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Samstag, 21. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
NABU zum Petersberger Klimadialog: Der Klima-Countdown läuft
Deutschland muss jetzt von allen Ländern höhere Klimaschutzziele einfordern

Anlässlich des Petersberger Klimadialogs Anfang kommender Woche appelliert der NABU an die Bundesregierung, von allen Ländern stärkere Anstrengungen für den Klimaschutz und eine Erhöhung der länderspezifischen Klimaziele einzufordern. Bei dem Treffen in Berlin werden Vertreter von 35 Staaten die Weltklimakonferenz Ende des Jahres in Paris vorbereiten. „In knapp 200 Tagen soll ein weltweites und ambitioniertes Klimaschutzabkommen stehen – doch davon ist die Staatengemeinschaft noch weit entfernt. Alle Länder müssen dem Klimaschutz jetzt höchste Priorität einräumen. Denn sonst steht die Welt am Ende wieder mit einem Hätte-, Wenn- und Aber-Abkommen da“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Deutschland sei in der Vorbereitung des Abkommens als Gastgeber des Petersberger Dialogs und aktueller G7-Vorsitzender besonders gefordert. „Noch sind die konkreten Klimaschutzziele aller Länder viel zu gering. Die Bundesregierung muss sich dringend dafür einsetzen, dass alle Staaten hier ihre Anstrengungen erheblich steigern, dass dies vertraglich festgehalten und auch überprüfbar wird“, so Tschimpke. Zusätzlich müsse auch ein Überprüfungsprozess für die einzelnen Klimaschutzziele der Länder entwickelt werden, der sie vergleichbar macht und ihre Wirksamkeit garantiert. Denn derzeit setzt sich jedes Land individuelle Ziele mit selbst gewählten Zeiträumen und ohne Vergleichbarkeit.

Das kommende Klimaschutzabkommen wird erstmals Beiträge von allen Ländern einfordern. Auf dem Verhandlungstisch liegt seit der Klimakonferenz in Lima Ende letzten Jahres ein Papier mit sehr vielen Optionen und nur wenigen konkreten Vereinbarungen. Strittig ist nicht nur die Frage, wie das Zwei-Grad-Ziel erreicht werden soll, sondern auch wie entscheidende Fragen zur Finanzierung geklärt und vertraglich festgehalten werden. „Industrieländer wie Deutschland müssen jetzt als mutige Wegbereiter auftreten und sich international stärker finanziell beteiligen. Nur so steigt auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern die Kompromissbereitschaft, eigene, vergleichbare und überprüfbare Verpflichtungen einzugehen“, so Tschimpke.

Bis Paris brauche es eine kluge Strategie, wie die Klimaschutzkonferenz erfolgreich abgeschlossen werden kann. Deutschland müsse hier als Vorbild für eine naturverträgliche Energiewende und die Erreichung der nationalen Klimaschutzziele vorangehen. „Langfristig ist Klimaschutz nur zu machen, wenn der Ausstieg aus allen fossilen Energieträgern gelingt“, so NABU-Klimaexperte Sebastian Scholz. „Mit dem Klimabeitrag für die dreckigsten Kraftwerke geht die Bundesregierung einen ersten Schritt in die richtige Richtung.“
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NABU: Eine lebendige Havel dank EU-Naturschutzrichtlinien
Bedeutender Naturschatz in Europa - „Fitness-Check“ darf nicht zum Naturschutz-Abbau führen

Die Naturschutzgesetzgebung der EU soll auf den Prüfstand: Aktuell haben alle Bürgerinnen und Bürger in den Mitgliedsstaaten die Gelegenheit, sich bis zum 24. Juli zur Bedeutung und zu einer möglichen „Modernisierung" der zwei wichtigsten EU-Gesetze für den Natur- und Artenschutz zu äußern: der Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) und der Vogelschutzrichtlinie. Mit der Aktion „Naturschätze retten“ stellt der NABU jede Woche unter www.NABU.de/naturschaetze ein Gebiet, eine Art oder einen Lebensraum vor, die vom Schutz der EU profitieren oder ohne diesen verloren gehen könnten. Bürgerinnen und Bürger können sich jetzt auf der Kampagnenseite für die Naturschätze einsetzen.

