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Samstag, 21. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
NABU: Regierungsprogramm fĂŒr nachhaltigen Konsum zu zaghaft
Guter Ansatz, Durchschlagskraft fehlt/Wunschliste statt wirksamer Plan

Der NABU begrĂŒĂŸt das heute vom Kabinett beschlossene Nationale Programm fĂŒr Nachhaltigen Konsum, bemĂ€ngelt jedoch, dass kaum wirksame Maßnahmen enthalten sind. „Die Bundesregierung hat versĂ€umt, messbare Indikatoren, quantifizierbare Ziele und einen fest definierten Zeitrahmen in das Programm aufzunehmen. Das ist notwendig, um nachhaltigen Konsum als ernsthaftes und ĂŒberprĂŒfbares Politikziel zu etablieren“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

„Das Nationale Programm fĂŒr Nachhaltigen Konsum liest sich eher wie eine Wunschliste, als ein ernst gemeinter und wirkmĂ€chtiger Plan“, so Miller weiter. Der NABU begrĂŒĂŸt, dass das Programm nicht nur vom Bundesumweltministerium auf den Weg gebracht, sondern ressortĂŒbergreifend abgestimmt wurde und damit andere, fĂŒr nachhaltigen Konsum und Verbrauch maßgebliche Bereiche, wie das Landwirtschaftsministerium und das Ministerium fĂŒr Justiz- und Verbraucherschutz von Anfang an beteiligt waren. Daran ließe sich erkennen, dass nachhaltige Entwicklung auch in ErnĂ€hrungs-, Landwirtschafts- und Verbraucherfragen von Anfang an mitgedacht werden muss.

Aus Sicht des NABU wĂ€re die Regierung gut beraten gewesen, drei bis vier wirkungsvolle Maßnahmen zu beschließen, deren Umsetzung sie tatsĂ€chlich in der Hand hat. Dazu zĂ€hlt beispielsweise, nachhaltigere öffentliche Beschaffungskriterien zu beschließen, als die bloße Umsetzung der EU-Vergaberichtlinien. „Das derzeitige Vergaberecht hilft insbesondere klammen Kommunen nicht, ihre AuftrĂ€ge mit mehr ökologischen und sozialen Anforderungen auszustatten. Stattdessen wirkt das Programm nun wie eine Roadshow an guten Ideen, die lĂ€ngst schon aus anderen politischen Programmen und Strategien bekannt sind. Entscheidend ist es 2016 jedoch, tatsĂ€chlich darauf Einfluss zu nehmen, unseren ressourcenverschwendenden und klimaschĂ€dlichen Lebensstil in Deutschland zu verĂ€ndern“, so NABU-Expertin fĂŒr nachhaltigen Konsum, Indra Enterlein.

Angesichts der Kompetenz und des Sachverstands von zivilgesellschaftlichen Organisationen beim Thema nachhaltiger Konsum, habe es den NABU gewundert, dass diese nicht im Vorfeld ebenfalls zu Rate gezogen worden und somit ihre Erfahrungen einbringen konnten.

Hintergrund:
Die Bundesregierung will mit dem Nationalen Programm fĂŒr Nachhaltigen Konsum den notwendigen Strukturwandel in Wirtschaft und Gesellschaft in Richtung Nachhaltigkeit vorantreiben und eine breite gesellschaftliche Diskussion ĂŒber Lebensstile und Konsumverantwortung anstoßen. Vor allem in den Feldern MobilitĂ€t, ErnĂ€hrung, Wohnen und Haushalt, Arbeit und BĂŒro, Bekleidung sowie Freizeit und Tourismus. DarĂŒber hinaus werden ĂŒbergreifende HandlungsansĂ€tze des nachhaltigen Konsums vorgestellt.
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NABU und Alnatura verleihen Förderpreis an 15 neue Bio-Bauern
Bio einkaufen lohnt sich / Foto: NABU / S. Hennigs
 
