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Dienstag, 24. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
Jeden Tag wird eine FlĂ€che von 100 Fußballfeldern verbraucht
Trotz abnehmender Bevölkerung schreitet der FlÀchenverbrauch voran

Berlin - Über 100 Fußballfelder: So groß ist die FlĂ€che, die in Deutschland jeden Tag fĂŒr den Bau weiterer Siedlungen mit Straßen, Wohnungen und Gewerbegebieten verbraucht wird. Hochgerechnet auf ein Jahr ist die verbrauchte FlĂ€che mit 25.765 Hektar grĂ¶ĂŸer als die gesamte Stadt Frankfurt am Main. In ihrer Nachhaltigkeitsstrategie von 2002 hatte die Bundesregierung das Ziel ausgerufen, den tĂ€glichen Landschaftsverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar zu reduzieren. Alle folgenden Bundesregierungen hatten sich dazu bekannt. Trotz einiger Fortschritte liegt das „30-Hektar-Ziel“ noch immer in weiter Ferne: aktuell werden gut 70 Hektar pro Tag verbraucht. Laut NABU ist fĂŒr dieses Jahr jetzt der Zeitraum erreicht, ab dem die Bagger bereits still stehen mĂŒssten. Es bleiben nur noch fĂŒnf Jahre Zeit, um den FlĂ€chenverbrauch massiv einzudĂ€mmen, wenn es die Bundesregierung mit dem 30-Hektar Ziel ernst meint.

Vor diesem Hintergrund macht der NABU auf den fortschreitenden Landschaftsverbrauch aufmerksam und wirbt fĂŒr eine bessere Innenentwicklung: Um- und Neubau im Innenstadtbereich statt Landschaftszerstörung am Ortsrand lautet die Devise. „FlĂ€chensparendes Wohnen mitten im Ort bringt gleichzeitig mehr LebensqualitĂ€t durch kurze Wege und weniger Autoverkehr. Angesichts sinkender Bevölkerungszahlen ist jeder Hektar neu verbaute Landschaft ein Hektar zu viel“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Die Ausgaben fĂŒr wachsende Verkehrs- und Leitungsnetze sind fĂŒr die Kommunen immer schwerer zu bewĂ€ltigen, wĂ€hrend sich die Abgaben und GebĂŒhren fĂŒr deren Unterhaltung auf immer weniger Einwohner verteilen. Wege zur Schule, zur Arbeit und zum Einkaufen werden lĂ€nger. Gleichzeitig laufen die Ortskerne Gefahr zu veröden, wenn immer mehr GebĂ€ude leer stehen.

„Natur und Landschaft werden durch viele Baumaßnahmen unwiederbringlich zerstört, LebensrĂ€ume werden immer weiter zerschnitten. Mit der Natur und Landschaft, die dabei verloren gehen, verschwindet zugleich auch biologische Vielfalt und damit LebensqualitĂ€t“, sagt NABU-Siedlungsexperte Ulrich Kriese.
 
 

 
Naturschutz International
NABU-Projektregion am Tanasee offiziell als UNESCO-BiosphÀrenreservat anerkannt

Tennhardt: Wichtiger Schritt fĂŒr den langfristigen Schutz des grĂ¶ĂŸten Sees Äthiopiens und Quelle des Blauen Nils

Die NABU-Projektregion am Tanasee in Äthiopien ist jetzt von der UNESCO als neues Gebiet in das Weltnetz der BiospĂ€renreservate aufgenommen worden. „Die Anerkennung des Tanasees als UNESCO-BiospĂ€renreservat ist ein wesentlicher Schritt, um die einzigartigen Ökosysteme vor Ort langfristig zu schĂŒtzen und gleichzeitig nachhaltige Einkommensquellen fĂŒr die lokale Bevölkerung zu schaffen“, sagte Thomas Tennhardt, NABU-VizeprĂ€sident und Leiter des Fachbereichs Internationales. Der NABU arbeitet bereits seit 2012 in der Region, um in Kooperation mit der Regierung des Amhara-Regionalstaats und der Michael Succow Stiftung die Entwicklung eines BiosphĂ€renreservats voranzubringen.

