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Samstag, 21. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
Auf dem Mundenhof wird die PrĂ€rieanlage vergrĂ¶ĂŸert
Da freuen sich nicht nur die Bisons: Auf dem MundenhofgelÀnde
wird ein nÀchster Entwicklungsschritt eingeleitet. Neben den
Tierarten soll sich zumindest in Teilbereichen auch die Vegetation
an dem Thema der LĂ€nder und Kontinente orientieren. Daher
wurde vor sechs Jahren der Versuch unternommen, eine
nordamerikanische PrÀrie anzulegen. Dieser Versuch ist mehr als
geglĂŒckt: Die gegen Trockenheit resistenten Stauden und GrĂ€ser
haben sich auf dem durchlÀssigen Schotterboden gut etabliert.
„Die BlĂŒtenpracht der Stauden sowie die winterlichen Farben der
GrÀser bereichern das Landschaftsbild des Tiergeheges um ein
weiteres“, freut sich UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik. Im
FrĂŒhjahr 2018 soll die bestehende, rund 270 Quadratmeter große
PrÀrieflÀche auf etwa 1000 Quadratmeter erweitert werden.

Die PrĂ€rie, abgeleitet vom Französischen „prairie“, was mit
„Wiese“ oder „Weide“ ĂŒbersetzt werden kann, ist der
nordamerikanische Anteil der Steppenzone der Erde. Sie umfasst
die Great Plains sowie die westliche GolfkĂŒstenebene.
Kennzeichnend fĂŒr diese Weidelandschaft ist ihre Baumarmut
sowie ihr geringer Gras- und Strauchbewuchs. Die begrenzte
Vegetation geht auf die kontinentale Lage, den Regenschatten der
Rocky Mountains und die damit verbundenen trockenen
Klimabedingungen (Wassermangel) zurĂŒck.

Vor der Besiedlung durch Euroamerikaner lebten hier vor allem
riesige Herden von Bisons und Gabelböcken sowie
Schwarzschwanz-PrÀriehunde. Durch die Ausbreitung des von
den Spaniern eingefĂŒhrten Pferdes vom Beginn des 17. bis Ende
des 18. Jahrhunderts entwickelten sich die Kulturen der PrÀrieIndianer,
deren Grundsicherung in erster Linie von Bison und
Pferd abhÀngig war. Mittlerweile werden die FlÀchen der
ursprĂŒnglichen PrĂ€rie hauptsĂ€chlich landwirtschaftlich genutzt.

Die gut an die Bedingungen der PrÀrie angepassten Bisons
wurden im 19. Jahrhundert durch weiße Siedler und das MilitĂ€r bis
auf wenige Reste systematisch ausgerottet. Von den ursprĂŒnglich
Millionen Tieren lebten 1894 in ganz Nordamerika noch rund
achthundert Exemplare. Ihre Zahl fiel bis zum Tiefststand 1902 auf
nur noch dreiundzwanzig. Zwischen 1992 und 1996 etablierten
verschiedene IndianerstĂ€mme etwa fĂŒnfzehn neue Bisonherden
mit einer Vervierfachung des Bestandes auf Indianerreservaten
und dank intensiver Schutzmaßnahmen gibt es heute im Mittleren
Westen der USA wieder Bisons im sechsstelligen Bereich.

Der Mundenhof im Westen von Freiburg ist mit seinen
ausgedehnten FlĂ€chen und einer GesamtgrĂ¶ĂŸe von 38 Hektar
zwar das grĂ¶ĂŸte Tiergehege Baden-WĂŒrttembergs, dennoch
unterschiedet er sich stark von einem klassischen Zoo: Auf dieser
FlÀche werden etwa rund dreihundert Tiere beherbergt. Dabei liegt
der Schwerpunkt des Mundenhof-Konzepts auf der Haltung von
Haus- und Nutztierarten aus aller Welt. Esel, Pferd, Schaf, Ziege,
Kuh, Kamel und Co. haben daher entsprechend große Gehege
und viel Platz. Außerdem sind die Tiere nicht in einzelnen
Gehegen untergebracht, sondern mit ihren Kollegen aus dem
jeweiligen Heimatgebiet dem sie angehören. So sind Yak und
Kaschmirziege im tibetischen Hochlandgehege beheimatet, Lamas
und Nandus dagegen im SĂŒdamerikabereich. Nordamerika
reprÀsentieren kleine Indianerpferde, Pintos genannt, und im extra
Gehege direkt nebenan die imposanten Bisons.

