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Samstag, 21. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
NABU startet Kampagne "SOS fĂŒrs Meer"
Miller: Deutschland droht beim Schutz der marinen Artenvielfalt vor der HaustĂŒr zu versagen / Bundesminister Gabriel, Dobrindt und Schmidt mĂŒssen zu MeeresschĂŒtzern werden

Der NABU hat die Bundesregierung aufgefordert, die Meere vor der HaustĂŒr besser zu schĂŒtzen. In den Schutzgebieten in Nord- und Ostsee stehen Wirtschaftsinteressen nach wie vor im Vordergrund. Zum Tag des Meeres am 8. Juni startet die Kampagne „SOS fĂŒrs Meer“. Darin appelliert der NABU eindringlich an die Bundesminister fĂŒr Wirtschaft, Verkehr und Landwirtschaft, mit den Naturschutzgebietsverordnungen fĂŒr die Gebiete in der AWZ die Weichen fĂŒr einen wirksamen Meeresschutz zu stellen. Ziel ist es, die Minister daran zu erinnern, was auf dem Spiel steht.

„Die Bundesminister Gabriel, Dobrindt und Schmidt mĂŒssen selbst zu MeeresschĂŒtzern werden und endlich etwas fĂŒr die an unseren KĂŒsten verschwundenen und bedrohten Arten und LebensrĂ€ume wie Schweinswal, Sandkoralle und Seegraswiese tun“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Über www.NABU.de/sosfuersmeer sollen sich die Menschen direkt an die Minister wenden, damit sich diese persönlich fĂŒr effektive Schutzgebiete einsetzen und den Raubbau im Meer beenden.

Rund ein Drittel der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone von Nord- und Ostsee (AWZ), dem Seegebiet zwischen 12 und 200 Seemeilen, stehen unter Schutz ­– eine Spitzenposition im europĂ€ischen Vergleich. Das Problem ist nur, dass in den Schutzgebieten auch zukĂŒnftig alles erlaubt sein soll, was auch außerhalb an potentiell schĂ€dlichen AktivitĂ€ten stattfindet, von Fischerei ĂŒber Schifffahrt bis zum Rohstoffabbau. Selbst seismische Untersuchungen, Öl- und Gasförderung oder Fracking sind nach jetzigem Verordnungsentwurf nicht verboten.

„WĂ€hrend sich Deutschland international immer wieder fĂŒr den Meeresschutz einsetzt, drohen wir beim Schutz der marinen Artenvielfalt vor der eigenen HaustĂŒr wiederholt zu versagen“, so Miller. Über die VerordnungsentwĂŒrfe der sechs Naturschutzgebiete tobt ein offener Streit zwischen MeeresschĂŒtzern und Meeresnutzern, zwischen UmweltverbĂ€nden auf der einen und Angel-, Tourismus- und WirtschaftsverbĂ€nden auf der anderen Seite. Ähnlich kontrovers geht es zwischen dem eigentlich federfĂŒhrenden Bundesumweltministerium und den drei Nutzerministerien zu. „Unter dem Druck eines EU-Vertragsverletzungsverfahrens wegen verspĂ€teter Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie haben die Ministerien fĂŒr Wirtschaft, Verkehr und Landwirtschaft dem Umweltministerium so weitgehende ZugestĂ€ndnisse abgerungen, dass die VerordnungsentwĂŒrfe weder dem dramatisch schlechten Zustand von Nord- und Ostsee gerecht werden noch den Vorgaben des europĂ€ischen Umweltrechts“, kritisierte NABU-Leiter Meeresschutz Kim Detloff.

Jetzt steht die zweite Runde der Ressortabstimmung bevor, dann gehen die Verordnungen zum Beschluss in das Bundeskabinett. „Es bleibt nicht viel Zeit, aus schlechten EntwĂŒrfen ein echtes Instrument des Meeresnaturschutzes zu machen. Der Ball liegt bei den Bundesministern Gabriel, Dobrindt und Schmidt. Sie mĂŒssen Verantwortung ĂŒbernehmen und zu ZugestĂ€ndnissen bereit sein, um den Meeren eine Zukunft zu geben“, so Detloff. Am Beispiel an unseren KĂŒsten verschwundener und stark bedrohter Arten und LebensrĂ€ume beschreibt die Kampagne „SOS fĂŒrs Meer“ den dramatischen Verlust der marinen Vielfalt in den vergangenen Jahrzehnten, benennt Ursachen und zeigt, wer dafĂŒr politische Verantwortung trĂ€gt.
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NABU: Windenergie-Lobby leugnet Artenschutzproblematik
NABU erkennt Parallelen zu Klimawandelskeptikern / Miller: Bestehende Konflikte lösen statt wissenschaftliche Ergebnisse leugnen

Der NABU kritisiert den erneuten Versuch von Teilen der Windenergie-Branche scharf, wissenschaftliche Erkenntnisse zum Artenschutz beim Ausbau der Windenergie abzuwerten. Hintergrund ist eine fĂŒr den morgigen Donnerstag angekĂŒndigte kritische Stellungnahme des ehemaligen MdB Hans-Josef Fell und des Schweizer IngenieurbĂŒros KohleNusbaumer zu einer bisher unveröffentlichten, vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Studie zu den Auswirkungen von Windkraftanlagen auf Vögel. Diese sogenannte PROGRESS-Studie ist die umfassendste und reprĂ€sentativste Studie zur tatsĂ€chlichen Zahl von Vogelkollisionen an Windkraftanlagen und die daraus abzuleitenden Folgen fĂŒr die Populationen. Sie wurde von einem Konsortium unabhĂ€ngiger FachbĂŒros und UniversitĂ€ten durchgefĂŒhrt und kommt zu dem Ergebnis, dass Windkraftanlagen tatsĂ€chlich Auswirkungen auf VogelbestĂ€nde haben. Die Windenergie-Branche um den ehemaligen MdB Fell, versucht diese Ergebnisse durch die Vorstellung einer Gegenstudie abzuwerten.

