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Verschiedenes

Neue Kampagne fĂŒr ein Wildtierverbot in Zirkussen
© Deutscher Tierschutzbund e.V.
 
Neue Kampagne fĂŒr ein Wildtierverbot in Zirkussen
Um auf das Leid, die Angst und Zurschaustellung der Zirkustiere aufmerksam zu machen und um den Druck auf die Politik zu erhöhen, starten wir die Kampagne "‪‎Wildtiere sind keine Zirkustiere". Seit Jahren fordern wir bereits ein Wildtierverbot in ‪Zirkussen, da eine verantwortbare Haltung in reisenden Betrieben nicht möglich ist. Doch die Bundesregierung blockiert bisher diesen wichtigen Schritt. Der tragische Unfall mit Zirkuselefant "Baby" zeigt, dass das Wildtierverbot lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llig ist.
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Ein Schulhof wird zum grĂŒnen Klassenzimmer
Einweihung des "Hofi91" ĂŒber den DĂ€chern Freiburgs / Foto: Stadt Freiburg
 
Ein Schulhof wird zum grĂŒnen Klassenzimmer
Grund zum Feiern an der Hofackergrundschule: Mit einem
bunten Fest wurde am Freitag der umgestaltete Schulhof
"Hofi91" eingeweiht. Die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler können
sich ĂŒber ein neues KlettergerĂŒst, eine Spielkiste und mehr
FreiflÀche zum Spielen freuen. Die ViertklÀssler haben
außerdem selbst mit angepackt und ĂŒber eine SchĂŒlerfirma
ein grĂŒnes Klassenzimmer mit HolzstĂ€mmen mitfinanziert. Als
Kooperationspartner holten sie dafĂŒr die Firma Trumpf
HĂŒttinger ins Boot. 5.000 Euro steuerte die Volksbank bei.

Die SchĂŒlerfirma der vierten Klasse hat in der Hofackerschule
bereits gute Tradition: Im Schuljahr 2011/2012 machte die
Firma Hofi-Beck mit dem GebÀck "Hofitaler" den Anfang und
erzielte damit einen Gewinn von rund 456 Euro. 2012/2013
folgten die Crossie-Macher mit ihrer SĂŒĂŸigkeit "Hofi-Crossies",
mit denen sie 560 Euro einnahmen. 2013/2014 wurden mit
den "Hofi Eggs" weitere 194 Euro erwirtschaftet. Die
Einnahmen flossen jeweils in SpielgerÀte, Spendenaktionen
und Freizeitspaß mit der Klasse. FĂŒr das aktuelle Projekt
„GrĂŒnes Klassenzimmer“ hat die Hofackerschule im April den
mit 500 Euro dotierten Klimaschutzpreis des stÀdtischen
Umweltschutzamtes gewonnen.


Zuletzt wurde der Schulhof der Hofackerschule in den Jahren
2009 und 2011 umgestaltet: Einer Röhrenrutsche
(Kostenpunkt 30.000 Euro) folgte eine Bewegungslandschaft
in Bootsform (20.000 Euro). Im Jahr 2012 wurden außerdem
die Heizkörper und ZÀune erneuert, sowie Flure und
Treppenaufgang gestrichen.


Die Kosten fĂŒr das neue KlettergerĂŒst liegen bei 33.000 Euro.
Den Großteil (25.000 Euro) hat das Amt fĂŒr Schule und
Bildung beigesteuert, der Rest (8.000 Euro) wurde ĂŒber
Spenden finanziert. FĂŒr die zusĂ€tzliche SpielflĂ€che,
Bepflanzungen, ZĂ€une und die Spielkiste fielen weitere 40.000
Euro an, die das stÀdtische GebÀudemanagement trÀgt.
Insgesamt liegen die Kosten fĂŒr den umgestalteten Schulhof
damit bei 73.000 Euro.