Das neue BiosphĂ€renreservat Tanasee ist Teil des „BiodiversitĂ€ts-Hotspots“ der Ostafrikanischen Hochlandregion und gilt als Gen-Zentrum fĂŒr einheimische Nutzpflanzen, wie beispielsweise Ramtillkraut (Guizotia abyssinica), Zwerghirse (Eragrostis tef) und Wildkaffee (Coffea arabica). Zahlreiche palĂ€arktische Wasservögel wie beispielsweise Graukraniche (Grus grus), Uferschnepfen (Limosa limosa) und KampflĂ€ufer (Philomachus pugnax) nutzen den See als Futter- und Rastplatz auf ihren Zugrouten. Außerdem wurden bereits knapp 30 verschiedene Fischarten entdeckt, von denen rund 70 Prozent nur dort vorkommen. WeitlĂ€ufige Feuchtgebiete, in denen dichte Papyrus- und Rohrkolben-BestĂ€nde wachsen, umgeben den Tanasee, von denen einige zu den grĂ¶ĂŸten und ökologisch wertvollsten FlĂ€chen in Äthiopen und am gesamten Horn von Afrika zĂ€hlen. Am Tanasee finden sich zudem einzigartige Ă€thiopisch-orthodoxe Kirchen und Klöster, deren Geschichte bis ins 13. Jahrhundert zurĂŒckreicht. Mehr als zwei Millionen Menschen leben innerhalb des neuen BiosphĂ€renreservats, die auf eine intakte Natur und Umwelt fĂŒr Landwirtschaft, Handel, Fischerei und Tourismus angewiesen sind.

Im Rahmen des NABU-Projekts wurden ĂŒber 1.500 Menschen aus 75 Gemeinden trainiert, um sich an der Zonierung des Schutzgebiets zu beteiligen. Die nutzungsfreien Kerngebiete umfassen fast vier Prozent (24.157 Hektar) des BiosphĂ€renreservats, das sich ĂŒber eine FlĂ€che von knapp 700.000 Hekar erstreckt. „Außerdem wurde fĂŒr das BiosphĂ€renreservat eine Verwaltungseinheit innerhalb der lokalen Regierung eingerichtet sowie ein Management- und Ökotourismusplan erstellt. Neue Einkommensquellen und Renaturierungsprogramme werden das BiosphĂ€renreservat darin unterstĂŒtzen, sich zu einer lebendigen Modell-Region zu entwickeln“, sagte Svane Bender-Kaphengst, Leiterin des Afrikaprogramms. Die offizielle Einweihungsfeier des Tanasee-BiosphĂ€renreservats ist fĂŒr November 2015 geplant.

Der langfristige Schutz des Tanasees und seiner Umgebung mit Hilfe des BiosphĂ€renreservats-Konzept ist das Hauptziel des NABU-Projekts „FĂŒr Mensch und Natur: Aufbau eines UNESCO-BiosphĂ€renreservats am Tanasee in Äthiopien“. Das Projekt wird durch das Bundesministerium fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.
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NABU: Biber profitiert von EU-Naturschutzrichtlinien
Bedeutender Naturschatz in Europa – „Fitness-Check“ darf nicht zum Naturschutz-Abbau fĂŒhren

Die Naturschutzgesetzgebung der EU soll auf den PrĂŒfstand. Bis Ende Juli haben alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger in den Mitgliedstaaten die Gelegenheit, sich zur Bedeutung und zu einer möglichen „Modernisierung" der zwei wichtigsten EU-Gesetze fĂŒr den Natur- und Artenschutz zu Ă€ußern: der Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) und der Vogelschutzrichtlinie. Mit der Aktion „NaturschĂ€tze retten“ stellt der NABU jede Woche unter www.NABU.de/naturschaetze ein Gebiet, eine Art oder einen Lebensraum vor, die vom Schutz der EU profitieren oder ohne diesen verloren gehen könnten.

Unter dem Schutz der EU konnte sich beispielsweise der EuropĂ€ische Biber wieder ungestört in ThĂŒringen ansiedeln. Langsam aber stetig breitet sich der scheue Nager an Saale, Werra und Unstrut, Ilm, Rodach und weiteren GewĂ€ssern in ThĂŒringen aus. Er kommt zurĂŒck in seine alten LebensrĂ€ume, bevorzugt naturnahe Abschnitte an GewĂ€ssern und arrangiert sich auch mit der vom Menschen stark verĂ€nderten Kulturlandschaft. Seine Gestaltungskraft hat die Flussbereiche ĂŒber Millionen Jahre hinweg geprĂ€gt. Durch seine fleißige BautĂ€tigkeit schafft der Biber vielfĂ€ltige Strukturen wie KleingewĂ€sser, Totholz, Feuchtwiesen oder offene Bodenstellen am Ufer.