Unter dem Schutz der EU hat sich die Untere Havelniederung gleich in zweierlei Hinsicht zum „Naturschatz“ entwickelt: Sie bildet die Achse zwischen mehreren Natura-2000-Gebieten und beherbergt zugleich zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die durch die FFH- und Vogelschutzrichtlinie geschützt sind. Entlang der rund 90 Flusskilometer zwischen Pritzerbe und Gnevsdorf finden sich viele schützenswerte Lebensräume. Die Untere Havel ist nicht nur eines der bedeutendsten Feuchtgebiete des westlichen Mitteleuropas. Als Rast- und Überwinterungsgebiet nordischer Sumpf- und Wasservögel ist sie auch für den internationalen Artenschutz von großer Bedeutung. Mehr als 1.100 gefährdete und vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen, wie etwa Biber, Fischotter, Sumpfdotterblume und Kuckucks-Lichtnelke, sind hier zu Hause.

Wie wichtig die Verankerung von Naturschutzrichtlinien ist, zeigt ein Blick auf den „Werdegang“ der Unteren Havel. Durch Regulierungsmaßnahmen gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Havel viel von ihrer ursprünglichen Dynamik genommen. Der Bau von Deichen und Uferbefestigungen, der zunehmende Schiffsverkehr sowie die wachsende Belastung durch Abwässer und Einträge aus der Landwirtschaft setzten dem Fluss stark zu.

Im Jahr 2005 hat der NABU daher das größte europäische Projekt zur Renaturierung eines Flusses gestartet. Auf etwa 19.000 Hektar werden verschiedene Maßnahmen, darunter die Entfernung von steinernen Uferbefestigungen und der Anschluss von Altarmen, umgesetzt, um so große Flussabschnitte der Unteren Havel wieder zu ihrer ursprünglichen Vielfalt zurückzuführen.

Vor diesem Hintergrund möchte der NABU zahlreiche Menschen dazu bewegen, sich für starke Naturschutzgesetze in der Europäischen Union auszusprechen. Einige Regierungen und Wirtschaftslobbyisten verlangen bereits die Abschwächung der Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) und Vogelschutzrichtlinie. Der Schutz von allein in Deutschland über 5.000 Natura-2000-Gebieten könnte damit geschwächt werden. Die Jagd auf Zugvögel und Wölfe, der Schutz von Fledermäusen, Bibern und Buchenwäldern stünde wieder zur Debatte.

Der NABU fordert nicht nur den Erhalt der EU-Vogelschutz- und FFH-Richtlinie, sondern auch eine konsequentere Durchsetzung und Finanzierung der geltenden Naturschutzstandards. „Wenn die EU-Kommission, das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten es ernst meinen mit dem Stopp des Artensterbens bis 2020, wozu sie sich verpflichtet haben, dann muss eine breit angelegte Naturschutzoffensive eingeleitet werden. Das bedeutet: mehr Geld und mehr Personal für die Naturschutzverwaltungen, aber auch klare Bestimmungen für Schutzgebiete sowie empfindliche Strafen für illegales Töten von Zugvögeln in der ganzen EU“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
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NABU: Die dreckigsten Kohlekraftwerke mĂĽssen vom Netz
Kein Einknicken vor der Kohle-Lobby – Falsches Signal für den Weltklimagipfel in Paris

Zu jüngsten Medienberichten, dass der von Bundesumweltminister Gabriel geplante Klimaschutzbeitrag des Stromsektors auf Druck von Unternehmen, Gewerkschaften und Unionspolitikern um rund ein Drittel gekürzt werden soll, erklärt NABU-Präsident Olaf Tschimpke: „Mit dem Klimabeitrag hat der Wirtschaftsminister ein kluges Instrument vorgelegt, um Klimaschutzbeiträge im Energiesektor zu erzielen – es wäre ein Armutszeugnis wenn Sigmar Gabriel nun vor der Kohle-Lobby einknickt. Die dreckigsten und ältesten Braunkohlekraftwerke müssen in absehbarer Zeit vom Netz, sonst werden kaum die Klimaziele bis 2020 zu schaffen sein.“

