oekoplus - Freiburg
Samstag, 21. Oktober 2017
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr
  •  


Verschiedenes

Filmpremiere: „COUNT DOWN AM TAPAJOS“
Krieger der Munduruku / Foto: mkfilmproduktion
 
Filmpremiere: „COUNT DOWN AM TAPAJOS“
Neuer Dokumentarfilm von Martin Keßler
Am Donnerstag, dem 9.07. 2015, 19.30 Uhr, findet im „Haus am Dom“ in Frankfurt a.M. die bundesweite Premiere unseres neuen Dokumentarfilmes „COUNT DOWN AM TAPAJOS“ statt.

Im Zentrum des Filmes steht die Situation am Amazonasfluß Tapajos. Dort will die brasilianische Regierung sieben GroßstaudĂ€mme errichten:

„Fluss, Land, die WĂ€lder und die Fische. All das bedeutet Leben“, sagt Krixi Munduruku. Doch das ist jetzt in Gefahr. Am Tapajos, einem der großen NebenflĂŒsse des Amazonas. Dort will die brasilianische Regierung sieben GroßstaudĂ€mme errichten. Rund 200 000 Hektar Urwald sind bedroht. Und Indigene wie die Munduruku.
Doch die Munduruku haben die Landvermesser verjagt, Straßen blockiert und Ende 2014 eine große Protestversammlung durchgefĂŒhrt. Gemeinsam mit drei katholischen Bischöfen, darunter Bischof KrĂ€utler vom Nachbarfluss Xingu, an dem gerade der drittgrĂ¶ĂŸte Staudamm der Welt entsteht.

Mit ĂŒber Hundert neuen StaudĂ€mmen will PrĂ€sidentin Dilma Rousseff angeblich den Energiehunger Brasiliens stillen. Doch in Wirklichkeit geht es um Milliarden fĂŒr Baukonzerne und illegale Parteienfinanzierung. „Das ist eine kriminelle Vereinigung“, sagt der katholische Bischof von Santarem, Dom FlĂĄvio Giovenale. Und verweist auf den Korruptionsskandal um den halbstaatlichen Erdölkonzern „Petrobras“, bei dem es gerade ums politische Überleben der PrĂ€sidentin und ihres VorgĂ€ngers Lula geht. Doch auch europĂ€ische Weltfirmen wie Siemens wollen am Staudammboom krĂ€ftig mitverdienen. Dabei gĂ€be es lĂ€ngst Alternativen: die Solar- und Windenergie. Eine spannende Reportage von Martin Keßler. Im Kontext der aktuellen Papstenzyklika zur Bedrohung der Schöpfung, in die die Erfahrungen am Xingu und Tapajos mit eingeflossen sind.

Im Anschluß an den Film Diskussion
ĂŒber die aktuelle Lage in Amazonien und die Papstenzyklika zur Bedrohung der Schöpfung mit: Thomas Brose (KlimabĂŒndnis), Martin Keßler (Filmemacher), Thomas Schmidt (Misereor), Dr. Thomas Seiterich (Publik-Forum). Moderation: Katja Strobel (Leserinitiative Publik-Forum)

Premiere in Kooperation mit: Haus am Dom, Heinrich Böll Stiftung Hessen, Publik - Forum, KlimabĂŒndnis. Die Veranstaltung wird unterstĂŒtzt von: Dritte Welthaus Frankfurt, Gegenströmung, Gesellschaft fĂŒr bedrohte Völker, Kooperation Brasilien, Misereor, POEMA.

Filmprojekt gefördert von:
Business Crime Control · Gesellschaft fĂŒr bedrohte Völker, Deutschland . Haleakala-Stiftung – TreuhĂ€nderische Stiftung in der GLS Treuhand · Heinrich – Böll – Stiftung Brasil . Klima-BĂŒndnis der europĂ€ischen StĂ€dte mit indigenen Völkern der RegenwĂ€lder . POEMA, Deutschland · Stiftung MenschenwĂŒrde und Arbeitswelt