Die Idee war nun, in nÀchster NÀhe zu den Bisons eine
HochgrasprÀrie anzulegen. Die ausgewÀhlte FlÀche war Teil der
Freiburger Rieselfelder, die ĂŒber Jahrzehnte mit den AbwĂ€ssern
aus der Stadt beschickt wurde. Seit GrĂŒndung des Mundenhofs
1968 ist sie jedoch nicht mehr berieselt worden. Dennoch haben
die kieshaltigen Böden durch ihre Geschichte noch immer einen
hohen Stickstoff- und Phosphatgehalt. Der pH-Wert des Bodens
liegt bei etwa 5,8.

Im November 2011 wurde die rund 270 Quadrat metergroße
FlĂ€che fĂŒr die Aussaat vorbereitet. Dazu wurde der Oberboden abund
dreißig Zentimeter Sand aufgetragen, bepflanzt und besĂ€t.
Anschließend kam eine Mulchschicht aus Stroh darĂŒber. Nun war
Abwarten und Tee trinken angesagt, ob sich all die MĂŒhe gelohnt
hat. Sie hat: Ab MĂ€rz 2012 lugten erste kleine Keimlinge aus dem
Boden, die nach und nach mehr wurden. Und schon drei Monate
spĂ€ter, im Juni, zeigten sich erste BlĂŒten von Dreimasterblumen,
SonnenhĂŒten und vor allem einjĂ€hrige Rudbeckien, die die
gesamte FlĂ€che in ein gelbes BlĂŒtenmeer tauchten. Die Pflanzen
und Samen stammten aus dem Schau- und Sichtungsgarten
Weinheim.

Auch im Laufe der folgenden Jahre keimten weitere Arten. „Das ist
fĂŒr den Mundenhof ein weiterer Erfolg“, freut sich UmweltbĂŒrgermeisterin
Gerda Stuchlik, „Arten, denen die VerhĂ€ltnisse zu
trocken waren, sind zwar wieder verschwunden. Aber insgesamt
hat sich eine stabile HochgrasprĂ€rie entwickelt.“ Was vor sechs
Jahren als Versuch begann, hat sich als Erfolg herausgestellt und
so wird im FrĂŒhjahr 2018 die bestehende PrĂ€rieanlage auf rund
tausend Quadratmeter vergrĂ¶ĂŸert werden.

Derzeit leben sieben nordamerikanische Bisons im Tiergehege:
ein Bulle, vier KĂŒhe und zwei KĂ€lber. Meistens stehen oder liegen
sie auf der grĂŒnen Wiese. Doch wer öfters auf den Mundenhof
kommt, hat sie sicher schon in Aktion erlebt – was sehr imposant
ist – denn dann rennen sie voller Kraft ĂŒber ihr GelĂ€nde. Hier zeigt
sich, dass sie durchaus nicht die niedlichen Tierchen sind, fĂŒr die
sie viele Besucherinnen und Besucher halten. Im Gegenteil: Die
Bisons gehören zu den gefÀhrlichsten Tieren, die auf dem
Mundenhof leben und sollten daher absolut nicht gestreichelt
werden. FĂŒttern ist ohnehin verboten.

Die PrÀrieanlage ist ein gemeinsames Projekt der FreiburgMadison-Gesellschaft
mit dem Sister-City-Comitee und dem TierNatur-Erlebnispark
Mundenhof. Anlass dazu ist die StÀdtepartnerschaft
Freiburg-Madison, die im Jahr 2018 ihr 30-jÀhriges
Bestehen feiert.