„Inzwischen erinnert der missionarische Eifer lautstarker Teile der Windenergiebranche beim Konflikt zwischen Artenschutz und Windenergie an das Vorgehen der Klimaskeptiker. Diese versuchen durch wiederholtes Infrage stellen wissenschaftlicher Erkenntnisse Zweifel an der Existenz des Klimawandels zu streuen, um dadurch den Ausbau erneuerbarer Energien zu verhindern. Stattdessen wĂ€re es dringend notwendig, dass sich die Windenergie-Branche den nachgewiesenen Problemen stellt und gemeinsam mit Behörden, Fachexperten und UmweltverbĂ€nden praktische Lösungen entwickelt und umsetzt,“ sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Die Ergebnisse der PROGRESS-Studie wurden im Januar in Teilen in der SĂŒddeutschen Zeitung veröffentlicht, ein Interview mit den Autoren dazu in der Fachzeitschrift „Der Falke“. Sie bestĂ€tigen, dass die Schlagopferzahlen fĂŒr die meisten Vogelarten nicht bestandsrelevant sind, zeigt aber gleichzeitig, dass einige Vogelarten so stark betroffen sind, dass von einer GefĂ€hrdung der heimischen Populationen durch die Windkraft ausgegangen werden muss. Insbesondere fĂŒr den deutschlandweit verbreiteten MĂ€usebussard belegt die Studie fĂŒr den norddeutschen Raum eine Rate von 0,48 erschlagenen Individuen pro Windrad und Jahr. Deutschlandweit muss daher bei gut 26.000 bestehenden Windkraftanlagen von ĂŒber 12.000 getöteten MĂ€usebussarden pro Jahr ausgegangen werden – bei einem Bestand von etwa 100.000 Brutpaaren. Berechnungen im Rahmen der PROGRESS-Studie zeigen, dass in Regionen mit fortgeschrittenem Ausbaustand der Windenergie Populationsabnahmen mit dieser Sterblichkeit erklĂ€rt werden können. Die aktuelle starke Bestandsabnahme im besonders windenergiereichen Schleswig-Holstein bestĂ€tigt diese Erkenntnis bereits heute.

Deswegen muss aus NABU-Sicht beim weiteren Ausbau der Windenergie RĂŒcksicht auf den MĂ€usebussard oder andere betroffene Arten wie den Rotmilan genommen werden, was der ehemalige Bundestagsabgeordnete Hans-Josef Fell und der Schweizer Windkraftentwickler Oliver Kohle nicht akzeptieren wollen. Stattdessen kĂŒndigen sie eine „Studie“ an, die die Aussagen der PROGRESS-Studie in Frage stellt. Unter anderem behaupten Fell und Kohle, dass der Bestand des MĂ€usebussards parallel zum Bau von Deutschlands 26.000 WindrĂ€dern angestiegen sei. Das Gegenteil ist der Fall: Nach den offiziellen Monitoringdaten, die in Deutschland vom Programm zum Monitoring von Greifvögeln und Eulen erhoben werden, nahm der bundesweite MĂ€usebussard-Bestand zwar von 1988 bis 2006 leicht zu, anschließend bis zum Ende der Datenreihe im Jahr 2013, also parallel zum Ausbau der Windkraft, jedoch um mindestens 30 Prozent ab. Dabei ist davon auszugehen, dass in diesen Zahlen stĂ€rkere Abnahmen in windenergiereichen Gegenden Norddeutschlands durch bessere Trends im windkraftarmen SĂŒden zum Teil ausgeglichen werden.

„Das Ergebnis der PROGRESS-Studie ist der erste Hinweis darauf, dass allein das Einhalten von MindestabstĂ€nden zwischen gefĂ€hrdeten Vogelvorkommen und WindrĂ€dern, wie sie im sogenannten ‘HelgolĂ€nder Papier‘ der staatlichen Vogelschutzwarten formuliert sind, nicht ausreicht, um alle Vogelarten ausreichend zu schĂŒtzen. FĂŒr den MĂ€usebussard wird darin bisher kein Mindestabstand gefordert“, so Miller.

