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Dienstag, 24. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
Forderung zum WelternÀhrungstag
Am WelternĂ€hrungstag fordert Slow Food Deutschland die sofortige Ökologisierung der Landwirtschaft

Zum WelternĂ€hrungstag am 16. Oktober 2017 appelliert Slow Food Deutschland e. V. an die EntscheidungstrĂ€ger in Politik und Wirtschaft sowie an die Verbraucher, dem hoch industrialisierten Lebensmittelsystem ein Ende zu setzen. Es beutet die natĂŒrlichen Ressourcen der Erde aus, fĂŒhrt im globalen Norden zu Überproduktion und Verschwendung von Lebensmitteln wĂ€hrend Millionen Menschen weltweit an Hunger leiden. Nur eine bĂ€uerlich-ökologische Landwirtschaft, die auf Vielfalt setzt und angepasst an die lokalen Gegebenheiten produziert, kann die ErnĂ€hrung einer wachsenden Weltbevölkerung sicherstellen.

Ein hoch industrialisiertes Lebensmittelsystem, welches den Klimawandel anheizt, die natĂŒrlichen Ressourcen ausbeutet, die Weltmeere verschmutzt und ĂŒberfischt und der biologischen Vielfalt schadet: Das ist die zentrale Herausforderung, welche die ErnĂ€hrungssicherung fĂŒr eine wachsende Weltbevölkerung bedroht. "Zum WelternĂ€hrungstag fordern wir Politik und Wirtschaft auf, endlich Schluss zu machen mit diesem nachweislich ausbeuterischen System," so Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland e. V. "Es gilt die politische Uhr sofort umzustellen, ohne zögern. Es kann nur noch gut fĂŒr alle weitergehen mit einer biologisch nachhaltigen Landwirtschaft, welche kleinbĂ€uerliche Strukturen fördert, lokale ProduktionsstĂ€tten wiederaufbaut und die Sorten- und Geschmacksvielfalt erhĂ€lt. Das sichert den Menschen Zugang zu Nahrung sowie ArbeitsplĂ€tze in ihrer Region," so Hudson weiter.

Ein solcher Systemwechsel in der Lebensmittelproduktion gelingt nur mit einem entsprechenden politischen Willen und konsequentem Handeln. Enkeltauglichkeit muss auf der politischen Agenda an erster Stelle stehen. Die drĂ€ngenden ErnĂ€hrungsfragen mĂŒssen ganzheitlich und Ministerien ĂŒbergreifend gelöst werden. Dem Einsatz von Pestiziden, Herbiziden sowie Insektiziden muss durch effektive Richtlinien deutliche Grenzen gesetzt werden und fehlgeleitete Subventionen gilt es umzuschichten.

Allein in Europa ist Landwirtschaft der grĂ¶ĂŸte subventionierte Sektor. Die Finanzspritzen aber fließen nicht in die Ökologisierung der Landwirtschaft, sondern in flĂ€chenstarke Ackerbaubetriebe sowie zu außerlandwirtschaftlichen Investoren mit viel Bodenbesitz. "Solange die Zukunft von Landwirtschaft und ErnĂ€hrung in den HĂ€nden dieser Akteure liegt, gerĂ€t die ErnĂ€hrungssicherheit immer stĂ€rker ins Wanken. Es ruiniert Kleinbauern, schĂ€digt Umwelt und Tier und produziert ÜberschĂŒsse, die in der Tonne landen oder in andere LĂ€nder exportiert werden. Dort zerstören sie die lokalen MĂ€rkte," erklĂ€rt Hudson und weist insbesondere auf den Skandal der Lebensmittelverschwendung hin. Rund ein Drittel der weltweit hergestellten Produkte werden ĂŒberhaupt nie verzehrt, wĂ€hrend ĂŒber 800 Millionen Menschen unter- und mangelernĂ€hrt sind. FĂŒr diesen ökologischen und ethischen Skandal trĂ€gt jeder Verbraucher Mitverantwortung. Denn mit unseren tĂ€glichen Kaufentscheidungen nehmen wir Einfluss darauf, welche Kultur des Essens und der Lebensmittelproduktion aufrechterhalten wird.

