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Dienstag, 24. Oktober 2017
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Verschiedenes

Berlins erstes Tierschutz-Festival
 
Berlins erstes Tierschutz-Festival
Als Auftakt zum Tag des Versuchstiers am 24. April 2016 veranstalten der Deutsche Tierschutzbund, der Tierschutzverein Berlin und das BĂŒndnis Tierschutzpolitik Berlin bereits am 23. April 2016 das Tierschutz-Festival in der Kulturbrauerei Berlin. Von 12 - 18 Uhr erwarten euch großartige Live-Acts, vegane FoodstĂ€nde sowie interaktive Talks und Infos rund ums Thema Tierschutz.

Kommt vorbei und setzt ein Zeichen gegen Tierversuche - der EINTRITT IST FREI!
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Schneeleoparden live erleben
NABU startet Schneeleoparden-Webcam im Neunkircher Zoo

Um Naturfreunden die faszinierenden Schneeleoparden nĂ€herzubringen und auf ihre GefĂ€hrdung aufmerksam zu machen, startet der NABU am 12. April im Neunkircher Zoo zwei Webcams. Die Kameras ĂŒbertragen auf www.NABU.de/leos-live aus dem Außengehege und der Wurfbox das Leben des Neunkircher Schneeleoparden-PĂ€rchens „Sagar“ und „Luisa“. Sollte „Luisa“ wie erhofft Junge bekommen, können die Tiere sogar bei der Geburt und Aufzucht ihres Nachwuchses beobachtet werden.

„Mit der Schneeleoparden-Webcam möchten wir vor allem Wissen ĂŒber eine stark gefĂ€hrdete, aber leider relativ unbekannte Tierart vermitteln“, erklĂ€rte NABU-VizeprĂ€sident Thomas Tennhardt. „Die Zuschauer können die seltenen Schneeleoparden, die eigentlich so weit entfernt von uns leben, hautnah erleben, sie begleiten und verstehen lernen. Dies begreifen wir als Chance, ĂŒber die beiden Neunkircher Schneeleoparden als Botschafter ihrer Art auf die dringliche Situation der freilebenden Schneeleoparden und ihre SchutzbedĂŒrftigkeit hinzuweisen“, so Tennhardt weiter.

Schneeleoparden gelten mit einem weltweiten Bestand von nur noch 4.000 bis 6.400 Tieren laut Roter Liste als „stark gefĂ€hrdet“. In freier Wildbahn werden die scheuen Großkatzen, die in den kargen Hochgebirgen Asiens zuhause sind, vor allem wegen ihres schönen Fells, aber auch ihrer Knochen gejagt. Letztere sind beliebte Mittel in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Außerdem macht der Mensch ihnen und ihren Beutetieren zunehmend den Lebensraum streitig und es kommt immer wieder zu Konflikten mit lokalen Hirten. Daneben bedroht auch der Klimawandel ihren Lebensraum. Der NABU setzt sich seit 17 Jahren erfolgreich fĂŒr den Schutz von Schneeleoparden in freier Wildbahn ein und konnte bisher signifikant zu einem RĂŒckgang der Wilderei beitragen.

Auch in Zoologischen GĂ€rten sind Schneeleoparden relativ selten. In Deutschland gibt es insgesamt 15 Zoos, in denen sie gehalten werden, darunter seit 2013 der Neunkircher Zoo, in dem das knapp vier Jahre alte Schneeleoparden-PĂ€rchen lebt. „Es wĂ€re ein schmerzlicher Verlust, eine so charismatische Art zu verlieren“, sagte Dr. Norbert Fritsch, Zoodirektor des Neunkircher Zoos. „Der Neunkircher Zoo ist dem Schneeleoparden-Projekt des NABU schon lange verbunden und setzt sich mit seiner Teilnahme am EuropĂ€ischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) fĂŒr Schneeleoparden ebenfalls fĂŒr die Erhaltung der Art ein.“ Ziel des EEPs ist es, in Zoologischen GĂ€rten eine Reservepopulation von mindestens 200 genetisch möglichst unterschiedlichen Schneeleoparden zu bilden. FĂŒr genetische Vielfalt bei dem erhofften Schneeleoparden-Nachwuchs in Neunkirchen sorgt zumindest Luisa: Ihre Großmutter Dshamilja wurde in freier Wildbahn geboren und als Jungtier vom NABU vor 16 Jahren in Kirgistan aus den HĂ€nden von Wilderern befreit. Um ihr Leben zu retten, wurde sie nach Deutschland gebracht und gesund gepflegt.
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NABU: Naturschutzrichtlinien der EU bestehen "Fitness Check"
BirdLife-Auswertung belegt: Junckers ÄnderungsplĂ€ne gehören in den Papierkorb

