelnen: Nach ihrem Umbau erhielt die MĂŒhlburger Lameystraße 18 neue Linden. In Knielingen wurden die alten KirschbĂ€ume in der Saarlandstraße durch neue ersetzt. Damit sie ein gutes Wurzelwerk ausbilden, sich prĂ€chtig entwickeln, wurden die geschĂŒtzten Baumscheiben am Boden komplett erneuert und neues Baumsubstrat in die Pflanzgruben eingebaut. Mit dem Gleisumbau in der Mannheimer Straße in Rintheim ging die Pflanzung von 42 neuen Hainbuchen einher. Der grĂ¶ĂŸte Teil sind zusĂ€tzliche BĂ€ume, die auch ĂŒber ihre ausladenden Kronen den Straßenraum aufwerten sollen.

Neue BĂ€ume fĂŒr neue SchulgebĂ€ude
In der SĂŒdweststadt ist die Fertigstellung des GrĂŒnzuges beim ZKM fast abgeschlossen. Er umfasst nun unter anderem zwei Bauminseln auf der neuen Tiefgarage an der Gartenstraße - wie alle, dem Gesamtkonzept folgend, mit Hopfenbuche und mittelkroniger Esche versehen. Zudem bekam der Schulhof der Neureuter Waldschule nach Um- und Neubau sieben Kiefern, um den bewusst waldartigen Charakter des GelĂ€ndes zu ergĂ€nzen. Sein attraktives und angenehmes Flair hat der Hof des Erweiterungsbaus des Fichte-Gymnasiums in der Sophienstraße nicht zuletzt vier dornenlosen Gleditschien und einer Koelreuteria zu verdanken.
 
 

Erster „Urbos 100“ in Freiburg vorgestellt
Urbos 100 / Foto: VAG
 
Erster „Urbos 100“ in Freiburg vorgestellt
Linieneinsatz ab Mitte des Jahres

Fast genau zwei Jahre nach der Unterzeichnung des Vertrags zwischen der Freiburger Verkehrs AG (VAG) und dem spanischen Hersteller „Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles“ (CAF) ĂŒber den Kauf von 12 Stadtbahnfahrzeugen fĂŒr die VAG ist in der Nacht vom 16. auf den 17. MĂ€rz das erste Fahrzeug angeliefert worden. Die neuen Fahrzeuge werden wegen anstehender Netzerweiterungen und zur Modernisierung des Fahrzeugparks benötigt. Der Auftrag an CAF erfolgte nach einer europaweiten Ausschreibung, an der sich mehrere Hersteller beteiligt hatten. Über den genauen Kaufpreis, der neben den Fahrzeugen auch Ersatzteile sowie ein Servicepaket beinhaltet, wurde Stillschweigen vereinbart. Er liegt jedoch unter 40 Millionen Euro.

In den nÀchsten Wochen werden insgesamt sechs Fahrzeuge angeliefert. Die zweite Charge von weiteren sechs Fahrzeugen kommt im zweiten Quartal 2017. Mit einem Linieneinsatz ist ab Mitte des Jahres zu rechnen.

Die zwölf neuen Fahrzeuge werden die Betriebsnummern 301 – 312 erhalten.

VAG Vorstand Stephan Bartosch erlĂ€uterte bei der Vorstellung des ersten Fahrzeugs vor Medienvertretern, dass die VAG mit dem Urbos 100 ein modernes und vor allem fĂŒr unsere BedĂŒrfnisse passendes Fahrzeug gekauft habe, welches sich bereits in vielen europĂ€ischen StĂ€dten erfolgreich im Einsatz bewĂ€hrt hat. „Dank der neuen Fahrzeuge, die zu 100 Prozent niederflurig sind, können wir den Service fĂŒr mobilitĂ€tseingeschrĂ€nkte Personen nochmals verbessern und den Einsatz von Hochflurfahrzeugen weiter verringern.“ Bartosch erinnerte auch daran, dass sich mit den 42 Meter langen Wagen auch die FahrgastkapazitĂ€t der VAG Flotte erhöht.

