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Dienstag, 24. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
Verbesserungen fĂŒr den Radverkehr
GuT legt in der Basler Landstraße Schutzstreifen an

Die Basler Landstraße ist bislang eine LĂŒcke im Freiburger
Radwegenetz. In großen Abschnitten gibt es keine Anlagen fĂŒr den
Radverkehr, und der Radweg, der in einem Abschnitt besteht,
entspricht nicht den heutigen AnsprĂŒchen an die Verkehrssicherheit.

Zusammen mit der Fahrbahnsanierung in der Basler Landstraße
verbessert das Garten- und Tiefbauamt nun die VerkehrsfĂŒhrung fĂŒr
den Radverkehr. Nach AbwÀgung verschiedener Varianten wurde
beschlossen, beidseitig Schutzstreifen anzulegen. Diese sind im
Unterschied zu Radfahrstreifen nicht mit einer durchgezogenen,
sondern einer unterbrochenen Linie markiert. Der vom Schutzstreifen
markierte Bereich steht Radfahrern zur VerfĂŒgung. Autofahrende
dĂŒrfen aber bei Bedarf, etwa wenn sich grĂ¶ĂŸere Fahrzeuge
begegnen, auf den Schutzstreifen ausweichen. Auf Schutzstreifen
darf auch kurz gehalten werden, etwa zum Laden oder Liefern. Dies
bedeutet eine grĂ¶ĂŸtmögliche FlexibilitĂ€t bei beengten VerhĂ€ltnissen.


Forschungsergebnisse zeigen: In beengten StraßenrĂ€umen mit nicht
zu hoher VerkehrsstĂ€rke wie der Basler Landstraße sparen
Schutzstreifen FlÀche und machen den Radverkehr sicherer und
attraktiver. Die Erfahrungen an zwei StraßenzĂŒgen in Freiburg
(Rennweg und ElsĂ€sser Straße) belegen dies.

Mit der jetzigen Fahrbahnsanierung werden Schutzstreifen von der
Schulstraße bis zum Wihlerweg angelegt. Ihre FortfĂŒhrung bis zum
Kreisverkehr an der Uffhauser Straße ist geplant. Dabei werden so
viele LĂ€ngsparkstĂ€nde wie möglich in der Basler Landstraße
erhalten. Die Umsetzung ist fĂŒr nĂ€chstes FrĂŒhjahr vorgesehen.
 
 

 
NABU fordert umfassende Neubewertung von Glyphosat
EFSA-EinschÀtzung folgt nicht dem Vorsorgeprinzip

Die EuropĂ€ische Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit EFSA hat am heutigen Donnerstag einen Bericht veröffentlicht, in dem das umstrittene Totalherbizid Glyphosat fĂŒr „wahrscheinlich nicht krebserregend“ bewertet wird. DemgegenĂŒber hatten die Krebsforscher der Weltgesundheitsorganisation WHO das Mittel im Juli als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Die Zulassung des in Europa weit verbreiteten Mittels lĂ€uft Mitte 2016 aus, die EU-Kommission will auf Basis des Gutachtens ĂŒber eine Neuzulassung entscheiden.

Dazu erklĂ€rt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Solange die Risiken von Glyphosat auf Mensch und Natur nicht einwandfrei widerlegt sind, muss unbedingt das Vorsorgeprinzip gelten. FĂŒr eine Neuzulassung von Glyphosat fehlt nach wie vor die Grundlage, da der vorliegende Bericht des Bundesinstituts fĂŒr Risikoforschung (BfR) zahlreiche Defizite und LĂŒcken aufweist. Bis zur KlĂ€rung der offenen Fragen muss die Zulassung daher auf jeden Fall ausgesetzt werden. Zudem muss die Bundesregierung die Anwendungsbestimmungen fĂŒr Glyphosat möglichst rasch verschĂ€rfen, um die Aufwandmengen deutlich zu reduzieren. Hierzu gehört auch ein Verbot von Glyphosat im Haus- und Kleingartenbereich, da das Risiko von Fehlanwendungen dort besonders groß ist.“

