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Samstag, 21. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
50 Jahre Abwasserzweckverband Breisgauer Bucht
Festakt und Spatenstich zur Erweiterung mit Umweltminister Franz Untersteller

„50 Jahre Abwasserzweckverband bedeuten fĂŒnf Jahrzehnte kostengĂŒnstige und umweltgerechte Abwasserbeseitigung.“


Mit einem Festakt begeht der Abwasserzweckverband Breisgauer Bucht heute (23.09.) auf seiner VerbandsklĂ€ranlage in Forchheim nördlich von Freiburg sein 50-jĂ€hriges GrĂŒndungsjubilĂ€um. Der Abwasserzweckverband besteht aus 29 StĂ€dten und Gemeinden, in denen mehr als 370.000 Menschen leben.

Umweltminister Franz Untersteller sprach heute von einer Erfolgsgeschichte von Anfang an: „Vor der GrĂŒndung des Abwasserzweckverbandes gab es in der Region mit ihren vielen ineffizienten KlĂ€ranlagen eine massive Belastung der GewĂ€sser. Mit der Inbetriebnahme der zentralen KlĂ€ranlage in Forchheim Ă€nderte sich das schlagartig. Die Schadstoffbelastung ging zurĂŒck, die GewĂ€sser erholten sich.

In den letzten Jahrzehnten habe der Abwasserzweckverband ĂŒber 230 Millionen Euro in die Infrastruktur seiner Abwasserbeseitigung investiert, sagte Untersteller. Wie erfolgreich er mit seiner Arbeit sei, zeige sich daran, dass der Verband heute fast ohne LandeszuschĂŒsse auskomme. Die aktuell anstehende rund

40 Millionen Euro teure Erweiterung seiner biologischen Abwasserreinigungsstufe werde nur mit gut 80.000 Euro vom Land bezuschusst.

Spatenstich Erweiterung biologische Reinigung

Unter anderem mit dem Vorsitzenden des Zweckverbandes, Freiburgs Erstem BĂŒrgermeister Otto Neideck, ĂŒbernahm Umweltminister Franz Untersteller auch den Spatenstich fĂŒr die Erweiterung der KlĂ€ranlage. Geplant ist der Bau von zwei Belebungsbecken und zwei NachklĂ€rbecken, die die KapazitĂ€t der Anlage nennenswert erhöhen. Die dafĂŒr nötigen Eingriffe in die Natur werden durch Aufforstungen und Gestaltungsmaßnahmen ausgeglichen, dazu werden Artenschutzmaßnahmen ergriffen.

Er hoffe, dass mit der erweiterten biologischen Abwasserreinigung noch nicht das Ende der Modernisierung der Anlage erreicht sei, sagte Umweltminister Untersteller beim heutigen Festakt. Die Abwasserbeseitigung insgesamt und damit auch der Abwasserzweckverband Breisgauer Bucht stĂŒnden vor großen Herausforderungen: „So genannte Spurenstoffe, Arzneimittelwirkstoffe, Hormone oder Biozide verunreinigen unser Wasser in immer stĂ€rkerem Maß. Das hat die EU erkannt, das hat auch der Bund erkannt – reagieren mĂŒssen wir mit umfangreichen Reinigungsverfahren auf der kommunalen Ebene.“

Eine Anlage zur Spurenstoffelimination könne auch fĂŒr den Abwasserzweckverband Breisgauer Bucht ein großer Schritt nach vorne sein, so Untersteller.

FĂŒr ebenso wichtig halte er das Thema Phosphor-RĂŒckgewinnung. In einer KlĂ€rschlamm-Mono-Verbrennungsanlage auf dem BetriebsgelĂ€nde dieser KlĂ€ranlage könnten die KlĂ€rschlĂ€mme dieser und weiterer KlĂ€ranlagen im Umfeld verbrannt werden. 80 Prozent des Phosphors könnten aus der Asche zurĂŒckgewonnen werden.

