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Verschiedenes

Klimawandel erwĂ€rmt die FlĂŒsse. / KĂŒhlwassermangel bei Kraftwerken droht
© P. Nieznanski / WWF
 
Klimawandel erwĂ€rmt die FlĂŒsse. / KĂŒhlwassermangel bei Kraftwerken droht
Die mittleren FließgewĂ€ssertemperaturen drohen bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts durchschnittlich um etwa 1,5°C anzusteigen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen WWF-Studie. Bereits im Laufe des 20. Jahrhundert hat sich die Wassertemperatur in mitteleuropĂ€ischen FlĂŒssen nach Angaben der Umweltstiftung um etwa 1°C erhöht. Die KĂŒhlwassernutzung durch thermische Kraftwerke (meist Atom- oder Kohlekraftwerke) wird durch den Temperaturanstieg zunehmend Probleme erfahren - und somit auch direkt die Sicherheit der Stromerzeugung beeinflussen. So wurden die zulĂ€ssigen Grenzwerte, die ein Einleiten von erwĂ€rmtem KĂŒhlwasser einschrĂ€nken bzw. untersagen, nach WWF-Angaben bereits in den Sommern 2003, 2006 und 2007 an unterschiedlichen FlĂŒssen und Kraftwerksstandorten erreicht. „HĂ€ufigere kritisch hohe FließgewĂ€ssertemperaturen können deutliche Einbußen bei der Stromproduktion zur Folge haben. Im Extremfall ist gar die Versorgungssicherheit mit Strom gefĂ€hrdet“, warnt WWF-Referent Georg Rast.

Auch die Folgen fĂŒr die Tier- und Pflanzenwelt werden von der Umweltstiftung als gravierend eingeschĂ€tzt. Vor allem der Anstieg winterlicher Minimaltemperaturen könnte eine verstĂ€rkte Ausbreitung nicht-heimischer Pflanzen und Tiere zur Folge haben, die unter den bisherigen Bedingungen den mitteleuropĂ€ischen Wintern schwer widerstehen konnten. „Wir empfinden die Kaltphasen in diesem Jahr als besonders hart. Dabei war es vor gar nicht allzu langer Zeit eher ein Regelfall, dass FlĂŒsse und Seen wochenlang zugefroren waren“, sagt Georg Rast. Auch werden Epidemien und Seuchen im Tierreich wahrscheinlicher. So waren die niedrigen AbflĂŒsse und zeitgleichen hohen Wassertemperaturen im Sommer 2003 offenbar wesentlich Ursache fĂŒr das im Rhein beobachtete massenhafte Aalsterben. Auch fĂŒr klassische Kaltwasserbewohner, wie etwa die als Speisefisch beliebte Forelle, wird nach neustem Erkenntnisstand der Lebensraum immer kleiner, da sie nicht unbegrenzt in höher liegende kĂŒhlere GewĂ€sserabschnitte ausweichen können.

„Erhöhte Lufttemperaturen, verĂ€nderte Schneeschmelze und die ĂŒbermĂ€ĂŸige Zufuhr von Warmwasser aus den DurchlaufkĂŒhlungen thermischer Kraftwerke – all diese Faktoren können unsere FlĂŒsse zum kollabieren bringen“, warnt WWF-Experte Rast. „Die FlĂŒsse sind wichtige Lebensadern und von enormer Bedeutung fĂŒr Stromproduktion, Landwirtschaft, Trinkwasserversorgung oder auch Tourismus.“ Zum Schutz der FlĂŒsse vor den Folgen des Klimawandels fordert die Umweltstiftung WWF daher ein koordiniertes und ambitioniertes Flussmanagement, das sich an der NatĂŒrlichkeit von GewĂ€ssern orientiert. „Reich strukturierte, flache und frei fließende GewĂ€sser mit Schatten spendenden Ufergehölzen können die zu erwartenden Auswirkungen noch am besten verkraften“, sagt Georg Rast. Daher seien verstĂ€rkte Anstrengungen zur GewĂ€sserrenaturierung erforderlich.
 
