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Verschiedenes

 
Nein zur Tank- und Rastanlage an der B31 Friedenweiler / Rötenbach
In Friedenweiler / Rötenbach ist eine große Tank- und Rastanlage an der B31 geplant. Hintergrund ist auch der zunehmende LKW-Verkehr und der erkennbare Mangel an Stellplätzen. Hinter dem Mangel an LKW-Stellplätzen (nicht nur an Autobahnen) stehen häufig auch massive wirtschaftliche Interessen und starke Lobbygruppen aus Politik und Wirtschaft wie dieser Beitrag deutlich zeigt.

Nach Ansicht von BUND-Geschäftsführer sollte die Lösung "Intelligenz und Technik statt Flächenverbrauch" sein. In vielen Industrie- und Gewerbegebieten, direkt neben Autobahnen und Landstraßen, gibt es Abends viel ungenutzten, freien LKW-Parkraum.

Mit Hilfe moderner Technik sollte versucht werden, die LKW auf diese sinnvollen Ausweich-Parkplätze zu lenken. Und ein aufgestelltes Dixi-Klo für die LKW-Fahrer ist langfristig tausend mal billiger als der Bau neuer, teurer, flächenfressender und naturzerstörender Parkplätze an unseren Autobahnen und Straßen.

Hier braucht es neues Denken und intelligente, moderne Parkleitsysteme statt immer mehr Parkplätze.
Gerade die noch schönen Naturlandschaften im Schwarzwald und auf der Baar sollten geschont werden.

Hier finden Sie unsere Stellungnahme vom 22.02.2016 :

Ablehnung des Bebauungsplans / Nein zur Tank- und Rastanlage an der B31 Friedenweiler / Rötenbach


Stellungnahme

Sehr geehrte Damen und Herren,
der Gemeinderat der Gemeinde Friedenweiler hat am 08.12.2015 den Entwurf des Bebauungsplanes „Tank- und Rastanlage B31“ gebilligt und beschlossen.
Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes liegt in einem Waldbereich von ca. 6,2 ha, westlich von Rötenbach. Bei den Waldflächen handelt es sich mehrheitlich um intakte Waldökosysteme, die großflächig, u. a. durch Weißtannenvorbau, vorverjüngt sind.

In knappen Sätzen die wichtigsten Punkte, welche aus unserer Sicht den Standort als ungeeignet erscheinen lassen:

1. Direkt neben den geplanten Stellplätzen liegt das stillgelegte Sägewerk HWR. Dort wäre ausreichend versiegelte und vorbelastete Fläche vorhanden. Diese müssten nicht naturschutz- und forstrechtlich ausgeglichen werden. Zu einem großen Teil trägt die Aufwendungen im vorliegenden Fall die Straßenbauverwaltung als zuständige Behörde für die LKW Stellplätze und damit auch der Steuerzahler (nach dem derzeitigen Planungsstand müssen ca. 2 Mio. Ökopunkte ausgeglichen werden).
2. Durch den anmoorige Bodenbeschaffenheit wird massiver Bodentausch für die Standsicherheit der Anlage von Nöten sein. Dadurch wird ein erheblicher finanzieller Aufwand entstehen, der in keiner Relation zu den lediglich 40 geschaffenen Rastplätzen steht. Wertvoller, mit Weißtanne vorgebauter Bergmischwald, wird dadurch unwiederbringlich zerstört.
3. Unterhalb der Anlage liegt das Naturschutzgebiet „Rötenbacher Wiesen“. Dazu passt keine Einrichtung dieser Art mit den negativen Auswirkungen, welche durch das Oberflächenwasser aus der Anlage entstehen können.
4. Ob es an dieser Stelle wirklich eine Tankstelle braucht halten wir für fraglich. Sowohl in westlicher Richtung nach ca. 4,5 km, als auch in östlicher Richtung nach ca. 6 km, sind Tankstellen vorhanden. Wir sehen dies als Verdrängungswettbewerb der Ölkonzerne auf dem Rücken unserer weitgehend intakten Waldlandschaft im Hochschwarzwald.
5. Als AusgleichsmaĂźnahme fĂĽr den Eingriff wurde u. a. eine Biotopverbesserung im vorgelagerten Bereich der geplanten GrĂĽnbrĂĽcke, ca. 650m westlich der Tank und Rastanlage erarbeitet. Dies ist sehr zu begrĂĽĂźen, da diese MaĂźnahme zur Wiedervernetzung von Wildkorridoren dient. Es stellt sich jedoch die Frage, ob dann eine Tank- und Rastanlage in unmittelbarer Nachbarschaft zur geplanten GrĂĽnbrĂĽcke in das Wildwegemanagement passt.
Sehr geehrte Damen und Herren, wir möchten Sie bitten, die gesamte Anlage unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten nochmals in Augenschein zu nehmen. Wir kommen nach Prüfung der Planunterlagen zu dem Schluss, dass hier die Einzelinteressen einiger weniger, mit den Gemeinwohlinteressen und dem Erhalt unserer wunderbaren Landschaft nicht in Einklang zu bringen sind.

