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Samstag, 21. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
Frankreich hĂ€lt Atomkraftwerk Fessenheim ĂŒber 2016 hinaus am Netz
Umweltminister Franz Untersteller: „Frankreich verlĂ€ngert das atomare Risiko, das von Fessenheim ausgeht. Das ist eine sehr schlechte Nachricht, insbesondere fĂŒr die Menschen in der Region.“

Es habe sich in den letzten Wochen bereits abgezeichnet, dass Frankreich die Zusage, das Atomkraftwerk Fessenheim bis Ende 2016 vom Netz zu nehmen, nicht einhalten werde, erklĂ€rte Baden-WĂŒrttembergs Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller heute (25.09.) in Stuttgart. „Das „Non“ des französischen PrĂ€sidenten in der Zeitschrift „Parisien Magazine“ bestĂ€tigt unsere BefĂŒrchtungen. Ich halte es fĂŒr einen Fehler und es ist definitiv ein großes Risiko, Fessenheim noch lĂ€nger am Netz zu halten. Im GesprĂ€ch ist jetzt 2018.“

Fessenheim sei das Ă€lteste Atomkraftwerk Frankreichs und entspreche in vielen Bereichen nicht den Sicherheitsanforderungen, die atomare Anlagen zu erfĂŒllen hĂ€tten. Untersteller erinnerte an ein Gutachten des Öko-Instituts (ÖI) und des PhysikerbĂŒros Bremen (PhB), in dem die Experten zu dem Ergebnis kommen, dass das Atomkraftwerk in Fessenheim wesentliche sicherheitstechnische Schwachstellen in den fĂŒnf untersuchten Bereichen Erdbeben, Überflutung, Brennelement-Lagerbecken, elektrische Energieversorgung und KĂŒhlwasserversorgung habe. Dieses Gutachten werde derzeit ergĂ€nzt und aktualisiert, sagte der Umweltminister. Die Sicherheitsdebatte um Fessenheim sei keineswegs beendet.

Franz Untersteller: „Es ist kaum zu erwarten, dass der Betreiber in grĂ¶ĂŸerem Umfang in die Anlage investiert, da sie bereits seit Jahren als Abschaltkraftwerk vorgesehen ist. Den Termin jetzt nach hinten zu schieben, bedeutet, dass die SicherheitsmĂ€ngel und das Risiko lĂ€nger bestehen bleiben. Ich finde das unverantwortlich!“
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ECOfit-Projekt
Stadt unterstĂŒtzt Unternehmen, ökologisch zu arbeiten und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen

FĂŒnf Betriebe stellen ihre besten Einsparpotenziale vor

Mit Umweltmanagement Kosten senken: Das Freiburger ECOfitProjekt
belegt auf anschauliche Weise, wie gut Ökologie und
Ökonomie zusammenwirken können. Durch Einsparungen, die
im Rahmen des Projekts umgesetzt werden, leisten die
Unternehmen in und um Freiburg nicht nur einen sinnvollen
Beitrag zum Umweltschutz, sie sparen zudem Jahr fĂŒr Jahr eine
betrĂ€chtliche Summe an Geld – Umweltschutz, der sich in barer
MĂŒnze auszahlt.

Das ECOfit-Projekt ist ein baden-wĂŒrttembergisches
Förderprogramm, das Unternehmen die Möglichkeit bietet, im
eigenen Betrieb Energieeinsparpotenziale zu ermitteln und gleich
umzusetzen. Dieses Projekt ist ein wichtiger Baustein der
Freiburger Klimaschutzstrategie im Bereich Industrie und
Gewerbe und wird die Stadt Freiburg auf ihrem Weg zur
klimaneutralen Stadt einen kleinen Schritt weiter voranbringen.

Die erfolgreiche Bilanz der vergangenen Projektrunden spricht
fĂŒr sich: Von 2010 bis 2013 haben 17 Firmen an dem Freiburger
Projekt teilgenommen. Die jÀhrliche Ersparnis
Ersparnis in den vergangenen Projektrunden belief sich auf:
500.000 Euro, 2.720.000 kW/h Energie und 1.316.000
Kilogramm CO2.
„Steigende Energie- und Ressourcenkosten fĂŒhren auch kĂŒnftig
zu weiter steigenden Kosten fĂŒr die Wirtschaft. Deshalb mĂŒssen
sich Betriebe stÀrker mit Fragen der Ressourcenschonung
befassen. Und hier bieten wir UnterstĂŒtzung an“, so
UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik bei der Vorstellung der
ECOfit-Zwischenbilanz im Max-Planck-Institut fĂŒr Immunbiologie
und Epigenetik.

