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Verschiedenes

Millionenfacher Vogelfang im Mittelmeerraum
Neuntöter im Netz / Foto: Basem Rabia
 
Millionenfacher Vogelfang im Mittelmeerraum
Regierungsvertreter suchen bei UN-Konferenz nach Lösungen (12.-15.7., Kairo)

Millionen Zugvögel sterben jedes Jahr auf ihrem Weg in die Überwinterungsgebiete und zurĂŒck. Sie werden illegal gejagt, in manchen LĂ€ndern ist der Fang und Verkauf von Wildvögeln ein MillionengeschĂ€ft. Vom 12. bis 15. Juli treffen sich nun erstmals im Rahmen der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten (CMS) Regierungsvertreter der MittelmeerlĂ€nder um gemeinsam in Kairo zu beraten, wie sie die illegale Verfolgung von Zugvögeln erfolgreich bekĂ€mpfen können.

„Diese Konferenz ist ein enorm wichtiger Schritt. WĂ€hrend einige LĂ€nder mit hohem finanziellen Aufwand Vögel und ihre LebensrĂ€ume schĂŒtzen, werden die Tiere in anderen LĂ€ndern illegal verfolgt. Besonders kritisch ist dabei der Mittelmeerraum von SĂŒdeuropa ĂŒber Nordafrika bis in den Nahen Osten“, so Lars Lachmann, NABU-Vogelschutzexperte. Er wird, gemeinsam mit Vertretern der Bundesregierung, die Konferenz vor Ort begleiten.

Ägypten ist einer der Schwerpunkte des illegalen Vogelfangs. Das gewaltige Ausmaß wurde im Jahr 2013 in Deutschland bekannt. Ein Filmteam des Bayerischen Rundfunks hatte auf einer Strecke von ĂŒber 700 Kilometern entlang der gesamten Ă€gyptischen MittelmeerkĂŒste – vom Gaza-Streifen im Osten bis zur libyschen Grenze im Westen – Fangnetze entdeckt. Eine Distanz so weit wie von Hamburg nach Stuttgart.

Ägypten ist zugleich auch das Land mit der grĂ¶ĂŸten Zahl getöteter Zugvögel im gesamten Mittelmeerraum. Einer aktuellen Studie zufolge, die im Auftrag der NABU-Dachorganisation BirdLife International erstellt wurde, landen wĂ€hrend des Herbstzugs von Mitte August bis Ende Oktober etwa zwölf Millionen Zugvögel in den Netzen entlang der Ă€gyptischen MittelmeerkĂŒste. Dies entspricht einem Handelswert von etwa 40 Millionen Euro. Die meisten der gefangenen Vögel werden auf MĂ€rkten verkauft, um als Delikatesse verspeist zu werden.

FĂŒr den gesamten Mittelmeerraum muss derzeit von mindestens 25 Millionen illegal geschossenen oder gefangenen Zugvögeln pro Jahr ausgegangen werden. Dies zeigte eine weitere Studie von BirdLife International. Die Brennpunkte sind dabei Malta, Zypern, Syrien, Libanon und Ägypten. Betroffen sind fast alle Zugvogelarten, darunter Neuntöter, Pirol, Nachtigall, Kuckuck und Ziegenmelker.

2013 hatte der NABU insgesamt 115.000 Unterschriften gegen den illegalen Vogelfang gesammelt und an die Ă€gyptische Regierung ĂŒbergeben. Der NABU unterstĂŒtzt intensiv die BemĂŒhungen seiner Partnerorganisation vor Ort und des Ă€gyptischen Umweltministeriums im Kampf gegen den massiven Vogelfang.



Die Konferenz in Kairo/Ägypten ist das erste Treffen einer zu diesem Thema neu gegrĂŒndeten Arbeitsgruppe im Rahmen der UN-Konvention zum Schutz wandernder Tierarten (CMS), nach ihrem GrĂŒndungsort auch Bonner Konvention genannt. Die CMS hatte auf der 11. Vertragsstaatenkonferenz im November 2014 in Quito/Ecuador die Einsetzung einer „Zwischenstaatlichen Arbeitsgruppe zur BekĂ€mpfung der illegalen Verfolgung von Vögeln im Mittelmeerraum“ beschlossen. Neben den Regierungen der MittelmeerlĂ€nder sind Regierungsvertreter aus den HerkunftslĂ€ndern der Zugvögel und NGOs als UnterstĂŒtzer und Beobachter eingeladen. Eine bereits seit 2013 bestehende internationale Arbeitsgruppe zur BekĂ€mpfung des Vogelfangs in Ägypten tagt im Zusammenhang mit dieser Konferenz.
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NABU kritisiert Vorgehen beim Fehmarnbelt
Einwendungsfrist fÀllt in die Ferienzeit

