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Dienstag, 24. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
Seltene Wildbiene auf NABU-Flächen entdeckt
Unselt: Beweidung der Oderhänge bei Lebus zahlt sich aus - Erhalt von blütenreichen Wiesen und Weiden hilft heimischen Wildbestäubern

Berlin/Lebus – Die Ochsenzungen-Seidenbiene (Colletes nasutus) ist eine heimische Wildbiene, die nur noch in wenigen Regionen in Deutschland vorkommt. Jetzt wurde ein Exemplar dieser seltenen Art an den Pontischen Hängen bei Lebus in Brandenburg entdeckt, einem NABU-Schutzgebiet direkt an der Oder. Es war ein glücklicher Zufall für den Hobbybiologen, dem die Fotoaufnahmen gelangen. Denn Seidenbienen kann man in der Regel nur eine kurze Zeit ab Juni bis in den Spätsommer beobachten.

Wildbienen können nur dort leben, wo sie ausreichend Nistplätze und Blütenpflanzen finden. So sind die wilden Schwestern der Honigbiene häufig auf eine einzige Trachtpflanze spezialisiert und von deren Vorkommen abhängig. Die Ochsenzungen-Seidenbiene sammelt ausschließlich Nektar und Pollen der Gemeinen Ochsenzunge, eine im östlichen Mitteleuropa verbreitete Wildpflanze. Außerdem braucht diese Seidenbiene vegetationsarme Sandböden, in denen sie Nisträume für ihre Nachkommen bauen kann.

Mehr als die Hälfte der heimischen Wildbienenarten gelten inzwischen als stark gefährdet, weil sie keine geeigneten Lebensräume mehr finden. Als eine Ursache für den Artenrückgang gilt die zunehmende Intensivierung in der Landwirtschaft und die damit einhergehende Blütenarmut in der Landschaft. „Wir stellen uns diesem Trend entgegen, indem wir rund 4.500 Hektar blütenreiche Wiesen und Weiden in Deutschland erhalten“, erklärt Christian Unselt, Vorsitzender der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe.

An den Oderhängen bei Lebus bewahrt die NABU-Stiftung wertvolle Trockenrasen, die durch eine einzigartige Artenvielfalt gekennzeichnet sind. Jedes Jahr im Frühjahr blühen hier die seltenen Frühlings-Adonisröschen und lassen die Hänge in einer gelben Blütenpracht erleuchten. In der Vergangenheit drohten die Flächen jedoch mit Sträuchern und Bäumen zuzuwachsen, weil es an einer regelmäßigen Pflege fehlte.
Seit 2014 lässt die NABU-Stiftung die Adonishänge wieder traditionell beweiden. Für die Beweidung konnte eine Schäferin vor Ort gewonnen werden, die seither regelmäßig die steilen Hängen mit Schafen, Ziegen und Eseln offenhält. Und auch zum Wohl für die gefährdete Ochsenzungen-Seidenbiene und anderer Wildbienenarten, die dank der Beweidung ein reichhaltiges Blütenangebot an den Oderhängen finden. Vom Überleben dieser fleißigen Bestäuber sind schließlich nicht nur viele Wildpflanzen in der Region angewiesen. Eine lebendige Landschaft ist ein Gewinn für Mensch und Natur.

Hintergrund
Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe kauft seit 2002 wertvolle Naturschutzflächen in Deutschland, um diese als Lebensraum für bedrohte Tiere und Pflanzen zu bewahren. Bisher konnte sie 16.800 Hektar in über 270 Gebieten unter ihren Schutz stellen. Weitere Zahlen und Fakten zur NABU-Stiftung finden Sie im aktuellen Jahresbericht 2015 auf www.naturerbe.de
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Ă–KO-TEST-Magazin September 2016
 
Ă–KO-TEST-Magazin September 2016
Die September-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins gibt im Zeitschriftenhandel – dieses Mal mit Extra Schlafen. Das Heft kostet 4,50 Euro.

Aus dem Inhalt

Test: Bio-Supermärkte
Bio-Supermärkte eröffnen fast wie am Fließband neue Filialen – für ÖKO-TEST Grund genug, den Eigenmarken von Denn’s und Co. genauer auf die Finger zu schauen. Das Ergebnis: Die meisten Produkte sind in Ordnung und erfüllen die Erwartungen an Bio. Rucola und Kräutertee haben Probleme.

Test: Kinderzahncremes ohne Fruchtgeschmack
Von den untersuchten Produkten sind einige empfehlenswert, jedoch nur eine einzige Paste erhält von ÖKO-TEST das Testurteil „sehr gut“. Kritikpunkte an den abgewerteten Kinderzahncremes sind etwa umstrittene Farb- und Süßstoffe, problematische Hilfsstoffe, die den Stoffwechsel und das Nerven- sowie Immunsystem beeinträchtigen können, oder PEG/PEG-Derivate, die die Mundschleimhaut durchlässiger für Fremdstoffe machen.