Der Prozess, der mit ECOfit angeregt wird, wird auch nach
Abschluss des einjÀhrigen Projektes nachhaltige Spuren
hinterlassen. Themen wie der bewusste und sparsame Umgang
mit Ressourcen oder die Vermeidung und Trennung von AbfÀllen
werden selbstverstÀndlich und fest im Betriebsablauf verankert.

FĂŒnf Betriebe aus Freiburg und Kirchzarten - die Deutsche
Bimoid GmbH, Halstrup-Walcher GmbH, Implenia AG (frĂŒher
Bilfinger Regiobau GmbH), das Max-Planck-Institut fĂŒr
Immunbiologie und Epigenetik, Pierre Fabre Dermo Kosmetik
GmbH – nehmen an dem einjĂ€hrigen Förderprogramm teil.

Jetzt steht ECOfit kurz vor seinem Abschluss und die
Unternehmen sind bereits dabei, Verbesserungen im
betrieblichen Umweltschutz umzusetzen. Kosteneinsparungen
von bisher rund 30.000 Euro jĂ€hrlich bei allen fĂŒnf Betrieben sind
das vorlÀufige Ergebnis des ECOfit-Projekts. Mit dem Einsatz
von LED-Leuchtmitteln, dem Einbau von PrÀsenzmeldern oder
der Umstellung der Heizung von Öl auf Erdgas haben die
Unternehmen bislang unterschiedliche Verbesserungen
umgesetzt.

Seit Februar sind die fĂŒnf Betriebe damit beschĂ€ftigt,
umweltrelevante Daten zu erheben, ihre Umweltleitlinien zu
formulieren und erste Verbesserungen auf den Weg zu bringen,
um ihre Arbeitsweise effizienter zu gestalten, Kosten
einzusparen und durch Ressourceneinsparung und CO2-
Reduktion aktiv zum Umweltschutz beizutragen. Sie wurden
dabei von den Mitarbeitern der von der Stadt beauftragten
Beratungsgesellschaft Arqum aus Stuttgart vor Ort unterstĂŒtzt.

Seit Februar sind die fĂŒnf Betriebe damit beschĂ€ftigt,
umweltrelevante Daten zu erheben, ihre Umweltleitlinien zu
formulieren und erste Verbesserungen auf den Weg zu bringen,
um ihre Arbeitsweise effizienter zu gestalten, Kosten
einzusparen und durch Ressourceneinsparung und CO2-
Reduktion aktiv zum Umweltschutz beizutragen. Sie wurden
dabei von den Mitarbeitern der von der Stadt beauftragten
Beratungsgesellschaft Arqum aus Stuttgart vor Ort unterstĂŒtzt.

Seit Februar sind die fĂŒnf Betriebe damit beschĂ€ftigt,
umweltrelevante Daten zu erheben, ihre Umweltleitlinien zu
formulieren und erste Verbesserungen auf den Weg zu bringen,
um ihre Arbeitsweise effizienter zu gestalten, Kosten
einzusparen und durch Ressourceneinsparung und CO2-
Reduktion aktiv zum Umweltschutz beizutragen. Sie wurden
dabei von den Mitarbeitern der von der Stadt beauftragten
Beratungsgesellschaft Arqum aus Stuttgart vor Ort unterstĂŒtzt.

ZusÀtzlich gab es acht gemeinsame Workshops, die auf ein Jahr
verteilt sind, um den Unternehmen die Möglichkeit zu bieten, das
Projekt parallel zu ihrem TagesgeschĂ€ft durchfĂŒhren zu können.
Neben den finanziellen Aspekten verschafft die ECOfitAuszeichnung,
die am Ende des Projektes durch das
Umweltministerium Baden-WĂŒrttemberg verliehen wird,
Imagevorteile fĂŒr die einzelnen Betriebe.