Landesregierung Schleswig-Holstein macht sich zum SteigbĂŒgelhalter dĂ€nischer Interessen

Der NABU hat die Vorgehensweise der schleswig-holsteinischen Landesregierung beim notwendig gewordenen PlanĂ€nderungsverfahren fĂŒr die Fehmarnbelt-Querung scharf kritisiert. Die Frist zur Stellungnahme innerhalb des laufenden Verfahrens mitten in die Ferienzeit aller BundeslĂ€nder zu legen, in der Gutachter, RechtsanwĂ€lte und Mitarbeiter vom NABU und anderen Organisationen Urlaub fest geplant hĂ€tten, sei ein Affront. „Das Verhalten der Landesregierung Schleswig-Holstein ist ein Angriff auf die Beteiligungsrechte von Betroffenen und VerbĂ€nden. Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet die federfĂŒhrenden Sozialdemokraten mit wenig RĂŒcksicht auf soziale Belange aller Beteiligten die Terminierung allein im Sinne des dĂ€nischen VorhabentrĂ€gers vornehmen“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Nach EinschĂ€tzung des NABU sind die von Femern A/S vorgelegten PlanergĂ€nzungen erneut löchrig und wurden erst durch die wohlwollende Mithilfe der schleswig-holsteinischen Verwaltung so optimiert, dass eine aktualisierte Fassung ĂŒberhaupt noch rechtzeitig kurz vor Ferienbeginn ausgelegt werden kann.

WĂ€hrend die mehrere Tausend Seiten umfassenden Ordner vom 12. Juli bis zum 12. August 2016 eingesehen werden können, endet die Frist fĂŒr Stellungnahmen am 26. August. Nötig geworden war eine Vielzahl von ErgĂ€nzungen seitens des VorhabentrĂ€gers, da der Erörterungstermin in Kiel im November 2015 auch durch die kritische Bewertung des NABU grobe MĂ€ngel der angeblich einwandfreien Unterlagen von Femern A/S zu Tage gebracht hatte.

„Die DĂ€nen stehen zeitlich enorm unter Druck und ausgerechnet die Landesregierung macht sich ungeniert zum SteigbĂŒgelhalter dĂ€nischer Interessen, statt die Interessen der Betroffenen zu schĂŒtzen. Das ist skandalös“, so Miller. Entsprechend sei auch von einer im Kieler Verkehrsministerium angesiedelten Planfeststellungsbehörde, die gegenĂŒber den Weisungen des Verkehrsministers gebunden ist, keine UnabhĂ€ngigkeit zu erwarten.

Angesichts der extrem kurzen Fristen und immer komplexer werdenden Verfahren fordert der NABU seit Langem eine Anpassung von Planfeststellungsverfahren an die RealitĂ€t. „Durch die Terminierung wird ganz offensichtlich darauf gehofft, dass weiterhin vorhandene, nicht zu beseitigende Schwachstellen des infrastrukturell ĂŒberflĂŒssigen und ökologisch hoch riskanten Projektes von uns ĂŒbersehen werden. Denn die Sichtung und Bewertung von mehreren Metern Aktenordnern ist schon unter regulĂ€ren UmstĂ€nden eine Herausforderung. Angesichts ferienbedingter Abwesenheiten maßgeblicher Mitarbeiter und Gutachter wird es beinah unmöglich sein, in der nötigen und grundsĂ€tzlich auch möglichen Tiefe die Masse des neuen Materials mit den Originaldokumenten zu vergleichen und in adĂ€quatem Umfang und entsprechender QualitĂ€t Stellung zu nehmen“, sagt Malte Siegert, Fehmarnbeltexperte des NABU. Allein die Übersicht der Änderungen der Planfeststellungsunterlagen habe 135 Seiten.

