oekoplus - Freiburg
Samstag, 21. Oktober 2017
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr
  •  


Verschiedenes

 
NABU-Stellungnahme zu den Ergebnissen der Abgas-Messungen bei Pkw
Messungen widerlegen das MĂ€rchen vom sauberen Diesel endgĂŒltig

Im Zuge des Abgasskandals bei Volkswagen hat das Kraftfahrtbundesamtes (KBA) auch die Abgaswerte bei anderen Autoherstellern geprĂŒft. Zu den heute bekannt gewordenen Untersuchungsergebnissen erklĂ€rt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller:

„Die Messungen des KBA widerlegen das MĂ€rchen vom sauberen Diesel endgĂŒltig. Wenn 56 von 58 Fahrzeugen die Grenzwerte ĂŒberschreiten, lĂ€uft ganz grundsĂ€tzlich etwas falsch. Diesel-Fahrzeuge können nur dann eine Zukunft haben, wenn sie auf der Straße gleiche Abgasgrenzwerte einhalten wie Benziner. So wie es derzeitig lĂ€uft, belastet die Automobilindustrie die Umwelt in unverantwortlicher Weise mit viel zu hohen Stickoxidemissionen.“

Angesichts der jetzt bekannt gewordenen tatsĂ€chlichen Emissionen bei den vom KBA geprĂŒften Fahrzeugen fordert der NABU die umgehende Entfernung sĂ€mtlicher Abschaltvorrichtungen sowie die NachrĂŒstung der betroffenen Modelle mit funktionierender Abgastechnik wie etwa SCR-Katalysatoren zur Reduzierung von Stickoxiden. Doch nicht nur die Hersteller, auch die Bundesregierung sieht der NABU in der Pflicht. „Die Bundesregierung hat ihren Anteil an der heutigen Misere. Denn weder wurden in Verkehr gebrachte Fahrzeuge ordnungsgemĂ€ĂŸ kontrolliert noch ist bis heute die europĂ€ische Richtlinie umgesetzt, wonach Strafen fĂŒr Hersteller im Falle von VerstĂ¶ĂŸen festzulegen sind. Wenn die Bundesregierung jetzt nicht handelt und streng durchgreift, stellt sie wieder einmal die Interessen der Automobilindustrie ĂŒber die Gesundheit der BĂŒrger“, so Miller.
Mehr
 

 
NABU: Nach ĂŒber 100 Jahren ist die Schliepenlanke wieder ein FließgewĂ€sser
Altarm-Anschluss weiterer Erfolg beim grĂ¶ĂŸten Fluss-Renaturierungsprojekt in Europa/ Spenden machen es möglich/ 70 Kilometer westlich von Berlin entsteht ein Naturparadies

Nach ĂŒber 100 Jahren ist die Schliepenlanke bei Rathenow wieder ein FließgewĂ€sser. Der Altarm-Anschluss bei Rathenow ist fĂŒr den NABU ein weiterer wichtiger Schritt bei der naturnahen Gestaltung der Unteren Havelniederung. Der Anschluss des Havel-Altarms flankiert das Großvorhaben, das der NABU gemeinsam mit dem Bundesamt fĂŒr Naturschutz sowie den LĂ€ndern Brandenburg und Sachsen-Anhalt umsetzt: Die Untere Havel, 70 Kilometer westlich von Berlin, soll sich in den nĂ€chsten Jahren wieder zu einem lebendigen Fluss entwickeln.

„Der Anschluss der Schliepenlanke wurde vollstĂ€ndig aus Spenden finanziert. DafĂŒr möchte ich mich herzlich bedanken. Zahlreiche Mitglieder, UnterstĂŒtzer und auch Unternehmen haben dafĂŒr gespendet. Sie wollen, wie der NABU, dass an der Unteren Havel wieder ein Naturparadies entsteht. Hier zeigt sich, was praktischer Naturschutz leisten kann“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller am Freitag bei einer Feierstunde in Rathenow. Unter FederfĂŒhrung des NABU und gemeinsam mit den Partnern des NABU habe das Gesamt-Projekt Modellcharakter, weit ĂŒber die Region hinaus. „Wir brauchen lebendige FlĂŒsse mit Auen und natĂŒrlichen ÜberflutungsflĂ€chen. Sie bieten nicht nur Unterschlupf fĂŒr viele Arten, sondern auch einen natĂŒrlichen Hochwasserschutz“, so Miller weiter. Bundesweit bestehe nach wie vor großer Handlungsbedarf an FlĂŒssen, besonders an den Bundeswasserstraßen, von denen nur etwa ein Prozent momentan in einem guten ökologischen Zustand seien.