ECOfit ist ein Kooperationsprojekt der Stadt Freiburg gemeinsam
mit der Freiburg Wirtschaft und Touristik (FWTM) und dem
baden-wĂŒrttembergischen Umweltministerium.

 
 

 
Kanzlerin muss Abgas-Skandal zur Chefsache machen
Neue ZustĂ€ndigkeiten und Tests fĂŒr alle Autohersteller mĂŒssen folgen

Angesichts der Ausweitung des Abgas-Skandals von Volkswagen auf die Tochtermarken Audi, Seat und Ć koda fordert der NABU ein entschiedenes Eingreifen der Kanzlerin und eine Neustrukturierung der ZustĂ€ndigkeiten auf Bundesebene. „Jahrelang haben unsere staatlichen Behörden bei der Kontrolle der Abgaswerte beide Augen zugedrĂŒckt. Um die tatsĂ€chlichen Ausmaße des Skandals aufzudecken, mĂŒssen jetzt alle Hersteller systematisch ĂŒberprĂŒft werden – und zwar auf der Straße und nicht auf dem PrĂŒfstand“, forderte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Daher sei zum jetzigen Zeitpunkt das Eingreifen von Bundeskanzlerin Merkel dringend erforderlich. Der NABU fordert seit langem, dass Kraftstoffverbrauchs- und Abgastests unter realen Bedingungen erfolgen mĂŒssen, weil bekannt ist, dass es zu eklatanten Abweichungen zwischen Laborwerten und Realbetrieb kommt. „Trotz dieser Kenntnis haben der zustĂ€ndige Verkehrsminister Dobrindt und das ihm unterstellte Kraftfahrbundesamt nichts unternommen. Ohne die erdrĂŒckenden Hinweise aus den USA wĂ€re in Deutschland vermutlich bis heute nichts aufgeflogen“, so Miller.

Vor diesem Hintergrund muss umfassend geklĂ€rt werden, welche Hersteller aus Deutschland noch von den Manipulationen betroffen seien. Die Kanzlerin mĂŒsse daher rasch die Aufdeckung des tatsĂ€chlichen Ausmaßes dieses Betrugs vorantreiben. Zwei Schritte sind dazu nach Ansicht des NABU erforderlich: Erstens muss die Kanzlerin die Fahrzeuge aller Hersteller auf ihre tatsĂ€chlichen Emissionswerte und KraftstoffverbrĂ€uche ĂŒberprĂŒfen lassen – und zwar im normalen Straßenbetrieb. Zweitens muss Angela Merkel ihre Richtlinienkompetenz nutzen, um die Aufgabenverteilung innerhalb der Ressorts neu zuzuschneiden.

„Da der Verkehrsminister und die ihm unterstellten Behörden nachweislich versagt haben, muss dem Kraftfahrtbundesamt die Überwachung von Abgas- und Verbrauchswerten entzogen werden. Statt dessen sollte das Umweltbundesamt diese Aufgabe schnellstmöglich ĂŒbernehmen, da hier ohnehin das entsprechende Know-how hinsichtlich der Messung von Luftschadstoffen gebĂŒndelt ist. FĂŒr diese Aufgabe muss das Umweltbundesamt mit den entsprechenden finanziellen und personellen Mitteln ausgestattet werden“, so Miller.

Auch mit Blick auf die vor wenigen Tagen in New York bei der UN-Vollversammlung verabschiedeten Nachhaltigkeitsziele (SDG) mĂŒsse die Bundesregierung ihren AnkĂŒndigungen Taten folgen lassen. Bis zum Jahr 2030 soll die Belastung durch Luftschadstoffe in den StĂ€dten weltweit deutlich sinken. „Damit die Staaten richtige Maßnahmen gegen umwelt- und gesundheitsschĂ€dliche Stickoxide, Feinstaub und Ruß ergreifen können, mĂŒssen wir erst wissen, wie hoch die tatsĂ€chlichen Abgaswerte im Pkw-Bereich wirklich sind. Alles andere wĂ€re Augenwischerei“, so NABU-Verkehrsexperte Daniel Rieger.
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NABU: Faszination Vogelzug live erleben
Beim EuroBirdwatch 2015 gemeinsam auf Entdeckungstour gehen

