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Samstag, 21. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
Alter frÀnkischer Satz als 56. Slow-Food-Arche-Passagier aufgenommen
Der Alte frĂ€nkische Satz wurde als 56. Passagier in die Slow Food Arche des Geschmacks aufgenommen. Die Arche des Geschmacks ist ein internationales Projekt der Slow Food Stiftung fĂŒr BiodiversitĂ€t. Es schĂŒtzt und fördert traditionelle Nutztierrassen, Kulturpflanzen und Lebensmittel, die vom Verschwinden bedroht sind und trĂ€gt so zur Rettung unseres kulinarisch-kulturellen Erbes bei. Der Alte frĂ€nkische Satz wird vom Slow Food Convivium Mainfranken-Hohenlohe unterstĂŒtzt.

Der "Alte frĂ€nkische Satz" entspricht einer ĂŒber lange ZeitrĂ€ume hinweg praktizierten Anbaumethode fĂŒr Weinberge. Noch bis Ende des 19. Jahrhunderts war diese Anbaumethode nicht nur in Franken, sondern in allen deutschen Weinbaugebieten verbreitet, da sie geeignet war, auch in ungĂŒnstigen Jahren einigermaßen gesichert Weine zu erzeugen. Das Prinzip war, durch Anpflanzung von unterschiedlichen Weinsorten in einem Weinberg das Risiko des Totalausfalls der Weinernte zu minimieren. So war gewĂ€hrleistet, dass, auch wenn durch SpĂ€tfröste einige Weinsorten erfroren, andere dies ĂŒberstanden und so noch eine Traubenernte durchgefĂŒhrt werden konnte.

Eine andere Besonderheit dieser Anbaumethode ist es, die Trauben aller Weinsorten zum gleichen Zeitpunkt zu ernten und gemeinsam zu vinifizieren. Dies fĂŒhrt im Gegensatz zu WeincuvĂ©es, bei denen die unterschiedlichen Weinsorten getrennt gelesen, vinifiziert und erst am Ende verschnitten werden, zu einer großen geschmacklichen Vielfalt, die von Weinberg zu Weinberg und von Jahr zu Jahr die unterschiedlichsten Weine hervorbringt. In Franken gibt es aktuell noch siebeneinhalb Hektar dieses "Alten frĂ€nkischen Satzes", wobei einzelne Weinberge ein Alter von ĂŒber 50 Jahren aufweisen, aus wurzelechten Sorten bestehen und in alter frĂ€nkischer Kopferziehung als Pfahlweinberg in mĂŒhevoller Handarbeit gepflegt werden.

Der Alte frĂ€nkische Satz umfasst nur noch eine RebflĂ€che von 7,5 Hektar, was einem Anteil von 0,12 Prozent der gesamten frĂ€nkischen RebflĂ€che entspricht. Der RĂŒckgang ist hauptsĂ€chlich darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass die Lagen sehr aufwĂ€ndig zu bearbeiten sind und nur einen geringen Ertrag bringen.
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Erschreckend hoher Wohnungsleerstand von 4,1% in Baden-WĂŒrttemberg
fast 200.000 leere meist 80 bis 100 qm große Wohnungen

Deutliche Kritik an Bau-, Leerstands-, FlÀchenschutzpolitik
in Baden-WĂŒrttemberg anl. UN-Jahr des Bodens

ECOtrinova e.V. wendet sich gegen jĂŒngste Äußerungen von MinisterprĂ€sident Kretschmann, Minister Winfried Hermann und SPD-Fraktionschef Schmiedel

Mit einem offenen Brief wandte sich der Umweltschutzverein ECOtrinova e.V. gegen jĂŒngste Äußerungen von MinisterprĂ€sident Kretschmann, Minister Hermann und SPD-Fraktionschef Schmiedel zur FlĂ€chenschutz- und Wohnungspolitik. Vereinsvorsitzender Dr. Georg Löser mahnte weiterhin konsequenten FlĂ€chen- und Bodenschutz an. Denn der Wohnungsleerstand in Baden-WĂŒrttemberg sei erschreckend groß und lag 2011 mit 4,1 Prozent fast im Bundesdurchschnitt von 4,4 Prozent, in Stuttgart lag er bei 3,7 %.(1) Bei in 2011 rund 195.000 leeren Wohnungen mit typisch je 80 bis 100 qm FlĂ€che bestehe kein Anlaß, dass beim Wohnungsbau wie der MinisterprĂ€sident Ă€ußerte, "der Kampf gegen den FlĂ€chenfraß ein StĂŒck weit zurĂŒckstehen" mĂŒsse. Das letztere wĂ€re ein sehr schlechtes Schlusswort fĂŒr das Land zum UN-Jahr des Bodens 2015. Vielmehr sei seine Pflicht nach Art 20a des Grundgesetzes, die natĂŒrlichen Lebens­grundlagen auch fĂŒr kĂŒnftige Generationen zu schĂŒtzen.(2) Dazu gehören die Natur und der landwirt­schaftliche Boden. Vorbilder hĂ€tten erwiesen, dass sich mit Umbau, Anbau, Aufstocken, Zusammenziehen und anderen Instrumenten mehr Wohnraum schaffen lĂ€sst und teurer Neubau meist vermeidbar werde. In Stuttgart und Freiburg wurden dazu kĂŒrzlich an die 50 Instrumente öffentlich vorgestellt.

