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Samstag, 21. Oktober 2017
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Verschiedenes

NABU kritisiert erneute Glyphosat-Zulassung
NABU-Protestaktion gegen Glyphosat / Grafik: NABU/Diana Neumerkel
 
NABU kritisiert erneute Glyphosat-Zulassung
Verhandlungspartner boten bis zuletzt ein "Schwarzer-Peter-Spiel"

Der NABU hat die AnkĂŒndigung des EU-Kommissars fĂŒr Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Vytenis Andriukaitis, die Zulassung des Totalherbizids Glyphosat um weitere 18 Monate zu verlĂ€ngern, heftig kritisiert. Gerade auch unter dem Eindruck des Brexit sei die Entscheidung der EU-Kommission nicht akzeptabel.

„Der Zulassungspoker um Glyphosat belegt exemplarisch die Probleme, die das Misstrauen der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger gegen die EU-Institutionen in den vergangenen Jahren verstĂ€rkt haben. Statt sich am Vorsorgeprinzip zu orientieren und bis zum Beweis der Unbedenklichkeit fĂŒr Gesundheit und Umwelt Glyphosat zu verbieten, haben sich EU-Kommission und die meisten Vertreter der Mitgliedstaaten offenkundig von den Interessen der Agrarindustrie leiten lassen. Statt Verantwortung zu ĂŒbernehmen und eine klare Entscheidung zu treffen, boten die Verhandlungspartner den BĂŒrgern bis zuletzt ein ‘Schwarzer-Peter-Spiel‘“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Die Krebsforscher der Weltgesundheitsorganisation WHO hatten das Mittel im vergangenen Sommer als wahrscheinlich krebserregend eingestuft.

Da die EU-Kommission ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden ist, sollte sich jetzt wenigstens die Bundesregierung zu einem nationalen Verbot von Glyphosat durchringen, wie andere EU-Mitgliedstaaten es schon vorgemacht haben oder jetzt planen. So hat Frankreich, das sich gegen die VerlĂ€ngerung der Zulassung ausgesprochen hat, parallel zum Verhandlungsprozess in BrĂŒssel auf nationaler Ebene bereits 132 Glyphosat-haltigen PrĂ€paraten die Zulassung entzogen.

Der NABU fordert Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt erneut auf, das Pestizid in Parkanlagen und auf KinderspielplĂ€tzen, sowie im Privat- und Kleingartenbereich unverzĂŒglich zu verbieten.
Hinsichtlich des Einsatzes in der Landwirtschaft beweist nicht nur der ökologische Landbau seit Jahren, dass der Verzicht auf Glyphosat möglich ist.

Zum Hintergrund
Glyphosat ist das weltweit am hĂ€ufigsten eingesetzte Unkrautvernichtungsmittel, ĂŒber 700.000 Tonnen werden pro Jahr versprĂŒht. In Deutschland werden 6.000 Tonnen ausgebracht, wobei rund 39 Prozent aller AckerflĂ€chen behandelt werden. Eine aktuelle Übersichtsliste der noch zugelassenen glyphosathaltigen Mittel fĂŒr den Haus- und Kleingartenbereich hat der NABU unter www.NABU.de/glyphosat-im-garten veröffentlicht. Sie macht deutlich, welche Gefahren vom Totalherbizid ausgehen. Nicht nur BlĂŒten- und Samenpflanzen werden mit dem Einsatz von Glyphosat zerstört, sondern auch Fische und Amphibien sind gefĂ€hrdet, wenn es in OberflĂ€chengewĂ€sser gelangt. Diese Auswirkungen werden in KĂŒrzeln (NW261, NW264) auf den Packungen angegeben. In der Grafik stellt der NABU die einzelnen im Handel erhĂ€ltlichen Mittel und ihre Auswirkungen dar. Auch das Bundesumweltministerium fordert, die Auswirkungen von Glyphosat auf die BiodiversitĂ€t viel stĂ€rker zu beachten.
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Förderung von Dauerausstellung zum Nationalpark Schwarzwald
Deutsche Bundesstiftung Umwelt, DBU, fördert Dauerausstellung zum Nationalpark Schwarzwald mit knapp einer Million Euro

UmweltstaatssekretĂ€r Andre Baumann: „Die Bundesstiftung unterstĂŒtzt ein großartiges Ausstellungskonzept. Der Nationalpark bekommt einen echten Besuchermagneten.“

Die Dauerausstellung im neuen Besucher- und Informationszentrum des Nationalparks Schwarzwald, BIZ, wird „Eine Spur wilder“ heißen. Der Baubeginn fĂŒr das Zentrum ist im Oktober geplant, eröffnet werden sollen BIZ und Ausstellung im April 2019.