NABU und Alnatura verleihen Förderpreis an 15 neue Bio-Bauern
430.000 Euro Förderung fĂŒr Umstellung von konventioneller auf ökologische Landwirtschaft - Bewerbungen ab MĂ€rz wieder möglich

Der NABU und Alnatura haben erstmals gemeinsam den Förderpreis der „Alnatura Bio-Bauern-Initiative“ (ABBI) verliehen. 15 landwirtschaftliche Betriebe erhalten insgesamt 430.000 Euro – und damit die notwendige finanzielle UnterstĂŒtzung, um von konventioneller Landwirtschaft auf Öko-Landbau umzustellen. Elf Landwirte nahmen den Preis am heutigen Donnerstag auf der Bio-Lebensmittel-Messe Biofach in NĂŒrnberg entgegen, weitere vier Betriebe bekommen die Auszeichung am 5. Juni 2016 auf dem Umweltfestival in Berlin. Die Betriebe aus sieben BundeslĂ€ndern haben sich innerhalb des letzten halben Jahres einem in Deutschland anerkannten Ökoanbauverband angeschlossen.

„Die Nachfrage nach ökologisch produzierten Lebensmitteln steigt in Deutschland weiter an. Doch fĂŒr Landwirte ist die Umstellung auf Ökolandbau mit hohen Investionen verbunden“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. „Genau diese finanziellen HĂŒrden wollen wir mit dem Förderpreis ĂŒberwinden."

„Wir freuen uns, wenn kĂŒnftig mehr Bio-Produkte in Deutschland erzeugt werden und wir damit entsprechend dem Alnatura-Leitmotiv mehr ,Sinnvolles fĂŒr Mensch und Erde' gestalten können“, ergĂ€nzt Alnatura-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Götz Rehn.

Vom 1.Oktober bis 30. November 2015 konnten sich Landwirte fĂŒr den Förderpreis der Alnatura Bio-Bauern-Initiative bewerben. Von insgesamt 65 Bewerbungen unterschiedlichster landwirtschaftlicher Sparten wurden nun 15 Betriebe ausgewĂ€hlt, die aufgrund Ihres Beitrags fĂŒr die umweltvertrĂ€gliche Produktion regionaler Bio-Lebensmittel in Deutschland besonders herausgestochen sind.

Neben vielen Bewerbungen aus der Milchviehwirtschaft, gab es auch einige wenig verbreitete Konzepte, wie z.B. den Walnuss- oder Johannisbeeranbau. Auch Marktfrucht-, Getreide- und Legehennenbetriebe waren unter den PreistrĂ€gern. Insgesamt konnte mit der Förderung der 15 Landwirtschaftsbetriebe eine FlĂ€che von 2038 Hektar auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt werden. Um solches Engagement auch weiterhin zu unterstĂŒtzen, wird der Förderpreis ab sofort jĂ€hrlich vergeben. Die nĂ€chste Bewerbungsrunde wird vom 1. MĂ€rz bis 30. Juni 2016 laufen.
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NABU und LBV: Spatz bleibt hÀufigster Wintervogel
Über 91.000 Menschen machten mit bei der "Stunde der Wintervögel"/Erlenzeisig ist "Shooting Star" des Winters

Der hĂ€ufigste Wintervogel in Deutschland bleibt der Spatz. Auch bei der sechsten bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ behauptete der Haussperling (Passer domesticus) seinen Spitzenplatz, wie der NABU und sein bayerischer Partner, der Landesbund fĂŒr Vogelschutz (LBV), am heutigen Freitag mitteilten. Bei Deutschlands grĂ¶ĂŸter wissenschaftlicher Mitmachaktion, die vom 8. bis 10. Januar stattfand, haben bundesweit ĂŒber 91.000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen Ergebnisse aus ĂŒber 61.000 GĂ€rten ĂŒbermittelt. In den jeweils einstĂŒndigen BeobachtungszeitrĂ€umen wurden insgesamt ĂŒber 2,5 Millionen Vögel gezĂ€hlt. Pro ZĂ€hlstelle wurden damit im Schnitt knapp ĂŒber 41 Vögel erfasst. Im vergangenen Winter beteiligten sich 77.000 Menschen mit Meldungen aus knapp 53.000 GĂ€rten an der Aktion.