Zur Schule:
Die Hofackerschule ist eine Grundschule in FreiburgWaltershofen
mit derzeit 82 SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern in 4
Klassen. Sie zÀhlt damit momentan nach der
Schauinslandschule zur zweitkleinsten öffentlichen
Grundschule der Stadt. In vielen Bereichen des gemeinsamen
Schullebens zeigt sich der familiÀre, lÀndliche Charakter. Die
Schule legt Wert auf ein selbststÀndiges, respektvolles,
demokratisches und offenes Miteinander.
 
 

In Freiburg kommt der Wolf zuerst ins Waldhaus
Die Austellung bleibt bis Herbst 2016 im Waldhaus
 
In Freiburg kommt der Wolf zuerst ins Waldhaus
Ausstellung „Und wenn der Wolf kommt? Alte Mythen und neue
Erfahrungen“ bleibt bis Herbst 2016 im Waldhaus


Gestern wurde auf der A5 bei Lahr ein Tier ĂŒberfahren, das
vermutlich ein Wolf war. Ob damit Meister Isegrim nach 150 Jahren
in den SĂŒdwesten zurĂŒckgekehrt ist, prĂŒft jetzt ein zoologisches
Institut in Berlin. Nach Freiburg kam „der Wolf“ allerdings schon
vergangenen Herbst. Seit September 2014 ist die Ausstellung „Und
wenn der Wolf kommt? Alte Mythen und neue Erfahrungen“ im
Waldhaus zu sehen. Aus gegebenem Anlass wird sie jetzt bis Herbst
2016 verlÀngert. Im Anhang finden Sie Bilder dieser Ausstellung.

Schulklassen und Gruppen können anderthalbstĂŒndige FĂŒhrungen
durch die Ausstellung unter www.waldhaus-freiburg.de oder Tel.
0761/896477-10 buchen. Der Gruppenpreis betrÀgt 40 Euro.
Zudem stellt „FrĂ€ulein Brehms Tierleben“ am Sonntag, 28. Juni, um
16 Uhr ihr StĂŒck Canis lupus. Der Wolf vor. Mehr unter www.brehmstierleben.com,
Kartenbestellung unter Tel. 0761/768 0486.

Es folgen Ausschnitte aus unserer Pressemitteilung vom 22.
September 2014:

Wer erfahren möchte, was ein Wolf so frisst, wenn gerade keine
Großmutter in der NĂ€he ist; wie sich Wolfsgeheul anhört; und wo es
in Deutschland schon Wölfe gibt –
dem sei demnÀchst ein Besuch im Waldhaus empfohlen: Von
Sonntag, 28. September, an ist hier die neue Ausstellung „Und wenn
der Wolf kommt? Alte Mythen und neue Erfahrungen“ zu sehen.

Mit dieser neuen Schau will das Waldhaus umfassend ĂŒber den Wolf
aufklĂ€ren, dessen RĂŒckkehr in den SĂŒdwesten fĂŒr Biologen nur noch
eine Frage der Zeit ist. Baden-WĂŒrttemberg gilt seit Jahren als
„Wolfserwartungsland“ und ist mittlerweile das letzte Bundesland, in
dem noch kein Wolf sicher nachgewiesen wurde. Seit der RĂŒckkehr
im Jahr 2000 leben in Deutschland mittlerweile ĂŒber 30 Rudel. Auch
in den Vogesen und in der Schweiz hÀufen sich die Meldungen: Der
strenge Schutz der Wölfe zeigt Wirkung, sie kehren zurĂŒck.

Wie tief der Wolf aber trotz jahrhundertelanger Abwesenheit durch
die Sprache noch in unserem Bewusstsein verankert ist, erfahren
Besucher bereits auf dem Weg in die Ausstellung. Dann beleuchten
deckenhohe Illustrationen die Begegnungen und Beziehungen von
Wölfen und Menschen von der Steinzeit bis heute. Wolfsangel,
Tellereisen und eine historische Feuerwaffe stehen fĂŒr die
jahrhundertelange Verfolgung durch den Menschen bis zur
Ausrottung der „letzten“ Wölfe im 19. Jahrhundert.