Dass die Deutsche Bundesstiftung Umwelt die Ausstellung mit fast einer Million Euro unterstĂŒtzt, ist fĂŒr UmweltstaatssekretĂ€r Andre Baumann ein Beleg dafĂŒr, dass das Konzept innovativ, stimmig und vor allem attraktiv ist: „Ich bin der DBU dankbar, dass sie mit ihrer Förderung auch generell die Bedeutung des Nationalparks und des BIZ unterstreicht. Wir mĂŒssen den Mut und die Weitsicht haben, Wildnis wieder zuzulassen und wir mĂŒssen den Menschen die Faszination, die Schönheit und den Wert dieser neuen Wildnis nahe bringen.“

Der Schutz unserer natĂŒrlichen Lebensgrundlagen könne nur gelingen, wenn die Menschen dieses Ziel auch mittragen, sagte Baumann weiter. DafĂŒr zu werben sei Aufgabe des Besucher- und Informationszentrums: „Die Besucherinnen und Besucher des Informationszentrums sollen erfahren, was 'Natur Natur sein lassen' bedeutet – staunend, verstehend und mit allen Sinnen fĂŒhlend. Wir möchten zeigen, was Bewahrung der Schöpfung in seiner konsequentesten Form heißt. Ich bin ĂŒberzeugt, die Dauerausstellung und das Besucherinformationszentrum werden auch der Besuchermagnet der Nationalparkregion."
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Ökostation Freiburg: Modellprojekt „GesundheitsfĂŒchse“
Kinder in der Ökostation
 
Ökostation Freiburg: Modellprojekt „GesundheitsfĂŒchse“
Freiburger SchĂŒler*innen aus Grund- und Förderschulen werden zu Gesundheitsexpert*innen ausgebildet.
Besuch der 3. Klasse der Karlschule am 16.Juni zum „Aktionstag Wiesenapotheke“ an der Ökostation Freiburg

„Hallo Herr Daschner“ begrĂŒĂŸte Arvo Mavergames aus der 3. Klasse der Karlschule Herrn Daschner. „Ich kenne Sie, weil Sie mein Nachbar sind. Ich war auch schon in Ihrem Garten, weil mal mein Fußball ĂŒber den Zaun geflogen ist.“ Alle Kinder und die Erwachsenen haben gelacht. Das war die spontane OuvertĂŒre zu Beginn des „Aktionstages Wiesenapotheke“ an der Ökostation Freiburg zu dem besondere GĂ€ste eingeladen waren. Dass von der Ökostation aus den vielen Bewerbungen auch die Karlschule fĂŒr die Teilnahme an dem Modellprojekt ausgewĂ€hlt wurde, hat Prof. Dr. Franz Daschner als Stifter besonders gefreut, da hier seine Kinder zur Schule gegangen waren und er sich auch heute noch der Schule in seiner Nachbarschaft verbunden fĂŒhlt. Daschner fördert ĂŒber die von ihm gegrĂŒndete viamedica – Stiftung das 3-jĂ€hrige Modellprojekt GesundheitsfĂŒchse der Ökostation, „weil mir als frĂŒherem Kinderarzt neben Kindern auch die Umwelt und Gesundheit sehr am Herzen liegen und diese Themen hier vorbildlich verbunden werden“ so Daschner.

Die ebenfalls anwesende Umwelt- und SchulbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik betonte, dass ihr das Gesundheitsbewusstsein der Freiburger Kinder sehr am Herzen liege und hat die aufgeweckte 3. Klasse zu einem Besuch ins Rathaus eingeladen.