Das Fahrzeug
Die Straßenbahnen tragen den Namen Urbos. Der Typ Urbos 1 wurde 2004 erstmals ausgeliefert. Seitdem wurde das Fahrzeug stĂ€ndig weiterentwickelt. Seit 2010 wird die Version gefertigt, welche auch in Freiburg zum Einsatz kommt.
Die Fahrzeuge sind zu 100 Prozent in Niederflurtechnologie ausgefĂŒhrt. Innerhalb des Fahrzeugs sind keine Stufen vorhanden.
Das 7-teilige Multigelenkfahrzeug, das an beiden Enden FahrerstĂ€nde aufweist („Zweirichtungsfahrzeug“) ist mit knapp 42 Metern LĂ€nge so lang wie die Combinos. Drei der vier Fahrwerke sind angetrieben, und verfĂŒgen ĂŒber eine elektrische Gesamtleistung von rund 720 kW. Das vierte Fahrwerk ist nicht angetrieben, hat jedoch ein aktives Bremssystem.
An jeder Wagenseite befinden sich 5 DoppeltĂŒren mit einer Durchgangsbreite von ĂŒber 1,30 m sowie eine EinzeltĂŒr. Das Fahrzeug bietet Platz fĂŒr 241 FahrgĂ€ste und verfĂŒgt ĂŒber 66 +6 SitzplĂ€tze.
Im Fahrzeuginneren befinden sich zwei Multifunktionszonen, die mit 6 Klappsitzen ausgestattet sind. Diese Zonen sind fĂŒr das Abstellen von RollstĂŒhlen, Rollatoren und Kinderwagen vorgesehen und werden entsprechend gekennzeichnet. ZusĂ€tzliche horizontale Haltestangen mit Haltewunschtastern verbessern das Platzangebot. FĂŒr den Zustieg mobilitĂ€tseingeschrĂ€nkter FahrgĂ€ste an den wenigen nicht entsprechend ausgebauten Haltestellen in der Innenstadt sind Klapprampen vorhanden. Der Kontakt zum Fahrer kann dort ĂŒber TĂŒrsprechstellen hergestellt werden – ein Novum im Freiburger Fuhrpark.
Zum Schutz der FußgĂ€nger sind sĂ€mtliche Aussparungen an der Fahrzeugfront und an den Seiten durchgehend tief verkleidet, außerdem verfĂŒgt das Fahrzeug ĂŒber einen neuartigen BahnrĂ€umer im Frontbereich .

Fahrgastraum
Der Fahrgastraum wird mit modernen Materialien gestaltet, welche auch bei intensiver Nutzung stabil und widerstandsfĂ€hig sind und somit eine lange Lebensdauer erreichen können. Die Materialien lassen sich einfach reinigen und Verschleißteile wie zum Beispiel die SitzbezĂŒge können leicht ausgetauscht werden. Die Haltestangen werden wie bei allen Freiburger Fahrzeugen in Edelstahl ausgefĂŒhrt. Durch die großen, getönten FensterflĂ€chen gelangt sehr viel Licht in den Innenraum. An der Decke befinden sich zwei durchgehende LichtbĂ€nder, welche auch bei Dunkelheit fĂŒr eine sehr gute Ausleuchtung des Innenraumes sorgen. Über Sensoren wird die Innenraumbeleuchtung automatisch den AußenlichtverhĂ€ltnissen angepasst.
Der gesamte Fahrgastraum ist klimatisiert, wobei aus ökologischen GrĂŒnden eine gute Entfeuchtung der Luft und nur eine mĂ€ĂŸige Temperaturabsenkung realisiert werden. Im Winter sorgen zusĂ€tzliche WarmluftheizgerĂ€te fĂŒr eine gleichmĂ€ĂŸige, behagliche Temperatur.
Die Multifunktionsbildschirme versorgen den Fahrgast mit allen erforderlichen Informationen ĂŒber den Linienverlauf. Zum Schutz unserer FahrgĂ€ste und des Fahrpersonals erhĂ€lt das Fahrzeug eine Videoanlage. Außerdem befinden sich in jedem Fahrzeug zwei Fahrkartenverkaufsautomaten der neuen Generation, die auch Geldscheine und EC-Karten akzeptiert.

Wagenaufbau
Die tragenden Teile der Wagenkastenmodule bestehen aus unterschiedlichen Materialien. Eingesetzt werden Stahlprofile im Bereich der hochbelasteten LĂ€ngstrĂ€ger, Aluminiumprofile und Aluminiumbleche fĂŒr QuertrĂ€ger, Böden, TĂŒrschwellen, Decken und SeitenwĂ€nde sowie Verbundelemente aus Fiberglas und Phenolharzen mit thermoplastischen Schaumstoffkernen fĂŒr die Innenraumausstattung.
Die Untergestelle der einzelnen Module sind ĂŒber Kugelgelenkverbindungen gekoppelt, im Dachbereich sorgen je eine starre und eine flexible Gelenkverbindung fĂŒr die sichere KraftĂŒbertragung.
Das Fahrzeug wird ein Leergewicht von 53 t aufweisen.