Statt der bisher veranschlagten zusätzlichen 22 Millionen Tonnen CO2 sollen gemäß der bekanntgewordenen Pläne nun lediglich 16 Millionen Tonnen durch den Kraftwerkspark eingespart werden. In der Konsequenz heißt das, dass die alten Kohlemeiler deutlich länger laufen werden und höhere Beiträge in anderen Sektoren geleistet werden müssen – wie genau das gehen soll, ist noch unklar. „Das Herumlamentieren und Feilschen um die Anteile, die in jedem Sektor zu leisten sind, muss ein Ende haben. Die Vorschläge, die auf dem Tisch liegen, müssen endlich aufgegriffen werden, der Klimaschutz kann nicht mehr warten“, warnt Tschimpke. Wenn sich Deutschland international weiterhin als Vorreiter in Sachen Klimaschutz profilieren wolle, dürfe die Glaubwürdigkeit nicht so leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.

Zeitgleich mit Bekanntwerden der Pläne fand in Deutschland der Petersberger Klimadialog zur Vorbereitung des internationalen Klimaschutzabkommens in Paris im Dezember statt, der am heutigen Dienstag zu Ende geht. „Wenn die Bundesregierung nicht in der Lage ist im eigenen Land glaubwürdigen Klimaschutz zu gestalten, kann sie wohl kaum von anderen Ländern mehr Ambitionen im Klimaschutz fordern“, so NABU-Klimaschutzexperte Sebastian Scholz. „Kanzlerin Merkel hat es versäumt, sich klar für die Pläne ihres Wirtschaftsministers auszusprechen und damit zugelassen, dass die Besitzstandswahrer der Kohle-Industrie direkt die internationale Klimadiplomatie torpedieren.“
 
 

 
NABU zum Artenschutzreport
Alarmierender Zustand unserer Tier- und Pflanzenarten

Aktuelle Lage der Natur muss Weckruf fĂĽr Politik sein

Der NABU wertet den am heutigen Mittwoch veröffentlichten Artenschutzreport 2015 als ein alarmierendes Signal und fordert Bund und Länder auf, aktiv gegen den dramatischen Artenschwund in Deutschland vorzugehen. Sonst werde das Ziel, den Artenverlust bis 2020 zu stoppen, nicht erreicht werden. Für den erstmals erschienenen Report hatte das Bundesamt für Naturschutz (BfN) verschiedene Studien und Analysen der vergangenen Jahre zusammengeführt. Jede dritte untersuchte Art in Deutschland ist danach gefährdet.

„Der Zustand von Tieren, Pflanzen und Lebensräumen verschlechtert sich in rasantem Tempo. Die aktuelle Lage der Natur muss ein Weckruf an die Politik sein. Denn Abwarten führt dazu, dass unsere Natur immer weiter Schaden nimmt“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Zeitgleich mit dem Artenreport des BfN hat die EU heute einen Bericht zur Lage der Natur in Europa vorgestellt, der ebenfalls dramatische Zahlen des Artenverlustes in Deutschland und Europa unterstreicht. Danach sind beispielsweise die Bestände der Turteltaube in der EU seit dem Jahr 1980 um 95 Prozent zurückgegangen, der Kiebitzbestand ist in Deutschland im gleichen Zeitraum auf ein Viertel geschrumpft.

Tschimpke forderte Bund und Länder auf, endlich mehr für den Naturschutz zu tun. „Die Lösungen liegen auf der Hand: Unsere Arten brauchen eine stärkere Vernetzung ihrer Lebensräume. Außerdem ist ein besseres Management der Schutzgebiete erforderlich. Und nicht zuletzt müssen die Einflüsse des Menschen auf die Natur verringert werden, wenn wir Flächen für die Land- und Forstwirtschaft oder für den Siedlungsbau nutzen. Nur so können wir den dramatischen Abwärtstrend noch stoppen“, so der NABU-Präsident.

Mit Blick auf die Situation von Arten und Lebensräumen sei es geradezu zynisch, dass die EU-Kommission derzeit über eine Aufweichung der Naturschutzrichtlinien diskutiere. „Die Faktenlage ist ein unmissverständliches Plädoyer für eine bessere Umsetzung eben dieser Richtlinien. Jeder Einschnitt hätte dramatische Folgen“, warnte Tschimpke. Genau aus diesem Grund hätten sich auch bereits über 100.000 EU-Bürger an einer aktuell laufenden Online-Aktion zum Schutz der Natur beteiligt.