Angesichts des zuvor veröffentlichten Inhaltsverzeichnisses geht der NABU davon aus, dass seitens des VorhabentrĂ€gers bei Weitem nicht alle offenen Fragen erschöpfend beantwortet werden können. Weiterhin fehlt unter anderem eine europarechtlich vorgeschriebene „Strategische UmweltprĂŒfung“ (SUP) möglicher Alternativen, wie zum Beispiel die Anbindung von Kopenhagen ĂŒber die JĂŒtlandroute.

Seit 2005 engagiert sich der NABU aktiv gegen Europas grĂ¶ĂŸtes Infrastrukturprojekt. Der NABU fordert angesichts eines nachweislich komplett fehlendenden Bedarfs und zahlreicher verĂ€nderter Parameter die Vertragsstaaten Deutschland und DĂ€nemark auf, Artikel 22 des Staatsvertrages ernst zu nehmen und das Vorhaben endlich grundsĂ€tzlich auf den PrĂŒfstand zu stellen.

Die Hauptkritikpunkte des NABU sind:

Rechtlich:
· Staatsvertrag einzige BegrĂŒndung fĂŒr das Projekt, statt tatsĂ€chlicher Notwendigkeit (Verkehrsaufkommen, sozio-ökonomische Bedeutung)
· Staatsvertrag hebelt die PrĂŒfung von Alternativen unrechtmĂ€ĂŸig aus
· Keine Bewertung der rĂ€umlichen ProjektabhĂ€ngigkeiten von Fehmarnbelt-Tunnel, FehmarnsundbrĂŒcke und B 207 (kumulative Effekte sowohl auf Menschen und Umwelt)
· Privatisierung einer deutschen Bundesstraße durch das Königreich DĂ€nemark

Verkehrlich:
· 97 Prozent Verkehrsverlagerung von der Storebelt-BrĂŒcke statt zusĂ€tzlichem Verkehr im gesamten Raum / auf der Fehmarnbeltquerung
· Veraltete Prognosen unterschiedlicher Quellen mit uneinheitlichen Zahlen (DK Transport Ministerium, Bundesministerium fĂŒr Verkehr)
· Keine Einbeziehung des FĂ€hrverkehrs, VernachlĂ€ssigung alternativer Routen (z. B. Rostock-Gedser, TravemĂŒnde-Trelleborg) und Verkehrsmittel (Flugzeug)

Ökologisch:
· VerlÀngerung der Bauzeit ohne zusÀtzliche Bewertung der ökologischen Auswirkungen
· Unzureichende Ermittlung negativer Folgen fĂŒr Schweinswale
· Fehlende Bewertung kumulativer Wirkungen auf Zug- und Rastvögel (Nahrungshabitate)
· Zu grobes Raster zur AbschĂ€tzung der Sedimentation in der Bauphase, mangelnde Prognose negativer Langzeitwirkungen auf LaichgrĂŒnde,zu kurzer Prognose-Horizont (40 statt 200 Jahre)

Bautechnisch:
· Unzureichende Untersuchung gĂŒnstiger und machbarer Bohrtunnelalternativen
· Havarie: Kein adĂ€quates Sicherheitskonzept fĂŒr Flachwasserbereiche
· Fehlendes kohĂ€rentes Konzept fĂŒr GefahrgĂŒter

Finanziell:
· Fehlende Finanzanalyse inklusive FÀhrverkehr
· VolatilitĂ€t des „Border-Shop“-Aufkommens (1/3 des Gesamtaufkommens durch gĂŒnstige Spezialtickets fĂŒr dĂ€nische Kunden)
· Reduzierte EU-Förderung (600 Mio. statt 1,4 Mrd.)
· Keine Preis-Reduzierung auf Storebelt-BrĂŒcke (Vermeidung attraktiver alternativer Querungsmöglichkeiten)

Barrieren:
· Maut, Sprache, WÀhrung
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Karlsruhe: „Offene Pforte“ in GrĂŒnwettersbach
Als Bestandteil der gleichnamigen stadtweiten Initiative lockt eine „Offene Pforte“ am Sonntag, 17. Juli, von 13 bis 18 Uhr in eine GrĂŒnwettersbacher Oase, TĂŒbinger Straße 2. Der etwa 350 Quadratmeter große Garten erstreckt sich als Band entlang des Hauses in Hanglage. In die von Hortensien, Stauden und Sommerblumen geprĂ€gte Pflanzung fĂŒgt sich ein kleines GewĂ€chshaus ein.

