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Samstag, 21. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
Winterliche Bilanz der Rad-ZĂ€hlstellen
Rad-ZĂ€hl-Display an der WiwilibrĂŒcke liegt immer noch vorne

Seit 2012 zĂ€hlt das Rad-ZĂ€hl-Display an der WiwilibrĂŒcke
und ermittelt immer höhere Werte. Vermutlich wegen der
Sperrung des Dreisamradwegs FR1 an der KronenbrĂŒcke
wurden die bisherigen Rekorde seit Mitte 2015 nochmals
ĂŒbertroffen: Im ganzen Jahr 2015 wurden hier ĂŒber 3,2
Millionen Radfahrende gezÀhlt, im Durchschnitt 8.900 am
Tag, am Spitzentag Mitte Juli sogar 15.259.

Und es geht weiter aufwÀrts: Dank des moderaten Winters
wurden von Januar bis MĂ€rz mit jeweils 200.0000 Radlern
pro Monat schon wieder mehr sieben Prozent Radfahrende
auf der WiwilibrĂŒcke gezĂ€hlt als im gleichen Quartal des
Vorjahres.

Ende 2014 hat das Garten- und Tiefbauamt (GuT) drei
weitere ZĂ€hlstellen installiert, hier aber ohne AnzeigeDisplay.
Die Induktionsschleifen liegen auf den drei
Pilotrouten des Rad-Vorrang-Netzes: An der Dreisam (FR1)
am westlichen Anfang der Hindenburgstraße, an der
GĂŒterbahn (FR2) zwischen Ferdinand-Weiß-Straße und
GĂŒterbahnbrĂŒcke sowie auf der geplanten Route ZĂ€hringenStĂŒhlinger-Vauban
(FR3) in der Eschholzstraße Höhe
Egonstraße.

Die Radler auf dem immer weiter ausgebauten FR1 machen
denen auf der WiwilibrĂŒcke fast Konkurrenz: In der
Hindenburgstraße wurden im Jahr 2015 knapp 2,6 Millionen
FahrrĂ€der gezĂ€hlt. Im Durchschnitt waren hier tĂ€glich ĂŒber
7.000 Radler unterwegs (maximal 13.900). Morgens frĂŒh
zwischen 6 und 7 Uhr ĂŒberholen die frĂŒhen SchĂŒler und
Pendler an der Dreisam sogar die Radler auf der
WiwilibrĂŒcke. Und am Sonntag kommen die Sport- und
Freizeitradler an der Dreisam deutlich nÀher an die
WiwilibrĂŒcke heran. Bei Heimspielen des Freiburger SC wird
die WiwilibrĂŒcke dann auch mal in den Schatten gestellt: Hier
sind dann kurz nach dem Spiel schon mal 30 Radler pro
Minute unterwegs.

In Nord-SĂŒd-Richtung durch Freiburg verlĂ€uft der
GĂŒterbahnradweg FR2, den das GuT seit Jahren immer
weiter ausbaut. So wird er zunehmend fĂŒr die grĂ¶ĂŸeren
Strecken quer durch die Stadt attraktiv. Im Jahr 2015
passierten hier rund 617.000 FahrrÀder die ZÀhlstelle, im
Durchschnitt waren es knapp 1.700, am stÀrksten Tag Ende
Juni 3.132 Radler.

Über die parallel fĂŒhrende Eschholzstraße fuhren im Jahr
2015 etwas ĂŒber 1 Million Menschen mit dem Rad. Das GuT
hat die Straße im Bereich StĂŒhlinger zwischen 2007 und
2009 mit komfortablen Radstreifen versehen, den Abschnitt
sĂŒdlich der Dreisam im Jahr 2014. Derzeit fahren hier
durchschnittlich rund 2.750 Radlerinnen und Radler am Tag,
maximal an einem Tag bislang Anfang Juli 4.829.

ZĂ€hlt man alle vier ZĂ€hlstellen zusammen - was nicht ganz
korrekt ist, manche Radfahrende fahren ja an mehreren
ZĂ€hlstellen vorbei - , kommt man allein hier im Jahr 2015 auf
zusammen fast 7,5 Millionen Fahrten mit dem Rad. WĂŒrden
diese mit dem Auto zurĂŒckgelegt, gĂ€be es nicht nur viel mehr
Staus und weniger freie ParkplÀtze, sondern auch rund
4.000 Tonnen mehr CO2 in der AtmosphÀre.
 