Kurzfassung des Filmes (8 min): http://youtu.be/z_d1Y1p51Ps
Mehr
 

 
Rotmilan und Windkraft
Bundesverband WindEnergie befĂŒrchtet massive Einschnitte

Der Bundesverband WindEnergie (BWE) befĂŒrchtet einen schweren RĂŒckschlag fĂŒr den weiteren Ausbau der Windenergie in Baden-WĂŒrttemberg. Grund ist ein derzeit in Vorbereitung befindliches Papier der LUBW (Landesanstalt fĂŒr Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-WĂŒrttemberg), in dem Dichtezentren fĂŒr den Rotmilan bestimmt werden. Landesvorsitzender Walter Witzel: „Wir befĂŒrchten, dass damit große FlĂ€chen fĂŒr die Windkraftnutzung verloren gehen.“

Konkret geht es um „Hinweise zur Bewertung und Vermeidung von BeeintrĂ€chtigungen von Vogelarten bei Bauleitplanung und Genehmigung fĂŒr Windkraftanlagen“, die heute in der Facharbeitsgruppe der LUBW beraten werden. Darin geht es u. a. um den Rotmilan. Dort, wo dieser Vogel gehĂ€uft auftritt, in sogenannten Dichtezentren, sollen keine artenschutzrechtlichen Ausnahmen möglich sein. Der BWE befĂŒrchtet, dass bei der FlĂ€chennutzungsplanung die Regelung zu den Rotmilan-Dichtezentren in der Praxis dazu fĂŒhren wird, dass die fraglichen FlĂ€chen pauschal aus der Planung herausgenommen werden und damit fĂŒr die Windkraft verloren sind. Angesichts der weitrĂ€umigen Verbreitung des Rotmilans (und der stetigen Zunahme dieser Vögel) wĂ€re das fĂŒr den Windkraftausbau ein herber Einschnitt. Ein großer Windkraftprojektierer hat beispielsweise festgestellt, dass mehr als die HĂ€lfte seiner Projekte auf der schwĂ€bischen Alb durch diese Regelung gefĂ€hrdet wĂ€ren. Landesvorsitzender Witzel: „Damit stellt sich die Frage, ob das Ausbauziel der Landesregierung noch erreichbar ist.“

UnverstĂ€ndlich ist es aus Sicht des BWE auch, dass die Flughöhen bei der Beurteilung der GefĂ€hrdung nicht zu berĂŒcksichtigen sind. Bekanntlich hat die Entwicklung der Windkraft im Binnenland dazu gefĂŒhrt, dass große Anlagen mit hohen TĂŒrmen gebaut werden. Heutige Rotoren drehen sich daher in der Regel in Höhen zwischen 90 und 200 Metern. Der tiefste Punkt der FlĂŒgelspitze (90m) liegt damit deutlich ĂŒber der normalen Flughöhe des Rotmilans (ca. 50m). Damit hat sich die GefĂ€hrdung von Vögeln, aber insbesondere des Rotmilans, durch die technologische Entwicklung der Windkraft in den letzten Jahren deutlich verringert. Der BWE fordert daher, dass dies in den Hinweisen der LUBW angemessen berĂŒcksichtigt wird.

Der BWE wĂŒnscht, dass diese Hinweise der LUBW im Rahmen einer „Politik des Gehörtwerdens“ vor ihrer Verabschiedung im Rahmen des AK Wind des Umweltministeriums mit Vertretern der Windbranche diskutiert werden.
 
 

 
Von Staudenhalter bis Pilzberatung
Die Termine des Waldhauses im Juli


Samstag, 11. Juli, 14 bis 17 Uhr // Anmelden bis 7. Juli
Staudenhalter fĂŒr den Garten aus der GrĂŒnholzwerkstatt
An diesem Nachmittag können die Teilnehmer und Teilnehmerinnen
im Waldhaus am Schneidesel mit dem Ziehmesser aus frischem
Eichen- oder Kastanienholz schöne und langlebige Staudenhalter fĂŒr
den Garten herstellen. Zum Behalten oder Verschenken!
Teilnahmebeitrag: 20 Euro inkl. Material, Kinder ab 12 Jahren in
Begleitung eines teilnehmenden Erwachsenen 14 Euro.