 

Protestaktion am 21. MĂ€rz 2009 um 10.30 Uhr vor dem AKW
 
Protestaktion am 21. MĂ€rz 2009 um 10.30 Uhr vor dem AKW
Vom 23. MĂ€rz bis zum 8. April wird die IAEO eine “Inspektion” des AKW Fessenheim durchfĂŒhren. Wir sind erstaunt, dass dieser Einsatz im Elsass gerade dann angesetzt wurde, wenn das Los des AKW ungewiss ist und ausgerechnet ein paar Monate vor der zehnjĂ€hrigen Inspektion, die zwischen LaufzeitverlĂ€ngerung und der Schließung des AKW entscheiden soll.
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Autor: BUND Regionalverband SĂŒdlicher Oberrhein

WWF-Studie: Nur mit ambitionierter Energiepolitik schĂŒtzen Elektro-PKWs das Klim
ElektroAuto / © WWF
 
WWF-Studie: Nur mit ambitionierter Energiepolitik schĂŒtzen Elektro-PKWs das Klim
Berlin - Mehr Elektroautos auf Deutschlands Straßen bringen nur dann mehr Klimaschutz, wenn zeitgleich die Erneuerbaren Energien ausgebaut und der Emissionshandel weiterentwickelt werden. Ohne diesen politischen Rahmen könnte ein Mittelklassewagen mit Strommotor im Jahr 2020 etwa 220 Gramm CO2 pro Kilometer in die Luft pusten. Damit wĂŒrde er das EU-Ziel von 95 Gramm CO2 fĂŒr 2020 deutlich verfehlen. Das geht aus einer neuen Studie des Instituts fĂŒr Zukunftsenergiesysteme (IZES) im Auftrag des WWF hervor.

„Der Klimaeffekt eines Elektroautos hĂ€ngt entscheidend davon ab, woher der zusĂ€tzlich benötigte Strom kommt. Und der wird in Deutschland auch in den nĂ€chsten zehn Jahren aller Voraussicht nach noch von einem klimaschĂ€dlichen Steinkohlekraftwerk mit hohen CO2-Emissionen erzeugt“, erlĂ€utert WWF-Verkehrsexpertin Viviane Raddatz. Der WWF veröffentlicht die Studie anlĂ€sslich des Genfer Autosalons, bei dem die Diskussion ĂŒber alternative Antriebe eine zentrale Rolle spielt.

Der WWF begrĂŒĂŸt zwar grundsĂ€tzlich das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu bringen. Wirksame Klimaschutzeffekte seien jedoch erst nach 2020 zu erwarten. Und das auch nur, wenn diese Flotte ausschließlich mit Strom aus zusĂ€tzlich errichteten Ökostromquellen versorgt wird und damit null Emissionen erzeugt. Die CO2-Einsparungen bis 2020 wĂŒrden sich laut der WWF-Studie lediglich auf eine Million Tonnen im Jahr belaufen. Das entspricht etwa einem Prozent der heutigen PKW-Emissionen.

Die WWF-Studie betont die enormen Folgen fĂŒr den Stromsektor, die ein massiver Ausbau der Elektroflotte mit sich bringen wird. Millionen neuer Autos, die an der Steckdose aufgeladen werden, erhöhen den Stromverbrauch und fĂŒhren zu höheren Spitzenlasten im Netz. Diese zusĂ€tzliche Nachfrage dĂŒrfe nicht durch den Bau neuer Großkraftwerke oder mehr Verschmutzungsrechte im Emissionshandel gedeckt werden. „Dann könnten sich die strombetriebene Fahrzeuge sogar als regelrechte Klimakiller erweisen“, so Raddatz. Wichtig sei dafĂŒr eine intelligente Steuerung des Stromnetzes, damit in Zukunft auch mehrere Millionen Elektroautos aufgeladen werden könnten, ohne dass das Netz zusammenbreche.

„Damit Elektroautos zu Klimaschutzautos werden, muss die Bundesregierung jetzt die Weichen stellen“, fordert WWF-Expertin Raddatz. Die Politik mĂŒsse ein schlĂŒssiges Konzept entwickeln, wie neben dem ohnehin geplanten Ausbau zusĂ€tzliche Erneuerbaren Energien ans Netz gebracht werden können. Ohne ein solches Konzept wĂŒrden strombetriebene Fahrzeuge das Klima auch langfristig nicht entlasten. Zugleich mĂŒssten auch fĂŒr die klassischen Verbrennungsmotoren strengere Grenzwerte erlassen werden. Ineffiziente Diesel- und Benzinmotoren wĂŒrden sonst die Vorteile der elektrisch betriebenen Autos regelrecht auffressen.
 