 

 
Karlsruhe: BreitgefÀchertes Angebot bei der WaldpÀdagogik
Waldrallye, Entdeckertag und Fotoausstellung locken im April

Familien mit Kindern ab acht Jahren erwartet am Samstag, 16. April, von 10.30 bis 12.30 Uhr eine echte Herausforderung: Nur mit EmpfĂ€nger, Kompass und Karte ausgerĂŒstet, mĂŒssen sie innerhalb von zwei Stunden im Wald versteckte Peilsender finden. Die Teilnahme an dieser Rallye, die moderne Technik mit hautnahmem Naturerlebnis verbindet, kostet fĂŒnf Euro pro Familie und ist nur nach Anmeldung unter der Telefonnummer 0721/133-7354 oder per E-Mail an waldpaedagogik@fa.karlsruhe.de möglich.

Gratis hingegen ist die Teilnahme am Entdeckertag am Waldklassenzimmer. Neugierige jedweden Alters können ohne vorherige Anmeldung am Sonntag, 17. April, zwischen 13 und 17 Uhr beobachten, forschen und spielen. Zeitgleich gibt es Gelegenheit, in der Holzwerkstatt zu schnitzen. Das Angebot kostet inklusive Material zehn Euro oder, fĂŒr einen Erwachsenen und ein Kind, 15 Euro. DarĂŒber hinaus kann im benachbarten Waldzentrum von 14 bis 17 Uhr die Ausstellung "Lubliner WĂ€lder" mit Fotos von Wieslaw Lipiec besucht werden.
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Vielfalt genießen!
4. ProSpecieRara-Setzlingsmarkt am 30. April 2016 von 10-15 Uhr
beim Mundenhof (Freiburg)

Am Samstag, 30. April veranstaltet ProSpecieRara einen Setzlingsmarkt am
Mundenhof. Hier bekommt jeder Hobby- und BalkongÀrtner was das Herz begehrt
und was es in keinem Gartencenter gibt: Eine große Auswahl traditioneller
GemĂŒsesorten, die besonders geeignet sind fĂŒr jeden Hausgarten Diese Sorten sind
vor allem auch kulinarisch ein Genuss – sie wurden nicht fĂŒr eine möglichst lange
Lagerung oder eine industrielle Verarbeitung gezĂŒchtet, sondern fĂŒr ihren guten
Geschmack! Besondere KrÀuter und Stauden sowie Saatgut runden das Angebot ab.

Die Pflanzen werden ökologisch produziert und alle Sorten sind samenfest, d.h.
man kann sie selber weiter vermehren. Bei den zumeist im Handel verkauften
Hybridsorten ist das nicht mehr möglich.
Weiterhin kann man sich auf unserem Markt informieren ĂŒber die verschiedenen
Möglichkeiten, selber etwas gegen den Verlust der Kulturpflanzenvielfalt zu
unternehmen. Und fĂŒr Kinder wird es ein besonderes Programm geben!
Außerdem haben wir noch ein kleines Geschenk fĂŒr alle GĂ€rtner und GĂ€rtnerinnen:
Auf der Internetseite von ProSpecieRara kann man sich einen Gutschein fĂŒr einen
Setzling ausdrucken und diesen auf unserem Markt einlösen!


Über ProSpecieRara
ProSpecieRara ist eine gemeinnĂŒtzige Gesellschaft fĂŒr den Erhalt alter
Kulturpflanzen. Mit Hilfe eines Netzwerks aus SortenbetreuerInnen, SchaugÀrten,
GĂ€rtnereien und HĂ€ndlern halten wie die vom Aussterben bedrohten Sorten lebendig
und machen sie wieder fĂŒr alle verfĂŒgbar.
Kontakt


ProSpecieRara, Kaiser-Josef-Str. 250, 79102 Freiburg, www.prospecierara.de
Tel: 0761 / 59 39 00 07, email: iris.foerster@prospecierara.de
Ansprechpartnerin: Iris Förster
 
 

 
Angriff der Windenergie-Lobby auf Artenschutz
NABU entlarvt Lobby-Studie zu Rotmilan und MĂ€usebussard

AnlĂ€sslich der fĂŒr den morgigen Donnerstag angekĂŒndigten Studie „Windenergie und Rotmilan – Ein Scheinproblem“ des Schweizer IngenieurbĂŒros KohleNusbaumer kritisiert der NABU den Versuch von Teilen der Windenergie-Branche, mit unhaltbaren Aussagen den Eindruck zu erwecken, dass ein Konflikt zwischen Windenergie und dem Schutz von Greifvögeln gar nicht existiert.