Im Rahmen des EuroBirdwatch 2015 bieten der NABU und der Landesbund fĂŒr Vogelschutz in Bayern (LBV) am Wochenende des 3. und 4. Oktober bundesweit zahlreiche fachkundig geleitete Exkursionen zum Höhepunkt des sichtbaren Vogelzuges ĂŒber Deutschland an. Bei bundesweit ĂŒber 120 Exkursionen können Teilnehmer unter anderem Zugvögel an der NordseekĂŒste und im Moor beobachten oder eine Radtour zu den SchlafplĂ€tzen der Kraniche unternehmen. Mit der Aktion will der NABU die Faszination des Vogelzugs vermitteln. Gleichzeitig melden die Veranstaltungsleiter zentral die beobachteten Arten, die mit den Zahlen aus anderen LĂ€ndern Europas verglichen werden können, in denen zeitgleich Birdwatch-Aktionen von NaturschutzverbĂ€nden stattfinden, die zum Netzwerk von BirdLife International gehören.

Die ziehenden kleinen Singvögel fallen ungeĂŒbten Laien kaum auf. Unter kundiger Anleitung von NABU-Vogelexperten lassen sie sich aber entdecken. In großer Zahl ziehen die letzten Schwalben und die Hauptmasse der Buchfinken und Stare in den SĂŒden. Dazu kommen erste WintergĂ€ste aus dem hohen Norden, vor allem Bergfinken. In diesem Herbst fallen zudem besonders viele Rotfußfalken und Steppenweihen auf, die sich aus dem SĂŒdosten hierher verfliegen. Einfacher können GĂ€nse und andere Wasservögel beobachtet werden. Sie halten sich jetzt nicht nur an der KĂŒste, sondern an den RastplĂ€tzen des Binnenlandes auf. In Norddeutschland beeindrucken vor allem die großen Kranichtrupps, die tagsĂŒber auf StoppelĂ€ckern nach Nahrung suchen und abends gemeinsame SchlafplĂ€tze ansteuern. Über 100.000 Kraniche werden zum Birdwatch-Wochenende die beiden grĂ¶ĂŸten deutschen Rastansammlungen bevölkern, an der vorpommerschen BoddenkĂŒste rund um das Kranichschutzzentrum Groß Mohrdorf sowie im brandenburgischen Havel- und Rhinluch rund um den Schlafplatz am Linumer Teichgebiet.

Jedes Jahr verlassen ĂŒber 200 Millionen Zugvögel ihre Brutgebiete in Deutschland, um in SĂŒdeuropa oder Afrika zu ĂŒberwintern. In langen Ketten ziehen Kranichtrupps ĂŒber das Land, dichte StarenschwĂ€rme sind zu sehen oder auch seltene GĂ€ste, wie der ostsibirische GelbbrauenlaubsĂ€nger. Hinzu kommen 300 Millionen Zugvogel, die auf ihrem Weg durch Deutschland fliegen oder schon hier ihr Winterquartier erreicht haben.

Übrigens sparen fast alle Kraniche beim Ziehen in V-Formation ein Drittel ihrer Energie, wĂ€hrend der von anderen Arten bevorzugte Flug in dichten SchwĂ€rmen krĂ€ftezehrend ist, dafĂŒr aber guten Schutz vor Attacken von Greifvögeln bietet.
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Hohe Zustimmung in der Bevölkerung zur RĂŒckkehr der Wölfe
Wolf in der LĂŒneburger Heide / Foto: JĂŒrgen Borris
 
Hohe Zustimmung in der Bevölkerung zur RĂŒckkehr der Wölfe
Vorurteile abbauen und gemeinsame Anstrengungen zum Schutz verstÀrken

Eine große Mehrheit der BundesbĂŒrger (80 Prozent) findet es erfreulich, dass der Wolf wieder Bestandteil von Natur und Landschaft in Deutschland ist. Jeder Zweite (54 Prozent) verbindet mit dem Wolf positive GefĂŒhle, wĂ€hrend bei nur zwölf Prozent negative Empfindungen zum Tragen kommen. Dies sind Ergebnisse einer reprĂ€sentativen Bevölkerungsumfrage in Deutschland, die das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag des NABU durchgefĂŒhrt hat.

