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Dienstag, 24. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
Freiburg weiterhin fĂŒhrend beim Recyclingpapier
Papieratlas 2017: StÀdte erreichen neuen Rekord beim Einsatz von Recyclingpapier

Berlin, 13.09.2017 – Die Stadt Freiburg gehört als „Mehrfachsieger“ auch 2017 zu den „Recyclingpapierfreundlichsten StĂ€dten Deutschlands“. Zum siebten Mal in Folge bestĂ€tigte die Stadt ihre herausragenden Leistungen im Rahmen des diesjĂ€hrigen Papieratlas-StĂ€dtewettbewerbs. Die weiteren „Mehrfachsieger“ sind Essen, Bonn, Halle (Saale), Erlangen und Siegen. Den Titel „Recyclingpapierfreundlichste Stadt 2017“ erhielt Solingen. Potsdam wurde als „Aufsteiger des Jahres“ ausgezeichnet.

Der Papieratlas wird seit zehn Jahren von der Initiative Pro Recyclingpapier (IPR) in Kooperation mit dem Bundesumweltministerium, dem Umweltbundesamt, dem Deutschen StĂ€dtetag sowie dem Deutschen StĂ€dte- und Gemeindebund durchgefĂŒhrt. Im JubilĂ€umsjahr beteiligten sich erstmals ĂŒber 100 Groß- und MittelstĂ€dte am Wettbewerb. Auch die durchschnittliche Recyclingpapierquote der StĂ€dte erreicht mit 86,13 Prozent einen neuen Rekord.

Die Verwendung von Recyclingpapier ist eine besonders einfache und effektive Maßnahme fĂŒr den Schutz natĂŒrlicher Ressourcen. Höchste ökologische Anforderungen und beste QualitĂ€t garantiert dabei das Umweltzeichen Blauer Engel. Die Herstellung von Recyclingpapier spart im Vergleich zu Frischfaserpapier bis zu 60 Prozent Energie und bis zu 70 Prozent Wasser. Die Stadt Freiburg erzielte durch die Verwendung von Recyclingpapier im Jahr 2016 eine Einsparung von ĂŒber 5,4 Millionen Liter Wasser und mehr als 1,1 Millionen kWh Energie.

Auch fĂŒr die Hochschulen fĂŒhrt die IPR seit 2016 gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium, dem Umweltbundesamt und dem Deutschen Hochschulverband einen Wettbewerb um höchste Recyclingpapierquoten durch. Als diesjĂ€hrige Siegerin wurde die UniversitĂ€t OsnabrĂŒck ausgezeichnet.
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NABU: Studie belegt geringes Interesse der Automobilindustrie an E-Autos
Miller: Hersteller verfehlen selbstgesteckte Ausbauziele. Bundesregierung muss verbindliche Quote fĂŒr Elektroautos einfĂŒhren

Berlin/Frankfurt am Main – AnlĂ€sslich der internationalen Automobilmesse IAA in Frankfurt am Main kritisiert der NABU die halbherzige Produktpolitik der Pkw-Hersteller im Bereich der alternativen Antriebe. Laut einer Anfang September veröffentlichten Studie von Transport & Environment (T&E), dem Partnerverband des NABU in BrĂŒssel, fehlt es allen Versprechen der Autoindustrie zum Trotz an einer vielfĂ€ltigen Modellauswahl von Elektroautos. Derzeit stehen in Europa gerade einmal 20 Pkw-Modelle mit Elektromotor zum Verkauf, im Vergleich zu rund 420 Modellen mit Verbrennungsmotor. E-Autos wĂŒrden beim Vertrieb und bei den Werbebudgets systematisch hinten angestellt, so T&E. In AutohĂ€usern seien Elektrofahrzeuge oftmals gar nicht erst ausgestellt und Kunden wĂŒrden durch sehr lange Lieferzeiten abgeschreckt.

NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Die Automobilindustrie ist weit von ihrer groß angekĂŒndigten ‚Elektro-Offensive’ entfernt. Stattdessen setzen gerade deutsche Autohersteller weiterhin lieber auf rentable Dieselmodelle, die nachweislich die Luft in unseren StĂ€dten verpesten. Sie verkennen die Zeichen der Zeit und drohen mittelfristig auf den WeltmĂ€rkten ins Hintertreffen zu geraten.“ Erste LĂ€nder wie Frankreich oder Großbritannien hĂ€tten bereits Ausstiegsdaten fĂŒr Verbrennungsmotoren genannt, die chinesische Regierung wiederum betreibe bereits den gezielten Aufbau der eigenen Industrie rund um das Elektroauto.