Sollte der Leerstand kĂŒnftig fĂŒr mehr Einwohner nicht mehr ausreichen, gebe es genĂŒgend verschwendete FlĂ€chen. In Freiburg habe ECOtrinova eines von mehreren großen Behör­den-GelĂ€nden mit ĂŒber 500 ParkplĂ€tzen fĂŒr Wohnbauung und Umbau vorgeschlagen, das intern seit ĂŒber 10 Jahren fĂŒr Wohnen angedacht sei, aber von Behörden blockiert werde.

ECOtrinova begrĂŒĂŸte, dass Minister Hermann Standards beim Klima- und Naturschutz nicht aufgeben wolle. Dazu gehöre der FlĂ€chenschutz. Aber seiner Auffassung, 50.000 Neubau-Wohnungen seien in den nĂ€chsten Jahren zusĂ€tzlich nötig, stehe der mehrfach grĂ¶ĂŸere Leerstand gegenĂŒber. Anstelle der von SPD-Fraktionschef Schmiedel geforderten offensiven Baulandpolitik wĂŒrden mit vielen Instrumenten, die Neubau auf neuem Bauland vermeiden, die Kosten fĂŒr neue Wohnungen relativ klein gehalten. Die GrĂŒnde seien wegfallende oder minimierte Boden- sowie Erschließungskosten fĂŒr Verkehrwege und Versorgung und die bei Umbau usw. geringeren Baukosten. Der sonst meist teurere Neubau erhöhe die Durchschnittsmieten und damit kĂŒnftige Mietspiegel.
 
 

 
Freiburg: Stadt - und Falkensteigtunnel als "vordringlicher Bedarf" !
Stadt, Landkreis, Regionalverband und WirtschaftsverbÀnde appellieren zur Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans an Verkehrsminister Dobrindt:

Nur der Stadttunnel und der Falkensteigtunnel schaffen eine nachhaltige Verbesserung mit höherer LeistungsfÀhigkeit und Sicherheit sowie eine wirksame Entlastung der Anlieger an der B 31

Regionales BĂŒndnis aus Politik und Wirtschaft bittet um UnterstĂŒtzung bei der Einstufung in höchster PrioritĂ€t: „Stadt und Landkreis sind in Vorleistung fĂŒr die Entwurfsplanung beider Projekte gegangen!“

„Eine nachhaltige Verbesserung mit Reduzierung der Emissionen und einer deutlichen Erhöhung der LeistungsfĂ€higkeit und Sicherheit der B 31 ist nur durch eine Tunnellösung zu erreichen!“ – mit diesem Appell wenden sich die politischen EntscheidungstrĂ€ger aus Stadt und Region gemeinsam mit den WirtschaftsverbĂ€nden an Bundesverkehrsminister Dobrindt. Anlass zu dem Schreiben der Stadt Freiburg, des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald, des Regionalverbands SĂŒdlicher Oberrhein sowie der IHK, der Handwerkskammer und des Wirtschaftsverbands Industrieller Unternehmen Baden (WVIB) gibt die im nĂ€chsten Jahr erwartete Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans mit der beantragten Einstufung des Stadttunnels sowie des Falkensteigtunnels als „vordringlicher Bedarf“.