Test: Anilin in Kinderprodukten
Anilin ist ein Farbstoffbestandteil, der unter Krebsverdacht steht. Das ÖKO-TEST-Magazin wollte wissen, ob Kinderprodukte wie Jeans, Schuhe, Strumpfhosen und Malkreiden damit belastet sind. Das Ergebnis ist bitter: Fast alle 32 untersuchten Produkte enthalten – teilweise sogar große Mengen – Anilin und in einigen Fällen auch andere aromatische Amine.

Test: schwarze Mascaras
Naturkosmetikmarken liegen hier mit „sehr guten“ Produkten klar vorne. Aber auch bei den wasserfesten Wimperntuschen gibt es empfehlenswerte Produkte. Allerdings sind auch einige Mascaras erheblich mit Schadstoffen belastet. In einer exklusiv für dm hergestellten Wimperntusche steckt etwa krebsverdächtiges Naphthalin. Erdölprodukte wie Paraffine und Silikone sind ausnahmslos in jeder wasserfesten Mascara zu finden. Und auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) stecken in fast allen Produkten.

Test: Schlafmittel
Für die Wirkung rezeptfreier Schlafmittel gibt es keine Nachweise – das gilt sowohl für Präparate auf Baldrianbasis und für mit Baldrian kombinierte Extrakte etwa aus Hopfen und Passionsblumenkraut sowie für chemische Schlafmittel. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die von ÖKO-TEST untersuchten Baldrianmittel teilweise auch nicht den Qualitätsstandards entsprechen. So sind einige Produkte zu niedrig dosiert.

Test: Kunstfaserbetten
Dank eines Hohlraums im Innern sollen Duo-Kunstfaserbettdecken besonders gut wärmen, außerdem gelten sie als stark atmungsaktiv. Im Praxistest offenbaren die Produkte teils deutliche Unterschiede. So erwiesen sich sechs Produkte als besonders wärmend. Dafür konnten diese weniger gut Wasserdampf abtransportieren. Am deutlichsten unterschieden sich die Bettdecken aber in der Fähigkeit, Schweiß aufzunehmen. Was die Schadstoffbelastung angeht, kann ÖKO-TEST 14 Decken mit „gut“ und eine mit „sehr gut“ empfehlen.

Test: Einkaufstrolleys
Das Oma-Image sind die „Hackenporsche“ mittlerweile los: Immer mehr Junge kaufen umweltbewusst mit den Wagen ein. Leider gibt es für die Hersteller noch einiges zum Nachbessern. So haben gerade einmal vier Produkte der Belastungsprüfung standgehalten und fast keines ist wasserdicht. Dazu kommt, dass die Wagen schlingern, eiern, schwergängig sind oder einiges an Kraft beim Ziehen benötigen. Auch in puncto Schadstoffbelastung haben die Trolleys nicht überzeugt.

Test: Haftpflicht fĂĽr Hunde, 110 Tarife von 43 Anbietern
Hundebesitzer müssen für Schäden durch ihre Vierbeiner aufkommen. Das kann teuer werden. Davor schützt eine Haftpflicht für Hundebesitzer. Die gibt es mit Topleistungen für wenig Geld. Die Hälfte aller untersuchten Tarife erreicht Rang 1. Einige dieser Tarife sind sogar für unter 60 Euro im Jahr erhältlich.

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Dieses Mal im Heft: Extra Schlafen

Die Bedeutung des Schlafs: Viel los hinter geschlossenen Lidern
Schlaf hilft beim Wachsen, beim Verdauen und der Abwehr von Krankheiten. Vor allem aber ist er unerlässlich für das Denken, Lernen und Erinnern.

Schlafstörungen behandeln: Abend wird es wieder ...
Einfach die Augen schließen und seelenruhig schlafen: Davon können viele nur träumen. Jeder vierte Deutsche leidet gelegentlich unter Schlafstörungen, jeder zehnte findet seinen Schlaf „häufig nicht erholsam“. Die Gründe sind vielfältig – die Methoden doch zur Ruhe zu kommen glücklicherweise auch.

Traumforschung: Ich glaub, ich träume
Mit akribischen Forschungen in Schlaflabors kommen Wissenschaftler in jüngster Zeit der Entschlüsselung eines der großen Rätsel der Menschheit näher: Sie stoßen das Tor zu unseren Träumen auf.

Betten und Ausstattung: Da legst di nieder
Auch Betten sind der Mode unterworfen. So liegen zurzeit ĂĽppige Polsterbetten im Trend. Entscheidend sind aber die inneren Werte. Und die kann man nur durch Probeliegen ergrĂĽnden.

