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Dienstag, 24. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
NABU: EU-Naturschutzrichtlinien bleiben
Meilenstein – Kommissar Vella hat RĂŒckwĂ€rtsgang in der Umweltpolitik abgewehrt

Der NABU begrĂŒĂŸt die heutige Entscheidung der EU-Kommission zur Beibehaltung der EU-Naturschutzrichtlinien. Bei ihrem wöchentlichen Treffen beendete das Kollegium der 28 EU-Kommissare unter Jean-Claude Juncker damit eine heftige Debatte, die der PrĂ€sident vor ĂŒber zwei Jahren selbst gestartet hatte: Unter dem Vorwand der „EntbĂŒrokratisierung“ hatte Juncker seinen Umweltkommissar Vella aufgefordert, eine „Modernisierung und Verschmelzung“ der beiden Richtlinien zu prĂŒfen.

NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: „Diese Entscheidung ist ein Meilenstein – nicht nur fĂŒr alle, denen die Bewahrung unseres Naturerbes am Herzen liegt. Dass sich Kommissar Vella durchgesetzt hat, ist richtungsweisend auch fĂŒr den Schutz von Klima, Wasser, Luft und Boden. Der erste bedeutende Versuch in der EU-Umweltpolitik, den RĂŒckwĂ€rtsgang einzulegen, ist damit gescheitert. BĂŒrgerinnen und BĂŒrger wollen eine EU mit hohen Umweltstandards – und keine, in der kurzfristige Profitinteressen die Agenda bestimmen.“

Im vergangenen Jahr hatte eine BĂŒrgerbefragung der EU zu den Naturschutzrichtlinien zu einer Rekordbeteiligung gefĂŒhrt. Über eine halbe Million Menschen nahmen daran teil, fast alle forderten die Beibehaltung der Richtlinien. Im Anschluss forderten auch das EU-Parlament und der Rat der Umweltminister die Kommission auf, die Richtlinien nicht zu Ă€ndern, sondern besser umzusetzen und zu finanzieren. Die Bundesregierung setzte sich ebenfalls dafĂŒr ein, insbesondere Bundesumweltministerin Barbara Hendricks.

Mit ihrer Entscheidung sendet die EU-Kommission damit auch ein wichtiges Signal an die UN-BiodiversitĂ€tskonferenz, die aktuell in CancĂșn/Mexiko ĂŒber den Stopp des weltweiten Artensterbens verhandelt. „Nach zwei Jahren Unsicherheit geht die EuropĂ€ische Union nun wieder mit ihrer erstklassigen Gesetzgebung voran“, kommentiert Konstantin Kreiser, NABU-Leiter fĂŒr Globale und EU-Naturschutzpolitik. FĂŒr den NABU hatte er die Koordination der deutschen UmweltverbĂ€nde zur Rettung der Naturschutzrichtlinien ĂŒbernommen.

„Nun muss die Umsetzung der beiden Richtlinien endlich wieder im Vordergrund stehen. Wir erwarten von der Kommission Anfang 2017 hierzu konkrete VorschlĂ€ge. Der Fokus muss dabei auf einem konsequenteren Vollzug vor Ort sowie einer besseren finanziellen Honorierung der Naturschutzleistungen von Landnutzern liegen. Hierzu ist ein Umbau der Gemeinsamen Agrarpolitik entscheidend“, so Kreiser.

Bei einer Aufweichung der Richtlinien hĂ€tten bislang streng geschĂŒtzte Tierarten wie der Wolf oder auch viele Zugvögel zum Abschuss frei gegeben werden können. Natura 2000, das weltgrĂ¶ĂŸte Netzwerk an Schutzgebieten stĂŒnde zur Debatte. Die unvermeidlichen jahrelangen Verhandlungen hĂ€tten zudem sofort das Engagement vieler Regierungen bei der Verfolgung von Umweltdelikten reduziert, wie zum Beispiel dem Abholzen von UrwĂ€ldern in Polen, der Jagd auf Singvögel in Zypern oder dem UmpflĂŒgen von artenreichen Wiesen in Deutschland.
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NABU: Neu entdeckt und schon gefÀhrdet
Globale Rote Liste gefÀhrdeter Vogelarten