Gerade einmal rund zwei Prozent ihres Marketingbudgets setzen Autohersteller laut T&E-Studie im Schnitt dafĂŒr ein, um in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Norwegen sogenannte Null-Emissions-Fahrzeuge in Deutschland zu bewerben. Entsprechend deutlich verfehlten die Hersteller ihre selbstgesteckten Absatzziele fĂŒr Elektroautos: Im Schnitt hĂ€tten die Hersteller fĂŒr das Jahr 2016 angestrebt, den Anteil von Elektrofahrzeugen an verkauften Pkw auf 3,6 Prozent zu erhöhen, tatsĂ€chlich jedoch nur 1,7 Prozent erreicht. Auch die Bundesregierung hĂ€tte zuletzt ihr Ziel, bis 2020 eine Million E-Fahrzeuge auf die Straße zu kriegen, kassieren mĂŒssen.

Daniel Rieger, NABU-Verkehrsreferent: „Die kĂŒnftige Bundesregierung muss alle Autohersteller zu einer konsequenten Modellpolitik in Richtung effizienter, emissionsfreier Antriebe anhalten. Dazu gehört, die CO2-Grenzwerte fĂŒr Pkw weiter zu verschĂ€rfen und eine Quote fĂŒr Null-Emissions-Fahrzeuge von 15 bis 20 Prozent fĂŒr das Zieljahr 2025 einzufĂŒhren. Dann werden die Hersteller auch endlich anfangen, ihre Elektroautos ordentlich zu bewerben und zu vertreiben, was dem Klima und der Gesundheit der Menschen in den StĂ€dten zu Gute kommen wird.“
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Von Hirten und Wölfen - Vielfalt behĂŒten
Wolf / Foto: J. Borris, nabu
 
Von Hirten und Wölfen - Vielfalt behĂŒten
VerbÀnde veröffentlichen gemeinsames Eckpunktepapier

Berlin, 31.08.17: Der Wolf ist zurĂŒck in Deutschland und stellt die Weidetierhaltung vor Herausforderungen. Am Donnerstag veröffentlichten acht VerbĂ€nde in Berlin erstmals eine gemeinsame Stellungnahme auf Bundesebene: Bundesverband BerufsschĂ€fer, der Deutsche Tierschutzbund, die UmweltverbĂ€nde NABU, IFAW, WWF und BUND sowie der Deutsche GrĂŒnlandverband und der Ökologische Jagdverband.

„Die RĂŒckkehr des Wolfes nach Deutschland und der Erhalt von artenreichen, extensiv bewirtschafteten GrĂŒnland-Biotopen sind zwei Seiten derselben Medaille. Es ist an der Zeit zusammen zu arbeiten, im gemeinsamen Interesse von Weidetierhaltern, TierschĂŒtzern, JĂ€gern und NaturschĂŒtzern. Unser Papier ist der Beginn dieser Zusammenarbeit“, erklĂ€rten die Verbandsspitzen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin.

Im Interesse des Artenschutzes und der Weidetierhaltung sehen die unterzeichnenden VerbĂ€nde die PrĂ€vention und Kompensation von WolfsĂŒbergriffen auf Weidetiere als eine zentrale Aufgabe des Wolfsmanagements. Sie erkennen den Schutzstatus des Wolfes im geltenden Recht an. Außerdem unterstreichen sie, dass die Akzeptanz des Wolfes durch die Bevölkerung der lĂ€ndlichen Regionen unabdingbar fĂŒr seine erfolgreiche RĂŒckkehr ist. Aus Sicht der VerbĂ€nde kann daher die begrĂŒndete Entnahme von Einzelwölfen durch Experten notwendig werden, insbesondere zum Erhalt der Weidetierhaltung und ihrer ökologischen Leistungen, sofern sĂ€mtliche zumutbaren Alternativen ausgeschöpft sind.