Der NABU fordert daher in diesem und Ă€hnlichen FĂ€llen, den weiteren Ausbau der Windenergie an die Populationsentwicklung der betreffenden Art zu koppeln und dadurch geltendem Artenschutzrecht zu entsprechen. Nur wenn die Population der Art in einem bestimmten Bundesland nicht weiter abnimmt, dĂŒrften neue Genehmigungen fĂŒr WEA im Vorkommensgebiet der Art erteilt werden. Dann wĂ€re ein weiterer Ausbau der Windenergie im betreffenden Bundesland möglich, solange Maßnahmen getroffen wĂŒrden, um die regionalen BestĂ€nde der Art zu stĂŒtzen. Diese sollten sowohl eine Minderung der Auswirkungen der Windenergieanlagen beinhalten (RĂŒckbau besonders kollisionstrĂ€chtiger Anlagen, großflĂ€chiges Freihalten besonders wichtiger Vorkommensgebiete und notfalls auch MindestabstĂ€nde) als auch Maßnahmen zur Verringerung der MortalitĂ€t durch andere Ursachen (illegale Verfolgung, Straßenverkehr) und Maßnahmen zur Erhöhung des Bruterfolges (Lebensraumverbesserungen u.a. durch gezielte Agrarumweltmaßnahmen oder spezielle Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen). Ein gezieltes Monitoring der betreffenden Population muss die Wirksamkeit der Maßnahmen belegen, wovon die GenehmigungsfĂ€higkeit neuer WEA abhĂ€ngt. Mit dieser Vorgehensweise wĂ€re es möglich, den notwendigen weiteren Ausbau der Windenergie im Sinne einer naturvertrĂ€glichen Energiewende mit dem Schutz gefĂ€hrdeter Arten zu verbinden.
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NABU: Mit mehr Auen- und GrĂŒnlandschutz Folgen von Unwettern mildern
Umdenken in der Landwirtschaft und Neuausrichtung der GewÀsserpolitik nötig

Angesichts der Folgen starker Unwetter in vielen Regionen Deutschlands drÀngt der NABU auf einen Kurswechsel in der Agrar- und GewÀsserpolitik und mahnt einen grundlegenden Bewusstseinswandel an.

„Extreme Wetterereignisse wie derartige Starkregen werden in den nĂ€chsten Jahren und Jahrzehnten vielerorts zunehmen, das zeigen die Klimaprognosen. Es kommt nun darauf an, welche SchlĂŒsse wir daraus ziehen. Verhindern lassen sich diese Ereignisse nie völlig, wir können aber alles daran setzen, die Auswirkungen zu mildern“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.
Menschliches Handeln habe an vielen Stellen dafĂŒr gesorgt, dass NiederschlĂ€ge weniger in der FlĂ€che zurĂŒck gehalten werden und schneller in die BachlĂ€ufe gelangen. Dies geschieht beispielsweise durch die Intensivierung der Landwirtschaft, die technische EntwĂ€sserung und die Versiegelung des Bodens fĂŒr Siedlungs- und Verkehrszwecke.

„In den vergangenen 200 Jahren wurden FlĂŒsse begradigt, Auen bebaut und viele FlĂ€chen mit Beton und Asphalt versiegelt. In der Landwirtschaft bewirkt der RĂŒckgang von Wiesen und Weiden einen Verlust von RĂŒckhalteflĂ€chen. Anstatt langsam zu versickern, lĂ€uft das Regenwasser schnell in die BĂ€che und FlĂŒsse ab und lĂ€sst diese rasant anschwellen“, so Miller weiter. Gerade der in den vergangenen Jahren verstĂ€rkte Maisanbau könnte hier besonders lokal ein Problem darstellen, hier lĂ€uft das Wasser viel schneller ab als auf Wiesen und Weiden oder mit Getreide bestandenen AckerflĂ€chen. „Auf mehr als 20 Prozent der Äcker steht mittlerweile Mais, in manchen Regionen ist der Anteil noch viel höher. Wenn dann noch Hanglagen hinzukommen, kann dies bei starken NiederschlĂ€gen zum Problem werden“, so Miller.

Ähnlich gestalte es sich in Einzugsgebieten mit einem hohen Anteil versiegelter FlĂ€chen. „Hier rĂ€cht es sich, dass in der Vergangenheit vielfach keine RĂŒcksicht auf die lokalen Gegebenheiten genommen und in die natĂŒrlichen ÜberflutungsflĂ€chen hinein gebaut wurde. Wenn dann noch der Lauf begradigt und die GewĂ€sserbetten kĂŒnstlich eingeengt wurden, kann das katastrophale Ausmaße annehmen, wie viele Menschen gerade wieder leidvoll erfahren mussten“, so Miller.

Hier brauche es ein Umdenken nicht zuletzt auch auf kommunaler Ebene. Der Vorsorgegedanke mĂŒsse gegenĂŒber kurzfristigen Interessen viel stĂ€rker in der kommunalen Bauplanung berĂŒcksichtigt werden, die dezentrale Versickerung von Regenwasser könne da nur ein erster, aber gleichwohl relativ leicht umzusetzender Anfang sein. „Die Informationsgrundlagen sind dank der EU-Hochwassermanagementrichtlinie da, die Hochwassergefahrenkarten im Internet ganz einfach abrufbar. Jede Gemeinde sollte prĂŒfen, wie verletzlich sie durch Starkregenereignisse oder andere Wetterextreme wie StĂŒrme oder Hitzeperioden ist und daraus die richtigen SchlĂŒsse fĂŒr eine langfristige Anpassungsplanung ziehen“, so Miller.