Sonntag, 12. Juli, 11 Uhr
Konzertmatinee: Sommer am Waldrand
Das Vocalensemble AnChora unter der Leitung von Martina Freytag
prÀsentiert sich im Waldhaus sommerlich mit einem frischen Mix aus
Rock, Pop, Schlager und Soul. FĂŒr eine swingende Portion Jazz
sorgen der Jazzchor Radolfzell und sein Jazztrio unter der Leitung
von Kantorin Pia Löb. Im Anschluss an die Matinee bewirtet das
Waldhaus-Café die GÀste. Der Eintritt von 5 Euro und freundliche
Spenden kommen der Umweltbildung im Waldhaus zugute.

Sonntag, 12. Juli, 14 bis 15.30 Uhr
Sonntagsspaziergang: Exoten mal anders betrachtet
Viele BĂ€ume, die heute als exotisch gelten, stellen sich unter
erdgeschichtlicher Betrachtung als „alte“ Bekannte der heimischen
Vegetation heraus. In dieser FĂŒhrung zum Stadtwaldarboretum
(Treffpunkt Waldhaus) stellt Christopher Traiser, Biologe,
PalĂ€ontologe und Geowissenschaftler, ausgewĂ€hlte „Baum-Exoten“
unter diesem Aspekt vor. Teilnahmebeitrag: 3 Euro.

Donnerstag, 16. Juli, 9.30 bis 18 Uhr // Anmelden bis 9. Juli
Pilzseminar
Dieses Waldhaus-Seminar richtet sich an Multiplikatoren und
interessierte AnfÀnger, die sich einen umfassenden Einblick in die
Welt der Pilze verschaffen möchten. In Theorie und Praxis stellt
Veronika WÀhnert, PilzsachverstÀndige der DGfM, Pilze
unterschiedlichster Gruppen vor. Besonders im Fokus stehen
Großpilze. Teilnehmer erhalten einen Einblick in die ArtenfĂŒlle und
Formenvielfalt der heimischen Pilzflora und in die Rolle der Pilze im
Ökosystem Wald. Dem Theorieteil vormittags im Waldhaus folgt eine
Waldexkursion am Nachmittag. Teilnahmebeitrag: 45 Euro.

Sonntag, 19. Juli, 14 bis 18 Uhr // Anmelden bis 15. Juli
Buchbindekurs im Waldhaus
Mit geringem Aufwand an Material und Werkzeug vermittelt die
Buchbindemeisterin Sabine Natterer im Waldhaus eine klebstofffreie
Buchbindetechnik. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können an
nur einem Nachmittag eigene BucheinbÀnde herstellen. Ihr Reiz liegt
darin, dass schon die Heftung der BĂŒcher als gestalterisches
Element sichtbar bleibt.
Teilnahmebetrag: 20 Euro inkl. Material, Kinder ab 10 Jahren in
Begleitung eines teilnehmenden Erwachsenen 14 Euro, Familien 60
Euro. FĂŒr Besitzer der Familiencard ist die Teilnahme frei.

Sonntag, 19. Juli, 14 bis 18 Uhr // Anmelden bis 15. Juli
Buchbindekurs im Waldhaus
Mit geringem Aufwand an Material und Werkzeug vermittelt die
Buchbindemeisterin Sabine Natterer im Waldhaus eine klebstofffreie
Buchbindetechnik. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können an
nur einem Nachmittag eigene BucheinbÀnde herstellen. Ihr Reiz liegt
darin, dass schon die Heftung der BĂŒcher als gestalterisches
Element sichtbar bleibt.
Teilnahmebetrag: 20 Euro inkl. Material, Kinder ab 10 Jahren in
Begleitung eines teilnehmenden Erwachsenen 14 Euro, Familien 60
Euro. FĂŒr Besitzer der Familiencard ist die Teilnahme frei.


Sonntag, 26. Juli
FrÀulein Brehms Tierleben. 14 Uhr: Canis lupus, der Wolf.
16 Uhr: Phocoena phocoena, der Schweinswal
Das einzige Theater weltweit fĂŒr heimische bedrohte Tierarten
gastiert wieder im Waldhaus. FĂŒr neugierige Erwachsene und Kinder
ab 8 Jahren; es gelten relative Eintrittspreise (Erwachsene etwa 9
Euro, Kinder 4,20 Euro). Eintritt fĂŒr Inhaber der FamilienCard frei.
Info und Karten: Tel. 896 477 10 und www.brehms-tierleben.com.
Eine Kooperation von Wildwege e.V., Stiftung Waldhaus und Stiftung
FrÀulein Brehms Tierleben.