Laut der VerbĂ€nde ist die extensive Weidetierhaltung unersetzlich, als besonders naturvertrĂ€gliche Form der Landnutzung fĂŒr Natur und Landschaft. Betriebe dieser Art stĂŒnden vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen: „Die Weidetierhaltung benötigt dringend zukunftsfĂ€hige Perspektiven. Dazu zĂ€hlt die Vermeidung und EntschĂ€rfung von Konflikten mit dem Wolf. Wirtschaftliche Benachteiligungen von Weidetierhaltern in Wolfsgebieten mĂŒssen angemessen und unbĂŒrokratisch aufgefangen werden.“

Die VerbĂ€nde fordern die Einrichtung eines nationalen Zentrums fĂŒr Herdenschutz. Damit sollen Erfahrungen zentral gebĂŒndelt und in die WolfsmanagementplĂ€ne der LĂ€nder eingebracht werden. Entscheidend sei darĂŒber hinaus ein unbĂŒrokratischer Herdenschutz. Schadensausgleiche fĂŒr WolfsĂŒbergriffe sollten möglichst schnell erfolgen, nicht nur fĂŒr Tierverluste, sondern auch fĂŒr weitere betriebliche SchĂ€den, die durch den Wolf verursacht wurden. „Herdenschutz muss fachgerecht, in Wolfsgebieten flĂ€chendeckend und den jeweiligen Bedingungen angepasst sein. Weidetierhalter brauchen dafĂŒr geeignete ZĂ€une, ausgebildete Herdenschutzhunde, Schulung und Beratung. Nicht nur die Einrichtung, sondern auch der Unterhalt von Herdenschutz muss zukĂŒnftig gefördert werden“, so die VerbĂ€nde.

Die VerbĂ€nde fordern eine Anpassung der Tierschutz-Hunde-Verordnung, um fachgerecht Herdenschutzhunde einsetzen zu können. „Das Tierschutzrecht muss den BedĂŒrfnissen dieser Hunde entsprechen, ohne fachgerechten Herdenschutz zu behindern.“

Abschließend fordern die VerbĂ€nde Bund und die LĂ€nder auf, sich fĂŒr die Schaffung eines Instrumentes zur Förderung des Herdenschutzes in der Gemeinsamen Agrarpolitik der EuropĂ€ischen Union einzusetzen.
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Freiburg: Weitere BekĂ€mpfung der Asiatischen TigermĂŒcke
Experten informieren und suchen vor Ort und suchen nach vorhandenen BrutstÀtten

Die Asiatische TigermĂŒcke im Umfeld der Kleingartenanlage Hettlinger soll weiter bekĂ€mpft werden. Dazu werden von Montag, 11. bis Freitag, 15. September, etwa 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur BekĂ€mpfung der Schnakenplage (KABS) die Anwohnerinnen und Anwohner rund um die Kleingartenanlage Hettlinger befragen.

Die Asiatische TigermĂŒcke gilt als ÜbertrĂ€ger von Viren, die Dengue- oder Chikungunya-Fieber auslösen können. Die KABS hatte gemeinsam mit dem GFS-Institut fĂŒr Dipterologie in Speyer bereits im letzten Jahr versucht, die Ausbreitung der TigermĂŒcke einzudĂ€mmen. Da dies nicht in GĂ€nze gelungen ist, muss diese auch in diesem Jahr bekĂ€mpft werden.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen die Ausbreitung der TigermĂŒcke verhindern und das aktuelle Vorkommen dokumentieren. Im Rahmen dieses Monitorings werden die Mitarbeiter an den HĂ€usern rund um die Kleingartenanlage Hettlinger klingeln und die Anwohnerinnen und Anwohner informieren und zudem auch nach Zutritt zum Garten fragen, um dort vorhandene BrutstĂ€tten der TigermĂŒcke zu untersuchen. Die Mitarbeiter können sich ausweisen.

Bitte erlauben Sie den Mitarbeitern das Betreten Ihres GrundstĂŒcks. Gerne können Sie auch einen Termin unter der Telefonnummer der KABS unter 06232/890950 vereinbaren.
 
 

94 Schreiadler hat der NABU seit 2004 von Hand aufgezogen und ausgewildert
Schreiadler - Foto: NABU/Thomas Krumenacker
 
94 Schreiadler hat der NABU seit 2004 von Hand aufgezogen und ausgewildert
Berlin – Mitte August hat der NABU acht weitere junge Schreiadler nördlich von Berlin erfolgreich ausgewildert. Damit erhöht sich die Zahl der seit 2004 durch die NABU-Arbeitsgruppe Greifvogelschutz in Brandenburg freigelassenen Jungvögel auf 94.