Um die Debatte zur Reformation des Lebensmittelsystems zu unterstĂŒtzen, haben Slow Food Deutschland und Misereor im Reformationsjahr das Thesenpapier "95 Thesen fĂŒr Kopf und Bauch" veröffentlicht. Die begleitende Veranstaltungsreihe lĂ€dt EntscheidungstrĂ€ger, Experten und Verbraucher bundesweit zu einem gesellschaftlich breit angelegten Dialog ein. International lĂ€uft seit Oktober die Slow-Food-Kampagne "Menu for change: Mit Genuss und Verantwortung gegen den Klimawandel". Verbrauchern werden hier konkrete Lösungen fĂŒr einen tĂ€glich nachhaltigeren Konsum aufgezeigt. Im Rahmen dessen startet am WelternĂ€hrung die Mitmachaktion "Eat local - Regional, nachhaltig, gut". Bundesweit sind Menschen aufgerufen, sich drei Wochen lang ausschließlich von Lebensmitteln zu ernĂ€hren, die gerade Saison haben sowie aus regionaler und handwerklicher Erzeugung stammen. Verbraucher teilen dafĂŒr ihre Rezepte und Erfahrungen.

WelternÀhrungstag:
Die ErnĂ€hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat im Jahr 1979 den 16. Oktober als weltweiten WelternĂ€hrungstag ausgerufen. Der Gedenktag soll darauf aufmerksam machen, dass weltweit ĂŒber eine Milliarde Menschen an Hunger leiden.
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Vogelfunde unter Stromleitungen melden
NABU und Renewables Grid Initiative starten Hotline fĂŒr besseren Vogelschutz im Stromnetz

Berlin – Mit der Hotline „Vogelfund und Stromleitung“ starten NABU und die Renewables Grid Initiative (RGI) heute eine Initiative fĂŒr einen besseren Vogelschutz im Stromnetz. Unter dem Dach von RGI engagieren sich Netzbetreiber und NaturschutzverbĂ€nde seit 2009 unter anderem fĂŒr die Belange von Naturschutz bei Netzentwicklung und -betrieb.

Ziel der Hotline ist es, die Informationsgrundlage fĂŒr kĂŒnftige Vogelschutzmaßnahmen beim Netzausbau und an bestehenden Leitungen zu verbessern. Über die Hotline können Vogelfunde kĂŒnftig von jedem telefonisch und auch online beim NABU gemeldet werden. Dort werden alle Informationen von einem Ornithologen systematisch erfasst und ausgewertet.

„Mit der Hotline werden erstmals Daten zu Vögeln als Kollisionsopfern im ganzen Bundesgebiet systematisch erfasst und untersucht. Diese Daten ermöglichen es uns, Handlungsbedarf und geeignete Maßnahmen gegen Vogelkollisionen zu identifizieren und gemeinsam mit den Netzbetreibern umzusetzen“ sagt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. „Anders als im Verkehr oder an WindrĂ€dern lassen sich die Opferzahlen so mit ĂŒberschaubarem Aufwand deutlich verringern“, so Miller weiter. Insgesamt sei davon auszugehen, dass in Deutschland jĂ€hrlich zwischen 1,5 bis 2,8 Millionen Vögel an Hoch- und Höchstspannungsleitungen sterben.

Der NABU und deutsche Übertragungsnetzbetreiber bemĂŒhen sich seit Jahren im gegenseitigen Austausch, die Kollisionen von Vögeln mit Stromleitungen zu reduzieren. Vor allem fĂŒr grĂ¶ĂŸere Vogelarten mit seitlichem Sehfeld sind die Leitungen im Flug nicht immer deutlich zu erkennen, so dass Kollisionen dann meist tödlich enden. HĂ€ufigste Maßnahme zum Schutz der Vögel ist dabei die Anbringung so genannter Vogelschutzmarker an besonders kritischen Leitungsabschnitten. Bei der Neuplanung von Trassen werden darĂŒber hinaus sensible Vogelvorkommen möglichst frĂŒhzeitig berĂŒcksichtigt und dann neue Trassen gesucht oder niedrigere Masten eingesetzt. Die durch die Hotline gesammelten Daten werden diese BemĂŒhungen deutlich unterstĂŒtzen.