Der NABU und 27 Partnerorganisationen aus allen EU-Staaten haben am heutigen Mittwoch auf einer Konferenz in Zeist in den Niederlanden einen Bericht zur Zukunft des EU-Naturschutzrechts vorgestellt. Die im Namen des BirdLife-Netzwerks erstellte Auswertung erteilt den PlĂ€nen von EU-KommissionsprĂ€sident Jean-Claude Juncker zur AbschwĂ€chung der Naturschutzgesetzgebung eine klare Absage und fordert stattdessen eine bessere Finanzierung fĂŒr Natura-2000-Schutzgebiete.

Der Bericht „From Alert to Action“ fasst die wesentlichen, im vergangenen Jahr im Rahmen eines „Fitness-Checks“ der EuropĂ€ischen Kommission erhobenen Daten und Meinungen zur EU-Vogelschutz und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie zusammen. Das Ergebnis wird mit Zitaten aus Politik, Wirtschaft und VerbĂ€nden illustriert. Die EU-Kommission will bis Anfang Juni die offiziellen Ergebnisse des „Fitness-Checks“ vorlegen und danach entscheiden, ob sie eine mögliche Neuverhandlung der Richtlinien oder aber Initiativen zur besseren Umsetzung und Finanzierung vorschlĂ€gt.

Die EU-Umweltminister und das EuropĂ€ische Parlament haben sich bereits fĂŒr den Erhalt der Richtlinien ausgesprochen, ebenso wie etwa 94 Prozent der Teilnehmer einer Online-Konsultation im vergangenen Jahr. Forderungen, das Naturschutzrecht aufzuweichen, kommen dagegen vor allem von Seiten einiger LandnutzerverbĂ€nde.

„Trotz krĂ€ftiger Propaganda der Naturschutzgegner kann es aus unserer Sicht nur ein Ergebnis des Fitness-Checks geben: Die verstĂ€rkte Durchsetzung der Naturschutzgesetze und eine angemessene Finanzierung – aber keine AbschwĂ€chungen, wie es gerade die deutsche Agrar- und Waldbesitzerlobby fordert“, sagt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Der BirdLife-Bericht mache deutlich, dass die Naturschutzrichtlinien dort wirken, wo sie von den Mitgliedstaaten ernsthaft umgesetzt werden. So habe der Kranichbestand in Westeuropa zwischen 1985 und 2012 von 45.000 auf 300.000 zugenommen. Außerdem seien die Richtlinien nach Ansicht von Experten und BĂŒrgern fundamental wichtig fĂŒr den Erhalt der bedrohten Artenvielfalt, gerade in Zeiten des Klimawandels. Aus Sicht des NABU und seiner BirdLife-Partner stehen einem erfolgreichen Naturschutz in Deutschland und der EU allerdings nach wie vor die massive Unterfinanzierung von Schutzgebieten und die zerstörerische EU-Agrarpolitik im Weg.