Mit etwas Verzögerung starteten die Kinder dann in die praktischen Lernstationen der Wiesenapotheke im Garten, den Außenanlagen und auf der Wiese. Projektleiter Markus Stickling hatte mit den SchĂŒlern allerlei KrĂ€uter im Garten und auf der Wiese gesammelt, um gemeinsam eine Wund- und Heilsalbe anzurĂŒhren. Zuerst zerzupften die Kinder den Spitzwegereich, Schafgabe, Ringelblume und etwas LavendelblĂŒten, um die HeilkrĂ€utermischung und 80 Grad heißem Öl exakt 20 Minuten auf dem Herd auszulassen. Dann durften die Kinder nach dem Aussieben noch zerkleinertes Bienenwachs hinzugeben und haben abwechselnd durch permanentes rĂŒhren das Öl mit dem Wachs gemischt. In die kleinen von den Kindern mitgebrachten GlĂ€schen fĂŒllte Markus Stickling vorsichtig die heiße Öl-Wachs-KrĂ€utermischung. Die Kinder beschrifteten dann ihre GlĂ€schen und brachten sie zum AbkĂŒhlen in den Wintergarten.
„Solche praktischen Aktionen zum Selbermachen und die Kleingruppenarbeit an der Ökostation begeistert die Kinder ungemein“ sagt die Klassenlehrerin Katharina SchĂ€fer. „Als ich die Zusage bekommen hatte an den UmweltfĂŒchsen teilnehmen zu können, da war das so wie ein Lottogewinn. Wunderbar ist die konstante Betreuung der Klasse mit dem gleichen UmweltpĂ€dagogen ĂŒber 2 Schuljahre hinweg“ so SchĂ€fer weiter und hebt den Daumen mit Blick zu Markus Stickling.

Weitere Lernstationen an diesem „Aktionstag Wiesenapotheke“ waren die KrĂ€uter als Apotheke im Biogarten. Die Kinder malten KrĂ€utermĂ€nnchen mit Spritzwegerich, Beinwell und Pfefferminze und trinken selbst hergestellten KrĂ€utertee. Zum Abschluss sagt Laslo Steinhart, dass er gerne Salben und Cremes herstellt. „Die Creme beim letzten Treffen war echt cool, so richtig angenehm und cremig. Und dann haben wir unsere Gesichter eingecremt, Gurken auf die Augen gelegt und Markus hat 10 Minuten Meeresrauschen-Musik abgespielt. Das war super entspannend“ so Laslo Steinhart weiter. Er kommt immer gerne zur Ökostation. Dem kann Stefanie Willmann, die als Mutter die Klasse begleitet, nur zustimmen. Ihre Tochter kommt auch immer voll begeistert nach Hause und hat manche Rezepte aus den Aktionstagen auch schon nachgekocht.

Mit dem Projekt „GesundheitsfĂŒchse“ der Ökostation Freiburg erlangen SchĂŒlerinnen und SchĂŒler ein Bewusstsein schon frĂŒh durch gesunde ErnĂ€hrung und Bewegung auf ihre Gesundheit zu achten und lernen, die Lebensgrundlagen wie Boden, Wasser und Luft zu schĂŒtzen. Sie erkunden wie und wo Lebensmittel in der Region wachsen indem sie auch Exkursionen zu Bauernhöfen unternehmen. Über zwei Schuljahre hinweg werden SchĂŒlerinnen und SchĂŒler je einer 3. Klasse der Karlschule, der Anne-Frank-Schule, der Mooswaldschule und der Gerhart-Hauptmann Schule mit jeweils 20 Aktionstagen zu Gesundheitsexperten ausgebildet.

