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Dienstag, 24. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
Bleichheim: Hochsommer im Garten der HerrenmĂŒhle

In ĂŒppiger FĂŒlle prĂ€sentiert sich der Garten von Hansjörg Haas im August.

Der Garten der HerrenmĂŒhle Bleichheim steht in voller BlĂŒte, Sommerstauden, GrĂ€ser und Hortensien bestimmen das Bild. Aber auch die Exoten in Töpfen und KĂŒbeln zeigen sich in Hochform und bieten Anregungen fĂŒr den eigenen Garten. Die schattigen SitzplĂ€tze bieten beste Voraussetzungen fĂŒr einen „Kurzurlaub“.
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ÖKO-TEST glutenfreie Lebensmittel
Schadstoffe statt Klebereiweiß

Glutenfreie Produkte
enthalten teilweise zu viele Schadstoffe.

Kostenloses Bildmaterial zum Download: http://presse.oekotest.d
ÖKO-TEST hat in der aktuellen August-Ausgabe 20 glutenfreie Lebensmittel untersucht, darunter Mehl, Brot, Nudeln und Haferbrei. Die gute Nachricht ist, dass das Labor bei den Produkten Gluten gar nicht oder nur in Spuren gefunden hat. Die schlechte Nachricht ist aber, dass bei gut der HĂ€lfte die QualitĂ€t verbesserungswĂŒrdig ist. Denn diese Produkte enthalten eine Vielzahl an Schadstoffen.

Rund ein Prozent der Bevölkerung ist von Zöliakie betroffen, sprich sie vertragen kein Gluten. Dieses ist auch als Klebereiweiß bekannt und steckt in Weizen, Roggen, Gerste und verwandten Getreidearten wie Dinkel, GrĂŒnkern und Emmer. Gluten hat zur Folge, dass sich die Darmzotten zurĂŒckbilden. Weil der Darm dadurch nicht mehr genĂŒgend NĂ€hrstoffe aufnehmen kann, entstehen im Laufe der Erkrankung NĂ€hrstoffdefizite. Betroffene leiden unter Durchfall, BlĂ€hungen, Schlaflosigkeit, Depressionen oder Eisenmangel.

Umso wichtiger ist es, dass das Angebot an glutenfreien Lebensmitteln steigt. Leider enttĂ€uschen viele Produkte im ÖKO-TEST, weil sie mit gesundheitlich bedenklichen Schadstoffen belastet sind. So wies das Labor in allen reishaltigen Proben krebserregendes anorganisches Arsen nach. Auch in einem Haferbrei wurde der Schadstoff entdeckt, obwohl Hafer normalerweise kein Arsen anreichert. DarĂŒber hinaus wurden in manchen Marken etwa das giftige Schwermetall Cadmium, bedenkliche Pestizide ̶ darunter Glyphosat ̶, Schimmelpilzgift, krebsverdĂ€chtiges Chlorpropham sowie Mineralölbestandteile gefunden.

Das ÖKO-TEST-Magazin August 2017 gibt es seit dem 27. Juli 2017 im Zeitschriftenhandel.
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Wolf in Baden-WĂŒrttemberg illegal erschossen – 24. Fall in Deutschland
Null Toleranz fĂŒr Wolfs-Wilderei / Politik darf illegale Tötungen mit Forderung nach Abschussquote nicht salonfĂ€hig machen

Der am 8. Juli im Schluchsee (Schwarzwald) tot aufgefundene WolfsrĂŒde wurde nachweislich erschossen. Dies ergab die Obduktion durch das Leibniz-Institut fĂŒr Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin. Der RĂŒde war vermutlich erst der vierte Wolf in Baden-WĂŒrttemberg seit seiner Ausrottung vor ĂŒber 150 Jahren.

Mit ihm sind deutschlandweit bereits 24 Wölfe seit dem Jahr 2000 illegal getötet worden. „Das sind keine EinzelfĂ€lle mehr. Offenbar gibt es Menschen, die gezielt Jagd auf Wölfe machen“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Er forderte die zustĂ€ndigen Behörden und Minister auf, entschlossener gegen illegale Wolfstötungen vorzugehen und TĂ€ter entsprechend strafrechtlich zu verfolgen. Bislang gab es nur drei Verurteilungen – in allen FĂ€llen hatten sich die TĂ€ter selbst gestellt.