Gezeigt wird auch, wie sich mit der Naturschutzbewegung das Image
des Wolfes verÀndert hat und neue Gruppen sich (oft romantisch
verklĂ€rt) seiner Symbolik bedienen. Eine gemĂŒtliche Leseecke lĂ€dt
zum Schmökern in MĂ€rchen- und anderen WolfsbĂŒchern ein, oder
zur kritischen Durchsicht von „Wolfsmeldungen“ aus jĂŒngerer Zeit

Im Ausstellungsbereich „Biologie und Lebensweise“ nehmen kleine
und große Besucher die Welt aus der Perspektive des Wolfes wahr,
sind zu Gast bei den Welpen in einer Wolfshöhle und setzen sich an
eine gedeckte „Wolfstafel“. Fotofallen, Halsbandsender und andere
Hilfsmittel zeigen, wie Wolfsforscher diesen scheuen Raubtieren auf
die Spur kommen. Selbst ausprobieren kann man, wie schwierig im
„Wolfsmonitoring“ allein die Unterscheidung zwischen Wolf und Hund
ist. Eine regelmĂ€ĂŸig aktualisierte Karte der Wolfsnachweise zeigt,
wie sich Wölfe in Mitteleuropa und hierzulande wieder ausbreiten.

Um den Eindruck zu vermeiden, dass der Wolf als Vegetarier durch
die Lande streift, stehen neben einem WolfsprÀparat auch ein
prÀpariertes Schaf und ein Reh. Denn bei aller Relativierung des
Wolfsbildes: Aus dem Raubtier ist bis heute kein Lamm geworden.
So ist die RĂŒckkehr von Wölfen in eine moderne Kulturlandschaft wie
Baden-WĂŒrttemberg fĂŒr die Nutztierhaltung und die JĂ€gerschaft mit
Konflikten verbunden. Wie sie konstruktiv zu lösen sind, wird hier
anschaulich dargestellt, etwa durch Wege des Herdenschutzes oder
Ausgleichszahlungen im Falle getöteter Nutztiere.

Insgesamt legt die Ausstellung Wert darauf, weder die mit der
RĂŒckkehr des Wolfes verbundenen Herausforderungen zu
verharmlosen noch alte Vorstellungen vom „bösen Wolf“ zu
bedienen, wo aktuelle Forschungen ein anderes Bild zeichnen. Sie
will aufzeigen, wie ein Zusammenleben von Mensch und Wolf in der
heutigen Kulturlandschaft aussehen kann.

Die Stiftung Waldhaus Freiburg hat diese Ausstellung mit der
Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-WĂŒrttemberg,
dem Verein Wildwege und mit UnterstĂŒtzung des Naturparks
SĂŒdschwarzwald, dem WWF, Forst BW und der „Arbeitsgruppe
Luchs und Wolf Baden-WĂŒrttemberg“ konzipiert. Sie ist wĂ€hrend der
Öffnungszeiten des Waldhauses (Dienstag bis Freitag 10 bis 17 Uhr,
Sonntag 14 bis 17 Uhr) zu sehen. Der Eintritt ist frei.
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Erfolgreiche NABU-Protestaktion gegen Glyphosatverkauf in BaumÀrkten
Auch der Online-Handel muss umstrittenes Pestizid auslisten

Der NABU hat seine Online-Protestaktion gegen den Verkauf des umstrittenen Pestizids Glyphosat in fĂŒhrenden BaumĂ€rkten und Gartencentern als entscheidenden Schritt fĂŒr einen Komplettverzicht im Bereich der Haus- und KleingĂ€rten bezeichnet. „Innerhalb von zwei Wochen haben sich fast 3.000 Personen an der Aktion beteiligt und damit in der Branche eine Ausstiegswelle aus dem Verkauf des Pflanzengifts ausgelöst“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Unternehmen wie Bauhaus, Globus Baumarkt, Pflanzen-Kölle, Obi und Hornbach hĂ€tten mittlerweile einen vollstĂ€ndigen oder weitreichenden Verzicht auf das Totalherbizid zugesagt. Lediglich die Raiffeisen Waren-Zentrale und die Gartencenter-Kette Dehner wĂŒrden weiterhin unverĂ€ndert an ihrem Sortiment festhalten.