Im Rahmen einer Vorab-Recherche hatte die Ökostation mehrere Schulleit*innen, Lehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen von Förder-und Grundschule befragt was nach ihrer Erfahrung und EinschĂ€tzung die zentralen Eckpunkte fĂŒr ein Modellprojekt im Bereich gesunde ErnĂ€hrung sein sollte. Von allen Befragten wurden fĂŒr eine entsprechende Kooperation zwischen Schule und Umweltbildungszentrum insbesondere das Interesse an praktischen Angeboten und der Bedarf an einer kontinuierlichen Betreuung von SchĂŒlergruppen ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum bei konstantem Betreuungspersonal gewĂŒnscht wird. Die 4 Klassen werden deshalb ĂŒber zwei Schuljahre (September 2015 bis Juli 2017) jeweils einmal im Monat durch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Ökostation betreut.

Viele der AktivitĂ€ten an den Aktionstagen finden an der Ökostation im Freien statt, an der Schule, auch in der SchulkĂŒche, im Schulgarten, auf dem Sportplatz, in GĂ€rtnereien und am Bauernhof. Die Aktionstage sind ĂŒber das ganze Kalenderjahr verteilt sodass verschiedene Angebote zu allen Jahreszeiten stattfinden: Streuobstwiese erkunden, Apfelernte, Zubereitung von Apfelsaft, Lehm als Baustoff, Plastik im Meer, verpackungsarmes FrĂŒhstĂŒck, Wellnesstag mit Peeling und Salben herstellen. Besuche auf dem Bauernhof finden zu allen Jahreszeiten statt und Themen wie „Wiesenapotheke“ und GemĂŒse ernten und verkosten bevorzugt im Sommerhalbjahr.

Eine besondere Veranstaltung ist fĂŒr den Weltkindertag am 25.September geplant. An diesem Tag treffen sich im SeeparkgelĂ€nde die 4 Gesundheitsfuchs-Klassen gemeinsam im Seepark. Sie werden den anderen Kindern auf dem Weltkindertag aus ihren Erblebnissen berichten und darĂŒber informieren, was SchĂŒlerinnen und SchĂŒler fĂŒr ihre Gesundheit machen können.

Das Modellprojekt „GesundheitsfĂŒchse“ wird mit 20.000,- Euro durch die Freiburger viamedica-Stiftung des Gesundheits- und Hygienewissenschaftlers und UmweltpreistrĂ€gers Prof. Dr. Franz Daschner gefördert.


 
 

 
Bauen Wohnen Fluchtursachen
Zu „Bauen und Wohnen in Freiburg und Region: Wer-Wie-Wo-fĂŒr Wen? Perspektivplan und ParkplĂ€tze“ berichten Ingo Falk und Dr. Georg Löser, KlimabĂŒndnis Freiburg sowie ECOtrinova e.V., und Helma Haselberger vom MietshĂ€user Syndikat sowie zu „Energie und Flucht-Ursachen. Folgen fĂŒr Wohnen und Bauen“ Dr. Georg Löser am Samstag, 25. Juni ab 10.30 Uhr in der UniversitĂ€t Freiburg, Platz der UniversitĂ€t 3, Hörsaal 1015 im KollegiengebĂ€ude 1 beim Samstags-Forum Regio Freiburg von ECOtrinova e.V., KlimabĂŒndnis Freiburg und weiteren Mitveranstaltern. FĂŒr die anschließende FĂŒhrung mit dem MietshĂ€user Syndikat um 13.30 Uhr beim Neubaugebiet Gutleutmatten ist Anmeldung erbeten an ecotrinova@web.de oder T. 0761-5950161. Der Eintritt ist frei. Schirmherrin des Samstags-Forums ist die Freiburger UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik.
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Karlsruhe: Tipps gegen Plagegeister
Regenwetter begĂŒnstigt die Entwicklung von Hausschnaken

Laue Sommerabende. Endlich! Noch es gibt auch ungebetene GĂ€ste: Hausschnaken. Sie sind die Nutznießer des nassen Wetters der zurĂŒckliegenden Tage. Und vermiesen im Stadtgebiet den Aufenthalt auf Balkon und Terrasse, stören im engeren Wohnbereich - etwa im Schlafzimmer - empfindlich die Nachtruhe der Menschen.