Sonntag, 26. Juli, 15 bis 17 Uhr, und zu weiteren Terminen
Neu: Pilzberatung im Sonntags-Café
Auf vielfache Anfrage hin bietet das Waldhaus erstmals
Pilzberatungen an. WÀhrend der Pilzsaison können Sammler und
Sammlerinnen ihre Funde einmal im Monat am Sonntag von 15 bis
17 Uhr Veronika WÀhnert, PilzsachverstÀndige der DGfM, vorlegen
und sich beraten lassen. Verbinden Sie Ihre Beratung mit einer
Tasse Kaffee und einem leckeren StĂŒck Kuchen im Waldhaus-CafĂ©.
Termine: 26. Juli, 23. August, 20. September, 4. Oktober.
Unkostenbeitrag: 3 Euro. Anmeldung nicht nötig.

Das Waldhaus öffnet dienstags bis freitags 10 bis 17 Uhr, sonn- und
feiertags von 12 bis 17 Uhr. Angebote fĂŒr Schulklassen gibt es nach
Absprache auch ĂŒber die regulĂ€ren Öffnungszeiten hinaus. Info unter
Tel. 0761-89647710 oder www.waldhaus-freiburg.de.
Mehr
 

 
NABU: Kurzes Gastspiel der Klimakanzlerin?
Kippen des Klimaschutzbeitrags wĂ€re Schlappe fĂŒr Gabriel, fĂŒr die Verbraucher und das Klima

Medienberichten zufolge droht der Klimaschutzbeitrag von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel fĂŒr die Ă€ltesten und dreckigsten Kohlkraftwerke zu kippen, wĂ€hrend den unausgegoren VorschlĂ€gen zur Erreichung einer klimafreundlicheren Stromversorgung der Vorzug gegeben wird. „WĂ€hrend sich zwei Drittel der Deutschen eindeutig von der Kohle verabschieden wollen, gibt Gabriel seine eigenen guten Ideen auf und der Kraftwerksreserve fĂŒr Kohlekraftwerke grĂŒnes Licht, die die BĂŒrger zahlen mĂŒssen. So bekommen die Ă€ltesten Braunkohlekraftwerke, die eigentlich still gelegt werden mĂŒssten, noch eine VergĂŒtung, weil sie als Reserve bereit gehalten werden. Braunkohle ist ein Auslaufmodell. Die Energieversorger, die es versĂ€umt haben, rechtzeitig in Alternativen zu investieren, dĂŒrfen nicht noch belohnt werden,“ sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Der Druck der Gewerkschaften, der Energieversorger und die fehlende RĂŒckendeckung der Bundeskanzlerin wirke offenbar und setze Bundeswirtschaftsminister Gabriel unter Druck. Die IG BCE scheint mit ihren VorschlĂ€gen fĂŒr eine Kraftwerksreserve punkten zu können: Braunkohlekraftwerke sollen vom Markt genommen aber einsatzbereit gehalten werden fĂŒr NotfĂ€lle. „Doch die IG BCE hat im Gegensatz zu Gabriels Klimaschutzbeitrag kein Konzept, wie Emissionen, die in Deutschland eingespart werden, auch europĂ€isch vermieden werden können,“ so Tschimpke. Mit dem Klimaschutzbeitrag hingegen sollen Braunkohlekraftwerke einen Teil ihrer Emissionshandelszertifikate löschen lassen, die dann auch im gesamteuropĂ€ischen Emissionsbudget fehlen wĂŒrden.