Glyphosat ist das weltweit am hĂ€ufigsten eingesetzte Unkrautvernichtungsmittel – ĂŒber 700.000 Tonnen werden pro Jahr versprĂŒht. In Deutschland werden 6.000 Tonnen ausgebracht, wobei rund 39 Prozent aller AckerflĂ€chen behandelt werden. Auch im Hobbygarten und auf öffentlichen Wegen wird das Gift gerne gespritzt, um sich das Hacken des Unkrauts zu ersparen. Neben den direkten toxischen Effekten gefĂ€hrdet die Wirkung als Breitbandherbizid auch zahlreiche andere Organismen, denn durch die Vernichtung der Wildkrautflora gehen Nahrungsquellen und LebensrĂ€ume verloren.

An einer im Sommer gestarteten NABU-Protestaktion gegen den Verkauf von Glyphosat in BaumÀrkten und Gartencentern beteiligten sich innerhalb von zwei Wochen fast 3.000 Personen. Inzwischen haben zahlreiche MÀrkte einen vollstÀndigen oder weitreichenden Verzicht auf das Totalherbizid zugesagt.
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Wo wird mein Obst zum Saft?
Alte Apfelsorten von Streuobstwiesen / Foto: NABU/B. Schaller
 
Wo wird mein Obst zum Saft?
NABU stellt 250 Mostereien vor

Bundesweite Liste fĂŒr Verwerter von Saft aus Streuobst wĂ€chst stetig

Wo aus eigenem Obst Saft hergestellt werden kann, zeigt der NABU in einer deutschlandweiten Liste. Insgesamt 250 mobile und stationĂ€re Mostereien sind inzwischen auf www.streuobst.de registriert. Den 250. Eintrag beantragte die Lohnmosterei Bach aus Großenhain in Sachsen. „Bei allen registrierten Mostereien können die Menschen ihr eigenes Obst zu Saft oder Most pressen lassen – das ist unsere Vorgabe fĂŒr die Aufnahme“, sagte Markus Rösler, Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst.

Die Mosterei Bach stehe stellvertretend dafĂŒr, dass kleine Unternehmen gerade auch in den neuen LĂ€ndern wirtschaftliche Chancen haben. „Allein fĂŒr Sachsen haben wir schon die siebzehnte Mosterei registriert. Insgesamt sind in den neuen BundeslĂ€ndern 74 Mostereien gelistet, also ein knappes Drittel aller deutschen Unternehmen. Bei den mobilen Mostereien sind es sogar 36 Prozent – das ist eine phĂ€nomenal hohe Quote. Und jede Mosterei trĂ€gt mit ihrer Arbeit auch zur Nutzung und Sicherung der bundesweit rund 300.000 Hektar StreuobstbestĂ€nde bei“, so Rösler.

Auf www.Streuobst.de sind die 250 Mostereien nach Bundesland und Postleitzahl sortiert. Darunter finden sich insgesamt 80 mobile und 170 stationĂ€re Einrichtungen. „Wir gehen aber davon aus, dass es bundesweit sogar noch mehr Mosterein gibt: ĂŒber 100 mobile und weit ĂŒber 300 stationĂ€re Mostereien könnten es sein. Die Tendenz ist steigend, besonders bei den mobilen Mostereien“, so Rösler.

Der NABU ruft alle Mosterei-Betriebe, die das Pressen von eigenem Saft in Deutschland anbieten, dazu auf, sich in der Liste registrieren zu lassen. Auch konkrete Angaben zu speziellen Dienstleistungen wie das AbfĂŒllen in Bag-in-Box und Preisen sind möglich. Die Liste solle so den Verbrauchern Orientierung geben und auch die Mostereien untereinander vernetzen, so Rösler.