Nicht zu unterschĂ€tzen sei auch die Dunkelziffer an nicht aufgefundenen Wolfskadavern sowie versuchten AbschĂŒssen ohne Todesfolge. So hatte etwa ein junger weiblicher Wolf, der Anfang Juli bei einem Verkehrsunfall im Kreis Elsterheide (Sachsen) zu Tode kam, einen Schrotbeschuss ĂŒberlebt. Die routinemĂ€ĂŸige Untersuchung des Kadavers hatte Kugeln gezeigt, die ĂŒber den gesamten Körper verteilt waren. Nur knapp 30 Kilometer sĂŒdlich dieses Fundorts musste vergangenes Jahr zudem ein angefahrener Wolfswelpe eingeschlĂ€fert werden. Auch bei ihm wurden bei der anschließenden Obduktion Schrotkugeln im Muskelgewebe gefunden.

Als besonders verantwortungslos bezeichnete der NABU die Äußerungen von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, der in der BILD-Zeitung eine Abschussquote fĂŒr Wölfe gefordert hatte. „Es sind genau solche unsachlichen Forderungen, die dazu fĂŒhren können, dass Einzelne glauben, mit der Tötung eines Wolfes auch noch Gutes zu tun“, sagte Miller. Statt die Jagd auf Wölfe zu fordern, mĂŒsse Schmidt endlich die wissenschaftliche RealitĂ€t anerkennen, dass seltene große Beutegreifer nicht bejagt werden mĂŒssen. „Auch seine Behauptungen, dass Menschen in Wolfsregionen nicht mehr allein in den Wald gehen können, zeugen entweder von grober Unwissenheit oder gezielter Stimmungsmache gegen den Wolf“, so der NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer.

Seit der RĂŒckkehr der Wölfe nach Deutschland im Jahre 2000 hat es keine Situation gegeben, in der sich ein Wolf einem Menschen gegenĂŒber aggressiv verhalten hat. Dennoch gibt es auch fĂŒr eine solche Ausnahmesituation eine Regelung, bei der die letale Entnahme eines Wolfes möglich ist. Gleiches gilt, falls ein Wolf besonderen wirtschaftlichen Schaden anrichtet. Eine solche Maßnahme bedarf in jedem Fall einer artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung. „Die Gesetzeslage ist klar: Wölfe sind europaweit geschĂŒtzt. Dass es dennoch immer wieder zu illegalen Wolfstötungen kommt, dĂŒrfen die verantwortlichen Politiker nicht tatenlos hinnehmen“, forderte der NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer.

Miller kritisierte zudem das SchĂŒren von Ängsten vor dem Wolf zu Wahlkampfzwecken. „Es ist völlig unangemessen vom Bundeslandwirtschaftsminister, den Landwirten zu suggerieren, der Abschuss eines Wolfes könne ihre Weidetiere dauerhaft schĂŒtzen", so Miller. Vielmehr sei es eine ganze Reihe von erprobten Herdenschutzmaßnahmen, die SchĂ€den durch Wölfe erfolgreich minimieren. Es liege in der Verantwortung des Ministers, entsprechende finanzielle und politische Rahmenbedingungen fĂŒr den Schutz von Weidetieren zu schaffen.

„Herr Schmidt hĂ€tte seine Zeit im Amt deutlich besser nutzen können als mit immer wiederkehrenden PlattitĂŒden sein Unwissen zum Thema Wolf offenzulegen“, sagte Miller. Wölfe lebten seit nunmehr 17 Jahren in Deutschland. Das Bundeslandwirtschaftsministerium habe es in der Zeit immer noch nicht geschafft, ein zentrales Kompetenzzentrum fĂŒr den Herdenschutz auf Bundesebene aufzubauen.
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ÖKO-TEST-Magazin August 2017
Die August-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins gibt es seit dem 27.07. erhĂ€ltlich.
 