Über die Hotline sollen vorrangig Vogelkollisionen mit den Höchstspannungsleitungen gemeldet werden. Aber auch Vogelfunde im Verteilnetz, etwa an stromschlaggefĂ€hrdenden Mittelspannungsmasten oder andere technisch verursachte Vogeltode werden gesammelt. Diese Daten sind fĂŒr den NABU auch deshalb von großem Interesse, weil dadurch die Lebensrisiken fĂŒr unterschiedliche Vogelarten besser verstanden werden können. So ist es möglich Lösungen zu herbeizufĂŒhren.
„Ich freue mich, dass die Zusammenarbeit unserer Mitglieder anhand sehr konkreter Projekte vertieft wird“, sagt Antonella Battaglini, CEO der Renewables Grid Initiative. „Dadurch werden unsere Grundprinzipien, wie sie zum Beispiel in der EuropĂ€ischen NetzerklĂ€rung formuliert sind, gemeinsam und damit wirkungsvoller in die Tat umgesetzt.“

Zugang zur Hotline
Die Vogelfund-Hotline ist werktags unter 030-284 984 5500 erreichbar. Unter www.NABU.de/vogelfund-stromleitung können Meldungen ĂŒber ein Online-Formular gemacht werden. Ein erklĂ€render Leitfaden und weitere Informationen zur Stromleitungsproblematik stehen dort ebenso zur VerfĂŒgung.

Über die Renewables Grid Initiative
Die Renewables Grid Initiative (RGI) ist eine einzigartige Kollaboration von NGOs und Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) aus Europa. Sie engagiert sich fĂŒr eine transparente und umweltbewusste Entwicklung des Netzes, die den Ausbau und die Integration Erneuerbarer Energien fördert. Die RGI veröffentlichte unter anderem die European Grid Declaration, die GrundsĂ€tze fĂŒr ÜNBs im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung beim Netzausbau festlegt. Weitere Informationen dazu unter https://renewables-grid.eu/activities/ird.html
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NABU fordert Neubewertung bei Glyphosat-Zulassung
Miller: Agrarreform muss Landwirte aus Pestizid-Teufelskreis befreien - NaturvertrÀgliche Alternativen fördern

Berlin/BrĂŒssel – Mit Blick auf das heute veröffentlichte SachverstĂ€ndigengutachten, das die PlagiatsvorwĂŒrfe gegen den Glyphosat-Bericht des Bundesinstituts fĂŒr Risikobewertung (BfR) bestĂ€tigt, fordert der NABU eine Neubewertung des Mittels im EU-Zulassungsverfahren. Die Zulassung des Wirkstoffs lĂ€uft nach EU-Pflanzenschutzrecht zum Jahresende aus. Die EU-Kommission hat eine VerlĂ€ngerung der Zulassung um zehn Jahre vorgeschlagen.

„Es ist offensichtlich, dass das BfR keine eigenstĂ€ndige Bewertung der zitierten Studien vorgenommen hat. Einen weiteren Freifahrtschein fĂŒr Glyphosat darf es nicht geben, solange der Verdacht besteht, dass bei der Risiko-Analyse die Industrie die Richtung vorgegeben hat. Der Vorfall zeigt auch einmal mehr, dass das Zulassungsverfahren einer dringenden Überarbeitung bedarf“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Vor dem Hintergrund, dass die wissenschaftliche PlausibilitĂ€t des BfR-Gutachtens nicht mehr gegeben ist, begrĂŒĂŸt der NABU, dass der zustĂ€ndige Ausschuss der Mitgliedstaaten das Thema heute von der Tagesordnung genommen hat. Eine andere Entscheidung hĂ€tte das Vertrauen in die GlaubwĂŒrdigkeit der EU- Institutionen in seinen Grundfesten erschĂŒttert und das Vorsorgeprinzip ad absurdum gefĂŒhrt. Die Gesundheit von Millionen EU-BĂŒrgerinnen und BĂŒrger und der Schutz der biologischen Vielfalt stĂŒnden auf dem Spiel. „Die Debatte um eine Neuzulassung von Glyphosat darf erst wieder fortgesetzt werden, wenn eine Bewertung vorliegt, welche auch die Leitlinien der guten wissenschaftlichen Praxis erfĂŒllt“, so Miller weiter, „bis dahin sollte der Einsatz von Glyphosat EU-weit ausnahmslos verboten werden.“

Das heute vorgelegte Gutachten des PlagiatsprĂŒfers Stefan Weber kommt zu dem Ergebnis, dass das deutsche Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung als die fĂŒr das Zulassungsverfahren wichtige Behörde seine Bewertung des Totalherbizids Glyphosat ĂŒber viele Seiten vom Glyphosathersteller Monsanto eins zu eins abgeschrieben hat. Es zeigt, wie anfĂ€llig das System fĂŒr den Einfluss der Chemieindustrie ist. Der NABU fordert seit Langem mehr Transparenz im EU-Zulassungsprozess fĂŒr Pestizide. DarĂŒber hinaus mĂŒssten die ökologischen Auswirkungen von Pestiziden realitĂ€tsnah mit Vertreterarten aus naturnahen Ökosystemen in die Risikobewertung einfließen. „Die dramatischen RĂŒckgĂ€nge in der Vogel- und Insektenwelt sind ein deutlicher Weckruf, dass mit den bisherigen zur Bewertung eingesetzten Arten nicht die beste Wahl getroffen wurde“, so Miller weiter.