Die höchste Anzahl der Mostereien zĂ€hlt mit insgesamt 52 das „Streuobstland Nummer 1“ Baden-WĂŒrttemberg. Dort hatte sich kĂŒrzlich die 50. Mosterei auf www.Streuobst.de eintragen lassen. Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen folgen mit je 29 Mostereien auf dem zweiten Platz.

80 der 250 Mostereien sind „mobile Mostereien“, die auf Fahrzeugen transportiert werden und so zum Endkunden kommen. „Das ist eine sehr dynamische Entwicklung: Vor 20 Jahren gab es noch keine mobilen Mostereien in Deutschland. Inzwischen haben wir Regionen, in denen die mobilen Mostereien eine wichtige Grundlage fĂŒr die Erhaltung und Bewirtschaftung der Streuobstwiesen sind“, so Rösler. Die mobilen Mostereien in Deutschland pressen nach SchĂ€tzungen des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst inzwischen jĂ€hrlich weit ĂŒber fĂŒnf Millionen Liter Apfel- und Birnensaft.
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NABU: Zahl der deutschen Vogelarten auf der Globalen Roten Liste verdoppelt sich
Sterntaucher / Foto: NABU/F. Derer
 
NABU: Zahl der deutschen Vogelarten auf der Globalen Roten Liste verdoppelt sich
Effektive Schutzmaßnahmen sind dringend notwendig

Elf regelmĂ€ĂŸig in Deutschland vorkommende Vogelarten stehen neu auf der weltweiten Roten Liste. Damit erhöht sich ihre Zahl auf insgesamt 22 Arten, die vom Aussterben bedroht sind. Zu diesem Ergebnis kommt die NABU-Dachorganisation BirdLife International, die heute die jĂ€hrliche Aktualisierung der Roten Liste nach den Kriterien der Weltnaturschutzorganisation IUCN vorgestellt hat.

Etwa ein Achtel der gut 10.000 weltweit vorkommenden Vogelarten ist in der Liste enthalten und gilt damit als vom Aussterben bedroht. Neu auf der Liste ist die in Deutschland weit verbreitete und ehemals hĂ€ufige Turteltaube. Ihr Bestand ist hierzulande in den letzten zwölf Jahren um ĂŒber 40 Prozent zurĂŒckgegangen. Ähnlich erging es ihr in vielen anderen LĂ€ndern Europas und Westasiens. Obwohl bisher weltweit nicht als gefĂ€hrdet eingestuft, ĂŒberspringt sie die Vorwarnstufe und landet direkt in der Kategorie „gefĂ€hrdet“. HauptgrĂŒnde fĂŒr ihren RĂŒckgang sind die Intensivierung der Landwirtschaft mit dem Verlust von wildkrautreichen BrachflĂ€chen, aber auch der legale und illegale Abschuss wĂ€hrend ihres Zuges in den SĂŒden.

„Die Aufnahme der Turteltaube in die Liste der global gefĂ€hrdeten Vogelarten ist ein Schock fĂŒr alle VogelschĂŒtzer“, sagte Lars Lachmann, Vogelschutzexperte des NABU. „Umso unverstĂ€ndlicher erscheint die Tatsache, dass Turteltauben in vielen LĂ€ndern Europas auf dem Herbstzug noch immer in großen Zahlen abgeschossen werden dĂŒrfen. Auf Malta gibt es sogar eine Ausnahmegenehmigung fĂŒr den Abschuss von jĂ€hrlich 10.000 Turteltauben wĂ€hrend des FrĂŒhjahrszugs in die Brutgebiete. Das entspricht fast einem Viertel des deutschen Brutbestandes.“