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Weltweite Nashornpopulation könnte enorme Horn-Nachfrage nicht befriedigen
NABU-Studie zeigt: Freigabe von Nashorn-Handel könnte Nashorn-Wilderei noch verstÀrken

Die Wilderei auf afrikanische Nashörner nimmt seit Jahren dramatisch zu. Mit 1.342 erlegten Tieren in nur einem Jahr erreichte sie 2015 einen traurigen Höhepunkt. Auf dem Schwarzmarkt in China und Vietnam werden fĂŒr ein Kilogramm Rhinozeros-Horn nach aktuellen SchĂ€tzungen derzeit bis zu 100.000 US-Dollar bezahlt - damit ist es wertvoller als Gold. Im Vorfeld der CITES-Konferenz in Johannesburg ist die Diskussion um eine Freigabe des Handels mit Nashorn-Horn aufgeflammt. Swaziland möchte seine LagerbestĂ€nde und durch Enthornung gewonnenes Nashorn-Horn an asiatische Kunden verkaufen. Eine neue Studie der NABU International Naturschutzstiftung zeigt: Selbst die weltweite Nashorn-Population von knapp 30.000 Tieren wĂŒrde nicht annĂ€hernd ausreichen, um die enorme Nachfrage an Rhinozeros-Horn zu befriedigen.

Die meisten Nashörner, etwa 20.000, leben ĂŒbrigens im CITES-Gastgeberland SĂŒdafrika. Bei der Konferenz wird auch darĂŒber entschieden, wie Arten vor dem Aussterben gerettet werden können. FĂŒr den NABU ist das Aufheben eines Handelsverbots der falsche Weg.

"Den Markt mit legalem Horn zu fluten, um durch den Preisverfall den Anreiz fĂŒr Wilderer und HĂ€ndler zu reduzieren, ist eines der Hauptargumente der HandelsbefĂŒrworter. Aus unserer Studie geht jedoch klar hervor: Ein solches Szenario ist nicht realistisch. Eine Freigabe des internationalen Handels mit Nashorn-Horn wĂŒrde im Gegenteil dafĂŒr sorgen, dass die Nashorn-Wilderei weiter eskaliert und somit den Todesstoß fĂŒr die Nashörner weltweit bedeuten", erklĂ€rte Barbara Maas, Artenschutzexpertin der NABU International Naturschutzstiftung und Autorin der Studie.

Die Studie untersucht unterschiedliche Angebot- und Nachfrage-Szenarios und zeigt die Diskrepanz zwischen tatsĂ€chlich verfĂŒgbarem Horn und der Nachfrage in den beiden grĂ¶ĂŸten VerbrauchermĂ€rkten Vietnam und China auf. Als Basis fĂŒr die Berechnungen dienten, neben der in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) empfohlenen Dosis fĂŒr eine Einzelbehandlung mit Nashornpulver, der potenzielle Markt an erwachsene Konsumenten in Vietnam und China sowie die geschĂ€tzten 141 Tonnen Horn, die von allen in Freiheit lebenden Nashörnern theoretisch "geerntet" werden könnten. Die Analyse zeigt: Schon eine einzige Standard-Dosis von drei, fĂŒnf oder 50 Gramm Nashornpulver, die von lediglich 3,8 Prozent, 1,3 Prozent oder 0,2 Prozent der chinesischen und vietnamesischen Erwachsenen eingenommen wird, wĂŒrde das gesamte, weltweit zur VerfĂŒgung stehende Horn aufbrauchen. "Egal, welches Szenario wir durchgerechnet haben - die Ergebnisse zeigen eindeutig: Eine 'MarktĂŒberflutung' ist völlig illusorisch - schon bei einer einzigen Nashorn-Pulver-Dosis versagt das Argument", erklĂ€rte Maas.

Um die drohende Ausrottung der letzten Nashörner zu verhindern, fordert NABU International nationale und internationale stark kontrollierte Handelsverbote sowie gezielte Kampagnen zur Reduzierung der Nachfrage in AbnehmerlĂ€ndern wie Vietnam und China. Dazu unterstĂŒtzt die Stiftung eine Initiative der International Buddhist Confederation in Vietnam, dem weltweit grĂ¶ĂŸten Abnehmerland fĂŒr Nashorn-Horn.

Nashorn besteht, ebenso wie menschliche NĂ€gel oder Haare, aus Keratin und wird in der TCM schon seit tausenden Jahren gegen eine Reihe von Beschwerden eingesetzt. In extrem hohen Dosen wirkt Nashorn leicht fiebersenkend - jedoch weniger effektiv als Aspirin. Seit einigen Jahren geht in Vietnam und China zudem das GerĂŒcht um, dass Nashorn-Pulver gegen Krebs hilft. Obwohl es hierfĂŒr weder in der TCM, noch in der konventionellen Medizin Hinweise gibt, ist der Verbrauch von Nashorn-Pulver seither sprunghaft angestiegen. Zudem dient Nashorn-Horn in China und Vietnam als Statussymbol und Wertanlage.