 

 
Global - Nachrichten vom blauen Planeten
Fernsehtipp fĂŒr ARTE am Freitag, 6. MĂ€rz um 18.30 Uhr

Energiekrise, Klimawandel, Bevölkerungsexplosion - die Frage nach der Zukunft unseres Planeten ist allgegenwĂ€rtig. Die Analyse der drĂ€ngenden Probleme, vor die sich die Menschheit im 21. Jahrhundert gestellt sieht, erfordert Abstand und Weitsicht. Was vertrĂ€gt unser Planet noch? Das neue ARTE-Magazin "Global - Nachrichten vom blauen Planeten" zeigt jeden Freitag um 18.30 Uhr verschiedene Szenarien der Zukunft unserer Erde und der Weltgesellschaft auf. Die großen Umweltdebatten unserer Zeit fĂŒhrt die neue ARTE-Sendung vor dem Hintergrund wissenschaftlicher, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen. Die Sendung bietet unter dem Motto "Global denken!" Diagnosen, Prognosen und zeigt mögliche Auswege aus den sich aktuell anbahnenden Entwicklungen.
 
 

WWF-Studie: Fischerei erzeugt bis zu neun Kilogramm Beifang pro Kilo Speisekrabb
© Hans-Ulrich Rösner / WWF
 
WWF-Studie: Fischerei erzeugt bis zu neun Kilogramm Beifang pro Kilo Speisekrabb
Die boomende Krabbenfischerei in der sĂŒdlichen Nordsee und im Wattenmeer ist eine der beifangreichsten Fischereien. Pro Kilogramm Speisekrabben landen im Extremfall bis zu neun Kilogramm anderer Meerestiere in den engmaschigen Netzen der Fischer. Diese zu einem großen Teil toten Tiere werden wieder ĂŒber Bord geworfen. Eine heute veröffentlichte WWF-Studie zeigt, dass der Beifang mit dem Einsatz besserer Netze, der Schließung beifangintensiver FangplĂ€tze sowie einer Verkleinerung der Fangflotte deutlich verringert werden kann.

„Die enorme Verschwendung in der Krabbenfischerei ist unnötig und kostet viel Geld. Vor allem schĂ€digt sie die Natur in der Nordsee und im Wattenmeer. Dabei liegen die Lösungen auf dem Tisch“, so Dr. Hans-Ulrich Rösner, Leiter des WWF-WattenmeerbĂŒros in Husum. Politik und Fischer mĂŒssten in einer gemeinsamen Anstrengung den Beifang drastisch verringern.

Die Krabbenfischerei ist eine der umsatzstĂ€rksten Fischereien in der Nordsee. Sie erwirtschaftet jedes Jahr 70 bis 90 Millionen Euro. In den letzten Jahren verbuchten die Fischer Rekordanlandungen von bis zu 38.000 Tonnen. Die grĂ¶ĂŸten Fangnationen sind die Niederlande und Deutschland, sie teilen sich etwa 85 Prozent des Marktes.

In der von Teilen der Flotte auch ganzjĂ€hrig betriebenen Krabbenfischerei werden Baumkurren-Netze ĂŒber den Meeresboden geschleppt. In deren engen Maschen verfĂ€ngt sich fast alles, was dem Netz vor die Öffnung kommt. Hauptopfer des Beifangs sind junge, untermaßige Krabben. Sie machen bis zu zwei Drittel des unerwĂŒnschten Fanges aus. Betroffen sind auch weitere Meerestiere, darunter sehr viele junge Schollen, Seezungen, Wittlinge und Kabeljaue. Nach Berechnungen können durch deren unnötige Tötung zukĂŒnftige FĂ€nge anderer Fischereien im Wert von bis zu 26 Millionen Euro im Jahr vernichtet werden.

Als besonders wirkungsvolle Maßnahme gegen den Beifang fordert der WWF die Schließung von beifangintensiven Fanggebieten. „Wir dĂŒrfen nicht die Kinderstuben der Nordsee-Fische plĂŒndern“, so Rösner. DĂ€nemark sei diesen Weg schon gegangen und habe die Krabbenfischerei im inneren Wattenmeer, wo die meisten der Jungfische gefangen werden, schon vor vielen Jahren untersagt. Die Krabbenfischerei sollte sich am Besten außerhalb des Wattenmeers in der dortigen 12-Seemeilen-Zone abspielen, so der WWF.

Auch der Einsatz moderner Netze, die den Beifang verringern, mĂŒsse forciert werden. Der WWF kritisiert, dass Deutschland, aber auch Belgien und die Niederlande ihren Fischern großzĂŒgige Ausnahmen beim Einsatz der von der EU vorgeschriebenen Trichternetze erlauben. Auf diese Weise umgebaute Krabbennetze ermöglichen es grĂ¶ĂŸeren Fischen, durch ein Fluchtfenster im Netz zu entkommen. „Ausgerechnet in der beifangreichsten Zeit im Sommer dĂŒrfen heimische Fischer Netze ohne diese Fluchtfenster einsetzen“, kritisiert Rösner und fordert ein zĂŒgiges Ende dieses Sonderweges.