Wildvogelhandel bringt Graupapagei an den Rand des Aussterbens


Auf unserer Erde gibt es ĂŒber 700 Vogelarten mehr als zuvor gedacht, doch 20 Prozent dieser neu entdeckten Vogelarten sind bereits weltweit vom Aussterben bedroht. Zu diesem Ergebnis kommt die NABU-Dachorganisation BirdLife International, die am Mittwochabend bei der dreizehnten Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention ĂŒber die Biologische Vielfalt (CBD) in CancĂșn/Mexiko die jĂ€hrliche Aktualisierung der Roten Liste nach den Kriterien der Weltnaturschutzorganisation IUCN vorgestellt hat. Auch fĂŒr viele beliebte KĂ€figvögel birgt die neue Liste schlechte Nachrichten: Arten wie der Afrikanische Graupapagei, der wegen seines Sprachtalents auch bei deutschen Haltern ein sehr beliebte Vogel ist, werden durch den Vogelfang fĂŒr die KĂ€fighaltung an den Rand des Aussterbens gebracht.

ZunĂ€chst die gute Nachricht fĂŒr alle Vogelbeobachter, die sich ĂŒber lange Listen gesehener Arten freuen: Nach der aktuellen globalen Roten Liste werden 742 Vogelarten neu anerkannt. Damit gibt es nun weltweit 11.121 Vogelarten. Grund dafĂŒr sind jedoch keine sensationellen Neuentdeckungen versteckt lebender Arten, sondern vielmehr eine von BirdLife International nach einer einheitlichen Methode durchgefĂŒhrte ÜberprĂŒfung der Arteinteilungen, die in vielen FĂ€llen zu einer Aufteilung einer bekannten Art in mehrere neue Arten fĂŒhrte.

20 Prozent dieser erstmals beurteilten neuen Arten mussten sofort auf die Liste der global vom Aussterben bedrohten Arten bzw. auf die Vorwarnliste der bedrohten Arten gesetzt werden. „Sie werden damit zu neuen prioritĂ€ren Zielarten internationaler Naturschutzmaßnahmen. Bisher flogen sie sozusagen unter dem Radar von ArtenschĂŒtzern und hĂ€tten leicht verloren gehen können, bevor ihre Einzigartigkeit erkannt worden wĂ€re“, sagte NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Genau dieses Schicksal hatte den erst jetzt als eigene Art anerkannten San-CristĂłbal-Rubintyrann ereilt, der damit posthum den zweifelhaften Ruf der ersten ausgestorbenen endemischen Vogelart des Galapagos-Archipels erwirbt. Die Aufteilung des auf den Kanaren heimischen Teydefinken, eines blau gefĂ€rbten verwandten unseres Buchfinks, in zwei Arten, fĂŒhrt dazu, dass die nur auf Gran Canaria vorkommende Population von nur 250 Individuen jetzt Europas seltenste Singvogelart ist.

Insgesamt bleibt trotz der vielen neuen Arten, der Anteil als gefĂ€hrdet gelisteter Arten bei 23 Prozent, davon zehn Prozent Arten der Vorwarnliste. Unter den nicht von Änderungen der Artabgrenzung betroffenen Vogelarten mussten 19 in eine höhere GefĂ€hrdungskategorie eingeordnet werden, immerhin acht Arten konnten heruntergestuft werden.
Vor allem der Handel ist ein Problem fĂŒr Wildvögel, die weltweit zu beliebten Haustieren zĂ€hlen. So landete der Afrikanische Graupapagei erstmalig in der zweithöchsten GefĂ€hrdungskategorie, da eine Studie von BirdLife International nachweisen konnte, dass die Art in Teilen ihres Verbreitungsgebiets um mehr als 99 Prozent abgenommen hat. Eine der grĂ¶ĂŸten Bedrohungen fĂŒr diese Art sind Wildentnahmen. Daher hat der NABU die Entscheidung des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) im September begrĂŒĂŸt, dass der Graupapagei nicht mehr international gehandelt werden darf. Ab jetzt können nur noch Tiere aus Nachzuchten gekauft werden. „Besonders hoch ist der Druck des KĂ€figvogel-GeschĂ€fts in SĂŒdost-Asien, insbesondere auf der Insel Java. So mussten einige nur in Indonesien vorkommende Arten wie Reisfink, Bali-Allfarblori und Gelbwangen-Kakadu deswegen als global gefĂ€hrdet eingestuft werden”, so Lachmann.

FĂŒr einige bedrohte Vogelarten, insbesondere solche, die nur auf kleinen Inseln vorkommen, hat sich das Aussterberisiko jedoch dank intensiver Schutzmaßnahmen verringert. Azoren-Gimpel, St. Helena-Regenpfeifer und Seychellen-Brillenvogel, die zuvor kurz vor dem Aussterben standen, konnten herabgestuft werden.