ÖKO-TEST-Magazin August 2017
Aus dem Inhalt

Test: MineralwĂ€sser fĂŒr SĂ€uglingsnahrung
Fast drei Viertel der getesteten WĂ€sser sind fĂŒr SĂ€uglingsnahrung bestens geeignet. Bei sechs Produkten zieht ÖKO-TEST jedoch Punkte ab. Der Grund: Pestizidmetaboliten, Schwer- und Halbmetalle, Keime. FĂŒr ein Wasser hat das Labor zudem aus den gemessenen Werten eine jĂ€hrliche Strahlendosis errechnet, der ein SĂ€ugling nicht ausgesetzt sein sollte.

Test: glutenfreie Lebensmittel
Bei knapp der HĂ€lfte der getesteten Produkte ist die QualitĂ€t verbesserungswĂŒrdig. So wies das Labor in allen reishaltigen Proben krebserregendes anorganisches Arsen nach. Auch bei einem Haferbrei wurde der Schadstoff entdeckt, obwohl Hafer normalerweise kein Arsen anreichert. DarĂŒber hinaus wurden unter anderem das giftige Schwermetall Cadmium, bedenkliche Pestizide ̶ darunter Glyphosat ̶ , Schimmelpilzgift, krebsauslösendes Chlorpropham sowie Mineralölbestandteile gefunden. Wenigstens war Gluten meist gar nicht oder nur in Spuren unterhalb des gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwertes nachweisbar.

Test: Nagellacke
Das Problem bei Nagellacken sind unter anderem krebserregende Nitrosamine, teilweise in sehr hohen Mengen. In 16 Produkten steckten zudem bedenkliche UV-Filter. Die Hersteller setzen sie ein, um die Lacke in ihren GlasflĂ€schchen vor Sonnenlicht zu schĂŒtzen. Einige Filter stehen aber im Verdacht, hormonell wirksam zu sein. Von 25 Produkten erhĂ€lt nur eine Marke das Testurteil „sehr gut“, vier schneiden mit „gut“ ab.

Test: Magenmittel
Alle getesteten PrÀparate wirken sehr gut. Sie enthalten die Wirkstoffe Omeprazol, Esomeprazol oder Pantoprazol, die die Entstehung von MagensÀure hemmen und als gut vertrÀglich gelten. Neun Produkte bekommen eine Note Abzug, weil sie die umstrittenen Farbstoffe Chinolingelb (E 104) und/oder Ponceau 4R (E 124) enthalten.

Test: Handyversicherungen
Eine Handyversicherung lohnt sich nicht. Die EntschĂ€digungsleistungen sind viel zu niedrig. Geld gibt es ohnehin nur in den seltensten FĂ€llen. Die Versicherungen sind nĂ€mlich zunĂ€chst nur ein Reparaturkostenschutz. Eine ganze Reihe von möglichen SchĂ€den ist nicht versichert oder deutlich eingeschrĂ€nkt. Außerdem ist bei manchen Versicherungen Vorsicht geboten, weil die Anbieter Selbstbeteiligungen in ihren Bedingungen versteckt haben.

Test: DĂ€mmstoffe
Gut ist es, wenn die Produkte nicht gleich Feuer fangen. Schlecht hingegen, wenn Hersteller dafĂŒr schĂ€dliche Stoffe einsetzen, wie das teilweise der Fall ist. Dass auch natĂŒrliche Rohstoffe TĂŒcken haben kann, zeigt eine DĂ€mmplatte, die eine hohe Pestizidbelastung aufweist. Zwei Marken enthielten zudem starke RĂŒckstĂ€nde von abgestorbenen Schimmelpilzsporen. In acht DĂ€mmstoffen hat das Labor bedenkliche Schwermetalle gefunden.

Test: Fieber- und Schmerzmittel fĂŒr Kinder
Wenn Kinder unter Fieber leiden, helfen ZĂ€pfchen und SĂ€fte mit den Wirkstoffen Paracetamol und Ibuprofen. Von den 24 rezeptfreien PrĂ€paraten, die ÖKO-TEST begutachten hat lassen, schneiden 20 mit „sehr gut“ ab. Die Wirksamkeit ist fĂŒr alle untersuchten PrĂ€parate belegt, die restlichen vier haben MĂ€ngel in den Hilfsstoffen und verfehlen deshalb den Spitzenplatz.


