oekoplus - Freiburg
Samstag, 21. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
Von Baumspaziergang bis Oasentag
Die Termine des Waldhauses im Juni 2016

Sonntag, 5. Juni, 14 bis 15.30 Uhr
BĂ€ume und StrĂ€ucher aus aller Welt – das Stadtwaldarboretum
Bei diesem Spaziergang durch das Arboretum in GĂŒnterstal lernen
die Teilnehmerinnen und Teilnehmer etliche der insgesamt ĂŒber
1.300 Baum- und Straucharten kennen, die aus fĂŒnf Kontinenten und
ĂŒber 60 LĂ€ndern stammen. Der international ausgewiesene
Baumexperte und ehemalige Revierleiter in GĂŒnterstal Hubertus
Nimsch erzĂ€hlt ĂŒber die Entstehung und Bedeutung des
Stadtwaldarboretums. Die Teilnahme kostet 3 Euro, eine Anmeldung
ist nicht erforderlich.

Sonntag, 12. Juni, 14 bis 18 Uhr I Anmeldeschluss: Mi, 8. Juni
Was macht ein Förster? Waldhaus-Sonntagstour fĂŒr Familien
Wer die vielfÀltigen Aufgaben und typischen Arbeiten eines Försters
kennenlernen möchte, ist bei dieser Sonntagstour genau richtig. Im
GĂŒnterstĂ€ler Stadtwald zeigt und erklĂ€rt Forstingenieur Andreas
SchÀfer vom StÀdtischen Forstamt, worauf es bei einer nachhaltigen
Waldwirtschaft ankommt und um was sich ein Förster alles kĂŒmmern
muss. Dabei kann man selbst Hand anlegen und zum Beispiel mit
Kluppe und Maßband einen Baum vermessen, lernen, wie alt der
Baum ist, wieviel Holz im Jahr nachwÀchst oder wieviel Geld ein
Baumstamm einbringt. Die Teilnahme kostet fĂŒr Erwachsene 12
Euro, fĂŒr Kinder ab 8 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen 8
Euro. Familien zahlen 30 Euro.

Samstag, 25. Juni, 9 bis 12 Uhr I Anmeldeschluss: Mi, 8. Juni
Vom Baum zum Holzmesser
Wovon leben BÀume, wie hoch und wie alt können sie werden?
Woran erkennt man eine Buche oder eine Eiche? Wie misst ein
Förster BÀume aus? Auf spannende und praktische Weise vermittelt
Forstingenieur und Förster Andreas SchÀfer in diesem Waldhauskurs
vielerlei Wissen rund um Baum, Wald und Holz. Danach schnitzt
jeder Teilnehmer aus frischem Holz selbst ein Messer. Der Kurs
richtet sich an Kinder und Jugendliche von 8 bis 12 Jahren, die
Teilnahme kostet 12 Euro.

Sonntag, 12. Juni, 10 bis 15 Uhr I Anmeldeschluss: Do, 9. Juni
Wanderung: Spurensuche auf dem Erzkastenrundweg
Auf der Entdeckungstour auf dem Schauinsland erfahren die
Teilnehmer und Teilnehmerinnen wie der Bergbau die Stadt Freiburg
reich gemacht, dabei aber fast den gesamten Bergwald
verschlungen hat. Die Natur- und LandschaftsfĂŒhrerin Veronika
Sumser verdeutlicht, wie sich der Schauinsland im Laufe der
Jahrhunderte verÀnderte und wie die Menschen dort gelebt,
gearbeitet und die Kulturlandschaft geprĂ€gt haben. Außerdem zeigt
sie, was „HinterwĂ€lder“, „Weidbuchen“ und „Fraßkanten“ sind und
wie eng Bergbau, Forstwirtschaft und Nachhaltigkeit
zusammenhÀngen. Unterwegs werden jahreszeitlich typische
Pflanzen dieser wunderbaren Bergwelt bestimmt. Mit zum Programm
gehört außerdem der Besuch des 400 Jahre alten Schniederlihofs.
Die Teilnahme kostet fĂŒr Erwachsene 14 Euro, fĂŒr Kinder und
Jugendliche ab 10 Jahren 7 Euro und fĂŒr Familien 36 Euro. Eintritt
und FĂŒhrung im Schniederlihof sind inklusive. Treffpunkt und Start ist
am Eingang der Bergstation der Schauinslandbahn.