Bei der Zustimmung zum Wolf gibt es keinen Unterschied zwischen Bewohnern im stĂ€dtischen Umfeld und Bewohnern im lĂ€ndlichen Raum. „Diese Ergebnisse zeigen, dass die Bevölkerung in Deutschland grundsĂ€tzlich positiv zur RĂŒckkehr des Wolfes eingestellt ist“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller anlĂ€sslich der internationalen Wolfskonferenz des NABU in Wolfsburg. „Damit ist eine Grundlage gelegt, dass der Wolf 150 Jahre nach seiner Ausrottung durch den Menschen heute eine Zukunft in Deutschland hat. Außerdem machen die Ergebnisse deutlich, dass sich unser NaturverstĂ€ndnis geĂ€ndert hat“, sagte Miller. Zudem zeigten die Befragungsergebnisse nicht nur, dass die Bevölkerung allgemein relativ gut ĂŒber das Thema informiert sei, sondern auch, dass Risiken und Gefahren realistisch eingeschĂ€tzt werden.

80 Prozent der Befragten sind der Umfrage zufolge der Meinung, dass Wölfe ebenso in unsere Landschaften gehören wie Rehe oder FĂŒchse. 78 Prozent sind der Überzeugung, dass Wölfe auch in Deutschland leben sollten, selbst wenn es teilweise zu Problemen kommt. Lediglich fĂŒr elf Prozent der Befragten stellt die RĂŒckkehr des Wolfes eine Bedrohung dar, 85 Prozent hingegen sehen dies nicht.

Dennoch ist es aus Sicht des NABU weiterhin erforderlich, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. 70 Prozent der Bevölkerung sind zwar der Auffassung, dass die Medien in ihrer Berichterstattung zur Übertreibung neigen wĂŒrden, allerdings gaben auch 30 Prozent der Befragten an, Angst zu haben, in einem Gebiet mit Wolfsvorkommen in den Wald zu gehen.

Miller: „Diese Ängste und Sorgen nehmen wir ernst. Der Wolf ist kein Kuscheltier, das verniedlicht werden darf.“ Im Umgang mit dem Wolf mĂŒsse aber das Maß der VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit gewahrt werden. „Seit der RĂŒckkehr der Wölfe nach Deutschland hat es kein aggressives Verhalten gegenĂŒber Menschen gegeben“, so Miller. Die Bevölkerung mĂŒsse allerdings wieder erlernen, was es bedeute, große Beutegreifer in der Landschaft zu haben.

Insbesondere die Nutztierhalter sind von der PrĂ€senz des Wolfes betroffen. Hier gilt es nach Ansicht des NABU, gemeinsam Schutzmaßnahmen wie zum Beispiel HerdenschutzzĂ€une oder -hunde zu erproben und die Nutztierhalter dabei auch zu unterstĂŒtzen. Der NABU spricht sich bei Verlust von Tieren zudem fĂŒr freiwillige Kompensationszahlungen durch die BundeslĂ€nder an die betroffenen Tierhalter aus. „Die Regelungen auf Schadensausgleich mĂŒssen so unbĂŒrokratisch wie möglich sein“, forderte Miller. „Langwierige bĂŒrokratische Prozesse mindern die Akzeptanz des Wolfes bei Betroffenen.“ Allerdings erwarte der NABU, dass die Nutztierhalter in Wolfsgebieten ihrer Verantwortung als Tierhalter gerecht werden. „Wer seine Weidetiere in Wolfsgebieten so nachlĂ€ssig hĂ€lt, dass sie leicht Opfer des Wolfs werden, ‚erzieht‘ die Wölfe zu Nutztierfressern“, sagte Miller.

Der NABU kritisierte zudem den reaktiven und wenig vorausschauenden Umgang einiger BundeslĂ€nder mit dem Thema. Seit der RĂŒckkehr des Wolfes seien Jahre Zeit gewesen, die notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Viele BundeslĂ€nder – auch Niedersachsen – zeigten sich eher ĂŒberrascht und wĂŒrden erst langsam die notwendigen Strukturen schaffen.