Die „Offene Pforte“ des stĂ€dtischen Gartenbauamts prĂ€sentiert private GĂ€rten und Höfe in Karlsruhe. Ein Konzept nach seit Jahrzehnten bewĂ€hrtem englischen Vorbild.
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NABU: EU-Kommission beugt sich Druck der VerbÀnde
Studie zu Naturschutzgesetzen öffentlich

PlÀne zur SchwÀchung der EU-Naturschutzrichtlinien aufgeben / Endlich Rechtssicherheit herstellen

Die EuropĂ€ische Kommission hat auf den Druck von UmweltverbĂ€nden reagiert und eine seit MĂ€rz zurĂŒckgehaltene Expertenstudie ĂŒber die EU-Naturschutzrichtlinien herausgegeben. Sie gab am heutigen Dienstag einem Antrag des WWF auf Einsichtnahme statt. Der NABU und viele weitere UmweltverbĂ€nde hatten seit Monaten gefordert, dass die Ergebnisse eines ĂŒber ein Jahr wĂ€hrenden europaweiten „Fitness Checks“ des EU-Naturschutzrechts endlich öffentlich gemacht werden. Ein Entwurf der Studie war bereits vor wenigen Wochen an die Presse geleakt worden.

„Wir sind froh, dass nun endlich das Ergebnis des ‚Fitness Checks‘ offiziell vorliegt, und eindeutiger könnte es nicht sein: Die EU-Fauna-Flora-Habitat und die EU-Vogelschutzrichtlinie, die zusammen das RĂŒckgrat des Naturschutzes in allen EU-LĂ€ndern bilden, sind weiterhin wirksam, effizient, notwendig und modern“, fasst NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke zusammen.

Der NABU kritisiert jedoch scharf, dass die Kommission offenbar unter Druck der Wirtschaftslobby bis zuletzt versucht hatte, die Veröffentlichung zu verschleppen. Noch jetzt heißt es, man wolle erst im Herbst entscheiden, ob die Richtlinien nun unverĂ€ndert bleiben oder doch neu verhandelt werden. Sowohl Umweltkommissar Vella als auch Junckers VizeprĂ€sident Timmermans haben Verantwortung fĂŒr die Verzögerung von sich gewiesen.
„Es muss also das direkte Umfeld von Jean-Claude Juncker sein, wo jemand immer noch auf eine gute Gelegenheit wartet, die EU-Naturschutzstandards zu schwĂ€chen, an BĂŒrgern und Experten vorbei“, so Tschimpke.

Das EU-Parlament und die EU-Umweltminister haben sich ebenfalls lĂ€ngst fĂŒr eine Beibehaltung der Richtlinien ausgesprochen, ganz im Sinne der NABU-Forderungen. Vor einem Jahr stimmten außerdem ĂŒber eine halbe Million BĂŒrger fĂŒr die Naturschutzrichtlinien – bei der grĂ¶ĂŸten EU-BĂŒrgerbefragung, die es je gab.

Der NABU fordert nicht nur ein schnellstmögliches Ende der Rechtsunsicherheit auf EU-Ebene, sondern auch einen Aktionsplan fĂŒr die bedrohte Artenvielfalt. „Wir haben bereits genug Zeit verloren mit der Debatte um die Richtlinien – aber immerhin macht die heute öffentlich gewordene Studie auch klare Empfehlungen fĂŒr eine bessere Umsetzung. Bis Oktober erwartet der NABU dazu VorschlĂ€ge der EU-Kommission, zum Beispiel fĂŒr die bessere Finanzierung von Schutzgebieten und den Kampf gegen NaturschutzkriminalitĂ€t“, so Tschimpke.
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NABU-Zahl des Monats
Nur noch 42 Maui-Delfine weltweit

Neuseelands Meeresdelfine kurz vor dem Aussterben

Die Zahl der ausschließlich in Neuseeland vorkommenden Maui-Delfine ist auf 42 Individuen gesunken, darunter zehn fortpflanzungsfĂ€hige Weibchen. Das ergeben aktuelle Berechnungen der NABU International Naturschutzstiftung. Die kleinsten und seltensten Meeresdelfine der Welt stehen unmittelbar vor dem Aussterben.