Die Bundeskanzlerin lasse alle BefĂŒrchtungen wahr werden und unterlasse jede Hilfeleistung. „Inwieweit es ĂŒberhaupt noch um Klimaschutzeffekte im Stromsektor geht, ist nicht erkennbar. Und die Kanzlerin, harrt schweigend der Dinge die da kommen“, so NABU-Klimaschutzexpertin Tina Mieritz.
Mehr
 

 
Carsharing: Eine Stunde Auto leihen fĂŒr 1,99 Euro
Carsharing funktioniert und lohnt sich vor allem in Ballungsgebieten. Bei einem Test der Stiftung Warentest von 11 Carsharing-Anbietern standen genug Fahrzeuge bereit und das Buchen sowie Abrechnen klappte meist problemlos. Eine Stunde Auto leihen ist schon ab 1,99 Euro möglich. Alle Anbieter im Test schneiden gut ab, bis auf zwei, deren Noten wegen unerlaubter Klauseln im Kleingedruckten abgewertet wurden.

Etabliert haben sich zwei Carsharing-Varianten: Beim klassischen Modell stehen die Autos auf einem festen Parkplatz und werden nach der Nutzung auch wieder dorthin gebracht. Die Nutzer buchen ĂŒber Telefon, Computer oder App, eine Stunde Kleinwagen fahren kostet etwa 2 bis 5 Euro, Benzin inklusive. Die zweite Variante ist flexibler und nur in großen StĂ€dten zu finden. Die Autos stehen irgendwo in der Stadt und werden an einem beliebigen Parkplatz innerhalb des Nutzungsgebiets wieder abgestellt. Das Buchen funktioniert wie beim klassischen Modell. Eine Stunde kostet etwa 15 bis 17 Euro, enthalten sind Benzin und Parkkosten. FĂŒr alle Fahrten im Test waren Autos verfĂŒgbar – meist sogar recht nah, allerdings nicht immer in der vorgesehenen Kategorie.

Beide Carsharing-Varianten haben Vor- und Nachteile. Am besten fahren Verbraucher, die beide wechselseitig nutzen können. Finanziell lohnt es sich besonders fĂŒr Menschen, die auf ein eigenes Auto verzichten und nicht mehr als etwa 5.000 Kilometer im Jahr fahren. Auch beim Carsharing ist es ratsam, das Kleingedruckte zu lesen. Bei manchen Anbietern soll der Kunde unter bestimmten UmstĂ€nden auch fĂŒr SchĂ€den haften, die er nicht verursacht hat, oder wenn das Auto gestohlen wird. Solche Klauseln sind allerdings unzulĂ€ssig.

Der ausfĂŒhrliche Test Carsharing erscheint in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift test (ab 26.06.2015 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/carsharing abrufbar.
Mehr
 

NABU: Kiebitz ist auf Schutz durch EU-Richtlinien angewiesen
Kiebitz / Foto: Thorsten KrĂŒger
 
NABU: Kiebitz ist auf Schutz durch EU-Richtlinien angewiesen
„Fitness-Check“ darf nicht zum Naturschutz-Abbau fĂŒhren

Berlin/Bergenhusen/Hannover – Die Naturschutzgesetzgebung der EU soll auf den PrĂŒfstand: Bis zum 24. Juli haben alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger in den Mitgliedstaaten die Gelegenheit, sich zur Bedeutung und zu einer möglichen „Modernisierung" der zwei wichtigsten EU-Gesetze fĂŒr den Natur- und Artenschutz zu Ă€ußern: der Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) -und der Vogelschutzrichtlinie. Mit der Aktion „NaturschĂ€tze retten“ stellt der NABU jede Woche unter www.NABU.de/naturschaetze ein Gebiet, eine Art oder einen Lebensraum vor, die vom Schutz der EU profitieren oder ohne diesen verloren gehen könnten.

Der Kiebitz zĂ€hlt in Deutschland zu den stark gefĂ€hrdeten Vogelarten. In der Folge sind fĂŒr den bedrohten Zugvogel besondere Schutzgebiete nach der EU-Vogelschutzrichtlinie ausgewiesen worden. Von diesen EU-Vogelschutzgebieten hat der Kiebitz profitiert. Auch die Jagd auf Kiebitze wurde mit der EU-Vogelschutzrichtlinie eingeschrĂ€nkt. Allerdings ist sie in einigen Mitgliedsstaaten, zum Beispiel in Frankreich, immer noch zulĂ€ssig.