Die winzige Restpopulation des Schreiadlers in Deutschland ist vom Aussterben bedroht. Die verbliebenen gut 100 Brutpaare in Nordost-Deutschland bilden zugleich die Westgrenze der Verbreitung dieser fast ausschließlich in Europa brĂŒtenden Vogelart. Um die Population zu stĂŒtzen, fĂŒhrt der NABU ein Programm zur Handaufzucht und Auswilderung zweitgeborener Schreiadler-KĂŒken durch. Diese hĂ€tten ohne Hilfe keine Überlebenschance, da Schreiadler grundsĂ€tzlich nur eines von zwei Jungen aufziehen.

Von den bisher ausgewilderten Jungvögeln stammten 36 aus Nestern in Brandenburg, 50 weitere wurden aus Lettland importiert, wo der Schreiadler noch in grĂ¶ĂŸerer Zahl vorkommt. Die acht Jungvögel des aktuellen Jahres stammen erstmals aus SĂŒdost-Polen.

In Brandenburg brĂŒten etwa 20 Schreiadlerpaare. Mit dem Aufzuchtprogramm konnte der NABU die Zahl der dort flĂŒgge gewordenen Jungvögel in den vergangenen 14 Jahren um ĂŒber 70 Prozent erhöhen. Gleichzeitig setzt sich der NABU fĂŒr den Schutz der Brut- und Jagdgebiete sowie gegen Wilderei und schlecht platzierte Windkraftanlagen ein, damit die Art in Deutschland ĂŒberleben kann. Der Beginn des Aufzuchtprogramms wurde durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und die Deutsche Wildtierstiftung unterstĂŒtzt.
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Bilanz der UmweltverbÀnde
Verkehrs-, Agrar- und Klimapolitik unter Kanzlerin Merkel ohne Weitblick. KĂŒnftige Bundesregierung muss umsteuern

Berlin, 5. 9. 2017. Der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) hat gemeinsam mit dem Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), Greenpeace und WWF Deutschland eine Bilanz der Umweltpolitik in der zurĂŒckliegenden Legislaturperiode gezogen und zentrale Forderungen an die kĂŒnftige Bundesregierung vorgestellt.

„Mit einer Landwirtschaft, die die GewĂ€sser verseucht, einer Verkehrspolitik, die die Luft vergiftet und einer Klimapolitik, die Wirtschaftsinteressen statt des Klimas schĂŒtzt, liegen die Herausforderungen auf der Hand. Mit Lippenbekenntnissen sind die umweltpolitischen Krisen nicht zu bewĂ€ltigen. In der kommenden Legislaturperiode mĂŒssen endlich die Ziele, die sich die Bundesregierung gesetzt hat, in konkrete Maßnahmen ĂŒbersetzt werden. Wer jetzt erneut auf die Strategie der langen Bank setzt, ohne die Probleme im Kern anzugehen, handelt grob fahrlĂ€ssig. So verliert nicht nur die Umweltpolitik jede GlaubwĂŒrdigkeit, sondern die Politik insgesamt“, sagte DNR-PrĂ€sident Kai Niebert.

Die VerbĂ€nde sind sich einig, dass die Ziele des Pariser Weltklimavertrages und der beim G7-Gipfel in Elmau 2015 beschlossene Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas durch den Umbau von SchlĂŒsselsektoren wie Verkehr, Energie und Landwirtschaft umgesetzt werden mĂŒssen. Dazu gehörten ein sozialvertrĂ€glicher Ausstieg aus der besonders klimaschĂ€dlichen Kohle und eine Agrar- und Verkehrswende hin zu umweltfreundlicheren Formen der Landwirtschaft und MobilitĂ€t sowie ein Ende umweltschĂ€dlicher Subventionen. Die UmweltverbĂ€nde fordern insbesondere in der Landwirtschaftspolitik einen Paradigmenwechsel.

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger sagte: „Die Bundesregierung muss sich endlich von dem Leitbild agrarindustrieller Entwicklung verabschieden. Das derzeitige Agrarsystem produziert Billigfleisch mit hohen gesellschaftlichen Kosten. Von der Massentierhaltung ĂŒber den Verlust der Artenvielfalt bis zum Höfesterben: Die ökologischen und wirtschaftlichen Probleme in der Landwirtschaft sind allesamt verknĂŒpft. Deshalb muss die nĂ€chste Bundesregierung sie in der Gesamtheit angehen. Ohne ein konsequentes Umsteuern in der Agrarpolitik und besonders bei der Massentierhaltung haben wir bei den drĂ€ngendsten Umweltthemen unserer Zeit, dem Schutz des Klimas und der Artenvielfalt, kaum eine Chance.“