Jedes Jahr verenden vor der WestkĂŒste Neuseelands drei bis vier Maui-Delfine in Schlepp- und Kiemennetzen. Die Population ist daher seit den 1970er Jahren um 98 Prozent gesunken. Obwohl dieser Trend so weiter geht, sind bislang nur 19 Prozent des Maui-Lebensraumes gegen Stellnetze und weniger als fĂŒnf Prozent gegen Schleppnetzfischerei geschĂŒtzt. Die neuseelĂ€ndische Regierung weigert sich, den Lebensraum der Delfine ausreichend zu schĂŒtzen, denn der Einfluss der Fischereiindustrie, die die GewĂ€sser fĂŒr den Fischfang offen halten will, ist groß. ZusĂ€tzlich bedrohen seismische Tests sowie Öl- und Gasförderungen den winzigen Restbestand der Tiere.
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Russland stoppt Erweiterung des UNESCO-Weltnaturerbegebietes Westkaukasus
International bedeutender Naturraum massiv gefÀhrdet

Kurz vor der 40. Sitzung des Welterbekomitees der UNESCO, die am 19. und 20. Juli in Istanbul stattfindet, hat die russische Regierung die Nominierung zur Erweiterung des Weltnaturerbegebietes Westkaukasus zurĂŒckgezogen. Der NABU kritisiert diese Entscheidung scharf, da diese den Bau weiterer Skikurorte direkt an der Grenze zum bisherigen Weltnaturerbegebiet ermöglicht. „Mit der RĂŒcknahme der Erweiterung und der Entscheidung, Bauarbeiten im Nationalpark und im Naturschutzgebiet Sotschi prinzipiell zuzulassen, werden die international bedeutenden NaturrĂ€ume des Westkaukasus massiv gefĂ€hrdet. Zudem bricht die russische Regierung ihr Versprechen, die durch die Bauarbeiten fĂŒr die olympischen Spiele verursachte Naturzerstörung im Westkaukasus durch eine Erweiterung des UNESCO-Weltnaturerbegebietes zu kompensieren“, sagte NABU-VizeprĂ€sident Thomas Tennhardt.

Im Jahr 2014 wurde eine entsprechende Resolution vom russischen Umweltministerium verabschiedet und eine Nominierung zur Grenzerweiterung an das UNESCO-Welterbekomitee ĂŒbermittelt. Mit der Renominierung des Welterbegebietes Westkaukasus sollten vier grundlegende Ziele erreicht werden: Neben der Erweiterung des bestehenden Gebietes um einzigartige UrwĂ€lder des angrenzenden Sotschi-Nationalparks sollten der fehlerhafte Grenzverlauf korrigiert und ein Vorschlag fĂŒr die Ausweisung einer wichtigen Pufferzone erarbeitet werden. DarĂŒber hinaus sollte ein Vorschlag fĂŒr den Ausschluss der degradierten und als Weideland genutzten FlĂ€chen des Lagonaki Plateaus erarbeitet werden. Dass diese fĂŒr den nachhaltigen Schutz des Welterbegebietes unabdingbaren Ziele nun nicht erreicht werden können, gefĂ€hrde laut NABU vor allem langfristig das wertvolle Welterbegebiet Kaukasus.

„Die russische Regierung plant, zwei in Gehegen geborene Leoparden im Welterbe Westkaukasus auszuwildern und damit einen Teil der versprochenen Kompensation fĂŒr die Naturzerstörung im Vorfeld der olympischen Spiele zu erfĂŒllen“, sagte Vitalij Kovalex, Leiter des NABU-Kaukasusprogramms. „Gleichzeitig wird jedoch eine weitere, noch grĂ¶ĂŸere Zerstörung der LebensrĂ€ume auch des Leoparden geplant und dadurch die jahrelange Naturschutzarbeit und das sehr teure Auswilderungsprojekt zunichte gemacht“, so Kovalev weiter.