„Der NABU engagiert sich fĂŒr Mensch und Natur. Bei der Schliepenlanke trifft es das genau. Nicht nur die Natur profitiert, sondern auch die Anlieger am Fluss sowie die Menschen, die in die Region kommen und Erholung suchen“, sagte Rocco Buchta, Leiter des NABU-Instituts fĂŒr Fluss- und Auenökologie. Mit dem Anschluss der Schliepenlanke wurde unter anderem eine ca. zwei Hektar große Insel geschaffen, auf einer FlĂ€che von ca. 1.000 Quadratmetern wurde hier Auenwald initialisiert. Eine rund 70 Meter breite Öffnung entstand, durch die das Wasser in den Altarm fließt. WĂ€hrend der Bauarbeiten wurden aus dem GewĂ€sser rund 1.000 Kubikmeter Schlick-Wasser-Gemisch geholt. Insgesamt kostete die Maßnahme eine halbe Million Euro. Der Havel-Altarm bei Rathenow war vor ĂŒber 100 Jahren im Zuge des Baus der Neuen Schleuse vom Hauptstrom der Havel abgetrennt worden, als der Fluss an dieser Stelle begradigt wurde, um den damals langen SchleppzĂŒgen die Passage zu erleichtern.
Mehr
 

 
Bundesregierung muss Klimaschutzziele bis 2050 nachschÀrfen
Schnelle Anpassung an Paris-Agreement / Klimaschutz nur mit naturvertrÀglichen erneuerbaren Energien

Zur heutigen Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens „Paris-Agreement“ in New York erklĂ€rt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: „Dem historischen Ereignis der Unterzeichnung des Paris-Agreements mĂŒssen nun auch entschlossene Taten folgen. Die Bundesregierung muss endlich die Klimaschutzziele bis 2050 nachschĂ€rfen – nur dann passen sie mit den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens zusammen und tragen zur Umsetzung der Sustainable Development Goals in Deutschland bei, wozu sich Deutschland verpflichtet hat.“ Nur wenn die Treibhausgase bis 2050 um mindestens 95 Prozent gegenĂŒber 1990 gemindert wĂŒrden, sei das Ziel, die ErderwĂ€rmung auf deutlich unter zwei Grad – besser noch auf 1,5 Grad – zu begrenzen, ĂŒberhaupt noch zu erreichen. „Die bisherigen PlĂ€ne der Bundesregierung gehen nicht weit genug, um die Pariser Ziele zu erreichen. Auch die Novelle des EEG ist völlig kontraproduktiv fĂŒr die Klimaziele, denn statt der notwendigen Beschleunigung bremst das neue EEG den naturvertrĂ€glichen Ausbau der erneuerbaren Energien völlig aus. Man bekommt den Eindruck, es fehlt der Bundesregierung an einer Gesamtstrategie fĂŒr den Klimaschutz und sie liefert nur StĂŒckwerk“, so Tschimpke.

Auch auf europĂ€ischer Ebene ist die Euphorie von Paris lĂ€ngst dem politischen Pragmatismus gewichen. „Wenn EU-Energiekommissar Arias Cañete die viel zu schwachen 2030-Ziele der EU erst in der nĂ€chsten Legislatur anfassen will, kommt das einem Verrat am Pariser Klimaabkommen gleich, denn das 1,5-Grad-Ziel rĂŒckt dann in weite Ferne“, so NABU-Klimaexperte Sebastian Scholz.

Gemeinsam mit rund 40 Organisationen hat der NABU den „Klimaschutzplan 2050 der deutschen Zivilgesellschaft“ erarbeitet. Darin werden konkrete VorschlĂ€ge unterbreitet, welche Maßnahmen eingeleitet werden mĂŒssen, um die Klimaschutzziele bis 2050 erreichen zu können.
Mehr
 

 
Karlsruhe: Drais Tour in den Hardtwald
Aktives Gedenken an Fahrradpionier und Kranzniederlegung

Wie lĂ€sst sich des Radpioniers Karl Drais, eines der berĂŒhmtesten Söhne Karlsruhes, wĂŒrdiger gedenken als mit einem Fahrradausflug? So ist fĂŒr Samstag, 30. April, tags zuvor jĂ€hrt sich seine Geburt zum 231. Mal, die nĂ€chste Drais Tour angesetzt. Sie startet im Anschluss an Kranzniederlegungen am Drais-Denkmal in der Beiertheimer Allee und fĂŒhrt in den Hardtwald.