Bei der vorangegangenen Aktualisierung der weltweiten Roten Liste im Jahr 2015 wurden elf deutsche Vogelarten neu als weltweit gefĂ€hrdet aufgenommen, darunter vor allem Arten der Agrarlandschaft wie Turteltaube, Kiebitz und Wiesenpieper und KĂŒstenvögel wie Austernfischer, Knutt und Pfuhlschnepfe. Alle diese Arten werden weiterhin als global gefĂ€hrdet aufgefĂŒhrt. Insgesamt stehen 22 regelmĂ€ĂŸig in Deutschland vorkommende Arten auf der Liste der weltweit vom Aussterben bedrohten Vogelarten. Die Entwicklung effektiver Schutzmaßnahmen ist damit eine noch viel grĂ¶ĂŸere Herausforderung geworden. Sie bedarf neben der Arbeit von NaturschĂŒtzern auch grundsĂ€tzlicher Entscheidungen der Politik, zum Beispiel fĂŒr eine echte ökologische Wende in der Agrarpolitik.


Nach der kĂŒrzlich aktualisierten Roten Liste der Brutvögel Deutschlands sind mit 118 Arten 45 Prozent aller heimischen Brutvogelarten in ihrem deutschen Bestand bedroht.
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Ein Hauch von Orient auf dem Mundenhof
Weihnachtsbasar am 10. und 11. Dezember mit Tierkarawane

So viel Welt auf 150 Hektar findet man selten. WÀhrend die weitlÀufigen
Gehege auf dem Mundenhof an die eurasischen Steppen erinnern und
die Bewohner des Aquariums was von Indischem oder Pazifischem
Ozean blubbern, gucken muntere Äffchen aus Jawa/Indonesien auf
aufmerksame ErdmĂ€nnchen aus dem sĂŒdlichen Afrika.

Alle Jahre wieder weht im Advent aber auch ein Hauch von Orient
ĂŒber den Mundenhof. In dessen besonderem Ambiente findet am
dritten Adventswochenende (Samstag, 10., und Sonntag, 11.
Dezember) der Weihnachtsbasar statt. Rund 60 hauptsÀchlich
private Anbieter bieten in der Scheune und im KonTiKi-Innenhof
Kunsthandwerk, Schmuck, Weihnachtsdekoration, Gestricktes,
Seifen, Honig, Kerzen und mehr an. Auch fĂŒr das leibliche Wohl ist
gesorgt. Neben dem Angebot der GaststĂ€tte gibt es GlĂŒhwein,
Maroni, Waffeln, Kaffee und Kuchen.

Höhepunkt ist die Tierkarawane mit festlich geschmĂŒckten Kamelen,
Eseln, Pferden, Alpakas, Schafen und Ziegen. Die Karawane zieht
am Samstag um 17 Uhr, am Sonntag um 15 und 17 Uhr ĂŒber den
Basar. Dazu gibt es BauchtÀnzerinnen, Musiker und am Sonntag um
12.30 Uhr eine Reitformation mit Pferden und Eseln.

Erwachsene zahlen 2 Euro Eintritt, Kinder haben freien Zutritt. Der
Basar ist am Samstag, 10. Dezember, von 13 bis 18 Uhr und am
Sonntag, 11. Dezember, von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Veranstaltet
wird er vom Mundenhof und der Fördergemeinschaft Mundenhof e.V.
 
 

Importiertes Palmöl landet immer hÀufiger in europÀischen Tanks
Regenwald auf Gorontalo. / Foto: B. v. Gemerden/Vogelbescherming Netherland
 
Importiertes Palmöl landet immer hÀufiger in europÀischen Tanks
Biokraftstoffe sind der falsche Weg, Klimaziele im Verkehr zu erreichen

Der NABU sieht seine grundlegende Kritik an der Verwendung von Palmöl in Biokraftstoffen durch eine neue Studie der Umweltorganisation „Transport & Environment“ bestĂ€tigt. Demzufolge landet erstmals der grĂ¶ĂŸte Anteil europĂ€ischer Palmöl-Importe im Sprit – noch vor Lebensmitteln und Kosmetik. Im vergangenen Jahr stieg die Verwendung von Palmöl in europĂ€ischem Biodiesel noch einmal um drei Prozent auf insgesamt 3,35 Millionen Tonnen an. Zudem wiesen die Autoren der Studie nach, dass Biodiesel auf Basis von Palmöl keineswegs sauber ist: Er verursacht dreimal mehr CO2-Emissionen als fossiler Diesel.