Auf den ersten acht PlĂ€tzen der hĂ€ufigsten Wintervögel folgen nach dem Spitzenreiter Haussperling, Kohlmeise, Blaumeise, Feldsperling, Amsel, GrĂŒnfink, Buchfink und Elster, was genau dem Durchschnitt der ZĂ€hlungen vergangener Jahre entspricht. Nur in kalten Wintern mit viel Zuzug von Verwandten aus dem Norden und Osten scheint die Kohlmeise den sehr sesshaften Haussperling bundesweit von Platz eins verdrĂ€ngen zu können – so geschehen zuletzt im Jahr 2013. „Je mehr BĂŒrger uns Daten ĂŒber die Vögel vor ihrer HaustĂŒr ĂŒbermitteln, desto genauer wird unser Schnappschuss der winterlichen Vogelwelt in Deutschlands GĂ€rten und Parks“, sagte NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

Die große Überraschung des Jahres 2016 liegt auf Platz neun der hĂ€ufigsten Arten: Der Erlenzeisig ist der „Shooting Star“ des Winters. Im Vergleich zum Vorjahr (Platz 22) wurde der kleine gelbgrĂŒne Finkenvogel fast viermal hĂ€ufiger gemeldet – mehr als doppelt so viele wie im bisherigen Rekordjahr 2011 erschienen an den ZĂ€hlplĂ€tzen. Die Art konnte deutschlandweit fast in jedem fĂŒnften Garten entdeckt werden, bei durchschnittlich 1,28 Vögeln pro Garten. „Grund fĂŒr diese Zahlen ist eine sogenannte Invasion aus dem Norden. Sie tritt ein, wenn die Zeisige in Skandinavien im Sommer besonders viele Junge aufgezogen haben, fĂŒr die das Futterangebot dort im Winter nicht ausreicht“, erlĂ€utert Lachmann. Bereits ab Juli 2015 hatten Ornithologen verstĂ€rkten Zuzug von Erlenzeisigen aus dem Norden beobachtet. Das bestĂ€tigen jetzt auch die Ergebnisse der Stunde der Wintervögel. Andere typische WintergĂ€ste wie Bergfinken oder SeidenschwĂ€nze, die in manchen Jahren sehr zahlreich auftreten können, machten sich dagegen rar.

Die fĂŒr Ornithologen und NaturschĂŒtzer wichtigsten Ergebnisse der ZĂ€hlung sind jedoch Hinweise auf langfristige Zu- oder Abnahmen bestimmter Vogelarten. „Über Zunahmen freuen wir uns, bei Abnahmen mĂŒssen wir möglichst schnell die Ursachen bestimmen, um gegensteuern zu können“, so Lachmann.
Hier bereitet vor allem der GrĂŒnfink Sorgen: Seit der ersten DurchfĂŒhrung der Aktion werden von Jahr zu Jahr weniger von diesen fĂŒr den menschlichen Siedlungsraum typischen Finkenvögeln gesehen. Mit 1,8 Vögeln pro Garten sind es in diesem Winter nur noch etwas mehr als halb so viele wie 2011. Als Grund vermuten die VogelschĂŒtzer vor allem das in den vergangenen Jahren vermehrt auftretende „GrĂŒnfinkensterben“, hervorgerufen durch eine Infektion mit dem parasitĂ€ren Einzeller Trichomonas gallinae, der besonders an sommerlichen Futterstellen ĂŒbertragen wird, an denen viele Vögel zusammenkommen.