WĂ€hrend es durch gut organisierte BekĂ€mpfungsmaßnahmen in den Überschwemmungsgebieten des Rheins weitgehend gelingt, die Plage durch ÜberschwemmungsmĂŒcken wie der Rheinschnake (Aedes vexans) zu verhindern, ist die Stadt bei der BekĂ€mpfung der Hausschnake (Culex pipiens) auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Denn die BrutstĂ€tten dieser Schnakenart befinden sich im Gegensatz zu denen der ÜberschwemmungsmĂŒcken meist in unmittelbarer WohnungsnĂ€he – in RegenfĂ€ssern, Gullys und anderen WasserbehĂ€ltern. Dort legen die Hausschnakenweibchen nach erfolgter Blutmahlzeit ihre Eischiffchen auf der WasseroberflĂ€che ab, rund 200 bis 400 Eier pro Gelege. Nach dem SchlĂŒpfen aus den Eiern entwickelt sich die Brut ĂŒber vier Larvenstadien und ein Puppenstadium bis zum SchlĂŒpfen der lĂ€stigen Fluginsekten.

RegenfĂ€sser regelmĂ€ĂŸig leeren

Um das Vorkommen der Hausschnaken zu verhindern, sollten alle unnötigen WasserbehĂ€lter beseitigt werden. RegenfĂ€sser und andere WasserbehĂ€lter deckt man ab, damit die StechmĂŒckenweibchen keinen Zugang zur WasseroberflĂ€che haben. Hilfreich ist auch, RegenfĂ€sser, aber auch VogeltrĂ€nken, regelmĂ€ĂŸig restlos zu entleeren, damit die Brut trocken fĂ€llt. Dies empfiehlt sich mindestens alle zehn Tage. Neuangelegte Gartenteiche sollten regelmĂ€ĂŸig auf Larvenbesatz ĂŒberprĂŒft werden. Gartenteiche werden nach und nach von den natĂŒrlichen Fressfeinden der StechmĂŒckenlarven besiedelt und sind daher ĂŒblicherweise keine MassenbrutstĂ€tten der Hausschnaken.

Wo Zudecken oder Entleeren nicht möglich ist, kann die BekĂ€mpfung mit umweltvertrĂ€glichen, biologischen PrĂ€paraten erfolgen. Ein entsprechendes PrĂ€parat in Tablettenform gibt es in den BĂŒrgerbĂŒros, bei den Ortsverwaltungen, an der Rathauspforte sowie im Gartenbauamt. Wer Fragen hat, kann sich an das Gartenbauamt unter der Telefonnummer 0721/133 6724 wenden. Die Liste der Abgabestellen findet sich im Internet
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Nach katastrophalem Massensterben:
Saiga-BestÀnde in Zentralasien erholen sich

NABU: Gute Nachrichten fĂŒr stark bedrohte Antilopenart

Nach dem dramatischen Massensterben der stark bedrohten Saiga-Antilopen im vergangen Jahr, atmen ArtenschĂŒtzer wieder auf: Die Populationen in Kasachstan entwickeln sich positiv, so das Ergebnis der diesjĂ€hrigen Saiga-ZĂ€hlung aus der Luft, das das Ministerium fĂŒr Landwirtschaft der Republik Kasachstan nun veröffentlicht hat. „Das Massensterben war ein riesiger Verlust und eine große Bedrohung fĂŒr die Art. Dass die Saiga-BestĂ€nde wieder wachsen und es in diesem FrĂŒhjahr kein erneutes Sterben gab, sind gute Nachrichten“, sagte NABU-VizeprĂ€sident Thomas Tennhardt.

Insgesamt betrĂ€gt die Anzahl der Saiga in Kasachstan 108.300 Tiere, davon 70.200 Tiere in der kasachisch-russischen Ural-Population, 1.900 in der Ustjurt-Population an der Grenze zu Usbekistan und 36.200 Tiere in der Bekpakdala-Region in Zentralkasachstan. Dort grasten im FrĂŒhling 2015 noch 242.500 Saigas. Kurz danach starben davon mehr als 200.000 Tiere wĂ€hrend der Kalbungszeit innerhalb weniger Wochen. Damit schrumpfte die grĂ¶ĂŸte Population Kasachstans mit einem Schlag um 90 Prozent. FĂŒr die globalen BestĂ€nde bedeutete dieser Verlust einen RĂŒckgang um 60 Prozent. Der Zustand der von Wilderei ohnehin stark bedrohten Saiga-Antilopen hatte sich damit weiter verschĂ€rft.