„WĂ€hrend sich viele Konsumenten zu Recht Gedanken um palmölfreie Lebensmittel machen, wird ein Großteil des Palmöls einfach in unseren Motoren verfeuert. Das ist nicht nachvollziehbar und fĂŒhrt klimapolitisch in die Sackgasse“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Gerade am Beispiel von Palmöl zeige sich, dass Biokraftstoffe der falsche Weg seien, die Klimaziele im Verkehrsbereich zu erreichen. „Die Rechnung, verbrauchsstarke Verbrennungsmotoren mit scheinbar treibhausgasneutralen Kraftstoffen betreiben zu wollen, geht nicht auf. Jedes Jahr werden gigantische FlĂ€chen an Tropenwald gerodet und fĂŒr immer zerstört, nur um billiges Palmöl zu produzieren. Dabei ist der Weg fĂŒr die Zukunft des Verkehrs doch klar: Fahrzeuge mĂŒssen deutlich effizienter werden und wir brauchen mehr E-MobilitĂ€t bei gleichzeitigem Ausbau der Erneuerbaren Energien“, so Miller. Strengere CO2-Grenzwerte seien das deutlich wirksamere Mittel zur Emissions-Reduzierung bei Pkw und Lkw als der Versuch der Automobilkonzerne, die Klima-Verantwortung auf die Mineralölindustrie abzuwĂ€lzen.

Geradezu grotesk ist es nach Ansicht des NABU, dass in vielen Tropenwaldregionen mit hohem Aufwand versucht wird, verbleibende WĂ€lder als Kohlenstoffspeicher zu schĂŒtzen, wĂ€hrend auf der anderen Seite des Waldes FlĂ€chen fĂŒr Palmöl gerodet werden. „Die Auswirkungen der verfehlten europĂ€ischen Biokraftstoff-Politik können wir jeden Tag beobachten, zum Beispiel in unseren Projektregionen in Indonesien. Die WaldflĂ€chen schrumpfen hier bedrohlich und damit auch der Lebensraum fĂŒr gefĂ€hrdete Arten und indigene Völker. Herrschte in anderen Weltregionen ein Ă€hnlicher Durst nach palmölbasiertem Diesel wie in Europa, brĂ€uchten wir eine AnbauflĂ€che in der GrĂ¶ĂŸe der verbleibenden RegenwĂ€lder Borneos, Sumatras und Malaysias“, so Tom Kirschey, Leiter des NABU-Asienprogramms.

Derzeit erarbeitet die EuropĂ€ische Kommission einen Vorschlag zur Novellierung der Richtlinie fĂŒr Erneuerbare Energien (RED), die unter anderem den zulĂ€ssigen Anteil von Biokraftstoffen regeln wird. Der geleakte Entwurf sieht derzeit eine minimale Reduktion des Biokraftstoffanteils im Verkehrsbereich von 4,9 Prozent auf 3,8 Prozent im Jahr 2030 vor. Damit wĂ€re auch kĂŒnftig eine Beimischung von problematischen Pflanzenölen wie Palmöl mit seinen negativen Auswirkungen fĂŒr Natur und Klima zulĂ€ssig. Der NABU fordert stattdessen einen phasenweisen Ausstieg aus landbasierten Biokraftstoffen bis hin zum völligen Verbot.
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Zum geplanten Neubaustadtteil Dietenbach
Umwelt- und NachhaltigkeitsverbÀnde teilen die Bedenken der "BI Pro Landwirtschaft
und Wald im Dietenbach & Regio i.G." anlÀsslich der ersten Traktoren-Demo am
25.11.2016 um 12 Uhr