In dem von OB Dieter Salomon, LandrĂ€tin Dorothee Störr-Ritter, dem Vorsitzenden des Regionalverbands, Otto Neideck, und den PrĂ€sidenten Steffen Auer (IHK), Johannes Ullrich (Handwerkskammer) und Klaus Endress (WVIB) unterzeichneten Schreiben weist das regionale BĂŒndnis auf die herausragende Bedeutung des Stadttunnels zwischen Brauerei Ganter und Zubringer Mitte sowie des Falkensteigtunnels bei Buchenbach hin: Nur als Tunnellösung seien Sicherheit und LeistungsfĂ€higkeit dieser wichtigen West-Ost-Verbindung im Freiburger Stadtgebiet zu erreichen. Die heutige StraßenfĂŒhrung mit zahlreichen Ampelkreuzungen in unmittelbarer NĂ€he zu dicht besiedelten Wohngebieten sowie hohen LĂ€rm- und Abgasbelastungen und erschĂŒtterungen durch Schwerlastverkehr widerspreche allen einschlĂ€gigen Standards und stehe im Widerspruch zu den Richtlinien, nach denen Verkehrsachsen mit ĂŒberregionaler und großrĂ€umiger Verkehrsfunktion anbaufrei zu planen und zu betreiben sind.

AusdrĂŒcklich verweist das Schreiben auf den Zusammenhang zum Falkensteigtunnel. Der Engpass der Ortsdurchfahrt Falkensteig sei bereits heute ein Hindernis mit hohen Belastungen der Anlieger; bei zunehmendem Verkehr drohe die enge Durchfahrt zu einem Nadelöhr zu werden. Deshalb verstehen Stadt, Region und Wirtschaft den Stadttunnel und den Falkensteigtunnel als gemeinsames Anliegen fĂŒr eine leistungsstarke West-Ost-Verbindung.

In ihrem Schreiben an Minister Dobrindt machen die Initiatoren darauf aufmerksam, dass durch erhebliche Vorleistungen der Stadt und des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald rechtzeitig die planerischen Voraussetzungen fĂŒr eine Einstufung als „vordringlicher Bedarf“ getroffen worden sind. So haben sich Stadt und Landkreis gegenĂŒber dem Land 2009 vertraglich verpflichtet, die vom Land zu erstellende Vorplanung beider Projekte bis zum sogenannten RE-Entwurf vorzufinanzieren, womit die Planung schneller abgeschlossen werden konnte als zunĂ€chst zu befĂŒrchten. „Somit liegen eine konkrete und ausgereifte Planung als formale Voraussetzung sowie alle fachlichen Untersuchungen und Bewertungen fĂŒr die Einstufung als ‚vordringlicher Bedarf‘ im Bundesverkehrswegeplan vor“ heißt es in dem Schreiben. In einer eigenen Priorisierung der badenwĂŒrttembergischen Anmeldungen zum Bundesverkehrswegeplan hat das Landesverkehrsministerium 2013 den Stadttunnel in die höchste PrioritĂ€t gesetzt und damit die besondere Bedeutung des Vorhabens unterstrichen.

AusdrĂŒcklich laden Stadt, Landkreis und Regionalverband sowie die WirtschaftsverbĂ€nde den Bundesverkehrsminister zu einem Besuch in die Region ein, um sich selbst vor Ort von der Notwendigkeit einer schnellen Realisierung zu ĂŒberzeugen.

Mit der letzten Fortschreibung des Bundesverkehrsplans 2003 ist das Projekt des Stadttunnels mit zunĂ€chst einer Röhre und zwei Fahrspuren als 1. Bauabschnitt in der höchsten PrioritĂ€t beschlossen worden; die zweite Röhre ist ebenso wie der sogenannte Hirschsprungtunnel (Falkensteig) in der Kategorie „weiterer Bedarf als Planungsrecht“ eingeordnet. Der auch von allen Bundestags- und Landtagsabgeordneten der Region unterstĂŒtzte Antrag zielt nun darauf ab, dass im neuen Bundesverkehrswegeplan der Stadttunnel in GĂ€nze mit beiden Röhren (d.h. zwei Fahrspuren in jede Richtung) und der Falkensteigtunnel als „vordringlicher Bedarf“ eingestuft werden. Damit wĂŒrden beide Vorhaben in der PrioritĂ€t der Straßenbauprojekte in der Regie des Bundes nach oben klettern.

Die ursprĂŒnglich fĂŒr 2015 geplante Fortschreibung des Bundesverkehrsplans ist auf das Jahr 2016 verschoben; der Gesetzesentwurf des Bundesverkehrsministeriums soll im FrĂŒhjahr ins Kabinett eingebracht werden und wird schließlich vom Bundestag entschieden. Der neue Bundesverkehrsplan, der nicht nur Bundesstraßen und Autobahnen, sondern auch Bahnlinien und Wasserstraßen umfasst, soll dann bis etwa 2030 gĂŒltig sein.
 