Die breite UnterstĂŒtzung von Seiten kritischer Verbraucher sowie die auf die NABU-Protestaktion erfolgten positiven RĂŒckmeldungen der BaumĂ€rkte mache deutlich, dass die öffentliche Debatte um die Umweltrisiken von Glyphosat nicht mehr zu ignorieren sei. Nach Auffassung des NABU sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Verkauf des Mittels an Privatpersonen fĂŒr Haus- und KleingĂ€rten komplett verboten wĂŒrde. Dies belege auch die Entwicklung in den NachbarlĂ€ndern Niederlande und Frankreich, wo bis zum Jahresende ein Verkaufsverbot vorgesehen ist.

Der NABU appellierte darĂŒber hinaus an den Online-Handel, seiner Verantwortung gerecht zu werden und Glyphosat ebenfalls konsequent auszulisten. Bislang wĂŒrden zahlreiche Unternehmen wie Amazon, Westfalia, Pflanzotheke oder Floristik24 im Internet unverĂ€ndert auf den Vertrieb von glyphosathaltigen Produkten setzen. Dies sei umso bedenklicher, als die eigentlich vorgesehene Beratungspflicht beim Online-Shopping faktisch ins Leere laufe. Wenn sich der Online-Handel weiter vor einer Auslistung drĂŒcke, sei es nach Überzeugung des NABU Aufgabe der Politik, diesen Bereich strenger zu reglementieren und rechtliche Grauzonen im Internet zu verhindern.

Glyphosat ist das weltweit am meisten eingesetzte Herbizid, von dem in Deutschland weiterhin 51 verschiedene Anwendungen fĂŒr den Haus- und Kleingartenbereich zulĂ€ssig sind. Der NABU fordert eine Aussetzung der Zulassung des Mittels, das laut Weltgesundheitsorganisation als wahrscheinlich krebserregend gilt, auch im kommerziellen und landwirtschaftlichen Bereich. „Wir erwarten, dass im Zuge der bis zum Ende des Jahres anstehenden Neuzulassung des Wirkstoffs auf europĂ€ischer Ebene eine umfangreiche RisikoprĂŒfung von Glyphosat stattfindet, welche die aktuellen Erkenntnisse mit berĂŒcksichtigt“, so Miller weiter.
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NABU:
„Schutzarbeit fĂŒr russische Weltnaturerbe darf nicht unter politischen Spannungen leiden“

Zahlreiche russische UNESCO-WeltnaturstĂ€tten durch Großbauprojekte und Bergbau bedroht

Vom 28. Juni bis zum 8. Juli tagt in Bonn das UNESCO-Welterbekomitee. FĂŒr den NABU verfolgt Vitalij Kovalev, Leiter des Kaukasusprogrammes, die Konferenz. Der NABU hat bereits maßgeblich an Weltnaturerbeprogrammen in Mittelasien, Russland und im Kaukasus mitgearbeitet.

In diesem Jahr entscheidet die UNESCO ĂŒber die Nominierung von 36 WelterbestĂ€tten, darunter zwei Erweiterungen von NaturerbestĂ€tten in SĂŒdafrika und Vietnam sowie drei neue NaturerbestĂ€tten in Thailand, im Sudan und, lĂ€nderĂŒbergreifend, in Russland sowie der Mongolei. Bei der russisch-mongolischen Naturlandschaft handelt es sich um die Daurische Steppenlandschaft. „Die Ernennung der Daurischen Steppenlandschaft zum UNESCO-Weltnaturerbe wĂŒrde ein großer Erfolg fĂŒr die mehrjĂ€hrige deutsch-russische Zusammenarbeit zum Schutz der Weltnaturerbe bedeuten“, sagte NABU-VizeprĂ€sident Thomas Tennhardt und betont, diese dĂŒrfe trotz der derzeitigen politischen Spannungen nicht leiden. Da Russland zudem ein wichtiger Partner fĂŒr den globalen Klimaschutz sei, könnten ohne dessen Zusammenarbeit die von Deutschland gestellten Klimaschutzziele nicht erreicht werden.