Auch NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke betonte, dass aus Umwelt- und Verbrauchersicht der Kurswechsel in der Agrarpolitik ganz oben auf der PrioritĂ€tenliste stehen mĂŒsse. „Rund die HĂ€lfte Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Auf Millionen Hektar hat hier eine fehlgeleitete Subventionspolitik dazu gefĂŒhrt, dass FlĂ€chen immer intensiver genutzt werden, Insekten rasend schnell verschwinden und Grundwasser verschmutzt wird. Es ist an der Zeit, dass die Bundesregierung diese Alarmsignale anerkennt und die Agrar-Lobby ihr kurzsichtiges Festhalten am Status Quo und dem Prinzip 'wachse oder weiche' aufgibt. Am Ende sind es auch die Bauern, die auf eine intakte Natur angewiesen sind, auf die Leistungen der Bienen und gesunde Böden. Die Agrarwende muss daher im Interesse von Landwirten und Verbrauchern gleichermaßen liegen. Mit ihr muss eine deutlich bessere Förderung der wichtigen Naturschutzleistungen der Landwirte einhergehen.“

Angesichts knapper werdender Ressourcen und umweltschĂ€dlicher Subventionen von ĂŒber 57 Milliarden Euro in den vergangenen Jahren sprechen sich die VerbĂ€nde zudem fĂŒr eine nachhaltige Finanzreform aus. Am effektivsten sei diese, wenn sich Steuern und Abgaben am Verursacherprinzip orientieren. DarĂŒber hinaus sollten Subventionen fĂŒr fossile EnergietrĂ€ger und der Steuervorteil fĂŒr Dieselfahrzeuge zurĂŒckgenommen werden, um dem Staat finanzielle FreirĂ€ume fĂŒr den Klimaschutz und den sozialen Ausgleich zu verschaffen.

Um das Klimaziel fĂŒr das Jahr 2020 noch zu halten, sei es nötig, endlich aus der schĂ€dlichen Kohleverstromung auszusteigen und einen sozial gerechten Strukturwandel in den Braunkohleregionen einzuleiten. Der Ausbau der erneuerbaren Energien mĂŒsse vorangetrieben werden, ohne den Naturschutz zu vernachlĂ€ssigen. „Die Klimaschutzbilanz der aktuellen Bundesregierung ist verheerend: Wenn jetzt nichts geschieht, wird das Klimaziel fĂŒr 2020 weit verfehlt. Deutschland verbrennt mehr schmutzige Braunkohle als jedes andere Land der Welt und unser CO2- Ausstoß ist seit 2009 nicht gesunken. Damit die Bundesregierung international glaubwĂŒrdig fĂŒr den Klimaschutz kĂ€mpfen kann, muss sie endlich auch zu Hause handeln. Deutschland braucht ein Sofortprogramm Klimaschutz 2020 - mit dem Kohleausstieg im Mittelpunkt“, sagte Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland.

Die VerbĂ€nde fordern die neue Bundesregierung auf, die Gesundheit und LebensqualitĂ€t der Menschen in den Mittelpunkt einer Verkehrswende zu stellen und auch im Verkehrsbereich einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. „Die Bundesregierung muss heute den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor planen, damit die deutschen Autokonzerne auch ĂŒbermorgen noch ein GeschĂ€ftsmodell haben. MobilitĂ€t muss kĂŒnftig ohne Öl auskommen. Nur so leisten die Hersteller einen Beitrag zum Klimaschutz und zu besserer Luft in unseren StĂ€dten“, sagt Greenpeace-GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Sweelin Heuss.

Die UmweltverbĂ€nde treten als Interessenvertretung von ĂŒber zehn Millionen Mitgliedern auf und sind eine bedeutende zivilgesellschaftliche Stimme in Deutschland.
 
 

 
NABU-Kreuzfahrt-Ranking 2017
TUI Cruises fĂŒhrt Umwelt-Rangliste an, AIDA stĂŒrzt ab

Miller: Insgesamt weiterhin schlechte Bilanz - Schweröl bleibt die Regel und Abgasreinigung die absolute Ausnahme