 

 
Philipp zu Guttenberg erhÀlt "Dinosaurier des Jahres 2015"
Negativ-Preis geht an Chef-Lobbyisten der WaldeigentĂŒmer fĂŒr Widerstand gegen natĂŒrliche Waldentwicklung und EU-Naturschutzvorgaben

Der NABU hat Philipp Freiherr zu Guttenberg mit dem „Dinosaurier des Jahres 2015“ ausgezeichnet. Der PrĂ€sident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher WaldbesitzerverbĂ€nde (AGDW) erhĂ€lt den Negativpreis fĂŒr seinen erbitterten Widerstand gegen eine natĂŒrliche Waldentwicklung und die Lobbyarbeit gegen das EU-Naturschutzrecht. Philipp zu Guttenberg vertritt und verbreitet eine anachronistische Sicht des Waldes, die sich alleine auf die wirtschaftliche Nutzbarkeit von Holzressourcen beschrĂ€nkt. Der NABU kritisiert zudem, dass der Chef der WaldeigentĂŒmer immer noch die Ziele der bereits 2007 vom Bundeskabinett beschlossenen Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt angreift.

„Bis heute hat es Herr zu Guttenberg nicht akzeptiert, dass bis 2020 fĂŒnf Prozent der deutschen WĂ€lder dauerhaft ohne forstwirtschaftliche Nutzung sein sollen. Und das, obwohl die Privatwaldbesitzer so gut wie nicht betroffen sind, weil dies fast ausschließlich in WĂ€ldern umgesetzt werden soll, die sich im öffentlichen Besitz befinden“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. Gerade Deutschland habe eine besondere Verantwortung fĂŒr den Wald. „Wenn wir unsere nationalen und internationalen Verpflichtungen im Arten- und Klimaschutz erfĂŒllen wollen, dann brauchen wir dafĂŒr gesunde WĂ€lder. Sie sind nicht nur der Lebensraum von Tieren und Pflanzen, sondern liefern uns Menschen Wasser, saubere Luft und Erholung – und zwar gratis.“

Kritik ĂŒbte der NABU-PrĂ€sident auch an zu Guttenbergs Versuche, die geltende EU-Naturschutzgesetzgebung auszuhebeln. Besonders in diesem Jahr trat er regelmĂ€ĂŸig als Cheflobbyist einer lautstarken Minderheit in Erscheinung, die fĂŒr eine AbschwĂ€chung der erfolgreichen EU-Naturschutzrichtlinien kĂ€mpft. Diese bilden jedoch das Fundament der Naturschutzgesetze in allen 28 Mitgliedstaaten. Zehntausende Schutzgebiete, davon allein ĂŒber 5.000 Natura-2000-Gebiete in Deutschland sowie das Leben von Millionen von Zugvögeln, FledermĂ€usen und anderer Tiere stĂŒnden damit auf dem Spiel.

Vor diesem Hintergrund hĂ€lt der NABU den Dinosaurier fĂŒr Philipp zu Guttenberg fĂŒr hochverdient: Der Chef der WaldeigentĂŒmer-Lobby versuchte gegenĂŒber der EU-Kommission nicht nur das Votum von ĂŒber einer halbe Million EU-BĂŒrgern herunterzuspielen, die im Sommer im Rahmen einer EU-BĂŒrgerbefragung fĂŒr starke Naturschutzgesetze stimmten, sondern zieht auch die Kompetenz von mittlerweile zwölf EU-Umweltministern, darunter Barbara Hendricks aus Deutschland, in Zweifel, die sich ebenfalls fĂŒr den Erhalt der Richtlinien in ihrer jetzigen Form ausgesprochen haben.
„Statt einer VerwĂ€sserung des EU-weiten Naturschutzes brauchen wir endlich eine ordentliche Umsetzung der geltenden Regeln, zum Beispiel in Schutzgebieten oder bei der Verfolgung von Wilderei. Und nur wenn ausreichend Finanzmittel und Personal fĂŒr die Naturschutzbehörden zur VerfĂŒgung gestellt werden, dann haben wir eine Chance bei der Rettung der Artenvielfalt“, so der NABU-PrĂ€sident.

Neben seines Engagements gegen die Belange des Naturschutzes errichtet der polarisierende Kommunikationsstil zu Guttenbergs in der Öffentlichkeit immer wieder neue HĂŒrden fĂŒr die Kooperation zwischen Waldbesitzern und NaturschĂŒtzern vor Ort. Dabei blendet er die Tatsache bewusst aus, dass sich NaturschutzverbĂ€nde wie der NABU seit vielen Jahren fĂŒr eine verbesserte finanzielle Förderung auch fĂŒr Waldbesitzer einsetzen, die Leistungen fĂŒr den Naturschutz erbringen wollen.

