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Dienstag, 24. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
NABU-Studie: Plastikflut in Deutschland wird bis 2030 erheblich anwachsen
Nur durch massive Eingriffe kann Trend zu immer mehr Plastik gestoppt werden

In den vergangenen 60 Jahren ist die weltweite Herstellung von Kunststoffen um das 169-fache auf 288 Millionen Tonnen pro Jahr angestiegen. Der Trend zu immer mehr Plastik wird sich in den kommenden Jahren auch in Deutschland fortsetzen. Damit steigen nicht nur der Verbrauch von Erdöl und die damit verbundene Freisetzung von Klimagasen, sondern es ist auch mit einem höheren Eintrag von Kunststoffen in die Natur zu rechnen. Hier sind alarmierende SchĂ€den an den Ökosystemen zu erwarten. Bereits 2015 werden nach aktuellen ExpertenschĂ€tzungen wohl 9,1 Millionen Tonnen PlastikmĂŒll pro Jahr weltweit in die Meere gelangen, welche die MĂ€gen von Vögeln und SĂ€ugern verstopfen und die als schadstoffhaltiges Mikroplastik auch den Weg in unsere Nahrungskette finden können.

Dass dieser Trend gestoppt werden kann, zeigt eine jetzt vorgelegte Studie des Wuppertal Instituts fĂŒr Klima, Umwelt, Energie im Auftrag des NABU. Die Autoren zeigen, dass durch ein engagiertes Vorgehen von Politik, Wirtschaft und Verbrauchern unser tĂ€glicher Hunger nach Plastik stark gesenkt werden könnte. So mĂŒssten Produktionsprozesse verbessert und mehr recyceltes Plastik genutzt werden, und gerade im Bereich der Verpackungen oder der ElektrogerĂ€te kann durch neue Konsummodelle von Handel und Verbrauchern wie beispielsweise dem unverpackten Einkaufen und „Nutzen statt Besitzen“ – und so genannten ReUse-Modellen der Einsatz von Kunststoffen reduziert werden. In der Studie wird aber auch deutlich, dass eine reale Reduktion der Kunststoffeinsatzmengen nur durch massive Eingriffe vom Gesetzgeber erreichbar wĂ€re. Durch ein ambitioniertes Handeln aller gesellschaftlichen und staatlichen Akteure wĂ€re ein Szenario vorstellbar, in dem wir in 2030 80 Prozent weniger Kunststoffe einsetzen als fĂŒr dieses Jahr prognostiziert.

„Die Studie zeigt, dass niedrige Preise fĂŒr Erdöl und immer mehr Anwendungsgebiete die Nachfrage nach Kunststoffen steigern werden, so dass der Markt aus rein ökonomischen GrĂŒnden nicht auf Plastik verzichten wird“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. „Hier muss der Staat seine Verantwortung wahrnehmen und gegensteuern, indem er den Ressourcenverbrauch besteuert und Vorgaben zum Ökodesign von Kunststoffprodukten macht, aber auch, indem er selbst durch eine kunststoffarme öffentliche Beschaffung zur Verringerung beitrĂ€gt und Branchenprozesse fĂŒr Vermeidungslösungen anstĂ¶ĂŸt.“

Zwar stellen Kunststoffe in einigen FĂ€llen die bessere Alternative zu ressourcenintensiven Materialien wie Beton oder Metallen dar. Allerdings muss die fĂŒr die Anwendung passende Kunststoffsorte gewĂ€hlt und auch im Vorhinein geklĂ€rt werden, ob die Anwendung fĂŒr den gewĂŒnschten Nutzen ĂŒberhaupt notwendig ist. Deswegen stellt die Studie zahlreiche Beispiele aus der Wirtschaft und im Konsumentenbereich vor, bei denen auf den Kunststoffeinsatz komplett verzichtet oder dieser wesentlich reduziert werden kann. Die Nutzung von Mehrwegtragetaschen oder das Anbieten von Produkten ohne Verpackungen sind hier einfache, aber sehr wirkungsvolle Beispiele. FĂŒr die allermeisten der in der Studie dargestellten Optionen zur Kunststoffvermeidung im Bereich von Produktion und Handel sind allerdings staatliche Vorgaben notwendig.