Hamburg/Berlin – Die Ergebnisse des „NABU-Kreuzfahrt-Rankings 2017“ zeigen: Auch in der siebten Auflage der Rangliste ist kein einziges Kreuzfahrtschiff in Europa aus Umweltsicht uneingeschrĂ€nkt empfehlenswert. Die beiden deutschen Anbieter TUI und Hapag-Lloyd Cruises belegen nun gemeinsam die Spitzenposition, da sie immerhin einen Stickoxidkatalysator verwenden. Die Anbieter AIDA und Costa Cruises stĂŒrzen hingegen im Kreuzfahrt-Ranking 2017 ab, weil sich ihre Angaben zu Abgassystemen aus dem Jahr 2016 als Luftnummer erwiesen. Besonders schwer wiegt auch der Umstand, dass alle Reedereien weiterhin auf das giftige Schweröl als Kraftstoff setzen und keinen Rußpartikelfilter zur Minderung gesundheitsgefĂ€hrdender Feinstaubemissionen einsetzen. Die klaren Schlusslichter bilden die Branchenriesen Costa, MSC und Royal Caribbean, die keinerlei relevante AktivitĂ€ten zum Schutz von Umwelt und Gesundheit erkennen lassen.

NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Die Umweltbilanz der Kreuzfahrtreeder ist insgesamt weiterhin schlecht. Insbesondere Costa, MSC und Royal Caribbean verweigern sich mit ihrer bestehenden Flotte komplett dem Umwelt- und Klimaschutz. EnttĂ€uschend ist auch die Unverfrorenheit, mit der beispielsweise AIDA Cruises medienwirksam Investitionen in Abgassysteme ankĂŒndigt, ohne diese dann umzusetzen. Denn auch ĂŒber ein Jahr nach Indienststellung der neuen Schiffsgeneration ist bei der AIDA Prima kein Abgasfilter im Einsatz.“

SymboltrĂ€chtig sei auch die Tatsache, dass keine einzige Kreuzfahrtreederei auf die schriftlichen Fragebögen des NABU geantwortet habe. Stattdessen versendete der Branchenverband CLIA unaufgefordert ein allgemein gehaltenes Schreiben, das keinerlei RĂŒckschlĂŒsse auf einzelne Schiffe der Mitgliedsunternehmen erlaubt. Der NABU wertet dieses Verhalten als bewusste Verschleierungstaktik, mit dem Ziel, sich durch Intransparenz und Dialogverweigerung aus der Verantwortung zu ziehen.

Dietmar Oeliger, Leiter Verkehrspolitik beim NABU-Bundesverband: „Nicht nur die Umweltbilanz der Kreuzfahrtunternehmen ist miserabel, sondern auch deren Informationspolitik. Die Reedereien schicken den Branchenverband fĂŒr die Drecksarbeit nach vorne, der dann auch noch bewusst mit falschen Zahlen operiert. So sprach CLIA noch im vergangenen Jahr davon, dass 23 Kreuzfahrtschiffe mit einem Rußpartikelfilter ausgerĂŒstet seien. Diese Zahl wurde nun ersatzlos und ohne BegrĂŒndung im Antwortschreiben an den NABU gestrichen. Fakt ist nĂ€mlich, dass kein einziger Rußpartikelfilter in Betrieb ist.“

Verdeckte Messungen mehrerer Fernsehsender aus Deutschland und Frankreich an Deck von Kreuzfahrtschiffen hatten zuletzt die hohe Belastung der Atemluft der Passagiere mit Krebs erregenden Rußpartikeln belegt. Entsprechend warnen Fachleute, etwa des Deutschen Pneumologenverbandes, vor den gesundheitlichen Folgen beim Aufenthalt in den Abgasfahnen der Schiffe. Wider besseres Wissen ruhen sich die Reedereien auf den niedrigen internationalen Vorgaben aus, wĂ€hrend auch in den HafenstĂ€dten immer mehr Menschen von der zunehmenden Abgasbelastung immer hĂ€ufigerer KreuzfahrtanlĂ€ufe betroffen sind.

Besserung ist erst ab 2018 in Sicht, wenn die ersten mit FlĂŒssiggas (LNG) betriebenen Schiffe in See stechen sollen, deren Luftschadstoffausstoß deutlich geringer ist als derjenige von Schweröl und Marinediesel. Auch das Risiko einer Ölpest in sensiblen maritimen Ökosystemen wie etwa auch der Arktis wĂ€re damit kĂŒnftig gebannt. Aber: Dies betrifft nur Neubauten, nicht hingegen Bestandsschiffe, also den wesentlich grĂ¶ĂŸeren Teil der Flotte. Auch die in diesem Zusammenhang oftmals ebenfalls angepriesene Klimagasreduktion hingegen wird wohl lĂ€ngst nicht in dem Maße ausfallen, wie von der Branche gerne dargestellt. Dabei muss auch die Schifffahrt bis zum Jahr 2050 komplett CO2-frei unterwegs sein. Ein riesen Problem angesichts der Wachstumsraten.