Russland verfĂŒgt ĂŒber den weltweit bedeutendsten Anteil der Naturerbe. Aktuell sind zehn russische StĂ€tten als Weltnaturerbe und eines als Kulturlandschaft von der UNESCO anerkannt. Einige davon sind trotz ihrer herausragenden Bedeutung durch unterschiedliche menschliche EinflĂŒsse wie Großbauprojekte, Bergbau oder den Tourismus bedroht. Der NABU sowie russische NGOs fordern daher die Aufnahme des Baikalsees, des Komi Forests, des Golden Altai Mountains, der Wrangel Insel in der russischen Arktis sowie der Vulkane Kamtschatkas in die Liste der gefĂ€hrdeten Weltnaturerbegebiete.

Ebenfalls auf die Liste der bedrohten Weltnaturerbe gehöre laut NABU das Weltnaturerbegebiet Westkaukasus, das durch den Ausbau zu einem Skigebiet bedroht ist. Der NABU war maßgeblich fĂŒr die Aufnahme des WestkaukasusÂŽ in die Liste der UNESCO-Weltnaturerbegebiete beteiligt. Der 300.000 Hektar große Naturraum ist der einzige weitestgehend unbeeinflusst gebliebene Hochgebirgskomplex dieser GrĂ¶ĂŸe in Europa und Westasien und in seiner UrsprĂŒnglichkeit und Einzigartigkeit von unschĂ€tzbarem Wert. Eine Erweiterung des Weltnaturerbe Westkaukaus um 70.000 Hektar hat Russland in diesem Jahr bei der UNESCO beantragt

Das „Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ wurde 1972 verabschiedet. Es ist das international bedeutendste Instrument, das von der Völkergemeinschaft zum Schutz ihres kulturellen und natĂŒrlichen Erbes beschlossen wurde. Bis heute haben 191 Staaten das Übereinkommen unterzeichnet. Auf der UNESCO-Liste des Welterbes stehen aktuell 1.007 Kultur- und NaturerbestĂ€tten in 161 LĂ€ndern. Deutschland ist mit 37 KulturerbestĂ€tten und zwei NaturerbestĂ€tten auf der Welterbeliste vertreten.
 
 

 
NABU: Wacholderheiden – von Schafen geschaffen, von der EU geschĂŒtzt
Bedeutender Naturschatz in Europa - „Fitness-Check“ darf nicht zum Naturschutz-Abbau fĂŒhren

Die Naturschutzgesetzgebung der EU soll auf den PrĂŒfstand: Bis zum 24. Juli haben alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger in den Mitgliedstaaten die Gelegenheit, sich zur Bedeutung und zu einer möglichen „Modernisierung" der zwei wichtigsten EU-Gesetze fĂŒr den Natur- und Artenschutz zu Ă€ußern: der Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) -und der Vogelschutzrichtlinie. Mit der Aktion „NaturschĂ€tze retten“ stellt der NABU jede Woche unter www.NABU.de/naturschaetze ein Gebiet, eine Art oder einen Lebensraum vor, die vom Schutz der EU profitieren oder ohne diesen verloren gehen könnten.

Die Wacholderheiden der SchwĂ€bischen und der FrĂ€nkischen Alb zeichnen sich durch einen immensen Artenreichtum aus: Orchideen, Schmetterlinge, Wildbienen und Vögel finden hier Überlebensraum. „Was viele nicht wissen: Diese Naturparadiese sind nicht natĂŒrlich entstanden. Sie sind das Ergebnis einer jahrhundertelangen Schafbeweidung“, erklĂ€rt der Vorsitzende des NABU Baden-WĂŒrttemberg Andre Baumann. „Wacholderheiden gehören zu den Ă€ltesten durchgehend existierenden Kulturlandschaften der Menschheit. Manche werden seit der Bronzezeit beweidet.“

Durch die Beweidung haben sich die typischen Strukturen ausgebildet: Magere GrasflĂ€chen, die von einzelnen WacholderbĂŒschen unterbrochen sind. Viele Lebewesen haben sich an diese besondere Landschaft angepasst und brauchen sie zum Überleben. Zudem konnten unzĂ€hlige Pflanzenarten einwandern. Denn Schafe transportieren Unmengen von Pflanzensamen in ihrem Fell – auch ĂŒber weite Strecken.