„Der NABU ist enttĂ€uscht von der mangelnden Bereitschaft von Teilen der Windenergie-Branche, ein real existierendes Artenschutzproblem anzuerkennen und gemeinsam an sinnvollen, von geltendem Recht gedeckten Lösungen fĂŒr eine naturvertrĂ€gliche Energiewende zu arbeiten. Stattdessen hofft man, mit dieser Vogel-Strauß-Taktik einfach weitermachen zu können wie bisher. VerstĂ¶ĂŸe gegen das Artenschutzrecht werden durch Wegdiskutieren des Problems aber nicht geheilt und haben vor Gericht keine Chance“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Greifvögel, wie der weltweit bedrohte und vor allem in Deutschland heimische Rotmilan, gehören zu jenen Arten, die am meisten durch Kollisionen mit WindrĂ€dern gefĂ€hrdet sind. Dieses Problem ist wissenschaftlich hinlĂ€nglich belegt. Es muss, genau wie andere naturschutzfachliche Belange, von der Branche anerkannt und bei der Planung von Vorranggebieten und jedes einzelnen Windrads berĂŒcksichtigt werden. Andernfalls ist der dringend erforderliche naturvertrĂ€gliche Ausbau der Windenergie nicht möglich.

Erst im vergangenen Jahr wurde im sogenannten „HelgolĂ€nder Papier“ der LĂ€nderarbeitsgemeinschaft der staatlichen Vogelschutzwarten der aktuelle Stand der Wissenschaft zur GefĂ€hrdung von Vögeln durch Windkraft an Land zusammengestellt. FĂŒr die betroffenen Arten empfiehlt das Papier fachlich fundierte MindestabstĂ€nde zwischen windkraftsensiblen Vogelvorkommen und Windenergieanlagen. Diese Angaben dienen auch den Gerichten als fachliche Messlatte. Die nun vorgestellte Studie des BĂŒros KohleNusbaumer und andere durch die Windenergiebranche in den letzten Monaten gestreute Dokumente sollen suggerieren, dass die weltweit anerkannte GefĂ€hrdung von Greifvögeln durch Windenergie nicht existiert. So erhofft sich ein Teil der Branche, die Windenergie ausbauen zu können, ohne RĂŒcksicht auf den Artenschutz und in der Praxis bewĂ€hrte Regeln wie das HelgolĂ€nder Papier nehmen zu mĂŒssen.

„Bei nĂ€herer Betrachtung entpuppen sich diese Studien schnell als interessengeleitete Lobby-Papiere. Hier werden selektiv ausgewĂ€hlte Fakten aus nicht vergleichbaren Quellen in irrefĂŒhrender Weise vermengt. So schafft es der Autor beispielsweise, einen deutschlandweit leicht zurĂŒckgehenden Rotmilanbestand in einen dramatischen Bestandsanstieg umzudeuten. Fakt ist allerdings: Der Rotmilan nimmt zwar in der Heimat des Autors, also in der Schweiz, zu. Doch die Schweiz ist auch weitgehend windenergiefrei. In Deutschland hingegen nimmt der Rotmilan nur im bisher windkraftarmen SĂŒdwesten zu, wĂ€hrend seine BestĂ€nde im windkraftreichen Norden und Osten Deutschlands zurĂŒckgehen“, so NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

Eine 2013 im Fachblatt Journal for Nature Conservation veröffentlichte wissenschaftliche Untersuchung berechnete, dass allein im Land Brandenburg jĂ€hrlich vermutlich um die 320 Rotmilane an Windkraftanlagen tödlich verunglĂŒcken. FĂŒr ganz Deutschland muss bei einem aktuellen Brutbestand von 12.000 bis 18.000 Paaren entsprechend von ĂŒber 1.000 TodesfĂ€llen pro Jahr ausgegangen werden. In Regionen mit vielen Windenergieanlagen wird damit bereits heute die Grenze der Belastbarkeit der Population erreicht. Umso wichtiger ist es dafĂŒr zu sorgen, dass neue WindrĂ€der nur dort gebaut werden, wo keine erhöhte Tötungsgefahr besteht.