Der KĂ€lteeinbruch kurz vor dem ZĂ€hltermin im Norden Deutschlands fĂŒhrte außerdem zu einer kleinen KuriositĂ€t: Viele Kraniche, die bis dahin versucht hatten, in Deutschland zu ĂŒberwintern, machten sich mitten im Winter doch noch auf den Weg in den warmen SĂŒdwesten und wurden dabei, obwohl keinesfalls typische Gartenvögel, ĂŒber vielen GĂ€rten ziehend beobachtet. 7899 Kraniche wurden gemeldet, wobei manche ziehenden Trupps sicherlich mehrfach registriert wurden. Auf der Deutschlandkarte der Wintervögel bilden sich daher ganz deutlich die beiden Hauptflugrouten der Kraniche ab, nĂ€mlich von der Ostsee ĂŒber das Ruhrgebiet und von Berlin bis ins Saarland.

Abgesehen von den vermehrt in Deutschland ĂŒberwinternden Kranichen konnten trotz des bis zum ZĂ€hltermin besonders milden Winters deutschlandweit keine deutlich erhöhten Zahlen von ĂŒberwinternden Zugvögeln festgestellt werden. Unter den typischen Kurzstreckenziehern, die regelmĂ€ĂŸig in Deutschland zu ĂŒberwintern versuchen, gab es nur leicht erhöhte Zahlen, die durch die grĂ¶ĂŸere Teilnehmerzahl erklĂ€rt werden können: 1988 HausrotschwĂ€nze gegenĂŒber etwa 1700 in den Vorjahren, 589 Zilpzalpe gegenĂŒber etwa 350 in den Vorjahren und 742 Bachstelzen gegenĂŒber etwa 600 in den Vorjahren.

Eine interessante Tendenz beobachten die Vogelforscher jedoch bei Deutschlands grĂ¶ĂŸter Wildtaube, der Ringeltaube. Zwar sind die im Rahmen der Stunde der Wintervögel gemeldeten Zahlen nur unwesentlich angestiegen, dafĂŒr aber ist der Anteil der GĂ€rten, aus denen diese Taube gemeldet wurde, ĂŒber die Jahre signifikant angestiegen: Statt nur in 18 Prozent aller GĂ€rten, findet sie sich nun in fast jedem vierten Garten. Dies deutet darauf hin, dass die Art ihr Winterverbreitungsgebiet in Deutschland derzeit deutlich ausweitet.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt in diesem Jahr der Stieglitz, Vogel des Jahres 2016. Sein Bestand nimmt deutschlandweit stark ab, er liebt aber winterliche Futterstellen. In der Tat erreichte der Stieglitz in diesem Jahr mit 0,51 Vögeln pro Garten sein bisher bestes Ergebnis. Ob dieses erfreuliche Ergebnis lediglich dem diesjĂ€hrigen „Promi-Status“ des Vogels zu verdanken ist, oder wirklich eine beginnende Bestandserholung anzeigt, werden die Ergebnisse zukĂŒnftiger ZĂ€hlungen zeigen. Im Jahr des Stieglitz fordern NABU und LBV alle BĂŒrger auf viele ‚bunte Meter‘ aus samenreichen Wildblumen zu schaffen.

Auch bei der NABU-Aktion „Stunde der Gartenvögel“, die jedes Jahr im Mai durchgefĂŒhrt wird, landet der Haussperling seit vielen Jahren auf Platz eins. Die nĂ€chste große VogelzĂ€hlung findet am Pfingstwochenende statt (13. bis 15. Mai)
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NABU: Mammut-Projekt Fehmarnbeltquerung bleibt ĂŒberflĂŒssig
Ausbau des „JĂŒtland-Korridors“ ist bessere Alternative