Im Welterbegebiet Westkaukasus wird aktuell ein Naturraum mit einer FlĂ€che von ca. 300.000 Hektar erhalten, der in seiner UrsprĂŒnglichkeit und Einzigkartigkeit von unschĂ€tzbarem Wert ist. Er ist der einzige, weitestgehend unbeeinflusst gebliebene Hochgebirgskomplex dieser GrĂ¶ĂŸe in Europa und Westasien.
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UN, Eine Welt, Laudato si
Über „Die UN-Nachhaltigkeitsziele 2015 – die Bedeutung fĂŒr die Eine Welt und die Notwendigkeit zur Suffizienz“ berichtet Dr. Susann Reiner vom Eine Welt Forum Freiburg e.V., und ĂŒber „Klima, Gerechtigkeit und SolidaritĂ€t in der Einen Welt. Zur Enzyklika Laudato Si von Papst Franziskus“ PrĂ€lat Dr. Peter Neher, PrĂ€sident des Deutschen Caritasverbands e.V., Freiburg i.Br., am Samstag, 9. Juli, 10.30 Uhr, in der UniversitĂ€t Freiburg, Platz der UniversitĂ€t 3, Hörsaal 1015 im KollegiengebĂ€ude 1 beim Samstags-Forum Regio Freiburg von ECOtrinova e.V., Eine Welt Forum und Agenda21-BĂŒro Freiburg, Studierendenrat der UniversitĂ€t sowie Weiteren. Der Eintritt ist frei. Schirmherrin ist die Freiburger UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik.
 
 

Karlsruhe: Zu Gelbbrust-Ara Coco gesellen sich zwei Artgenossen
Ara in QuarantÀne / Foto: Stadt Karlsruhe
 
Karlsruhe: Zu Gelbbrust-Ara Coco gesellen sich zwei Artgenossen
Die Ara-Familie im Zoo Karlsruhe wÀchst

Gelbbrust-Ara Coco bekommt Gesellschaft. Gleich zwei weitere Artgenossen sollen ihm kĂŒnftig in der Voliere des SĂŒdamerikahauses Gesellschaft leisten. Ende MĂ€rz war Coco als Einzeltier in den Karlsruher Zoo gekommen, seit einigen Tagen lebt ein zweiter Papagei in der Voliere. Es handelt sich um ein zahmes Tier aus einer Privathaltung. Wenn Tierpfleger Thomas Bersch nun nach Coco ruft, kann es sein, dass kĂŒnftig zwei Tiere das Plappern anfangen. Denn auch der Neuzugang wurde vom bisherigen Besitzer Coco genannt.
Da er bereits alle veterinĂ€rmedizinischen Tests durchlaufen hat, konnte er direkt in die Außenvoliere. „Es ist schön, zwei Einzeltiere so im Zoo zusammenfĂŒhren zu können. Es ist eine gute Situation fĂŒr beide Tiere“, betont Zoodirektor und Papageienexperte Dr. Matthias Reinschmidt. In der Karlsruher Nachbarvoliere vervollstĂ€ndigen Douglas, alias Rosalinda, und Gojan, die Ara-Familie.

Derzeit noch in QuarantĂ€ne und damit hinter den Kulissen lebt ein weiterer Gelbbrust-Ara, der aus dem Tierheim Freiburg in den Zoologischen Stadtgarten umzog. Bei ihm mĂŒssen noch die ĂŒblichen Untersuchungen abgeschlossen werden. Der Papagei wurde zuvor von einem Ă€lteren Mann gehalten. Als dieser verstarb, kĂŒmmerte sich zunĂ€chst das Tierheim um den Ara.
In der Natur kommen Gelbbrust-Aras fast immer zu zweit oder zu mehreren vor und fliegen hĂ€ufig gemeinsam durch die LĂŒfte. Vielleicht wird es auch in Karlsruhe gemeinsame „Ara-AusflĂŒge“ geben. Denn sollten sich die zahmen Tiere fĂŒr den Freiflug eignen, könnten sie nach einer Eingewöhnungsphase einen besonderen Status bekommen und in der Anlage ihre Runden ziehen. Dann könnten die Gelbbrust-Aras auch „bei der SeebĂŒhne vorbeikommen“, wo der Zoo kĂŒnftig verstĂ€rkt Wissenswertes ĂŒber Tiere vermitteln möchte.

In seinem Verbreitungsgebiet auf dem sĂŒdamerikanischen Kontinent wird der Lebensraum fĂŒr die stattlichen Tiere, die eine GrĂ¶ĂŸe von bis zu 90 Zentimetern erreichen können, durch menschliche Eingriffe in die Natur immer weiter beschnitten.
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