Mit der VergrĂ¶ĂŸerung der PrĂ€rieanlage wird das Tiergehege eine
weitere Attraktion bekommen, die gut in das Mundenhof-Konzept
passt. SpÀtestens zur Eröffnung im Herbst 2018 wird durch die
bestehende PrÀrie ein Weg angelegt sein, so dass die Besucher
durch das mannshohe Gras laufen, und die nordamerikanische
PrÀrie hier in Freiburg erleben können. Ein weiterer Schritt wÀre,
dass auch auf der Bisonweide PrÀriepflanzen wachsen.
 
 

 
"NABU macht Meer"
Segeltour macht Halt in Kiel

NABU: Die HĂ€lfte fĂŒr die Natur – 50 Prozent der deutschen Meeresschutzgebiete mĂŒssen nutzungsfrei bleiben

Schweinswale, Rochen und Seevögel brauchen sichere LebensrÀume


Um auf die bedrohte Vielfalt in den heimischen Meeren aufmerksam zu machen, ist der NABU unterwegs auf einer zehntĂ€gigen Segelreise durch die Nord- und Ostsee. Zur Halbzeit der „NABU macht Meer-Tour“ machte die Crew des Traditionsseglers „Ryvar“ am heutigen Samstag in Kiel fest. Dort stand die Debatte um die Zukunft der deutschen Meeresschutzgebiete im Mittelpunkt. „Mindestens 50 Prozent der FlĂ€che der ausgewiesenen Meeresschutzgebiete Deutschlands mĂŒssen der Natur vorbehalten sein. Sonst können wir den zunehmenden Verlust der Artenvielfalt nicht stoppen. Es ist unertrĂ€glich, dass dort wo Schweinswale, Rochen und seltene Seevögel eine sichere Zuflucht finden sollen, tausende Schiffe fahren, Rohstoffe abgebaut und mit Grundschleppnetzen und Stellnetzen gefischt werden darf“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Bei einer öffentlichen Podiumsdiskussion vor dem Kieler Landtag diskutierte der NABU mit dem StaatssekretĂ€r des Bundesumweltministeriums Jochen Flasbarth und Vertretern des Landesumweltministeriums und des Deutschen-Segler-Verbands.

Etwa 45 Prozent der deutschen Nord- und Ostsee stehen unter dem Schutz von Natura 2000. Dazu zĂ€hlen die Meeresschutzgebiete nach Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutz-Richtlinie. Doch bis heute stehen viele der bereits vor mehr als zehn Jahren ausgewiesenen FlĂ€chen nicht unter rechtlich-verbindlichem Schutz und haben kein regulierendes Management, welches die Artenvielfalt wirklich sichert. „Es ist traurig, dass erst ein Blauer Brief und ein Vertragsverletzungsverfahren aus BrĂŒssel dazu fĂŒhren, dass Bewegung in die Umsetzung des marinen Natura-2000-Netzwerkes kommt. Wir haben viel Zeit verloren und immer wieder blockieren sektorale Wirtschaftsinteressen und einzelne Ministerien dringend notwendige Meeresschutzmaßnahmen“, kritisierte Kim Detloff, NABU-Meeresschutzexperte. Nach aktueller Roter Liste gelten ein Drittel der Arten und LebensrĂ€ume in Nord- und Ostsee als gefĂ€hrdet.

Neben der Diskussion um die Zukunft der Meeresschutzgebiete ging aus Kiel ein weiteres Signal zum Schutz von Nord- und Ostsee aus. In einem Schiffskorso segelten Aktive des Deutschen-Segler-Verbands, des Deutschen Kanu-Verbands und des Verbands Deutscher Sporttaucher gemeinsam mit dem NABU und der „Ryvar“ am Kieler Landtag ein. Das Bild steht fĂŒr das Engagement der VerbĂ€nde gegen die zunehmende VermĂŒllung der Meere, FlĂŒsse und Seen. Auf der gemeinsamen Internetplattform www.gewĂ€sserretter.de können MĂŒllfunde gemeldet, Reinigungsaktionen organisiert und nĂŒtzliche Tipps zur MĂŒllvermeidung abgerufen werden.
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Windpark Butendiek vertreibt Stern- und Prachttaucher
NABU: Streng geschĂŒtzten Seevögeln gehen 20 Prozent des Vogelschutzgebiets westlich von Sylt verloren