Außendesign
Der Urbos 100 verfĂŒgt ĂŒber ein zeitgemĂ€ĂŸes Außendesign ohne dabei aufdringlich zu wirken. Abgerundete Formen ohne ĂŒberstehende Anbauteile verbessern die Fahrdynamik und vermindern die FahrgerĂ€usche. Die bisher immer sehr auffĂ€lligen, großen Außenspiegel werden durch Kamerasysteme ersetzt, die dem Fahrer eine gute Sicht ĂŒber die gesamte LĂ€ngsseite ermöglichen.
In der Grundversion werden die Fahrzeuge in den Freiburger Farben Weiß, Rot und Schwarz ausgeliefert. Die Fahrzeuge können auch problemlos wie bisher mittels Klebefolien als bunte WerbetrĂ€ger genutzt werden.

Die Firma CAF
CAF ist ein spanischer Hersteller von Schienenfahrzeugen mit Sitz in Beasain im Baskenland. Das Unternehmen ging hervor aus einer EisenhĂŒtte, wurde 1917 als Fabrik zur Herstellung von Waggons neu gegrĂŒndet und besteht in seiner jetzigen Form seit 1971. Das Produktportfolio reicht vom Hochgeschwindigkeitszug ĂŒber U-Bahnen und S-Bahnen bis zu den Straßenbahnen. CAF ist international tĂ€tig und hat z.B. auch schon U-Bahnen nach Washington D.C. geliefert. Straßenbahnen der Firma CAF verkehren derzeit vor allem in Spanien, Frankreich, Großbritannien und der TĂŒrkei. Im letzten Jahr konnte die Fa. CAF unter anderem Straßenbahnen nach Schweden, Estland, Brasilien, Taiwan, USA, Ungarn und Australien verkaufen. In Bezug auf die verkauften Straßenbahnfahrzeuge nimmt CAF derzeit in Europa den 2. Platz ein. Die Lieferung der neuen Straßenbahnen fĂŒr Freiburg ist der erste Auftrag fĂŒr CAF in Deutschland.
 
 

GrĂŒner Gockel im SĂŒdwesten gestartet
Pfarrerin A. BĂŒchelin und der GrĂŒne Gockel alias K.Stemmer / Foto: G. Hammer
 
GrĂŒner Gockel im SĂŒdwesten gestartet
Auftaktgottesdienst im Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindezentrum

Das kirchliche Umweltzertifikat "GrĂŒner Gockel" soll in der Pfarrgemeinde SĂŒdwest eingefĂŒhrt werden. Mit einem Gottesdienst im Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindezentrum in Weingarten wurde am Sonntagnachmittag (15. MĂ€rz) das Startsignal gegeben. Der ehrgeizige Plan ist, dass in der SĂŒdwestpfarrei in allen fĂŒnf Predigtbezirken zwischen Rieselfeld und Merzhausen (Maria-Magdalena, Dietrich-Bonhoeffer, Melanchthon, Lukas und Johannes) der GrĂŒne Gockel krĂ€hen soll. Dazu wird der europĂ€ische Öko-Audit-Verfahren EMAS in seiner kirchlichen Variante verwendet.

Ein Umweltteam mit Mitgliedern aus den Predigtbezirken organisiert das Verfahren und fĂŒhrt es durch. Um das Zertifikat zu bekommen, muss zunĂ€chst ein Maßnahmenprogramm verabschiedet werden, erlĂ€uterte der Umweltbeauftragte der Landeskirche, AndrĂ© Witthöft-MĂŒhlmann. Jetzt schon werden ĂŒberall in den GebĂ€uden die Verbrauchsdaten regelmĂ€ĂŸig erhoben, dies sei eine gute Grundlage. Die Landeskirche stelle modernste MessgerĂ€te und Bewertungsmethoden zur VerfĂŒgung und gebe finanzielle UnterstĂŒtzung. Die kirchliche Umweltmanagment-Kampagne soll den Energiebedarf reduzieren und den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) deutlich verringern.

In Anwesenheit von den StadtrĂ€ten Berthold Bock, Karin Seebacher und Walter Krögner, dem landeskirchlichen Umweltbeauftragten AndrĂ© Witthöft-MĂŒhlmann , dem Leiter des Agenda21-BĂŒros Dietrich Limberger , sowie der Leiterin des stĂ€dtischen Nachhaltigkeitsmanagements Simone Pflaum freute sich Pfarrerin Angelika BĂŒchelin gemeinsam mit Stadtdekan Markus Engelhardt ĂŒber den gelungenen Auftakt. Auch der "GrĂŒne Gockel" war persönlich erschienen: Knuth Stemmer aus Hochdorf zog sein GockelkostĂŒm an und sorgte fĂŒr einen heiter-nachdenklichen Auftritt. „Der Hahn kikerikit immer wieder Weckrufe“, sagt der GrĂŒne Gockel, alias Knuth Stemmer neben der Kanzel stehend. Er verwies auf die biblische Geschichte von Petrus, der Jesus verleugnete ehe der Hahn drei Mal krĂ€hte. „Leute passt auf! Von euch wird etwas erwartet“, rief der GrĂŒne Gockel. Gemeinsam mit der Gemeinde wurde das „GrĂŒne Gockel“-Lied gesungen, nach der Melodie „Mein kleiner grĂŒner Kaktus“.