Freitag, 17. Juni, 9 bis 17 Uhr
„Aus welchem Holz bin ich geschnitzt?“
Oasentag fĂŒr Betriebs- und PersonalrĂ€te
Der Alltag im Betriebs- und Personalrat ist oft mit viel Arbeit,
Engagement und Belastung verbunden. Um in dieser Situation
prÀsent, zugewandt und kraftvoll bleiben zu können, sind Momente
des Innehaltens und der eigenen Regeneration notwendig. Beim
„Oasentag“ in der GrĂŒnholzwerkstatt des Waldhauses arbeiten die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter Anleitung mit dem
Ziehmesser auf dem Schneidesel. Dabei fertigen sie Staudenhalter
aus Holz an. Diese dienen als StĂŒtze fĂŒr anlehnungsbedĂŒrftige
Pflanzen. Es braucht keinen eigenen Garten: Staudenhalter sind
auch ein ideales Geschenk fĂŒr die nĂ€chste Gartenparty bei
Freunden. Referent ist Franz-Josef Huber, Erzieher,
Schreinermeister und Technischer Lehrer. Weitere Informationen
und Anmeldung bei Eva.Roth-Bleckwehl@esa-dioezesanstelle.de.
Die Teilnahme kostet 150 Euro.

Sonntag, 19. Juni, 14 bis 15.30 Uhr
Sonntagsspaziergang: BĂ€ume bestimmen
Bei einem Spaziergang rund um das Waldhaus lernen die
Teilnehmer und Teilnehmerinnen hiesige BĂ€ume anhand botanischer
Merkmale genau zu bestimmen. Außerdem erfahren sie viel ĂŒber die
spezifische Heilkraft der BĂ€ume und wie diese frĂŒher in der
Volksheilkunde und bis heute in der Naturheilkunde und der Medizin
eingesetzt wird. Referentin ist die Gesundheitspraktikerin und
Heilpflanzenexpertin Martine Schiller. Die Teilnahme kostet 3 Euro
und ist ohne Anmeldung möglich.


Das Waldhaus öffnet dienstags bis freitags 10 bis 17 Uhr, sonn- und
feiertags von 12 bis 17 Uhr. Angebote fĂŒr Schulklassen gibt es nach
Absprache auch ĂŒber die regulĂ€ren Öffnungszeiten hinaus. Info unter
Tel. 0761/89647710 oder www.waldhaus-freiburg.de.
 
 

 
Eintauchen in König ArtusŽ Welt
Der Mundenhof wird am Sonntag, 5. Juni, zum mittelalterlichen Schauplatz

Erlebnistag von 11 bis 17 Uhr fĂŒr die ganze Familie rund ums Thema „Ritter, Knappen, BurgfrĂ€ulein“

Ritter! Knappen! BurgfrÀulein! Alle mal hergehört! Am
Sonntag, 5. Juni, von 11 bis 17 Uhr erlebt Ihr auf dem
Mundenhof einen Tag im Mittelalter, wie Ihr es aus
BĂŒchern, Geschichten und Filmen kennt – mit dem
feinen Unterschied, dass sich hier das Mittelalter
anfassen lÀsst. Ob beim Teller drechseln, Seile
machen, Kettenhemden flechten, PlÀne schmieden:
Viele Kenner und Könnerinnen alter Handwerkskunst
tragen ihr Scherflein bei zu einem außergewöhnlichen
Fest, das den Mundenhof in eine vergangene Ära
versetzt.


Das Mittelalterfest zÀhlt zu den Publikumsmagneten auf
dem Mundenhof. Auf der Pferdekoppel gegenĂŒber vom
Javaneraffen-Gehege wird wieder mittelalterliches Flair
und Lagerleben geboten. Mit von der Partie sind auch
Kupfertreiber und Silberschmiede, Steinmetze und
Borgenbauer, Brettchenweber und KrÀuterhexen. An
vielen Stationen dĂŒrfen die GĂ€ste nicht nur zusehen,
sondern auch selbst aktiv werden.