Tschimpke: „Im Interesse der Natur fordern wir EU-Umweltkommissar Vella auf, die unselige Debatte ĂŒber eine Änderung des Rechtsrahmens jetzt schnellstmöglich zu beenden. Gleichzeitig sollten EU, Bund und LĂ€nder endlich fĂŒr eine bessere Finanzierung der Natura-2000-Schutzgebiete sorgen und die Agrarpolitik einem ehrlichen ‚Fitness-Check‘ unterziehen.“ Bereits am 22. MĂ€rz hatte der NABU mit ĂŒber weiteren 100 Organisationen aus ganz Europa in einem offenen Brief Juncker zu einem „Fitness-Check“ der EU-Agrarpolitik aufgefordert.
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Mehr als 15.000 Kiebitz-Meldungen
Milder Winter hielt viele Vögel vom Wegzug ab – Kiebitz ist nach wie vor stark gefĂ€hrdet

Mehr als 15.000 Meldungen von Kiebitzen sind in den Monaten Februar und MĂ€rz ĂŒber die Online-Portale Ornitho.de und NABU-Naturgucker.de eingegangen. 2.800 Personen haben sich beteiligt. So das Ergebnis einer Meldeaktion zu dem beliebten, aber inzwischen immer seltener gewordenen FrĂŒhlingsboten. Die meisten Beobachtungen von Anfang Februar stammten aus Regionen, in denen viele Kiebitze zuvor den Winter verbracht hatten. Diese reichten vom Niederrhein ĂŒber Niedersachsen bis nach Schleswig-Holstein und ins mittlere Elbtal. In der zweiten FebruarhĂ€lfte kehrten viele Kiebitze zurĂŒck – auch in SĂŒddeutschland wurden zahlreiche Kiebitze gemeldet. Der Kiebitz ist dort als Brutvogel selten geworden, viele der gemeldeten Vögel betreffen DurchzĂŒgler in nordöstlich gelegene Brutgebiete. Am 20. MĂ€rz wurde das erste Kiebitzgelege aus Baden-WĂŒrttemberg gemeldet.

Der Monat Februar war bundesweit von ĂŒberdurchschnittlich hohen Temperaturen gekennzeichnet, welche vermutlich fĂŒr die frĂŒhe Heimkehr der Kiebitze verantwortlich waren. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes lag die Temperatur in diesem Monat um 2,4 Grad Celsius ĂŒber dem Durschnitt der Jahre 1981 bis 2010. Im insgesamt sehr milden Winter 2015/2016 hatten zehntausende Kiebitze in Deutschland ĂŒberwintert. In strengeren Wintern ziehen hingegen mehr Kiebitze bis nach Frankreich und Spanien.

„Mit dieser Aktion wollten wir auf den gefĂ€hrdeten Wiesenvogel aufmerksam machen. Denn Kiebitze brĂŒten auf feuchtem und offenem DauergrĂŒnland, auf Äckern, Brachen oder ÜberschwemmungsflĂ€chen. „Viele Gelege und KĂŒken gehen durch die intensive Bodenbearbeitung auf Äckern, aber auch im GrĂŒnland verloren“, so Dominic Cimiotti vom Michael-Otto-Institut im NABU. Kiebitze legen bis zu vier Eier in ein mit Gras ausgepolstertes Nest am Boden – doch werden sie dabei gestört, fĂ€llt die Brut aus.

Der Kiebitz steht inzwischen auf der Vorwarnliste der weltweiten Roten Liste. In Deutschland brĂŒten noch rund 80.000 Paare, alle Zeichen stehen auf Rot: sowohl lang- als auch kurzfristig, zeigt der Brutbestand einen stark rĂŒcklĂ€ufigen Trend. Der NABU will das Überleben des Kiebitzes in Deutschland mit dem laufenden Schutzprojekt im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt sichern.

HintergrĂŒnde zum Projekt:

Der NABU testet gemeinsam mit Landwirten und Landwirtinnen Maßnahmen zum Kiebitzschutz in bestimmten Regionen in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Sachsen, Bayern und Baden-WĂŒrttemberg.

Zu den Partnern des Projekts zĂ€hlen die NABU-Naturschutzstation MĂŒnsterland, der NABU Mecklenburg-Vorpommern, das ThĂŒnen-Institut fĂŒr LĂ€ndliche RĂ€ume in Braunschweig, die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, das BĂŒro BIO-CONSULT in Belm/OsnabrĂŒck, die ARGE SchwĂ€bisches Donaumoos, der Landesbund fĂŒr Vogelschutz in Bayern e.V., der Förderverein SĂ€chsische Vogelschutzwarte Neschwitz e.V. und die AG Naturschutzinstitut Region Dresden e.V. im NABU Sachsen.