Der NABU fordert eine umweltvertrĂ€glichere GewĂ€sserpolitik und setzt sich fĂŒr ein Bundesprogramm „Blaues Band“ ein. Ziel ist es, den ökologischen Zustand unserer GewĂ€sser zu verbessern. Bislang weist nur jeder zehnte Fluss oder Bach in Deutschland einen „guten Zustand“ auf, wie ihn die EU fordert und wie er bis zu diesem Jahr eigentlich fĂŒr alle FließgewĂ€sser erreicht sein sollte. Die NABU-Forderung nach einem Bundesprogramm zur ökologischen Entwicklung von Bundeswasserstraßen hat die Bundesregierung in ihren Koalitionsvertrag aufgenommen. Aktuell erarbeitet eine Gruppe aus Vertretern des Verkehrs- und Umweltministeriums, wie das Programm konkret aussehen soll. Dem Bund kommt dabei, nach Ansicht des NABU, besondere Verantwortung zu: Er ist EigentĂŒmer aller als Bundeswasserstraßen eingestuften FlĂŒsse in Deutschland. Um sie zu verbessern, könnte die laufende Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes hilfreich sein. Neue Einstufungen der FlĂŒsse anhand ihrer tatsĂ€chlichen Bedeutung fĂŒr den GĂŒtertransport und damit kĂŒnftig besser am Bedarf ausgerichtete Maßnahmen können den Druck auf die FlĂŒsse deutlich reduzieren.

Hintergrund zu den aktuellen Ereignissen und NABU-Forderungen:

Besonders betroffen waren Mittelgebirgsregionen. Bei solchen starken Unwettern wird in der Regel immer der gesamte Talboden geflutet. Wegen der Besiedelung der FlĂ€chen ist in diesen Regionen der Platz beengt und der Fluss hat wenig Raum. FrĂŒher gab es dort mehr Moore, die Wasser aufgenommen und es ĂŒber Wochen wieder abgegeben haben. Heute sind die Berglagen in aller Regel erschlossen und werden vielfach intensiv forstlich bzw. landwirtschaftlich genutzt. Nicht selten transportieren Drainagen und GrĂ€ben das Wasser auch noch beschleunigt in das Tal.

Insgesamt ist die FĂ€higkeit unserer Landschaft, Niederschlag zurĂŒckzuhalten, durch Nutzungen in den vergangenen Jahrhunderten stark reduziert worden. FĂŒr das dadurch schneller abfließende Niederschlagswasser fehlt in den besiedelten Auen der Abflussquerschnitt, also die Menge Wasser, die gespeichert werden kann, wenn man den Querschnitt senkrecht zur Fließrichtung bildet. Mit kĂŒnstlichem Retentionsersatz (RĂŒckhaltebecken) wird aus NABU-Sicht daher nur wenig erreicht, da diese an jedem Taleingang errichtet werden mĂŒssten. DarĂŒber hinaus fehlen fĂŒr solche Becken der Platz und das Aufnahmevolumen.

Was ist zu tun?
Der NABU spricht sich fĂŒr eine wesentliche Verbesserung natĂŒrlicher RĂŒckhalteflĂ€chen in Bergregionen durch eine strikt nachhaltige Landnutzung aus. Dazu zĂ€hlt vor allen Dingen die Erhöhung der natĂŒrlichen Speicherfunktion durch Moore, Humus-Bildung, naturnahe WĂ€lder sowie die Beseitigung von Drainagen und EntwĂ€sserung außerhalb von Siedlungen. Neben dem meist bestehenden technischen Hochwasserschutz ist vor allem die Schaffung von Abflussmöglichkeiten durch eine umfassende Auenentwicklung notwendig, ein Bauverbot in Gefahrengebieten und die Anpassung der kommunalen Raumplanung an mögliche Gefahrensituationen durch Unwetter.
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NABU: EEG-Novelle bringt Pariser Klimaziele in Gefahr
Neues Ausschreibungssystem mit negativen Folgen fĂŒr Bevölkerung und Natur

Mit der am gestrigen Mittwoch beschlossenen Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) bringt die Bundesregierung nach Ansicht des NABU die Pariser Klimaziele in Gefahr. „Es ist schon erschreckend, dass die Bundesregierung beim ersten Lackmustest wieder einmal den Schutz unseres Klimas hinten anstellt und den Bewahrern des fossilen und atomaren Energiesystems massiv in die Karten spielt. Mit Blick auf die Zukunft hĂ€tte die Bundesregierung eigentlich wichtige Vorgaben machen mĂŒssen: fĂŒr eine bessere QualitĂ€t und den naturvertrĂ€glichen Ausbau der Erneuerbaren“, so Tschimpke.

Mit der Neufassung des EEG steht ein grundlegender Systemwechsel an. Wurden bislang Festpreise fĂŒr Ökostrom gewĂ€hrt, kommt nun ein neues Ausschreibungssystem. Neue Projekte fĂŒr Erneuerbare werden ausgeschrieben – den Zuschlag soll erhalten, wer am wenigsten Subventionen benötigt. Damit will die Bundesregierung den Ausbau der Erneuerbaren begrenzen, bis 2025 auf maximal 45 Prozent. Doch dieses Ziel beißt sich mit den Klimaschutzzielen von Paris: FĂŒr einen effektiven Schutz des Klimas mĂŒsste dieser Anteil bis dahin bei deutlich ĂŒber 50 Prozent liegen.