Unter den VorfĂŒhrungen hervorzuheben sind
SchaukÀmpfe, Gaukelei und mittelalterliche Musik. Wer
Football oder Eishockey fĂŒr ausrĂŒstungsintensiv hĂ€lt,
darf gerne einem Ritter ĂŒber die Schulter schauen,
wĂ€hrend er sich fĂŒr den Kampf rĂŒstet.

Der Eintritt betrÀgt 2 Euro. Kinder bis 18 Jahre zahlen keinen Eintritt.
 
 

 
NABU weist auf zahlreiche MĂ€ngel in Gesetzesnovelle zur Verbandsklage hin
Entwurf des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes wird den Vorgaben der Aarhus-Konvention nicht gerecht

Die geltenden deutschen Regelungen zum Gerichtszugang in Umweltangelegenheiten stehen nicht im Einklang mit Vorgaben des Europa- und Völkerrechts. Der NABU begrĂŒĂŸt daher die derzeitigen BemĂŒhungen des Bundesumweltministeriums, Umsetzungsdefizite durch eine Novelle des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes (UmwRG) beseitigen zu wollen. Im Rahmen der VerbĂ€ndebeteiligung hat der NABU den vorgelegten Referentenentwurf eingehend analysiert. In seiner juristischen Stellungnahme weist der NABU darauf hin, dass der Gesetzesentwurf die völker- und europarechtlichen Anforderungen immer noch konterkariert. Diese Bedenken vermochte das Bundesumweltministerium auch in der ganztĂ€gigen VerbĂ€ndeanhörung am 20.05.2016 nicht auszurĂ€umen, an der sich der NABU beteiligte.

Im Vorfeld einer zweiten Anhörung am Donnerstag (26.5.) kritisiert NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: „UrsprĂŒnglich war das Bundesumweltministerium mit der Intention gestartet, die Kette immer neuer Gerichtsentscheidungen gegen Deutschland wegen Defiziten bei der Verbandsklage zu durchbrechen und eine Generalbereinigung des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes vorzunehmen. Dass es an verschiedenen Stellen aber offensichtlich vor anderen WĂŒnschen eingeknickt ist, erschĂŒttert uns. Schließlich ist Sinn und Zweck der Verbandsklage nur, die Einhaltung des sowieso geltenden Umweltrechts zu ĂŒberwachen.“

Betrachtet man den Referentenentwurf genauer, bestehen Umsetzungsdefizite insbesondere bezĂŒglich der Vorgaben von Art. 9 Abs. 3 der Aarhus-Konvention. Diese gebieten einen effektiven Gerichtszugang in sĂ€mtlichen Umweltangelegenheiten. DemgegenĂŒber sollen nach dem Referentenentwurf von vornherein viele umweltrelevante Planungen wie etwa ManagementplĂ€ne nach der FFH-Richtlinie oder BewirtschaftungsplĂ€ne nach der Wasserrahmenrichtlinie nicht auf MĂ€ngel ĂŒberprĂŒft werden können. Ebenfalls ausgenommen von der unmittelbaren ÜberprĂŒfbarkeit durch Gerichte sind – wie das Bundesumweltministerium mehr oder weniger offen zugeben musste – der Ă€ußerst umweltrelevante Bundesverkehrswegeplan sowie RaumordnungsplĂ€ne mit Ausweisungen fĂŒr Windenergienutzung bzw. fĂŒr den Abbau von Rohstoffen und schließlich auch JagddurchfĂŒhrungsverordnungen oder Festlegungen von Flugrouten.

„Hier drĂ€ngt sich der Verdacht auf, dass trotz eindeutiger völkerrechtlicher Vorgaben Partikularinteressen unter anderem des Bundesverkehrsministeriums bzw. der Rohstoffindustrie bedient werden sollen. Wegen der aufgezeigten MĂ€ngel verspricht das neue Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz nicht die Rechtssicherheit mit sich zu bringen, die auch von Seiten der VorhabentrĂ€ger gewĂŒnscht wird. Schließlich drohen bei Inkrafttreten weitere langwierige Klagverfahren, um die völker- und europarechtlich gebotene Reichweite von Verbandsklagen klĂ€ren zu lassen“, so NABU-Referent fĂŒr EU-Naturschutzpolitik Raphael Weyland.
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Bundesregierung muss gegen erneute Zulassung von Glyphosat stimmen
Sofortiges Verbot im Heim- und Kleingartenbereich - Pestizide gefÀhrden Mensch und Natur - Vorsorgeprinzip muss gelten