Um das Projekt noch stĂ€rker in die Breite zu tragen, werden ab diesem Jahr weitere Partner eingebunden. Diese sind: die lokale Aktion Kuno e.V. (Schleswig-Holstein), die NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe, die Staatliche Vogelschutzwarte fĂŒr Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland, die Arbeitsgemeinschaft WiesenbrĂŒterschutz im Kreis Marburg-Biedenkopf, die Arbeitsgemeinschaft Wiesenvogelschutz im Wetteraukreis, die Kreisverwaltung des Kreises Kreis Groß-Gerau und das Fachgebiet Landschaftschaftspflege im Kreis Darmstadt-Dieburg.

Das Projekt wird durchgefĂŒhrt im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt und ĂŒber fĂŒnf Jahre gefördert durch das Bundesamt fĂŒr Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums fĂŒr Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie Mitteln des Umweltministeriums von Schleswig-Holstein und die Hanns R. Neumann Stiftung.
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Fessenheim / Beznau-BrĂŒckenprotest am 24.4.2016 auf 7 RheinbrĂŒcken
 
Fessenheim / Beznau-BrĂŒckenprotest am 24.4.2016 auf 7 RheinbrĂŒcken
Am 24.4.2016 finden anlĂ€sslich des 30sten Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe auf 7 BrĂŒcken am Oberrhein und Hochrhein Protestaktionen statt, um den Abschaltdruck in Sachen AKWÂŽs Fessenheim und Beznau aufrecht zu erhalten.
Ein breites BĂŒndnis von badisch-französisch-schweizer Umweltgruppen und BIÂŽs ruft zu gemeinsamen-dezentralen Aktionen auf.
Im Jahr 2016, dem Jahr in dem wir an 5 Jahre Fukushima und 30 Jahre Tschernobyl erinnern, darf im Dreyeckland der grenzĂŒberschreitende Abschaltdruck in Sachen AKWÂŽs Fessenheim, Beznau und Leibstadt nicht nachlassen. Wir erinnern Herrn PrĂ€sident Hollande an sein „Wahlkampfversprechen“ das AKW Fessenheim im Jahr 2016 zu schließen. Mit unserem Protest wollen wir unsere generelle Ablehnung der Atomkraft in allen LĂ€ndern ausdrĂŒcken und zeigen, dass wir fĂŒr das Europa der Menschen und fĂŒr die Energiewende stehen! Die Versuche der immer noch mĂ€chtigen europĂ€ischen Atomlobby die Gefahrzeit fĂŒr die immer unwirtschaftlicheren Atomkraftwerke auf 60 Jahre zu verlĂ€ngern halten wir fĂŒr zutiefst unverantwortlich.
An folgenden BrĂŒcken werden Aktionen stattfinden:
* EuropabrĂŒcke Strassburg- Kehl
* BrĂŒcke Marckolsheim - Sasbach
* BrĂŒcke Neuf-Brisach - Breisach
* BrĂŒcke ChalampĂ© - Neuenburg
* BrĂŒcke Gerstheim-Erstein - Schwanau – Nonnenweier/
* BrĂŒcke in Basel / Mittlere BrĂŒcke (bei der Helvetia)
* BrĂŒcke Kaiserstuhl (CH) - Hohentengen
Das Spektrum der selbstbewusst-gewaltfreien Aktionen reicht vom Straßentheater in Basel bis zur kurzfristigen BrĂŒckenschließung in Sasbach. An kleinen BrĂŒcken sind Mahnwachen geplant, es gibt Fahrradtouren zu den Aktionen und in Breisach einen Demozug. Die kleinen Aktionen am Hochrhein sind auch Auftakt fĂŒr den “Menschenstrom gegen Atom“ am 19. Juni 2016 bei Beznau.
Verantwortlich fĂŒr die Organisation der einzelnen BrĂŒcken sind örtliche grenzĂŒberschreitende BĂŒndnisse.
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Waldhaus Freiburg lÀdt zur Exkursion ins neue BiosphÀrengebiet Schwarzwald
Am Samstag, 30. April / Anmeldeschluss: 22. April