Die Ursachen fĂŒr das Massensterben werden noch immer intensiv untersucht, es gibt aber erste Ergebnisse: Laut Diagnose sind die Tiere durch eine hĂ€morrhagische SeptikĂ€mie oder auch Pasteurellose gestorben, die von dem Bakterium Pasteurella multocida hervorgerufen wurde. Diese fatale Krankheit kommt in domestizierten BĂŒffeln und Rindern sowie in wildlebenden WiederkĂ€uern vor. Unklar ist bisher aber, wie diese Krankheit einen nahezu vollstĂ€ndigen Verlust der betroffenen Herden verursachen konnte. Die Rolle möglicher zusĂ€tzlicher Faktoren wie Klima, Boden und Vegetation wird daher weiter intensiv untersucht.

Unklar ist auch, warum Pasteurella, ein Bakterium, das normalerweise harmlos in Saigas lebt, zu einer tödlichen Gefahr fĂŒr die Tiere werden konnte. Da das Gebiet des Massensterbens ĂŒber eine großes FlĂ€che verteilt war und die Tiere fast synchron zusammenbrachen, schließen Experten Vergiftungen, etwa durch Raketentreibstoff oder andere Toxine, aus. Dies bestĂ€tigen auch aktuelle Laboruntersuchungen.

Saiga-Antilopen kommen fast nur noch in Russland, Kasachstan und der Mongolei vor und gelten als stark gefĂ€hrdet. Ihre grĂ¶ĂŸte Bedrohung ist die Wilderei, die im letzten Jahr wieder zugenommen hat, wie aktuelle Zahlen der Association for the Conservation of Biodiversity of Kazakhstan (ACBK) belegen. Saiga werden fĂŒr ihr Fleisch, vor allem aber auch ihrer Hörner wegen gejagt, die ein begehrtes Mittel in der Traditionellen Asiatischen Medizin sind.

Der NABU engagiert sich seit Jahren in den Saiga-Gebieten, um die Wilderei zurĂŒckzudrĂ€ngen, und eruiert derzeit die Möglichkeiten fĂŒr ein stĂ€rkeres Engagement fĂŒr die stark gefĂ€hrdete Ustjurt-Population. Der Verband ist außerdem offizieller Partner des UN-Abkommens zum Schutz der Saiga-Antilope, welches die Saiga-VerbreitungslĂ€nder im Rahmen der UN-Konvention zum Schutz der Wandernden Wildlebenden Tierarten (CMS) unterzeichnet haben.
 
 

 
NABU: EU-Kommission muss sich endlich zu Naturschutzrichtlinien bekennen
Entscheidung von Juncker ist ĂŒberfĂ€llig - Bundesregierung sendet richtiges Signal Richtung BrĂŒssel

Der NABU begrĂŒĂŸt, dass sich die Bundesregierung erneut deutlich fĂŒr den Erhalt der EU-Naturschutzrichtlinien ausgesprochen hat und auf EU-Ebene dabei vorangeht. In Vertretung von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks brachte die Parlamentarische StaatssekretĂ€rin Rita SchwarzelĂŒhr-Sutter am Montag bei einem Treffen der EU-Umweltminister in Luxemburg, die EnttĂ€uschung der Bundesregierung darĂŒber zum Ausdruck, dass die EU-Kommission ihre ĂŒberfĂ€llige Entscheidung zur Zukunft der EU-Naturschutzrichtlinien noch nicht getroffen und die Ergebnisse des „Fitness-Checks“ immer noch nicht veröffentlicht hat. SchwarzelĂŒhr-Sutter betonte, dass es fĂŒr die Bundesregierung wichtig sei, dass das Paket nicht aufgemacht werde, die Naturschutzrichtlinien sich bewĂ€hrt hĂ€tten und der Schwerpunkt auf der besseren Umsetzung liegen solle. Die Kommission hat im Rahmen eines „Fitness Checks“ die EU-Naturschutzrichtlinien ĂŒberprĂŒft. Die Ergebnisse sollten Anfang Juni veröffentlicht werden.