Eine mögliche Perspektive sieht der WWF in der noch in der Entwicklung befindlichen Elektro-Baumkurre. Durch elektrische Impulse werden dabei Krabben vom Meeresboden aufgeschreckt und schwimmen nach oben, wĂ€hrend andere Meerestiere den Impuls meist ignorieren und am Grund verharren. So landen letztere erst gar nicht im Netz. Die Fischerei erzielt deutlich beifangĂ€rmere KrabbenfĂ€nge. Allerdings dĂŒrfe es erst zum Einsatz dieser derzeit noch nicht ausgereiften Technik kommen, wenn durch weitere Tests unerwĂŒnschte Nebeneffekte ausgeschlossen werden können.

„Nur mit einem Mix an Maßnahmen können die enormen BeifĂ€nge in der Krabbenfischerei deutlich verringert werden. Die Politik muss den Fischern klare Vorgaben machen und zugleich den Umbau der Fischerei finanziell fördern. Die Fischer selbst mĂŒssen Maßnahmen unterstĂŒtzen und umsetzen, die den Beifang verringern“, so Rösner.
 
 

 
WaldHaus Freiburg: Waldspaziergang und den Tieren auf der Spur
Einen Naturspaziergang mit dem Förster Andreas SchÀfer
und eine Spurensuche fĂŒr Kinder mit der Forstwirtin Uta Grunert
veranstaltet das WaldHaus am Sonntag, 1. MĂ€rz um 15
Uhr.

Unter dem Motto „Wald bewegt“ informiert Förster Andreas
SchĂ€fer wĂ€hrend des etwa zweistĂŒndigen Waldspaziergangs
rund um das WaldHaus im GĂŒnterstĂ€ler Wald ĂŒber die Angebote
im und die Bedeutung des Freiburger Waldes fĂŒr Sport,
Freizeitnutzung und Bewegung. Von Mountainbikestrecken,
ĂŒber Wanderwegenetz, Laufstrecken und Trimm-Dich-Pfade
reicht die Palette der Möglichkeiten im Stadtwald. Wie diese
zahlreichen AktivitÀten auch naturvertrÀglich möglich sind und
was Jogger und Mountainbiker dabei beachten mĂŒssen, ist
ebenfalls Inhalt des Rundgangs.

FĂŒr Kinder findet zeitgleich zum Waldspaziergang eine Spurensuche
statt. Kinder ab sechs Jahren begeben sich dabei
„den Tieren auf die Spur im Winterwald“. Die Forstwirtin Uta
Grunert fĂŒhrt die Kinder durch den winterlichen Wald. Dabei
können sie zahlreiche Tierspuren suchen und entdecken und
erfahren, wie die Tiere im Winter leben.

Treffpunkt ist am WaldHaus Freiburg, Wonnhalde 6. Eine
Anmeldung ist nicht erforderlich. FĂŒr beide Veranstaltungen
wird ein Unkostenbeitrag von 3 Euro erhoben.

Weitere Informationen gibt es unter Telefonnummer:
89647710 und unter www.waldhaus-freiburg.de
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Entscheidung im europĂ€ischen Wettbewerb „Green Capital Award“ in BrĂŒssel
OB Dieter Salomon: „Auch ohne den Titel der ‚GrĂŒnen
Hauptstadt Europas’ hat sich die Bewerbung gelohnt“

Freiburg zuletzt von ursprĂŒnglich 35 Bewerbern in der
letzten Runde mit acht StÀdten

„Als kleinste Stadt hatte Freiburg einen schweren Stand
gegen europĂ€ische HauptstĂ€dte und fast zehnmal grĂ¶ĂŸere
Mitbewerber“

„Auch wenn es nicht zu einem Titel 2010 oder 2011 gereicht
hat, so hat sich die Bewerbung zum ‚Green Capital Award’
gelohnt!“ – so kommentiert OberbĂŒrgermeister Dieter Salomon
die Entscheidung der Jury zum erstmals verliehenen Titel
einer EuropĂ€ischen Umwelthauptstadt fĂŒr die Jahre 2010
und 2011 am heutigen Montag (23. Februar) in BrĂŒssel. Freiburg
hatte zu den acht FinalstÀdten gehört, aus denen das
Preisgericht mit Fachleuten aus ganz Europa die erste „European
Green Capital“ ausgewĂ€hlt hat. Der Titel wurde in der
heutigen Festveranstaltung fĂŒr das Jahr 2010 an die schwedische
Hauptstadt Stockholm und 2011 an Hamburg verliehen.
Beiden SiegerstĂ€dten ĂŒbermittelt das BĂŒrgermeisteramt
herzliche GlĂŒckwĂŒnsche zu der ehrenvollen Auszeichnung.