Auch mĂŒsse das BfR im Agrar- und Umweltausschuss des EuropĂ€ischen Parlamentes in der fĂŒr den 11. Oktober vorgesehenen Anhörung unbedingt Stellung zu den PlagiatsvorwĂŒrfen beziehen. „Sollte das BfR jedoch nichts an der Entscheidung Ă€ndern, und nicht zur Anhörung erscheinen, muss die EU-Kommission ernsthaft abwĂ€gen, ob das BfR zukĂŒnftig ĂŒberhaupt noch in die Risikobewertung einbezogen werden sollte“, so Miller. „DarĂŒber hinaus sollte sich Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt dringend Gedanken darĂŒber machen, ob BfR-PrĂ€sident Hensel noch die geeignete Personalie fĂŒr ein solch verantwortungsvolles Amt ist.“

„Insgesamt ist ein Umsteuern in der Landwirtschaft ĂŒberfĂ€llig. Um dies zu erleichtern, ist eine Reform der EU-Agrarförderung nötig, bei der Landwirte, die Leistung fĂŒr den Naturschutz erbringen, dafĂŒr entlohnt werden“, so Miller weiter. Ein Mittel sei die Einrichtung eines EU-Naturschutzfonds, der besondere Naturschutzleistungen der Landwirte honoriere. Davon könnten auch Landwirte profitieren, die den Pestizideinsatz drastisch reduzieren oder gĂ€nzlich aussetzen. Statt der bisherigen pauschalen FlĂ€chenförderung, die zu immer intensiverer Nutzung mit enormen ökotoxikologischen SchĂ€den an der BiodiversitĂ€t, zum RĂŒckgang von Insekten und Vögeln, aber auch zu einer nicht mehr vertretbaren Belastung von Böden und Grundwasser fĂŒhrt, sollte die Produktion, Vermarktung und Nachfrage von Lebensmitteln, die pestizidarm produziert wurden, gefördert werden.
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Jetzt mit Brief und Siegel der EU: eine Million gegen Glyphosat
EBI reicht von EU-Behörden geprĂŒften Protest gegen Monsanto-Pestizid ein

BrĂŒssel. Heute (6.10.) bestĂ€tigt die EuropĂ€ische Kommission den Erhalt von 1.072.426 zertifizierten Unterschriften fĂŒr ein Verbot des Pestizids Glyphosat. Seit Februar hatte ein breites BĂŒndnis aus Umweltorganisationen und Netzwerken in 28 LĂ€ndern im Rahmen der EuropĂ€ischen BĂŒrgerinitiative (EBI) Protest-Unterschriften gesammelt. Drei Monate haben die EU-LĂ€nder die Korrektheit der Angaben geprĂŒft. Die Organisatoren der EBI erstritten sich so das Recht ihre Argumente wĂ€hrend einer Anhörung im EU-Parlament vorzubringen. Die Kommission muss schriftlich Stellung beziehen. Die aktuelle Zulassung fĂŒr Glyphosat lĂ€uft Mitte Dezember aus.

“Die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, die das Verbot unterstĂŒtzen, zweifeln zurecht an der Unbedenklichkeit von Glyphosat”, sagt Maria Lohbeck von Campact. “Wenn das Bundesamt fĂŒr Risikobewertung direkt aus Unterlagen des Herstellers Monsanto abschreibt und sich das EU-Parlament gegen die Lobbyisten des Chemie-Giganten nur wehren kann, indem sie ihnen den Zugang verweigert, dann ist klar, dass die Konzerne hier alle Register ziehen. Dann können Mensch und Natur nur durch ein Verbot geschĂŒtzt werden.” Die EU-Regeln sehen vor, krebsauslösende Stoffe zu verbieten. Glyphosat steht im Verdacht, das Wachstum von Tumoren zu begĂŒnstigen.