"Seit 1977 besteht ein internationales Handelsverbot mit Nashorn-Horn. Dennoch ist der Markt riesig und wird von weltweit operierenden Verbrecherkartellen und in SĂŒdafrika von korrupten Naturschutzinsidern und Vollzugsbeamten bedient, deren professionelle AusrĂŒstung denen der WildhĂŒter meist deutlich ĂŒberlegen ist. So werden selbst Nashörner in gut gesicherten Schutzgebieten wie dem Kruger Nationalpark immer wieder getötet. Ein regulierter Handel ist genauso wenig möglich, wie das Überfluten des Marktes mit 'nachhaltig geerntetem' Nashorn", sagte Maas.
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NABU: Gutes Signal - Deutschland ratifiziert Pariser Klimaabkommen
Abkommen muss in ehrliche und weitreichende nationale Klimapolitik umgesetzt werden

Zur Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens durch die Bundesregierung erklĂ€rt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: "Deutschland zieht mit seiner Ratifizierung China und den USA nach. Wenn nun auch die ĂŒbrigen EU-MitgliedslĂ€nder schnell ratifizieren, stehen die Chancen gut, dass das Abkommen noch in diesem Jahr, am besten vor der Klimakonferenz im November in Marrakesch, in Kraft tritt. Das wĂ€re ein wichtiges Signal an die Weltgemeinschaft. Denn zur Begrenzung der ErderwĂ€rmung auf deutlich unter zwei Grad mĂŒssen den vielen AnkĂŒndigungen fĂŒr mehr Klimaschutz auch endlich Taten folgen. In Marrakesch können dann konkrete Regeln zur Erreichung der Klimaziele ausgearbeitet werden."

Mit den grĂ¶ĂŸten Verursachern von Treibhausgasen, wie den USA und China, haben nun aktuell 60 Vertragsstaaten das Pariser Klimaabkommen ratifiziert. Diese 60 Staaten sind zusammen fĂŒr rund 48 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Das Abkommen tritt allerdings erst in Kraft, wenn mindestens 55 Vertragsparteien unterzeichnen, die zusammen 55 Prozent oder mehr der weltweiten Treibhausgase ausstoßen.

"Es ist gut, dass die Mehrheit im Bundestag hinter der internationalen Klimapolitik steht. Komisch ist nur, dass es Widerstand gibt, sobald das Pariser Abkommen in die nationale Politik ĂŒbersetzt werden soll", kritisierte Tschimpke. "Der Entwurf fĂŒr den Klimaschutzplan 2050 ist dafĂŒr ein gutes Beispiel. Er wurde schon vor der Ressortabstimmung von den einzelnen Ministerien so stark verwĂ€ssert, dass die Ziele von Paris in Deutschland keinesfalls erreichbar sind. Besonders erschreckend: Nicht einmal das anfĂ€nglich formulierte Ziel des Klimaschutzplans stimmt mit jenem von Paris ĂŒberein. So hieß es, Deutschland wolle bis 2050 80 bis 95 Prozent seiner Treibhausgase einsparen - notwendig sind aber mindestens 95 Prozent. Die Bundesregierung muss sich dringend an ihre globale Verantwortung erinnern und eine ehrliche Klimaschutzpolitik fĂŒr Deutschland auf den Weg bringen", forderte Tschimpke.

FĂŒr den Erfolg des Klimaschutzes sei entscheidend, dass Klimaschutz kĂŒnftig nicht mehr nur als Nischenthema des Umweltministeriums begriffen werde. "Wir brauchen umfangreiche VerĂ€nderungen und verbindliche Ziele in allen Wirtschaftsbereichen. Auch um allen Beteiligten kĂŒnftig mehr Planungssicherheit zu geben. Das muss endlich auch bei den Fachpolitikern im Energie-, Bau-, Verkehrs-, Wirtschafts- und Landwirtschaftsbereich ankommen", forderte Tschimpke.
 