Der NABU hat erneut eine umfassende Neubewertung des Totalherbizids Glyphosat gefordert. Solange die Risiken fĂŒr Mensch und Natur nicht einwandfrei widerlegt seien, mĂŒsse das Vorsorgeprinzip gelten und die Bundesregierung in BrĂŒssel gegen eine erneute Zulassung stimmen. Bislang konnten sich die EU-Staaten nicht auf eine gemeinsame Position einigen. Bei einem Treffen von Vertretern der 28 LĂ€nder am Donnerstag in BrĂŒssel kam keine Mehrheit fĂŒr oder gegen die Neuzulassung in Europa zustande.

„Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt sollte seiner Kollegin, Bundesumweltministerin Hendricks, folgen und sich ebenfalls gegen eine Neuzulassung aussprechen. Auch die EU-Kommission sollte die fehlende qualifizierte Mehrheit im Fachausschuss akzeptieren und die BemĂŒhungen um eine Neuzulassung fallen lassen“, sagte NABU-PrĂ€sident Tschimpke. DarĂŒber hinaus mĂŒsse der Bundeslandwirtschaftsminister seiner AnkĂŒndigung Taten folgen lassen und das Mittel in Deutschland fĂŒr den Einsatz im Heim- und Kleingartenbereich verbieten, wie es bereits in Frankreich der Fall ist. Gerade im Haus- und Kleingartenbereich ist das Risiko von Fehlanwendungen besonders groß.

Glyphosat ist das weltweit am hĂ€ufigsten eingesetzte Unkrautvernichtungsmittel, ĂŒber 700.000 Tonnen werden pro Jahr versprĂŒht. In Deutschland werden 6.000 Tonnen ausgebracht, wobei rund 39 Prozent aller AckerflĂ€chen behandelt werden. Auch im Hobbygarten und auf öffentlichen Wegen wird das Gift gerne gespritzt, um sich das Hacken des Unkrauts zu ersparen. Neben den direkten toxischen Effekten gefĂ€hrdet das Breitbandherbizid auch zahlreiche andere Organismen, denn durch die Vernichtung der Wildkrautflora gehen Nahrungsquellen und LebensrĂ€ume verloren.

„Pestizide töten unsere Vielfalt, weil sie Insekten und Vögeln die Lebensgrundlage entziehen. Es kann nicht das Ziel sein, dass Kiebitz und Uferschnepfe verschwinden, es kaum noch GrĂŒnlandbauern gibt und diejenigen, die im konventionellen Ackerbau tĂ€tig sind, von Agrarkonzernen abhĂ€ngig sind, die Milliarden auf Kosten von Mensch und Natur verdienen“, so der NABU-PrĂ€sident. Die schĂ€dlichen Folgen des zunehmenden Einsatzes von Pestiziden seien erneut bei der NABU-Citizen-Science Aktion „Stunde der Gartenvögel“ zu beobachten. Auch in diesem FrĂŒhjahr wurden weniger Mauersegler und Mehlschwalben gemeldet – beides Arten, die auf Fluginsekten angewiesen sind.

Eine aktuelle Übersichtsliste der noch zugelassenen glyphosathaltigen Mittel fĂŒr den Haus- und Kleingartenbereich hat der NABU unter www.NABU.de/glyphosat-im-garten veröffentlicht. Sie macht deutlich, welche Gefahren vom Totalherbizid ausgehen. Nicht nur BlĂŒten- und Samenpflanzen werden mit dem Einsatz von Glyphosat zerstört, sondern auch Fische und Amphibien sind gefĂ€hrdet, wenn es in OberflĂ€chengewĂ€sser gelangt. Diese Auswirkungen werden in KĂŒrzeln (NW261, NW264) auf den Packungen angegeben. In der Grafik stellt der NABU die einzelnen im Handel erhĂ€ltlichen Mittel und ihre Auswirkungen dar. Auch das Bundesumweltministerium fordert, die Auswirkungen von Glyphosat auf die BiodiversitĂ€t viel stĂ€rker zu beachten.
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Tolles FrĂŒhjahr fĂŒr das Rotkehlchen
Vogelbeobachtung in der Familie / Foto: NABU / S. Hennigs
 