Wir lehnen die Planungen ab, bis ein umweltverträglicher Standort gefunden ist.
 
Autor: Axel Mayer, BUND Geschäftsführer

 
Energieeffizient planen, bauen und wohnen
Gebäude.Energie.Technik startet in drei Tagen


Messe mit über 200 Ausstellern konsolidiert - Trinationaler Charakter gestärkt - Thema Stromspeicherung immer wichtiger - Dicht bestücktes Rahmenprogramm

Freiburg, 22. Februar 2016 – Mit der neunten Auflage öffnet am kommenden Freitag die Gebäude.Energie.Technik (GETEC) ihre Tore auf dem Freiburger Messegelände. Vom 26. bis 28. Februar 2016 präsentiert sich die Messe als Informationsplattform für energieeffizientes Planen, Bauen und Wohnen. Erstmals findet parallel zur GETEC am 25. und 26. Februar der 6. Kongress „Energieautonome Kommunen“ statt. Mit über 210 Ausstellern verzeichnet die diesjährige GETEC einen spürbaren Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. Auf rund 9.000 Quadratmetern Brutto-Ausstellungsfläche erwarten die Messebesucher innovative Produkte und Dienstleistungen zum zukunftsfähigen und energieeffizienten Modernisieren, Sanieren und Bauen – von der Gebäudehülle über Heizungs- und Anlagentechnik, erneuerbare Energien und Stromspeicherung bis zur ökologischen Haustechnik. Das für Messebesucher kostenfreie Rahmenprogramm ist geprägt von großer Praxisnähe und einem dicht bestückten Veranstaltungsangebot. Darunter sind 20 Fachvorträge, 9 Messe-rundgänge, 7 Seminare und 3 Workshops. Insgesamt bieten die GETEC und der 6. Kongress „Energieautonome Kommunen“ rund 50 Referenten auf. Produkt- und herstellerneutrale Impuls-Beratungen liefert das Messe-Herzstück, der „Marktplatz Energieberatung“. Alle Themen und Termine der GETEC sind online unter www.getec-freiburg.de verfügbar.

Für Hauseigentümer hat sich 2016 einiges geändert. Neue gesetzliche Bestimmungen sollen helfen, den Gebäudebestand in Deutschland energetisch zu verjüngen. Am 1. Januar ist das Energieeffizienzlabel für alte Heizungen in Kraft getreten. Außerdem müssen seit Jahresbeginn die obersten Geschossdecken zu unbeheizten Dachräumen oder die Dachschrägen ausreichend gedämmt sein. Eine weitere Änderung kommt ab 1. April hinzu: Die Förderung für neue Heizungen und Lüftungsanlagen sowie neue Fenster und Türen erhöht sich deutlich. Was an einem Gebäude überhaupt gemacht werden sollte und wie die Förderung am besten eingesetzt werden kann, darüber können sich Messebesucher auch auf der GETEC 2016 informieren.

„Solchen Veränderungen und Wandlungen rund um die Themen Bauen und Energiewirtschaft ist die GETEC seit ihrer ersten Auflage gefolgt. Heute hat sich die Messe als die Informationsplattform für energieeffizientes Planen, Bauen und Modernisieren sowie erneuerbare Energien im Südwesten etabliert. Diese positive Entwicklung bestätigen die über 200 Aussteller auf rund 9.000 Quadratmetern Brutto-Ausstellungsfläche. Damit hat die GETEC zu alter Stärke zurückgefunden“, betont Daniel Strowitzki, Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (FWTM). Besonders wichtig sei auch die erneut intensivierte regionale Vernetzung der Messe, die sich in dem gewachsenen trinationalen Charakter spiegele, so Strowitzki. Beispiele hierfür seien der Besuch einer Gruppe von Fachleuten aus der Freiburger Partnerstadt Besançon, zu dem ein Fachvortrag und ein geführter Messerundgang gehören. Der Kongress Energieautonome Kommunen bietet zwei weitere Foren mit deutsch-französischer Übersetzung an.

Auch wenn sie in der tagesaktuellen Diskussion etwas verblasst ist – die Energiewende ist nach Ansicht der GETEC-Veranstalter eine bleibende Herausforderung. Immer klarer wird, dass dezentrale Speichersysteme eine Schlüsselrolle beim Umbau der Energiewirtschaft einnehmen. „Das zeigt sich auch auf der GETEC, wo Stromspeicherlösungen immer präsenter werden. Bei rund 30 der über 200 Aussteller können Messebesucher sich zum Thema Energiespeicherlösungen und -anwendungen informieren“, erklärt Markus Elsässer, Geschäftsführer des Veranstalters Solar Promotion GmbH. „Die Strompreise in Deutschland kennen nur den Weg nach oben, gleichzeitig kommen immer mehr Batteriespeicher zu aktuell sinkenden Preisen auf den Markt. Damit wird es für Hausbesitzer mit einer Photovoltaikanlage immer attraktiver, den selbst günstig erzeugten Strom auch selbst zu verbrauchen“, so Elsässer. Inzwischen sei ein Eigenverbrauch von über 80 Prozent realisierbar. Bereits heute lohnt sich die Kombination aus günstigem Speicher und einer PV-Anlage schon wirtschaftlich.