 

 
Wieder Amselsterben durch Usutu-Virus
NABU ruft Bevölkerung zur Mithilfe auf

In Deutschland gibt es wieder ein Vogelsterben, das durch das tropische Usutu-Virus ausgelöst wird. Vor allem Amseln sind betroffen. NABU und Tropenmediziner bitten die Bevölkerung erneut um Mithilfe, erkrankte oder verendete Vögel ĂŒber ein Online-Formular zu melden oder Proben toter Tiere zur Untersuchung an das Bernhard-Nocht-Institut fĂŒr Tropenmedizin (BNI) in Hamburg zu senden.

Unter www.nabu.de/usutu-melden können Beobachtungen toter Vögel gemeldet werden. Dort findet sich auch eine Anleitung zum Verschicken toter Tiere.
Erstmals wurde das nach einem sĂŒdafrikanischen Fluss benannte tropische Virus 2010 in StechmĂŒcken in Deutschland festgestellt. Es löste 2011 und 2012 in Deutschland erstmals ein Massensterben unter heimischen Vögeln, darunter vor allem Amseln, aus. Nach einigen Jahren ohne grĂ¶ĂŸere AusbrĂŒche, tritt das Virus nun in diesem Jahr wieder vermehrt auf.

Seit Ende Juli hĂ€ufen sich beim NABU Meldungen kranker und kurze Zeit spĂ€ter verstorbener Amseln. Etwa 100 dieser Beobachtungen aus Deutschland sind bisher eingegangen. Die meisten Meldungen kranker und toter Amseln stammen aus den bereits zuvor betroffenen wĂ€rmebegĂŒnstigten Regionen Deutschlands entlang des gesamten Rheintals sowie am Untermain und am unteren Neckar. Weitere Verdachtsmeldungen erreichten den NABU aber auch aus bisher nicht betroffenen Regionen, z.B. aus dem Leipziger Raum und aus Berlin. Inzwischen konnten Forscher des Bernhard-Nocht-Instituts fĂŒr Tropenmedizin fĂŒr einige dieser FĂ€lle bestĂ€tigen, dass das Usutu-Virus tatsĂ€chlich die Todesursache ist. Auch in Frankreich, Belgien und den östlichen Niederlanden wurde das Virus in diesem Jahr bereits in toten Vögeln nachgewiesen.

„Durch das Virus verursachte TodesfĂ€lle unter Vögeln treten jeweils wĂ€hrend der MĂŒckensaison von Mai bis November auf. Befallene Vögel wirken offensichtlich krank, werden apathisch und flĂŒchten nicht mehr und sterben meist innerhalb weniger Tage. Fast immer sind es Amseln, bei denen diese Krankheit festgestellt wird, weshalb die Usutu-Epidemie auch als ‚Amselsterben‘ bekannt wurde“, sagte NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Allerdings werden auch andere Vogelarten von diesem Virus befallen und können auch daran sterben. Das Überwiegen der Amseln lĂ€sst sich zum Teil durch deren HĂ€ufigkeit und NĂ€he zum Menschen erklĂ€ren, was die Wahrscheinlichkeit des Auffindens toter Amseln erhöht. Aber eine besondere Empfindlichkeit dieser Art gegenĂŒber dem Virus ist ebenfalls möglich.

Das Virus ist fĂŒr Menschen ungefĂ€hrlich. In ganz Europa konnten bisher erst fĂŒnf Infektionen beim Menschen festgestellt werden, meist bei Personen mit vorgeschĂ€digtem Immunsystem.

„Der Ausbruch dieses fĂŒr Deutschland neuen Virus stellt eine einmalige Chance dar, die Ausbreitung und Folgen einer neuen Vogelkrankheit zu verfolgen und zu analysieren. Die wichtigste Datengrundlage dazu bilden Meldungen toter und kranker Amseln aus der Bevölkerung, sowie eingeschickte Proben toter Vögel, die auf das Virus untersucht werden können“, so Lachmann weiter. Der NABU arbeite daher mit den BNI-Wissenschaftlern daran, die Ausbreitung des Virus und seine Auswirkungen auf unsere Vogelwelt zu dokumentieren und zu verstehen, um diese neuartige GefĂ€hrdungsursache von Vogelarten auch im Vergleich mit anderen GefĂ€hrdungsursachen beurteilen zu können.