ZusÀtzlich zu seinen Veranstaltungen und Ausstellungen bietet das
Waldhaus Freiburg fĂŒr Interessierte regelmĂ€ĂŸig auch Exkursionen zu
reizvollen Zielen in der Region. Die nĂ€chste Tour fĂŒhrt am Samstag,
30. April, von 10 bis 18 Uhr in das BiosphÀrengebiet Schwarzwald.
Dieses Gebiet ist nach der SchwÀbischen Alb die zweite
Modellregion fĂŒr nachhaltige Entwicklung in Baden-WĂŒrttemberg.

Die ganztĂ€gige Exkursion fĂŒhrt durchs MĂŒnstertal ĂŒber das Wiedener
Eck ins Herz des Gebietes um Utzenfeld, Aitern und Schönau.
Begleitet von Experten wie Werner Konold, die u.a. typische
Merkmale der Landschafts- und Biotopentwicklung zeigen, sehen die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer insbesondere die offenen
Weidfelder, auf denen sich durch eine jahrhundertelange Nutzung als
Allmendweiden eine sehr artenreiche Flora und Fauna entwickelt hat.

Veranstaltet wird die Exkursion vom Waldhaus Freiburg, der
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, dem Alemannischen Institut
und dem Studium Generale. Der Teilnahmebeitrag von 28 Euro
umfasst alle Busfahrten und FĂŒhrungen. Maximale Teilnehmerzahl:
44 Personen.
 
 

 
"Vom Ressourcenfieber zur Rohstoffwende. Wie wollen wir leben?“
Neue praktische Infoschrift fĂŒr BĂŒrgerschaft, Vereine, Schulen und andere Interessierte

Zum Thema „Vom Ressourcenfieber zur Rohstoffwende. Wie wollen wir leben?“ hat der gemeinnĂŒtzige Verein ECOtrinova e.V. mit dem Agenda21-BĂŒro Freiburg fĂŒr die BĂŒrgerschaft, Vereine, Schulen und andere Interessierte eine kostenlose Schrift erstellt mit praktischen Kurzinformationen und Kontakten. AusgewĂ€hlte Inhalte sind „Fairer Handel - faire Produkte“, „Was tun mit Althandys?“, Reparieren und Verschenken, „Gute Böden – Humus selber machen“, ökosozialer Stadtumbau sowie Strom erzeugende Heizungen. Die bebilderte vierseitige Schrift ist ab 31. MĂ€rz im Agenda21-BĂŒro Freiburg, Schwabentorring 2, erhĂ€ltlich und ist online bei www.ecotrinova.de u.a. unter Kurzinfos.

Die Herausgeber möchten mit dem Info den schonenden und umweltfreundlichen Umgang mit Ressourcen und ebenso den Klimaschutz voranbringen und dazu Handlungsmöglichkeiten vermitteln. Der Umgang mit Rohstoffen aller Art fĂŒr unsere „moderne“ Lebensweise, die zu fieberhaftem Rennen - „Ressourcenfieber“ - und zu vielen Konflikten bis hin zu Kriegen fĂŒhrt, mĂŒsse dringend zur Nachhaltigkeit umgestaltet werden, so der ECOtrinova-Vorsitzende Dr. Georg Löser.

Das Projekt „Vom Ressourcenfieber zur Rohstoffwende. Wie wollen wir leben?“ wird gefördert aus Mitteln der GlĂŒcksspirale des Ministeriums fĂŒr Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-WĂŒrttemberg sowie vom Stiftungsfonds ECO-Stiftung fĂŒr Energie-Klima-Umwelt, von ECOtrinova e.V. und darĂŒber hinaus durch Ehrenamt.
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Nutzungskonzept fĂŒr den Opfinger See
Die Biotopschutzzone am nördlichen Ufer nimmt Gestalt an

UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik hat heute die nĂ€chsten
Entwicklungsschritte vorgestellt

Die Biotopschutzzone am nördlichen Ufer des Opfinger Sees nimmt
Gestalt an. Ein entsprechendes Gutachten, das die Stadtverwaltung
2014 in Auftrag geben hatte, liegt jetzt vor und wird am 18. April im
Umweltausschuss behandelt. Bereits heute hat
UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik mit Vertreter/innen von
Forstamt, Umweltschutzamt, Naturschutzbund und Angelsportverein
die nÀchsten Entwicklungsschritte vorgestellt.