FĂŒr den wesentlich hĂ€ufigeren MĂ€usebussard ist nach den Ergebnissen einer neuen, vom Bundeswirtschaftsministerium finanzierten Studie sogar mit 10.000 bis 12.500 kollidierten Vögeln pro Jahr zu rechnen. Dies kann in bestimmten Regionen ebenfalls zu einem Zusammenbruch der BestĂ€nde fĂŒhren, wie er beispielsweise in Schleswig-Holstein bereits zu beobachten ist.
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NABU-Zahl des Monats
JĂ€hrlich wird Umwelt mit 3,5 Tonnen giftigem Quecksilber aus Braunkohlekraftwerken vergiftet

Kohleausstieg jetzt verbindlich gestalten

Jedes Jahr gelangen rund 3,5 Tonnen Quecksilber allein durch die Verbrennung von Braunkohle in deutschen Kraftwerken in die Umwelt. Ein Teil des giftigen Schwermetalls landet mit dem Regen in unseren GewĂ€ssern – dort wird die Höchstkonzentration dauerhaft und flĂ€chendeckend um das fĂŒnf-bis 15-fache ĂŒberschritten. Die Vergiftung der Umwelt durch Kohlekraft muss endlich gebremst werden, deshalb ist jetzt ein verbindlicher Plan zum Kohleausstieg notwendig.

Der NABU weist darauf hin, dass es lĂ€ngst technische Möglichkeiten gibt, das giftige Schwermetall aus den Abgasen der Kraftwerke herauszufiltern. Weder Bundesregierung noch EU haben es jedoch bisher geschafft strengere Grenzwerte gegenĂŒber der Kohlelobby durchzusetzen.

Quecksilber ist ein Gift, das schon in geringen Mengen unser Nervensystem schÀdigt. Das Bundesumweltministerium warnt Schwangere und Stillende sogar davor, Fische wie Aal oder Hecht aus heimischen GewÀssern zu essen.
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Spiele von oben | Olympia in Rio de Janeiro
 
Spiele von oben | Olympia in Rio de Janeiro
iz3w - Zeitschrift zwischen Nord und SĂŒd | Ausgabe 353 (MĂ€rz / April 2016)

„Nein danke“ hieß es in Hamburg, als die Bevölkerung ĂŒber die Olympiabewerbung abstimmte. Die EinwohnerInnen von Rio de Janeiro hĂ€tten vielleicht auch dankend abgelehnt, wenn sie gefragt worden wĂ€ren. Die olympischen Sommerspiele 2016 werden in Rio stattfinden, aber wie schon die MĂ€nner-Fußball-WM nicht auf allgemeine Zustimmung stoßen.

Mehr und mehr macht sich auch in Brasilien die Erkenntnis breit, dass die Zeit der euphorisch gefeierten Megaprojekte vorbei sein könnte. Zu viele Nebenwirkungen wie Vertreibung, Verschuldung und Verschwendung wurden bisher ausgeblendet. Jenseits des olympischen Glamours sind die sozialen RealitĂ€ten in Rio geprĂ€gt von Auseinandersetzungen ĂŒber öffentliche Sicherheit, Kommerz, Gentrifizierung sowie Ausgrenzung von marginalisierten Gruppen.

In unserem Dossier werfen wir einen Blick auf die politische und soziale Situation in Brasilien, aber auch auf die kreativen und lustvollen Proteste der sozialen Bewegungen. Erstellt wurde das Heft in enger Zusammenarbeit von KoBra (Kooperation Brasilien) und iz3w.
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Freiburg: FrĂŒhling im Stadtwald
Forstamt appelliert an Umweltbewusstsein aller Hundehalter und Hundehalterinnen: Nehmt RĂŒcksicht auf Wildtiere!

Wenn erste FrĂŒhblĂŒher den FrĂŒhling ankĂŒndigen, beginnt Anfang April die sogenannte „Brut- und Setzzeit“. Das ist nach dem Winter mit seinem knappem Nahrungsangebot fĂŒr Wildtiere eine besonders sensible Lebensphase: Viele Vogelarten beginnen mit der Brut und Wildtiere bekommen Nachwuchs. Erst Mitte Juli endet diese Phase.