BĂŒrgermeister Klaus Stapf legt um 10.30 Uhr einen Kranz nieder wie auch Vertreter der RadsportverbĂ€nde respektive des Radsportkreises Karlsruhe. Die Historische Radgruppe der RSG Karlsruhe sorgt mit Kleidung und RĂ€dern aus verschiedenen Epochen fĂŒr einen passenden feierlichen Rahmen. Auch befreundete "historische Radler" aus anderen StĂ€dten werden zugegen sein.

Monumenthaus als gemĂŒtliches Ziel

Mit BĂŒrgermeister Stapf geht es dann auf zwei RĂ€dern am Schloss vorbei und durch den Hardtwald zum Monumenthaus. Dort beschert der BlĂ€serchor St. Peter und Paul MĂŒhlburg Unterhaltung, und auch fĂŒr die Verpflegung der Radler ist gesorgt, eh diese individuell ihrer Wege fahren können. Die etwa acht Kilometer lange Drais Tour ist so konzipiert, dass auch weniger GeĂŒbte und grĂ¶ĂŸere Kinder problemlos mithalten können.

Die Drais Tour als GedĂ€chtnisfahrt hatte in den sechziger Jahren Tradition, um dann 2000 wiederbelebt und fortan immer am Samstag vor oder nach dem Geburtstag des Freiherrn abgehalten zu werden. Alle Interessierten sind eingeladen, bĂŒrgerschaftlich gemeinsam teilzunehmen und so auch daran zu erinnern, dass der ĂŒberzeugte Demokrat seinen Adelstitel aus SolidaritĂ€t zur Freiheitsbewegung 1848/49 abgestreift hatte.
 
 

 
NABU: 30 Jahre Tschernobyl
Atomkraftwerke gefÀhrden noch immer Mensch, Natur und Umwelt

NABU-PrÀsident Tschimpke: Risikotechnik Atomkraft weltweit abschalten

Zum 30. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl erklĂ€rt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: „Dass 30 Jahre nach Tschernobyl die Nachrichten noch immer geprĂ€gt sind von Beinahe-UnfĂ€llen und Schlampereien bei der Sicherheit von Atomkraftwerken, ist ein Hohn gegenĂŒber den Opfern der Atomkatastrophe. Der deutsche Atomausstieg bringt keine Sicherheit fĂŒr Mensch, Natur und Umwelt, wenn Kontrollen in Atomreaktoren nur vorgetĂ€uscht werden, wie jĂŒngst in Philippsburg aufgedeckt, oder Pannenreaktoren in direkter GrenznĂ€he in Belgien und Frankreich weiterbetrieben werden.“ Die Bundesregierung mĂŒsse den Abschluss des bilateralen Atomsicherheitsabkommens mit Belgien vorantreiben.

Nach dem noch immer gĂŒltigen Euratom-Vertrag von 1957 darf jeder EU-Staat allein ĂŒber Bau und Betrieb von Atomkraftwerken entscheiden. Der NABU sieht hier Änderungsbedarf. „Der Super-GAU kennt keine Grenzen, deshalb mĂŒssen die Mitgliedstaaten auf EU-Ebene beim Thema Atomkraft zusammenarbeiten. Der Euratom-Vertrag, den noch Adenauer unterschrieben hat, muss deshalb dringend ĂŒberarbeitet werden. Das hat auch schon die Töpfer-Kommission nach Fukushima gefordert – dafĂŒr muss sich die Bundesregierung endlich einsetzen“, so Tschimpke weiter. Zudem sollte die Bundesregierung auf EU-Ebene eine Novelle der Richtlinie zur UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung (UVP) fĂŒr die LaufzeitverlĂ€ngerungen von AKW anstoßen. Bisher ist diese nur fĂŒr den Neu- und Abbau von AKW verpflichtend.

Abgesehen von den Sicherheitsproblemen von Atomenergie ist die Kostenfrage noch lĂ€ngst nicht geklĂ€rt. „Die Konzerne haben sich jahrelang an hochsubventionierten Atomkraftwerken bereichert und so schlecht gehaushaltet, dass sie jetzt nicht mehr in der Lage sind, nach dem Verursacherprinzip die Nachsorge zu leisten,“ so NABU-Energieexperte Sebastian Scholz mit Blick auf die derzeit laufenden Verhandlungen in der nationalen Atomkommission. „Am Ende der Verhandlungen wird die Allgemeinheit fĂŒr einen Großteil der Kosten einspringen mĂŒssen. Aus dieser Geschichte gilt es zu lernen, dass wir langfristig ausschließlich auf naturvertrĂ€gliche erneuerbare Energien setzen mĂŒssen. Nur so hinterlassen wir weder Kosten noch MĂŒll fĂŒr die nĂ€chsten Generationen und dem Klima hilft es auch“, so Scholz.
Mehr
 