Im Rahmen des Gottesdienstes wurde auch der Pfarrer im Probedienst Sam Il Lee gottesdienstlich eingefĂŒhrt und gesegnet. Der aus SĂŒdkorea stammende Lee ist im Ruhrgebiet groß geworden und ĂŒbernimmt vor allem in er Lukaskirche (St. Georgen) Vertretungsdienste.
Beim anschließenden PodiumsgesprĂ€ch begrĂŒĂŸte Stadtdekan Markus Engelhardt sehr, dass das Umweltmanagement innerhalb der Stadtkirche weiter zunimmt. Seit einiger Zeit gibt es eine Mitarbeiterin fĂŒr Energiemanagement. Im vergangenen Jahr war in Hochdorf das erste GrĂŒne-Gockel-Zertifikat vergeben worden. Innerhalb der Landeskirche tragen bereits mehr als 120 Gemeinden das Siegel.
 
 

 
Manager fĂŒr die Energiewende im Quartier
Fortbildung fĂŒr Quartiersmanager trĂ€gt erste FrĂŒchte
Zweite Runde ab dem 17. April

Freiburg, 13.03.2015: Die Energiewende muss auf Quartiersebene umgesetzt werden. Daher bewilligt die Kreditanstalt fĂŒr Wiederaufbau (KfW) seit drei Jahren Mittel fĂŒr die Erstellung energetischer Quartierskonzepte. Zu deren Umsetzung gibt es Fördermittel fĂŒr die Einstellung qualifizierter Sanierungsmanager. Neun TeilnehmerInnen haben sich 2014 das nötige Know-how in der berufsbegleitenden Fortbildung von fesa e.V. und dem Institut fĂŒr Fortbildung und Projektmanagement (ifpro) angeeignet. Als kommunale KĂŒmmerer im Quartier, Mitarbeiter von Klimaschutzagenturen und Energieversorgern nutzen sie ihr Wissen fĂŒr die Energiewende vor Ort. Ab dem 17. April 2015 bieten fesa und ifpro die erfolgreiche Fortbildung nun zum zweiten Mal gemeinsam an.

Klimaschutzmanager Florian Heiselbetz von der Klimaschutz-Agentur im Landkreis Reutlingen hat die Fortbildung zum Quartiersmanager im letzten Jahr absolviert und gerade sein erstes Quartierskonzept fĂŒr den Landkreis Reutlingen erstellt. "Wir sind auf dem besten Weg in Richtung Umsetzungsphase, in der ich als Sanierungsmanager unterstĂŒtzen werde", bekrĂ€ftigt Heiselbetz. "Gerade auch unser gemeinsamer Kurs hat viel dazu beigetragen, solche Projekte zu managen und die Handlungsnotwendigkeiten aufzuzeigen. Im TagesgeschĂ€ft unseres Unternehmens bilden Quartierskonzepte bereits jetzt ein starkes Standbein. FĂŒr das neue Jahr konnten nach einem Pilot-Konzept bereits nachfolgenden Quartiere akquiriert werden, in denen mein Team und ich die energetische Sanierung initiieren und betreuen dĂŒrfen. Ein toller Erfolg fĂŒr mich und ein Riesengewinn fĂŒr unsere Region sowie fĂŒr den Klimaschutz.“

Praxisnahes Wissen fĂŒr Stadtteile und Gemeinden
In fĂŒnf Modulen ĂĄ zwei Tagen vermittelt die Fortbildung praxisnahes Wissen fĂŒr die Umsetzung energetischer Maßnahmen in Stadtteilen und Gemeinden. FĂŒr eine erfolgreiche Umsetzung von Klimaschutzkonzepten ist es dabei wichtig, die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger frĂŒhzeitig einzubeziehen. Der Sanierungsmanager oder die Sanierungsmanagerin ist die Schnittstelle zwischen Verwaltung und Bevölkerung. Neben einer umfassenden EinfĂŒhrung in Instrumente und Planung Energetischer Stadtsanierung stehen daher von Anfang an BĂŒrgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit auf dem Stundenplan. Prozess- und Projektmanagement, Monitoring, Evaluation und Finanzierung sind ebenso Bestandteile der berufsbegleitenden Weiterbildung. Parallel zum Kurs erarbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein eigenes Übungsprojekt – idealerweise aus ihrem kommunalen Alltag. "Meine kursbegleitende Projektarbeit konnte ich direkt in meiner Kommune umsetzen", sagt Thomas Kölschbach, Stadtbauamtsleiter aus Meßkirch. "Sehr spannend war es, das Konzept der stĂ€dtischen Quartiere auf den strukturschwachen lĂ€ndlichen Raum zu ĂŒbertragen - eine Dorfentwicklung auf dem energetischen Sektor."