In dieser Zeit ist es fĂŒr das Überleben der Jungtiere neben einem gĂŒnstigen Witterungsverlauf und ausreichend Nahrung entscheidend, dass sich Waldbesucherinnen und Waldbesucher sowie ihre vierbeinigen Begleiter an die vorhandenen Wege halten. Zwar ist in Baden-WĂŒrttemberg im Gegensatz zu vielen anderen BundeslĂ€ndern fĂŒr diese Zeit keine Leinenpflicht gesetzlich verankert.

Eine Ausnahme sind Naturschutzgebiete: Hier gilt striktes Wegegebot und eine Leinenpflicht – zu jeder Jahreszeit. Dieselben wildbiologischen ZusammenhĂ€nge gelten jedoch auch in anderen Waldgebieten. Das Land setzt hier auf die Eigenverantwortlichkeit aller Naturliebhaber.

Ohnehin sollte es fĂŒr Hundehalter eine SelbstverstĂ€ndlichkeit sein, ihre Hunde so zu erziehen, dass sie sich nicht aus dem Sichtbereich ihres Halters entfernen. Jede Jagd des Hundes auf ein Wildtier löst ein Fluchtverhalten aus. Das kann dazu fĂŒhren, dass Jungtiere aufgegeben werden und dann verenden. Wildtiere nehmen unsere vierbeinigen Freunde als tödliche Gefahr war – so wenig sie auch tatsĂ€chlich gefĂ€hrlich sein mögen und selbst dann, wenn sie nicht aktiv hetzen oder jagen sondern nur herumstöbern. Daher appelliert das Forstamt nun an alle Hundehalter:

Lassen Sie Ihre Hunde von April bis Mitte Juli im Interesse der Wildtiere nicht frei stöbern! Ob es dazu einer Leine bedarf oder Ihr Hunde soweit ausgebildet ist, dass er Ihren Einwirkungsbereich nicht verlĂ€sst, mĂŒssen Sie selbst entscheiden. Reagiert er grundsĂ€tzlich schlecht auf Rufen oder Pfeifen, sollten Sie ihn im Wald nicht von der Leine lassen.

Stöbert Ihr Hund zufĂ€llig ein junges Wildtier auf, fassen Sie es bitte nicht an! Der menschliche Geruch wirkt abschreckend auf die Mutter, und sie wĂŒrde ihren Nachwuchs aufgeben. Entfernen Sie sich dann so schnell wie möglich und geben Sie im Zweifel dem Leiter des jeweiligen Forstreviers oder dem Forstamt Bescheid.

Es sollte eine SelbstverstĂ€ndlichkeit sein, die Natur zu schĂŒtzen und Wildtiere in ihren LebensrĂ€umen zu respektieren und so wenig wie möglich zu stören. Zu jeder Jahreszeit, nicht nur zur Brut- und Setzzeit. Wir können die Natur nur schĂŒtzen und zum Erhalt einer möglichst großen Artenvielfalt beitragen, wenn wir unsere Grenzen respektieren.
 
 

 
Naturwaldentwicklung im Stadtwald: Dynamik ohne Steuerung
Freiburg, 23.3.2016 UmweltbĂŒrgermeisterin Stuchlik und das Forstamt erlĂ€utern die Bedeutung von Alt- und Totholz im Stadtwald

Im Jahr 1998 hat die Stadt Freiburg im Mooswald in der Abteilung „Hirschtrieb“ an der großen Richtstatt einen neun Hektar großen Eichenwald vertraglich still gelegt, als Teil eines ökologischen Ausgleichs fĂŒr Waldrodung. Der damals 140-jĂ€hrige ehemalige Mittelwald ist seither ohne forstliche Pflege und Holznutzung ganz den natĂŒrlichen Prozessen der Natur ĂŒberlassen. Die Forstleute sind hier nur noch Beobachter.