„Herr zu Guttenberg sollte die Grenzen der kommerziellen Nutzbarkeit natĂŒrlicher Ressourcen akzeptieren und die Potenziale fĂŒr ein nachhaltiges und ressourcenschonendes Wirtschaften nutzen. Denn die meisten Waldbesitzer erkennen durchaus die große Bedeutung, die vielfĂ€ltige, ökologisch intakte und naturschonend bewirtschaftete WĂ€lder fĂŒr die gesamte Gesellschaft besitzen, und setzen sich fĂŒr den Waldnaturschutz ein“, so NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Mit dem „Dinosaurier des Jahres“, einer aus Zinn gegossenen und 2,6 Kilogramm schweren Nachbildung einer Riesenechse, zeichnet der NABU seit 1993 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus, die sich sowohl durch herausragende Einzelleistungen als auch durch die Summe ihres Gesamtwerkes in Sachen Umweltschutz negativ hervorgetan haben.
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Zur Gemeinderatssitzung 15.12.2015
ECOtrinova zu Perspektivplan, neuen WohnbauflÀchen und mehr Klimaschutz beim Bauen.

Zur Gemeinderatssitzung am 15. Dezember hat sich der Freiburger Verein ECOtrinova e.V. an die Fraktionen gewandt mit dem Vorschlag, beim Perspektivplan Freiburg nicht nur die Denkrichtungen <"Starke Verbindungen" unter Einbeziehung guter AnsĂ€tze aus den anderen Denkrichtungen insbesondere "IdentitĂ€tsstiftende Parks" als Leitmodell fortzufĂŒhren>, sondern im Beschluss als weitere Denkrichtung ausdrĂŒcklich auch die Entwicklung der Stadt- und Ortsteile unter Wahrung von deren Eigenart und Besonderheiten aufzugreifen. FĂŒr mehrere Stadtteile sind EntwicklungsplĂ€ne STEP und Stadtteilentwicklungsleitlinien STELL bereits erstellt oder in Vorbereitung. Bekanntlich ist Freiburg, so der ECOtrinova-Vorsitzende Dr. Georg Löser, durch die Stadt- und Ortsteile samt Stadtmitte deutlich gegliedert.

Zur Tagesordnung „Neue WohnbauflĂ€chen“ begrĂŒĂŸte der ECOtrinova-Vorsitzende die Wohnbebauung der ParkplĂ€tze beim Technischen Rathaus, was bereits 2013 beim „Ökoso­zialen Stadtumbautheater“ von ECOtrinova vorgeschlagen wurde. Beim Bauvorschlag Wendeschleife Vauban sollten die WandelgĂ€rten weiterhin Platz finden. In ZĂ€hringen-LĂ€ngeloh Nord sieht ECOtrinova einen kleinen Neubaustadtteil entstehen mit nahen ArbeitsplĂ€tzen, wenn die GroßparkplĂ€tze westlich der Gundelfinger Str. einbezogen werden. Dort könnte ĂŒberwiegend mit Gewerbe oder BĂŒros ĂŒberbaut werden.

Beim "Rahmenplan Weingarten-West", bei, Bebauungsplan Haslach-Schildacker sowie beim Neubaugebiet Zinklern in Lehen usw. fehlen laut ECOtrinova in den Vorlagen und Anlagen fĂŒr den Klimaschutz ĂŒberall Plus-Energie-Anforderungen, teils der Freiburger Effizenzhaus-Standard 55, und ebenfalls sĂ€mtlich die Forderung zum Einsatz Energie sparender und Klima schĂŒtzender Blockheizkraftwerke (BHKW), also Strom erzeugender Heizungen, sei es dezentral oder mit NahwĂ€rme. BHKW entsprechen den BeschlĂŒssen des Gemeinderats vom 2.2.2010 und den Klimaschutz-Zielen der Stadt. Elektrische WĂ€rmepumpen fĂŒr die Heizung sollten laut ECOtrinova ausgeschlossen werden. Sie verbrauchen im Winter vor allem Kohlekraftstrom und behindern den Atomenergieausstieg.
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 Alarmzustand fĂŒr die WanderschĂ€ferei und alte Schafrassen
Ernst Meissner (1902): SchÀfer (Quelle: Wikipedia)
 
Alarmzustand fĂŒr die WanderschĂ€ferei und alte Schafrassen
Die WanderschĂ€ferei und alte Schafrassen sind Teil der kulturellen Vielfalt in Deutschland. Trotz ihrer Bedeutung fĂŒr Landschaftsschutz und Klima ist diese alte Kulturform mit rasantem Tempo im RĂŒckgang.