AnlĂ€sslich der Beratung der deutsch-dĂ€nischen Verkehrskommission am heutigen Montag in Flensburg fordert der NABU Deutschland und DĂ€nemark erneut auf, die PlĂ€ne fĂŒr das Mammut-Projekt feste Fehmarnbeltquerung endgĂŒltig zu begraben. Angesichts ökologischer Risiken und unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸiger Gesamtprojektkosten von rund zwölf Milliarden Euro inklusive der Hinterlandanbindungen auf beiden Seiten des Fehmarnbeltes bleibe das Projekt ĂŒberflĂŒssig. Der NABU setzt sich seit Langem dafĂŒr ein, statt der teuren und ökologisch hoch problematischen Fehmarnbeltquerung, den so genannten „JĂŒtland-Korridor“ – die Verbindung von Hamburg ĂŒber Flensburg und die Storebelt-BrĂŒcke – auszubauen. So könnten Kosten gespart und große SchĂ€den fĂŒr Natur und Umwelt vermieden werden. Beide Routen sind Teile des europĂ€ischen Transportnetzes TEN-T.
„Der NABU steht bei Infrastrukturprojekten fĂŒr das Prinzip Erhalt und ErtĂŒchtigung, und zwar vor allem dann, wenn sich durch kluge Alternativen Neubauten vermeiden lassen. Die europarechtlich zwingend vorgeschriebene PrĂŒfung der möglichen Alternative ĂŒber JĂŒtland ist jedoch unrechtmĂ€ĂŸiger Weise durch den Staatsvertrag ausgehebelt worden. Das werden wir auf jeden Fall angreifen“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Die feste Fehmarnbeltquerung verbinde nachweislich zwei Rapsfelder, und fĂŒr das bislang prognostizierte Verkehrsaufkommen werde in Deutschland in der Regel nicht mal eine Umgehungsstraße gebaut.
KĂŒrzlich hatte ein hochrangiger Mitarbeiter des VorhabentrĂ€gers (die dĂ€nische Bau- und Planungsgesellschaft Femern A/S) auf einer Anhörung die Fehmarnbeltquerung als „ErgĂ€nzung“ zum JĂŒtland-Korridor bezeichnet.
„Durch den Elbtunnel bei Hamburg fahren tĂ€glich 150.000 Fahrzeuge. Mit offiziell erwarteten 10.000 Verkehrsbewegungen wird es am Fehmarnbelt auch in 100 Jahren keinen Bedarf geben, der diese ökologischen SchĂ€den in einem europĂ€isch geschĂŒtzten, hoch sensiblen Meeresgebiet rechtfertigt. ErgĂ€nzungen baut man dann, wenn infrastruktureller Druck herrscht und nicht, weil es politisch gewollt ist“, so Miller weiter. Das sei keine nachhaltige Verkehrspolitik. In einem Schreiben hatte der NABU dem dĂ€nischen Transportausschuss kĂŒrzlich angeboten, seine Vorbehalte gegen die Fehmarnbeltquerung persönlich vorzutragen.
FĂŒr bedeutungslos mit Blick auf das niedrige Verkehrsaufkommen hĂ€lt der NABU daher auch die gerade veröffentlichte Finanzanalyse der WirtschaftsprĂŒfungsgesellschaft Ernst & Young. Darin wird dem VorhabentrĂ€ger Femern A/S bescheinigt, dass eine feste Fehmarnbeltquerung angeblich unter den fĂŒr eine solide Refinanzierung wichtigen 39 Jahren realisiert werden könnte. Der mangelnde Bedarf und die mögliche Alternative ĂŒber JĂŒtland rechtfertigen aus NABU-Sicht selbst dann das Projekt nicht, wenn sich das Vorhaben – wie in der Analyse behauptet – betriebswirtschaftlich rechnen wĂŒrde.
„Bei einer ersten PrĂŒfung der Bewertung ist uns darĂŒber hinaus aufgefallen, dass Ernst&Young zum Beispiel bei der Ticketpreisgestaltung und der Konkurrenz der FĂ€hrlinie von falschen Voraussetzungen ausgehen. Am Ende ist das Ergebnis einer Analyse eben nur so richtig, wie die zugrunde gelegten Annahmen“, so Malte Siegert, Fehmarnbeltexperte des NABU. Auch deswegen bleibe der NABU von der dĂ€nischen Entscheidung unbeeindruckt. Der Erörterungstermin in Kiel vom November 2015 habe verdeutlicht, dass der VorhabentrĂ€ger auf viele negative ökologische Auswirkungen keine Antworten hat. Nicht nur deren juristische KlĂ€rung werde auf nationaler und europĂ€ischer Ebene Zeit in Anspruch nehmen.
Mit Blick auf den kommenden Bundesverkehrswegeplan birgt die Entscheidung nach Auffassung des NABU weiterhin zahlreiche finanzielle Risiken fĂŒr den nationalen Haushalt. Noch vor dem ersten Spatenstich sind die Baukosten von 900 Millionen auf fast drei Milliarden Euro fĂŒr die Hinterlandanbindung zwischen LĂŒbeck und Puttgarden auf Fehmarn gestiegen.
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ÖKO-TEST Kindergeschirr
Das ÖKO-TEST-Magazin Februar 2016 gibt es seit dem 29. Januar 2016 im Handel
 