Die EBI, die Campact unterstĂŒtzt, fordert neben dem Verbot EU-weite obligatorische Pestizid-Reduktionsziele und eine von der Industrie unabhĂ€ngige wissenschaftliche Bewertung von Pestiziden. Eine erste Abstimmung ĂŒber die weitere Zulassung von Glyphosat wird es wahrscheinlich Ende Oktober geben. Die deutsche amtsfĂŒhrende Regierung aus SPD und Union mĂŒsste sich wieder enthalten, da die SPD Glyphosat ablehnt und die Union den Einsatz fortsetzen will.

Die VorwĂŒrfe gegen das Bundesamt fĂŒr Risikobewertung (BfR), keine eigenstĂ€ndige Bewertung der Gefahren durch Glyphosat vorgenommen zu haben, erhĂ€rten sich. Gestern prĂ€sentierte der PlagiatsprĂŒfer Dr. Stefan Weber zusammen mit der Umweltorganisation Global 2000 und dem Pestizid Aktions-Netzwerk Pan Germany Detailauswertungen ĂŒber seitenweise abgeschriebene Passagen aus Monsanto-Studien in Dokumenten der BfR.

JĂ€hrlich werden weltweit rund 800.000 Tonnen glyphosathaltiger Spritzmittel hergestellt. Neben der vermuteten Krebsgefahr beschleunigt das Totalherbizid das Artensterben, indem es unerwĂŒnschte Pflanzen wie Disteln, Eisenkraut, oder Nachtkerze komplett vernichtet - wichtige Futterpflanzen fĂŒr Schmetterlinge, Hummeln oder Bienen. Da die Zahl der Insekten schwindet, sind auch Vogel- und Amphibien-Arten durch die industrialisierte Landwirtschaft massiv bedroht.
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Zahl des Monats
Das Verfeuern der gesamten deutschen Holzernte deckt nur 4 Prozent des Energieverbrauchs

Holzverbrennung unterstĂŒtzt weder die Energiewende noch den Klimaschutz

Berlin – Die Bundesregierung fördert nach wie vor den Einsatz von Holz zur Erzeugung von Strom und WĂ€rme. Doch derzeit wird bereits in Deutschland jĂ€hrlich fast genauso viel Holz zur Erzeugung von Energie verbrannt (gut 70 Mio. Kubikmeter), wie im deutschen Wald geerntet wird (etwa 76 Mio. Kubikmeter). Eine gewaltige Menge Holz, die allerdings nur vier Prozent des PrimĂ€renergieverbrauchs der Bundesrepublik deckt. Selbst wenn das gesamte geerntete Holz in Deutschland ausschließlich verbrannt werden wĂŒrde, wĂ€re der Beitrag zum Klimaschutz gering. Damit ist das VerhĂ€ltnis zwischen FlĂ€chennutzung und Beitrag zur Energiewende denkbar schlecht.

Um die Nachfrage nach Holz fĂŒr die Möbelindustrie, Verpackung, Papier sowie Strom und WĂ€rme zu decken, werden schon heute große Mengen Holz aus aller Welt importiert. Das ist angesichts der globalen Waldverluste, des Artensterbens und des Klimawandels eine fragwĂŒrdige Entwicklung. Der NABU befĂŒrchtet durch die FortfĂŒhrung der deutschen und EU-Energiepolitik gravierende Folgen fĂŒr die WĂ€lder weltweit. Deshalb muss der deutsche Energie- und Ressourcenbedarf jetzt weiter gesenkt werden. Vor allem das industrielle Verfeuern von Holz sollte nicht lĂ€nger gefördert werden.

Das Projekt „SpeicherWald“ behandelt die Bedeutung unbewirtschafteter WĂ€lder fĂŒr den regionalen Klimaschutz. Mehr Informationen unter: www.speicherwald.de/materialien/index.html

Zahlen zum Holzverbrauch: Mantau, U. (2012) Holzrohstoffbilanz Deutschland. Entwicklungen und Szenarien des Holzaufkommens und der Holzverwendung 1987 bis 2015. Hamburg.
Bundesministerium fĂŒr ErnĂ€hrung und Landwirtschaft (2016) Der Wald in Deutschland. AusgewĂ€hlte Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur. Berlin
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ÖKO-TEST Margarine
Die getesteten Bio-Margarinen haben leider ein Problem mit Schadstoffen.
 