„Deutschland wird auch in den nĂ€chsten fĂŒnfzehn Jahren nicht plastikfrei werden. Aber es ist zumindest möglich, die Plastikflut einzudĂ€mmen. Der Weg zu weniger Kunststoffverbrauch fĂŒhrt ĂŒber gesetzliche Regelungen, die Ressourcenverschwendung ĂŒber Sonderabgaben unrentabel machen, ein Umdenken in der Wirtschaft zu nachhaltigen Produktionen sowie ĂŒber den Druck der Verbraucher, die ĂŒber bewusste Kaufentscheidungen den Handel zu weniger Einsatz von Kunststoffverpackungen bewegen,“ so NABU-Leiter Ressourcenpolitik Dr. Benjamin Bongardt. Wer in Deutschland kunststoffsparend, ressourceneffizient und nachhaltig arbeiten möchte, dĂŒrfe sich einer Politik nicht verschließen, die auf ordnungsrechtliche Regelungen, ökonomische Instrumente sowie auf Information und Effizienzförderung setzt.
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Freiburg: WildkrĂ€uterfĂŒhrung + FledermausfĂŒhrung
am Freiburger Schlossberg, Sonntag, 3. Mai, am Deutschen NaturErlebnisTag
Der Natur auf der Spur: Bundesweiter NaturErlebnisTag setzt Zeichen
Der Zukunftleben e.V. ist mit dabei!

Freiburg. „ Nur wer Natur kennt, kann Umwelt schĂŒtzen“. Unter diesem Motto findet am 3. Mai 2015 ĂŒberall in Deutschland bereits zum neunten Mal der NaturErlebnisTag statt. Auch der Zukunftleben e.V. ist mit dabei. Am Sonntag, 3. Mai, können Erlebnishungrige die ganze Vielfalt der Natur bei einer WildkrĂ€uterfĂŒhrung und einer FledermausfĂŒhrung kennenlernen. „Es macht einfach Spaß, Leute in die Natur hinauszufĂŒhren. Und es ist ein tolles GefĂŒhl, mit unserer Aktion Teil einer bundesweiten Initiative zu sein, die mithilft, dass Menschen wieder ihre natĂŒrlichen Lebensgrundlagen entdecken.“, so Eva Georg, NaturpĂ€dagogin beim Zukunftleben e.V. im Vorfeld der Aktion.

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WildkrĂ€uterfĂŒhrung

Essbare WildkrĂ€uter sind besonders jetzt im FrĂŒhling ein gesunder und schmackhafter Genuss. Was oftmals als „Unkraut“ abgetan wird, sind eigentlich besonders hochwertige Lebensmittel - ob als Salatzutat, zu Pesto verarbeitet oder im grĂŒnen Smoothie. Zur WildkrĂ€uterfĂŒhrung eingeladen sind alle, die entdecken und erschmecken möchten, welche essbaren SchĂ€tze die Natur in Wald und Wiese bietet - und bei welchen Giftpflanzen Vorsicht geboten ist.

Termin: So, 3. Mai, 15:30 Uhr – 18 Uhr
Treffpunkt: Am Fuß der FußgĂ€ngerbrĂŒcke beim Schwabentor, Oberlinden Freiburg
Kosten: auf Spendenbasis; Richtwert 10 Euro/Person
Anmeldung: nicht erforderlich
Bitte mitbringen: SammeltĂŒte, Messer oder Schere, feste Schuhe
Leitung: Eva Georg, Biologin & NaturpÀdagogin beim Zukunftleben e.V. Freiburg

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FledermausfĂŒhrung

FledermÀuse sind faszinierende NachtjÀger. Bei Sonnenuntergang beobachten wir sie nicht nur, sondern hören ihre stummen Rufe auch mit Hilfe eines Ultraschalldetektors. Kinder wie Erwachsene sind zu diesem besonderen Erlebnis eingeladen. Sie erfahren dabei allerlei Spannendes und Wissenswertes rund um das Leben der FledermÀuse und die hÀufigsten heimischen Arten.