ÖKO-TEST Kindergeschirr
Das MĂ€rchen vom Bio-Tellerchen

Es ist ein Tiefschlag fĂŒr das Image von Bio-Kunststoffen: Ein neuer Test des Verbrauchermagazins ÖKO-TEST zeigt, dass Bambus-Geschirr nicht ausschließlich aus natĂŒrlichen Rohstoffen hergestellt ist, sondern Kunststoffe enthĂ€lt. Die regulĂ€re Plastikware zeigte sich dagegen ohne auffĂ€llige Befunde.

Viele Eltern servieren ihren Kleinkindern die ersten Mahlzeiten auf robustem Plastikgeschirr, das auch mal die ersten Wurf- und Freifallexperimente schadlos ĂŒbersteht. Meist werden diese Geschirre aus Melaminkunstharz gefertigt. Dessen Produktionsgrundstoffe Melamin und Formaldehyd sind jedoch problematisch: Melamin bildet Kristalle im Urin, die die Nieren lebensbedrohlich schĂ€digen können. Formaldeyhd wird von der EU als krebsverdĂ€chtig eingestuft. Im Kunstharz sind diese beiden Stoffe gebunden und damit unbedenklich. Allerdings können sie durchs Braten, Kochen und durch heiße Speisen ins Essen und die GetrĂ€nke ĂŒbergehen.

ÖKO-TEST hat 16 Kindergeschirrsets eingekauft und im Labor auf bedenkliche Inhaltsstoffe und Materialtricksereien prĂŒfen lassen. Das Ergebnis ĂŒberraschte: WĂ€hrend die Kunststoffprodukte kein Melamin oder Formaldehyd absonderten und uneingeschrĂ€nkt empfohlen werden können, sind die fĂŒnf Bambusprodukte aus Sicht des Verbrauchermagazins „nicht verkehrsfĂ€hig“. Die Anbieter bewerben sie als ausschließlich aus natĂŒrlichen Rohstoffen wie Bambus und Maismehl hergestellt. Vier vermeintliche Ökogeschirrsets sind so zwar gesundheitlich unbedenklich. Doch in der Laboranalyse zeigte sich, dass die Pflanzenfasern mit Melaminharz verklebt wurden: klare FĂ€lle von VerbrauchertĂ€uschung. Bei einem fĂŒnften Bambusgeschirr, das ebenfalls als Ökoware beworben wird, konnte das verwendete Kunstharz nicht eindeutig identifiziert werden. Die Teller und Tassen des Sets sonderten jedoch krebsverdĂ€chtiges Formaldehyd in heiße TestflĂŒssigkeit ab - in Mengen ĂŒber EU-Grenzwert.
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NABU begrĂŒĂŸt Aufbau eines bundesweiten Wolfs-Beratungszentrums
Zentrale Koordinierungsstelle hilft beim lĂ€nderĂŒbergreifenden Erfahrungsaustausch zum Wolf/Transparenz bei Informationen zur Wolfssituation notwendig