„Mit seinen AktivitĂ€ten schafft der Biber unter anderem auch LebensrĂ€ume fĂŒr Libellen, Amphibien, Reptilien, Fische und Vögel“, erklĂ€rt Mike Jessat, Landesvorsitzender des NABU ThĂŒringen. „Der Biber profitiert ganz klar von Natura 2000-Gebieten an ThĂŒringens FlĂŒssen. Werden die EU-Naturschutzrichtlinien einem ‚Fitness-Check‘ unterzogen und gelockert, könnte dies die ungestörte Ausbreitung des Bibers mit all seinen positiven Leistungen fĂŒr die BiodiversitĂ€t bedrohen.“

Ganz nebenbei trĂ€gt der Biber zur Renaturierung von FlĂŒssen und zur GewĂ€sserreinhaltung bei und unterstĂŒtzt darĂŒber hinaus den natĂŒrlichen Hochwasserschutz. Wo der Mensch also viel Geld und Energie fĂŒr Maßnahmen ausgibt, hilft der Biber zum Nulltarif.

Mit Blick auf die EU-BĂŒrgerbefragung zum „Fitness-Check“ möchte der NABU zahlreiche Menschen dazu bewegen, sich fĂŒr starke Naturschutzgesetze in der EuropĂ€ischen Union auszusprechen. Einige Regierungen und Wirtschaftslobbyisten verlangen bereits die AbschwĂ€chung der Fauna-Flora-Habitat- (FFH)- und Vogelschutzrichtlinie. Der Schutz von allein in Deutschland ĂŒber 5.000 Natura 2000-Gebieten könnte damit geschwĂ€cht werden. Die Jagd auf Zugvögel und Wölfe, der Schutz von FledermĂ€usen, Bibern und BuchenwĂ€ldern stĂŒnde wieder zur Debatte.

Der NABU fordert nicht nur den Erhalt der EU-Vogelschutz- und FFH-Richtlinie, sondern auch eine konsequentere Durchsetzung und Finanzierung der geltenden Naturschutzstandards. „Wenn die EU-Kommission, das EuropĂ€ische Parlament und die Mitgliedstaaten es ernst meinen mit dem Stopp des Artensterbens bis 2020, wozu sie sich verpflichtet haben, dann muss eine breit angelegte Naturschutzoffensive eingeleitet werden. Das bedeutet: mehr Geld und mehr Personal fĂŒr die Naturschutzverwaltungen, aber auch klare Bestimmungen fĂŒr Schutzgebiete sowie empfindliche Strafen fĂŒr illegales Töten von Zugvögeln in der ganzen EU“, so NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Der NABU stellt zwölf Wochen lang jede Woche eine geschĂŒtzte oder gerettete Art, einen Lebensraum oder ein Natura 2000-Gebiet vor, die alle vom EU-Schutz abhĂ€ngen. Dazu zĂ€hlen der Wolf und der Biber, ebenso wie die Wacholderheiden auf der SchwĂ€bischen Alb, das Große Torfmoor in Nordrhein-Westfalen, das Tegeler Fließtal der Hauptstadt Berlin, der Buchenwald Grumsin oder das Nationale Naturerbe „Weinberg Wetzlar“.
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NABU zieht nĂŒchterne Bilanz zur ElektromobilitĂ€t
Bundesregierung unternimmt keinen ernsthaften Versuch eine Verkehrswende anzustoßen

Mit Blick auf die heute beginnende Konferenz der Bundesregierung zur ElektromobilitĂ€t in Berlin zieht der NABU eine nĂŒchterne Bilanz fĂŒr Elektroautos in Deutschland. Trotz der klimapolitischen Notwendigkeit alternativer Niedrigemissionsfahrzeuge sei das bisherige Engagement der Bundesregierung zur Förderung umweltfreundlicher MobilitĂ€tsformen unzureichend. Das selbstgesteckte Ziel von einer Million Elektrofahrzeugen im Jahr 2020 sei mit Zögerlichkeit nicht zu erreichen und zementiere die dominante Stellung des Verbrennungsmotors.