Fortbildung abgestimmt auf die Anforderungen der Kreditanstalt fĂŒr Wiederaufbau (KfW)
Bundesweit hat das KfW-Programm „Energetische Stadtsanierung“ bei den Kommunen große Resonanz gefunden. Schon weit ĂŒber 300 Quartierskonzepte wurden bewilligt. Viele StĂ€dte und Gemeinden auch in Baden-WĂŒrttemberg sind auf der Suche nach qualifiziertem Personal oder haben bereits Sanierungsmanager eingestellt. Die vom fesa e.V. und ifpro geschaffene Fortbildung ist die erste dieser Art deutschlandweit, welche gezielt abgestimmt auf die hohen KfW-Anforderungen die benötigten Kompetenzen fĂŒr das neue Berufsbild „Sanierungsmanager“ entwickelt. „Erfahrene und sympathische Referenten sowie eine kleine Gruppe bieten viel Wissenstransfer rund um das Thema erneuerbare Energien und Klimaschutz“, sagt David Schwering von den ElektrizitĂ€tswerken Schönau. „Anhand umgesetzter Projekte im Bereich WĂ€rmenetze im Quartier half mir insbesondere die Erfahrung der Referenten, HĂŒrden einer erfolgreichen Umsetzung aufzuzeigen.“

FĂŒnf Unterrichtsblöcke und kursbegleitende Praxisarbeit
Die Fortbildung richtet sich sowohl an Kommunen, die ihr eigenes Personal fĂŒr die neue Aufgabe qualifizieren möchten, als auch an Hochschulabsolventen, Energieberater, Architekten oder Bauingenieure und andere motivierte Menschen, die sich gezielt in Bereich energetische Stadtsanierung und Quartiersmanagement weiterbilden möchten. Die fĂŒnf Unterrichtsblöcke finden jeweils freitags und samstags zwischen dem 17. April und dem 4. Juli 2015 in Freiburg statt und umfassen insgesamt 80 Unterrichtseinheiten PrĂ€senzzeit. FĂŒr die kursbegleitende Praxisarbeit sind weitere 20 Unterrichtseinheiten angesetzt. Die Kosten betragen 1.890 Euro. Wie beim Kurs „Kommunales Energie- und Klimaschutzmanagement“ werden die Kursinhalte von erfahrenen Praktikern aus der Region vermittelt.

Die einzelnen Kurstermine und die detaillierten Inhalte sind auf www.energieautonome-kommunen.de/weiterbildung zu finden.
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NABU und Land Schleswig-Holstein erweitern Initiative gegen MeeresmĂŒll
BĂŒsum und Eidersperrwerk beteiligen sich an dem Projekt „Fishing for Litter“

In vier HĂ€fen können Schleswig-Holsteins Fischer mittlerweile als „Beifang“ gefischten MĂŒll kostenlos entsorgen. Seit dem heutigen Freitag haben der NABU und das Land Schleswig-Holstein ihre Initiative gegen MeeresmĂŒll auf die WestkĂŒste erweitert. Die HĂ€fen BĂŒsum und Eidersperrwerk gehören ab sofort zum „Fishing for Litter“-Projekt, das vom NABU gemeinsam mit schleswig-holsteinischen Fischern 2011 ins Leben gerufen wurde.

Der Ausbau einer Logistik zur Abfallentsorgung gefischter AbfĂ€lle an der Nordsee wird damit von Ostfriesland bis an die Eider erweitert. An der gesamten Nord- und OstseekĂŒste beteiligen sich nun mehr als 120 Fischer an dem Projekt. Seit August 2014 kooperieren das MELUR und der NABU mit den Fischern im Land zwischen den Meeren, um das Problem „MĂŒll im Meer“ zu bekĂ€mpfen. Das MELUR unterstĂŒtzt das Projekt dabei mit derzeit rund 26.500 Euro.