 
Aus Steuergeldern finanzierte KaufprĂ€mien fĂŒr Elektroautos sind der falsche Weg
Der NABU kritisiert die Überlegungen der Bundesregierung zu KaufprĂ€mien fĂŒr Elektroautos. „Nicht mal eine Woche, nachdem fast alle Autohersteller viel zu hoher Abgaswerte bei Diesel-Fahrzeugen ĂŒberfĂŒhrt wurden, soll jetzt mit Steuergeldern der Kauf von Elektroautos subventioniert werden“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. „Das ist der falsche Ansatz, denn jeder FußgĂ€nger, jeder Radfahrer und jeder Bahnfahrer werde damit fĂŒr die VersĂ€umnisse der Autoindustrie zur Kasse gebeten.“

Nach Ansicht des NABU brauche es stattdessen eine Aufkommens- und technikneutrale Förderung von Autos mit sehr geringen Emissionen. Als Gegenfinanzierung sei eine Sonderabgabe auf besonders klimaschÀdliche Fahrzeuge zwingend erforderlich, um auch eine ökologische Lenkungswirkung zu entfalten. Schon im vergangenen Jahr hat der NABU dazu ein eigenes Fondsmodell vorgestellt, das auf einem Bonus-Malus-System beruht: Autos mit geringen Emissionen und unabhÀngig vom Antrieb erhalten demnach eine Finanzspritze, hoch emittierende Fahrzeuge oberhalb von 130 Gramm CO2 je Kilometer zahlen eine Sonderabgabe.

Der NABU begrĂŒĂŸt allerdings Überlegungen, unterschiedliche FördersĂ€tze fĂŒr rein batterieelektrische Fahrzeuge und so genannte Plug-In-Fahrzeuge mit begrenzter elektrischer Reichweite zu gewĂ€hren. Auch eine Degression der KaufprĂ€mien, sowie ein Ausschluss der Förderung von Luxusfahrzeugen gehen in die richtige Richtung. „Die Bundesregierung kann bei der Elektroauto-Förderung vieles falsch machen, wenn sie es versĂ€umt, KaufprĂ€mien mit den Zielen einer Verkehrswende zu verknĂŒpfen. Dazu wĂ€re es zwingend erforderlich, ein klares Signal zu setzen und Spritschlucker deutlich stĂ€rker zu belasten“, sagte NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger.
Mehr
 

 
NABU macht Barbara Hendricks zur "Bunte Meter"-Heldin
Zeichen fĂŒr den Artenschutz im Siedlungsraum

Um ein Zeichen fĂŒr den Artenschutz zu setzen, haben der NABU, die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und Familien aus dem Nachbarschaftsgarten „Menschenskinder“ am heutigen Dienstag „Bunte Meter“ in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg gesĂ€t. So wachsen demnĂ€chst auf zehn Quadratmetern heimische Wildblumen. AnlĂ€sslich des Vogels des Jahres 2016 – dem Stieglitz – lĂ€dt der NABU mit der Aktion „Bunte Meter fĂŒr Deutschland“ BĂŒrger ein, gegen den Verlust des Artenreichtums aktiv zu werden. Wildblumenstreifen anlegen, BrachflĂ€chen erhalten oder Straßen- und WegrĂ€nder fĂŒr die Natur zurĂŒckgewinnen: Mit jedem „Bunten Meter“ schaffen die Teilnehmer der Aktion LebensrĂ€ume fĂŒr Stieglitze, die sich vor allem von Wildblumensamen ernĂ€hren, genauso wie fĂŒr andere Singvögel, Bienen, Schmetterlinge und andere Tierarten. Die Bundesumweltministerin reiht sich damit ein in die „Bunte-Meter-Helden“, die seit Oktober 2015 im Rahmen der NABU-Aktion bereits knapp 220.000 Bunte Meter geschaffen haben.

„Es gibt vielfĂ€ltigen Nutzungsdruck auf urbane GrĂŒnflĂ€chen, diese erfĂŒllen aber auch wichtige Leistungen fĂŒr den Arten- und Biotopschutz. Geeignete öffentliche FlĂ€chen können eine hohe und regionaltypische Vielfalt von naturnahen LebensrĂ€umen und Arten aufweisen“, sagte Leif Miller, NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer. Vorhandene Möglichkeiten mĂŒssten genutzt werden, um die direkte Umgebung von WohngebĂ€uden zu verbessern. Auch durch Entsiegelung, Hof- und GebĂ€udebegrĂŒnung, RĂŒckbau und Beruhigung von Straßen lasse sich in StĂ€dten die Artenvielfalt erhalten und fördern.