Eine Absage erteilte der NABU der Forderung einiger LandnutzerverbĂ€nde, im Rahmen des derzeit laufenden „Fitness Checks“ der EU-Naturschutzgesetzgebung, den Wolf in einen niedrigeren Schutzstatus einzustufen. „Die Bedingungen fĂŒr den sogenannten ‚guten Erhaltungszustand‘ sind noch lĂ€ngst nicht erfĂŒllt“, so Dr. Eick von Ruschkowski, NABU-Fachbereichsleiter Naturschutz und Umweltpolitik. „Die bestehenden Regelungen reichen vollkommen aus, um im konkreten Einzelfall auch den gezielten Abschuss eines Wolfs als notwendige Maßnahme anzuordnen“, sagte von Ruschkowski. Bislang seien die dazu erforderlichen Kriterien und Strukturen aber in den wenigsten BundeslĂ€ndern vorhanden, um notfalls schnell reagieren zu können. „Damit aber zu begrĂŒnden, dass die Bejagung des Wolfes vereinfacht werden muss, ist hanebĂŒchen“, so von Ruschkowski.

Vom 24. bis 26. September treffen sich 400 Wissenschaftler, NaturschĂŒtzer, Politiker und Praktiker aus Europa und Nordamerika in Wolfsburg zu einer Wolfskonferenz, die der NABU gemeinsam mit seinem Partner Volkswagen veranstaltet. Ziel ist es, die gesellschaftlichen Herausforderungen an die RĂŒckkehr des Wolfes in allen Facetten mit Akteuren aus dem Naturschutz, Nutztierhaltern, JĂ€gern und weiteren Landnutzern zu diskutieren und Lösungen fĂŒr Konflikte zu erarbeiten. „Wir hoffen, mit der Konferenz den gegenseitigen Dialog ĂŒber den Wolf weiter voranzubringen“, so von Ruschkowski. Alle VortrĂ€ge und Diskussionen werden live im Internet unter www.NABU.de/wolfskonferenz ĂŒbertragen.

Die Befragung wurde im Auftrag des NABU von forsa Politik- und Sozialforschung GmbH durchgefĂŒhrt. Hierzu wurden im Zeitraum vom 21. bis zum 28. August 2015 mittels des bevölkerungsreprĂ€sentativen Befragungspanels forsa.omninet 2.012 BundesbĂŒrger ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse weisen eine Fehlertoleranz von ± 2,5 Prozent auf.
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AKW-Katastrophenschutz im Landkreis Emmendingen
In der öffentlichen Sitzung des Ausschusses fĂŒr Umwelt und Technik (am Montag, 28. September 2015, ab 15:00 Uhr im Sitzungssaal des Haus am Festplatzes, Schwarzwaldstraße 4, EG) steht auf Antrag der GRÜNEN Kreitagsfraktion der leider immer noch wichtige Tagesordnungspunkt "Notfallplanung fĂŒr das KKW Fessenheim" auf der Tagesordnung.



"Sehr geehrter Herr Landrat Hurth,

seit ĂŒber vier Jahrzehnten ist das französische AKW Fessenheim eine der grĂ¶ĂŸten Bedrohungen fĂŒr die Menschen im Landkreis Emmendingen.

Der französische StaatsprÀsident Hollande hatte im Wahlkampf versprochen, das altersschwache französische AKW Fessenheim im Jahr 2016 abzuschalten. Doch der in Frankreich immer mitregierende Atomkonzern EDF spielt seine undemokratische Macht aus und versucht eine Abschaltung des Àltesten AKW Frankreichs, das ungesichert in einer Erdbebenzone liegt, zu verhindern.
Seit Jahrzehnten habe ich in meinen Funktionen als Kreisrat und als BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer den offiziellen, deutschen Katastrophenschutz fĂŒr das AKW in Fessenheim als unrealistischen Kataströphchenschutz kritisiert und darauf hingewiesen, dass der beste Katastrophenschutz die Abschaltung des AKW ist.

Ausgelöst durch den Fukushima-Unfall wurde jetzt der Katastrophenschutz vorsichtig weiter entwickelt.
2014 hat die Strahlenschutzkommission erweiterte Sicherheitszonen um Atomkraftwerke empfohlen und neue Zeitvorgaben fĂŒr die Evakuierung der Menschen in diesen Gebieten gemacht. Die sogenannte Außenzone umfasst jetzt 100 statt bislang 25 Kilometer rund um die Anlage. Die Mittelzone wurde von 10 auf 20 Kilometer ausgeweitet. Das ist zumindest ein minimaler Fortschritt. Aus dem Kataströphchenschutz wird langsam Katastrophenschutz.