Termin: So, 3. Mai, 20:30 Uhr – 21:45 Uhr
Treffpunkt: Am Fuß der FußgĂ€ngerbrĂŒcke beim Schwabentor, Oberlinden Freiburg
Kosten: auf Spendenbasis
Anmeldung: nicht erforderlich
Bitte mitbringen: Taschenlampe
Leitung: Eva Georg, Biologin & NaturpÀdagogin beim Zukunftleben e.V. Freiburg

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„Ziel des NaturErlebnisTages ist es, den Leuten ohne erhobenen Zeigefinger die ganze Faszination der Natur ebenso zu vermitteln, wie ZusammenhĂ€nge in der Landschaft“, erklĂ€rt Claus-Peter Hutter von der baden-wĂŒrttembergischen Umweltakademie, welche im Zusammenwirken mit den Umweltakademien der anderen LĂ€nder und weiteren Partnern den NaturErlebnisTag ins Leben gerufen hat.
Hutter begrĂŒĂŸt die große Bereitschaft zahlreicher ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer bei Wandervereinen, Natur- und UmweltverbĂ€nden, Heimatorganisationen, Naturparks, Naturschutzzentren, Freilichtmuseen und vielen anderen Institutionen am bundesweiten NaturErlebnisTag mitzumachen und damit einen wichtigen Beitrag fĂŒr eine stĂ€rkere Sensibilisierung in Sachen Natur und Landschaft zu leisten. Der NaturErlebnisTag ist, nach Mitteilung der Umweltakademie, auch ein Beitrag gegen die immer grĂ¶ĂŸer werdende Wissenserosion in Sachen Natur und Umwelt.

An rund 1.300 Orten bundesweit besteht fĂŒr Familien und auch alle anderen Interessenten die Möglichkeit, die ganze Faszination der Natur kennenzulernen, den Geheimnissen der Tiere und Pflanzen in Wald und Flur auf die Spur zu kommen oder auch ökologische ZusammenhĂ€nge nĂ€her zu ergrĂŒnden. Denn ĂŒberall stehen fachkundige GesprĂ€chspartner und viele freiwillige Helfer zur VerfĂŒgung, die ganz ohne erhobenen Zeigefinger ihre GĂ€ste bei den jeweiligen Events mit dem Thema Natur, Landschaft, Umwelt und Nachhaltigkeit vertraut machen.

Das gesamte Programm fĂŒr Baden-WĂŒrttemberg fĂŒr den NaturErlebnisTag am 3. Mai 2015 ist im Internet unter http://bw.deutscher-naturerlebnistag.de abrufbar.
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OB Salomon nahm an ICLEI-Weltkongress in Korea teil
Seouls BĂŒrgermeister Won-soon Park (r) und Dieter Salomon / Foto: GĂŒnter Burger
 
OB Salomon nahm an ICLEI-Weltkongress in Korea teil
„Memorandum of Understanding“ zur Zusammenarbeit und zum Erfahrungsaustausch ĂŒber Umweltschutz und Nachhaltigkeit zwischen Seoul und Freiburg unterzeichnet

Seouls BĂŒrgermeister Won-soon Park nennt Freiburg „Umwelthauptstadt Nummer 1 in der Welt“

Der im dreijĂ€hrigen Turnus stattfindende Weltkongress des StĂ€dtenetzwerks ICLEI (Local Governments for Sustainability) war der Ă€ußere Anlass fĂŒr eine fĂŒnftĂ€gige Reise von OberbĂŒrgermeister Dieter Salomon nach SĂŒdkorea. In der vergangenen Woche vertrat Salomon die ICLEI-Mitgliedsstadt Freiburg bei dem weltweiten Treffen mit mehr als 2000 Vertretern aus 92 verschiedenen Nationen in der sĂŒdkoreanischen Hauptstadt Seoul.

Zum neuen PrĂ€sidenten von ICLEI wurde der BĂŒrgermeister der gastgebenden koreanischen Hauptstadt, Won-soon Park gewĂ€hlt. Bei der bisher grĂ¶ĂŸten Konferenz in der Geschichte des 1991 gegrĂŒndeten StĂ€dteverbunds fĂŒr Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung vertrat Dieter Salomon als eines von fĂŒnf Mitgliedern des fĂŒr Europa zustĂ€ndigen Regional Executive Comittee die europĂ€ischen MitgliedsstĂ€dte. Seit Anfang der 1990er Jahre ist Freiburg Sitz des Europasekretariats – damals das erste von heute zehn ICLEI-BĂŒros in aller Welt.