Umweltvereine, und -verbĂ€nde aus Freiburg, die sich fĂŒr Ökologie, Soziales und
nachhaltiges Wirtschaften einsetzen, unterstĂŒtzen ausdrĂŒcklich die Kritik der BI Pro
Landwirtschaft und Wald im Dietenbach & Regio i.G., auf die sie mit einer Traktorenfahrt
durch Freiburg am 25.11.2016 von 12 Uhr bis 14Uhr aufmerksam machen möchten. Die
Unterzeichner halten einen Stadtteil Dietenbach fĂŒr ungeeignet, um die mit ihm
angestrebten Ziele wie z.B. die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und klimaneutralen,
flÀchensparendem Bauen zu erreichen. Es gebe auch in einer wachsenden Stadt Freiburg
viele kleinteiligere Alternativen. Ob eine von der Stadt angestrebte Enteignung der nicht
verkaufswilligen Landwirte angemessen und damit erfolgreich umgesetzt werden kann, bleibt
offen. Die Notwendigkeit und VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit des geplanten Stadtteils Dietenbach sind
entgegen der Bewertung der Stadtverwaltung aus Sicht der VerbÀnde nicht gegeben. Eine
weitere Belastung der Freiburger und regionalen Landwirtschaft durch
FlĂ€cheninanspruchnahme fĂŒr Siedlungs- und Verkehrszwecke ist gegenĂŒber zukĂŒnftigen
Generationen nicht zu verantworten.

Zu den vielen Alternativen gehören z.B. die bereits angelaufene Nachverdichtung und der
sozialökologische Umbau von mehreren Stadtquartieren fĂŒr mehr Wohnraum, ein kleiner
Neubaustadtteil ZĂ€hringen-Nord im Bereich der dortigen GroßparkplĂ€tze, Dachausbauten
und Aufstockungen, Leerstandkataster und Leerstandsmanagement. Auch der Neu- bzw.
Umbau im Bestand zur Schaffung von altersgerechten Wohnungen im geeigneten
(gewohnten) Umfeld ist erforderlich, um Menschen, die bislang in großen Wohnungen
wohnen, eine attraktivere, flĂ€chensparendere und ggf. kostengĂŒnstigere Alternative anbieten
zu können.

Die geplante Entwicklungsmaßnahme fĂŒr den Neubau-Stadtteil Dietenbach (vgl.
Gemeinderatsdrucksache-G-16/095) steht zudem bereits heute mit einem absehbaren,
haushaltsrechtlich unzulÀssigen Defizit in mindestens zweistelliger Millionen-Euro Höhe
unter so hohem finanziellen Druck, dass z.B. die mit ihr beabsichtigten Ziele "Schaffung von
bezahlbarem Wohnraum", Soziales“ und "klimaneutral" zu scheitern drohen. Bisher gibt es
kaum Anzeichen dafĂŒr, dass in dem Stadtteil ĂŒberhaupt Wohnungen entstehen können, die
fĂŒr niedrige Einkommen bezahlbar sind und dem freien Wohnungsmarkt auch dauerhaft
entzogen bleiben. Und auch bei der geforderten KlimaneutralitÀt fehlt bisher Einigkeit
darĂŒber, welche Kriterien erfĂŒllt sein mĂŒssen, um von klimaneutralem Bauen sprechen zu
können. Die Unterzeichner betonen, dass alle Alternativen, die ohne neuen Stadtteil auf der
"grĂŒnen Wiese" auskommen, geprĂŒft und umgesetzt werden mĂŒssen.

 
 

 
Scheuklappen bei der Suche nach Ansteckungsquellen fĂŒr Vogelgrippe ablegen
NABU: Kritische Analyse beleuchtet Verbreitungswege fĂŒr Vogelgrippe in GeflĂŒgelwirtschaft

Angesichts einer aktuell veröffentlichten kritischen Analyse zum derzeitigen Auftreten der Vogelgrippe und ihrer Verbreitung erneuert der NABU seine Kritik an der bislang einseitigen Ursachenforschung zur Ausbreitung der GeflĂŒgelpest. Eine Gruppe unabhĂ€ngiger Experten des Wissenschaftsforums AviĂ€re Influenza (WAI) hat das bisherige Ausbruchgeschehen in Europa detailliert dokumentiert. Diese Aufstellung geht weit ĂŒber die aktuelle Risikoanalyse des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) vom 25.11.2016 hinaus. Anhand der aufgelisteten Indizien wird die Hypothese des FLI, dass das Vogelgrippe-Virus H5N8 allein durch Wildvögel verbreitet wird, kritisch hinterfragt. Zahlreiche Indizien sprechen vor allem fĂŒr eine Verbreitung des Virus durch die GeflĂŒgelwirtschaft selbst. Der NABU fordert das FLI auf, diese Hinweise ernst zu nehmen und mit allen ihm als zustĂ€ndiger Behörde zur VerfĂŒgung stehenden Mitteln zu prĂŒfen.