Solange die SchĂ€fer mit ihren Herden ĂŒber die Alb wanderten, war die Existenz der Wacholderheiden gesichert. Doch inzwischen ziehen immer weniger Schafherden ĂŒbers Land. Die Folge: Der Wald holt sich die Wacholderheiden StĂŒck fĂŒr StĂŒck zurĂŒck.

„Deshalb sind fĂŒr diese LebensrĂ€ume die EU-Naturschutzrichtlinien so wichtig: Sie sorgen dafĂŒr, dass diese auch kulturhistorisch und touristisch so wertvollen Biotope geschĂŒtzt sind und weiter bestehen. Sie sorgen dafĂŒr, dass Schafhalter in den Natura 2000-Schutzgebieten finanziell unterstĂŒtzt werden. Und sie verpflichten das Land, den unzĂ€hligen Tier- und Pflanzenarten, die auf Wacholderheiden leben, weiterhin eine Überlebenschance zu bieten“, betont Baumann.

Mit Blick auf die EU-BĂŒrgerbefragung zum „Fitness-Check“ möchte der NABU zahlreiche Menschen dazu bewegen, sich fĂŒr starke Naturschutzgesetze in der EuropĂ€ischen Union auszusprechen. Einige Regierungen und Wirtschaftslobbyisten verlangen bereits die AbschwĂ€chung der Fauna-Flora-Habitat- (FFH)- und Vogelschutzrichtlinie. Der Schutz von allein in Deutschland ĂŒber 5.000 Natura-2000-Gebieten könnte damit geschwĂ€cht werden. Die Jagd auf Zugvögel und Wölfe, der Schutz von FledermĂ€usen, Bibern und Wacholderheiden stĂŒnde wieder zur Debatte.

Der NABU fordert nicht nur den Erhalt der EU-Vogelschutz- und FFH-Richtlinie, sondern auch eine konsequentere Durchsetzung und Finanzierung der geltenden Naturschutzstandards. „Wenn die EU-Kommission, das EuropĂ€ische Parlament und die Mitgliedstaaten es ernst meinen mit dem Stopp des Artensterbens bis 2020, wozu sie sich verpflichtet haben, dann muss eine breit angelegte Naturschutzoffensive eingeleitet werden. Das bedeutet: mehr Geld und mehr Personal fĂŒr die Naturschutzverwaltungen, aber auch klare Bestimmungen fĂŒr Schutzgebiete sowie empfindliche Strafen fĂŒr illegales Töten von Zugvögeln in der ganzen EU“, so NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Der NABU stellt seit Ende April jede Woche eine geschĂŒtzte oder gerettete Art, einen Lebensraum oder ein Natura-2000-Gebiet ĂŒber die NABU-Internetseite, Presse, soziale Medien und auf Veranstaltungen vor, die alle vom EU-Schutz abhĂ€ngen. Dazu zĂ€hlen neben den Wachholderheiden auf der SchwĂ€bischen Alb, der Wolf und der Biber, ebenso wie das Große Torfmoor in Nordrhein-Westfalen, das Tegeler Fließtal der Hauptstadt Berlin, der Buchenwald Grumsin oder das Nationale Naturerbe „Weinberg Wetzlar“.
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Zahl des Monats: Schreiadler fliegen ĂŒber 4500 Meter hoch
Vögel mit neuesten GPS-Sendern ausgestattet