„Fishing for Litter“ bietet Fischern die Möglichkeit, den aufgefischten MĂŒll in den HĂ€fen kostenfrei und fachgerecht in dafĂŒr vorgesehenen Containern zu entsorgen. Die gefischten AbfĂ€lle werden spĂ€ter sortiert und auf ihre Zusammensetzung und Wiederverwertbarkeit hin untersucht. Die Ergebnisse dienen auch der Entwicklung effektiver Strategien zur MĂŒllvermeidung, wie es die 2008 verabschiedete EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie vorsieht.

In den Jahren 2013 und 2014 wurden auf diese Weise durch die Kleine KĂŒstenfischerei in Niedersachsen rund fĂŒnf Tonnen MeeresmĂŒll aus der Nordsee geholt. Diese Menge soll jetzt mit UnterstĂŒtzung der Fischer in BĂŒsum und am Eidersperrwerk weiter wachsen.

„‚Fishing for Litter‘ ist dann besonders effektiv, wenn eine flĂ€chendeckende Infrastruktur in den FischereihĂ€fen einer Region besteht. Wir freuen uns, dass wir den Ausbau an der Nordsee stetig voranbringen können. Auf diese Weise werden die großen Plastikteile von den Fischern herausgeholt, bevor sie zu noch problematischerem Mikroplastik zerfallen, da kommt dann niemand mehr heran“, sagt NABU-Meeresexperte Nils Möllmann.

„Es ist ein gutes Signal, dass das Projekt in Schleswig-Holstein vorankommt. Initiativen wie ‚Fishing for Litter‘ oder Sammelaktionen an StrĂ€nden und FlĂŒssen sind ein sehr guter Ansatz um auf das Problem ‚MĂŒll im Meer‘ aufmerksam zu machen. Die negativen Folgen fĂŒr die Umwelt und auch fĂŒr uns Menschen können aber nur verhindert werden, wenn an der Quelle des MĂŒlls, bei der Plastikproduktion, angesetzt wird. Letztlich erfordert es ein Umdenken – wir mĂŒssen aus unserem Plastikalltag raus“, so Umweltminister Dr. Robert Habeck.

Der MĂŒll in den Meeren, der bis zu 75 Prozent aus Kunststoffen besteht, stellt eine Gefahr fĂŒr Natur und Umwelt dar. Die ökologischen, Ă€sthetischen und wirtschaftlichen Folgen sind dramatisch. Viele Tiere verfangen sich in Netzen oder Seilresten, fressen Plastik, das den Verdauungstrakt verstopft, und verenden qualvoll. Der MĂŒll stellt aber auch ein Gesundheitsrisiko fĂŒr uns Menschen dar, denn Plastik reichert Schadstoffe an und kann ĂŒber Fische und andere MeeresfrĂŒchte letzten Endes auf unseren eigenen Tellern landen.
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Mehr Planungssicherheit fĂŒr Windkraftanlagen in der NĂ€he von Vogelvorkommen
Neues Papier zu Abstandregelungen kann Konflikte lösen

Der NABU begrĂŒĂŸt, dass Windkraftprojekte in der NĂ€he von sensiblen Vogelvorkommen ab sofort verlĂ€sslicher geplant werden können. In der vergangenen Woche bestĂ€tigte dazu die LĂ€nderarbeitsgemeinschaft Naturschutz (LANA) das sogenannte „Neue HelgolĂ€nder Papier“, das den aktuellen Fachstandard fĂŒr den empfohlenen Mindestabstand zwischen Windkraftanlagen und sensiblen Vogelvorkommen darstellt. Diese Empfehlungen waren bereits vor zwei Jahren von der LĂ€nderarbeitsgemeinschaft der staatlichen Vogelschutzwarten erarbeitet und seither diskutiert worden.

„Mit diesem Papier bekommen sowohl die Politik als auch Windkraftplaner und NaturschĂŒtzer eine auch vor Gericht belastbare Grundlage fĂŒr die Interpretation der Artenschutzvorschriften in unseren Gesetzen. Damit kann der Konflikt zwischen Windkraft und Vogelschutz gelöst werden, um eine naturvertrĂ€gliche Energiewende zu erreichen“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Das Dokument spiegelt den neuesten Stand der Forschung zur GefĂ€hrdung von Vögeln durch Windkraftanlagen wider und stellt damit auch die fachliche Messlatte fĂŒr die GenehmigungsfĂ€higkeit von Windkraftplanungen dar. Der NABU zeigt sich daher erfreut, dass das Papier nach Jahren der Diskussion endlich von den Naturschutz-Fachabteilungen der LĂ€nder akzeptiert wurde. „Von uns im Vorfeld befĂŒrchtete politisch motivierte Änderungen oder ein Publikationsverbot fĂŒr dieses in der Fachwelt bereits weithin bekannte Papier sind nun aus der Welt“, erklĂ€rte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Das ursprĂŒngliche „HelgolĂ€nder Papier“ war bereits 2007 durch die Landesarbeitsgemeinschaft der staatlichen Vogelschutzwarten veröffentlicht worden. Seine GĂŒltigkeit als fachliche Messlatte wurde seither von Gerichten vielfach bestĂ€tigt. Das aktuelle Papier ist eine aufgrund neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse aktualisierte Version der Abstandsempfehlungen. Sie enthĂ€lt bei vielen Arten eine fachlich gut begrĂŒndete Reduzierung der Abstandsempfehlung, beim Rotmilan hingegen einen vergrĂ¶ĂŸerten Mindestabstand von 1.000 auf aktuell 1.500 Meter.