Der Offshore-Windpark Butendiek stellt einen massiven Eingriff in den Lebensraum seltener Pracht- und Seetaucher dar. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse des wissenschaftlichen Begleitmonitorings im Sylter Außenriff, das der Windparktbetreiber wpd durchfĂŒhren muss. Die Daten bestĂ€tigen die BefĂŒrchtungen des NABU, dass der Offshore-Windpark bedrohte Vogelarten aus ihrem Schutzgebiet in der deutschen Nordsee vertreibt. „Jetzt zeigt sich, dass durch Butendiek bis zu 20 Prozent des Schutzgebiets fĂŒr die Vögel unbrauchbar werden. Damit liegt ein klarer Verstoß gegen europĂ€isches und nationales Naturschutzrecht vor. Die verantwortlichen Behörden, das Bundesamt fĂŒr Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und das Bundesamt fĂŒr Naturschutz (BfN), mĂŒssen sofort handeln“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Die vom BSH und wpd zur VerfĂŒgung gestellten Daten wurden im Rahmen der „NABU macht Meer-Tour“ bei einem FachgesprĂ€ch am Montagnachmittag in Husum vor Gutachtern, NaturschĂŒtzern und Wissenschaftlern und der Windenergiebranche vorgestellt. Danach werden seltene Seetaucherarten in einem Umkreis von 2,5 Kilometern um die Windenergieanlagen vollstĂ€ndig vertrieben. Bis in ĂŒber zehn Kilometer Entfernung wurden drastisch weniger Vögel gezĂ€hlt als bei frĂŒheren Beobachtungen. Damit gehen den Vögeln etwa 600 Quadratkilometer ihres RĂŒckzugsraums verloren, das entspricht knapp 20 Prozent des fĂŒr sie ausgewiesenen Schutzgebiets. Das gleiche Bild ergibt sich fĂŒr Zwergmöwen, Trottellummen und Tordalken. Im Zusammenspiel mit weiteren an das Vogelschutzgebiet angrenzenden Windparks kommt es durch Butendiek zu großflĂ€chigen Verschiebungen der VogelbestĂ€nde in der deutschen Nordsee.

„Wir sind froh, dass dem NABU nach monatelangem Tauziehen die Daten zur VerfĂŒgung gestellt wurden und wir die fachliche Debatte um die Auswirkungen der Windkraft in sensiblen Gebieten beginnen können. Die Daten bestĂ€tigen den NABU darin, die Umweltschadensklage gegen den Offshore-Windpark Butendiek fortzufĂŒhren“, so NABU-Meeresschutzexperte Kim Detloff. Die Klage am Oberverwaltungsgericht MĂŒnster befindet sich derzeit in der zweiten Instanz.

Im Husumer FachgesprĂ€ch wurde deutlich, dass mehr Dialog zwischen den verschiedenen Interessengruppen notwendig und gewĂŒnscht ist und zeigte, dass ein Defizit beim Austausch wichtiger Umweltdaten besteht. Deutlich wurde auch, dass es sehr schwer werden wird, den nachgewiesenen Umweltschaden im Vogelschutzgebiet zu kompensieren. Dabei reichte die Diskussion von einer Anpassung der Schutzgebietsgrenzen, ĂŒber den Ausschluss von Fischerei und Schifffahrt bis zum TeilrĂŒckbau der Windenergieanlagen.
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Besser weiden im Kappler Tal
Umweltschutzamt setzt sich fĂŒr artenreiche Allmendweiden im BiosphĂ€rengebiet ein