„Dass sich die Bundesregierung auf die strikte Begrenzung des Ausbaus Erneuerbarer versteift, zeugt von geringer Weitsicht. Langfristig gesehen wĂ€re es deutlich besser gewesen, qualitative Ziele in das EEG aufzunehmen. Denn nur wenn Anlagen sauber geplant und gebaut sind, wird die Energiewende zum Erfolgsprojekt“, so der NABU-PrĂ€sident. Um die Akzeptanz bei der Bevölkerung zu sichern und die Natur nicht unnötig in Mitleidenschaft zu ziehen, muss der Ausbau rĂ€umlich besser gesteuert werden, und zwar ĂŒber eine verbindliche Regionalplanung. Dazu zĂ€hlt auch ein besseres QualitĂ€tsmanagement bei den ökologischen VertrĂ€glichkeitsprĂŒfungen fĂŒr AntrĂ€ge und Genehmigungen von Neuanlagen.

Doch in der EEG-Novelle kommt die RĂŒcksicht auf die Natur bislang zu kurz. Stattdessen wurden sogar aus Naturschutzsicht wertvolle FlĂ€chen, nĂ€mlich GrĂŒnland in benachteiligten Gebieten, fĂŒr den Ausbau von Photovoltaik-FreiflĂ€chen freigegeben. „Selbst mit der Solar-Branche sind wir uns einig, dass fĂŒr FreiflĂ€chenanlagen vorrangig Gebiete mit hoher Vorbelastung und geringer naturschutzfachlicher Bedeutung genutzt werden sollten“, so Tschimpke.

Ein weiterer Kritikpunkt: Durch den Systemwechsel beim EEG werden kĂŒnftig vor allem kleinere Akteure benachteiligt. „Ausgerechnet die BĂŒrgerenergie, die regionale Wertschöpfung generiert und die Akzeptanz der Energiewende sichert, wird durch das Ausschreibungssystem systematisch ausgebremst. Zwar kann die BĂŒrgerenergie an Ausschreibungen teilnehmen und erst im Nachgang die notwendigen Genehmigungen einreichen – doch dadurch ist die Planungssicherheit fĂŒr diese Projekte ĂŒberhaupt nicht gewĂ€hrleistet. Gleichzeitig geraten naturschutzfachliche Belange in Gefahr. Denn ausgerechnet diese Genehmigungen können nachgelagert werden. Das fĂŒhrt dazu, dass Genehmigungsbehörden unter öffentlichen Druck geraten und womöglich Bewilligungen erteilen, die rechtlich nicht haltbar sind“, so der NABU-PrĂ€sident.

Auch bei der Windenergie auf See mĂŒssen nach Ansicht des NABU Natur und Umwelt stĂ€rker berĂŒcksichtigt werden. Bei Voruntersuchungen fĂŒr mögliche FlĂ€chen muss dazu das Bundesamt fĂŒr Naturschutz einbezogen werden.

Als BegrĂŒndung fĂŒr die Drosselung erneuerbarer Energien gilt der derzeit schleppende Netzausbau. Er wird durch QuerschĂŒsse einzelner BundeslĂ€nder, wie zuletzt Bayern, immer wieder massiv ausgebremst. Um die notwendigen Leitungen so bald wie möglich zu errichten und Wind- und Sonnenstrom besser transportieren zu können, mĂŒssen alle technischen und rĂ€umlichen Möglichkeiten genutzt werden. Dazu zĂ€hlen die Erdverkabelung, eine BĂŒndelung von Leitungen und auch modernere Mastdesigns – alle diese Optionen mĂŒssen ergebnisoffen und je nach Ort gewĂ€hlt werden. So können Mensch und Natur so weit wie möglich geschont werden. Durch eine Förderinitiative von Speichermöglichkeiten fĂŒr erneuerbare Energien ließen sich einzelne Leitungen sogar ganz einsparen.
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NABU und REWE verzichten auf PlastiktĂŒten
Gemeinsamer Einsatz fĂŒr nachhaltigeres Wirtschaften, Umwelt- und Ressourcenschutz

Im Sommer letzten Jahres unterzeichneten der NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) und die REWE Group nach jahrelanger Zusammenarbeit eine langfristige strategische Partnerschaft. Ein weiterer Meilenstein konnte nun mit dem Verzicht von Tragetaschen aus Plastik in allen REWE-SupermÀrkten gesetzt werden. Ziel der Partnerschaft ist es, gemeinsam dem nachhaltigeren Wirtschaften im Handel und dem nachhaltigeren Konsum in Deutschland neue, zusÀtzliche Impulse zu geben, sowie den Umwelt- und Ressourcenschutz in den Wertschöpfungsketten weiter zu verbessern.

„Wir freuen uns, dass wir mit dem Verzicht auf die PlastiktĂŒte und der StĂ€rkung von alternativen Tragetaschen und Einwegkartons den Startschuss setzen fĂŒr gemeinsame AktivitĂ€ten im Bereich Ressourcen- und GewĂ€sserschutz. Die REWE unterstĂŒtzt den mitgliederstĂ€rksten Umweltverband in Deutschland bei seinen Projekten zum Thema „Saubere Meere, FlĂŒsse und Seen“. Dazu werden wir eine Reihe von Initiativen durchfĂŒhren“, sagt Lionel Souque, Vorstandsmitglied REWE Group und dort unter anderem fĂŒr die rund 3.000 REWE MĂ€rkte in Deutschland verantwortlich.