ÖKO-TEST Margarine
Angeschmiert

FĂŒr die Palmölproduktion werden teilweise immer noch RegenwĂ€lder brandgerodet. Da Margarine zu rund 30 Prozent aus Palmöl besteht, wollte ÖKO-TEST wissen, ob die Hersteller verantwortungsvoll produzieren. Außerdem wurden die Produkte im Labor unter anderem auf Schadstoffe analysiert und die Fettzusammensetzung unter die Lupe genommen. Das Testergebnis enttĂ€uscht, vor allem auch die Bio-Marken.

Von den 20 Margarinen, die ÖKO-TEST ins Labor geschickt hat, schneiden elf „mangelhaft “ oder „ungenĂŒgend“ ab, nur drei sind „gut“, keine einzige erhĂ€lt das Testurteil „sehr gut“. Dies verdeutlicht, wie sehr hier einiges im Argen liegt. Das liegt zum einen an den Schadstoffen. Alle Margarinen weisen MineralölrĂŒckstĂ€nde auf. Vor allem die Bio-Anbieter bekommen zudem die Fettschadstoffe, die wĂ€hrend der Produktion entstehen, nicht in den Griff. Doch diese sind gesundheitsschĂ€dlich: Glycidol etwa kann das Erbgut schĂ€digen und ist als krebserregend eingestuft, 3-MCPD löst vermutlich gutartige Tumore der Nieren aus.

Drei der vier Bio-Margarinen schneiden zudem bei der Fettzusammensetzung nur mit „befriedigend“ oder „ausreichend“ ab. Sie weisen zu wenig Omega-3-FettsĂ€uren vor und/oder enthalten grĂ¶ĂŸere Mengen an Palm- oder Kokosfetten, die reichlich gesĂ€ttigte, aber nur wenig ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren liefern. Eine ErnĂ€hrung mit vielen ungesĂ€ttigten und weniger gesĂ€ttigten FettsĂ€uren kann das Risiko fĂŒr hohe Cholesterinwerte im Blut und fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.

Das machen die konventionellen Hersteller fast alle besser, viele haben aber Probleme mit Palmöl, das in allen Produkten enthalten ist. Sie konnten nicht nachweisen, dass es aus nachhaltigem Anbau stammt. Warum das so wichtig ist, zeigt das Beispiel Indonesien. Im Herbst 2015 stieß das Land innerhalb weniger Wochen mehr Kohlendioxid aus als Deutschland in einem ganzen Jahr. Auslöser waren Brandrodungen, mit denen neue FlĂ€chen fĂŒr den Anbau von Palmöl erschlossen wurden.

Das ÖKO-TEST-Magazin Oktober 2017 gibt es seit dem 28. September 2017 im Zeitschriftenhandel.
 
 

 
MooswÀlder Backtag
Mi 11. Okt., 17 - 20:00 Uhr

Jeden 2. Mittwoch im Monat ist Backtag im Stadtteil Mooswald! Die Ökostation heizt den Holzofen im Haus krĂ€ftig ein und zwi-schen 17 und 20 Uhr kann der eigene mitgebrachte Brotteig verfeinert, geknetet und gebacken werden. Ein Angebot fĂŒr Familien mit Kindern ab 7 Jahren. FĂŒr Teilnehmende ohne eigenen Brotteig bietet die Ökostation jeweils frisch gemahlenes Getreide am Vortag (gegen Spende) an.

‱ Betreuung: Markus Stickling ‱ Anmeldung ist erforderlich

Ökostation Freiburg
Am Seepark ‱ Falkenbergerstr. 21 B ‱ 79110 Freiburg ‱ Tel 0761 - 892333 ‱ info@oekostation.de
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Neue Studie zu invasiven Arten – NABU: EU muss ambitionierter handeln
Tschimpke: EU-Liste der invasiven Arten muss endlich erweitert werden, um Risiken fĂŒr die Ökosysteme zu begegnen