Landwirt bewirtschaftet schĂŒtzenswertes Kulturgut im Kappler Tal

FĂŒr den Erhalt eines einzigartigen Natur- und Kulturguts vor den
Toren Freiburgs setzen sich das Umweltschutzamt Freiburg, der
Landwirt Andreas Steiert aus Kappel und die Ortsverwaltung
Kappel ein. Landwirt Steiert konnte fĂŒr die Idee gewonnen werden,
eine rund 21 Hektar große Weide im Kappler Großtal langfristig mit
seinen Rindern zu beweiden. „Allmendweiden sind das
Alleinstellungsmerkmal des vor wenigen Wochen mit dem
UNESCO-Siegel ausgezeichneten BiosphÀrengebiets
Schwarzwald“, sagt UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik. „Mit
UnterstĂŒtzung von Landwirt Steiert kann der Artenreichtum an
Pflanzen und Tierarten der Weiden sowie das einzigartige
Landschaftsbild erhalten bleiben.“

Allmendweiden sind großflĂ€chige Almen in Hochlagen, die einst von
mehreren Bauern gemeinschaftlich genutzt wurden. In großen
Herden trieben die Landwirte der Umgebung ihr Vieh – meist
traditionelle Rinderrassen wie das HinterwÀlder-Rind und das
VorderwĂ€lder-Rind – auf die Weiden. Diese naturnahe
Bewirtschaftung hat dazu gefĂŒhrt, dass ein Terrain entstanden ist,
das sich durch eine große Arten- und Lebensraumvielfalt sowie
einzigartige Landschaftsbilder auszeichnet. Hier wachsen seltene
KrÀuter- und Grasarten wie Orchideen oder Borstgras sowie die
Weidbuchen, die mit ihren breiten Kronen und teils mehreren
StĂ€mmen sofort ins Auge springen. Ihre eigentĂŒmliche,
verschnörkelte Form verdanken sie den Rindern, weil sie gerne die
BlÀtter und jungen Triebe der wachsenden Buchen fressen
(Verbiss). Ab einer gewissen Breite des Gehölzes schafft es der
Leittrieb aber,
außerhalb der Reichweite der RindermĂ€uler in die Höhe zu
wachsen.

Wegen ihrer Artenvielfalt und ihrer landschaftsprÀgenden Struktur
gelten Allmendweiden als besonders schĂŒtzenswert. Unter den
gegenwÀrtigen Bedingungen lohnt die Bewirtschaftung aus
wirtschaftlicher Sicht aber kaum noch und die Weidfelder wachsen
langsam mit Gehölzen zu. Deshalb ist es eine Herausforderung, die
Allmenden nachhaltig zu nutzen und in ihrer Eigenart und Vielfalt
dauerhaft zu erhalten. In Kappel wirtschaftet Andreas Steiert noch
als einziger Haupterwerbslandwirt, der mit seinen Tieren die
AllmendflÀchen beweidet. Ganz im Sinne der Allmende bringt aber
auch ein weiterer Nebenerwerbslandwirt nun seine Tiere wieder auf
die Weide.

Dank der Lage der Allmendweiden im BiosphÀrengebiet ist es dem
Umweltschutzamt gelungen fĂŒr das Kappler Tal eine finanzielle
Förderung ĂŒber die Landschaftspflegerichtlinien des Landes BadenWĂŒrttemberg
zu organisieren. Somit ist die Beweidung der FlÀchen
fĂŒr den Landwirt wieder wirtschaftlich attraktiv. Das entspricht auch
dem Konzept des Umweltschutzamtes fĂŒr das Kappler Tal, das seit
2002 umgesetzt wird. Ziel ist es die FlÀchen nicht zuwachsen zu
lassen sondern als offene Wiesen zu erhalten.

„Allmendweiden sind eine schĂŒtzenswerte RaritĂ€t, seitdem sich die
Landwirtschaft in den Steillagen der Mittelgebirge zurĂŒckgezogen,
die Nutzung verĂ€ndert sowie die biologische Vielfalt zurĂŒckgebildet
hat“, erklĂ€rt Harald Schaich, der Leiter der Abteilung Naturschutz im
Freiburger Umweltschutzamt. Das Umweltschutzamt hat sich fĂŒr
dieses nachhaltige Nutzungskonzept entschieden, weil man
ĂŒberzeugt ist, dass sich die Zusammenarbeit mit ansĂ€ssigen
Landwirten fĂŒr die Landwirtschaft, den Naturschutz sowie die
Bewohner und Naherholungssuchenden im Kappler Tal gleichwohl
lohnen wird.