„Das zustĂ€ndige Bundesinstitut ignoriert bis heute sĂ€mtliche Indizien, die dafĂŒr sprechen, dass sich GeflĂŒgelbetriebe vor allem durch die Stoffströme der GeflĂŒgelwirtschaft selbst mit dem Vogelgrippe-Virus H5N8 infizieren. Die Ergebnisse legen nahe, die FahrtenbĂŒcher und GPS-Daten von Tiertransporten auszuwerten, um zu untersuchen, ob sich diese Routen mit Ausbruchsherden der Krankheit decken“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Stattdessen verweist das Institut ausschließlich auf Wildvögel als ÜbertrĂ€ger. „Diese Scheuklappen-MentalitĂ€t erklĂ€rt, warum auch zehn Jahre nach dem ersten großen Vogelgrippe-Ausbruch in Deutschland tatsĂ€chliche Eintragsquellen nie identifiziert wurden und zukĂŒnftige AusbrĂŒche nicht verhindert werden können.“

So zeigt eine eingehende Gen-Analyse zwar – wie vom FLI betont – eine große Ähnlichkeit des aktuell grassierenden Virus mit einem im Juni 2016 an einem sibirischen See bei Wildvögeln gefundenen Virus. Sie widerlegt allerdings eindeutig die Behauptung, dass das Virus ĂŒber diese Wildvögel ĂŒber weitere Stafetten nach Europa gelangt sein könnte, denn das Virus der sibirischen Wildvögel ist eindeutig kein VorlĂ€ufer des aktuellen Virus in Europa, sondern hatte sich wenige Monate zuvor von einem gemeinsamen VorlĂ€ufervirus abgespalten, das in einem chinesischen Schlachthof entdeckt wurde. Zudem wurden alle Wildvögel dort nach der vorliegenden russischen Originalquelle tot aufgefunden, und nicht, wie vom FLI behauptet „gesund geschossen“. Damit steht abermals die bisher unbelegte Aussage des FLI, dass Wildvögel das Virus lange Zeit in sich tragen und dabei ansteckend seien ohne selber daran zu erkranken, auf tönernen FĂŒĂŸen. Ohne diese Hilfsthese ist aber eine Verbringung des Virus durch Wildvögel ĂŒber Kontinente hinweg nicht denkbar.

„Sehr wahrscheinlich hat das aktuelle Virus daher seinen Weg direkt aus der GeflĂŒgelwirtschaft in China nach Europa gefunden – ohne die Hilfe von Wildvögeln, die niemals direkt von China nach Europa ziehen“, sagte NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Da entsprechende Viren offenbar nicht tĂ€glich aus China importiert werden, wo sie sich bestĂ€ndig in der GeflĂŒgelwirtschaft halten, wĂ€re hier nach einem Zufallsereignis zu suchen, z.B. einem nicht ausreichend desinfizierten Transportstall beim Handel mit GeflĂŒgel.

Vermutlich bereits ab Mitte Oktober zirkulierte das Virus in Ost-Ungarn bereits in GeflĂŒgelhaltungen. Entdeckt wurde es in den Stallhaltungen allerdings erst Anfang November. Ungarische GeflĂŒgelexporte gehen zu 99 Prozent in nur drei LĂ€nder: Polen, Österreich und Deutschland. Genau hier wurden Anfang November die ersten an H5N8 gestorbenen Wildvögel, meist Reiherenten gefunden. Die Tatsache, dass diese Ausbruchherde meist in unmittelbarer NĂ€he großer Schlachthöfe oder an den vermuteten Routen und RastplĂ€tzen von LebendgeflĂŒgel-Transporten liegen, ruft dringend nach einer eingehenden ÜberprĂŒfung aller Transporte zwischen betroffenen Betrieben und Schlachthöfen in den genannten LĂ€ndern.

Der wiederholte Beginn des Ausbruchsgeschehens Anfang November soll laut FLI die These stĂŒtzen, dass in Europa ĂŒberwinternde sibirische Zugvögel das Virus jedes Jahr wieder eintragen. Dazu stellt der NABU fest, dass sibirische Wasservögel bereits ab August in Europa eintreffen, sicherlich aber nicht erst ab Anfang November. Plausibler wĂ€re eher ein Zusammenhang mit der zu dieser Jahreszeit erhöhten Zahl von Martins- und WeihnachtsgĂ€nsen oder Erntedank-TruthĂ€hnen, die zu den wenigen Großschlachthöfen transportiert werden mĂŒssen.