Der NABU fordert beim Ausbau der erneuerbaren Energien die strikte Einhaltung des geltenden Umweltrechts und appelliert dabei an alle EntscheidungstrĂ€ger und Investoren, den Klimaschutz nicht auf Kosten von Arten und LebensrĂ€umen voranzutreiben. Der NABU befĂŒrwortet den naturvertrĂ€glichen Ausbau der Windkraft sowohl an Land als auch auf dem Meer, weist jedoch auf gravierende VersĂ€umnisse bei der Standortwahl und Umsetzung einzelner Projekte hin. Trotz aller Bekenntnisse der Branche ist wiederholt festzustellen, dass Naturschutzbelange nicht in ausreichendem Maße berĂŒcksichtigt und auch höchst kritische Projekte realisiert werden.
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NABU-Umfrage: Große Mehrheit der Deutschen will mehr Naturschutz im Jagdrecht
Jagdgesetze mĂŒssen ökologischer werden

Vor dem Hintergrund der Novellierungen der Jagdgesetze in Nordrhein-Westfalen und Baden-WĂŒrttemberg hat der NABU eine reprĂ€sentative Bevölkerungsumfrage beim Meinungsforschungsinstitut forsa in Auftrag gegeben. Die klare Mehrheit (84 Prozent) der 1.000 Befragten hĂ€lt es fĂŒr sehr wichtig oder wichtig, dass die Aspekte des Natur- und Tierschutzes durch die Jagdgesetze gestĂ€rkt werden. „Wir fordern die Politik auf, die Jagdgesetze konsequent zu ökologisieren – auch wenn viele JagdverbĂ€nde mit Gesetzen aus dem letzten Jahrhundert lieber weiter in der Vergangenheit leben wollen“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Baden-WĂŒrttemberg fahre die JĂ€gerschaft schwere GeschĂŒtze gegen zaghafte ökologische Verbesserungen der Jagdgesetze auf. So beharren die JagdverbĂ€nde weiterhin darauf, Tiere mit Fallen töten zu dĂŒrfen und streng geschĂŒtzte und bedrohte Tierarten wie Krick- oder Tafelente zu bejagen. „Wollen JĂ€gerinnen und JĂ€ger gesellschaftsfĂ€hig bleiben, mĂŒssen sie sich den sozialen und ökologischen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte öffnen. So könnte der Wolf zum Lackmus-Test werden: Der Umgang mit dem RĂŒckkehrer wird zeigen, ob die JĂ€gerschaft in der Gegenwart ankommt oder weiter Positionen aus der MĂ€rchenzeit aufrecht erhalten will“, sagte Miller.

Der NABU hatte erst vor Kurzem die UmweltvertrĂ€glichkeit des deutschen Jagdrechts ĂŒberprĂŒft und festgestellt, dass dieses den Anforderungen des Tier- und Naturschutzes nicht einmal mehr ansatzweise genĂŒgt. „Die EntwĂŒrfe der Jagdgesetze aus Nordrhein-Westfalen und Baden-WĂŒrttemberg waren die einzigen, die ein StĂŒck weit in die Zukunft wiesen“, erklĂ€rte der NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer.

Er kritisierte scharf, dass sich die grĂŒn-rote Landesregierung in Baden-WĂŒrttemberg dem Druck der JĂ€ger beugen und stark gefĂ€hrdete oder vom Aussterben bedrohte Entenarten möglicherweise zur Jagd freigeben möchte. In der DurchfĂŒhrungsverordnung zum neuen Jagd- und Wildtiermanagementgesetz war dies in den ersten EntwĂŒrfen nicht vorgesehen. „Die Umfrage des NABU zeigt klar, wohin die Richtung gehen muss: Die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger wollen mehr Natur- und Tierschutz im Jagdrecht – und kein Einknicken der Politiker vor anachronistischen Forderungen der JĂ€gerschaft“, so Miller.