Anlässlich der GETEC startet die Handwerkskammer Freiburg einen Feldtest zur Nutzung von Elektro-Nutzfahrzeugen. „Elektromobilität ist aktuell wieder in aller Munde. Die von der Bundesregierung für 2020 formulierten Klimaschutzziele scheinen mittlerweile unerreichbar. Als Antwort werden zurzeit vor allem finanzielle Anreizprogramme zur Steigerung des Verkaufs diskutiert. Wir glauben aber, entscheidender ist zunächst, die bestehenden Vorbehalte der Kunden auszuräumen, etwa durch Verbesserungen bei der Reichweite oder durch den Ausbau der regionalen Ladeinfrastruktur“, erklärt Wolfram Seitz-Schüle, Geschäftsführer des Geschäftsbereiches Handwerks-/Wirtschaftspolitik der Handwerkskammer Freiburg. Der E-Mobilität gehöre die Zukunft. Um hierfür gut aufgestellt zu sein, möchte sich die Handwerkskammer in den kommenden Monaten gemeinsam mit ihren Betrieben ein besseres Bild der aktuellen Praxistauglichkeit machen.

Praxisnahe Informationen nach MaĂź im Rahmenprogramm

Kennzeichnend für die GETEC ist ihre Mischung aus Produktpräsentationen, Beratung und dem inhaltlich darauf abgestimmten Rahmenprogramm. Das für Messebesucher kostenfreie Rahmenprogramm lehnt sich sehr stark an Themen aus der Bau- und Modernisierungspraxis an. Dazu gehören Fachvorträge und Bauherren- und Nutzerseminare mit hochkarätigen Referenten aus der Praxis, die jeweils die drei großen Themen- und Ausstellungsbereiche der Messe – Gebäudehülle, Heiz- und Anlagentechnik sowie erneuerbare Energien – widerspiegeln. Qualifizierte Energieexperten führen Messerundgänge und Fachgespräche zu ausgewählten Themen, ergänzend zum Vortragsprogramm der Messe. Besucher können an funktionsfähigen Exponaten und Schnittmodellen das zuvor Gehörte „erfassen“.

Für die Fachvorträge ist keine Anmeldung erforderlich. Aufgrund begrenzter Teilnehmerzahl ist für die Seminare eine Online-Anmeldung auf www.getec-freiburg.de nötig, wo auch das komplette Rahmenprogramm verfügbar ist.

500 Impulsberatungen am „Marktplatz Energieberatung“ möglich

Als zentrale Anlaufstelle für private und gewerbliche Bauherren, die ein Neubau- oder Modernisierungsprojekt angehen wollen, dient der „Marktplatz Energieberatung“ in Halle 2. Insgesamt stehen rund 40 Energieberater aus der Region bereit, um in halbstündigen, kostenfreien Impulsberatungen individuelle Tipps zu konkreten Projekten und passenden Förderungen zu geben. Damit bietet die Messe ihren Besuchern ein Potenzial von 500 Impulsberatungen. Auf allen bisherigen Messen seit 2008 gab es davon insgesamt bereits rund 4.500. Je nach Beratungsanfrage gibt ein Messescout nach der Impulsberatung den Besuchern zielgerichtete Informationen, wo sie sich beispielsweise unmittelbar bei Ausstellern nach weiteren Details und passenden Produkten erkundigen können. Die Anmeldung zu einem Beratungstermin ist bis Donnerstag, 25. Februar 2016 online über www.getec-freiburg.de oder telefonisch unter 0761 79177-0 möglich. Ein Termin kann auch auf der Messe am Service-Point des Marktplatzes Energieberatung in Halle 2 vereinbart werden, solange noch freie Beratungsplätze verfügbar sind.

6. Kongress „Energieautonome Kommunen“

Einen Tag vor Beginn der GETEC startet am 25. Februar 2016 der 6. Kongress „Energieautonome Kommunen“ im Konferenzbereich der Messe Freiburg mit rund 120 Teilnehmern. Wie im Vorjahr übernimmt Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller die Schirmherrschaft. Der Fachkongress richtet sich an Vertreter von Kommunen, Stadtwerken, Energieversorgern, Verbänden, Initiativen und Bürgergruppen, Dienstleistern und Produzenten für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Bei Vorträgen, Fachforen, Exkursionen, Messerundgängen und Workshops diskutieren Fachleute über die Chancen und Herausforderungen von Städten und Gemeinden, aktiv die regionale Energiewende voranzutreiben. Weitere Infos, das komplette Programm und Anmeldemöglichkeit unter www.energieautonome-kommunen.de.