Auch die Tafelente, die in Deutschland mit knapp 5.000 Paaren brĂŒtet, aber in wesentlich grĂ¶ĂŸeren Zahlen ĂŒberwintert, hat international so stark abgenommen, dass sie nun weltweit als „gefĂ€hrdet“ gilt. Über zehn Prozent des europĂ€ischen Bestandes dieser Art verbringt den Winter in Deutschland. Weitere neun deutsche Vogelarten wurden neu in die sogenannte Vorwarnliste aufgenommen. Auch sie nehmen stark ab. Dazu gehören die Feuchtwiesenarten Kiebitz und Wiesenpieper, der auf Helgoland brĂŒtende Hochseevogel Tordalk und die KĂŒstenvögel Eiderente, Austernfischer, Knutt, Pfuhlschnepfe und SichelstrandlĂ€ufer. Die drei letztgenannten gehören zu den im deutschen Wattenmeer rastenden Zugvögeln. Ihre BestĂ€nde sind vor allem durch die Vernichtung von WattflĂ€chen in Ostasien bedroht, aber auch die deutschen RastbestĂ€nde gehen zurĂŒck.

Nur fĂŒr eine deutsche Vogelart gibt es gute Nachrichten: Die Samtente, eine Art von der etwa ein Viertel der Weltpopulation in der deutschen Ostsee ĂŒberwintert, nahm zuletzt weniger stark ab, sodass sie von „stark gefĂ€hrdet“ auf „gefĂ€hrdet“ zurĂŒckgestuft werden konnte. Sie ist jedoch weiterhin weltweit bedroht, genauso wie Großtrappe, SeggenrohrsĂ€nger, Zwerggans und Eisente, die in den höchsten GefĂ€hrdungskategorien verbleiben.

Insgesamt mussten in diesem Jahr weltweit 40 Vogelarten in eine höhere GefĂ€hrdungsstufe eingeordnet werden, wĂ€hrend nur 23 Arten herabgestuft werden konnten. „WĂ€hrend frĂŒher vor allem Vogelarten kleiner Inseln mit sehr kleinen Verbreitungsgebieten in der weltweiten Roten Liste gefĂŒhrt wurden, kommen nun viele weit verbreitete und vergleichsweise hĂ€ufige Arten wie die Turteltaube und der Kiebitz hinzu, weil ihre BestĂ€nde auf ganzen Kontinenten kollabieren“, so Lachmann. „Die Entwicklung effektiver Schutzmaßnahmen ist damit eine noch viel grĂ¶ĂŸere Herausforderung geworden. Sie bedarf neben der Arbeit von NaturschĂŒtzern auch grundsĂ€tzlicher Entscheidungen der Politik, zum Beispiel fĂŒr eine echte ökologische Wende in der Agrarpolitik.“
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Wir brauchen eine schĂŒtzende Arche mehr denn je
Halbzeitbericht zur EU-BiodiversitÀtsstrategie zeigt keine AnnÀherung an Ziele

Der kĂŒrzlich veröffentliche Halbzeitbericht zur EU-BiodiversitĂ€tsstrategie zieht eine erschreckende Bilanz: Seit dem Beschluss der Strategie im Jahre 2011 konnte diese dem fortlaufenden Artenverlust noch keinerlei Einhalt gebieten. Ganz im Gegenteil: "Die Populationen einiger gĂ€ngiger Vogelarten scheinen sich zwar wieder zu stabilisieren, aber andere Arten, die in Verbindung mit landwirtschaftlichen, oder Frisch- und Salzwasser-Ökosystemen stehen, sind weiterhin im Verfall; 70% der europĂ€ischen Arten sind gefĂ€hrdet durch Habitatverlust." (Seite 3, Halbzeitbericht).

Der Bericht der EU bestĂ€tigt die intensive, industrialisierte Landwirtschaft als eine der grĂ¶ĂŸten Ursachen fĂŒr die BeeintrĂ€chtigung der biologischen Vielfalt. Ökologisch nachhaltig bewirtschaftete FlĂ€chen und Produktionsweisen werden zunehmend durch Massentierhaltung, Intensivanbau, und Monokulturen ersetzt. Der daraus resultierende Verlust von fruchtbarem Boden, Streuobstwiesen und Weiden hat extreme ökologische Auswirkungen auf unseren Planeten und die WelternĂ€hrung.