Hintergrund
Mit Hilfe einer Internet-Meldeaktion 2011 konnte der NABU den Verlauf des Ausbruchs 2011 gut dokumentieren und auswerten. Eine Auswertung der Daten aus den großen wissenschaftlichen Mitmach-Aktionen des NABU „Stunde der Wintervögel“ und „Stunde der Gartenvögel“, konnte nachweisen, dass die AmselbestĂ€nde in den damals nachweislich vom Virus betroffenen 21 Landkreisen zwischen 2011 und 2012 merklich zurĂŒckgegangen sind und somit bei einem bundesweiten Gesamtbestand von rund acht Millionen Brutpaaren möglicherweise 300.000 Amseln dem Virus zum Opfer gefallen sein könnten.

Der weitere Verlauf des Auftretens von Usutu-Erkrankungen lĂ€sst sich schwer vorhersagen. Die Vermehrung und Verbreitung der Viren hĂ€ngt vor allem von der Witterung in den Sommermonaten ab: je wĂ€rmer der Sommer umso mehr Viren, StechmĂŒcken und infizierte Vögel sind zu erwarten. Andererseits geht man davon aus, dass die Vögel zunehmend individuell erworbene Resistenzen gegen dieses neue Virus entwickeln, so dass sich das Virus vermutlich rĂ€umlich weiter ausbreiten, aber nicht mehr zu so offensichtlichen Massensterben wie im Jahr 2011 fĂŒhren wird. Stattdessen ist zu erwarten, dass es in den betroffenen Gebieten zu zyklisch wiederholten AusbrĂŒchen kommen wird, sobald eine Generation von Amseln mit erworbener Resistenz von der nĂ€chsten Amselgeneration abgelöst wird.
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Quelle: BUND
 
"Thorium - Atomkraft ohne Risiko?"
Alte LĂŒgen - Neu verpackt bei ARTE

Die internationale Atomlobby war nach den vielen Opfern der "zivilen" Nutzung der Atomkraft, nach Fukushima und Tschernobyl fĂŒr kurze Zeit ein wenig in Deckung gegangen. Aufgegeben hat sie nicht. Das globale atomare Dorf, die alten mĂ€chtigen Seilschaften aus Konzernen, Lobbyisten und Atomparteien funktionieren noch. Es werden zwar viel mehr alte AKW stillgelegt, doch in Diktaturen, Halbdiktaturen und in LĂ€ndern in denen der Markt nicht funktioniert werden immer noch AKW gebaut.
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Neue Ausstellung im Waldhaus
Brian Curling, Liminal State
 
Neue Ausstellung im Waldhaus
Das Waldhaus zeigt farbige Holzschnitte von Brian Curling


Werden und vergehen“ lautet der Titel der neuen Ausstellung, die
von Sonntag, 25. September, bis zum 26. MĂ€rz 2017 im Waldhaus in
der Wonnhalde gezeigt wird. Zu sehen sind 24 filigrane, meist zart
getönte, teils sehr großformatige Holzschnitte des Amerikaners Brian
Curling. Sie tragen poetische wie programmatische Titel wie „Tree of
Hours“, „Distance and Nostalgia“, „Myriad Things“ oder eben
„Werden und Vergehen“ und zeigen Äste, Zweige, SamenstĂ€nde,
ganze BÀume, manche auch Vögel.

Faszinierend ist das Neben- und Übereinander unterschiedlicher
perspektivischer Distanzen, zum Teil innerhalb desselben Bildes.
RÀumliche Ferne lÀsst einen ganzen Baum mit Krone sehen,
daneben erinnern mikroskopische Nahsichten an pflanzliche
Feinstrukturen. Brian Curling verstÀrkt solche Effekte, die auch mit
SchÀrfen und UnschÀrfen spielen, noch durch die sich fein im Papier
abzeichnenden Holzstrukturen der Druckstöcke und sich
ĂŒberlagernde Papierschichten.

So liefert der Wald als „schönstes Kapital der Welt“, wie sich Brian
Curling ausdrĂŒckt, ihm nicht nur das Ausgangsmaterial fĂŒr seine
Druckstöcke. Die kĂŒnstlerische Auseinandersetzung mit den ewigen
Prozessen der Natur und der Darstellung von BĂ€umen „als
unvorstellbar komplexen Lebewesen mit ihren Bausteinen, ihren
Mustern, ihren Schichtungen und Verzweigungen, ihrer Geometrie“
ist fĂŒr ihn zu einem Lebensthema geworden.