Sowohl in der offiziellen Debatte im EU-Umweltrat, als auch vor dem RatsgebĂ€ude wurde der Ärger der Minister ĂŒber das Vorgehen Jean-Claude Junckers deutlich. Mehrere ließen sich gemeinsam mit Vertretern des NABU und seiner europĂ€ischen PartnerverbĂ€nde vor einem Plakat fotografieren, das vom KommissionsprĂ€sidenten die sofortige Sicherung der EU-Naturschutzrichtlinien verlangt, darunter neben SchwarzelĂŒhr-Sutter auch die französische Umweltministerin, SĂ©golĂšne Royale, ihre Luxemburger Kollegin Carole Dieschbourg sowie die Umweltminister Estlands und Griechenlands. Die Erwiderung von EU-Umweltkommissar Karmenu Vella in Luxemburg war enttĂ€uschend. Vella betonte, dass die Kommission mehr Zeit fĂŒr den Abschluss des „Fitness-Checks“ der Naturschutzrichtlinien benötige und verwies auf eine mögliche Entscheidung im Herbst.

„Die EU-Kommission riskiert mit dieser Hinhalte-Taktik die GlaubwĂŒrdigkeit der EU. Seit Januar liegt das Expertenvotum zu den Richtlinien vor. PrĂ€sident Juncker sollte endlich akzeptieren, dass die von seiner Behörde selbst durchgefĂŒhrte ÜberprĂŒfung zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen ist: nĂ€mlich, dass die EU-Naturschutzgesetze wirken", sagte NABU-PrĂ€sident Tschimpke. Die Ergebnisse waren vergangene Woche durch einen Leak bekannt geworden, und sowohl die EU-Umweltminister als auch das EuropĂ€ische Parlament haben sich bereits fĂŒr die Beibehaltung der Richtlinien ausgesprochen. Vor diesem Hintergrund
appelliert der NABU an die Bundesregierung, nun auf höchster Ebene auf die Spitze der EU-Kommission einzuwirken, bevor diese die GlaubwĂŒrdigkeit der EU bei Millionen von UmweltschĂŒtzern in Europa ruiniere.

„Die unsĂ€gliche Debatte um den Rechtsrahmen lĂ€hmt den Naturschutz. Der Verlust der Artenvielfalt geht weiter, und statt uns um den Einsatz unserer verfĂŒgbaren Naturschutzinstrumente kĂŒmmern zu können, mĂŒssen wir uns mit einem unbekannten, wohl von Lobbyisten gesteuerten, einflussreichen Naturschutzgegner in der Kommission auseinander setzen“, sagte NABU-Leiter fĂŒr EU-Naturschutzpolitik Konstantin Kreiser, der fĂŒr den NABU in Luxemburg vor Ort war. In jĂŒngsten Äußerungen von Umweltkommissar Vella und VizeprĂ€sident Timmermans klinge an, dass sie nicht selbst fĂŒr die Verzögerung der Entscheidung verantwortlich seien, was auf das direkte Umfeld von PrĂ€sident Juncker hinweise.

Erst vergangene Woche hatte sich auch der britische Premierminister David Cameron fĂŒr den Erhalt der Naturschutzrichtlinien ausgesprochen, da er auf die vielen Millionen Stimmen der Natur- und VogelschĂŒtzer beim Referendum am 23. Juni hofft.