Auf ĂŒber 4500 Meter ĂŒber dem Meer schrauben sich Schreiadler auf ihrem 26.000 Kilometer langen jĂ€hrlichen Zug von ihren Brutgebieten in Deutschland bis ins sĂŒdliche Afrika und zurĂŒck. Dabei fliegen sie bis zu 3.200 Meter ĂŒber Grund. Dies zeigen die neuesten Daten der von Bernd-Ulrich und Christiane Meyburg von der Bundesarbeitsgruppe Greifvogelschutz des NABU besenderten und untersuchten Schreiadler Marta und Ulf. Sie sind derzeit das einzige Schreiadler-Paar der Welt, das mit den modernsten GSM/GPS-Sendern ausgestattet ist. Bei diesen Sendern erfolgt die DatenĂŒbertragung nicht mehr ĂŒber NASA-Satelliten, sondern ĂŒber Handynetze. Die Sender liefern bei ausreichender Aufladung des Akkus ĂŒber ein Solar-Panel eine GPS-Ortung pro Minute, einschließlich Flughöhe, -geschwindigkeit und -richtung. Als bisher einzige Sender können Sie die Flughöhe beliebig hoch messen. Herkömmliche Satellitensender konnten nur Höhen bis 2000 m ĂŒ. NN (Meter ĂŒber Normalnull) feststellen.

Nur noch etwa 100 Paare des seltenen Schreiadlers brĂŒten in Deutschland, alle in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Die Population nimmt jĂ€hrlich ab, denn ungestörte BrutwĂ€lder und nahrungsreiches GrĂŒnland werden immer seltener, und auf dem Zugweg, vor allem in der TĂŒrkei und im Libanon lauern JĂ€ger auf sie. Je höher die Vögel fliegen, desto bessere Chancen haben sie, den Wilderern zu entgehen.

Seit Jahren kĂ€mpft der NABU um die letzten LebensrĂ€ume des seltenen Greifvogels, kauft FlĂ€chen in den Brutrevieren und kĂŒmmert sich um den Schutz seiner Nahrungsgebiete. Die genauen Ortungen der Sender helfen dabei, herauszufinden, wo die Schreiadler auf Nahrungssuche gehen und welche FlĂ€chen der NABU vorrangig hinzukaufen muss. Dank der GPS-Daten vom Zug kann der NABU nun die gefĂ€hrlichsten Brennpunkte der Vogelwilderei auf dem Zugweg identifizieren und mit seinen Partnern vor Ort adressieren.
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BauflÀchen sind keine nachwachsenden Rohstoffe!
Perspektiven einer sozialen und ökologischen Stadtentwicklung

3HÀuserProjekt und MietshÀuser Syndikat laden zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung am 18.07.2014, 20 Uhr im Winterer Foyer des Freiburger Theaters
Am 18. Juli macht das 3HĂ€userProjekt in Kooperation mit dem MietshĂ€user Syndikat bei einer Veranstaltung im Winterer-Foyer des Freiburger Theaters auf das Thema "BauflĂ€chen sind keine nachwachsenden Rohstoffe" aufmerksam. Wenn schon GrĂŒnflĂ€chen zubetoniert werden, sollten dabei zumindest auch dauerhaft bezahlbare Mietwohnungen entstehen. Dass diese in Freiburg Mangelware sind, hat auch (zumindest ein Teil des) Gemeinderats erkannt und beschlossen, dass bei kĂŒnftigen Neubauprojekten 50% sozial geförderte Mietwohnungen sein sollen. Kritik an dieser Entscheidung ließ nicht lange auf sich warten. Die Frage, wie die begrenzten FlĂ€chen bebaut werden sollen, rĂŒckt damit in den Vordergrund der wohnungspolitischen Debatte, die allzu lang durch das schlichte Motto „Bauen auf Teufel komm raus" geprĂ€gt war. Dass dauerhaft bezahlbarer Mietwohnbau möglich ist, zeigt das Modell des MietshĂ€user Syndikats. An zwei Abenden möchten wir uns auf die Suche nach Antworten begeben mit Vortrag und Diskussion zu Wohnungspolitik und Stadtentwicklung in Freiburg.

Am 27. Oktober findet die Veranstaltung erneut im Winterer Foyer statt. Der Eintritt ist frei.
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