An die JagdverbĂ€nde richtete der NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer ein konkretes Angebot: „Angesichts der massiven Herausforderungen – die biologische Vielfalt geht immer dramatischer zurĂŒck im Wald und vor allem auf Feldern – sollte die organisierte JĂ€gerschaft ihrem eigenen Anspruch gerecht werden: Zeigen Sie den NaturschĂŒtzern nicht die Faust, sondern verhalten Sie sich wie ein anerkannter Naturschutzverband. Wir reichen Ihnen die Hand, um mit uns gemeinsam gegen die BestandsrĂŒckgange bei bedrohten Arten vorzugehen und ihre LebensrĂ€ume zu entwickeln. Auf lokaler Ebene funktioniert eine solche Zusammenarbeit schon sehr gut – jetzt muss nur noch die gesamte JĂ€gerschaft nachziehen. Die Gesellschaft erwartet von den JagdverbĂ€nden, dass sie aus den verstaubten Jagdzimmern ins 21. Jahrhundert treten und sich fĂŒr den Naturschutz einsetzen.“
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NABU-Gutachten zeigt Nachbesserungsbedarf beim Fracking-Gesetz
Expertenkommission darf nicht ĂŒber kommerzielles Fracking entscheiden

Im Auftrag des NABU wurde von der Berliner Rechtskanzlei Gaßner, Groth, Siederer und Coll. ein Kurzgutachten zum Regelungspaket Fracking erstellt. Darin wird unter anderem die Rolle der von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission untersucht. Nach den vorliegenden EntwĂŒrfen der Bundesregierung kann das fĂŒr die kommerzielle Gewinnung vorgesehene Verbot von Fracking in Schiefer- und KohleflözgaslagerstĂ€tten oberhalb von 3.000 Metern durch das Votum einer Expertenkommission ĂŒberwunden werden. Das lehnt der NABU ab und appellierte vor diesem Hintergrund an die Bundestagsabgeordneten, diesem Entwurf nicht zuzustimmen.

„Es kann nicht sein, dass eine demokratisch nicht legitimierte Expertenkommission ĂŒber die ZulĂ€ssigkeit von kommerziellen Fracking-Vorhaben entscheidet“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. Laut des Gutachtens dĂŒrfen kommerzielle Vorhaben nicht zugelassen werden, solange deren Unbedenklichkeit nicht durch demokratisch legitimierte Organe unter Anhörung der beteiligten Kreise und der Öffentlichkeit auf Grundlage ausreichender Untersuchungen bewertet und die dabei einzuhaltenden Standards festgelegt worden sind. „Die Abgeordneten mĂŒssen in ihren Wahlkreisen Rede und Antwort stehen. Es geht hier um schwerwiegende Eingriffe in die Landschaft mit ungewissen Folgen fĂŒr Mensch, Natur und Grundwasser. Diese Entscheidung allein einer Expertenkommission zu ĂŒberlassen, ist nicht transparent und fördert die Verunsicherung bei den Menschen in den betroffenen Regionen“, so Tschimpke.

Mit dem von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzespaket wird die grundlegende Forderung des NABU nach einem Fracking-Verbot zur Gewinnung von Erdgas und Erdöl nicht erfĂŒllt. Auch eine Mindesttiefe oder ein Mindestabstand zwischen Grundwasser und erzeugten Rissen ist nicht vorgesehen, Erprobungsmaßnahmen sind uneingeschrĂ€nkt zulĂ€ssig und das vorgesehene Verbot von kommerziellem Fracking in Schiefer- und KohleflözgaslagerstĂ€tten oberhalb von 3.000 Metern kann durch das Votum einer Expertenkommission ĂŒberwunden werden.

Aus Sicht des NABU sind schon Erprobungsmaßnahmen nicht zielfĂŒhrend, weil die Erkenntnisse aufgrund der unterschiedlichen Beschaffenheit des Untergrundes nicht von einem auf andere Bohrstandorte ĂŒbertragbar sind. Besonders kritisch bewertet der NABU, dass die Expertenkommission eine bestimmte geologische Formation als grundsĂ€tzlich unbedenklich einstufen kann. In dieser Formation können dann kommerzielle Vorhaben in beliebiger Zahl und GrĂ¶ĂŸe zugelassen werden. Erdöl- und Erdgasunternehmen werden durch Erprobungsmaßnahmen Felder fĂŒr sich reservieren in der Hoffnung, dass die jeweilige geologische Formation ohne besondere eigene wissenschaftliche Untersuchungen von der Expertenkommission als grundsĂ€tzlich unbedenklich eingestuft wird.
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