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Und auĂźerdem:

TTIP: Leere Versprechungen
Durch das Transatlantische Handels- und Investitionsabkommen (TTIP) verschlechtert sich der Verbraucherschutz in Europa nicht, verspricht die EU-Kommission. Das Versprechen wird sich nicht halten lassen, wie unsere Analysen fĂĽr Pestizide und Kosmetika zeigen.
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NABU: Mehr als 23.000 Tier- und Pflanzenarten auf der Roten Liste
Miller: Planet in der Umweltkrise - IUCN muss Impulse setzen

Hawaii - Mit Blick auf den Kongress der Weltnaturschutzunion IUCN (1.-10.9.) auf Hawaii fordert der NABU, endlich wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die Zerstörung der Umwelt und das zunehmende Artensterben zu bremsen. Dafür müsse ein Umdenken stattfinden, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. "Die Menschheit lebt über ihre Verhältnisse. Um die biologischen Lebenserhaltungssysteme unseres Planeten zu bewahren, müssen wir alle bereit sein, unseren Energie- und Ressourcenhunger zu senken. Davon, wie schnell wir den Übergang zu einer nachhaltigen Lebensweise schaffen, hängt unser Erfolg ab. Eine realistische Alternative gibt es nicht".

Unser Planet befände sich in einer Umweltkrise, so Barbara Maas, Artenschutzexpertin der NABU International Naturschutzstiftung. Die Masse von Nutztieren habe die der menschlichen Bevölkerung überholt und beide überträfen die Biomasse wild lebender Säugetiere um ein Vielfaches. Wertvolle Lebensräume würden zugunsten der Landwirtschaft zerstört, die Meere versauerten, würden geplündert und erstickten an Plastik. "Innerhalb weniger Jahrzehnte werden weitere zwei bis drei Milliarden Menschen ernährt, mit Wasser versorgt, gekleidet und untergebracht werden müssen. Doch das Klima unseres Planeten befindet sich bereits jetzt in einem Alarmzustand. Dies alles hat katastrophale Auswirkungen auf die biologische Vielfalt: Mehr als 23.000 Tier- und Pflanzenarten stehen heute auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Vor 15 Jahren waren es weniger als die Hälfte", sagte Maas.

Unter dem Motto "Planet am Scheideweg" werden in den kommenden Tagen die Teilnehmer des IUCN-Kongresses darüber debattieren, wie die Bedürfnisse einer wachsenden Weltbevölkerung nachhaltig mit der Sicherung lebenserhaltender ökologischer Systeme eines endlichen Planeten vereinbart werden können. Dabei werden mehr als 1.000 IUCN-Mitgliedsorganisationen, zu denen auch der NABU gehört, über knapp 100 Anträge entscheiden. Diese bestimmen nicht nur den IUCN-Arbeitsplan der nächsten vier Jahre, sie sind auch richtungsweisend für den globalen Naturschutz. Die diesjährige IUCN-Konferenz knüpft an den Ende 2015 stattgefundenen Klimagipfel und den UN-Gipfel für Nachhaltige Entwicklung an und hat unter anderem die Aufgabe zu klären, wie die dort verabschiedeten Ziele konkret umgesetzt werden können. Gleichzeitig werden von der IUCN verabschiedete Anträge auch für die im September in Südafrika stattfindende CITES-Konferenz (24.9.-5.10.), die den internationalen Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten reguliert, sowie die im Dezember anstehende Weltnaturschutzkonferenz CBD (Convention on Biological Diversity) in Cancun/Mexiko (4.-17.12.) entscheidende Signale setzten. "Gerade auch mit Blick auf die CITES-Artenschutzkonferenz muss von der IUCN ein wichtiges Signal ausgehen zum besseren Schutz Afrikanischer Elefanten, von denen jedes Jahr rund 35.000 der Wilderei zum Opfer fallen. Aber auch für weitere Arten wie Schuppentiere, Löwen, Haie und Rochen müssen effektive Schutzmaßnahmen identifiziert und vereinbart werden, um sie dauerhaft zu erhalten", sagte Maas.

"Die breitgefächerte Tagesordnung in Hawaii zeigt, wie vielfältig die Bedrohung der Artenvielfalt uns und die Natur unseres Planeten betrifft. Die IUCN-Delegierten stehen vor einer gewaltigen Aufgabe, die nur durch couragierte Erhaltungsmaßnahmen erfolgreich gelöst werden kann. Wir hoffen, dass die IUCN ihrer Rolle nachkommt und konkrete, der Artenerhaltung dienliche Maßnahmen vorantreibt. Die Vergangenheit zeigt, dass solche Bemühungen oft auf Widerstand treffen. Davon, wie der Kongress mit diesem umgeht, hängt letztendlich der Erfolg ab", sagte Maas.
 