Zwar zeige der Artenschutzreport auch einzelne positive Entwicklungen auf, etwa für den Biber, den Wolf oder den Schwarzstorch. Doch gehen diese auf intensive Schutzbemühungen zurück und wären ohne die EU-Naturschutzrichtlinien nicht denkbar. Ihnen stehen jedoch massive Bestandsrückgänge bei einer Vielzahl der Tier-, Pflanzen- und Pilzarten gegenüber. Wertvolle Lebensräume wie Moore, Flüsse und Auen, Wälder oder auch extensiv bewirtschaftete Agrarlandschaften sind stark beeinträchtigt. Als Hauptursachen des Artenrückgangs benennen sowohl der Artenschutzreport als auch die EU-weite Analyse eine immer intensivere Landnutzung sowie die Effekte des Klimawandels.


Zum Hintergrund:

Die Naturschutzgesetzgebung der EU soll auf den Prüfstand: Bis zum 24. Juli haben alle Bürgerinnen und Bürger in den Mitgliedstaaten die Gelegenheit, sich zur Bedeutung und zu einer möglichen „Modernisierung" der zwei wichtigsten EU-Gesetze für den Natur- und Artenschutz zu äußern: der Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) -und der Vogelschutzrichtlinie. Mit Blick auf diese EU-Bürgerbefragung zum „Fitness Check“ möchte der NABU zahlreiche Menschen dazu bewegen, sich unter www.NABU.de/naturschaetze für starke Naturschutzgesetze in der Europäischen Union auszusprechen.
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NABU: Feste Fehmarnbeltquerung kommt Jahre später
falls ĂĽberhaupt

Miller: Einstieg in den Ausstieg aus Europas größtem Verkehrsprojekt

Aus NABU-Sicht deuten aktuelle Medienberichte, dass Dänemark den Bau der geplanten festen Fehmarnbeltquerung zwischen Fehmarn und Lolland um Jahre nach hinten verschieben muss, auf einen Einstieg in den Ausstieg aus Europas größtem Verkehrsprojekt hin. NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: "Mit der Begründung des Baukonsortiums Fehmern A/S, man würde über eine zeitliche Verlängerung bessere Baupreise aushandeln, wird der Öffentlichkeit angesichts parallel steigender Baukosten für Stahl oder Beton Sand in die Augen gestreut. Die Art und Weise, wie jetzt versucht wird, die Verzögerungen schönzureden, zeigt, dass etwas ganz fundamental nicht stimmen kann am Irrsinnsprojekt Feste Fehmarnbeltquerung."

Auch Deutschland tue sich mit dem erheblichen Investment von rund drei Milliarden Euro allein für die Anbindung auf deutscher Seite angesichts marginaler Verkehrsprognosen von täglich 10.000 Fahrzeugen (zum Vergleich: Elbtunnel 150.000) schwer. Nach Einschätzung des NABU würden die dort verbauten Gelder für den dringend notwendigen Erhalt maroder deutscher Infrastruktur gerade in Norddeutschland fehlen. Treueschwüre der Bundesregierung zum Vorhaben hält Miller deswegen für diplomatisches Geplänkel.

"Deutschland wollte die Verbindung nie und Dänemark laufen die Kosten aus dem Ruder. Langsam wird es Zeit für eine ehrliche Bestandsaufnahme des überflüssigen Großprojektes", so Miller. Häufig zuvor hatte der NABU darauf hingewiesen, dass Artikel 22 des Staatsvertrages zur Festen Fehmarnbeltquerung Verhandlungen vorschreibt, wenn sich die Rahmenbedingungen des Vorhabens verändern. Dieser Fall sei längst eingetreten. Aus finanziellen, verkehrlichen und ökologischen Gründen müsse der Tunnel endlich zu Grabe getragen werden.
 
 

Ă–KO-TEST RATGEBER - Gesund Wohnen
Der aktuelle ÖKO-TEST RATGEBER – Gesund Wohnen ist ab dem 8. Mai erhältlich.
 