Und außerdem:

Nahrungsmittelexporte: Resterampe fĂŒr Europas Bauern
Die EU-LĂ€nder verkaufen ÜberschĂŒsse ihrer Agrarindustrie nach Afrika. Das hat gravierende Folgen fĂŒr die dortigen Landwirte. Selbst Teile der Bundesregierung fordern Korrekturen.

Energiesparoptionen: Kleines Geld mit großer Wirkung
Es muss nicht immer die aufwendige und teure Komplettsanierung sein. Heizenergie und Strom zu sparen geht auch mit geringem finanziellen Aufwand. ÖKO-TEST hat eine ganze Reihe von VorschlĂ€gen zusammengetragen – mit Kosten von einem bis 4.000 Euro.
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Urbane GĂ€rten in Freiburg, Basel und Mulhouse
Urbane GemeinschaftsgĂ€rten sind ein internationaler Trend. Sie dienen sozialen, ökologischen und teils auch ökonomischen Zielen - sind Orte der Begegnung und Bildung, der Umwelt-Experimente und gelegentlich bereits der ErnĂ€hrungssicherung, in EinzelfĂ€llen sogar der ExistenzgrĂŒndungen.

Auch in der Oberrhein-Region entfaltet sich dieser Trend, mit interessanten Unterschieden zwischen Basel, dem Elsaß und der Region Freiburg. Einige Zahlen: ca. 15 Projekte kennen wir in Mulhouse, ca. 30 in Freiburg und ca. 50 in Basel.
Deshalb wird das Thema "Urbane GemeinschaftsgĂ€rten/ Jardins urbains partagĂ©s" ein Schwerpunkt auf dem grenzĂŒberschreitenden zivilgesellschaftlichen Erfahrungsaustausch am 22./ 23. September in Mulhouse, den die EuropĂ€ische Union ĂŒber das Interreg-Programm bezuschußt:
https://www.mcm-web.org/voisins-solidaires

Zur Vorbereitung dieses Schwerpunktes treffen sich VertreterInnen von Gartenprojekten der drei Regionen in Freiburg:
http://www.treffpunkt-freiburg.de/node/1112
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Junge Schreiadler brauchen Altvögel um das Winterquartier zu erreichen
Forschungsprogramm liefert neue Erkenntnisse zum Zugverhalten und Schutz der Art

Mit Hilfe von modernen Satellitensendern hat der NABU neue Erkenntnisse ĂŒber das Zugverhalten der Schreiadler herausgefunden. Die Ergebnisse zeigen, dass abziehende Jungvögel, die grundsĂ€tzlich ohne ihre Eltern in das Winterquartier aufbrechen, unterwegs auf die Erfahrung von Altvögeln angewiesen sind, um die beste Route ĂŒber den Bosporus um das Mittelmeer herum zu finden. „Treffen sie unterwegs keine Altvögel, fliegen sie meist einfach nur in sĂŒdliche Richtungen und kommen dann beim Versuch um, das Mittelmeer zu ĂŒberfliegen. Denn ĂŒber dem Meer gibt es keine thermischen Aufwinde, auf die Adler als Segelflieger dringend angewiesen sind“, sagt Bernd-Ulrich Meyburg, Leiter des NABU-Programms.

Die Forschungsergebnisse konnten nun erstmals in einem Artikel im Fachmagazin „Journal of Experimental Biology“ veröffentlicht werden. „Der NABU profitiert enorm von solchen Forschungen, um den Schutz des vom Aussterben bedrohten Schreiadlers zu verbessern. Den Tieren fehlen ungestörte BrutwĂ€lder und nahrungsreiche Feuchtwiesen, aber auch schlecht platzierte Windenergieanlagen im Schreiadlergebiet minimieren weiterhin den Bestand“, sagte Olaf Tschimpke, NABU-PrĂ€sident.