Sonderthemen: Von Zukunftsenergie bis Strom erzeugende Heizung

Zum dritten Mal, und in diesem Jahr für Hausbesitzer dank neuer Förderaussichten wieder interessanter geworden, präsentiert die GETEC die Sonderfläche „Strom erzeugende Heizungen - Mini-Blockheiz-Kraftwerke (BHKW)“. Ein sehr aktuelles Thema, denn 2016 soll das neue Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-G 2016) in Kraft treten, das neue, bessere Fördermöglichkeiten für Hausbesitzer und Sanierungswillige vorsieht. Passend dazu steht am Freitag, 26. Februar 2016 von 15:00 bis 16:30 Uhr ein Fachseminar zum Thema Kraft-Wärme-Kopplung für Eigentümer/Vermieter, WEG und Verwalter auf dem Programm. Eine Anmeldung ist über www.getec-freiburg.de erforderlich.

Ebenfalls zum dritten Mal präsentiert der Verein Zukunftsenergie e.V. auf seiner „Zukunftsenergie Erfindermesse zeem“ Innovatives aus den Bereichen Energiegewinnung, -speicherung und -effizienz. Darunter beispielsweise das standardisierte Akku-System eines Start-up-Unternehmens. In den handlichen, mobilen Akkumodulen lässt sich Strom aus erneuerbaren Energien speichern und im Haushalt, E-Fahrzeugen und E-Geräten nutzen.

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Gebäude.Energie.Technik 2016 auf einen Blick:

Datum: Freitag, 26. Februar - Sonntag 28. Februar 2016
Ort: Messe Freiburg, Halle 2 + 3, Messeboulevard (Freigelände) Europaplatz 1, 79108 Freiburg i. Br.
Öffnungszeiten: täglich von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Turnus: jährlich
Ausstellerzahl: rund 200
Besucherzahl: rund 10.000, davon ca. 25 % Fachbesucher (erwartet)
Ausstellungsfläche: 9.000 qm (brutto)
Eintrittspreise: Erwachsene 9,- Euro/Tag
Ermäßigt* 7,- Euro/Tag
Vorverkauf 7,- Euro/Tag (vom 15.1.-25.2.2016)
* Rentner, Schwerbehinderte, SchĂĽler/Studenten

Kinder bis 14 Jahre in Begleitung eines Erwachsenen kostenfrei
Schulklassen** ab 10 Personen 3,-EUR/SchĂĽler
** Vorlage SchĂĽlerausweis erforderlich, 2 Lehrer kostenfrei

Kinderbetreuung für Kinder ab 3 Jahren während der Messeöffnungszeiten am Samstag und Sonntag.

Die Angebote im Rahmenprogramm der Gebäude.Energie.Technik sind für die Messebesucher kostenfrei.

Eintrittskarte = RFV Ticket
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NABU: Fehmarnbeltquerung verstößt gegen EU-Verkehrspolitik
Vorhaben ist ein kostspieliges und unnĂĽtzes Auslaufmodell

Im Zuge der kontroversen Diskussion um die geplante feste Fehmarnbeltquerung tauchen immer neue Planungsmängel auf: Erst in dieser Woche erklärte der dänische Transportminister Hans Christian Schmidt, das Vorhaben vor allem durch Straßengüterverkehr refinanzieren zu wollen. Nach Ansicht des NABU ein klarer Verstoß gegen die EU-Verkehrspolitik und gegen die Vereinbarungen zur Erreichung des 1,5 Grad-Ziels im Pariser Klimaabkommen. Um das Ziel zu erreichen, muss der Verkehr erheblich reduziert werden.

In einem Kommentar in der dänischen Zeitung Börsen schrieb der Minister, dass wenn allein ein Bahntunnel gebaut würde, die Mehrheit der Einnahmen verloren ginge. Die dänische Strategie verstößt damit gravierend gegen den in der EU gemeinsam vereinbarten und sinnvollen Ansatz „From Road to Rail“ Die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Bahn ist Konsens europäischer Verkehrspolitik, um gesundheitsgefährliche Emissionen auf Autobahnen zu reduzieren. „Dänemarks Verkehrspolitik ist leider so anachronistisch wie das Mammut-Vorhaben selbst. Seit Jahrzehnten wird in Europa für saubere Luft im Straßenverkehr gekämpft. Aber das angeblich so wichtige Aushängeschild europäischer Verkehrsplanung soll ausgerechnet durch qualmende LKW refinanziert werden. Dieses Vorhaben ist ein Auslaufmodell“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Zuschüsse für Projekte des europäischen Transportnetzes TEN-T, zu dem die feste Fehmarnbeltquerung gehört, werden ausschließlich für den Bahnanteil gewährt. Dänemark hofft auf insgesamt 1,7 Milliarden Euro aus Brüssel. Im ersten Schritt hat das Königreich jedoch nur 600 Millionen Euro unter der Voraussetzung gewährt bekommen, bis 2019 anzufangen, die Mittel auch auszugeben. Angesichts erheblicher Verzögerungen ist das jedoch unwahrscheinlich – die Zuschüsse drohen ganz zu verfallen. „Angesichts des verkehrspolitisch sowie ökonomisch völlig überflüssigen Mammut-Projekts wäre ein Verfall der Gelder das Beste, was passieren kann. Wenn die EU eine solch schädliche Verkehrspolitik auch noch mit Milliarden fördert, macht sie sich lächerlich“, so der NABU-Bundesgeschäftsführer.