Die uralte Kulturform der WanderschÀferei ist eine höchste ökologisch nachhaltige Form der Nutztierhaltung. Die Tiere leben ressourcenschonend von wildwachsendem Futter und in freier Natur, und sie tragen sogar zum Erosionsschutz bei. Viel Bewegung und abwechslungsreiches Futter tragen zu geschmackvollem Fleisch bester QualitÀt bei und stellen im Vergleich zu industrieller Massenviehzucht wahrlich paradiesische Tierhaltungsbedingungen dar.

"Die Tiere der WanderschĂ€ferei sind nicht nur gute Fleischlieferanten, sondern haben auch wichtige Funktionen fĂŒr die Landschaftspflege und den Artenschutz", unterstreicht GĂŒnther Czerkus, Vorsitzender des Bundesverbandes der BerufsschĂ€fer e. V., "aber unser Beruf steht vor dem Verschwinden." Slow Food Deutschland organisiert des Öfteren Veranstaltungen mit dem Verein der BerufsschĂ€fer, um auf die prekĂ€re Situation dieses alten Berufs hinzuweisen und SchĂ€fer und Schaf zu unterstĂŒtzen.

Nur noch wenige junge Menschen sind bereit, den Berufsweg des BerufsschĂ€fers einzuschlagen, da er lange Arbeitszeiten, wenig Freizeit und keine großen Einkommensaussichten mit sich bringt. So bemerkte Czerkus, dass heutzutage nur noch 10 bis 20 Lehrlinge pro Jahr deutschlandweit eine Ausbildung zum SchĂ€fer beginnen.

Fehlender Nachwuchs mag auch dazu beitragen, dass in der SchĂ€ferei die Intensivhaltung zunimmt. Das schadet auch der biologischen Vielfalt, denn alte Schafrassen eignen sich - wie andere alte Tierrassen und Kulturpflanzen - nicht zur intensiven Produktion. Es gibt nur noch wenige Erzeuger, die sich mit der Zucht alter Rassen von der intensiven Tierhaltung abgrenzen. So steht es zum Beispiel sehr schlecht um die Moorschnucken, eine Schafrasse, die durch das Slow-Food-Projekt der Arche des Geschmacks unterstĂŒtzt wird: 1936 zĂ€hlten 94 Prozent des Gesamtschafbestandes der Moorgebiete Niedersachsens zu den Moorschnucken. 1974 lebten nur noch weniger als 100 registrierte Rassetiere. Obwohl ihre Zahl 2014 bei 3.000 lag, stuft sie die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefĂ€hrdeter Haustierrassen e.V. (GEH) als gefĂ€hrdet ein, denn die Herausforderung liegt weiterhin darin, den Verwandtschaftsgrad zwischen den Tieren nicht zu eng werden zu lassen. Und die SchĂ€fer benötigen ein ausreichendes Einkommen.

Die Moorschnucke, eine unbehornte Schafrasse aus den niedersĂ€chsischen Moorniederungen, ist hervorragend angepasst an das Leben im Moor. Sie ist ein unverzichtbarer Partner bei der Renaturierung der Moore. Indem sie auch Baumschösslinge - zum Beispiel Birken - beweiden, halten sie die Landschaft offen und pflegen so einen Lebensraum fĂŒr viele wilde, vom Aussterben bedrohte einheimische Tier- und Pflanzenarten. Der RĂŒckgang der Moorschnucke ist vor allem aus klimapolitischer Sicht ein großer Verlust. Moore sind ein guter Kohlenstoffspeicher: Sie binden fast doppelt so viel Kohlenstoff wie die WĂ€lder auf unserer Erde.

Wie die Moorschnucke sind die Weiße Gehörnte Heidschnucke und das Alpine Steinschaf vom Aussterben bedroht. Auch sie sind Passagiere der Arche des Geschmacks, dem internationalen Slow-Food-Projekt, das traditionelle Nutztierrassen, Kulturpflanzen und Lebensmittel schĂŒtzt, die vom Verschwinden bedroht sind.