Ă–KO-TEST RATGEBER - Gesund Wohnen
Gesamtkunstwerk Zuhause: In Zeiten wie diesen ist nur eines sicher, nämlich dass (fast) nichts sicher ist. Weder der Arbeitsplatz noch die Rente, vielleicht nicht einmal das Ersparte. Umso mehr gilt die alte Erkenntnis der Engländer: My home is my castle. Wohneigentum ist ein wichtiger Baustein der Vorsorge, garantiert mietfreies Wohnen im Alter und ist Hartz-IV-sicher. Selbstverständlich geht es in diesem ÖKO-TEST RATGEBER – Gesund Wohnen nicht nur ums Geld, sondern auch um ökologisches und gesundes Bauen, Wohnen und Renovieren. Sie erhalten Tipps, was Sie dringend beachten sollten, um Ihr Castle nicht mit Schadstoffen teilen zu müssen. Damit Sie sich Ihr neues Heim im Alter auch noch leisten können, erfahren Sie in diesem Ratgeber alles über ökologische Dämmstoffe, moderne Heizungen, Sonnenstrom – und Geld vom Staat dafür.

Die Tests (Auswahl):

• Bodenbeläge: Mehrschichtige Bodenbeläge mit Klicksystem ermöglichen es, recht einfach einen Raum Stück für Stück auszulegen. Sowohl in der Praxisprüfung als auch in der chemischen Analyse lieferten die getesteten Produkte überwiegend positive Ergebnisse. Allerdings entdeckte das Labor vereinzelt ausdünstende und giftige zinnorganische Verbindungen.

• Spachtelmassen: Wer keine Lust hast, selbst den Gips anzurühren, um Löcher zuzuspachteln, kann
die Masse auch einfach aus der Tube drücken. Doch bei vielen Spachtelmassen haperte es im Praxistest und manche enthalten problematische Konservierungsstoffe wie Isothiazolinone, die Allergien auslösen können.

• Silikonfugenmassen: Um Schimmelbefall zu bekämpfen, sind die Fugenmassen mit reichlich Bioziden ausgerüstet. Womit aber genau, darüber lassen viele Anbieter die Verbraucher im Unklaren. Immerhin fünf Produkte landen mit „gut“ im grünen Bereich.

• Lehmfarbe/-putze: Für die kreative Gestaltung von Oberflächen werden Lehmanstriche oft als natürliche und wohngesunde Alternative angepriesen. Doch die getesteten Produkte wirken sich nur mäßig aufs Raumklima aus. Immerhin ist ihre radioaktive Strahlung vernachlässigbar und an den Inhaltsstoffen gibt es nur wenig zu kritisieren.

• Raufasertapeten: In zwei von drei Haushalten kleben Raufasertapeten an den Wänden. Recht so: Sowohl im Praxistest als auch in der chemischen Analyse zeigten die getesteten Produkte nur kleinere Mängel. ÖKO-TEST kritisiert unter anderem, dass diese halogenorganische Verbindungen enthalten, von denen einige als allergieauslösend gelten. Eine Tapete riss im Praxistest bei der Verarbeitung ein.

• Werkzeugkästen: Kleinere Reparaturen lassen sich mit Hammer, Zange und Schraubendreher schnell selbst erledigen. Für die Erstausstattung bietet sich ein Universalwerkzeugkoffer an. Der Test zeigt: Von vermeintlichen Schnäppchen sollte man besser die Finger lassen – ihnen mangelt es an Qualität. So hielten zwei Hämmer aus Billigkoffern im Zugtest nicht einmal der Mindestkraft stand.

• Gartendünger: ÖKO-TEST kann nur zwei von 20 empfehlen. 13 Dünger tragen mehr als dreimal so viel an Schwermetallen in den Boden ein, als ihm in einer Vegetationsperiode entzogen werden kann. Manche Produkte enthalten zudem bis zu sechs verschiedene Pestizide. Ärgerlich ist auch, dass der Nährstoffgehalt mancher Dünger von dem abweicht, was auf der Verpackung deklariert ist.