Trotz des Schutzes durch die EU-Richtlinien hat sich der Brutbestand des Kiebitzes in Deutschland in den vergangenen zwanzig Jahren halbiert. „Ohne die EU-Vogelschutzrichtlinie wĂŒrde es um den Kiebitz in Deutschland noch schlechter stehen“, sagte Hermann Hötker, Leiter des Michael-Otto-Instituts im NABU. Ein Grund fĂŒr die starke Abnahme liege im unzureichenden Management vieler EU-Vogelschutzgebiete durch die Landesregierungen.

Beispiele fĂŒr ein gelungenes Management von Kiebitz-Brutgebieten finden sich in Schleswig-Holstein. Im EU-Vogelschutzgebiet „Eider-Treene-Sorge-Niederung“ konnte der Kiebitzbestand durch gezielte Schutzmaßnahmen in Kooperation mit Landwirten stabilisiert werden. Im Naturschutzgebiet Beltringharder Koog an der NordseekĂŒste, das ebenfalls Teil des europaweiten Netzwerks von Vogelschutzgebieten ist, hat sich der Kiebitzbestand sogar auf zeitweise mehr als 800 Paare erhöht.

Ein weiteres positives Beispiel sei in diesem Zusammenhang das EU-Vogelschutzgebiet „DĂŒmmer“ in Niedersachsen, so NABU-Landesvorsitzender Niedersachsen Holger Buschmann. In diesem Schutzgebiet seien bisher mehr als 40 Millionen Euro aus Mitteln des EU-Life-Programms fĂŒr die Wiederherstellung von Feuchtwiesen und andere Schutzmaßnahmen eingesetzt worden, von denen bedrohte Wiesenvögel wie der Kiebitz stark profitiert hĂ€tten. Der Kiebitzbestand hat sich in der Folge von nur noch 20 Paaren im Jahr 1998 inzwischen wieder in etwa verzehnfacht. Insgesamt leben 41 Prozent des nationalen Kiebitzbestandes in Niedersachsen.

„Auf diesen Erfolgen darf man sich nicht ausruhen. Denn trotz dieser positiven Nachricht besteht weiterhin dringender Handlungsbedarf“, so Buschmann weiter. Durch GrĂŒnlandumbruch, intensive Landwirtschaft sowie EntwĂ€sserung von Feuchtwiesen werden den Kiebitzen mögliche LebensrĂ€ume unwiederbringlich entzogen. Eine AbschwĂ€chung der Naturschutzrichtlinien könnte den Komplettverlust der Art in unserer Kulturlandschaft bedeuten. Einer der am meisten gefĂ€hrdeten LebensrĂ€ume fĂŒr den Kiebitz stellt die 10.500 Hektar große Leda-JĂŒmme-Niederung im Landkreis Leer dar. Zwischen den Jahren 2004 bis 2011 hat sich der Bestand von 330 auf 271 Brutpaare um 18 Prozent reduziert. „Dies sind alarmierende Zahlen. Trotzdem fallen weiterhin wertvolle Habitate dem Maisanbau zum Opfer“, so Buschmann. Eine Ausweisung als Vogelschutzgebiet, wie sie vom Land Niedersachsen nun angedacht wird, könne dazu beitragen, die Landnutzung in der Niederung naturvertrĂ€glicher zu gestalten.

Der Kiebitz zĂ€hlte noch vor wenigen Jahren zu den weit verbreiteten Vogelarten auf Wiesen und Feldern in ganz Deutschland. Hauptgrund fĂŒr den RĂŒckgang des Kiebitzes innerhalb und außerhalb von Schutzgebieten ist die Intensivierung der Landwirtschaft. Über Jahrzehnte wurden Bruthabitate im GrĂŒnland durch Trockenlegung zerstört oder in Äcker umgewandelt. Durch die zeitliche Überschneidung von Brutzeit und GrĂŒnland-Bewirtschaftung gingen immer wieder Gelege und KĂŒken verloren. Auch Äcker sind oft keine Alternative. Sie bieten KĂŒken oft nicht genug Nahrung. Auf MaisĂ€ckern, die inzwischen hĂ€ufig von Kiebitzen als Brutplatz genutzt werden, sind die Gelege zudem hĂ€ufig Opfer der Bewirtschaftung.