Mit Blick auf den hohen Anteil der Schifffahrt an der Gesamtbelastung fordert der NABU eine deutliche Verbesserung der Situation. Malte Siegert, Leiter Umweltpolitik beim NABU Hamburg: „Die Schifffahrt ist fĂŒr fast 40 Prozent der Stickoxidemissionen in der Hansestadt verantwortlich. In einzelnen Wohngebieten nördlich der Elbe gehen zum Teil ĂŒber 80 Prozent der Belastung auf Schiffe zurĂŒck. Außerdem haben wir hier Feinstaubwerte gemessen, die 20mal höher lagen als am Stuttgarter Neckartor wĂ€hrend des Feinstaubalarms. Die Verantwortlichen der Stadt hingegen feiern jedes weitere Kreuzfahrtschiff als Riesenerfolg. Weil die Reeder die Investition in Abgastechnik scheuen, filtern nun die Lungen der Anwohner die Abgase und zahlen das mit ihrer Gesundheit.“

Der NABU wertet in seinem Ranking alljÀhrlich die bekanntesten Kreuzfahrtschiffe im Hinblick auf die Umwelt- und Gesundheitsbelastung, insbesondere durch die Abgase aus. Wie bereits in den Vorjahren wurden die Installation von Systemen zur Abgasreinigung, der verwendete Kraftstoff sowie die Nutzung von alternativen Energiequellen wÀhrend der Liegezeit im Hafen untersucht.
 
 

 
NABU und REWE starten die „Aktion Biotonne Deutschland“
Info-StĂ€nde in ĂŒber 2.000 REWE-MĂ€rkten im gesamten Bundesgebiet / Wo gehört die Bananenschale hin?

Köln/Berlin – Am Montag, den 4. September, starten NABU und REWE gemeinsam die „Aktion Biotonne Deutschland“. Ziel der Aktion ist es, die Menschen fĂŒr den Wertstoff Kompost zu sensibilisieren. Wie können KĂŒchenabfĂ€lle besser verwertet werden und wie hilft richtige MĂŒlltrennung der Umwelt? Diese Botschaften wollen NABU und REWE bei der Aktion Biotonne Deutschland vermitteln. Die Initiative von NABU und REWE hat zum Ziel, die Menge und QualitĂ€t von verwertbaren BioabfĂ€llen in Deutschland zu steigern.

Die bundesweite Kampagne wird unterstĂŒtzt von Bundesumweltministerium, EntsorgerverbĂ€nden sowie StĂ€dten, Gemeinden und Landkreisen in ganz Deutschland. Den Startschuss der Aktion gaben NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke und Dr. Daniela BĂŒchel, bei REWE als Bereichsvorstand unter anderem auch fĂŒr Nachhaltigkeit verantwortlich, am 1. September in Köln.

NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: „Noch immer landen Bananenschalen, Kaffeefilter und weitere KĂŒchen- und GartenabfĂ€lle im RestmĂŒll und werden danach verbrannt. In vielen deutschen Landkreisen machen diese AbfĂ€lle rund die HĂ€lfte der schwarzen Tonne aus. Das ist zu viel! Klimafreundliches Biogas und umweltfreundliche Komposte erhalten wir nur, wenn BioabfĂ€lle in der Biotonne landen. Richtiges Trennen bedeutet, dass PlastiktĂŒten oder Glas nicht lĂ€nger in der Biotonne, sondern in der Gelben Tonne und im Altglascontainer landen. Besseres Trennverhalten hĂ€ngt dabei nicht nur von einer guten VerbraucheraufklĂ€rung ab, sondern auch von Landkreisen, die verbraucherfreundliche Abholsysteme mit der Biotonne ohne Ausnahme aufbauen und ausweiten.“