Die Weiße Gehörnte Heidschnucke wurde, Ă€hnlich wie die Moorschnucke, durch Schafrassen ersetzt, die profitabler bei der intensiven Haltung waren. Das Alpine Steinschaf war einst Lieferant von Wolle und Fleisch. Seit den 1960er Jahren wurde es jedoch zu Gunsten von Fleischschafrassen gezielt verdrĂ€ngt. Der Verlust dieser Rasse wirkt sich auf das ganze Ökosystem des bayrischen Alpenraumes aus, wo sie durch ihre einzigartigen Eigenschaften einst zum ökologischen Gleichgewicht beitrug. Aufgrund sehr harter Klauen, guter Trittsicherheit, großer GenĂŒgsamkeit und der guten WetterhĂ€rte sind die Tiere bestens an die rauen Bedingungen im Hochgebirge angepasst. In den extremen Hochlagen, die fĂŒr Rinder oder sogar andere Schafrassen unzugĂ€nglich sind, leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung traditioneller Almlandschaften: Die regelmĂ€ĂŸige Abweidung der Schafe fĂŒhrt zu einer Verdichtung des Wurzelgeflechtes der GrĂ€ser, die Grasnarbe verfestigt sich und wird so vor Erosion geschĂŒtzt.

Mit der Arche des Geschmacks setzt sich Slow Food fĂŒr die Erhaltung der BiodiversitĂ€t und der Vielfalt auf unserem Teller ein.
 
 

Sofa vor dem „Fernseher“
 
Sofa vor dem „Fernseher“
Umweltversand WaschbÀr beschenkt erneut den Nistplatz am Mundenhof

Auch in diesem Jahr geht das Weihnachtsgeschenk von WaschbÀr
der Umweltversand im Wert von 3000 Euro an den Nistplatz am
Mundenhof. In der vergangenen Woche ist dort ein neues Kunstwerk
entstanden. Damit Eltern gemĂŒtlich ihren Kindern beim Spielen
zusehen können, gibt es nun eine ganz besondere Sitzgelegenheit.
Aus einem mÀchtigen Eichenstamm aus dem heimischen Forst hat
der KĂŒnstler Hansjörg Palm ein prĂ€chtiges Sofa gestaltet. Direkt vor
dem „Fernseher“ platziert, lĂ€dt es zum Verweilen ein und ist zudem
ein echtes SchmuckstĂŒck.

Die Weiterentwicklung des Erfahrungsfeldes der Sinne am
Mundenhof liegt WaschbÀr sehr am Herzen. Auch das beliebte
sonntÀgliche Stockbrotbacken von April bis Oktober wird durch die
UnterstĂŒtzung des Freiburger Unternehmens ermöglicht. WaschbĂ€r
ist mit einem Sortiment von ĂŒber 7.000 Artikeln der grĂ¶ĂŸte Versender
von Umweltprodukten im deutschsprachigen Raum.
 
 

 
Lehren aus dem Abgasskandal
Typzulassung von Pkw reformieren und reale Emissionen messen

UmweltverbĂ€nde legen Konzept fĂŒr ein modernes Typzulassungsverfahren vor

Als Reaktion auf die von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt vorgestellten Maßnahmen zur Reformierung des Typzulassungsverfahrens fĂŒr Pkw haben fĂŒhrende Umwelt-, Verkehrs- und VerbraucherschutzverbĂ€nde heute ein gemeinsames Konzept zur Modernisierung der Genehmigungspraxis vorgestellt. Die Vertreter von BUND, Deutscher Umwelthilfe, Greenpeace, NABU und VCD betonten, dass der gegenwĂ€rtige Abgasskandal nicht nur Ausdruck mutwilliger TĂ€uschungsabsichten auf Seiten der Hersteller sei. Der Skandal zeige auch, dass das bisherige Typzulassungsverfahren seiner Aufgabe nicht gerecht werde und die behördlichen Kontrollinstanzen insgesamt versagt hĂ€tten. Das Konzept der VerbĂ€nde zur Zulassung von neuen Fahrzeugmodellen sieht in Anlehnung an das US-amerikanische Modell eine Kombination aus HerstellererklĂ€rung, unabhĂ€ngigen Kontrollmessungen im realen Fahrbetrieb und empfindlichen Sanktionen bei VerstĂ¶ĂŸen vor. Dieses Modell der Typzulassung sollte die Voraussetzung dafĂŒr sein, dass Automobilhersteller neue Fahrzeugmodelle in Serie produzieren und auf den europĂ€ischen Markt bringen können.