FĂŒr den Landwirt Andreas Steiert gehören Allmendweiden zur
Tradition der Landwirte im Schwarzwald und zur Kulturlandschaft,
die diese Region prÀgt. Aus dieser Motivation heraus macht er bei
dem Projekt mit. Damit das Konzept dauerhaft trage, sind fĂŒr ihn
aber auch die Verbraucher gefragt, regionale Produkte zu kaufen
und hierfĂŒr einen fairen Preis zu zahlen.

Das 63.000 Hektar umfassende BiosphĂ€rengebiet SĂŒdschwarzwald
wurde vor wenigen Wochen offiziell von der UNESCO anerkannt
und in das weltweite Netz der BiosphÀrenreservate aufgenommen.
Es erstreckt sich ĂŒber achtundzwanzig Gemeinden in den
Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach und WaldshutTiengen
und einen Teil der Stadt Freiburg. Die Höhenunterschiede
in dem Gebiet reichen von 310 bis 1.420 Meter – das ist der grĂ¶ĂŸte
Höhenunterschied einer Mittelgebirgslandschaft in Deutschland.

Die Stadt Freiburg liegt mit der gesamten Gemarkung FreiburgKappel
und dem Stadtwalddistrikt Schauinsland im BiosphÀrengebiet.
Mit den ĂŒber 50 Hektar AllmendflĂ€chen im Kappler Großtal
und auf der HolzschlÀgermatte am Schauinsland trÀgt die Stadt
zum Erhalt des UNESCO-BiosphĂ€rengebietes bei, das ĂŒber die
Grenzen Europas hinaus bekannt ist.
 
 

 
Keiner macht weniger MĂŒll im Land
Freiburg ist Spitzenreiter. Zumindest wenn es um die
MĂŒllvermeidung geht. Mit einer Abfallmenge von 109
Kilogramm Rest- und SperrmĂŒll pro Person liegt die Stadt an
erster Stelle unter den kreisfreien GroßstĂ€dten in BadenWĂŒrttemberg.
Damit produzieren die Freiburgerinnen und
Freiburger 32 Kilogramm weniger Abfall als ihre
MitbĂŒrgerinnen und MitbĂŒrger im Land. Der Mittelwert in
Baden-WĂŒrttemberg liegt bei 141 Kilogramm pro Person und
somit um 29 Prozent höher.

Diese Zahlen veröffentlichte das baden-wĂŒrttembergische
Umweltministerium Baden-WĂŒrttemberg Ende Juli.
UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik zeigt sich erfreut ĂŒber
das erneut gute Ergebnis und sieht darin eine BestÀtigung des
Freiburger AbfallgebĂŒhrensystems, bei dem sich die Kosten
nach HaushaltsgrĂ¶ĂŸe und RestmĂŒllmenge richten und damit
Abfallvermeidung belohnt wird. „Nicht zuletzt ist dies auch ein
großer Erfolg der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, denen ich dafĂŒr
danken möchte“, betont Stuchlik.


Ein fester Bestandteil des Freiburger
Abfallwirtschaftskonzeptes ist die separate Erfassung und
Verwertung von BioabfÀllen. Die bundesweite Pflicht besteht
nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz erst seit dem 1. Januar
2015. Die Freiburger Haushalte sammeln diese werthaltigen
organischen AbfÀlle bereits seit 1997! Rund 15.250 Tonnen
BioabfÀlle wurden 2016 in der BioabfallvergÀrungsanlage
Reterra angeliefert und konnten energetisch genutzt und zu
Kompost weiterverarbeitet werden. Mit einer Pro-Kopf-Menge
von 67 Kilogramm rangiert Freiburg damit ebenfalls auf dem
ersten Tabellenplatz unter den kreisfreien GroßstĂ€dten und
sammelte pro Kopf 37 Prozent mehr Bioabfall als der
Landesdurchschnitt. Das Land will die Sammelmenge bis
2020 auf jÀhrlich 60 Kilogramm pro Einwohner steigern -
Freiburg erfĂŒllt dieses Ziel bereits seit vielen Jahren.