„REWE engagiert sich bereits seit 2015 als GrĂŒndungsmitglied in Hessen fĂŒr die Aktion Biotonne, die dort sehr erfolgreich mit den Partnern umgesetzt wurde“, erlĂ€utert Dr. Daniela BĂŒchel das Engagement seitens REWE. Damals konnten bei 130 teilnehmenden REWE-MĂ€rkten allein schon 10 Millionen Kundenkontakte erzielt werden. Bei der Aktion Biotonne Deutschland gibt es nun in mehr als 2.000 REWE-MĂ€rkten InformationsstĂ€nde. „Die am Montag startende Kampagne ist fĂŒr uns der nĂ€chste logische und konsequente Schritt, unseren Beitrag dafĂŒr zu leisten, dass Bewusstsein der Verbraucher fĂŒr den hohen ökologischen Wert von BiomĂŒll jetzt deutschlandweit zu schaffen und zu stĂ€rken. Denn LebensmitteleinzelhĂ€ndler bieten diejenigen Artikel an, deren unverarbeitete Reste als KĂŒchenabfĂ€lle grĂ¶ĂŸtenteils ĂŒber die Biotonnen entsorgt werden sollen. Wenn es uns gemeinsam gelingt, die QualitĂ€t des BiomĂŒlls zu verbessern und mehr KĂŒchenabfĂ€lle ĂŒber die Biotonne zu sammeln, kann damit ein positiver Effekt fĂŒr mehr Umwelt- und Klimaschutz erzielt werden.“

Bis zum 04. November 2017 können sich Verbraucherinnen und Verbraucher in ĂŒber 2.000 REWE-SupermĂ€rkten rund um das Thema Bioabfall informieren. Flyer und Aufsteller im Markt veranschaulichen, was in die braune Tonne gehört und was nicht und sie erlĂ€utern, warum BioabfĂ€lle in der richtigen Tonne Umwelt und Klima schĂŒtzen. Gleichzeitig organisieren beteiligte Kommunen zahlreiche Informationsveranstaltungen und klĂ€ren die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger mit weiteren Info-Materialien ĂŒber die Getrenntsammlung von KĂŒchen- und GartenabfĂ€llen vor Ort auf.

Weitere Informationen zur „Aktion Biotonne Deutschland“ und zur richtigen BiomĂŒll-Trennung gibt es unter www.aktion-biotonne.de , www.NABU.de/biomuell und https://nachhaltig.rewe.de/projekte/biotoni

Über NABU:
Der NABU engagiert sich seit 118 Jahren fĂŒr Mensch und Natur. Mit mehr als 620.000 Mitgliedern und Förderern ist er der mitgliederstĂ€rkste Umweltverband in Deutschland. Neben Vogel- und Artenschutz engagiert sich der NABU fĂŒr den globalen Klimaschutz, setzt sich fĂŒr eine nachhaltige europĂ€ische Agrarpolitik ein, kĂŒmmert sich um saubere Meere und vieles mehr. Die besondere StĂ€rke des NABU liegt in der fachlichen Kompetenz und der praktischen Naturschutzarbeit seiner aktiven Mitglieder, die in ĂŒber 2.000 Ortsgruppen organisiert sind. Zum Schutz unserer natĂŒrlichen Ressourcen tritt der NABU fĂŒr die praktische Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft ein, die sich durch die Vermeidung und Wiederverwertung von AbfĂ€llen auszeichnet.

Über REWE:
Mit einem Umsatz von 18,4 Mrd. Euro (2016), rund 120.000 Mitarbeitern und weit ĂŒber 3.000 REWE MĂ€rkten gehört die REWE Markt GmbH zu den fĂŒhrenden Unternehmen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Die REWE MĂ€rkte werden als Filialen oder durch selbststĂ€ndige REWE-Kaufleute betrieben.
Die genossenschaftliche REWE Group ist einer der fĂŒhrenden Handels- und Touristikkonzerne in Deutschland und Europa. Im Jahr 2016 erzielte das Unternehmen einen Gesamtaußenumsatz von ĂŒber 54 Milliarden Euro. Die 1927 gegrĂŒndete REWE Group ist mit ihren 330.000 BeschĂ€ftigten und 15.000 MĂ€rkten in 19 europĂ€ischen LĂ€ndern prĂ€sent. In Deutschland erwirtschafteten im Jahr 2016 rund 240.000 Mitarbeiter in rund 10.000 MĂ€rkten einen Umsatz von 39 Milliarden Euro.
REWE nimmt seit Jahren durch zahlreiche Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit eine fĂŒhrende Rolle in der Branche ein. Als erste große Lebensmitteleinzelhandelskette hat REWE 2016 bundesweit die Plastiktragetasche ausgelistet und zu einem gesellschaftlichen Umdenken beigetragen. Diese Vorbildfunktion von REWE im Lebensmitteleinzelhandel erhoffen wir uns auch bei dem aktuellen abfallwirtschaftlichen Thema.
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