 

Karlsruhe: Zwillinge bei den kleinsten Affen der Welt
Zwergseidenäffchen im Exotenhaus / Foto: Zoo Karlsruhe
 
Karlsruhe: Zwillinge bei den kleinsten Affen der Welt
Zwergseidenäffchen sind mit ihrem Nachwuchs seit heute im Exotenhaus des Zoologischen Stadtgartens zu sehen

Winzig sind die Eltern mit einem Gewicht zwischen 100 und knapp 200 Gramm, noch winziger sind die Zwillinge, die Ende Juli im Exotenhaus zur Welt kamen: Nachdem den Eltern der Zwergseidenäffchen und ihrem Nachwuchs vier Wochen lang Ruhe hinter den Kulissen gegönnt wurde, lebt die kleine Familie seit heute (26. August) gegenüber der Krokodilanlage im Exotenhaus des Zoologischen Stadtgartens.

Der Vater der kleinsten echten Affen der Welt spielt meist das „Eltern-Taxi", trägt die Winzlinge nah am Körper - wenn die Kleinen nicht gerade hungrig sind und zum Milch trinken zur Mutter wechseln. An den tagaktiven Baumbewohnern dürften die Zoogäste ihre Freude haben.

Familienverband aufbauen

Es ist der erste Nachwuchs des Paares. Die beiden haben ihre Elternrolle gut angenommen. Ziel ist, mit dem Krallenaffen-Paar einen für diese Art typischen Familienverband aufzubauen. Drei Monate lang bevorzugen die Minis die Milchquelle der Mutter, dann greifen sie auch beim „Erwachsenen-Futter“ zu: bei Gummi arabicum, bei Insekten und anderen Kleintieren. Das Gedeihen ihrer jüngsten Pfleglinge haben Revierleiterin Michaela Gaum und ihr Team stets im Auge. Ob es sich bei den Zwillingen um Männchen oder Weibchen handelt werden die Tierpfleger erst feststellen, wenn die Jungtiere mit rund drei Monaten selbstständiger unterwegs sind.
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NABU-Kreuzfahrt-Ranking 2016: Branche glänzt vor allem durch Greenwashing
Miller: Reeder hängen eigenen Versprechen zu Umwelt- und Gesundheitsschutz weit hinterher

Hamburg/Berlin – Auf keinem der europäischen Kreuzfahrtschiffe ist eine Reise aus Umwelt- und Gesundheitssicht derzeit uneingeschränkt empfehlenswert. Dies ist das Ergebnis des NABU-Kreuzfahrt-Rankings 2016, das die Umweltschützer am heutigen Montag in Hamburg vorstellten.

Für seine Übersicht wertete der NABU den europäischen Kreuzfahrtmarkt in Hinblick auf das drängendste Umweltproblem der Branche, die massive Umwelt- und Gesundheitsbelastung durch Schiffsabgase aus. Wie bereits in den Vorjahren wurden die Installation von Systemen zur Abgasreinigung, der verwendete Kraftstoff sowie die Nutzung von Landstrom während der Liegezeit im Hafen untersucht.

Das betrübliche Ergebnis: Sämtliche Schiffe verfeuern weiterhin Schweröl. 80 Prozent der Flotte der in Europa fahrenden Schiffe verfügt über gar keine Abgasreinigung oder kommt allenfalls dem gesetzlichen Mindeststandard nach, der zumindest für Nordeuropa einen Abgaswäscher zur Reduktion der Schwefelemissionen vorschreibt. Zur Minderung stark gesundheitsgefährdender Luftschadstoffe wie Ruß, ultrafeinen Partikeln oder Stickoxiden werden an Bord dieser Schiffe hingegen nach wie vor keine effektiven Maßnahmen ergriffen. Auch die Menschen der Mittelmeerregion mit ihren beliebten Zielhäfen profitieren in der Regel nicht von diesen Nachrüstungen. Lediglich elf Schiffe gehen über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus, um die Belastung von Mensch und Umwelt zu reduzieren. Am besten schnitt – wenn auch mit deutlichen Abstrichen – die AIDAprima ab, gefolgt von Hapag-Lloyds „Europa 2“ und den neuesten Schiffen von TUI Cruises, mein Schiff 3, 4 und 5.