Tolles FrĂŒhjahr fĂŒr das Rotkehlchen
Erste Bilanz zur "Stunde der Gartenvögel" zeigt mehr Gewinner als Verlierer

Am vergangenen Wochenende hat der NABU die zwölfte „Stunde der Gartenvögel“ durchgefĂŒhrt. Naturfreunde waren aufgerufen, eine Stunde lang Vögel im Garten oder im Park zu zĂ€hlen und dem NABU zu melden. Bislang haben rund 28.000 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde bei der Stunde der Gartenvögel aus ĂŒber 19.000 GĂ€rten und Parks mehr als 700.000 beobachtete Vögel gemeldet. Auf dem ersten Platz festgesetzt hat sich erneut der Haussperling, gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Star und Blaumeise.

Deutliche Zunahmen gab es bislang bei den Rotkehlchen. „Der vergangene sehr milde Winter wird hier sicherlich geholfen haben, denn beide Arten bleiben im Winter bei uns, obwohl sie sich vor allem von Insekten ernĂ€hren. Die Winterwitterung hat daher einen großen Einfluss auf die BestĂ€nde dieser Arten“, erklĂ€rt Lars Lachmann, NABU-Vogelschutzexperte.

Großer Verlierer der diesjĂ€hrigen ZĂ€hlung scheint die Mehlschwalbe zu werden. Pro Garten sind nur noch etwa halb so viele wie in den ersten Jahren der Aktion 2005 bis 2008 gezĂ€hlt worden. „Möglich ist, dass sich in diesem Jahr die Ankunft der Mehlschwalben gegenĂŒber anderen Jahren verzögert hat, aber trotzdem ist dies ein weiteres Warnzeichen fĂŒr den RĂŒckgang dieser Art. GrĂŒnde fĂŒr den RĂŒckgang sind zum einen der Verlust von BrutplĂ€tzen an gedankenlos renovierten HĂ€usern, zum Teil sogar mutwillige und illegale Zerstörung von Nestern, aber auch der RĂŒckgang ihrer Fluginsektennahrung“, so Lachmann.

Verlierer sind bislang die typischen Siedlungsarten Mehlschwalbe, Mauersegler und Hausrotschwanz. Dagegen geht es anderen Vogelarten, die sonst eher im Wald vorkommen sehr gut: Hier haben sich die positiven Bestandstrends von Buntspecht, EichelhĂ€her, Kleiber und Kernbeißer fortgesetzt.

Alle Meldungen der diesjÀhrigen Aktion können auf www.stundedergartenvoegel.de nachverfolgt und mit Zahlen der vergangenen Jahre verglichen werden. Karten stellen dar, wie sich eine Vogelart bundesweit oder in einem ausgesuchten Bundesland oder Landkreis entwickelt hat. Meldeschluss ist der 23. Mai.
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Neuseeland verschweigt Tod eines extrem seltenen Delfins in Fischernetz
NeuseelÀndische Hektor-Delfine / Foto: Steve Dawson/NABU international
 
Neuseeland verschweigt Tod eines extrem seltenen Delfins in Fischernetz
Maui-LebensrĂ€ume sofort umfassend schĂŒtzen!

Eine Untersuchung der NABU International Naturschutzstiftung zeigt, dass neuseelĂ€ndische Regierungsbeamte und Fischer den Tod eines extrem bedrohten Maui-Delfins in einem kommerziellen Fischernetz verschwiegen haben. Mit einer PopulationsgrĂ¶ĂŸe von weniger als 50 Individuen steht die Tierart kurz vor dem Aussterben. „Angesichts der dramatischen Bestandssituation der Maui-Delfine und der besonderen Verantwortung, die Neuseeland fĂŒr die endemische Tierart hat, sind wir zutiefst geschockt und enttĂ€uscht ĂŒber diesen Vorfall“, sagte Thomas Tennhardt, Vorsitzender der NABU International Naturschutzstiftung. NABU International rĂ€t dringend zu einer unabhĂ€ngigen Untersuchung des Delfintodes und ruft abermals zum sofortigen und umfassenden Schutz der Maui-Lebensraumes auf.