Mit insgesamt 19.625 Tonnen Altpapier sammeln die
Freiburgerinnen und Freiburger in 2016 wie im Vorjahr pro
Kopf 87 Kilogramm und somit rund 10 Prozent mehr als der
Landesdurchschnitt. Die Altglasmenge rangiert mit 6.518
Tonnen und 29 Kilogramm pro Einwohner ebenfalls rund 11
Prozent ĂŒber dem Durchschnitt in Baden-WĂŒrttemberg.

ZusÀtzlich stehen den Freiburgern drei stÀdtische
Recyclinghöfe, ein Netz von Altglas- und
GrĂŒnschnittcontainern und die seit 2014 im Stadtgebiet
aufgestellten Wertstoffinseln zur VerfĂŒgung. Hier können
neben Altglas und Altkleidern auch ElektrokleingerÀte und
Eisenschrott haushaltsnah abgegeben werden. Diese
dezentralen Entsorgungsmöglichkeiten erleichtern den
BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern die Abfalltrennung und fĂŒhren noch
mehr verwertbaren Abfall in den Wertstoffkreislauf zurĂŒck.
 
 

 
"NABU macht Meer" - Segeltour in WarnemĂŒnde gestartet
NABU: Meere schĂŒtzen, Vielfalt erhalten

Zehn Tage mit NaturschĂŒtzern und Wissenschaftlern auf Nord- und Ostsee

WarnemĂŒnde/Berlin – Um auf die bedrohte Vielfalt in den heimischen Meeren aufmerksam zu machen, hat der NABU heute in WarnemĂŒnde eine zehntĂ€gige Segeltour gestartet. Unter dem Motto „NABU macht Meer“ segeln Meeresschutzexperten mit dem Zweimaster „Ryvar“ von WarnemĂŒnde bis Hamburg. „Vor unserer HaustĂŒr liegen zwei außergewöhnliche, faszinierende Meere. Doch beide sind nicht gesund und wir beobachten einen zunehmenden Konflikt zwischen den Naturschutzverpflichtungen und Wirtschaftsinteressen. Es liegt in unser aller Verantwortung, hier Lösungen zu finden. Dazu wollen wir als NABU ein Zeichen setzen“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Entlang der Route gibt es verschiedene Presseaktionen, Projektbesuche, Diskussionsveranstaltungen und sogar Kino auf dem Großsegel. Mit an Bord sind Wissenschaftler, die Untersuchungen zu den Themenbereichen Mikroplastik, Unterwasserschall und Schiffsemissionen durchfĂŒhren.

Nord- und Ostsee beherbergen eine vielen Menschen völlig unbekannte Artenvielfalt. Hier leben Schweinswale und Robben, Seepferdchen und Rochen, hier gibt es ausgedehnte Riffe und WĂ€lder aus Seegras. Doch diese Vielfalt ist bedroht. Nach aktueller Roter Liste gelten ein Drittel der Arten und LebensrĂ€ume als gefĂ€hrdet. „Unsere Meere brauchen endlich ausreichend Schutz. Anfangen mĂŒssen wir mit den bereits ausgewiesenen Schutzgebieten. Der NABU fordert, dass mindestens 50 Prozent der Meeresschutzgebiete der Natur vorbehalten sind und schĂ€dliche AktivitĂ€ten wie Grundschleppnetze oder Rohstoffabbau darin verboten werden“, sagte Kim Detloff, NABU-Meeresschutzexperte.