Zum Hintergrund:
Die EU ĂŒberprĂŒft derzeit ihre beiden wichtigsten Naturschutzrichtlinien, die Vogelschutz- und die Fauna-Flora-Habitat-(FFH)-Richtlinie. Dieser Prozess ist Teil des so genannten REFIT-Programms zur „EntbĂŒrokratisierung“ der EU. Seit 2014 lĂ€uft dieser aufwĂ€ndige ÜberprĂŒfungsprozess fĂŒr die beiden Naturschutzrichtlinien. WĂ€hrend dieser ÜberprĂŒfung sprachen sich in der bislang grĂ¶ĂŸten EU-BĂŒrgerbefragung mehr als eine halbe Million BĂŒrger fĂŒr die Beibehaltung der Naturschutzgesetze aus. Ebenso gab es Stellungnahmen vom EU-Parlament, den nationalen Umweltministern sowie dem Ausschuss der Regionen. Auch sie plĂ€dierten eindeutig fĂŒr die Beibehaltung, aber bessere Umsetzung der Richtlinien. Noch heute ist auf der Internetseite der EU-Kommission zu lesen, dass eine Veröffentlichung der Ergebnisse fĂŒr „FrĂŒhling“ beziehungsweise das „zweite Quartal 2016″ vorgesehen ist.
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NABU zu Vattenfalls Braunkohle-Verkauf
Schrecken ohne Ende fĂŒr die Lausitz

Braunkohle ist Auslaufmodell - verbindlicher Plan zum gesicherten Kohleausstieg notwendig

Mit Blick auf die PlĂ€ne der schwedischen Regierung, die deutsche Braunkohle-Sparte des staatseigenen Vattenfall-Konzerns an die tschechische EPH-Gruppe zu verkaufen, warnt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke vor dramatischen Fehlentwicklungen in der Energiepolitik. „Braunkohle ist ein Auslaufmodell. Deshalb mĂŒssen die dreckigsten und Ă€ltesten Braunkohlekraftwerke ihre klima- und gesundheitsschĂ€dlichen Emissionen schnell drosseln und die TagebauschĂ€den abgemildert werden. Deutschland und Schweden mĂŒssen diesen schmutzigen Deal verhindern.“

Am konkreten Beispiel Vattenfall werde deutlich, dass die Klima- und Energiepolitik an GlaubwĂŒrdigkeit verliere, wenn schmutzige Kraftwerke der großen Energiekonzerne an auslĂ€ndische Investoren verhökert wĂŒrden. Statt des Verkaufs, muss Vattenfall das KohlegeschĂ€ft beenden und so zur Energiewende in Deutschland beitragen. Der potentielle KĂ€ufer EPH gehört zu den rĂŒckstĂ€ndigen Unternehmen, die auf eine Renaissance der Kohle setzen und nur sehr geringe Mittel fĂŒr die Sanierung der enormen UmweltschĂ€den durch den Kohletagebau zurĂŒckstellen.

„Wir mĂŒssen davon ausgehen, dass die undurchsichtigen Unternehmensstrukturen dazu fĂŒhren können, dass die EPH-Gruppe keine Verantwortung fĂŒr die Region und ihre Menschen ĂŒbernimmt und sich zurĂŒckzieht, sobald das letzte Geld abgezogen wurde“, so Tschimpke weiter. Die schĂ€dlichen Emissionen der Braunkohle-Kraftwerke haben nicht nur gravierende Folgen fĂŒr das Klima, auch die Tagebaue sorgen fĂŒr Langzeit-Probleme, insbesondere fĂŒr unsere FlĂŒsse und die Trinkwassererzeugung. Denn mit dem Wasser, das die Tagebaugebiete verlĂ€sst, gelangen SchwefelsĂ€uremolekĂŒle und Eisenhydroxid in die FlĂŒsse und verteilen sich zum Beispiel aus der Lausitz bis nach Berlin. Durch die Eisen-Schlammauflage ist auf vielen Flussabschnitten kein Sauerstoffaustausch zwischen WasseroberflĂ€che und Boden mehr möglich: der Fluss kann nicht mehr atmen. Das erklĂ€rt der NABU anschaulich in einem Kurzvideo unter www.nabu.de/kohle-stopp.

Aus NABU-Sicht mĂŒsse sichergestellt werden, dass die Betreiber der Tagebaue ihrer Verantwortung fĂŒr Klima, Mensch und Natur gerecht werden. „Deshalb muss die Bundesregierung einen umwelt- und sozial vertrĂ€glichen Kohleausstiegsplan verbindlich im nationalen Klimaschutzplan 2050 verankern, den die Große Koalition noch vor der Sommerpause vorstellen will“, so NABU-Energieexpertin Tina Mieritz.
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