Dabei betonte Stuchlik vor Ort: „Der Opfinger See ist als Bade- und
Ausflugsziel seit Jahrzehnten ĂŒber die Stadtgrenzen hinaus beliebt.
Gleichzeitig liegt er aber mitten im FFH- und Vogelschutzgebiet der
MooswÀlder und ist zudem Landschaftsschutzgebiet. Hieraus
erwĂ€chst uns eine besondere Verantwortung fĂŒr den Biotop- und
Artenschutz. Mit einem BĂŒndel von Maßnahmen haben wir die
Möglichkeiten zur Naherholung am SĂŒdende verbessert. Jetzt wollen
wir mit einem BĂŒndel von Maßnahmen den Biotopschutz am
Nordende des Sees aufwerten.“

Straßenbauer brauchen Kies und Schotter. Unter den MooswĂ€ldern
zwischen Freiburg und Opfingen lagert reichlich davon. Also begann
im Zuge des Autobahnbaus vor knapp 60 Jahren auch hier der
Kiesabbau. Dabei entstanden an dieser Stelle zwei BinnengewÀsser.
1959 wurde der Nordteil, 1968 der SĂŒdteil angelegt. 1978 wurden
beide Teile zum Opfinger See verbunden, der nach diversen
Umgestaltungen speziell des westlichen Ufers heute 44 Hektar
umfasst und ein Schwerpunkt der Naherholung im Stadtgebiet ist.

Wegen seiner Bedeutung sowohl fĂŒr die Naherholung als auch fĂŒr
den Biotop- und Artenschutz hat der Gemeinderat fĂŒr den Opfinger
See 1997 ein Nutzungskonzept beschlossen. Danach wurden
mehrere Uferbereiche noch wÀhrend des Kiesabbaus umgestaltet
und die Biotop-Schutzzone am Nordende eingerichtet. In der
Schutzzone haben Forstamt und Umweltschutzamt schon Wege
entfernt, LiegeflĂ€chen zurĂŒckgebaut und eine Aussichtsplattform
errichtet. Am SĂŒdende entstanden dafĂŒr neue LiegeflĂ€chen, ein
Wachdienst der DLRG, eine Toilettenanlage und ein temporÀrer
Kiosk am See. Etwa in der Mitte wurde ein Unterwasserdamm
aufgeschĂŒttet, der die WasserqualitĂ€t sichern soll, indem er zwei
möglichst getrennte Wasserkörper schafft.

Im Jahre 2013 hat die Firma Kies Peter dann den letzten Kubikmeter
Kies aus dem See gebaggert. Seither wurden am SĂŒdende alle
ĂŒbrigen Elemente des Nutzungskonzeptes umgesetzt. Die
Betriebsanlagen wurden zurĂŒckgebaut, das GelĂ€nde rekultiviert und
seine RĂ€nder mit Eichen aufgeforstet. Es entstand eine weitere
Liegewiese samt Grillstellen, Beachvolleyball-Feld und SlacklineEinrichtungen.
Durch das Verlegen von ParkplÀtzen und das
Herstellen einer neuen Uferlinie schuf das Forstamt eine
familienfreundliche Badebucht.

Im nördlichen Seedrittel indes fĂŒhrte die seeseitige Sperrung der
Biotop-Schutzzone, die das Nutzungskonzept von 1997 vorsieht, zu
einer intensiven Diskussion. Insbesondere der Angelsportverein, der
die Fischerei fĂŒr den See gepachtet hat, lehnte eine vollstĂ€ndige
Sperrung des nördlichen Seedrittels ab.