Doch was bedeutet diese Weiterentwicklung fĂŒr die Menschen im Landkreis Emmendingen, die in der Hauptwindrichtung des alten französischen AKW wohnen? Und was bedeutet das fĂŒr das Landratsamt und fĂŒr uns KreisrĂ€te, die wir auch Verantwortung fĂŒr die Menschen im Kreis tragen?
Welche Regelungen gelten in der 100 Kilometer Außenzone, in der unser Landkreis liegt? Und was bedeutete es, dass auch die Evakuierung „ganz Freiburgs“ angedacht ist, obwohl Freiburg nur zum Teil in der (viel zu kleinen) Mittelzone liegt, die auch evakuiert werden soll.

UnabhĂ€ngig von den jetzigen theoretischen Empfehlungen der Strahlenschutzkommission haben die konkreten Auswirkungen der AtomunfĂ€lle in Tschernobyl und Fukushima gezeigt, dass auch außerhalb der 20 Kilometer-Zone Evakuierungsmaßnahmen in Teilgebieten dringend notwendig sein können. WĂ€re der Landkreis darauf vorbereitet?

Wir bitten Sie in einer der nĂ€chsten Kreistagssitzungen dieses wichtige Sicherheitsthema anzusprechen und den Kreistag ĂŒber den aktuellen Stand der Überlegungen und Planungen fĂŒr den Schutz der Bevölkerung zu informieren.


Mit freundlichen GrĂŒĂŸen

fĂŒr die Fraktion
Axel Mayer"
 
Autor: Axel Mayer, B90/GrĂŒne

ÖKO-TEST: Kartoffeln
 
ÖKO-TEST: Kartoffeln
Durstige Knollen aus der WĂŒste

Israel und Ägypten liefern im großen Stil Kartoffeln fĂŒr den deutschen Markt. FĂŒr den Anbau in der WĂŒste zapfen die Erzeuger eine knappe Ressource an: Wasser. Dabei könnten deutsche Bauern die Knolle viel wassersparender kultivieren. Darauf macht das ÖKO-TEST Magazin in der aktuellen Oktoberausgabe aufmerksam. Zudem kritisiert das Verbrauchermagazin, dass in vielen Kartoffeln zu viel chemische und natĂŒrliche Giftstoffe stecken.

Knapp 407 Liter kostbares Wasser benötigen die Ă€gyptischen Landwirte im Schnitt, um ein Kilogramm Kartoffeln zu erzeugen. FĂŒr die BewĂ€sserung im WĂŒstensand wird Grundwasser verbraucht oder das Nilwasser abgeleitet. Dabei ist die Ressource Wasser dort sehr knapp. In Deutschland könnten die Knollen fast ohne kĂŒnstliche BewĂ€sserung angebaut werden. Doch die Bauern bleiben auf ihren Kartoffeln sitzen. Denn wenn im frĂŒhen Sommer die neuen WĂŒstenkartoffeln in den Handel kommen, gibt es noch keine heimischen FrĂŒhkartoffeln. Und die Knollen, die im Herbst geerntet wurden, sind nach einigen Monaten der Lagerung nicht mehr so schön anzusehen.

Wenig schön sind auch so manche Inhaltsstoffe. ÖKO-TEST hat in zehn GeschĂ€ften jeweils drei unterschiedliche Chargen eingekauft und ins Labor geschickt. Dabei fanden sich in fast allen Proben RĂŒckstĂ€nde von mehreren Pestiziden, teilweise auch PhosphonsĂ€ure, die ĂŒber den DĂŒnger oder Pflanzenschutzmittel in die Knolle gelangt. Dazu kommen noch natĂŒrliche Giftstoffe. In den untersuchten Kartoffeln aus acht LĂ€den lagen die Pflanzengiftstoffe Solanin und Chaconin in einer oder mehreren Chargen ĂŒber dem von der WHO als gesichert nicht toxisch wirkenden Wert von 100 Milligramm pro Kilogramm.

Das ÖKO-TEST-Magazin Oktober 2015 gibt es seit dem 25. September 2015 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 4,50 Euro.
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ÖKO-TEST SPEZIAL - Umwelt & Energie
Das aktuelle ÖKO-TEST SPEZIAL – Umwelt & Energie ist seit dem 18.09. erhĂ€ltlich.
 