„Seit Jahren verkünden die Reeder vollmundig, umweltfreundlicher werden zu wollen. Doch außer polierten PR-Texten kommt bisher kaum etwas Substanzielles in der Praxis an. Das ist Greenwashing in Reinform und angesichts der verursachten Schäden nicht hinnehmbar“, kritisierte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Mit schönen Worten allein ist der Sache jedenfalls nicht gedient – das Gegenteil ist der Fall. Besonders zynisch findet der NABU die Tatsache, dass die Anbieter Unsummen für Bespaßung und den gastronomischen Service an Bord ihrer Luxusliner ausgeben, während sie beim Umweltschutz weiterhin sparen, wo es nur geht. „Diese Verantwortungslosigkeit geht vor allem auch zulasten der menschlichen Gesundheit, insbesondere von Anwohnern in Häfenstädten“, so Miller.
So ignoriere die Branche weiterhin erdrückende Studienergebnisse, etwa der Weltgesundheitsorganisation WHO, wonach Schiffsabgase Krebs erregend sind und die besonders herz- und lungenschädigenden Rußpartikel noch mehrere Hundert Kilometer weit ins Landesinnere geweht werden können. Dabei seien technische Lösungen zur Emissionsminderung für Dieselmotoren wie etwa Partikelfilter und Stickoxid-Katalysatoren ausgereift. Einzig aus Profitgründen verzichte ein Großteil der Branche bislang darauf, auf höherwertige Kraftstoffe umzusteigen und ihre Schiffe.mit Abgastechnik auszurüsten.

Doch auch der Sieger des dies- und letztjährigen Rankings, AIDA Cruises, sei keineswegs ein mustergültiges Vorzeigeunternehmen. So fahre das Unternehmen – entgegen einer Zusage aus dem Jahre 2012 – bis heute mit giftigem und umweltschädlichem Schweröl. Auch die bereits vor drei Jahren vollmundig für die gesamte Flotte versprochenen Rußpartikelfilter sind bis heute auf keinem einzigen Schiff in Betrieb. Ob die nächste AIDA-Schiffsgeneration tatsächlich, wie angekündigt, mit dem vergleichsweise sauberen Flüssiggas fahre, werde der NABU genauestens beobachten.

„AIDA Cruises steht als Marktführer und wegen seiner Ankündigungen, mehr für die Umwelt tun zu wollen, unter verschärfter Beobachtung. Von konsequentem Umweltschutz kann beim Rostocker Unternehmen bis heute kaum die Rede sein. Ein Beispiel ist die AIDAprima als jüngster Flottenzugang. Sie wurde als umweltfreundlichstes Kreuzfahrtschiff beworben. Doch auch ein halbes Jahr nach der Taufe kommt das Herzstück des Schiffes, das Abgassystem, noch immer nicht zum Einsatz“, so Dietmar Oeliger, NABU-Leiter Verkehrspolitik. Eine Abgasmessung des NABU nahe Hamburg hatte den Schwindel aufdecken können. Die Nagelprobe des Systems und seine tatsächliche Emissionsminderung stehe also noch aus.

Die Blockadehaltung der meisten Reedereien beim Umweltschutz zeige sich auch in Deutschlands wichtigster Kreuzfahrtdestination Hamburg. Von den rund 40 Schiffen, die 2016 den Hamburger Hafen anlaufen, sei eine Handvoll theoretisch in der Lage, Landstrom zu beziehen und daher die Motoren während der Liegezeit abzuschalten. Doch bislang nutzt einzig die AIDAsol diese Möglichkeit.

„Der Hafen und die oft so gefeierten Kreuzfahrteinläufe sind ein massives Problem für Hamburg. 38 Prozent der Stickoxide und 19 Prozent des Feinstaubs in der Hansestadt stammten laut aktuellem Luftreinhalteplan aus der Belastung der Seeschifffahrt. Obwohl die Konzerne durch eine Ausflaggung in Billigstaaten wie Malta, Bahamas oder Liberia jährlich hunderte Millionen Euro an Steuern sparen, ist ihnen eine Landstrom-Nachrüstung ebenso zu teuer wie die höheren Kosten für Strom aus dem Netz. Den Preis dafür zahlen die Hamburger Bürger mit erheblichen Gesundheitsschäden“, so Malte Siegert, Leiter Umweltpolitik beim NABU Hamburg.

Hintergrund der Umstellung der Rankingsysthematik in diesem Jahr:

Erstmals erhielt der NABU in diesem Jahr die Daten für das Kreuzfahrt-Ranking aggregiert über den Kreuzfahrt-Dachverband CLIA anstatt gesondert von den einzelnen Anbietern. Der Verband agierte dabei offenbar bewusst mit falschen Zahlen. Laut CLIA sollen bereits 23 Schiffe mit Rußpartikelfiltern ausgerüstet sein, auf Nachfrage konnte CLIA allerdings kein einziges benennen. Besonders dreist präsentierte sich Royal Carribean mit der Behauptung, auf zwölf Schiffen Rußpartikelfilter mit einer Reduktionsleistung von 95 Prozent im Einsatz zu haben. Tatsächlich fährt nicht ein einziges Schiff des Unternehmens mit dieser Technik.