Und auĂźerdem:

• Öko-Baustoffe: Natürlich kein Freifahrtschein
Bauprodukte aus natürlichen Rohstoffen können vieles genauso gut und manches besser als Produkte, die aus nicht nachwachsenden oder mineralischen Rohstoffen hergestellt werden. Doch „öko“ ist nicht automatisch gesund. In manchen Fällen sind sie sogar fehl am Platz.

• Radon: Die Gefahr aus dem Untergrund
Jedes Jahr sterben in Deutschland circa 1.900 Menschen durch das radioaktive Gas Radon. Trotzdem sind die Ursachen und Zusammenhänge den meisten Menschen unbekannt. Was kann man vorbeugend tun? ÖKO-TEST beantwortet die wichtigsten Fragen.

• Baufinanzierung: Nicht nur auf die Zinsen achten
Dank niedriger Baugeldzinsen lohnt es sich, den Bau oder Kauf eines Eigenheims jetzt anzugehen.
Bei der Wahl der richtigen Finanzierung sind jedoch nicht nur die Zinsen zu beachten. Es gibt eine
Reihe von teuren Fallen, die Sie bei umsichtiger Planung vermeiden können.
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Bleibt die Amsel das Sorgenkind?
NABU, NAJU und LBV laden vom 8. bis 10. Mai zur elften „Stunde der Gartenvögel“

Zettel, Stift und Garten oder Park: Diese Ausstattung benötigen Vogelfreunde für die Teilnahme an der bundesweiten „Stunde der Gartenvögel“. Denn ab heute ist es wieder soweit: Bis zum 10. Mai sind Naturfreunde in ganz Deutschland aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel in ihrem Garten, vom Balkon aus oder im Park zu beobachten, zu zählen und für eine gemeinsame Auswertung zu melden. Rund 43.000 Teilnehmer hatten im vergangenen Jahr bei der jährlich stattfindenden Aktion von NABU, NAJU und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) mitgemacht und insgesamt eine Million Vögel beobachtet und gemeldet.

Ziel der Aktion ist ein deutschlandweites und möglichst genaues Bild von der Vogelwelt in den Städten und Dörfern zu erhalten. „Für die Teilnehmer ist die Zählmethode einfach, aber uns liefert sie in der Summe tausender Gärten spannende wissenschaftliche Erkenntnisse. Dabei geht es nicht um exakte Bestandszahlen aller Vögel, sondern darum, die Verbreitung und Trends der einzelnen Arten zu ermitteln. Je mehr Menschen an der Stunde der Gartenvögel teilnehmen, desto präziser werden die Ergebnisse“, erklärt Lars Lachmann, NABU-Vogelschutzexperte.

Mit Spannung erwarten die Vogelforscher das Ergebnis fĂĽr die Amsel, die bisher stets auf Platz zwei kam. Seit Beginn der Aktion hat diese Art kontinuierlich abgenommen: 2014 waren es pro Garten bereits 25 Prozent weniger Amseln als noch 2005. Ă„hnliches gilt fĂĽr Mehlschwalben und Mauersegler, die gar um 40 Prozent abgenommen haben.

Neben diesen Sorgenkindern gibt es aber auch zahlreiche positive Entwicklungen: So hat der Feldsperling seinen Bestand im Siedlungsraum mehr als vervierfacht, Ringeltaube und Buntspecht haben um mehr als die Hälfte zugenommen.

Und so wird es gemacht: Von einem ruhigen Plätzchen aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde entdeckt werden kann. Die Beobachtungen können per Post, Telefon – kostenlose Rufnummer am 9. und 10. Mai, jeweils von 10 bis 18 Uhr: 0800-1157-115 – oder einfach im Internet unter www.stunde-der-gartenvoegel.de gemeldet werden. Meldeschluss ist der 18. Mai.

Aktuelle Zwischenstände und erste Ergebnisse sind ab dem ersten Zähltag auf www.stundedergartenvoegel.de abrufbar und können mit vergangenen Jahren verglichen werden. Interaktive Karten stellen dar, wie sich eine Vogelart bundesweit oder in einem ausgesuchten Bundesland oder Landkreis entwickelt hat.