Dietmar Oeliger, Leiter Verkehrspolitik des NABU: „Das Typzulassungsverfahren fĂŒr Neufahrzeuge muss vom Kopf auf die FĂŒĂŸe gestellt werden. Es macht ĂŒberhaupt keinen Sinn, weiterhin an der momentanen Praxis festzuhalten und mit einem riesigen Aufwand Fantasiewerte auf dem PrĂŒfstand zu erzeugen, die keinerlei Aussagegehalt fĂŒr den realen Schadstoffausstoß auf der Straße haben. Uns interessiert einzig die tatsĂ€chliche Emissionsminderung der Fahrzeuge.“ Es sei daher unabdingbar, den realen Schadstoffausstoß von auf dem Markt befindlichen Fahrzeugen mittels sogenannter PEMS-Messungen, einer mobilen Messtechnik zur Auswertung der Abgaswerte, als „Real Driving Emissions (RDE)“ zu erfassen. Selbiges gelte auch fĂŒr die Erfassung des realen Kraftstoffverbrauchs.

Dorothee Saar, Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung der Deutschen Umwelthilfe (DUH), forderte solide Kontroll- und Sanktionsmechanismen, um die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zu garantieren. „Die Einhaltung geltender Grenzwerte darf nicht lĂ€nger dem Zufall ĂŒberlassen werden. Zu viele StĂ€dte und damit die Menschen leiden unter anhaltend hoher Luftbelastung mit giftigen Stickoxiden. Allein in Deutschland verursacht das Jahr fĂŒr Jahr mehr als 10.000 vorzeitige TodesfĂ€lle. Die Technik zur wirksamen Begrenzung der Emissionen in allen normalen FahrzustĂ€nden ist lĂ€ngst vorhanden. Es gibt keinen Grund, lĂ€nger auf deren verbindlichen Einsatz zu warten.“

Michael MĂŒller-Görnert vom ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD) machte deutlich, dass das neue System auch ein höheres Maß an Transparenz benötige: „Die Kluft zwischen Test- und Realemissionen ist in den letzten Jahren auch deshalb immer grĂ¶ĂŸer geworden, weil zu viel hinter verschlossenen TĂŒren gemauschelt wurde. Wir fordern, dass kĂŒnftig sĂ€mtliche Daten, die die Hersteller fĂŒr die Typgenehmigung ihrer Fahrzeuge angeben, ĂŒber eine öffentliche Datenbank kostenlos zugĂ€nglich gemacht werden. Nach dem Motto: Wer nichts zu verbergen hat, braucht sich nicht zu verstecken. Damit wĂ€re auch die Grundlage dafĂŒr gelegt, dass die EU-Kommission die Arbeit der nationalen Zulassungs- und PrĂŒfbehörden kontrollieren und zu diesem Zwecke eigene Messungen vornehmen kann.“

Werner Reh, Leiter Verkehrspolitik beim BUND, erinnerte eindringlich an die Notwendigkeit, die tatsĂ€chliche Luftschadstoffbelastung, insbesondere in den StĂ€dten und BallungsrĂ€umen zu senken: „Zu viele StĂ€dte ĂŒberschreiten nach wie vor die bestehenden LuftqualitĂ€tsgrenzwerte; besonders bei den gesundheitsschĂ€dlichen Stickoxiden. Die im Schnitt siebenfache Überschreitung der gesetzlichen Stickoxidgrenzwerte im Realbetrieb bei modernen Diesel-Pkw mit Euro 6-Motor fĂŒhrt nicht zu einer EntschĂ€rfung der Situation in den StĂ€dten, wie mit EinfĂŒhrung der Abgasnorm ursprĂŒnglich erwartet. Wenn die Hersteller den Schadstoffausstoß ihrer Fahrzeuge nicht tatsĂ€chlich auf das Niveau der Euro-Abgasnormen absenken, sehe ich keine andere Möglichkeit, als Fahrverbote in dicht besiedelten Gebieten auszusprechen. Nur so wĂ€re dann das massive Abgasproblem vor allem beim Diesel in den Griff zu bekommen.“ Geschehe das nicht, seien die LuftreinhalteplĂ€ne der StĂ€dte Makulatur.

Die UmweltverbĂ€nde gehen davon aus, dass ein solches Typzulassungsverfahren sowohl die Kosten der Hersteller als auch die der Behörden reduzieren werde. Denn das jetzige Verfahren sei nicht nur wirkungslos, sondern auch ausgesprochen teuer. DarĂŒber hinaus hĂ€tten sowohl Volkswagen, als auch PSA Peugeot CitroĂ«n angekĂŒndigt, unabhĂ€ngige Abgasmessungen bei ihren Modellen im Realbetrieb vornehmen zu lassen.
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