Bei einem Treffen auf Einladung der Stadt Seoul am Rande des ICLEI-Weltkongresses unterzeichnete OB Dieter Salomon zusammen mit dem Seouler Stadtoberhaupt Won-soon Park ein „Memorandum of Understanding“, mit dem beide StĂ€dte einen regelmĂ€ĂŸigen Austausch und eine Zusammenarbeit in den Themenfeldern Nachhaltigkeit sowie Klima- und Umweltschutz vereinbaren. Die ErklĂ€rung nennt die Bereiche Klimaschutz, erneuerbare Energien, umweltfreundliche Verkehrsarten und Verkehrsmittel sowie Abfallwirtschaft und Recycling, in denen die RathĂ€user Erfahrungen austauschen und an neuen Konzepten arbeiten wollen. Damit wurde das bereits 2009 abgeschlossene Memorandum mit Seoul erneuert und fortgesetzt.

Bei der Zeremonie im Seouler Rathaus nannte BĂŒrgermeister Won-soon Park vor einer großen Medienkulisse Freiburg „die Umwelthauptstadt Nummer 1 der Welt“. Zahlreiche regionale und nationale Zeitungen berichteten ĂŒber die Vereinbarung. Bereits in dieser Woche erwartet das Rathaus einen Journalisten der Seoul Shinmun Newspaper, der sich ĂŒber das Freiburger Abfallwirtschaftskonzept informieren will. OB Dieter Salomon wertet die gemeinsame ErklĂ€rung, die auf Wunsch von Seoul zustande kam, als eine große Auszeichnung und eine eindrucksvolle Anerkennung der Freiburger Stadtpolitik.

FĂŒr Freiburg ist es nicht der erste Kontakt zu Korea. Bereits vor rund zehn Jahren besuchte Won-soon Parks VorgĂ€nger, der damalige BĂŒrgermeister Oh-Se hoon, Freiburg im Rahmen einer Europareise und ließ sich ĂŒber Umwelt- und Klimaschutzpolitik informieren. Koreanische Delegationen bilden einen großen Teil der Besuchergruppen zum Thema „GreenCity“. Die Freiburger Umweltpolitik wird in Korea sehr aufmerksam verfolgt und dient oft als Vorbild fĂŒr eigene Initiativen der koreanischen StĂ€dte und VerbĂ€nde.

Verbindungen bestehen seit mehreren Jahren auch zur „Multifunctional Administrative City Construction Agency“, kurz MACCA. Die halbstaatliche Entwicklungsgesellschaft betreibt die Planung und Erschließung eines neuen Verwaltungszentrums. Da Seoul mit ĂŒber 10 Millionen Einwohnern faktisch ĂŒber keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr verfĂŒgt, soll die neue Stadt Sejong rund 120 Kilometer sĂŒdlich von Seoul als Sitz von Verwaltungseinheiten und Behörden entstehen. Wenige Jahre nach dem Start auf der grĂŒnen Wiese leben und arbeiten bereits rund 80.000 Menschen dort; bis 2030 sollen die Einwohnerzahl auf bis zu einer halben Million gestiegen sein.

Die Entwicklungsgesellschaft verfolgt das ehrgeizige Ziel einer nahezu klimaneutralen Stadtentwicklung und will dazu Freiburger Know-How von umweltfreundlichem Nahverkehr bis zur Solarenergie nutzen. Bei einem GesprĂ€ch mit dem Vorstand von MACCA verstĂ€ndigte sich OberbĂŒrgermeister Dieter Salomon auf Eckpunkte eines Kooperationsabkommens, das möglichst noch in diesem Jahr unterzeichnet werden soll.

Von Seoul aus besuchte Salomon gemeinsam mit dem Leiter des Freiburger Referats fĂŒr internationale Kontakte, GĂŒnter Burger, die Stadt Suwon. Auf Einladung von BĂŒrgermeister Yeom Tae Young referierte der Freiburger OB vor ĂŒber 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung ĂŒber Green City Freiburg. Im vergangenen Jahr hatte Yeom Tae Young mit mehreren Fachleuten der Verwaltung Freiburg besucht und dabei Freiburg als sein wichtigstes Vorbild einer ökologischen Stadtpolitik bezeichnet. Ende April erwidert eine Abordnung des Freiburger Gemeinderats unter der Leitung von Salomon den Besuch und wird fĂŒr vier Tage nach Korea reisen.