ÖKO-TEST SPEZIAL - Umwelt & Energie
Hightech statt Heizen: Passivhaus und Sonnenhaus sind zwei unterschiedliche Konzepte, den Energieverbrauch fĂŒr die GebĂ€udeheizung zu senken. DaranÂŹ entscheidet sich, ob die Energiewende gelingt. Denn WĂ€rme hat mit einem Anteil von fast 50 Prozent am gesamten Energieverbrauch ein grĂ¶ĂŸeres Spar- und Klimapotenzial als Strom. Daher ist es fatal, dass sich Bund und LĂ€nder immer noch um effiziente Förderprogramme fĂŒr die energetische Sanierung von GebĂ€uden zanken und jedes Jahr statt der nötigen 2,5 Prozent nur knapp ein Prozent der GebĂ€ude saniert werden. Genauso fatal ist, dass viele Hausbesitzer zweifeln, ob die Sanierung lohnt. Dabei amortisieren sich die Investitionen so schnell, dass es eigentlich gar keine Förderprogramme brĂ€uchte. Es ist also an der Zeit, dass wir zum Motor der Energiewende werden und den Politikern den Weg weisen. Wie, das erfahren Sie in dem neuen ÖKO-TEST Spezial – Umwelt & Energie.

Aus dem Inhalt

‱ Energiewende: Der alte Schwung ist hin. Mit dem Atomausstieg und dem Ausbau erneuerbarer Energien ist Deutschland zwar gut in die Energiewende gestartet. Inzwischen bremsen aber fragwĂŒrdige politische Entscheidungen und zahlreiche Einzelinteressen sie aus. Sind die Ziele in Gefahr?

‱ Energieeffiziente Hauskonzepte: GebĂ€ude sollen immer weniger Energie verbrauchen und ihre Umweltbelastung reduzieren. Erreichen wollen Architekten und Baufamilien das mit ganz unterschiedlichen Konzepten. ÖKO-TEST stellt die drei wichtigsten Modelle vor: Passivhaus, Sonnenhaus und das Aktivplus-Haus.

‱ TEST Öko-Stromtarife: Öko-Strom boomt. Aber sehr gute Tarife sind immer noch die Ausnahme. Doch selbst hinter ihnen stecken oft Anbieter, die gleichzeitig Atom- und Kohlestrom auf den Markt bringen. Wie grĂŒn sind die Angebote wirklich? ÖKO-TEST hat die HintergrĂŒnde genau untersucht.

‱ Photovoltaikanlagen: Akzeptable Renditen wird es mit Photovoltaikanlagen an sonnenreichen Standorten weiter geben. Doch in schlechten Lagen oder bei QualitĂ€tsmĂ€ngeln sind auch Verluste möglich. Umso mehr kommt es auf gute Standards bei Technik und Montage an.

‱ Königsweg DĂ€mmen: Ohne die DĂ€mmung der GebĂ€udehĂŒlle ist die persönliche Energiewende nicht komplett. Auch der Einsatz effizienter und erneuerbarer Heiztechnik macht auf Dauer nur in einem gedĂ€mmten Haus Sinn. Entscheidend ist ein genauer Fahrplan fĂŒr die Maßnahmen – und das richtige Material am richtigen Ort.

‱ Heizungsanlagen: Solange die Heizung funktioniert und die Heizkörper warm werden, sehen viele
Hausbesitzer, aber auch Mieter keinen Anlass, sich um sie zu kĂŒmmern. Ein Fehler, denn regelmĂ€ĂŸige Wartung spart viel Geld und Energie. Zudem schonen schon kleine Maßnahmen die Anlage und die Umwelt.

‱ WĂ€rmekostenvergleich: Drum prĂŒfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht doch was Bess’res findet. Das gilt auch fĂŒr die Suche nach einem neuen Heizsystem. Denn unsere Rechnungen zeigen, dass Sonne, Holz oder UmweltwĂ€rme statt Öl und Gas nicht nur fĂŒr die Umwelt die bessere Wahl sind, sie lohnen sich auch nach wirtschaftlichen MaßstĂ€ben.
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323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 


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