Der Maui-Delfin sei außerhalb der ausgewiesenen Schutzzone in einem Kiemennetz umgekommen. Der Zwischenfall sei nicht in der offiziellen Beifang-Datenbank erwĂ€hnt und von Regierungsbeamten und Industrievertretern geleugnet worden.Trotz wiederholten DrĂ€ngens sowohl nationaler als auch internationaler Organsationen, wie der IUCN und der Walfang-Kommission, ist die neuseelĂ€ndische Regierung bislang nicht bereit, die Schutzgebiete fĂŒr Maui-Delfine auszuweiten.

„Die neuseelĂ€ndische Regierung möchte die Öffentlichkeit davon ĂŒberzeugen, dass die Maui-Delfine gut geschĂŒtzt sind und keine Tiere außerhalb der geschĂŒtzten Zonen gesehen oder in Netzen gefangen werden“, erklĂ€rte Barbara Maas, Leiterin internationaler Artenschutz bei NABU International. „Die Nachricht vom Tod dieses Tieres hat die GlaubwĂŒrdigkeit der Regierung infrage gestellt und dringende Forderungen nach einer Ausweitung der Schutzgebiete fĂŒr die Tiere ausgelöst – etwas, womit sich die neuseelĂ€ndischen Politiker nicht befassen möchten. Als wir das neuseelĂ€ndische Industrieministerium um eine Stellungnahme baten, wurde uns versichert, wir wĂŒrden uns irren“, so Maas weiter.

Doch nicht nur in dem jĂŒngsten Maui-Todesfall legt die neuseelĂ€ndische Regierung Fakten vor, die nachweislich nicht stimmen. So deckte eine jĂŒngst veröffentlichte Studie der UniversitĂ€t von Auckland und der British Columbia auf: Der Fischfang in Neuseeland ist etwa 2,7 Mal höher als der Wert, den das Land an die ErnĂ€hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen weitergibt. „Somit fischt das Land wesentlich weniger nachhaltig, als es offiziell vorgibt. Neuseeland liegt also viel daran, den ‚grĂŒnen Schein‘ zu wahren, ohne sich dementsprechend zu verhalten“, so Maas.

Der Maui-Delfin ist der seltenste Meeresdelfin der Welt. Experten schĂ€tzen, dass der kleine Bestand nur alle 10-23 Jahre einen Todesfall durch menschliche EinflĂŒsse verkraften kann. Derzeit sind weniger als 20 Prozent seines Lebensraumes vor Kiemennetz- und etwa fĂŒnf Prozent vor Schleppnetzfischerei geschĂŒtzt. Allein die BeifĂ€nge der Fischerei-Industrie verursachen jedes Jahr 3-4 Tode von Maui-Delfinen – mehr als das 54fache des tragbaren Maximums.
 
 

 
NABU: Landkreise mauern gegen die Biotonne
Seit 500 Tagen wird gĂ€ngiges Recht in vielen deutschen Kommunen nicht umgesetzt / Millionen Tonnen BioabfĂ€lle landen weiter im RestmĂŒll

Auch 500 Tage nach dem Startschuss fĂŒr die flĂ€chendeckende getrennte Bioabfallsammlung in ganz Deutschland kommen zahlreiche Landkreise und kreisfreie StĂ€dte ihrer gesetzlichen Pflicht gar nicht oder nur unzureichend nach, wie eine aktuelle NABU-Recherche zeigt. Nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz mĂŒssen BioabfĂ€lle spĂ€testens ab dem 1. Januar 2015 getrennt gesammelt werden.

„De facto ignorieren noch immer knapp zehn Prozent der insgesamt ĂŒber 400 deutschen Landkreise und kreisfreien StĂ€dte die Vorgaben aus dem Kreislaufwirtschaftsgesetz komplett, indem sie bislang keine Getrenntsammlung anbieten. Weitere zehn Prozent sammeln nicht flĂ€chendeckend oder mit verbraucherunfreundlichen Bringsystemen ohne Biotonne“, fasst NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller die Ergebnisse zusammen.