In der 1,2 Millionen Einwohner großen Provinzhauptstadt Suwon, etwa eine Autostunde sĂŒdlich von Seoul gelegen, sind mehrere Hochschulen beheimatet sowie die Forschungs- und Entwicklungsabteilung des weltweiten Samsung-Konzerns. In „Samsung Digital City“ leben und arbeiten rund 40.000 Ingenieure und Techniker des Konzerns. Die „Suwon Samsung Bluewings“ spielen in der höchsten Klasse des koreanischen Profifußballs, vergleichbar der 1. Bundesliga.

Die Verbindung zwischen Freiburg und Suwon hatte das StĂ€dtenetzwerk ICLEI geknĂŒpft: Suwon ist, ebenso wie Freiburg, Sitz eines ICLEI-Sekretariats, das fĂŒr die koreanischen MitgliedsstĂ€dte zustĂ€ndig ist.
 
 

 
Malta-Referendum
NABU setzt zum Schutz von Zugvögeln nun auf EU-Recht

Umweltkommissar Vella muss Maltas Ausnahmegenehmigung kassieren

Der NABU wertet das Ergebnis der Volksabstimmung zur FrĂŒhjahrsjagd auf Zugvögel in Malta als Zeichen, dass die Jagdlobby in dem Mittelmeerstaat an Boden verliert. Danach hat sich eine hauchdĂŒnne Mehrheit von 50,4 Prozent aller Wahlberechtigten fĂŒr die Beibehaltung der FrĂŒhjahrsjagd auf Zugvögel ausgesprochen. Bei hoher Wahlbeteiligung hatten nur 2200 Stimmen gefehlt, um der Initiative einer Koalition aus Nichtregierungsorganisationen zum Erfolg zu verhelfen, die ein Ende der nationalen Ausnahmeregelung forderte, die maltesischen JĂ€ger den Abschuss von Turteltauben und Wachteln wĂ€hrend des FrĂŒhjahrzuges nach Europa erlaubt.

NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Fast die HĂ€lfte der maltesischen Bevölkerung hat fĂŒr ein Ende der FrĂŒhjahrsjagd gestimmt. Dies zeigt, dass es in Malta bei weitem keinen Konsens fĂŒr die Vogeljagd mehr gibt. Unser Partnerverband BirdLife Malta hat mit einer großartigen Kampagne fĂŒr den Stopp der FrĂŒhjahrsjagd geworben. Den Ausschlag hat letztendlich wohl die UnterstĂŒtzung der Regierungspartei fĂŒr die FortfĂŒhrung der Jagd gegeben, die gleichzeitig versprach, in Zukunft hĂ€rter gegen den weit verbreiteten illegalen Abschuss geschĂŒtzter Arten vorzugehen.“

Der NABU lehnt die Jagd auf Vögel im FrĂŒhjahr strikt ab, da dabei die Elternvögel geschossen werden, die den Winter ĂŒberlebt haben und in wenigen Wochen zur Brut schreiten wĂŒrden. Dazu haben sich die Mitgliedstaaten der EU mit der Vogelschutzrichtlinie verpflichtet. Nur im Ausnahmefall kann ein Mitgliedstaat wie Malta die Jagd auf Zugvögel auf dem FrĂŒhjahrszug erlauben. Dazu muss sichergestellt sein, dass nur geringe Mengen bestimmter Arten unter streng kontrollierten Bedingungen geschossen werden. Ein jĂ€hrlicher Bericht ĂŒber die Einhaltung dieser Bedingungen muss der EU-Kommission vorgelegt werden.

NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann: „Bei 11.000 offiziell im FrĂŒhjahr zu schießenden Turteltauben kann jedoch von ‚geringen Mengen‘ keineswegs die Rede sein. In Deutschland brĂŒten nur noch etwa 30.000 Paare der Turteltaube, ihre BestĂ€nde sind in den vergangenen zwölf Jahren um ĂŒber die HĂ€lfte zurĂŒckgegangen. Bereits die offizielle Zahl der jedes FrĂŒhjahr in Malta geschossenen Turteltauben ist eine schwere Belastung fĂŒr diese bei uns hochbedrohte Vogelart. Da zudem die Kontrolle der Abschusszahlen nicht funktioniert, mĂŒssen wir damit rechnen, dass in Wirklichkeit wesentlich mehr Turteltauben geschossen werden.“

Der NABU sieht daher die strengen Ausnahmebedingungen der Vogelschutzrichtlinie in diesem Fall nicht erfĂŒllt. Die von den JĂ€gern knapp gewonnene nationale Abstimmung dĂŒrfte daher trotzdem die FortfĂŒhrung der FrĂŒhjahrsjagd nicht dauerhaft festschreiben.

„Die Entscheidung ĂŒber die Jagd auf Zugvögel kann nicht von einem EU-Staat alleine getroffen werden, denn es geht um ein gemeinsames europĂ€isches Naturerbe – gerade deshalb gibt es die EU-Vogelschutzrichtlinie“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Miller. „Der NABU fordert deshalb EU-Umweltkommissar Karmenu Vella auf, die von Malta beanspruchte Ausnahmeregelung zu kassieren, da sie EU-Recht widerspricht. Fast die HĂ€lfte der Malteser wĂŒrden dies unterstĂŒtzen, die EuropĂ€er in den Brutgebieten der betroffenen Vogelarten sowieso.“

„Nur ein Ende der Ausnahmeregelung fĂŒr Turteltaube und Wachtel wĂŒrde es ermöglichen, in der Praxis erfolgreich gegen den Abschuss geschĂŒtzter Arten wie Adler und Störche vorzugehen – angeblich ein erklĂ€rtes Ziel der maltesischen Regierung. Anderenfalls dient die Ausnahmeregelung als willkommener Deckmantel fĂŒr illegale AbschĂŒsse“, so NABU-Vogelexperte Lachmann.
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NABU zeigt BUGA-GĂ€sten Wohnzimmer von Eisvogel und Biber
Ein Fluss wird lebendig

Naturschutzgroßprojekt mit Modellcharakter - NABU-prĂ€sentiert sich an drei Standorten Havelberg - Premnitz - Rathenow

Zu Gast im Wohnzimmer von Eisvogel und Biber: Der NABU bietet Besuchern der Bundesgartenschau 2015 ab dem 19. April die Möglichkeit, sich hautnah ĂŒber eines der bedeutendsten Naturschutzgroßprojekte an einem Fluss zu informieren, das aktuell unter FederfĂŒhrung des NABU in der Havelregion umgesetzt wird. Ingesamt bietet der NABU sieben exklusive zweistĂŒndige Schiffstouren von Havelberg in das Renaturierungsgebiet an, bei denen NABU-Projektleiter Rocco Buchta ĂŒber Historie und Hintergrund des Vorhabens, Naturschutzmaßnahmen und ZukunftsplĂ€ne im Projekt berichtet. DarĂŒber hinaus prĂ€sentiert sich der NABU wĂ€hrend der BUGA dauerhaft an drei Standorten in den StĂ€dten Havelberg, Premnitz und Rathenow mit vielen Informationen und Tipps rund um den Natur- und Artenschutz.

Mit der BUGA, die vom 18. April bis zum 11. Oktober ihre Pforten in der Havelregion öffnet, findet erstmals eine Gartenbauausstellung an mehreren Standorten gleichzeitig statt, die mit einem Fluss verbunden sind. Seit 2005 fĂŒhrt der NABU an der Unteren Havel mit UnterstĂŒtzung vom Bund und den LĂ€ndern Brandenburg und Sachsen-Anhalt das grĂ¶ĂŸte europĂ€ische Projekt zur Renaturierung eines Flusses durch, das auch ausschlaggebend fĂŒr den BUGA-Standort war. Auf rund 90 Flusskilometern will der NABU in den kommenden Jahren Sandufer von ihrem steinernen Korsett befreien, Altarme und Flutrinnen wieder mit dem Fluss verbinden und 89 Hektar Au- und Uferwald sowie ÜberflutungsflĂ€chen fĂŒr einen natĂŒrlichen Hochwasserschutz schaffen.