Der NABU begrĂŒĂŸt die Einrichtung eines bundesweiten Wolfs-Beratungszentrums. Die Beratungs- und Dokumentationstelle unter FĂŒhrung der Senckenberg Gesellschaft fĂŒr Naturforschung soll die zustĂ€ndigen Landesbehörden rund um den Wolf beraten und bundesweit Daten ĂŒber das Wildtier sammeln und aufbereiten, wie Bundesumweltministerin Barbara Hendricks am heutigen Mittwoch in Berlin bekanntgab. Der NABU hatte sich seit lĂ€ngerem und wiederholt fĂŒr die Einrichtung eines solchen Kompetenzzentrums zum Wolf ausgesprochen.

NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: „Eine zentrale Koordinierungsstelle, die alle Erfahrungen und Daten, die bundesweit im Wolfsmanagement gemacht und erhoben werden, bĂŒndelt und auswertet, ist ein wichtiger Schritt fĂŒr einen fundierten lĂ€nderĂŒbergreifenden Erfahrungsaustausch im Umgang mit dem Wolf. Wichtig ist dabei Transparenz. Mit der Stelle muss ein flĂŒssiger Trialog zur Wolfssituation zwischen BundeslĂ€ndern, Bund und Öffentlichkeit gefördert werden.“ Von dem gesammelten Wissen könnten Behörden in Bund und LĂ€ndern, Nutztierhalter und die Öffentlichkeit im Umgang mit dem Wildtier profitieren. Ein Beispiel sei der Erfahrungsaustausch und die Erforschung im Bereich von Herdenschutzmaßnahmen. „Es hilft dem SchĂ€fer, wenn er schnell weiß, was er tun kann, und welche konkreten Maßnahmen in seiner Region sinnvoll sind“, so Tschimpke.

Von einem bundesweiten Beratungszentrum erhofft sich der NABU auch ein besseres Datennetz ĂŒber die FĂ€lle von illegaler Wolfstötung, bei denen die AufklĂ€rungsquote nach wie vor klein und die Dunkelziffer groß ist. Ebenso fehlen noch Daten, wie sich das dichte Straßennetz auf die Populationsentwicklung vom Wolf auswirkt. Aktuell gibt es bundesweit 31 Rudel und acht Wolfspaare in den LĂ€ndern Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern.
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Stadt schreibt Jagdpacht in Ebnet-Welchental aus:
Angebote bis Freitag, 19. Februar, ans Forstamt

Vom 1. April an verpachtet die Stadt Freiburg fĂŒr die Dauer von neun
Jahren den Teil Ebnet-Welchental des gemeinschaftlichen
Jagdbezirks Freiburg aus. Er hat eine GesamtflÀche von 329 Hektar.
Davon sind 282 Hektar (110 ha Wald, 167 ha Feld, 5 ha Wasser)
jagdlich nutzbar. Der Pachtpreis betrÀgt 1.500 Euro.

Der Jagdbezirk ist Niederwildrevier mit Schwarzwild als Wechselwild.
Der Pachtpreis wurde ĂŒber eine Pachtpreisberechnung im Anhalt an
das Verfahren des Landesbetriebes ForstBW hergeleitet. Eine
Gemeinschaft von zwei bis maximal drei PĂ€chter oder PĂ€chterinnen
ist Pachtvoraussetzung. Die Jagdstrecken betrugen im Jagdjahr
2012/13: kein Tier, 2013/14: fĂŒnf Rehwild, 2014/15: sieben Rehwild
und zwei Schwarzwild.

Die Vorauswahl der PĂ€chter erfolgt durch die Ortsverwaltung Ebnet.
Bewertet werden unter anderem ZuverlÀssigkeit, Motivation und
jagdliche Erfahrung. PĂ€chter mĂŒssen die Belange der Jagdgenossen
und des Naturschutzes berĂŒcksichtigen und im Stadtkreis Freiburg
wohnen. Es darf noch kein PachtverhÀltnis bestehen.