Deswegen setzt sich Slow Food fĂŒr den Erhalt der biologischen Vielfalt ein, denn eine Vielfalt an regional angepassten Tierarten, Kulturpflanzen und traditionellen Lebensmitteln bedeutet vielfĂ€ltige Kulturlandschaften, Ökosysteme, und nicht zuletzt Vielfalt auf unseren Tellern. Die Arche des Geschmacks ist ein Slow-Food-Projekt das weltweit einheimische Tierrassen, regional wertvolle Lebensmittel und Kulturpflanzen, die vor dem Verschwinden bedroht sind, schĂŒtzt.

"Der Halbzeitbericht zur EU-BiodiversitĂ€tsstrategie zeigt, dass der Bewusstseinsbildung verstĂ€rkte Maßnahmen zur Erhaltung und zum Schutz der Arten und Ökosysteme folgen mĂŒssen," so Dr. Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland e. V. "Echten Genuss kann es nur mit Bewusstsein und Verantwortung geben - fĂŒr die Menschen und die Umwelt, die diesen Genuss möglich machen. Wir brauchen die schĂŒtzende Arche mehr denn je."

Biologische Vielfalt garantiert das Gleichgewicht in der Natur und sorgt fĂŒr eine vielfĂ€ltige menschliche ErnĂ€hrung. Sie steht ebenso in engem Zusammenhang mit kultureller IdentitĂ€t: aus der lokalen Artenvielfalt, dem lokalen Klima und der örtlichen Geografie entwickeln sich spezifische landwirtschaftliche Praktiken, KĂŒchen und Traditionen.

Zur internationalen Arche des Geschmacks zĂ€hlen aktuell ĂŒber 2.500 traditionelle Lebensmittel; die deutsche Arche hat bisher 55 Passagiere aufgenommen. Ziel ist es, diese tierischen und pflanzlichen Passagiere bekannter zu machen, um die Nachfrage zu erhöhen, nach dem Motto "Essen, was man retten will!". Slow Food veröffentlicht Informationen zu diesen bedrohten Lebensmitteln und hilft den Erzeugern, die sich durch ihre tĂ€gliche Arbeit fĂŒr den Erhalt der biologischen Vielfalt und ökologisch nachhaltige landwirtschaftliche Systeme einsetzen, sich mit anderen Erzeugern zu vernetzen, und durch Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen in direkten Kontakt mit Kunden zu kommen.

Die große Mehrheit der Arche-Passagiere sind vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen und Nutzpflanzenarten, die unter den gegenwĂ€rtigen ökonomischen Bedingungen bedeutungslos geworden sind. Ihre QualitĂ€ten werden nicht geschĂ€tzt - wie ihr dicker Speckmantel und ihr mit regionalem Futter verbundenes langsames Wachstum (Buntes Bentheimer Schwein), ihre ursprĂŒngliche zĂŒchterische Ausrichtung auf Milch und Fleisch (Murnau-Werdenfelser Rind, HinterwĂ€lder Rind) oder ihre Formenvielfalt: kleine VarietĂ€ten fallen durch den Kartoffelvollernter (Bamberger Hörnla).

Die andere, kleinere Gruppe bilden handwerklich hergestellte Lebensmittel. Ostheimer LeberkĂ€s wird von nur einer Metzgerei in Ostheim (Bayrische Rhön) traditionell hergestellt. Weißlacker ist der einzige nur im AllgĂ€u vorkommende KĂ€se. WĂŒrchwitzer MilbenkĂ€se (Sachsen-Anhalt) hat eine lange Tradition, die fast schon vergessen war, ebenso der Nieheimer KĂ€se. Das Filder-Spitzkraut ist wegen seiner Form mechanisch schwierig verwertbar und doch geschmacklich dem runden Weißkohl ĂŒberlegen. Die Nordhessische Ahle Wurscht schließlich zĂ€hlt zu der Gruppe von traditionellen Produkten, die durch zunehmende Industrialisierung der Fleischverarbeitung an sensorischer QualitĂ€t oftmals verloren hat. Ein durch Slow Food initiierter Förderverein arbeitet gegen diesen Trend.