Aktuell steht das Projekt finanziell auf tönernen Füßen. Die Durchleitungsgebühren der Bahn durch den geplanten Tunnel sind so gering wie das zu erwartende Schienenverkehrsaufkommen insgesamt. Zudem wurden unter anderem wesentliche Finanzierungsfragen – wie etwa die Konkurrenz durch den parallelen Fährverkehr oder Billigflieger – von der dänischen Bau- und Betreibergesellschaft Femern A/S ausgeblendet. Die Gesamtkosten steigen seit Planungsbeginn stetig, die Verkehrsprognosen blieben gering. „Die systematische Schönrechnerei zwingt die Dänen dazu zu pokern und klaffende Finanzierungslücken möglichst durch Straßengüterverkehr zu schließen. Das ist eine hochriskante Wette auf Kosten von Natur, Umwelt und Klima. Und ein ökonomisches Desaster für die sensible Tourismusregion Ostholstein“, so Siegert.

Deutschland ist staatsvertraglich dazu verpflichtet, eine Hinterlandanbindung für die Querung zwischen Puttgarden und Lübeck sicherzustellen. Dort stiegen die Kosten bereits von rund 850 Millionen auf drei Milliarden Euro. Der NABU fordert die Bundesregierung abermals auf, mit der dänischen Regierung kritisch über das Vorhaben zu sprechen. Das schreibe der 2008 geschlossene Staatsvertrag ohnehin vor, sollte es zu Änderungen innerhalb des Projektes kommen.
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NABU ruft zur Meldung von Kiebitzen auf
Der sympathische FrĂĽhlingsbote wird immer seltener

Das typische „Ki-witt“, der Balzruf des Kiebitzes, ist über Deutschlands Feldern immer seltener zu hören, wenn die meisten Kiebitze ab Februar aus ihren Winterquartieren von Westeuropa nach Deutschland zurückkehren.

Einst ein häufiger Brutvogel auf Weiden, Wiesen und Äckern, steht der sympathische Frühlingsbote mit den markanten Schmuckfedern am Kopf nicht nur weit oben auf der deutschen Roten Liste, sondern gilt auch europaweit als gefährdet. Weltweit ist Vanellus vanellus sogar auf der globalen Vorwarnliste bedrohter Vogelarten.

Der NABU ruft in diesem Jahr erstmals dazu auf, gesichtete Kiebitze ĂĽber die Naturbeobachtungs-Webseiten Ornitho.de oder NABU-naturgucker.de (ohne Registrierung: http://goo.gl/QS0ETe) zu melden. Auf einer Ăśbersichtskarte wird die RĂĽckkehr des Kiebitzes sichtbar.

„Mit der Meldeaktion wollen wir auf den gefährdeten Wiesenvogel aufmerksam machen. Der Hauptgrund für den Rückgang des Kiebitzes liegt in der Intensivierung der Landwirtschaft. Dadurch gibt es kaum noch geeignete Brutplätze und viele Gelege und Küken gehen verloren“, so Dominic Cimiotti vom Michael-Otto-Institut im NABU.

Auf feuchtem und offenem Dauergrünland, auf Äckern, Brachen oder Überschwemmungsflächen beginnen die Kiebitze zwischen März und Juni mit ihrer Brut. Dabei legen sie bis zu vier Eier in ein mit Gras ausgepolstertes Nest am Boden – doch immer häufiger brüten die Tiere ohne Erfolg.

Um den bedrohten Wiesenvogel in Deutschland vor dem Aussterben zu bewahren, sucht der NABU derzeit gemeinsam mit Landwirten nach Lösungen. Im Projekt „Der Sympathieträger Kiebitz als Botschafter: Umsetzung eines Artenschutz-Projektes zur Förderung des Kiebitzes in der Agrarlandschaft� im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt testen Bauern in insgesamt acht Projektregionen mögliche Maßnahmen auf überwiegend konventionell bewirtschafteten Äckern und Wiesen. Erste Erfolge gibt es bereits.

„Wenn Landwirte ihren Mais nur wenige Tage oder Wochen später aussäen, überleben schon deutlich mehr Kiebitze. Die Tiere können zu Ende brüten, ehe die Böden mit schweren Geräten bearbeitet werden. Das ist ein erster Hoffnungsschimmer für den Kiebitz“, so Cimiotti. Auch eine weitere Maßnahme testet der NABU mit den Landwirten: So hat sich gezeigt, dass schon ein einfaches Umfahren der Kiebitzgelege Erfolge bringen kann – sofern die Nester rechtzeitig auf dem Boden entdeckt und auch die Küken geschützt werden.