„Die Renaturierung der Unteren Havel ist ein wegweisendes und lĂ€nderĂŒbergreifendes Naturschutzgroßprojekt mit Modellcharakter, wie aus einer ehemaligen Wasserstraße wieder ein lebendiger Fluss entstehen kann. Davon profitieren nicht nur die Tiere und Pflanzen an der Havel, sondern auch die Menschen am Fluss und damit die ganze Tourismusregion. Wir wollen Besucher aus dem ganzen Bundesgebiet fĂŒr dieses Naturparadies im Nordosten Deutschlands begeistern“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Mit der Flussrenaturierung sollen die Lebensbedingungen von ĂŒber 1100 bedrohten und geschĂŒtzten Arten sowie der Hochwasserschutz verbessert werden.

„Die BUGA bietet eine wunderbare Gelegenheit, das Naturparadies Untere Havel bekannter zu machen und gleichzeitig dafĂŒr zu werben und zu zeigen, wie wichtig intakte Flussökosysteme sind. Hier trifft Arten- und Lebensraumschutz mit LebensqualitĂ€t zusammen“, so Projektleiter Rocco Buchta.

Der NABU-Naturgarten lĂ€dt in der Domstadt Havelberg BUGA-GĂ€ste zum Verweilen ein. Eine Attraktion in dem rund 200 Hektar großen Areal in der Kleingartenanlage „Am Nussberg“ ist ein riesiges VogelhĂ€uschen. Geplant sind Aktionen mit den NABU-Experten zum gift- und torffreien GĂ€rtnern. Über das Leitsystem „Zehn Dinge, die man im Leben getan haben sollte“ erhalten Naturfreunde Tipps fĂŒr naturnahes GĂ€rtnern, etwa zu heimischen Pflanzen oder zum Bau von Insektenhotels und Nisthilfen. Im „Haus der FlĂŒsse“ prĂ€sentiert sich der NABU auf Infoschildern im AußengelĂ€nde, in unmittelbarer NĂ€he des kĂŒrzlich angeschlossenen Altarms Havelberg. In Premnitz informieren NABU-Schilder auf der Aussichtsplattform des Pumpwerks an der Uferpromenade ebenfalls ĂŒber die Renaturierung, den Lebensraum Fluss und heimische Tiere und Pflanzen. Im Optikpark in Rathenow erfahren BUGA-Besucher auf nicht-motorisierten Floßfahrten durch einen Havelaltarm Wissenwertes zum Engagement des NABU an der Havel. FĂŒr Vogelfans organisiert der NABU am 8. Mai an der Johanniskirche in Brandenburg eine Vogelexkursion mit VogelzĂ€hlung. Anmeldung unter presse@nabu.de.
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ÖKO-TEST Weidemilch
Das ÖKO-TEST-Magazin April 2015 gibt es seit dem 27. MĂ€rz 2015 im Handel.
 
ÖKO-TEST Weidemilch
Stall statt Wiese

Der neueste Trend auf dem Milchmarkt ist Weidemilch. Doch eine neue Untersuchung des ÖKO-TEST-Magazins zeigt, dass die entsprechend ausgelobten Produkte zu wenig gesunde Omega-3-FettsĂ€uren enthalten. Das deutet darauf hin, dass die KĂŒhe nicht genug GrĂŒnfutter gefressen haben. Auch wollten oder konnten einige Hersteller nicht belegen, dass die Tiere tatsĂ€chlich viel auf der Weide sind.

Neben Bio-, Alpen-, Berg- und Heumilch gibt es in den Supermarktregalen mittlerweile auch Weidemilch. Diese soll dem Verbraucherwunsch Rechnung tragen, dass KĂŒhe im Sommer artgerecht auf der Weide stehen dĂŒrfen. Doch einen verbindlichen Produktionsstandard gibt es derzeit fĂŒr die Weidemilch in Deutschland nicht. Eine Leitlinie, wie dieser Standard aussehen kann, kommt aus den Niederlanden: Demnach mĂŒssen KĂŒhe an mindestens 120 Tagen im Jahr mindestens sechs Stunden pro Tag auf der Weide sein. In Irland und Neuseeland werden dagegen Vollweidesysteme praktiziert.