Dabei ging es vor allem um drei Fragen: Welche Vogelarten kommen
aktuell hier vor? Wie empfindlich reagieren sie auf den Bootsverkehr
und mit welchen Fluchtdistanzen? Welches Potenzial als
Lebensraum fĂŒr Wasservögel bietet der Opfinger See grundsĂ€tzlich
und mit einer seeseitigen Beruhigung? Um das zu ermitteln, gab die
Stadtverwaltung im Oktober 2014 ein ornithologisches Gutachten in
Auftrag. Erst nach dessen Abschluss sollte der Verlauf der
seeseitigen Absperrung der Biotop-Schutzzone festgelegt und der
neue Angelpachtvertrag mit GĂŒltigkeit ab 2017 geschlossen werden.

Das Gutachten liegt nun vor und bietet reiche AufschlĂŒsse.
WÀhrend der einjÀhrigen Untersuchung wurden am Opfinger See 83
Vogelarten erfasst. 38 davon sind Brutvögel, darunter auch Eisvogel,
Mittelspecht und Schwarzmilan, also drei prioritÀr gelistete Arten des
EU-Vogelschutzgebiets „MooswĂ€lder“. Als WintergĂ€ste wurden am
Opfinger See 23 Wasservogelarten registriert. GebrĂŒtet und gerastet
haben die Wasservögel vorwiegend im nördlichen Seeteil, in der
bestehenden Biotop-Schutzzone. Zum Teil haben sie auch
Röhrichtstrukturen am sĂŒdlichen Seeufer genutzt.

Insgesamt schÀtzt der Gutachter den Bestand an Vogelarten im
Vergleich mit anderen GewÀssern in der Region als durchschnittlich
ein. Das Lebensraumpotenzial wird differenziert bewertet. FĂŒr
Vogelarten, die auf Wasserpflanzen angewiesen sind, bietet der See
wegen steil abfallender Ufer wenig Ressourcen, fischfressende Arten
finden mehr Nahrung. Um das kĂŒnftige Nahrungs- und
Brutplatzangebot zu verbessern, schlÀgt der Gutachter deswegen
mehrere lebensraumverbessernde Maßnahmen am See vor.

Untersucht wurde auch die Störwirkung des Bootsverkehrs fĂŒr die
Wasservögel. Kormorane, Haubentaucher, Eisvögel, Graureiher,
Silberreiher, GĂ€nsesĂ€ger und grĂ¶ĂŸere EntenschwĂ€rme reagierten mit
Flucht auf die AnnÀherung der Boote; ihre Fluchtdistanzen sind
individuell sehr unterschiedlich. Im Vergleich zu Störungen durch den
Badebetrieb und andere Freizeitnutzungen bewertet der Gutachter
den Einfluss des Bootsverkehrs auf die Avifauna aber als eher
gering. Vor allem im Winter sei eine Störung der Wasservögel
erkennbar, aber nicht als erheblich anzusehen, wenn das Boot etwa
100 Meter Abstand zur bestehenden Biotop-Schutzzone einhalte.
Dies kÀme den Graureihern wie auch rastenden Wasservögeln wie
Kormoranen, GĂ€nsesĂ€gern und Silberreihern zugute. Zudem schĂŒtze
diese Absperrung auch dauerhaft die BrutplÀtze in der BiotopSchutzzone.
Durch den Badetourismus gestört, hat der Eisvogel
indes seine Zweitbrut aufgegeben. Daher schlÀgt der Gutachter vor,
das Angebot an Bruthöhlen im Umfeld der Schutzzone zu erweitern.

Somit empfiehlt der Gutachter seeseitig eine permanent gesperrte
Pufferzone von 100 Metern um die bestehende Biotop-Schutzzone.
Daher haben Umweltschutzamt, Forstamt, Angelsportverein und
NABU einvernehmlich vereinbart, die Biotop-Schutzzone wie in der
Anlage dargestellt abzugrenzen. Mit einbezogen wird die Bucht im
Nordwesten, die insbesondere fĂŒr rastende WintergĂ€ste wichtig und
daher fĂŒr die Angelei bereits gesperrt ist. Insgesamt ist die beruhigte
WasserflÀche kleiner als noch 2014 vorgesehen. Die Regelungen
kommen den Erwartungen der Angler entgegen, die im Nordosten
weiterhin vom Boot und Ufer aus angeln dĂŒrfen.