Nachdenklich stimmt auch der H5N8-Fall in einer großen deutschen Massenhaltung: In einem Putenbetrieb in Barßel im Landkreis Cloppenburg/Niedersachsen mussten 16.000 Puten gekeult werden, dazu 92.000 HĂŒhner in benachbarten Betrieben. Bislang wurde in der Umgebung bisher kein infizierter Wildvogel entdeckt. AuffĂ€llig ist, dass dieser Betrieb bereits beim vergangenen Ausbruch 2014 betroffen war. Zudem liegt er nur wenige Kilometer von einer großen Fleischmehlfabrik entfernt. „Wie wahrscheinlich ist bei dieser Indizienlage, dass sich die abgeschlossene Massenhaltung ĂŒber den Kot von Wildvögeln angesteckt haben könnte?“, so Lachmann. Diese Frage bleibt bisher vom FLI unbeantwortet.

Der NABU fordert Bund und LĂ€nder auf, die Suche nach den Haupt-Übertragungswegen dringend auch auf die Transporte und Stoffströme der GeflĂŒgelindustrie auszudehnen. „Achselzuckend nur auf die Zugvögel als angeblich unvermeidliche Infektionsherde zu verweisen, verspielt die Chance, zukĂŒnftigen AusbrĂŒchen endlich einen Riegel vorzuschieben, und damit die ĂŒberproportionale Belastung von Freiland-GeflĂŒgelhaltungen durch die wiederkehrende Stallpflicht zu vermeiden und gleichzeitig auch die Gefahr fĂŒr Wildvögel zu bannen“, so Lachmann.
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Deutsches Zusatzstoffe Museum Hamburg
Korb mit Zusatzstoffen / Foto: Deutsches Zusatzstoffmuseum
 
Deutsches Zusatzstoffe Museum Hamburg
Zusatzstoffe gehören ins Museum. Nicht ins Essen.

Zur Herstellung von Lebensmitteln dĂŒrfen in der EU Tausende von ZusĂ€tzen wie Aroma- und Farbstoffe, Enzyme und GeschmacksverstĂ€rker beigemischt werden. Viele von ihnen mĂŒssen nicht einmal deklariert werden. Selbst bei Bioprodukten sind zahlreiche Zusatzstoffe erlaubt.

Das Deutsche Zusatzstoffmuseum erklÀrt, warum das so ist: es zeigt, wo nicht deklarierte ZusÀtze enthalten sein können, wie sie manchmal verschleiert werden und welche Möglichkeiten bestehen, auf derartige ZusÀtze zu verzichten.
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Unser Haus – Fit fĂŒr die Zukunft
Foto: fesa e.V.
 
Unser Haus – Fit fĂŒr die Zukunft
Wie Jugendliche zu Klimabotschaftern in ihren Familien werden

Freiburg, 14.11.2016: In den Schuljahren 2014/2015 und 2015/2016 nahmen insgesamt 15 Schulklassen am fesa-Projekt „Unser Haus – Fit fĂŒr die Zukunft“ erfolgreich teil. Sie untersuchten ihre ElternhĂ€user auf energetische Schwachstellen und lernten, Sanierungs- und EnergiesparvorschlĂ€ge zu erarbeiten. Ermöglicht wurde das Projekt durch eine Förderung aus dem badenova-Innovationsfonds. Nun ist es an der Zeit, eine Bilanz zu ziehen.

Jugendliche sind die Hausbesitzer und damit die energetischen Sanierer von morgen. Jugendliche sind außerdem wichtige Botschafter fĂŒr klimabewusstes Verhalten in ihren Familien. Deshalb hat der fesa e.V. das Projekt „Unser Haus – Fit fĂŒr die Zukunft“ konzipiert, in dem der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen und die finanziellen und ökologischen Vorteile einer nachhaltigen Bauweise vermittelt wurden.