ÖKO-TEST wollte wissen, ob bei Weidemilch die KĂŒhe tatsĂ€chlich mehr GrĂŒnfutter erhalten als bei konventionellen Produkten. ÜberprĂŒfen lĂ€sst sich das anhand von Omega-3-FettsĂ€uren. Die kommen in höheren Mengen in Gras, Heu oder Grassilagen vor, weshalb ein hoher Gehalt in der Milch RĂŒckschlĂŒsse auf das Futter der KĂŒhe erlaubt. Im Labor zeigte sich, dass viele Weidemilch-Marken einen so niedrigen Wert haben, wie er fĂŒr konventionelle Milch typisch ist. Bessere Ergebnisse lieferte die ebenfalls von ÖKO-TEST untersuchte Bio- und Heumilch. Hier war der Anteil von grĂŒnfuttertypischen FettsĂ€uren höher.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass nur wenige Hersteller ihre Lieferanten zum Verzicht auf gentechnisch verĂ€ndertes Futter verpflichtet haben. Bei einer Milch analysierte das Labor zudem RĂŒckstĂ€nde von Reinigungsmitteln.
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ECOtrinova e.V.: Vorstand bestÀtigt und erweitert
Große Sorgen wegen riesiger GefĂ€hrdung durch rissiges Atomkraftwerk Fessenheim.


Bei ECOtrinova, regional tĂ€tiger in Freiburg ansĂ€ssiger gemeinnĂŒtziger Umweltschutzverein, wurde kĂŒrzlich der langjĂ€hrig tĂ€tige Vorstand einstimmig wieder gewĂ€hlt mit dem Physiker, Energie- und Umweltexperten Dr. Georg Löser als Vorsitzendem. Stellvertreter sind die Diplomforstwirtin Dorothea Schulz und der Ingenieur und Umweltgraphiker Bruno Natsch. Weitere Vorstandmitglieder sind der IT-Experte und ehemalige MdL Klaus-Dieter KĂ€ser, der Dipl.-Ing. und Medien-Ökologe Hans-Jörg Schwander sowie neu hinzu gewĂ€hlt die freiberufliche Diplomforstwirtin Dr. Carola Holweg.

Besonders erfreut zeigte sich die Mitgliederversammlung ĂŒber einen Zuschuss vom Landesumweltministerium aus Mitteln der GlĂŒcksspirale, den der Verein fĂŒr das anstehende neue mehrteilige Bildungsvorhaben „Vom Ressourcenfieber zur Rohstoffwende. Wie wollen wir leben?“ laut Minister Untersteller im Rahmen eines landesweiten Wettbewerbs gewonnen hat. Das Vorhaben wird mit dem Öko-Institut, Eine Welt Forum Freiburg, Studierendenrat der UniversitĂ€t, Agenda 21-BĂŒro Freiburg und einer Reihe weiterer Partnern am 18. April in der UniversitĂ€t gestartet und noch gesondert angekĂŒndigt.

Angesichts der RohrbrĂŒche und Überschwemmungen von Elektronik und Haare strĂ€ubender Schlampereien im Atomkraftwerk Fessenheim ist ECOtrinova sehr besorgt darĂŒber, dass die Reaktoren mit ihren untragbaren GefĂ€hrdungen noch nicht endgĂŒltig stillgelegt sind. „Das rissige Atomkraftwerk bedeutet riesige GefĂ€hrdungen fĂŒr alle. Das Überleben einer großen Region steht auf dem Spiel“, so Vorsitzender Löser.
 
 

 
FĂŒhrung zu Strom erzeugender Heizung fĂŒr großes Zweiparteienhaus in Freiburg
Heizungserneuerung mit effizientem Mini-BHKW in Kombination mit SolarwÀrme und Solarstrom

Am Samstag, 18. April, 13:15 Uhr bietet der gemeinnĂŒtzige Verein ECOtrinova e.V. Interessierten aus Freiburg und Region eine einstĂŒndige FĂŒhrung an bei einer Strom erzeugenden Heizung (Mini-BHKW) in einem großen Zweiparteienhaus mit zusĂ€tzlicher SolarwĂ€rme- und Solarstromnutzung. Der Eintritt ist frei. Der genaue Ort in Freiburg-Stadtmitte wird Angemeldeten mitgeteilt. Wegen begrenzten Platzes sind Anmeldungen erbeten bis 17. April vormittags an ECOtrinova e.V., ecotrinova@web.de oder T. 0761-2168730 beim Treffpunkt Freiburg e.V. .
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