Berlin – AnlĂ€sslich einer neuen Studie, die am 3. Oktober im Journal of Applied Ecology veröffentlicht wird, sieht der NABU den dringenden Bedarf, die sogenannte EU-Liste der invasiven Arten zu erweitern. Die EU-Liste fĂŒhrt invasive Tier- und Pflanzenarten auf, die in der EuropĂ€ischen Union zu finden sind und fĂŒr die biologische Vielfalt oder den Menschen schĂ€dlich sein können. Derzeit sind nur 49 Arten auf dieser Liste. Die Studie beschreibt dagegen 207 Tier- und Pflanzenarten, die schnellstmöglich auf die Liste und damit von den Bestimmungen der EU-Verordnung erfasst werden mĂŒssen. Bis 2030 sollen sogar 1.323 Arten aufgenommen werden. „Angesichts von rund 12.000 gebietsfremden Arten in der EU, von denen selbst die EU-Kommission rund 15 Prozent als invasiv und damit kritisch fĂŒr die biologische Vielfalt, die menschliche Gesundheit und die Ökonomie ansieht, ist eine Erweiterung der EU-Liste dringend erforderlich“, so NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Der NABU fordert die EU auf, umgehend auf diese Erkenntnisse zu reagieren und dafĂŒr zu sorgen, dass weitere Arten in die EU-Liste aufgenommen werden. Europaparlament und UmweltverbĂ€nde dringen bereits seit Jahren darauf. Auch die neue Bundesregierung wird sich dringend dieses Themas annehmen mĂŒssen. Der Vertreter Deutschlands im zustĂ€ndigen EU-Ausschuss hatte bereits die erste Erweiterung der Liste um zwölf Arten abgelehnt mit der BegrĂŒndung, dass bisher noch zu wenig Erfahrungen zum Vorgehen auf nationaler und regionaler Ebene mit den Arten der ersten Unionsliste vorlĂ€gen. Zudem enthalte auch die ErgĂ€nzungsliste viele Arten, die in Deutschland schon weit verbreitet seien.

„Diese ,Argumente‘ sind nicht stichhaltig. Zum einen ist es ausschließlich das Verschulden von Bundesregierung und Bundestag, dass zu wenig Erfahrungen vorliegen. Denn die EU-Verordnung trat bereits am 1. Januar 2015 in Kraft, wurde aber erst im Sommer 2017 vom Bundestag in nationales Recht umgesetzt“, so Tschimpke. Zum zweiten rĂ€ume die Verordnung den Mitgliedstaaten weite ErmessensspielrĂ€ume fĂŒr den Umgang mit invasiven Arten ein. „Die Unionsliste muss außerdem auch den EU-Mitgliedstaaten Rechnung tragen, bei denen einige der gelisteten Arten noch erfolgreich eingedĂ€mmt werden können“, sagte Tschimpke weiter. „Hier wĂ€re die gerade von Deutschland ansonsten immer gerne geforderte EU-weite SolidaritĂ€t gefragt, denn invasive Arten kennen keine Grenzen.“

Auch bei den Managementmaßnahmen fĂŒr bereits verbreitete Arten mahnt der NABU Eile an. Erst Mitte September begann das Anhörungsverfahren durch die BundeslĂ€nder. Der NABU kritisiert, dass nur Maßnahmen fĂŒr invasive Arten der Unionsliste 2016 erarbeitete werden sollen, nicht aber fĂŒr Arten der ErgĂ€nzungsliste 2017. „Da gerade die ErgĂ€nzungsliste fĂŒr Deutschland besonders relevante Arten, wie RiesenbĂ€renklau und DrĂŒsiges Springkraut enthĂ€lt, ist es nicht nachvollziehbar, dass deren Behandlung erst 2018 geregelt werden soll“, so Tschimpke.

Hintergrund
Invasive Arten, also Arten, die fĂŒr die Ökosysteme problematisch werden können und einheimische Arten verdrĂ€ngen, stellen eine der grĂ¶ĂŸten Gefahren fĂŒr die biologische Vielfalt dar. Die EU-Liste („Unionsliste“) benennt jene invasiven Tier- und Pflanzenarten, fĂŒr die nach EU-Verordnung (Nr. 1143/2014) Mindeststandards zur besseren FrĂŒherkennung, Monitoring und Management gelten sollen. So soll die Kontrolle verbessert und mögliche SchĂ€den verringert werden. Die jetzt veröffentlichte Studie zeigt, welche Arten fĂŒr eine Erweiterung der Liste in Frage kommen und wann sie aufgenommen werden sollten. Sie priorisiert die Risikobewertung von 207 Arten, wovon 59 im kommenden Jahr und 148 bis 2020 gelistet werden sollen. Im nĂ€chsten Schritt werden fĂŒr eine Erweiterung bis 2025 weitere 336 Arten identifiziert. Bis 2030 sollen noch einmal 357 Arten beurteilt werden.
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