Das ist kein Wunder. Geboren 1976 auf einer Farm in Kentucky, in
einer sehr wald- und wasserreichen Gegend, lernte Curling schon als
Kind die große Bedeutung des Wetters kennen und ĂŒbernahm frĂŒh
Verantwortung fĂŒr das Wachsen und Gedeihen von Tieren und
Pflanzen auf der Farm. Insbesondere sein Vater, laut Curling „aus
demselben Holz geschnitzt“ wie er, vermittelte ihm als JĂ€ger, Farmer
und Naturfreund einen respektvollen Umgang mit Tieren und
Pflanzen, vor allem aber eine sensible Wahrnehmung der Natur und
ihrer sich stÀndig verÀndernden Erscheinungen.

ZunĂ€chst wollte Curling Landschaftsarchitektur studieren. Über einen
vorbereitenden Zeichenkurs lernte er jedoch die fĂŒr ihn völlig neue
„Sprache der Kunst“ kennen. Er Ă€nderte seine PlĂ€ne, studierte
Druck- und Buchkunst an der UniversitÀt Kentucky und erwarb spÀter
den Master of Fine Arts an der UniversitĂ€t Nebraska. Anschließend
lehrte er als Professor am Cleveland Institute of Art in Ohio.

Bis 2006 unterrichtete Brian Curling an verschiedenen UniversitÀten
und Kunstschulen. Dann ging er mit seiner Frau Friederike CurlingAust,
die ebenfalls als freischaffende KĂŒnstlerin tĂ€tig ist, nach Kairo
und ĂŒbernahm an der dortigen Amerikanischen UniversitĂ€t eine
Professur fĂŒr Kunst. Zudem leitete er als Direktor die Falaki-Galerie
dieser UniversitÀt. Nach der Geburt ihrer zwei Kinder ging das
Ehepaar nach Deutschland. Seit 2010 lebt und arbeitet Brian Curling
als freischaffender KĂŒnstler mit Frau und Familie in Radebeul bei
Dresden auf dem Weingut, das sein Schwager dort betreibt.

Ihnen allen sei, wie Brian Curling sagt, wichtig, dass „man fĂŒr etwas
lebt“. FĂŒr ihn bedeutet das, mit einer gewissen MĂŒhsal selbst etwas
Sinnvolles zu schaffen. VergÀnglichkeit zwar wahrzunehmen, ihr
aber mit dem kĂŒnstlerischen Schaffen etwas entgegenzusetzen. Das
heißt fĂŒr den KĂŒnstler nicht zuletzt „stoisch wie ein Baum“ den
Unbilden des Wetters und des Lebens zu trotzen, sich in einer lauten
beschleunigten Welt immer wieder auf die Natur zu besinnen und
gleichzeitig all die unendlichen EinzelvorgÀnge in ihrer Einmaligkeit
wahrzunehmen.

In der Ausstellung werden neben den Bildern auch Druckstöcke,
Werkzeuge und Papiere gezeigt. Anschaulich kann der kĂŒnstlerische
und handwerkliche Schaffensprozess Brian Curlings nachvollzogen
werden. Denn der KĂŒnstler geht nicht nur meisterlich mit dem
Werkstoff Holz um. Auch Auswahl und Einsatz besonderer Papiere
zeugen von seinem handwerklichen Können.

Am 11. und 12. MĂ€rz bietet das Waldhaus die Gelegenheit, bei
einem Workshop mit dem KĂŒnstler die handwerkliche und
kĂŒnstlerische Technik des Holzschnittes kennenzulernen (nur mit
Anmeldung).
 
 

 
Bayer-Monsanto Zusammenschluss: Gefahr fĂŒr Mensch, Tier und Umwelt
Die vor wenigen Tagen angekĂŒndigte Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto durch den deutschen Chemiegiganten Bayer ist ein Schlag ins Gesicht fĂŒr die kleinbĂ€uerliche und auf Nachhaltigkeit setzende Landwirtschaft weltweit, sowie fĂŒr alle Akteure im Kampf um soziale, ökologische, politische, ökonomische und kulturelle Nachhaltigkeit. Der entstehende Konzern verfĂŒgt ĂŒber eine faktische Monopolstellung im Bereich Saatgut und Pflanzenschutzmittel und die Strukturen der industriellen Landwirtschaft, welche die UN-Nachhaltigkeitsziele 2030 konterkarieren, werden hierdurch weiter verfestigt.