HintergrĂĽnde zum Projekt:

Im Projekt „Der Sympathieträger Kiebitz als Botschafter: Umsetzung eines Artenschutz-Projektes zur Förderung des Kiebitzes in der Agrarlandschaft“ testet der NABU mit Landwirten verschiedene Maßnahmen zum Kiebitzschutz in folgenden Regionen: Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen und Bayern sowie im Braunschweiger Raum, im Landkreis Osnabrück, im Münsterland und im Schwäbischen Donaumoos.

Das Projekt wird durchgeführt im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt und über fünf Jahre gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie Mitteln des Umweltministeriums von Schleswig-Holstein und die Hanns R. Neumann Stiftung.
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Nach wiederholten Nahbegegnungen mit einzelnem Wolf:
NABU empfiehlt kontrollierte ManagementmaĂźnahmen

Kriterien für Vergrämung können bei Einzelfällen erfüllt sein

Mit Blick auf die wiederholten Nahbegegnungen von Mensch und Wolf im nordöstlichen Niedersachsen spricht sich der NABU für kontrollierte Maßnahmen gegen diesen Wolf aus. Wie bislang bekannt wurde, soll sich ein Wolf wiederholt Menschen bis auf weniger als zwei Metern angenähert haben. Aggression habe das Tier nie gezeigt.

Sollten sich die geschilderten Ereignisse tatsächlich so zugetragen haben, sind aus NABU-Sicht damit die Kriterien für eine Vergrämung des Tieres erfüllt und sollten auch zur Anwendung kommen. Mögliche Vergrämungsmethoden sind der Beschuss mit Gummischrot oder anderen nicht tödlichen Geschossen, die dem Wolf unmissverständlich seine Grenzen aufzeigen. Voraussetzungen für solche Maßnahmen sind nach Ansicht des NABU die eindeutige Identifizierung des Tieres sowie die Abstimmung und Organisation der Maßnahmen durch erfahren Experten unter anderem durch die Einbeziehung der Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW).

„In speziellen Einzelfällen wie bei einem Wolf, der sich wiederholt Menschen annähert, ist eine deutliche Reaktion erforderlich. Konkrete Maßnahmen, wie die kontrollierte Vergrämung durch fachkundige Personen, sind in einem solchen Fall angebracht“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Trotzdem darf der strenge Artenschutz des Wolfes nicht aus den Augen verloren werden. Der NABU wird die Maßnahmen, die gegen den Wolf ergriffen werden, auf artenschutzrechtliche Gültigkeit prüfen – um zu gewährleisten, dass alles Mögliche getan wurde, um den Wolf am Leben zu lassen“, so Miller weiter.

Seit 2007 liegen von Experten erarbeitete Empfehlungen vor, wie das Verhalten von Wölfen zu bewerten ist und welche Handlungsempfehlungen sich daraus ergeben. „Nach unserer Interpretation der vorliegenden Empfehlungen sind die Verhaltenskriterien, die eine Vergrämung nicht nur rechtfertigen, sondern notwendig machen, in diesem Fall gegeben“, so Miller. Der Wolf, bei dem es sich um ein männliches Tier aus dem Munsteraner Rudel handelt, ist im vergangenen Sommer neben einem zweiten Tier mit einem Senderhalsband ausgestattet worden. Der Aufenthaltsort des Wolfes kann somit festgestellt werden.

Der NABU begleitet die Rückkehr der Wölfe seit über zehn Jahren und setzt sich für ihren strengen Schutz ein. In begründeten Einzelfällen sieht der NABU es aber als unausweichlich an, die durch das Bundesnaturschutzgesetz vorgesehenen Ausnahmeregelungen umzusetzen. Vergrämungsmaßnahmen oder gar die Entnahme von Wölfen bedürfen jedoch immer der Einzelfallüberprüfung durch qualifizierte Experten. In den vergangenen 15 Jahren, seitdem es wieder Wölfe in Deutschland gibt, ist es zu keinem Angriff von Wölfen auf Menschen gekommen.