Auf Nachfrage des NABU bei den betroffenen Landkreisen und kreisfreien StĂ€dten, warum keine Biotonne eingefĂŒhrt wurde, verweisen viele darauf, dass das Kreislaufwirtschaftsgesetz zur Sammlung der BioabfĂ€lle nicht explizit die Biotonne vorschreibt. Studien belegen jedoch, dass der meiste Bioabfall dann erfasst wird, wenn Speise- und KĂŒchenabfĂ€lle bequem in der Abhol-Biotonne entsorgt werden können.

„Wer BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern gar kein Trennsystem anbietet oder von ihnen verlangt, BiomĂŒll mit dem eigenen Pkw kilometerweit durch den Landkreis bis zum nĂ€chsten Wertstoffhof zu fahren, nimmt bewusst in Kauf, dass weiterhin jĂ€hrlich mehrere Millionen Tonnen kostbarer BioabfĂ€lle im RestmĂŒll entsorgt werden, also sprichwörtlich in Rauch aufgehen. Eine effiziente Verwertung von BioabfĂ€llen beginnt mit dem verbraucherfreundlichsten Erfassungssystem: der Biotonne“, so Miller.

Weiter rechtfertigten die Landkreise und kreisfreien StĂ€dte ihre UntĂ€tigkeit auf Nachfrage des NABU mit finanziellen Argumenten. So sind viele Kommunen noch ĂŒber Jahre vertraglich an MĂŒllverbrennungsanlagen oder mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlagen gebunden. „In Anbetracht der vertraglichen Verpflichtungen stellt die Einrichtung eines Bringsystems fĂŒr BioabfĂ€lle nicht mehr als ein Feigenblatt dar, mit dem sich die Verantwortlichen vor weiteren rechtlichen Konsequenzen schĂŒtzen wollen. Auch das oft von den Kommunen vorgebrachte Argument, BĂŒrgerinnen und BĂŒrger nutzten den Bioabfall auf dem Komposthaufen im eigenen Garten hat erst dann Berechtigung, wenn sie richtig kompostieren und den Kompost anschließend tatsĂ€chlich im eigenen Garten verwerten“, so Miller. „Untersuchungen zeigen aber, dass der Organikanteil im RestmĂŒll auch in Regionen mit vielen Eigenkompostierern teilweise mehr als die HĂ€lfte ausmacht, weil viele Speisereste nicht auf den Komposthaufen dĂŒrfen.“

Der NABU hat auch die zustĂ€ndigen Mittelbehörden in den BundeslĂ€ndern befragt. Oftmals ist bekannt, dass die Landkreise und kreisfreien StĂ€dte geltendes Recht ignorieren oder lediglich Alibi-Lösungen anbieten. Der NABU fordert, dass bestehendes Recht endlich konsequent durchgesetzt und in letzter Konsequenz auch mit einer so genannten Ersatzvornahme verwirklicht wird. Hierbei wĂŒrde durch eine ĂŒbergeordnete Stelle eine entsprechende Abfallsatzung mit Getrenntsammlung von BiomĂŒll auf Kosten der Kommune erlassen werden.

„Speise- und KĂŒchenabfĂ€lle sind viel zu schade fĂŒr die MĂŒllverbrennung. Die organischen AbfĂ€lle können im Rahmen einer Kaskadennutzung zunĂ€chst in Biogasanlagen vergĂ€rt und energetisch genutzt und anschließend aus den festen und flĂŒssigen GĂ€rresten Kompost gewonnen werden. Vor dem Hintergrund, dass eine hochwertige Bioabfallverwertung Mensch, Umwelt und Klima schĂŒtzt und unseren hoch beanspruchten Böden gut tut, ist der Dornröschenschlaf der Kommunen und in manchen FĂ€llen der aufsichtsberechtigten Behörden noch unverstĂ€ndlicher“, so NABU-Abfallexperte Sascha Roth.
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NABU: Den Wecker nach den PiepmÀtzen stellen
und morgens ein Konzert erleben

Welcher Vogel singt wann? NABU-Vogeluhr gibt einen Überblick ĂŒber die zeitliche Abfolge von Vogelstimmen / Countdown zur "Stunde der Gartenvögel" lĂ€uft