NABU BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Miller: „Große Autos mit Verbrennungsmotor und Klimaschutz sind nicht vereinbar, daher brauchen wir alternative Antriebe auf Basis erneuerbarer Energien. Die Bundesregierung hat bisher keinen ernsthaften Versuch unternommen, eine Verkehrswende anzustoßen. Stattdessen sehen wir immer mehr ĂŒbermotorisierte GelĂ€ndewagen in den InnenstĂ€dten, die einer notwendigen Verbrauchsreduzierung im Wege stehen. Das widerspricht allen Erfordernissen des Klimaschutzes, zu denen sich Bundeskanzlerin Merkel gerade erst beim G7-Gipfel bekannt hat.“ Doch nicht nur werde aller Voraussicht nach das Ziel verfehlt, den Anteil von Elektroautos deutlich zu erhöhen. Auch eine Einbettung dieser Fahrzeuge in ein nachhaltiges Verkehrssystem bestehend aus deutlich weniger Autos, mehr Rad- und Fußverkehr und einer StĂ€rkung des öffentlichen Nahverkehrs bleibe bisher völlig auf der Strecke.

„Das Elektroauto ist lĂ€ngst nicht die Lösung aller unserer MobilitĂ€tsprobleme. Viel zu hoher FlĂ€chen- und Ressourcenverbrauch sowie LĂ€rm bleiben bestehen. Aber ohne mehr ElektromobilitĂ€t wird es auch nicht gehen. Deshalb brauchen wir finanzielle Anreize fĂŒr Niedrigemissionsionsfahrzeuge und gleichzeitig eine Sonderabgabe auf besonders klimaschĂ€dliche Autos“, so NABU-Verkehrsexperte Daniel Rieger. Die von der Bundesregierung geplante Sonderabschreibung fĂŒr Elektroautos lehnt der NABU ab, da sie vor allem eine versteckte KaufprĂ€mie fĂŒr Elektroautos sei und vom Steuerzahler finanziert werde. Stattdessen schlĂ€gt der NABU einen ElektromobilitĂ€tsfonds vor, der sich aus einer Abgabe fĂŒr besonders klimaschĂ€dliche Pkw speist und den Kauf besonders effizienter Fahrzeuge subventionieren könnte.
 
 

 
Luftverschmutzung weiter deutlich zu hoch
UmweltverbĂ€nde begrĂŒĂŸen eingeleitetes Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland

Berlin - Die UmweltverbĂ€nde BUND, DUH, NABU und VCD begrĂŒĂŸen, dass die EuropĂ€ische Kommission endlich aktiv wird und heute der Bundesregierung das förmliche Aufforderungsschreiben wegen Nichteinhaltung der Grenzwerte fĂŒr Stickstoffdioxid (NO2) hat zukommen lassen. Dieses Schreiben ist der erste Schritt in einem Vertragsverletzungsverfahren, das Deutschland nun wegen zu hoher Stickoxidbelastungen droht: 2014 wurden die Jahresmittelwerte fĂŒr diesen Schadstoff an ĂŒber der HĂ€lfte der 500 Messstationen in Deutschland ĂŒberschritten. Die entsprechenden Grenzwerte gibt es seit 2005, seit 2010 mĂŒssen sie eingehalten werden und wurden bisher immer ĂŒberschritten. In Deutschland ist dafĂŒr vor allem der Straßenverkehr verantwortlich.

Leif Miller, NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer: „Dieser Schritt der EuropĂ€ischen Kommission war lange ĂŒberfĂ€llig. Nach wie vor ergreifen viele StĂ€dte nicht die nötigen Maßnahmen, um die Luftschadstoffbelastung vor Ort nachhaltig zu senken. Vielleicht Ă€ndert sich diese Haltung nun angesichts drohender Strafzahlungen, so dass die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger bald wieder frei durchatmen können.“ Insbesondere die Stickoxidemissionen von Dieselfahrzeugen seien ein Problem, zumal es hier zu gravierenden Abweichungen zwischen Herstellerangaben und realem Fahrbetrieb auf der Straße komme. So sei es nicht verwunderlich, wenn die Stickoxidkonzentrationen in der Atemluft weiterhin deutlich ĂŒber den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lĂ€gen und beim Menschen zu schwerwiegenden Atemwegsreizungen und -entzĂŒndungen fĂŒhre.