„Das Verhalten einzelner Wölfe steht nicht stellvertretend für alle Tiere der Population. Äußere Einflüsse, wie zum Beispiel die Fütterung durch Menschen, können dazu führen, dass sich einzelne Tiere weniger scheu verhalten“, so Markus Bathen, NABU-Wolfsexperte. In diesen Fällen sieht der NABU das Wolfsmanagement der Bundesländer in der Pflicht, das Monitoring – also die Überwachung der Wölfe – zu verstärken.
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Erfolg im Tropenwaldschutz
NABU-Projekt fĂĽhrt Waldschutzlizenz auf Sulawesi ein

Tennhardt: „Weg frei für Tropenwaldschutz auf 50.000 Hektar im östlichen Indonesien”

Berlin/Gorontalo – Der NABU und sein indonesischer Partner im BirdLife-Netzwerk, Burung Indonesia, setzen auf der indonesischen Insel Sumatra ein Projekt zum Schutz von Regenwäldern um und konnten ein neues System der Waldbewirtschaftung einführen. Die sogenannte Ökosystemrestaurationslizenz (ERC) verbietet jedes Abholzen sowie die Umwandlung in Agrarflächen. Zugleich verlangt sie vom Inhaber den Schutz und die Wiederherstellung des Waldökosystems. Für das NABU-Projektgebiet im östlichen Indonesien will der indonesische Staat die ERC nun für bis zu 2,7 Millionen Hektar Regenwaldfläche einführen.

„In vielen Regionen der Erde sind Regenwälder insbesondere dann gefährdet, wenn sie keinem Management unterliegen. Mit der ERC soll der Wald nachhaltig genutzt und besser geschützt werden. Dies kann zumindest einen Teil der indonesischen Wälder vor der Zerstörung bewahren“, so NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt.

Entwickelt wurde die ERC in Hutan Harapan, einem der letzten verbliebenen Tieflandregenwaldgebiete auf Sumatra. Seit ihrer Einführung im Jahr 2009 sind 14 Lizenzen mit insgesamt 500.000 Hektar Wald vergeben worden, unter anderem in Hutan Harapan (knapp 100.000 Hektar), in der Pufferzone des Bukit Tigapuluh Nationalparkes sowie in weiteren Waldgebieten auf Sumatra und Kalimantan. Im östlichen Indonesien gab es die ERC bislang nicht. Der NABU arbeitet zusammen mit seinen Projektpartnern von Burung Indonesia und der KfW-Entwicklungsbank seit Dezember 2014 an einem ERC-Modell in der Provinz Gorontalo im Norden der Insel Sulawesi. Am vergangenen Freitag hat der Gouverneur von Gorontalo, Rusli Habibie, seine Unterstützung für die ERC im westlichen Teil der Provinz Gorontalo erklärt.

Das Gebiet mit dem klangvollen Namen Popayato Paguat verbindet zwei Schutzgebiete (Panua Nature Reserve und Nantu Wildlife Reserve) sowie sechs geschützte Waldgebiete und fördert damit die Vernetzung von insgesamt 257.000 Hektar Waldflächen. „Die Unterstützung durch die Provinzverwaltung ist ein wichtiger Schritt zum besseren Schutz des Waldes und Ausdruck der hohen Akzeptanz für die Ökosystemrestaurationen. Jetzt ist der Weg für die erste ERC im östlichen Indonesien frei“, so Tennhardt. Er erklärte, der NABU wolle insgesamt auf knapp 50.000 Hektar die Waldnutzung einführen, die Mensch und Natur gleichermaßen ein gutes Auskommen sichere.

Indonesien beherbergt etwa zehn Prozent der weltweit verbliebenen tropischen Wälder – etwa 90 Millionen Hektar. Gleichzeitig führt das Land aber auch die Statistik mit der weltweit stärksten Entwaldung an. Während der starken Waldbrände insbesondere auf den Inseln Sumatra und Kalimantan zwischen September und November 2015 wurde eine Waldfläche viermal so groß wie Niedersachsen vernichtet, womit sich der CO2-Ausstoß Indonesiens im vergangenen Jahr verdreifachte. Hunderttausende Menschen mussten wegen der monatelangen Rauchbelastung medizinisch versorgt werden. Mit dem Wald verschwindet nicht nur der Lebensraum einer reichhaltigen Tier- und Pflanzenwelt, auch in den Wäldern lebende indigene Völker und Kleinbauern verlieren ihre Existenzgrundlage.

Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) fördert das von der KfW-Bank getragene Gorontalo-Projekt mit 4,4 Millionen Euro. Die Initiative finanziert seit 2008 gezielt Klima- und Biodiversitätsprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie in den Transformationsstaaten.
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Teilnehmer fĂĽr Kirgistan-Expedition gesucht
Laienforscherreise hilft Schneeleoparden im Tian-Shan-Gebirge

Die Naturschutzorganisationen NABU und Biosphere Expeditions suchen noch Teilnehmer für die diesjährige Schneeleoparden-Expedition nach Kirgistan. Die Forscherreise ermöglicht es Laien, aktiv am Schutz des Schneeleoparden und seiner Beutetiere im nördlichen Tian-Shan-Gebirge mitzuwirken. Die Termine für die Expeditionen sind 11.-23. Juli, 1.-13. August und 15.-27. August. Anmeldungen werden unter www.biosphere-expeditions.org/tienshan angenommen. „Der NABU freut sich über die Zusammenarbeit mit Biosphere Expeditions und über die zusätzlichen Kapazitäten, die diese für den Schneeleopardenschutz mit sich bringt“, sagte NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt.