Dr. Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland, kommentiert:

"Weltweit geraten Landwirte schon jetzt in eine erzwungene AbhĂ€ngigkeit von Saatgutkonzernen, die oft zum finanziellen Ruin fĂŒhrt - auch Suizide zahlreicher Kleinbauern werden hiermit in Verbindung gebracht. In Indien spricht man sogar von einem "SelbstmordgĂŒrtel". Gleichzeitig stellt die Vormachtstellung der Pestizidindustrie ein wahres Problem fĂŒr die Zukunft unserer ErnĂ€hrung dar, denn es ist ganz sicher nicht die industrielle Landwirtschaft, die zukĂŒnftig 10 Millionen Menschen ernĂ€hren wird. Der Zusammenschluss von Bayer und Monsanto droht die Lage noch weiter zu verschlimmern.

Genau deshalb besteht nun umso mehr die Notwendigkeit, dass sich die Zivilgesellschaft, alternative BauernverbĂ€nde, handwerkliche Erzeuger und Verbraucherschutzorganisationen zusammen schließen, um den negativen Folgen der Fusion, die bereits am Horizont zu erkennen sind, entschlossen entgegenzutreten. Wenn wir dem industriellen Lebensmittelsystem weiterhin das Primat einrĂ€umen, wird es nur noch eine sehr ĂŒberschaubare Anzahl an Ernten geben - laut der FAO der Vereinten Nationen noch 60 Ernten -, dann ist Schluss. Deshalb setzen wir uns fĂŒr Nachhaltigkeit entlang der kompletten Wertschöpfungskette der Lebensmittelproduktion inklusive Saatgutfreiheit ein. Vor allem in der EU mĂŒssen wir uns fĂŒr Ökologisierung und Diversifizierung der Landwirtschaft einsetzen. Wir alle sind gefragt: Als Verbraucher haben wir mindestens 3 Mal am Tag die Wahl, was fĂŒr ein Lebensmittelsystem wir unterstĂŒtzen, denn Essen ist politisch."

Slow Food Deutschland fordert die EU-Kommission nun dezidiert dazu auf im Zuge der Gefahr fĂŒr Mensch, Tier und Umwelt, die durch den Zusammenschluss auf dem Spiel steht, einzulenken. Auch das Kartellamt mĂŒsste eingreifen und die Marktkonzentration des Allgemeinguts Saatgut verhindern. Es ist völlig unverstĂ€ndlich, dass bei dem Zusammenschluss der Supermarktketten Kaisers und Tengelmann AbgesĂ€nge auf den Wirtschaftsminister angestimmt werden, eine Monopolisierung unser aller ErnĂ€hrungsgrundlagen aber stillschweigend hingenommen wird.

In Turin, Italien, treffen sich diese Woche ab Donnerstag bei Slow Foods grĂ¶ĂŸtem internationalen Event, Terra Madre Salone del Gusto, ĂŒber 5.000 Landwirte, ZĂŒchter, Imker, Fischer, Köche, Wissenschaftler, Autoren, Aktivisten, GĂ€rtner und viele andere Akteure rund um unser Lebensmittelsystem aus ĂŒber 160 LĂ€ndern. Gerade unter dem Gesichtspunkt der aktuellen Entwicklungen wird das internationale Slow-Food-Netzwerk dieses Welttreffen als Chance nutzen, um den Machenschaften der Chemie- und Saatgutkonzerne, die die Landwirtschaft einseitig in die Richtung der industriellen Produktion treiben wollen, entgegenzutreten und zu zeigen, dass es schon jetzt in der EU und weltweit ein Netzwerk an verantwortungsbewussten Verbrauchern, Organisationen, Erzeugern und HandlungstrĂ€gern gibt, die fĂŒr eine andere, eine nachhaltigere Landwirtschaft fĂŒr Menschen, fĂŒr Umwelt und fĂŒr die Tiere eintritt.
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Wohnbau: Dachausbau und Aufstocken in Freiburg und Region
Potenzial 4000 Wohnungen in Freiburg? Hausaufgaben machen statt Landwirte vertreiben