Besonders kreativ zeigte sich die CLIA auch in der Erfindung von Phantasietechniken wie einem „washwater particle filter“, zu dem keine Suchmaschine Ergebnisse liefert. Damit soll nach Ansicht des NABU besonderes Umweltengagement vorgegaukelt werden – letztlich verberge sich dahinter vermutlich nicht mehr als ein handelsüblicher Scrubber zur Reduzierung von Schwefelemissionen, wie er gesetzlich vorgeschrieben ist.
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NABU erneuert Kritik am Planergänzungsverfahren zum Fehmarnbelt
Miller: Ordentliche öffentliche Beteiligung wird erschwert / Unterlagen unzureichend / Frist zur Stellungnahme endet

Berlin/Kiel – Der NABU hat seine Kritik am Planergänzungsverfahren zur Fehmarnbeltquerung erneuert. Die Interessen des dänischen Vorhabenträgers Femern A/S werden weiterhin in völlig unangemessener Weise berücksichtigt, die Klärung wichtiger Fragen zu Umweltauswirkungen und Notwendigkeit des Großvorhabens bleiben auch in dieser Planungsrunde offen, so der NABU.
Am 26. August endet die Frist für öffentliche Stellungnahmen. Der NABU hatte bereits scharf kritisiert, dass die Landesregierung für die öffentliche Auslegung der Unterlagen die Sommerferien gewählt hat, was eine ordentliche öffentliche Beteiligung erschwert habe, da viele bereits ihren Urlaub geplant hatten. Seit dem 12. Juli konnten die Planergänzungsunterlagen zum Fehmarnbelttunnel öffentlich eingesehen werden. Die Ordner umfassen rund 16.000 Seiten. Bis Mitte der Woche wurden bereits 5000 Einwendungen von Bürgern bei der Planfeststellungsbehörde abgegeben.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Dass trotz der Ferienzeit so viele Menschen Widerspruch einlegen, unterstreicht die geringe Akzeptanz des Vorhabens in der Bevölkerung. Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Fehmarnbelt-Querung allein aus diplomatischer Höflichkeit gegenüber Dänemark politisch gewollt ist. Nationale und europäische Umwelt- und Rechtsstandards werden zugunsten eines schnell zu erlassenden Planfeststellungsbeschlusses nicht ernst genommen und eine adäquate Beteiligung von Öffentlichkeit und Verbänden bewusst behindert. So eine offensichtliche Kumpanei zwischen Vorhabenträger und Landesregierung lässt für das weitere Verfahren nichts Gutes erwarten.“

In Bezug auf die Qualität der durch den Vorhabenträger Femern A/S ergänzten Unterlagen bleibt der NABU weiterhin skeptisch. Nach Einschätzung des Umweltverbandes sind die inhaltlichen Ergänzungen und Abschätzungen von Auswirkungen auf streng geschützte Schweinswale oder auch hinsichtlich der Sedimentverdriftung durch die Baggerung von rund 30 Millionen Kubikmetern Meeresboden nach wie vor unzureichend. Zudem stuft der Vorhabenträger quasi im Handstreich alle für ihn nicht genehmen Varianten wie die eines ökologisch nachweislich besseren Bohrtunnels als nicht durchführbar ein. Dabei sollen offensichtlich die umfangreich wirkenden Untersuchungen innerhalb der Umweltverträglichkeitsprüfung blenden und nur als Deckmantel und Legitimation für die eigentlich maßgeblichen ökonomischen Interessen des Vorhabenträgers dienen, nämlich die von ihm gewünschte billigste, aber ökologisch fatalste Absenktunnel-Variante zu realisieren.

„Es ist skandalös, wie ungeniert der dänische Vorhabenträger immer wieder versucht, die deutsche Planfeststellungsbehörde zu manipulieren. Die Dänen haben bis heute nicht verstanden, dass hier politische Entscheidungen nicht einfach per Dekret umgesetzt werden, sondern formale Prüfungsprozesse relevant sind. Wir beobachten das Vorgehen von Femern A/S mit wachsender Sorge und fordern die Landesregierung in Schleswig-Holstein auf, dem Vorhabenträger endlich seine Aufgaben besser zu erklären und ihm die Grenzen der Einflussnahme aufzuzeigen“, sagt Malte Siegert, Fehmarnbeltexperte des NABU-Bundesverbandes. Die planerische Gesamtabwägung aller Belange sei schließlich die Aufgabe der Planfeststellungsbehörde und nicht die des Vorhabenträgers.