Die winzige Restpopulation des Schreiadlers in Deutschland ist vom Aussterben bedroht. Die verbliebenen gut 100 Brutpaare in Nordost-Deutschland bilden zugleich die Westgrenze der Verbreitung dieser fast ausschließlich in Europa brĂŒtenden Vogelart. Um die Population zu stĂŒtzen, fĂŒhrt der NABU ein Programm zur Handaufzucht und Auswilderung zweitgeborener Schreiadler-KĂŒken durch. Diese hĂ€tten ohne Hilfe keine Überlebenschance, da Schreiadler grundsĂ€tzlich nur eines von zwei Jungen aufziehen. Seit 2004 wurden so bereits 86 zusĂ€tzliche Jungadler in Brandenburg ausgewildert, 36 davon stammten aus der Region. 50 weitere wurden dagegen aus Lettland importiert, wo der Schreiadler noch in grĂ¶ĂŸerer Zahl vorkommt. Der natĂŒrliche Bruterfolg der Schreiadler Brandenburgs konnte so in diesem Zeitraum um ĂŒber 70 Prozent erhöht werden.

FĂŒr das Forschungsprogramm konnte Bernd Meyburg fĂŒr ein einzigartiges Orientierungsexperiment 15 lettische und acht brandenburgische Jungadler sowie neun brandenburgische Altvögel mit GPS-Satellitensendern ausstatten. Insbesondere sollte untersucht werden, ob die von ihrem Geburtsort um 940 km nach SĂŒdwesten gebrachten lettischen Adler vielleicht eine andere, weniger geeignete Zugroute einschlagen wĂŒrden als die heimischen Jungvögel aus Brandenburg. „Wenn die lettischen Jungvögel durch die Umsiedlung im Nachteil wĂ€ren, wĂŒrde das den Erfolg des Aufzuchtprogramms schmĂ€lern“, so Meyburg.

Es zeigte sich aber, dass die eingeschlagenen Zugwege nicht durch die Herkunft der Jungvögel, sondern durch das Abzugsdatum bestimmt werden. Diejenigen Jungadler, die deutlich vor den lokalen Altvögeln abzogen, flogen allgemein in sĂŒdliche Richtungen und landeten meist im Mittelmeer. Die etwas spĂ€ter gleichzeitig mit Altvögeln aus der Region abziehenden Jungvögel flogen dagegen auf dem richtigen Zugweg Richtung Bosporus nach SĂŒdosten. Junge Schreiadler, gleichgĂŒltig ob aus Deutschland oder Lettland stammend, mĂŒssen die optimale Zugroute also von fremden Ă€lteren Adlern erlernen, im Gegensatz etwa zu vielen nachts ziehenden Kleinvögeln, denen die angeborene Zugrichtung und -lĂ€nge zur Orientierung ausreichen. Insgesamt erreichten nur 55 Prozent der Jungvögel Afrika.

„Die Chance bei sĂŒdlichem Abzug auf erfahrene ziehende Altvögel aus westlichen Teilen des Verbreitungsgebietes zu treffen, ist bei osteuropĂ€ischen Schreiadlern groß“, erklĂ€rt Meyburg. „Anders sieht dies fĂŒr Jungvögel am westlichen Rand des Verbreitungsgebietes in Deutschland aus: Sie haben nur ganz am Anfang ihres Zuges eine Chance sich erfahrenen Schreiadlern anzuschließen, was ihre Überlebenschancen deutlich mindert. Gleichzeitig wissen wir nun, dass die aus Deutschland nach SĂŒdosten ziehenden Schreiadler als ‚Einsammeldienst‘ fĂŒr östliche Jungvögel besonders wichtig sind – ein Grund mehr, sich fĂŒr die verbliebenen Schreiadler am westlichen Rand des Verbreitungsgebiets in Deutschland einzusetzen.“

Herausragend fĂŒr die Forscher war auch die Erkenntnis, dass die importierten lettischen Vögel die Auswilderungsregion und nicht den Geburtsort als Heimat betrachten. Einige der ausgewilderten Jungvögel konnten nĂ€mlich spĂ€ter als Brutvögel in Deutschland und im benachbarten Polen festgestellt werden. Ein ursprĂŒnglich aus Lettland stammendes MĂ€nnchen besetzte sogar ein Revier in nur wenigen Kilometern Entfernung von der Auswilderungsstation. Dank der Studie konnte der NABU in diesem Jahr neben Jungvögeln aus Brandenburg erstmals auch wieder acht ZweitkĂŒken aus SĂŒdost-Polen in das Auswilderungsprogramm aufnehmen.
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Nationales Forum Diesel kommt zwei Jahre zu spÀt
Letzte Chance fĂŒr Dobrindt

Diesel-Privilegien beenden, Blaue Plakette und NachrĂŒstungen auf Kosten der Autoindustrie mZum morgigen Diesel-Gipfel fordert der NABU sowohl die wirksame NachrĂŒstung aller betroffenen Fahrzeuge als auch ein Ende der Diesel-Privilegien in Deutschland.