Um was ging es?
Im Projekt lernten Jugendliche der 9. bis 11. Klasse die einzelnen Elemente der energetischen GebĂ€udesanierung kennen. Zum Einstieg befassten sich die SchĂŒlerInnen mit den Themen Klimawandel und Klimaschutz. Im Laufe von mehreren Projektstunden lernten sie dann die GebĂ€udesanierung als einen wichtigen Baustein zum Klimaschutz kennen. Durch einen tieferen Einstieg in das Thema GebĂ€udesanierung konnten die Jugendlichen spĂ€ter sogar komplexe Begriffe wie WĂ€rmebrĂŒcke und U-Wert erklĂ€ren. Mit diesem Wissen im GepĂ€ck nahmen die SchĂŒlerInnen die eigenen HĂ€user unter die Lupe. Sie analysierten den Ist-Zustand des GebĂ€udes und dokumentierten diesen mit Hilfe von Fotos. UnterstĂŒtzung bekamen sie dabei von Florian Schmid, einem Mitarbeiter der Energieagentur Regio Freiburg. Er ging auf grundsĂ€tzliche Fragen der energetischen GebĂ€udesanierung ein und erklĂ€rte anschaulich die Eigenschaften der verschiedenen Bauteile anhand eines Fenstermodells und kleiner DĂ€mmstoffexponate. ZusĂ€tzlich gab er den Jugendlichen individuelle Tipps, wie sie den energetischen Zustand ihrer ElternhĂ€user verbessern können. Die SchĂŒlerInnen prĂ€sentierten anschließend ihre Ergebnisse vor der Klasse. „Viele SchĂŒlergruppen haben richtig gute Arbeiten abgeliefert und sich viele Gedanken zu einem energieeffizienten GebĂ€ude gemacht“, meint Florian Schmid. Je nach Zeitbudget fanden in einigen Klassen zusĂ€tzlich Exkursionen zu einer Sanierungsbaustelle oder zu einem Handwerksbetrieb statt. So konnte zum Beispiel eine Emmendinger Klasse gemeinsam mit dem Architekten und dem Quartiersmanager eine aktuelle Sanierungsbaustelle besichtigen.

Wer hat teilgenommen?
Am Projekt haben sowohl Realschulen als auch Gymnasien aus der gesamten Region SĂŒdbaden teilgenommen. So beteiligten sich Klassen aus Rheinfelden, Neuenburg, MĂŒllheim, Bad Krozingen, Gundelfingen, Emmendingen, Elzach, Kirchzarten, Ettenheim und Lahr am Projekt. Die Klassenstufen erstreckten sich von der 9. bis zur 11. Klasse. Das Projekt war immer in den Unterricht integriert. In den Realschulen geschah dies im Rahmen der FĂ€cher Naturwissenschaftliches Arbeiten (NwA), Technik oder Physik. In den Gymnasien wurde das Projekt immer in das Fach Naturwissenschaft und Technik (NwT) integriert. Eine Gewerbeschule konnte das Projekt ebenfalls integrieren, hier wurde die 11. Klasse mit dem Profilfach "Umwelttechnik" gewĂ€hlt.

Wie kam es an?
FĂŒr Herrn Schienle, den verantwortlichen Lehrer an der Realschule in Lahr, war das Projekt „ein guter Einstieg in die Themen Klimaschutz, Klimawandel und GebĂ€udesanierung. Man merkt, dass sich die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler nun Gedanken ĂŒber das Thema und damit auch ĂŒber ihre Zukunft machen. Auch die PrĂ€sentationen waren eine gute Übung.“ Auch die Jugendlichen gaben positives Feedback zum Projekt: So fand eine SchĂŒlerin: „Es war interessant, vor allem auch fĂŒr die eigene Zukunft.“ Ein anderer SchĂŒler bemerkte: „Es war mal was Anderes, abwechslungsreich.“ Viele SchĂŒlerInnen meinten, das Projekt habe ihnen Spaß gemacht und viele fanden es spannend, das eigene Haus zu untersuchen.

Wie war die Organisation?
DurchgefĂŒhrt wurde das Projekt von pĂ€dagogisch geschulten Energiefachleuten des fesa e.V. Die Umsetzung im durchgefĂŒhrten Umfang wurde durch einen Zuschuss des badenova Innovationsfonds Klima- und Wasserschutz in Höhe von 20.000 Euro und durch Mittel der GlĂŒcksspirale des Ministeriums fĂŒr Umwelt, Klima und Energiewirtschaft ermöglicht.

Wie geht es weiter?
Aktuell erfolgt eine weitere Aufbereitung der einzelnen Module, so dass sie interessierten LehrkrĂ€ften zur VerfĂŒgung gestellt werden können. Zwei Schulen, die im ersten Schuljahr am Projekt teilgenommen haben, konnten bereits die Materialien nutzen, um das Projekt in weiteren Klassen durchzufĂŒhren. Auf diesem Weg erfolgt auch in den folgenden Schuljahren eine WeiterfĂŒhrung des Projekts. Einzelne Elemente des Projektes können bei Interesse an weiteren Schulen in der Region durchgefĂŒhrt werden.
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