Wesentliche Forderungen des NABU wurden in den ergänzenden Unterlagen überhaupt nicht erfüllt. So fehle weiterhin eine europarechtlich vorgeschriebene Strategische Umweltprüfung (SUP), die durch den deutsch-dänischen Staatsvertrag in unzulässiger Weise ausgehebelt wurde. Zwingend sei der Nachweis einer fehlenden Alternative für das Vorhaben. Deswegen sei es auch kein Wunder, dass auf Gedeih und Verderb versucht werde, die einwandfrei funktionierende und in Bezug auf den tatsächlichen Bedarf völlig ausreichende Alternative von Hamburg über Jütland und die Storebelt-Brücke aus dem Verfahren herauszuhalten. „Die Art des Umgangs mit so offensichtlichen Schwachstellen wird Politik wie Planern vor die Füße fallen. Das Vorhaben ist inklusive der Hinterlandanbindungen mit rund zwölf Milliarden Euro absurd teuer, angesichts marginaler Verkehrsprognosen infrastrukturell überflüssig, hinsichtlich wahrscheinlicher ökologischer Schäden unverantwortlich und verstößt auch noch gegen nationales und europäisches Recht“, so Siegert.

Prominente Unterstützung in der Kritik an der Fehmarnbelt-Querung erhält der NABU von Rüdiger Joswig, „Küstenwache“-Schauspieler und Naturschützer. Gemeinsam mobilisieren sie unter dem Motto „Rettet die Lübecker Bucht - NEIN zum Fehmarn-Tunnel!, sich am Einspruch zu beteiligen ...
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Freiburg: Ă–PNV Kundenbarometer 2016
Urbos 100 / Foto: VAG
 
Freiburg: Ă–PNV Kundenbarometer 2016
Fahrgäste sind mit VAG sehr zufrieden
Investitionen wurden honoriert

Die Kundinnen und Kunden der Freiburger Verkehrs AG (VAG) sind mit dem Unternehmen sehr zufrieden. Dies ist das erfreuliche Ergebnis des „ÖPNV Kundenbarometers 2016“, einer Kundenbefragung des Meinungsforschungsinstituts „TNS Infratest“. Die Umfrage, bei der die VAG bereits zum neunten Mal teilnimmt, evaluiert aus Kundensicht das Angebot und die Qualität von Unternehmen des öffentlichen Personennahverkehrs. Insgesamt nahmen an der deutschlandweiten Studie 42 Verkehrsunternehmen, sechs Verkehrsverbünde und eine lokale Nahverkehrsgesellschaft teil. Geprüft wurden Leistungsmerkmale in den Bereichen „Angebot“, „Verkehrsmittel“, „Sicherheit“, „Haltestellen und Stationen“, „Tarif“ und „Kundenbeziehung“.

Betrachtet man den Mittelwert über alle Einzelbewertungen („Globalzufriedenheit“) zeigt sich, dass die Angebote und Leistungen der VAG mit einem Wert von 2,36 im „sehr guten“ Bereich und deutlich über dem ÖPNV-Branchendurchschnitt (2,83) liegen.

Im Vergleich zum Vorjahr (2,43) ist eine Verbesserung der Zufriedenheit der Fahrgäste mit den Leistungen der VAG feststellbar. Besonders auffällig in diesem Jahr sind die vielen signifikanten Verbesserungen, wobei die stark gestiegene Zufriedenheit mit den neuen mobilen Fahrscheinautomaten in Straßenbahnen deutlich herausragt.

Spitzenposition in fĂĽnf Kategorien
In diesem Jahr befindet sich die VAG im Vergleich mit anderen Unternehmen des öffentlichen Personennahverkehrs bei fünf Kategorien auf dem ersten Platz. Kein Öffentliches Nahverkehrsunternehmen in Deutschland wird von seinen Kundinnen und Kunden als zuverlässiger wie auch als pünktlicher wahrgenommen und befördert diese schneller als die VAG.
Auch wurde die VAG bei den Punkten „Handy-Ticket“ und „Telefonische Auskunft“ honoriert und erstklassig bewertet. Des Weiteren sahen die Befragten auch die „privaten Fahrkarten-Verkaufsstellen“ auf dem ersten Platz. Außerdem gab es noch viele weitere Kategorien mit Platzierungen im vordersten Bereich.

Bei der Auswertung sticht dieses Mal ganz besonders hervor, in wie vielen verschiedenen Kategorien die VAG signifikante Verbesserungen verzeichnen kann. Bei herausragenden 16 Positionen haben die Befragten im Vergleich zu 2015 eindeutige Steigerungen gesehen. Dazu gehört beispielhaft die Zufriedenheit der Fahrgäste rund um das Thema Fahrzeuge. Hier wurden erhebliche Fortschritte in den beiden Kategorien „Informationen im Fahrzeug“ und „Sauberkeit und Gepflegtheit“ verzeichnet. Auch die Bereiche „Fahrplan-Informationen an den Haltestellen“ und „Sicherheit an Haltestellen-abends“ gehören dazu, um nur einige der zahlreichen Beispiele zu nennen.