„Minister Dobrindts Kuschelkurs mit der Automobilindustrie kommt Deutschland jetzt teuer zu stehen. In zwei Jahren hat es der Bundesverkehrsminister nicht geschafft, den Abgasskandal aufzudecken und zu lösen. Stattdessen hat er weiter zugesehen, wie die Autoindustrie neue Dieselfahrzeuge mit viel zu hohen Abgaswerten auf den Markt wirft. Die Rechnung haben jetzt die BĂŒrger mit ihrer Gesundheit, die Umwelt und sogar die Automobilindustrie selbst zu tragen. Das Vertrauen in den Diesel und die deutschen Hersteller hat dramatisch gelitten“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Nach Ansicht des NABU kommt das Diesel-Forum ganze zwei Jahre zu spĂ€t. Zudem seien zum morgigen Gipfel weder Vertreter von Gesundheits- noch von Umweltschutzorganisationen eingeladen. Dennoch erhofft sich der NABU, dass sich die Branche ihrer Verantwortung endlich stellt und gemeinsam mit der Politik wirksame SchlĂŒsse zieht.

„Das Treffen ist die allerletzte Chance fĂŒr Minister Dobrindt, vor dem Ende der Legislaturperiode, doch noch den Stickoxid-Betrug zu beenden. Er muss die Autoindustrie zu einer unverzĂŒglichen NachrĂŒstung aller betroffenen Fahrzeuge mit einem wirksamen Abgassystem verpflichten“, so Miller. FĂŒr die meisten Fahrzeuge bedeute dies eine notwendige NachrĂŒstung der Hardware, bei bestimmten oder neueren Modellen könnten auch ein Software-Update sowie eine zusĂ€tzliche Einzahlung in einen Fonds sinnvoll sein. Aus diesem Fonds könnten Maßnahmen zur Senkung der Abgasbelastung finanziert werden, etwa der Ausbau der Lade-Infrastruktur fĂŒr E-MobilitĂ€t oder die NachrĂŒstung von Busflotten. Alle hierfĂŒr anfallenden Kosten seien allein von den Autoherstellern zu tragen.

Doch nicht nur die Hersteller, auch die Bundesregierung sieht der NABU in der Pflicht. Neben kurzfristigen NachrĂŒstungen mĂŒsse die Politik auch das Stickoxid-Problem an sich dringend lösen. Der NABU fordert daher die EinfĂŒhrung einer Blauen Plakette. Mit ihr könnten Kommunen, die von besonders hohen Abgaswerten geplagt werden, schmutzige Fahrzeuge aus ihren StĂ€dten ausschließen. „Auch die aus ökologischer Sicht unsinnige Subventionierung des Dieselkraftstoffes muss ein Ende haben. Deutschland lĂ€sst sich hier jedes Jahr rund acht Milliarden Euro an Steuergeldern entgehen. Sie könnten viel sinnvoller in den Ausbau einer Elektroauto-Ladeinfrastruktur und in Radwege investiert werden", sagte Dietmar Oeliger, NABU-Leiter fĂŒr Verkehrspolitik.

Zudem mĂŒsse die Kontrolle der Abgaswerte dringend verbessert werden. Der NABU fordert daher, den realen Ausstoß von Stickoxiden und Feinstaub kĂŒnftig im Normalbetrieb auf der Straße zu messen – statt wie bislang in Testlaboren. DarĂŒber hinaus könne auch die kĂŒnftige Bundesregierung ein wichtiges Signal senden und ihre Dienstflotte auf E-Fahrzeuge umstellen.ĂŒssen kommen
 
 

 
NABU: Stopp des Artenschwunds muss Kanzlersache werden
Neuer EU-Naturschutzfonds muss Landwirte fĂŒr Anstrengungen im Naturschutz belohnen