Die Expeditionsteilnehmer bauen zusammen mit den NABU-Wildhütern der „Gruppa Bars“ (Gruppe Schneeleopard) Fotofallen auf oder prüfen bereits aktive. Sie suchen und identifizieren Spuren von Schneeleoparden und führen Wildzählungen an Wildschafen, Steinböcken, Murmeltieren und Vögeln durch. Um die Akzeptanz des Schneeleoparden in der lokalen Bevölkerung zu verbessern, gehört auch der Austausch mit den örtlichen Hirten und Dorfbewohnern zu den Aufgaben der Teilnehmer. Dabei geht es zu Fuß oder im Geländewagen in Höhen bis zu 3.600 Meter hinauf. „Körperliche Fitness ist daher eine Teilnahmevoraussetzung“, erklärte Dr. Matthias Hammer, Gründer und Chef von Biosphere Expeditions. Eine weitere seien zumindest rudimentäre Englischkenntnisse. „Weitere Vorkenntnisse oder spezielle Fähigkeiten sind nicht erforderlich – was man für die Feldarbeit wissen muss, wird vor Ort im Rahmen einer zweitägigen Ausbildung zum Beginn der Expedition vermittelt“, so Dr. Hammer weiter.

Schneeleoparden gehören zu den am meisten bedrohten Großkatzen der Welt. In Kirgistan gibt es nur noch etwa 300 der seltenen Tiere. Der NABU engagiert sich bereits seit über 15 Jahren in der Tian-Shan-Region für deren Schutz. Seit 2014 bietet Biosphere Expeditions zusammen mit dem NABU die Forscherreisen für Jedermann in den Tian Shan an. Das lokale Wissen der NABU-Filiale in Kirgistan und die Erfahrung von über fünfzehn Jahren im nachhaltigen Wissenschaftstourismus von Biosphere Expeditions bilden die Grundlage für die Expeditionen.
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Illegal getöteter Wolf
NABU setzt 5.000 Euro Belohnung für Hinweise auf Täter aus

Konsequente Strafverfolgung bei illegalen Wolfstötungen

Im Fall einer Ende vergangenen Jahres illegal getöteten Wölfin hat der NABU jetzt 5.000 Euro Belohnung für Hinweise an die Polizei ausgesetzt, die zur Ermittlung des Täters führen. Am 27. November hatte ein Jagdpächter an der Verbindungsstraße zwischen Loburg und Lübars, Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt einen weiblichen Wolf mit einer tödlichen Schussverletzung gefunden.

Der NABU sieht grundsätzlich große Schwierigkeiten bei der Verfolgung in Fällen von Umweltkriminalität. Mit der Auslobung einer Belohnung möchte der NABU die Arbeit der Ermittlungsbehörden unterstützen.

„Bestehende Konflikte zwischen Mensch und Wildtier werden durch das Wolfsmanagement der Bundesländer im Einvernehmen aller betroffenen Interessengruppen getroffen. Wer aber eigenmächtig und dazu noch mit einer Schusswaffe versucht, vollendete Tatsachen zu schaffen, handelt kriminell. Dies ist eine Straftat, die nicht der Konfliktlösung dient, sondern dem Dialog schadet. Der NABU fordert eine konsequente Verfolgung bei Umweltkriminalität. Wir wollen die Ermittlungsarbeit mit dieser Belohnung fördern“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Der Wolf wurde Ende November zur Untersuchung ins Institut fĂĽr Zoo- und Wildtierforschung in Berlin gebracht. Hier sollen neben der Todesursache auch Informationen ĂĽber die verwendete Munition sichergestellt werden.

„In Sachsen-Anhalt wurde zuletzt vor sechs Jahren ein illegal geschossener Wolf gefunden. Dieser Fall ereignete sich ebenfalls im Landkreis Jerichower Land“, so Annette Leipelt, NABU-Landesgeschäftsführerin Sachsen-Anhalt. Seit 2000 wurden in Deutschland insgesamt 19 illegal erschossene Wölfe gefunden. Bei weiteren vier Tieren, die an einer natürlichen Todesursache starben, wurden bei der Autopsie ausgeheilte Schussverletzungen entdeckt. Bis heute ist es nur in einem Fall aus dem Jahr 2012 in Hachenburg (Rheinland Pfalz) zu einer rechtskräftigen Verurteilung gekommen. Damals hatte sich der Täter freiwillig gestellt.

„Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist der Wolf eine streng geschützte Tierart. Seine illegale Tötung kann mit bis zu fünf Jahren Haft und 50.000 Euro Geldstrafe geahndet werden“, so NABU-Wolfsexperte Markus Bathen.

Der NABU ist angesichts der europaweiten Erfahrung und aus 15 Jahren Erfahrungen und Beobachtungen nach Rückkehr der Wölfe in Deutschland der Überzeugung, dass Menschen, Nutztiere und Wölfe als Nachbarn zusammen leben können. Mit seinem Projekt „Willkommen Wolf!“ unterstützt er seit 2005 die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland.
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