Die Vielfalt, die sich in Geschmack, Aroma, Farbe und Form von Lebensmitteln sowie in Rezepten und BrÀuchen manifestiert, ist Teil unseres kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Reichtums. Durch Projekte wie die Arche des Geschmacks will Slow Food unser wertvolles kulinarisches Erbe bewahren.
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NABU wird offizieller Partner des UN-Abkommens zum Schutz der Saiga-Antilope
Tennhardt: „Um Schutzmaßnahmen fĂŒr die seltene Saiga-Antilope zu beschließen, trafen sich Ende Oktober Vertreter der Saiga-VerbreitungslĂ€nder in Taschkent, Usbekistan. Der NABU unterstĂŒtzte die Veranstaltung, die von der UN-Konvention zum Schutz der Wandernden Wildlebenden Tierarten (CMS) organisiert und von der Usbekischen Regierung ausgerichtet worden war. Die Teilnehmer einigten sich auf eine Reihe von Maßnahmen fĂŒr die nĂ€chsten fĂŒnf Jahre, die die BestĂ€nde der stark bedrohen Saiga-Antilope wiederherstellen und langfristig sichern sollen.

NABU-VizeprĂ€sident Thomas Tennhardt sagte: „Die Situation der Saiga-Antilope ist nach dem Massensterben im Mai dieses Jahres und aufgrund der anhaltenden Wilderei dramatischer denn je. Um die verbliebenen BestĂ€nde zu retten und das Aussterben der besonderen Art zu verhindern, mĂŒssen jetzt alle Verantwortlichen entschlossen an einem Strang ziehen. Mit seiner Unterzeichnung des Saiga-Abkommens bekrĂ€ftigt der NABU sein langjĂ€hriges Engagement fĂŒr den Schutz der Saiga und unterstĂŒtzt die Umsetzung der dringenden Schutzmaßnahmen, die auf dem Treffen verabschiedet wurden.”

Derzeit leben noch fĂŒnf separate Populationen von Saiga-Antilopen in den Steppen und WĂŒsten der zentralasiatischen LĂ€nder Kasachstan, Mongolei, Russland, Turkmenistan und Usbekistan. Mehr als 150.000 adulte Saiga-Antilopen fielen dem Massensterben in Zentralkasachstan zum Opfer, das die globale Population der ohnehin stark bedrohten Art um mehr als die HĂ€lfte reduzierte. Neue Daten belegen zudem, dass die grenzĂŒberschreitende Ustjurd-Population zwischen Kasachstan und Usbekistan, die einst mehrere Hunderttausend Tiere umfasste, aufgrund exzessiver Wilderei und des Ausbaus von Infrastrukturprojekten auf nur noch 1.270 Tiere geschrumpft ist und heute am Rande der Ausrottung steht.

Diese Ergebnisse stellen einen großen RĂŒckschlag fĂŒr die SchutzbemĂŒhungen um die Saiga-Antilope dar, deren BestĂ€nde gerade im Begriff waren, sich von einem historischen Tiefstand zu erholen: Zu Beginn des Jahrhunderts war die Zahl der Saigas aufgrund massiver Wilderei um 95 Prozent auf nur noch 50.000 Tiere zurĂŒckgegangen. Ob sich die Population jemals wieder erholt, ist unsicher, denn neben der anhaltenden Wilderei gefĂ€hrden Lebensraumzerschneidung und illegaler Handel die kleinen Antilopen.

Maßnahmen, die auf dem Treffen in Taschkent beschlossen wurden, und von allen Verbreitungsstaaten sowie den KonsumlĂ€ndern von Saiga-Hörnern umgesetzt werden sollen, sind der Umbau von GrenzzĂ€unen, um sie fĂŒr die Tiere durchlĂ€ssiger zu machen, Anti-Wilderei-EinsĂ€tze sowie ein verbessertes Gesundheitsmanagement fĂŒr die Tiere..