Schriftliche Bewerbungen sind bis Freitag, 19. Februar, an die
Ortsverwaltung Ebnet (Steinhalde 67, 79117 Freiburg) zu richten. FĂŒr
RĂŒckfragen stehen Ortsvorsteher Bernhard SĂ€nger (Tel. 0761/
696898-13) und Forstrevierleiter Dieter Thoma (Tel. 0175/1850177)
zur VerfĂŒgung. Die Auswahl der PĂ€chter erfolgt nichtöffentlich und
unabhĂ€ngig vom Höchstgebot. Die Verpachtung nimmt abschließend
der Gemeinderat vor. Das stĂ€dtische Forstamt informiert ĂŒber die
weiteren Pachtbedingungen (Wildschadensregelung usw.).
Schriftliche AuskĂŒnfte sind gebĂŒhrenpflichtig.
 
 

Erneuter Fessenheim-Störfall am 4.2.16
 
Erneuter Fessenheim-Störfall am 4.2.16
Am 4.2.2016 hat es einen erneuten Störfall im Àltesten AKW Frankreichs in Fessenheim gegeben.

Die Nachrichtenagentur Reuters spricht von "Rauch", die Feuerwehr war mit großem Aufgebot ausgerĂŒckt und die Betreiber und die PrĂ€fektur beruhigen wie immer.

Das Monopol zur Auswertung und Bewertung solcher StörfĂ€lle liegt zuerst immer beim Betreiber EDF. Das natĂŒrliche Interesse der EDF an einer „objektiven Bewertung“ solcher UnfĂ€lle kennen wir und wir haben auch immer erlebt, wie in Fessenheim versucht wurde, UnfĂ€lle herunter zu spielen.

Ein „kleiner“Störfall (wie ihn die franz. Medien aktuell melden) wĂ€re isoliert betrachtet nicht unbedingt ein großes Problem. Das Problem im Ă€ltesten AKW Frankreichs in Fessenheim ist nach Ansicht von BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Axel Mayer die HĂ€ufung extrem vieler „kleiner und großer“ VorfĂ€lle und UnregelmĂ€ĂŸigkeiten. Dies spricht fĂŒr eine schlechte Sicherheitskultur im Atomkraftwerk und eine schlechte Sicherheitskultur ist immer auch eine Gefahr fĂŒr die Menschen.

Alternde, laufzeitverlĂ€ngerte AKW (in Fessenheim stehen die Ă€ltesten Reaktoren dieses Typs in Frankreich, die 1977 und 1978 in Betrieb genommen wurden) mit versprödeten ReaktordruckgefĂ€ĂŸen vergrĂ¶ĂŸern die Unfallgefahr und die fast bankrotte EDF braucht zum finanziellen Überleben eine GefahrzeitverlĂ€ngerung fĂŒr AKW.

Dazu kommt die Erdbebengefahr im Rheingraben. Die UnfĂ€lle von Tschernobyl und Fukushima werden sich "genau so" nicht wiederholen. Die nĂ€chste Katastrophe, ob in Ost- oder Westeuropa, oder eben in Fessenheim wird neue, nicht vorhersehbare und nicht planbare EreignisablĂ€ufe bringen. Überall, wo Menschen arbeiten, gab und gibt es Fehler. Die Atomtechnologie vertrĂ€gt keine Fehler, insbesondere nicht in einem altersschwachen AKW.

Echte Sicherheit gibt es erst, wenn der französische PrÀsident François Hollande sein Versprechen umsetzt und das altersschwache AKW Fessenheim schnellstmöglich abstellt

Um den politischen Druck aufrecht zu erhalten wird es am Oberrhein zum Tschernobyl-Jahrestag wieder grenzĂŒberschreitende Proteste geben. Die BrĂŒcken-Aktionen sollen am Sonntag den 24.4.16 um 12 Uhr stattfinden.
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