Die UmweltverbĂ€nde sind tief besorgt ĂŒber die insgesamt desolate nationale Luftreinhaltepolitik der Bundesregierung, dafĂŒr ist der aktuelle Brief nur einer von zahllosen Belegen. Auch bei anderen Luftschadstoffen sind die Aussichten trĂŒbe. Ebenso gravierend ist zum Beispiel, dass die Bundesregierung eine AbschwĂ€chung des Kommissionsentwurfs fĂŒr die Revision der Richtlinie zur Verringerung der nationalen Emissionen verschiedener Luftschadstoffe (NEC) mittrĂ€gt, anstatt sich fĂŒr strengere Grenzwerte einzusetzen. Das wird aktuell vor allem dadurch deutlich, dass sie unterstĂŒtzt, den Schadstoff Methan komplett daraus zu streichen. Wenn dies passiert, obwohl Methan schĂ€dliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit hat und nirgendwo anders direkt reguliert wird, wĂŒrde die Richtlinie massiv geschwĂ€cht.

Die Kommission tut gut daran, EuropĂ€isches Recht durchzusetzen. Deutschland muss dringend grĂ¶ĂŸere Anstrengungen unternehmen, um seine Luftschadstoffemissionen zu reduzieren und konkrete Maßnahmen ergreifen. Gleichermaßen muss es sich, um die lokalen Belastungen fĂŒr die Menschen auf ein ertrĂ€gliches Maß zu reduzieren, fĂŒr ambitionierte und verbindliche europĂ€ische Ziele einsetzen. Hier ist gemeinsames, effizientes Handeln der EuropĂ€ischen Staaten mehr gefragt denn je.
 
 

GefĂŒhrte Wanderung auf dem Bergbaulehrpfad „Birchiburg“
(c) KUR UND BÄDER GMBH BAD KROZINGEN
 
GefĂŒhrte Wanderung auf dem Bergbaulehrpfad „Birchiburg“
BAD KROZINGEN. Am Donnerstag, den 18. Juni 2015 um 16.00 Uhr findet eine
gefĂŒhrte Wanderung auf dem Bergbaulehrpfad „Birchiburg“ bei St. Ulrich mit der
ArchĂ€ologin Dr. Christel BĂŒcker statt.

Wer heute durch den romantischen SĂŒdschwarzwald zwischen Freiburg und Lörrach wandert,
ahnt kaum, dass sich hier in der Römerzeit und vor allem im Mittelalter ein ausgedehntes
Bergbaurevier auf Kupfer und Silber befunden hat – quasi das Ruhrgebiet des Mittelalters. Doch
noch heute sind vielfÀltige Spuren wie SchÀchte, Pingen, KöhlerplÀtze und Burgen im dicht
bewaldeten Schwarzwald zu erkennen. Viele Relikte des Bergbaureviers wurden aber erst durch
die Forschungen und Ausgrabungen der UniversitÀt Freiburg seit 1987 wieder entdeckt und -
auch wie am Birkenberg bei St. Ulrich – begehbar und erlebbar gemacht.

Auf dem 1,6 km langen Lehrpfad im Bergbaurevier am Birkenberg wird dem Besucher auf ĂŒber
20 Schautafeln ein Eindruck von der Lebens- und Schaffenswelt der mittelalterlichen Bergleute
vermittelt. Der Fußpfad windet sich durch einen lichten Hochwald, vorbei an eindrucksvollen
Bergbauspuren, die die Jahrhunderte ĂŒberdauert haben. Der Rundgang fĂŒhrt zunĂ€chst durch
einen tiefen, schluchtartigen Verhau mit einer großen Radstube zur EntwĂ€sserung der Stollen
und SchÀchte. Dann geht es den Birkenberg hinauf, vorbei an zahlreichen verfallenen oder
offenen Stollen und SchÀchten sowie an Schmiede- und KöhlerplÀtzen. Im höher gelegenen
Abschnitt quert der Pfad das Zentrum einer ehemaligen Bergleutesiedlung mit noch erkennbaren
Arbeits- und Wohnterrassen. Schließlich erreicht der Weg beim Wiederabstieg ins Tal die Ruine
der Birchiburg, die man von einer Aussichtsplattform gut ĂŒberblicken kann.