Auch in den KĂŒstengewĂ€ssern Mecklenburg-Vorpommerns steigt die Zahl an Konflikten, so beim Bau von Offshore-Windparks oder der geplanten zweiten Trasse der Gaspipeline Nord Stream 2. „Das Projekt ist fĂŒr uns eine naturschutzfachliche wie energiepolitische Sackgasse. Die 1200 Kilometer lange Trasse durch die halbe Ostsee schneidet fĂŒnf deutsche Vogelschutz- und FFH-Gebiete. Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns will ökologische Kleinode opfern und verkennt dabei die energiepolitische Bedarfslage“, sagte Stefan Schwill, NABU-Landesvorsitzender in Mecklenburg Vorpommern. FĂŒr das Projekt Nord Stream 2 soll der Meeresboden aufgebaggert werden, was große Mengen von Schad- und NĂ€hrstoffen freisetzen und Seegraswiesen und MuschelbĂ€nke mit Sedimenten ĂŒberdecken wĂŒrde. Der entstehende LĂ€rm wird bedrohte Schweinswale und seltene Seevögel vertreiben. Nord Stream 2 muss nach Meinung des NABU gestoppt werden.

Hintergrund

Der NABU hat in den letzten Jahren verschiedene Meeresschutzprojekte ins Leben gerufen, die bei der Segeltour vorgestellt werden. Beim „Fishing for Litter“-Projekt arbeitet der NABU in 15 HĂ€fen mit 150 Fischern zusammen, um AbfĂ€lle aus Nord- und Ostsee zu bergen. Mit dem Verband Deutscher Sporttaucher, dem Deutschen Segler-Verband und dem Deutschen Kanu-Verband hat der NABU das Internetportal www.gewĂ€sserretter.de gestartet. Hier können MĂŒllfunde gemeldet und Reinigungsaktionen organisiert werden. DarĂŒber hinaus engagiert sich der NABU in Forschungsprojekten zu umweltschonenden FischereigerĂ€ten und tritt fĂŒr einen umweltvertrĂ€glichen Ausbau der Offshore-Windkraft ein.
 
 

NABU: Keine Angst vor FledermÀusen in der Wohnung
Zwergfledermaus / Foto: NABU/NelumboArt/Stefanie Gendera
 
NABU: Keine Angst vor FledermÀusen in der Wohnung
Auf der „Batnight 2017“ fledertierisches Wissen auffrischen

Berlin – Bei den meisten Menschen ist der Schreck groß, wenn sie abends nach Hause kommen und in den VorhĂ€ngen hĂ€ngt eine Fledermaus, die dann auch noch durch die Wohnung fliegt. Mit der Frage „Was nun?“ wenden sich viele Betroffene an das NABU-Fledermaustelefon. „Das ist kein Grund zur Panik. Die Tiere haben keine blutrĂŒnstigen Absichten, sondern verirren sich lediglich auf der Suche nach neuen Quartieren. Viele Menschen wissen nicht, dass FledermĂ€use im Jahresverlauf eine Vielzahl an Quartieren benötigen, beispielsweise Winterquartiere, Sommer- und Tagesquartiere sowie Zwischenquartiere im FrĂŒhjahr und Herbst “, so NABU-Fledermausexperte Sebastian Kolberg. In der AbenddĂ€mmerung fliegen die Tiere in der Regel von alleine wieder hinaus, wenn man die Fenster weit öffnet, die VorhĂ€nge beiseite zieht und die ZimmertĂŒren schließt.
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Bleichheim: Hochsommer im Garten der HerrenmĂŒhle

In ĂŒppiger FĂŒlle prĂ€sentiert sich der Garten von Hansjörg Haas im August.

Der Garten der HerrenmĂŒhle Bleichheim steht in voller BlĂŒte, Sommerstauden, GrĂ€ser und Hortensien bestimmen das Bild. Aber auch die Exoten in Töpfen und KĂŒbeln zeigen sich in Hochform und bieten Anregungen fĂŒr den eigenen Garten. Die schattigen SitzplĂ€tze bieten beste Voraussetzungen fĂŒr einen „Kurzurlaub“.
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