Der NABU hat deshalb bundesweit mit Partnern ein Förderprojekt im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gestartet: Auf „Kiebitzinseln“, kleinflĂ€chigen Brachen auf Äckern und im IntensivgrĂŒnland, sollen die Vögel etwa in Ruhe brĂŒten können. Im Projekt werden auch andere Maßnahmen fĂŒr den Gelege- und KĂŒkenschutz erprobt, so etwa im Landkreis OsnabrĂŒck und im Raum Braunschweig. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesamt fĂŒr Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums, des schleswig-holsteinischen Umweltministeriums und der Hanns R. Neumann Stiftung.
Mehr
 

Karlsruhe: FĂŒhrung durch den Oberwald
Vietnam Sikahirsch im Oberwald / Foto: Stadt Karlsruhe
 
Karlsruhe: FĂŒhrung durch den Oberwald
Sich einem fachkundigen Rundgang durch den Oberwald anschließen können sich Interessierte am Sonntag, 21. Juni. Treffpunkt fĂŒr die rund eineinhalbstĂŒndige FĂŒhrung des Zoos Karlsruhe ist um 14.30 Uhr beim Spielplatz „AffenplĂ€tzle“.
Mehr
 

 
Jeden Tag wird eine FlĂ€che von 100 Fußballfeldern verbraucht
Trotz abnehmender Bevölkerung schreitet der FlÀchenverbrauch voran

Berlin - Über 100 Fußballfelder: So groß ist die FlĂ€che, die in Deutschland jeden Tag fĂŒr den Bau weiterer Siedlungen mit Straßen, Wohnungen und Gewerbegebieten verbraucht wird. Hochgerechnet auf ein Jahr ist die verbrauchte FlĂ€che mit 25.765 Hektar grĂ¶ĂŸer als die gesamte Stadt Frankfurt am Main. In ihrer Nachhaltigkeitsstrategie von 2002 hatte die Bundesregierung das Ziel ausgerufen, den tĂ€glichen Landschaftsverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar zu reduzieren. Alle folgenden Bundesregierungen hatten sich dazu bekannt. Trotz einiger Fortschritte liegt das „30-Hektar-Ziel“ noch immer in weiter Ferne: aktuell werden gut 70 Hektar pro Tag verbraucht. Laut NABU ist fĂŒr dieses Jahr jetzt der Zeitraum erreicht, ab dem die Bagger bereits still stehen mĂŒssten. Es bleiben nur noch fĂŒnf Jahre Zeit, um den FlĂ€chenverbrauch massiv einzudĂ€mmen, wenn es die Bundesregierung mit dem 30-Hektar Ziel ernst meint.

Vor diesem Hintergrund macht der NABU auf den fortschreitenden Landschaftsverbrauch aufmerksam und wirbt fĂŒr eine bessere Innenentwicklung: Um- und Neubau im Innenstadtbereich statt Landschaftszerstörung am Ortsrand lautet die Devise. „FlĂ€chensparendes Wohnen mitten im Ort bringt gleichzeitig mehr LebensqualitĂ€t durch kurze Wege und weniger Autoverkehr. Angesichts sinkender Bevölkerungszahlen ist jeder Hektar neu verbaute Landschaft ein Hektar zu viel“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Die Ausgaben fĂŒr wachsende Verkehrs- und Leitungsnetze sind fĂŒr die Kommunen immer schwerer zu bewĂ€ltigen, wĂ€hrend sich die Abgaben und GebĂŒhren fĂŒr deren Unterhaltung auf immer weniger Einwohner verteilen. Wege zur Schule, zur Arbeit und zum Einkaufen werden lĂ€nger. Gleichzeitig laufen die Ortskerne Gefahr zu veröden, wenn immer mehr GebĂ€ude leer stehen.

„Natur und Landschaft werden durch viele Baumaßnahmen unwiederbringlich zerstört, LebensrĂ€ume werden immer weiter zerschnitten. Mit der Natur und Landschaft, die dabei verloren gehen, verschwindet zugleich auch biologische Vielfalt und damit LebensqualitĂ€t“, sagt NABU-Siedlungsexperte Ulrich Kriese.
 
 



Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 
24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 
47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 
70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 
93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 
116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 
139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 
162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 
185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 
208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 
231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 
254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 
277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 
300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 
323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 


Copyright 2010 - 2017 Benjamin Jäger