Der Gartenrotschwanz ist der FrĂŒhaufsteher unter den Singvögeln. 80 Minuten vor Sonnenaufgang eröffnet der kleine, schlanke rot-schwarze SĂ€nger das Morgenkonzert mit seiner wehmĂŒtigen kurzen Strophe. Zehn Minuten spĂ€ter meldet sich sein naher Verwandter, der Hausrotschwanz, mit seinem heiser klingenden Reviergesang. Der Stieglitz, NABU-Vogel des Jahres 2016, ruft seinen Namen „stiglit“ 20 Minuten bevor die Sonne aufgeht. Der Buchfink ist fĂŒr VogelverhĂ€ltnisse spĂ€t dran: erst zehn Minuten vor Sonnenaufgang, beteiligt er sich am Morgenkonzert seiner Artgenossen. Jede Vogelart hat einen anderen Zeitpunkt fĂŒr den Gesangbeginn, der durch die zunehmende Tageshelligkeit vorgegeben wird. Jeden Morgen setzen die einzelnen Arten daher in der gleichen Reihenfolge in das Vogelkonzert ein.

Welcher Vogel singt wann und wie? Einen guten und originellen Überblick ĂŒber die zeitliche Abfolge des Vogelgesangs gibt die NABU-Vogeluhr. Sie zeigt 18 klassische und hĂ€ufigere Vögel und ihr charakteristisches Gezwitscher und ist ab sofort zu finden unter www.nabu.de/vogeluhr. An der Vogeluhr sind die Minuten angegeben, wann die Vögel vor Sonnenaufgang mit ihrem Konzert beginnen.

„Im Mai sind die meisten Vögel zu hören, denn dann sind auch die vielen Zugvögel wieder zurĂŒck. Nur erwachsene VogelmĂ€nnchen singen. Sie locken damit Weibchen an und stecken ihr Revier ab“, erlĂ€utert NABU-Vogelexperte Lars Lachmann. Es hĂ€nge von der Vogelart ab, wie viele verschiedene Lieder ein Tier singen könne. Manche Vögel können nach unseren MaßstĂ€ben ĂŒberhaupt nicht richtig singen, wie zum Beispiel der Kernbeißer.

Besonders schön und melodisch singt die Amsel, die in Deutschland fast ĂŒberall hĂ€ufig zu hören ist. Als fleißige SĂ€ngerin beginnt sie etwa 45 Minuten vor Sonnenaufgang, oft von einem Dachfirst aus. Nicht so hĂ€ufig in StĂ€dten zu hören, wie die Amsel, aber auch fĂŒr Vogelstimmen-AnfĂ€nger gut zu erkennen, ist die Goldammer. Vor allem in lĂ€ndlichen Gebieten begrĂŒĂŸt sie den Tag 45 Minuten vor Sonnenaufgang mit einem hohen und lauten „zizizizizizi-dĂŒĂŒĂŒh“, oder auch gut zu merken mit „Wie, wie, wie hab ich dich lieb“. „Die MeistersĂ€ngerin unter den Vögeln ist die Nachtigall. Sie singt jedoch nicht nur morgens, sondern auch in tiefster Nacht. Daher ist die Nachtigall nicht in einer Vogeluhr darstellbar“, so Lachmann.

Die BeschĂ€ftigung mit der NABU-Vogeluhr ist ein guter Start ins große VogelzĂ€hlwochenende. An Pfingsten laden NABU, NAJU und der Landesbund fĂŒr Vogelschutz (LBV) zur „Stunde der Gartenvögel“ ein. Vom 13. bis 15. Mai sind Naturfreunde in ganz Deutschland aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel in ihrem Garten, vom Balkon aus oder im Park zu beobachten, zu zĂ€hlen und fĂŒr eine gemeinsame Auswertung zu melden.

Und so wird es gemacht: Von einem ruhigen PlĂ€tzchen aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde entdeckt werden kann. Die Beobachtungen können per Post, Telefon – kostenlose Rufnummer am 14. und 15. Mai, jeweils von 10 bis 18 Uhr: 0800-1157115 – oder einfach im Internet unter www.stunde-der-gartenvoegel.de gemeldet werden. Meldeschluss ist der 23. Mai.
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