Bereits seit 2009 berĂ€t und begleitet der NABU das Nachhaltigkeitsengagement von REWE als neutrale und unabhĂ€ngige Instanz. Der NABU ist deshalb bei dem Verzicht auf die PlastiktĂŒte aktionsbegleitender Kooperationspartner. Im Rahmen des „International Coastal Cleanup Day“ am 17. September, an dem sich jedes Jahr zahlreiche Freiwillige des NABU fĂŒr saubere KĂŒsten und GewĂ€sser beteiligen, wird sich REWE in diesem Jahr erstmals gemeinsam mit dem NABU fĂŒr saubere Meere, FlĂŒsse und Seen engagieren.

„Der Großteil der AbfĂ€lle gelangt vom Land ins Meer: TĂŒten, Verpackungen, Plastikflaschen und Zigarettenkippen. Die Reduktion von PlastiktĂŒten ist ein wichtiger Anfang. Der Handel muss hier weiter vorangehen und den VerpackungsmĂŒll auch in anderen Bereichen des tĂ€glichen Lebens weiter reduzieren. Von der Politik fordern wir eine Gesetzgebung, die Mehrwegsysteme fördert und auf Abfallvermeidung und Ressourcenschonung setzt“, sagt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Grundlage der Zusammenarbeit von NABU und der REWE Group sind unter anderem themenspezifische Arbeitsgruppen, regelmĂ€ĂŸige Strategieworkshops und Roadmaps fĂŒr die Erreichung von zuvor festgelegten Nachhaltigkeitszielen. „Der NABU begleitet uns als konstruktiver, aber auch kritischer Kooperationspartner bei unseren Nachhaltigkeitsengagements. Dass der NABU in ganz Deutschland auch in Ortsgruppen prĂ€sent ist, hilft uns, unser Engagement bis herunter auf die Ebene unserer MĂ€rkte fĂŒr unsere Kunden und Mitarbeiter wirkungsvoller umsetzen zu können. Wie gut unsere Zusammenarbeit heute funktioniert, zeigt unsere Entscheidung, auf PlastiktĂŒten zu verzichten, bei der uns der NABU beratend zur Seite stand“, so Lionel Souque.

PRO PLANET
NABU und REWE bauen bereits auf zahlreiche erfolgreiche Projekte auf. So ist der NABU seit 2009 im PRO PLANET-Beirat der REWE Group vertreten. Mit dem PRO PLANET-Label können Lebensmittel, Gebrauchsartikel und Dienstleistungen gekennzeichnet werden, die neben hoher QualitĂ€t zusĂ€tzlich auch positive ökologische oder soziale Eigenschaften aufweisen. Im Rahmen der Vergabe des PRO PLANET-Labels fĂŒr Eigenmarkenprodukte setzt sich die REWE Group dafĂŒr ein, Probleme in der Wertschöpfungskette zu analysieren und systematisch zu lösen. Ziel ist es, dass Produkte und Dienstleistungen Umwelt und Mensch wĂ€hrend ihrer Herstellung, Verarbeitung oder Verwendung deutlich weniger belasten. Der PRO PLANET-Beirat unterstĂŒtzt die REWE Group in allen Prozessschritten als fachlicher Berater.

Nachhaltiger Apfelanbau
Eines der grĂ¶ĂŸten PRO PLANET-Projekte ist das Apfelprojekt, das unter anderem in Zusammenarbeit mit dem NABU organisiert wird. Dabei schaffen Obstbauern von der Bodenseeregion bis zum Alten Land und vom Rheinland bis nach Sachsen LebensrĂ€ume fĂŒr Insekten, indem sie zum Beispiel Blumenwiesen und Hecken anlegen. Das Nahrungs-angebot fĂŒr Bienen wird damit ganzjĂ€hrig verbessert. Die Bienen wiederum helfen den Erzeugern durch die BestĂ€ubung der ApfelblĂŒten den Ertrag und die ProduktqualitĂ€t zu verbessern.
Nachhaltigkeitswochen zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt
Um auf die akute Gefahr des Bienensterbens aufmerksam zu machen, haben die REWE-SupermĂ€rkte in Deutschland den NABU in den letzten Jahren im Rahmen ihrer bundes-weiten Nachhaltigkeitswochen mit 30 Cent fĂŒr jeden verkauften Honig unterstĂŒtzt. In den Jahren 2013 bis 2015 konnten dank REWE durch den NABU insgesamt 400.000 Euro fĂŒr die Anlage, den Schutz und die naturvertrĂ€gliche Bewirtschaftung von Streuobstwiesen eingesetzt werden. Im letzten Jahr unterstĂŒtzte REWE außerdem den Deutschen Waldschutzfonds des NABU. Mit Hilfe des von der NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe“ 2013 initiierten Waldschutzfonds können große, zusammenhĂ€ngende WaldflĂ€chen gekauft werden. Mit einer Kinder-Malaktion wĂ€hrend der REWE-Nachhaltigkeitswochen wurden Gelder fĂŒr den Schutz von insgesamt 120.000 Quadratmeter Wald zur VerfĂŒgung gestellt.