Das Thema Gesundheitsmanagement stand vor allem angesichts des Massensterbens in der Betpak-dala-Population weit oben auf der Agenda. Wissenschaftler bestĂ€tigten, dass Haemorraghic Septicaemia Ursache dieser Katastrophe zu sein scheint, eine manchmal fatale Krankheit, die in domestizierten BĂŒffeln und Rindern sowie in wildlebenden WiederkĂ€uern vorkommt. Zwei opportunistische Bakterien, Pasteurella multocida Serotyp B und Clostridium perfringens, haben zu dem rapiden Massensterben und damit zu dem Verlust der gesamten Saiga-Population in den jeweiligen Kalbungsgebieten beigetragen. Es wird jedoch angenommen, dass die Infektion sich nicht von Tier zu Tier ĂŒbertragen hat, da sie unabhĂ€ngig voneinander in 13 verschiedenen Kalbungsgebieten auf einem Gebiet von ĂŒber 250.000 Kilometer auftrat. Dieses nahezu gleichzeitig stattfindende Sterben soll aufgrund weiterer Umweltfaktoren ausgelöst worden sein, die sich zeitgleich in der ganzen Region ausgewirkt haben sollen. Die genauen Faktoren und Ursachen bleiben jedoch weiterhin unklar. Wahrscheinlich ist, dass plötzliche WetterverĂ€nderungen eine Rolle gespielt haben, die wiederum mit dem Klimawandel zusammenhĂ€ngen. Weitere Untersuchungen zu den genauen Ursachen des Massensterbens dauern an.

Im Anschluss an das Treffen in Taschkent ist ein NABU-Expertenteam in die Ustjurd-Region aufgebrochen, um mögliche Sofortmaßnahmen zu identifizieren und das Potenzial fĂŒr gemeindebasierte SchutzaktivitĂ€ten gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung zu eruieren.Nach Sterben von 150.000 Saigas braucht die Art internationale UnterstĂŒtzung dringender denn je”
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Hochspannungstrassen am Oberrhein bĂŒndeln!
Landschaft am Oberrhein / Foto: Axel Mayer / BUND
 
Hochspannungstrassen am Oberrhein bĂŒndeln!
Energiewende fĂŒr den Landschaftsschutz nutzen / "380-kV-NetzverstĂ€rkung Daxlanden-Eichstetten“

Wer mit offenen Augen durch die Landschaft am Oberrhein oder durch den SĂŒdschwarzwald fĂ€hrt, sieht an vielen Stellen parallel gefĂŒhrte Hochspannungstrassen. Die aktuelle Planung das StromĂŒbertragungsnetz zu verstĂ€rken, die geplante "380-kV-NetzverstĂ€rkung Daxlanden-Eichstetten“ bietet jetzt die einmalige Chance die Energiewende auch einmal fĂŒr den Landschaftsschutz zu nutzen. Dort wo heute zwei bis drei Hochspannungstrassen die Landschaft durchschneiden, sollten nach Ansicht von BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Axel Mayer eine ZusammenfĂŒhrung auf eine einzige Trasse ernsthaft geprĂŒft werden. Es stellt sich auch die Frage, ob nicht an vielen Stellen alle notwendigen "Scheußlichkeiten" der Rheinebene, - Autobahn, Neubautrasse Bahn und Hochspannungstrassen - zusammen laufen könnten um Mensch, Natur und Landschaft der Ebene zu entlasten.

Um die notwendige Debatte zu eröffnen, hat der BUND-Regionalverband am 29. Okt. 2015 die vier folgenden Briefe geschrieben:


Die Energiewende fĂŒr den Landschaftsschutz nutzen
Hochspannungstrassen am Oberrhein bĂŒndeln

Sehr geehrter Herr Landrat Scherer
sehr geehrte Frau RegierungsprÀsidentin SchÀfer,
sehr geehrte Frau LandrÀtin Störr-Ritter,
sehr geehrter Herr Landrat Hurth,

wir wurden jetzt ĂŒber die geplanten Maßnahmen zur VerstĂ€rkung des StromĂŒbertragungsnetzes "380-kV-NetzverstĂ€rkung Daxlanden-Eichstetten“ informiert:

„Die TransnetBW plant hierfĂŒr, die Übertragungsleistung auf der bestehenden 220-kV-Leitung durch eine Umstellung auf 380 kV zu erhöhen. Dies erfordert einen Austausch der Masten, um die Auflage neuer Leiterseile zu ermöglichen, sowie eine Modernisierung der Umspannwerke Daxlanden, Kuppenheim, BĂŒhl, Weier und Eichstetten. Die Maßnahme befindet sich derzeit in Vorplanung. Die TransnetBW strebt an, im Jahr 2017 in das Planfeststellungsverfahren einzutreten. Die Umsetzung soll im Jahr 2019 beginnen.“ (Zitatende)

Diese Planungen bieten die Chance, eine alte BUND-Idee umzusetzen. Wir wĂŒrden die Energiewende gerne fĂŒr den Landschaftsschutz nutzen und bitten Sie zu prĂŒfen, wie die jetzt hĂ€ufig parallel laufenden Hochspannungstrassen am Oberrhein gebĂŒndelt werden könnten.
Bisher haben wir als gemeinwohlorientierter Umweltverband diese alte Idee zum Landschaftsschutz nicht als Forderung nach außen getragen, weil wir auch an die volkswirtschaftlichen Kosten denken mĂŒssen. Durch den jetzt notwendigen Austausch der Masten ergibt sich eine sinnvolle Möglichkeit die alte Idee umzusetzen.

An vielen Stellen im Rheingraben und im SĂŒdschwarzwald laufen zwei, manchmal drei Trassen von Hochspannungsleitungen parallel. Dies hat teilweise mit unterschiedlichen StromstĂ€rken, teilweise auch mit unterschiedlichen EigentĂŒmern der Trassen zu tun.

Wenn jetzt ein Austausch der Masten der 220-kV-Leitung nötig wird um die Auflage neuer Leiterseile zu ermöglichen, dann wĂ€re es gut und sinnvoll, wo immer technisch möglich, die zwei bis drei landschaftszerschneidenden Trassen zu einer einzigen, möglichst ortsfernen und landschaftsschonenden Trasse zusammen zu fĂŒhren.

Wir wollen diesen sinnvollen Wunsch möglichst frĂŒh in die beginnende Debatte einbringen und bitten das RegierungsprĂ€sidium und die LandratsĂ€mter die Umsetzung dieser Idee ernsthaft zu prĂŒfen und den Wunsch des BUND zu unterstĂŒtzen.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
Axel Mayer, GeschĂ€ftsfĂŒhrer
 
 

 
NABU-Statement zu den neuerlichen EnthĂŒllungen im Abgasskandal
AufklÀrungseifer von Verkehrsminister Dobrindt grenzt an Arbeitsverweigerung

Zu den aktuellen Entwicklungen und neuerlichen Erkenntnissen im Abgasskandal erklĂ€rt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller:

„Die neuen Erkenntnisse um manipulierte CO2-Angaben bei Volkswagen sind gleichzeitig erschreckend und ermutigend. Ermutigend, weil der Konzern langsam ernst zu machen scheint mit dem Trockenlegen des Betrugs-Sumpfes. Erschreckend ist jedoch die Art und Weise, wie Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt derzeit im Skandal um gefĂ€lschte Abgaswerte agiert. Sein AufklĂ€rungseifer grenzt an Arbeitsverweigerung, indem er bisher keinerlei aufklĂ€renden Beitrag zu den EnthĂŒllungen geleistet hat. Dabei haben die ihm unterstellten bundesdeutschen Kontrollinstanzen erneut versagt. Es wird höchste Zeit, dass Herr Dobrindt die AufklĂ€rung endlich vorantreibt. Ansonsten macht er sich mitschuldig am wohl grĂ¶ĂŸten Skandal der deutschen Automobilgeschichte.“
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