Die Aufgabe, mehr Wohnraum bereitzustellen, sollte vordringlich auch den Dachausbau und Aufstockungen voranzubringen. Dazu gehört fĂŒr die Stadt Freiburg und andere Kommunen der Region das Instrument Dachausbau- und Aufstockungskataster. Beides ist in Freiburg wie u.a. ein Leerstandskataster offenbar nicht vorhanden. Der Freiburger auch regional aktive Verein ECOtrinova wandte sich dazu kĂŒrzlich an den Freiburger Gemeinderat, den OB und die BĂŒrgermeisterriege. „Wir halten die fehlenden Kataster fĂŒr ein VersĂ€umnis. Die Hausaufgaben sind nicht gemacht. Stadt und Gemeinderat möchten wie auch andere Kommunen im Umland mehr Wohnraum schaffen. Dachausbau und Aufstockungen sind große TeilbeitrĂ€ge, das Bauen auf der „grĂŒnen Wiese“, wie es großflĂ€chig bei Freiburg-Dietenbach noch geplant ist, zu vermeiden,“ so ECOtrinova-Vorsitzen­der Dr. Georg Löser. „Es bestehen vielteilige Alternativen statt der geplanten eklatanten „FlĂ€chen-SĂŒnde“ Freiburg-Dietenbach und des dortigen Millionen-Kostenlochs fĂŒr Erschließen, Bauen, Personalkosten und statt dort anstehenden „Abmagerungen“ und großen Enteignungsrobleme.

Der Verein verwies auf die aktuelle Expertise des Bundesinstituts fĂŒr Bau-, Stadt- und Raumfor­schung (BBSR) fĂŒr das Bundesbauministerium (2). Freiburg und Nachbarkreise zĂ€hlen zu den besonders lohnenden Gebieten fĂŒr Dachausbauten und Aufstockungen, fĂŒr die es in Freiburg einige gute Beispiele gebe. Laut BBSR bieten vor allem die WohnungsbestĂ€nde der 1950er- bis 1970er-Jahre gute Voraussetzungen. Fast 40% des WohngebĂ€ude­bestandes in Deutschland entfalle hierauf. Bei verbreitet anstehender Modernisierung können die Möglichkeiten geprĂŒft werden. Dass Dachausbauten angespannte WohnungsmĂ€rkte entlasten, belegen viele Praxisbeispiele.

Das Hauptpotenzial liege im mittleren Preissegment, weniger im unteren. Aber Wohnkosten können sinken z.B. mit Verzicht auf zusĂ€tzliche StellplĂ€tze dank gutem ÖPNV, Maßnahmen pro Radfahren und Car-Sharing, so ECOtrinova dazu. Und bisherige oberste Wohngeschosse erfahren mit Dachausbau und Aufstockung als solche sehr erhebliche - bis zur HĂ€lfte - Heizenergieeinsparungen und folglich geringere Heizkosten. Weitere positive Effekte fĂŒr den Wohnungsmarkt auch im unteren Preissegment wĂŒrden laut BBSR erzielt, indem die kĂŒnftigen Nutzer preiswertere Bestandswohnungen frei machen infolge von Umzugsketten und Sickereffekten.

Eine zweite neue Studie (3), ( 6), hier der TU Darmstadt und des Pestel-Instituts, weist laut Löser ebenfalls auf das immense FlĂ€chenpotential auf den DĂ€chern von Bestandsbauten hin. Die Studie fĂŒr 11 fĂŒhrende Organisa­tionen der Planungs-, Bau- und Immobilienbranche sehe in der Aufstockung bestehender Bauten große Chan­cen. Über 1,5 Mio. zusĂ€tzliche Wohnungen könnten laut Studie durch Dach-Aufstockung entstehen. (S. 65), dies dort, wo der Wohnraum knapp und das Wohnen teuer ist: d.h. in BallungsrĂ€umen und UniversitĂ€tsstĂ€dten. Freiburg gehört laut Studie wie die Nachbarkreise zu den Regionen, wo Aufstockung besonders sinnvoll ist (S. 55). Wenn Freiburg Durchschnitt wĂ€re als 1/400 von Deutschland, wĂ€ren es fĂŒr Freiburg rund 4000 Wohnun­gen, so ECOtrinovas Daumenregel, fast so viel wie die 5000 fĂŒr Dietenbach geplanten - allein mit nur einem von vielen Maßnahmenpaketen, auf schon erschlossenen FlĂ€chen, passend fĂŒr eine Öko- und Nachhaltigkeits- und Klimaschutzhauptstadt, ohne landwirtschaftlichen Boden zu ver­nichten.
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