Über die „Stunde der Gartenvögel“ und andere ornithologische Themen berichtet auch „Die große Vogelschau“ im Deutschlandradio Kultur bis zum 9. Mai. Das ausführliche Programm gibt es unter www.deutschlandradiokultur.de/vogelschau Am morgigen Samstag ist ab 9:05 Uhr NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann Gast in der Sendung „Im Gespräch“ und gibt Einblicke in die Welt der Vögel.
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Wohnen+Bauen in Freiburg
ECOtrinova ersucht Regierungspräsidentin Schäfer um Beschleunigung
beim Umbau des Behördenviertels Freiburg-Herdern fürs Wohnen

Der Freiburger Umweltschutzverein ECOtrinova e.V. hat sich mit Schreiben an die Regierungs­präsidentin Bärbel Schäfer gewandt mit der Bitte, den Umbau des Behörden­viertels Freiburg-Herdern fürs Wohnen erheblich zu beschleunigen. Das Gebiet gehöre großenteils dem Land. Das Land dürfe kein Hemmschuh sein, anstelle der fast 500 Parkplätze plus einer Vielzahl von Garagen auf dem Gelände schnellstmöglich Wohnraum für um die 1000 Menschen zu schaffen. Das Land würde damit seine eigenen Forderungen umsetzen, den Flächenverbrauch im Außenbereich zu stoppen und dem selber nicht im Wege zu stehen. Es habe sich seit 11 Jahren für den Umbau leider nichts Entscheidendes bewegt.

Die Stadt Freiburg habe schon 2003/4 eine umfangreiche Analyse fürs Bauen im Innenbereich der Stadt erstellen lassen (1). Umso mehr staune ECOtrinova und sei eigentlich empört, so der Vereinvorsitzende Dr. Georg Löser, dass sich, soweit öffentlich erkennbar, zu diesem Gebiet bisher in nunmehr 11 Jahren nichts Entscheidendes bewegt habe. ECOtrinova sieht die schnelle Umsetzung dieses wichtigen „Kombi-Bausteins“ für Flächensparen und Wohnraum als einen Beitrag von 10 bis 20 Prozent dazu an, den geplanten Bau eines Neubaustadtteils Dietenbach zu vermeiden. Mit einem solchen Stadtteil würden in einem fernen Winkel, versperrt und verlärmt von Autobahnen und Schnellstraßen, an die 126 Hektar wichtigen landwirtschaftlichen Bodens unter widrigen Bedingungen vernichtet, und das mit Freiburger Beschlüssen im UN-Jahr des Bodens. Das Gebiet in Herdern sei bei weitem nicht das einzige riesige Parkplatzgelände in der Stadt.

Die Neubewohnerzahl des Gevierts in Herdern könnte sich auf etwa 2000 erhöhen, wenn alle Behörden aus dem Geviert wegziehen, etwa in die ehemalige OPD, das Finanzamt Freiburg-Stadt z.B. per Neubau in das Straßendreieck am Rennweg oder in unmittelbare Nähe des Finanzamts Freiburg-Land. Der Verkauf landeseigener Teile des Gevierts an Stadt, Genossenschaften oder Studentenwerk Freiburg erbrächte dem Land einen Teil der Mittel, um die Behördenbauten direkt an der Stefan-Meier-Str. modern und gestrafft neu zu errichten oder anderswo Gebäude bereitzustellen.

ECOtrinova wies darauf hin, dass Freiburg über den Flächennutzungsplan 2006-2020 hinaus viele Reserven zur Innenentwicklung habe, die derzeit mit einem städtischen Perspektivplan untersucht würden, viel Leerstand, viele Zweckentfremdungen von Wohnraum, sowie große Wohnraumreserven. Auch würden vor allem Neubauten auf der „grüne Wiese“ - Beispiel Freiburg-Rieselfeld - wegen hoher Baukosten über die Mechanismen des Mietspiegels das Mietniveau und die Wohnungspreise allgemein deutlich erhöhen.

(1) Hinweis: „Auch das Innenentwicklungspotenzial, (...) war Grundlage für die Prognose des Bauflächenbedarfs. Ein Stuttgarter Planungsbüro hat im Jahr 2003 den Bestand erhoben. (…) Diese Potenzial­analyse liegt seit April 2004 vor“ Quelle: www.freiburg.de/pb/,Lde/208228.html
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