Durch ErklĂ€rungen der ArchĂ€ologin Dr. Christel BĂŒcker wird bei der gefĂŒhrten Wanderung fast
Unsichtbares sichtbar und begreifbar und ein Bergwerk aus dem Mittelalter wird zum Leben
erweckt. Stollen und SchÀchte des Silber- und Kupferbergbaus, die Ausgrabungen der Birchiburg
und die ehemaligen Bergleutesiedlungen werden auf einer gefĂŒhrten Wanderung besichtigt.
Auf schmalen Pfaden, geht es auf einem ca. 1,6 km langen Rundweg ĂŒber den Birkenberg. Die
Wanderung wird auch am 20. August und 24. September angeboten. Dauer ca. 2 Stunden, festes
Schuhwerk erforderlich. Nach der Wanderung wird an der Snewlin-HĂŒtte gegrillt und
alkoholfreie GetrÀnke dazu gereicht.

Weitere Informationen und Anmeldung bei der Tourist-Information Bad Krozingen, Tel. 07633
4008-164 oder unter www.bad-krozingen.info
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Von Schiffsabgasen geht große Gesundheitsgefahr aus
Wissenschaftler bestĂ€tigen: Abgasfilter fĂŒr Schiffe dringend erforderlich

Wissenschaftler der UniversitĂ€t Rostock haben jetzt in einer internationalen Studie nachweisen können, wie gefĂ€hrlich ungefilterte Schiffsabgase fĂŒr die Gesundheit sind. Dabei fanden sie heraus, dass nicht nur bei Verwendung von giftigem Schweröl sondern auch von Schiffsdiesel die Feinstaubemissionen extrem gesundheitsschĂ€dlich sind. „Die Ergebnisse sind erschreckend und bestĂ€tigen unsere schlimmsten BefĂŒrchtungen: Schiffsemissionen verursachen schwerwiegende Erkrankungen der Lungen und des Herzens“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Bemerkenswert ist auch, dass die Wissenschaftler als Lösung eine Kombination aus schwefelĂ€rmerem Treibstoff plus Rußpartikelfilter vorschlagen. „Der NABU fordert schon seit Jahren die AusrĂŒstung von Schiffen mit Partikelfiltern. An Land ist die Technik lĂ€ngst Standard. Die Gesundheitsbelastung hat sich dadurch erheblich verringert. Halbherzige Lösungen wie die Scrubber-Technologie oder Effizienzmaßnahmen allein reichen zum Schutz von Mensch und Umwelt lĂ€ngst nicht aus“, so Miller. Trotzdem werden weiterhin Schiffe ohne Rußpartikelfilter gebaut, wie etwa TUI Cruises jĂŒngster Flottenzugang „Mein Schiff 4“, das heute in Kiel getauft wird.

Insbesondere die Bewohner von KĂŒstenregionen und HafenstĂ€dten sind von den Emissionen aus Schiffsmotoren stark betroffen. „Die Studie zeigt, dass gerade Schweröl fĂŒr hohe Konzentrationen an bekannten toxischen Substanzen wie Schwermetallen und Kohlenwasserstoffen in der Luft verantwortlich ist. Wir können die Empfehlung der Wissenschaftler, dringend saubere Kraftstoffe und wirksame Abgastechnik zu verwenden, nur unterstreichen“, so Dietmar Oeliger, NABU-Verkehrsexperte.

Bereits im Jahr 2013 hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Dieselrußemissionen als Ă€hnlich krebserregend eingestuft wie Asbest. Rußpartikel sind darĂŒber hinaus – nach Kohlendioxid – der zweitstĂ€rkste Klimatreiber. Eine wirksame Abgastechnik bei Schiffen kann daher gleich zwei entscheidende BeitrĂ€ge leisten: zum Klima- und zum Gesundheitsschutz.
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Freiburger GEO-Tag der Artenvielfalt am 13. und 14. Juni 2015 im Rieselfeld
Beim diesjĂ€hrigen GEO-Tag, den das Freiburger Netzwerk Artenvielfalt im Rieselfeld veranstaltet, sind alle Naturfreunde und Naturbegeisterte herzlich willkommen. Die Besucherinnen und Besucher können an naturkundlichen Exkursionen teilnehmen und Tier- und Pflanzenarten erforschen, bestimmen und kartieren. UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik spricht um 12.00 Uhr das Grußwort seitens der Stadt Freiburg.