Heute, ein Vierteljahrhundert nach der letzten Holzernte, fand am Ort des Geschehens ein Pressetermin mit UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik, Hans Burgbacher, Leiter des stĂ€dtischen Forstamtes, und seiner Stellvertreterin Nicole Schmalfuß, statt. Dabei betonte Gerda Stuchlik: „FlĂ€chenstilllegungen wie diese und das Alt- und Totholzkonzept des Stadtwaldes tragen wesentlich dazu bei, unsere WĂ€lder als Lebensraum fĂŒr unzĂ€hlige Tier- und Pflanzenarten zu erhalten und weiter zu entwickeln“.

Bereits 1996 wurde fĂŒr den Freiburger Stadtwald ein Alt- und Totholzkonzept entwickelt, das flĂ€chige Stilllegung mit dem Erhalt von Baumgruppen und EinzelbĂ€umen auf der gesamten FlĂ€che kombiniert. Heute gilt der Erhalt von BiotopbĂ€umen und Totholz in fast allen öffentlichen Forstbetrieben in Deutschland als Standard naturnaher Waldbewirtschaftung.

Umgeben von schlanken Hainbuchen stehen dicke, alte Eichen mit abgebrochenen Baumkronen, Spechtlöchern, Pilzkonsolen und kĂ€ferzerfressener Rinde. Am Boden liegen große StĂ€mme und TrĂŒmmer umgestĂŒrzter Baumriesen, halb vermodert und moosbewachsen. In den entstehenden LĂŒcken wachsen dicht an dicht junge BĂ€ume dem spĂ€rlichen Licht entgegen. Diese Alters- und Zerfallsphase des Waldes ist Teil der natĂŒrlichen Waldentwicklung, in vielen WirtschaftswĂ€ldern aber noch selten anzutreffen. Alt- und Totholz sind SchlĂŒsselstrukturen der BiodiversitĂ€t und Lebensraum fĂŒr unzĂ€hlige Tier-, Pilz- und Pflanzenarten. Dazu gehören auch geschĂŒtzte und seltene Arten wie der HirschkĂ€fer, die Bechstein-Fledermaus und das grĂŒne Besenmoos.

Dass Naturwaldentwicklung kein Patentrezept ist, sondern Zielkonflikte mit sich bringt, erklĂ€rte Forstamtschef Hans Burgbacher: „Auf rund 300 Hektar stĂ€dtischer WaldflĂ€chen verzichten wir auf die Nutzung des nachwachsenden, naturvertrĂ€glich und regional produzierten wertvollen Rohstoffes Holz. Damit verzichten wir nicht nur auf Einnahmen, sondern auch auf den Beitrag, den Holzprodukte zur Reduktion von CO2 leisten.“

Gerade bei den EichenwĂ€ldern im Mooswald gibt es Zielkonflikte. Die Lebensraumverbesserung fĂŒr Alt- und Totholzarten geht bei flĂ€chiger Stilllegung nĂ€mlich zu Lasten lichter Waldstrukturen. Schmetterlinge und wĂ€rmeliebende Arten verschwinden, Lichtbaumarten wie die Eiche können sich kaum verjĂŒngen.

Daher gibt es im Stadtwald neben NaturwaldentwicklungsflĂ€chen auf weiteren 300 Hektar NaturschutzvorrangflĂ€chen, die regelmĂ€ĂŸig gepflegt werden. Pflanzspaten und SĂ€ge dienen dort vorrangig dem Arten- und Lebensraumschutz – und bei Bedarf der Verkehrssicherung. Ein Beispiel dafĂŒr ist der Schonwald Eichelgarten, wo das Forstamt in den nĂ€chsten Jahren geeignete LĂŒcken zwischen den alten MittelwaldbĂ€umen mit fast 20.000 jungen Eichen bepflanzen wird.

Insgesamt ist ein Zehntel des Freiburger Stadtwaldes als NaturschutzvorrangflĂ€che ausgewiesen. Auf der restlichen WaldflĂ€che bleibt es bei dem wichtigen Ziel, im Rahmen naturnaher Waldbewirtschaftung wertvolles Holz zu erziehen und zu ernten. Hier wird der Alt- und Totholzerhalt integriert, indem alte BĂ€ume mit Höhlen und Totholz als „Trittsteine“ weit verbreitet stehen bleiben. An Wegen und Orten, die bei Waldbesuchenden besonders beliebt sind, stehen bei forstlichen Maßnahmen zudem die Sicherheit der Menschen und die Erholungsnutzung im Vordergrund.
 
 



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