Landseitig bleibt die Biotop-Schutzzone unverÀndert. Im nördlichen
Seedrittel besteht gemĂ€ĂŸ Erholungswaldsatzung ein Wegegebot. Im
Westen bleibt der bestehende Zaun erhalten und wird bei SchÀden
instand gesetzt. Im Norden bildet der Landwassergraben eine
natĂŒrliche Barriere, die leider bei Niedrigwasser nicht immer
berĂŒcksichtigt wird. Sollten entsprechende Schilder und Barrieren
aus Kronenmaterial hier keine Abhilfe gegen unerlaubtes Betreten
der Schutzzone schaffen, könnte der bestehende Zaun bis zum
nordöstlichen Seezipfel verlÀngert werden. Am Ostufer sollen
Schilder auf den Vorrang des Naturschutzes hinweisen und neu
entstehende Badestellen unattraktiv gemacht werden. Angeln ist am
gesamten Ostufer möglich.

Seeseitig sollen Bojen und Schwimmketten eine gut sichtbare
Abgrenzung schaffen. Die abgesperrte SeeflÀche wird mit einer
wasserrechtlichen Verordnung fĂŒr jedwede Freizeitnutzung gesperrt
und vom Angelsport ausgenommen. Östlich und sĂŒdlich der Insel
verlĂ€uft die Barriere – so wie der Gutachter empfiehlt – in einem
Abstand von 100 Meter zur Insel. Die Absperrung umfasst auch die
Bucht sĂŒdwestlich der Insel, die schon im aktuellen Pachtvertrag vom
Angelsport ausgenommen ist. Das westliche Ende der seeseitigen
Absperrung schließt landseitig an den bestehenden Zaun an.

Die Empfehlungen des Gutachters zur Verbesserung des Biotops
will die Stadtverwaltung weitgehend umsetzen. Insgesamt handelt es
sich dabei um mehr als ein Dutzend kleinerer und grĂ¶ĂŸerer
Maßnahmen. Unter anderem wird am Ostufer nördlich und sĂŒdlich
einer zu belassenden Landzunge das Erdreich so weit abgetragen,
dass eine Flachwasserzone entsteht. Hier werden Schilf, Rohrkolben
und Binsen gepflanzt. Kronenmaterial soll den neuen SchilfgĂŒrtel fĂŒr
Badende unattraktiv machen. Ist die Flachwasserzone erst
eingerichtet, gibt es mehr Laichmöglichkeiten fĂŒr Fische und mehr
Nahrung und BrutplĂ€tze fĂŒr Vögel.

HineingefÀllte Baumkronen werden die EingÀnge in die KanÀle, die
um die Insel und in die Flachwasserzone fĂŒhren, versperren.
Ganz im Norden entsteht fĂŒr den Eisvogel ein kĂŒnstliches Steilufer
als Brutmöglichkeit.
Ein TĂŒmpel hinter dem Damm im nordwestlichen Teil der Schutzzone
ist bisher von umstehenden BĂ€umen beschattet. Nun wird das
Forstamt einzelne BĂ€ume Richtung SĂŒden fĂ€llen, damit der TĂŒmpel
mehr Sonne bekommt und Amphibien ihn zurĂŒck erobern.
Zudem wird das Forstamt in der Biotopschutzzone kĂŒnstliche
Nisthilfen aus Holz einrichten.
Flankierend soll durch Öffentlichkeitsarbeit das VerstĂ€ndnis und die
Akzeptanz der Seebesucherinnen und -besucher erhöht werden.

Vor Ort hat UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik heute auch die
nĂ€chsten Handlungsschritte vorgestellt. Die Wasserbehörde wird fĂŒr
den Bereich der seeseitigen Biotop-Schutzzone den
Gemeingebrauch des GewÀssers einschrÀnken. Im Herbst beginnt
das Forstamt mit den Arbeiten zur Biotopverbesserung und zur
seeseitigen Absperrung. Die vereinbarten Regelungen werden in den
neuen Pachtvertrag mit dem Angelsportverein ĂŒbernommen.
 
 



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