17 gefĂŒhrte Exkursionen und Angebote durch Biologen, Förster und andere Naturkundige sind ĂŒber die beiden Tage verteilt. Am Samstagabend ab 21.00 Uhr stehen die FledermĂ€use und Nachtfalter im Mittelpunkt des Interesses und am Sonntagmorgen geht es mit der ersten Vogelexkursion bereits um 7.00 Uhr los.

Einsatzort fĂŒr die Feldforschung ist in diesem Jahr das Naturschutzgebiet Rieselfeld im gleichnamigen Freiburger Stadtteil. In der Zeit von 1891 – 1985 wurden im Rieselfeld die stĂ€dtischen AbwĂ€sser verrieselt und dadurch gereinigt. Das Gebiet hat eine FlĂ€che von rund 257 ha und wurde 1995 als Ausgleich fĂŒr die Teilbebauung des Rieselfeldes als 200. Naturschutzgebiet unter Naturschutz gestellt. Die Wiesen und Weiden des Rieselfeldes sind heute nur deshalb waldfrei, weil sie gemĂ€ht oder beweidet werden. Viele Tier- und Pflanzenarten, die offene und sonnige LebensrĂ€ume bevorzugen, profitierten ĂŒber Jahrhunderte von der Mahd und der Beweidung. Diese Art der Landbewirtschaftung und die hiermit verbundene Schaffung unterschiedlicher LebensrĂ€ume fĂŒhrten zu einer Erhöhung der Artenvielfalt. Die Erhaltung der artenreicher Wiesen und Weiden z.B. fĂŒr Weißstörche, Schwarzkehlchen, Neuntöter, Schmetterlinge wie der KurzschwĂ€nzige BlĂ€uling oder auch die Wiesen-Flockenblume ist eines der wichtigsten Entwicklungsziele im Naturschutzgebiet.

Am Freiburger Tag der Artenvielfalt sind nicht nur Experten gefragt: Jeder, der sich fĂŒr die Natur und fĂŒr ihren Schutz interessiert, kann mitmachen, insbesondere auch Familien mit Kindern. Unter Anleitung von Fachleuten können Hobbybiologen die dort vorhandenen LebensrĂ€ume erforschen, Tier- und Pflanzenarten bestimmen und erfassen. Bundesweit werden dann sĂ€mtliche Ergebnisse dieses Tages zusammengetragen.

Treffpunkt am Sonntag fĂŒr alle Exkursionen ist immer am Ökomobil, dem fahrenden Naturlabor des RegierungsprĂ€sidiums am Besucherparkplatz beim Eingang in den Mundenhof. Treffpunkt fĂŒr die Abendexkursionen am Vortag ist ebenfalls am Besucherparkplatz.

Veranstalter ist das Freiburger Netzwerk Artenvielfalt zu dem sich 20 verschiedene Regionale NaturschutzverbĂ€nde und -Gruppen, Ämter der Stadt Freiburg und weitere Einrichtungen zusammengeschlossen haben. Mehrere Partner aus dem Freiburger Netzwerk Artenvielfalt sind am Sonntag auch mit InfostĂ€nden am Besucherparkplatz vertreten.
Am Treffpunkt stehen Fachleute aus den verschiedenen Bereichen bereit, um die Interessierten zu begleiten und die gefundenen Insekten, Vögel und SÀugetiere sowie Pflanzen bestimmen zu helfen. SÀmtliche Exkursionen werden von Fachleuten begleitet und sind kostenlos.

Weitere Informationen und den Veranstaltungsflyer gibt es zentral bei der Ökostation im Seepark, Falkenbergerstr. 21 B, 79110 Freiburg. Alle Infos und Exkursionen stehen auch online unter www.oekostation.de/de/projekte/freiburger_geo_tag_artenvielfalt.htm
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