„Viele Vögel unserer immer intensiver genutzten Agrarlandschaft finden in Dörfern und StĂ€dten letzte Refugien, so auch der Stieglitz, dessen bundesweite BestĂ€nde in den letzten 25 Jahren um fast die HĂ€lfte zurĂŒckgegangen sind. 60 Prozent des bundesweiten Bestandes findet man heute im Siedlungsraum. Bunte Meter in der Stadt und auf dem Land helfen der Art, sich von ihrem Bestandseinbruch zu erholen“, so Miller.

Auch der dramatische RĂŒckgang an Insekten kann durch die Schaffung von blĂŒtenreichen Wiesen verringert werden, da die LebensrĂ€ume wichtiger BestĂ€uber wie Wildbienen unter anderem durch die Intensivierung der Landwirtschaft mehr und mehr bedroht werden. Urbane LebensrĂ€ume wie Wildblumenstreifen bilden so einen wichtigen Faktor fĂŒr deren Überleben.
Mehr
 

 
Entnahme des Wolfes MT6 aus dem Munsteraner Rudel
Stellungnahme des NABU


Das niedersĂ€chsische Umweltministerium hat entschieden, einen auffĂ€llig gewordenen Wolf aus dem Munsteraner Rudel einzufangen und in ein Gehege zu bringen. Der Wolf trĂ€gt einen Sender und wird als „MT6“ bezeichnet. Er hatte sich wiederholt Menschen mit Hunden genĂ€hert. Am Wochenende soll er Berichten zufolge den Hund einer Familie bei einem Waldspaziergang angegriffen haben.

Der NABU empfindet die Entnahme des Tieres als erforderlich, spricht sich aber gegen die PlĂ€ne des Umweltministeriums aus, den Wolf in einem Gehege unterzubringen. „Der Wolf wĂ€chst als Wildtier in der freien Natur auf und hat einen sehr großen Raumanspruch. Ein Wolfsrevier ist 250 Quadratkilometer groß, das ist in etwa die GrĂ¶ĂŸe von Stuttgart. Er lĂ€uft tĂ€glich 40 Kilometer. Weiterhin bedeuten stĂ€ndige nahe menschliche AktivitĂ€ten und GerĂŒche teilwiese sehr starken Stress fĂŒr das Tier. Diese Faktoren werden in einem Gehege in der Regel dazu fĂŒhren, dass ein Wolf eine permanente Qual erleidet“, sagte NABU-Wolfsexperte Markus Bathen.

Aus NABU-Sicht muss jede Entscheidung zur VergrĂ€mung - zum Beispiel mit Gummigeschossen - oder schließlich als letzte Konsequenz die Entnahme eines Tieres sorgfĂ€ltig geprĂŒft werden. Der Wolf ist eine streng geschĂŒtzte Art. So ist auch die Entnahme von MT 6 als Einzelfallentscheidung zu sehen. Beim erneuten Auftreten eines auffĂ€lligen Wolfes bedeutet das nicht sofort eine Entnahme. „Der gesamte Prozess des Monitorings und der VergrĂ€mung von MT6 ist unbefriedigend verlaufen, weil das Monitoring selbst zu spĂ€t begonnen hat und weil die VergrĂ€mungsphase viel zu kurz und nicht unter Ausschöpfung der zur VerfĂŒgung stehenden Mittel gelaufen ist“, so Bathen. Vor diesem Hintergrund fordert der NABU wiederholt, dass eine unabhĂ€ngige wissenschaftlichen Kommission erforderlich ist, die Kriterien fĂŒr eine gute Praxis von Monitoring, VergrĂ€mung und Entnahme erarbeitet und die Einhaltung dieser Kriterien auch ĂŒberprĂŒft. Diese Kommission muss auf Bundesebene angesiedelt werden, damit nicht jedes Bundesland Insellösungen entwickelt.

Der Wolf MT6 hat sich nach wissenschaftlichen Bewertungen auffÀllig gezeigt. Solch ein Verhalten kann nach internationalen Erfahrungen durch eine so genannte VergrÀmung gestoppt werden.
Mehr
 



Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 
24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 
47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 
70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 
93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 
116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 
139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 
162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 
185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 
208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 
231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 
254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 
277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 
300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 
323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 


Copyright 2010 - 2017 Benjamin Jäger