AnlĂ€sslich des heute von der Bundesregierung veröffentlichten zweiten Rechenschaftsbericht zur Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt weist der NABU auf gravierende VersĂ€umnisse der Großen Koalition beim Schutz von Arten und LebensrĂ€umen hin. Insbesondere in der Agrarlandschaft befĂ€nden sich viele Arten im freien Sinkflug. Dazu NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke:

„Die von der Regierung herausgestellten Naturschutz-Erfolge dĂŒrfen nicht darĂŒber hinwegtĂ€uschen: Wir verlieren weiter Vögel, Insekten und ihre LebensrĂ€ume in atemberaubenden Tempo. In Deutschland steht etwa das frĂŒher hĂ€ufige Rebhuhn kurz vor dem Aussterben. Auch Hummeln, Schmetterlinge und artenreiche Wiesen werden immer seltener. Mit jeder Art, die verschwindet, löst sich eine weitere Masche aus dem Netz der Natur. Doch von diesem funktionierenden Netz sind wir Menschen und die Wirtschaft hochgradig abhĂ€ngig. Statt diese tickende Zeitbombe zu entschĂ€rfen, hat sich die Große Koalition in Ressortkonflikten verstrickt.“

Zwar habe die Umweltministerin das wichtige EU-Naturschutzrecht erfolgreich verteidigt und gute Konzepte fĂŒr die Agrarpolitik und die Finanzierung des Naturschutzes vorgelegt. Doch ihre Kollegen aus dem Landwirtschafts- und Verkehrsministerium seien dazu in Blockadehaltung gegangen. „Dieses Gerangel hat Geld und Zeit gekostet, die wir nicht haben. Arten, die aussterben, kommen nicht zurĂŒck. Die Rettung unserer Artenvielfalt muss daher kĂŒnftig zentral vom Kanzleramt koordiniert werden“, forderte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. Die Umwelt- und Naturschutzpolitik in Deutschland mĂŒsse endlich stĂ€rker als Querschnittsaufgabe verstanden werden.

Es fĂŒhre auch kein Weg daran vorbei, dass die Bundeskanzlerin den Landwirten reinen Wein einschenke. „Ohne eine echte Wende in der Agrarpolitik verlieren wir nicht nur Arten, sondern auch immer mehr Höfe. Daran kann keiner ein Interesse haben“, so Tschimpke.

Der NABU fordert daher, die EU-weit rund 60 Milliarden Euro an Subventionen fĂŒr die Landwirtschaft kĂŒnftig nicht mehr per Gießkanne zu verteilen. Das bisherige System habe den Artenschwund weiter befeuert und zu einer noch stĂ€rkeren Ausbeutung der Natur gefĂŒhrt. Stattdessen sollten die vorhandenen Gelder sinnvoll umgeschichtet und zum Vorteil von Natur und Landwirtschaft gleichermaßen genutzt werden. So könnten mithilfe eines neuen EU-Naturschutzfonds in Höhe von 15 Milliarden Euro Landwirte durch konkrete Umweltschutzleistungen ein zusĂ€tzliches Einkommen erzielen. „Die kĂŒnftige Bundesregierung muss sich fĂŒr eine solche Änderung auf EU-Ebene einsetzen. Was hierzu im neuen Koalitionsvertrag steht, hat Signalwirkung fĂŒr die gesamte EU“, so Tschimpke.

Mit Blick auf die alarmierenden Hinweise, dass derzeit ein massives Insektensterben vor sich geht, fordert der NABU erstmals ein bundesweites Insekten-Monitoring aufzubauen. Dieses mĂŒsse flĂ€chendeckende Erkenntnisse liefern, wie es der Insektenwelt in Deutschland geht, um auch entsprechende Schutzmaßnahmen ableiten zu können. Zudem mĂŒsse der Einsatz von Pestiziden dringend verringert werden.

Der NABU fordert darĂŒber hinaus, kĂŒnftig auch den Handel und Verbraucher stĂ€rker in der Agrarpolitik einzubeziehen. Zielgerichtete Investitionen sollten dazu beitragen, dass Landwirte hochwertige Lebensmittel naturvertrĂ€glich produzieren und auch zu fairen Preisen verkaufen können.
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