Mobile Automaten
Die Fahrgäste der VAG honorieren ganz offensichtlich den Wechsel zu den neuen mobilen Automaten. Dies zeigt sich deutlich an der Steigerung in der Kategorie „Fahrkartenautomaten in den Stadtbahnen“. Hier wurde mit Abstand die größte signifikante Verbesserung erreicht. Diese Investition war also ganz im Sinne unserer Kundinnen und Kunden.

Keine auffälligen Verschlechterungen
Zieht man Bilanz zum Vorjahr, gibt es keine auffälligen (signifikanten) Verschlechterungen in der Kundenbewertung.

„Durch die Teilnahme am ÖPNV Kundenbarometer wird der Freiburger Verkehrs AG sowie den anderen Unternehmen des öffentlichen Personennahverkehrs die Möglichkeit gegeben, auch anhand des Branchenvergleichs, die eigenen Stärken und Schwächen aufzuzeigen.
Wir beteiligen uns gerne und aus Überzeugung an diesem Kundenbarometer, denn es ist ein ideales Instrument, in die sonst nur sehr schwer ermittelbaren Kundenansichten Einblicke zu erhalten. Umso mehr erfreuen die erzielten sehr guten Ergebnisse der Umfrage. An diesem Erfolg haben alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Anteil, besonders diejenigen, die Tag täglich in unseren Fahrzeugen sowie Kundenzentren vor Ort und damit nah am Kunden sind, “ kommentiert Dr. Helgard Berger, Kaufmännischer Vorstand der VAG, das Ergebnis der Kundenbefragung. Auch Stephan Bartosch, Technischer Vorstand, sieht die VAG auf einem guten Weg: „Die überaus positiven Resonanzen der Kundinnen und Kunden spiegeln sich auch in den steigenden Fahrtgastzahlen von letztjährig 77 Millionen wieder. Die Freiburger Verkehrs AG befindet sich derzeit im größten Investitionsprogramm ihrer bisherigen Unternehmensgeschichte, wozu zum Beispiel die Eröffnung der Stadtbahnlinie „Messe“ oder der Neubau der Stadtbahn „Rotteckring“ aber auch der Erhalt der bestehenden Strecken sowie die Beschaffung neuer Fahrzeuge gehören. Ziel ist es, das Angebot rund um die Mobilität in und um Freiburg schrittweise zu verbessern und auszubauen. Der Schwerpunkt liegt darin, den Nutzen und das Wohlbefinden unserer Fahrgäste zu erhöhen. Die Freiburger Verkehrs AG sieht sich dank der sehr guten Resultate aus dem ÖPNV Kundenbarometer auf dem richtigen Wege. “
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Ă–KO-TEST: Anilin in Kinderprodukten - Im roten Bereich
Anilin ist ein Farbstoffbestandteil, der unter Krebsverdacht steht. Das ÖKO-TEST-Magazin wollte in der aktuellen September-Ausgabe wissen, ob Kinderprodukte wie Jeans, Schuhe, Strumpfhosen und Malkreiden damit belastet sind. Das Ergebnis ist bitter: Fast alle 32 untersuchten Produkte enthalten – teilweise sogar große Mengen – Anilin und in einigen Fällen auch andere aromatische Amine.

ÖKO-TEST kritisiert die Verwendung von Anilin seit Jahren. Doch der Stoff ist „nur“ krebsverdächtig und daher – anders als verschiedene krebserregende aromatische Amine – nicht verboten. Allerdings will inzwischen auch das Bundesinstitut für Risikobewertung Anilin zumindest in Kinderspielzeug regelmentieren. ÖKO-TEST wollte daher wissen, ob die Hersteller von Wachsmalstiften, Jeans, Schuhen, Strumpfhosen und Malkreiden schon heute – ohne gesetzliche Regelung – ihrer Verantwortung für die Gesundheit von Kindern gerecht werden und hat 32 Kinderprodukte untersuchen lassen. Das Ergebnis zeigt, dass eine gesetzliche Regelung dringend notwendig ist, denn fast alle 32 getesteten Kinderprodukte waren teilweise extrem mit Anilin belastet. Nur in wenigen Produkten entdeckte das Labor lediglich Spuren der Substanz.

Anilin ist leider nicht der einzige Schadstoff, der in den Kinderprodukten enthalten ist. In einem Krabbelschuh steckte beispielsweise so viel krebserzeugendes Benzidin, dass er laut Einschätzung einer Überwachungsbehörde nicht verkehrsfähig ist. Drei Artikel übersteigen zudem den Maximalgehalt für andere aromatische Amine.

ÖKO-TEST rät Eltern, belastete Produkte im Geschäft zurückzugeben. Auch wenn die Geschäfte gesetzlich nicht verpflichtet sind, die Waren umzutauschen, reagieren viele Händler kulant angesichts der Gesundheitsgefahr.

Das Ă–KO-TEST-Magazin September 2016 gibt es seit dem 25. August 2016 im Zeitschriftenhandel.
 
 



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