Über den NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.)
Der NABU ist seit ĂŒber 115 Jahren aktiv. Mit rund 590.000 Mitgliedern und Förderern ist der NABU der mitgliederstĂ€rkste Umweltverband in Deutschland. Der NABU ist ĂŒberall dort, wo die Natur eine Rolle spielt, vom eigenen Garten bis zur politischen BĂŒhne, von der Schutzgebietspflege vor der HaustĂŒr bis zum Engagement fĂŒr internationale Projekte. Ob es um die Pflege von Streuobstwiesen, den Schutz der Zugvögel oder den Einsatz fĂŒr eine zukunftsfĂ€hige Energiepolitik geht: 35.000 Aktive in bundesweit ĂŒber 2.000 NABU-Gruppen begreifen Naturschutz als Lebensaufgabe und verleihen dem Einsatz des NABU fĂŒr Mensch und Natur eine enorme Durchschlagskraft. Naturschutz hört nicht an den Landesgrenzen auf. Daher ist der NABU auch in ausgewĂ€hlten internationalen Projekten aktiv. Hauptregionen dieser internationalen Naturschutzarbeit sind Afrika, die Kaukasus-Region, Mittelasien und Europa.

Über REWE
Mit einem Umsatz von 17,7 Mrd. Euro (2015), rund 119.000 Mitarbeitern und weit ĂŒber 3.000 REWE MĂ€rkten gehört die REWE Markt GmbH zu den fĂŒhrenden Unternehmen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Die REWE MĂ€rkte werden als Filialen oder durch selbststĂ€ndige REWE-Kaufleute betrieben. Die genossenschaftliche REWE Group ist einer der fĂŒhrenden Handels- und Touristikkonzerne in Deutschland und Europa. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Gesamtaußenumsatz von ĂŒber 52,4 Milliarden Euro. Die 1927 gegrĂŒndete REWE Group ist mit ihren 330.000 BeschĂ€ftigten und 15.000 MĂ€rkten in 20 europĂ€ischen LĂ€ndern prĂ€sent. In Deutschland erwirtschafteten im Jahr 2015 rund 232.000 Mitarbeiter in rund 10.000 MĂ€rkten einen Umsatz von 38,2 Milliarden Euro.
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ÖKO-TEST Kompakte Deosprays
Das ÖKO-TEST-Magazin Juni 2016 gibt es seit dem 25. Mai 2016 Handel.
 
ÖKO-TEST Kompakte Deosprays
AnrĂŒchiges unter der Achsel

Kompakte Deosprays sollen laut Hersteller genauso ergiebig sein wie herkömmliche Produkte, obwohl sie in kleineren Verpackungen stecken. Das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST wollte wissen, ob das stimmt, aber auch wie wirksam diese sind und ob sie Schadstoffe beinhalten. Das Testergebnis: Die Ergiebigkeit ist top, die Wirksamkeit nicht belegt und die Inhaltsstoffe lassen teilweise zu wĂŒnschen ĂŒbrig.

Der Praxistest zeigte, dass die kleinen kompakten Deosprays genauso lange halten wie grĂ¶ĂŸere Deosprayvarianten der gleichen Marke, teilweise sogar lĂ€nger. Allerdings sieht ÖKO-TEST die Wirkversprechen kritisch, die großspurig auf den Verpackungen gemacht werden wie „24 h Deodorant“ oder „Anti-Transpirant 48 h“. Denn fundierte Studien zur Wirksamkeit kann oder will so gut wie kein Hersteller vorlegen. Ein weiteres Manko sind bei einigen Produkten zudem Inhaltsstoffe wie Aluminiumchlorhydrat, welches die Poren verengt, damit weniger Schweiß austritt. Die Aufnahme von Aluminium ĂŒber die Haut oder Nahrung sehen Wissenschaftler aber kritisch, weil es als neurotoxisch gilt.

Aluminium ist auch aus einem anderen Grund kritisch zu sehen: Sprays in Aluminiumdosen sind bei den Deutschen als Dedorant am beliebtesten. Doch die Aluminiumproduktion gehört weltweit zu den stromfressendsten Industrien, bei der auch das giftige Nebenprodukt Rotschlamm anfĂ€llt. Auch geht der Abbau von Erzen fĂŒr die Produktion von Aluminium mit Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen einher, und es wird dafĂŒr Regenwald abgeholzt. ÖKO-TEST empfiehlt daher Verbrauchern, zu Deos in Verpackungen aus Glas oder Kunststoff zu greifen.
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Coffee to go-Mehrwegbecher in Freiburg
Pfand-tastische Kaffeebecher entlasten die Umwelt

Coffee to go - der Kaffee zum Mitnehmen - ist beliebt. Nach
Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) werden
deutschlandweit 2,8 Milliarden Coffee to go-Becher pro Jahr
verbraucht. Das entspricht einem jÀhrlichen Durchschnitt von
34 Einwegbechern pro BundesbĂŒrgerin und BundesbĂŒrger.
Die Trinkbecher bestehen meist aus beschichteter Pappe und
einem Kunststoffdeckel, fĂŒr ihre Herstellung werden große
Mengen Holz, Wasser und Energie benötigt. Das Material
lĂ€sst sich nicht recyceln und muss als RestmĂŒll entsorgt
werden.

Zum erneuten Umweltproblem werden die Becher, sobald sie
leer sind: Sie werden hÀufig irgendwo stehen gelassen. Das
wirkt sich negativ auf das Stadtbild aus und erschwert die
Arbeit der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF).
Um deutsche StÀdte von weggeworfenen Kaffeebechern zu
befreien, fordert die DUH die EinfĂŒhrung einer Abgabe von 20
Cent je Becher.

Eine GaststĂ€tte an der UniversitĂ€tsbibliothek hat sich fĂŒr
einen anderen Weg entschieden. Dort wird der Kaffee zum
Mitnehmen ab sofort in einem attraktiven Pfandbecher aus
einem umweltfreundlichen Material angeboten. Die Kunden
können den Becher gegen Pfand behalten oder zurĂŒckgeben.
Bei Bedarf wird er wieder aufgefĂŒllt oder er kommt in die
SpĂŒlmaschine. Aber auch eigene Becher der Kunden werden
befĂŒllt. Damit soll ein Zeichen gesetzt werden gegen die
WegwerfmentalitÀt und Ressourcenverschwendung. Das
Modell soll im Sommer auch auf andere GetrÀnke wie
Eiskaffee erweitert werden.

Die Stadt Freiburg unterstĂŒtzt den Vorstoß des Lokals. „Die
Mehrwegbecher sind ein wirkungsvolles Medium, um die
Kunden fĂŒr das Thema Abfallvermeidung zu sensibilisieren,“
erlĂ€utert Michael Broglin, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der ASF. „Wir
wĂŒnschen uns, dass die Initiative viele Kaffeetrinker zum
Nachdenken bewegt.“ Die ASF hofft, dass weitere Freiburger
Gastronomen ebenfalls Mehrwegbecher anbieten.
 
 

 
Wetter-Klima-Katastrophen
Prof. Dr. RĂŒdiger Glaser zu 1200 Jahre Klimageschichte Mittteleuropas:
„Zur Klimageschichte Mitteleuropas. 1200 Jahre Wetter, Klima, Katastrophen“ spricht Professor Dr. RĂŒdiger Glaser, Direktor des Instituts fĂŒr Physische Geographie der UniversitĂ€t Freiburg i.Br. am Samstag, 18. Juni um 10.30 Uhr in der UniversitĂ€t Freiburg, Stadtmitte, Platz der UniversitĂ€t 3, Hörsaal 1015 im KollegiengebĂ€ude 1, beim Samstags-Forum Regio Freiburg von ECOtrinova e.V., Agenda21-BĂŒro und KlimabĂŒndnis Freiburg, AGUS MarkkrĂ€flerland e.V., Studierendenrat der UniversitĂ€t sowie Weiteren. - FĂŒr die anschließende FĂŒhrung um 13.00 Uhr beim neuen BĂŒrger-Wasserkraftwerk Staufen-Etzenbach mit Herbert Kaiser, Kraftwerke Kaiser KG, BĂŒrger-Energie-SĂŒdbaden eG und den Stadtwerken MĂŒllheim-Staufen ist Anmeldung erbeten an ecotrinova@web.de oder T. 0761-2168730. Anfahrt z.B. per Bahn bis direkt zum Kraftwerk. Der Eintritt ist frei. Schirmherrin des Forums ist die Freiburger UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik.

Der Klimahistoriker Professor RĂŒdiger Glaser leitet das Institut fĂŒr Physische Geographie der UniversitĂ€t Freiburg i.Br. und befasst sich gemessenen und berichteten Klimadaten. Glasers Buch "Klimageschichte Mitteleuropas", aus dem er berichtet, stellt 1200 Jahre Wetter und auch dramatische historische Katastrophen dar, so u.a. die "Mega-DĂŒrre" von 1540, die zum Austrocknen der FlĂŒsse und zu WaldbrĂ€nden fĂŒhrte, den sogenannten "Steppen-Sommer" von 1947, oder die Hitzewelle 2003, als 50.000 bis 70.000 Menschen an den Folgen der Hitze in Europa gestorben seien. Glaser: Der neuzeitliche Klimawandel habe vor etwa 40 Jahren begonnen und spitze sich immer weiter zu. Er sieht wenig Anlass, auf Besserung zu hoffen.
FÜHRUNG: Stromerzeugung mit bĂŒrgerschaftlichem Engagement: Ende 2015 ging nach kurzer Bau- und 14-jĂ€hriger Planungs- und Genehmigungszeit das Wasserkraftwerk am Neumagen bei Staufen-Etzenbach in Betrieb. Das 2,5-Millionen-Euro-Projekt wurde von der Todtnauer Firma Kaiser KG im Auftrag der Stadtwerke MĂŒllheim-Staufen mit einem Darlehen der BĂŒrger-Energie-SĂŒdbaden eG umgesetzt. Die Anlage produziert regional, dezentral und ökologisch sauber Strom mit einer Leistung von bis zu 350 kW und kann rund 1000 Stromspar-Haushalte versorgen.
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