An der Preisverleihung mit dem EU-Wissenschaftskommissar
Janez Potocnik nahm fĂŒr die Stadt Freiburg der Leiter des
Referats Internationale Kontakte, GĂŒnter Burger, teil. Das Referat
hatte auch die ausfĂŒhrliche Bewerbung im vergangenen
Jahr zusammen mit den stÀdtischen FachÀmtern erarbeitet
und die PrĂ€sentation durch OberbĂŒrgermeister Dieter Salomon
und Vertreter mehrerer Ämter vor einer Auswahlkommission
am 12. Januar in BrĂŒssel federfĂŒhrend vorbereitet.

Das BĂŒrgermeisteramt betrachtet die Jury-Entscheidung ungeachtet
der Tatsache, dass Freiburg den Siegertitel verfehlt
hat, als eine deutliche BestĂ€tigung fĂŒr die Stadtpolitik einer
nachhaltigen Stadtentwicklung. Bereits in der ersten Runde
im Herbst war Freiburg aus ursprĂŒnglich 35 Bewerbern mit
sieben weiteren GroßstĂ€dten in das Finale gekommen. FĂŒr
die endgĂŒltige Bewertung hatte die EU-Kommission um Aktualisierungen
und ErgĂ€nzungen zu der ursprĂŒnglich mehr als
60 Seiten starken Bewerbung gebeten; im Januar waren Vertreter
aller FinalstÀdte zu einer PrÀsentation ihrer Konzepte
nach BrĂŒssel eingeladen worden. Dem Expertengremium gehörten
Fachleute aus allen zehn Themenbereichen an, zu
denen jeweils inhaltliche Konzepte gefordert waren, unter ihnen
Vertreter der EuropÀischen Umweltagentur, des Internationalen
Rats fĂŒr lokale Umweltinitiativen (ICLEI), des EuropĂ€ischen
Verbands fĂŒr Verkehr und Umwelt, der Vereinigung
der HauptstÀdte der EU sowie des EU-Ausschusses der
Regionen.

Freiburg war nach Einwohnerzahl die kleinste der acht FinalstÀdte
(außerdem: Amsterdam, Bristol, Kopenhagen, Hamburg,
MĂŒnster, Oslo und Stockholm), die mit zum Teil sehr
viel aufwĂ€ndigeren PrĂ€sentationen und groß angelegten Programmen
konkurrierten. OB Dieter Salomon: „Es war von Beginn
an klar, dass wir einen schweren Stand gegen vier LandeshauptstÀdte
oder Mitbewerber mit fast zehnmal höherer
Einwohnerzahl haben werden. Gemessen daran, war es bereits
ein großer Erfolg, unter die letzten acht zu kommen.
Damit hat die EU uns attestiert, dass wir im europÀischen
Vergleich zur Spitzengruppe zĂ€hlen!“

Der Schwerpunkt der Freiburger Bewerbung lag vor allem auf
dem Themenfeld kommunaler Konzepte zum Klimaschutz
durch Einsatz regenerativer Energien, öffentlichen Nahverkehr
oder Programme zum WĂ€rmeschutz oder zur Energieeinsparung.
Daneben hatte das umfangreiche Papier auch die
Ziele und Maßnahmenkataloge fĂŒr ein ökologisches Abfallwirtschaftskonzept,
zur Luft- und Wasserreinhaltung, Schutz
von Natur- und LandschaftsflÀchen sowie zur ökonomischen
Bedeutung der Umweltwirtschaft fĂŒr den Standort dargestellt.

Die Auszeichnung einer „GrĂŒnen Hauptstadt Europas“ war
2006 auf Initiative des ehemaligen BĂŒrgermeisters der estnischen
Hauptstadt Tallinn, JĂŒri Ratas, von der EU-Kommission
ins Leben gerufen und 2008 erstmals ausgelobt worden. Mit
dem – nicht dotierten – Preis fĂŒr jeweils ein Jahr will die EU
auf die wichtige Rolle der GroßstĂ€dte und urbanen Ballungs-
rĂ€ume fĂŒr die Umweltentwicklung und die Lebensbedingungen
der Menschen aufmerksam machen. Ein wesentliches
Ziel ist dabei nicht nur die Verleihung des Titels „European
Green Capital“, sondern die Zusammenarbeit zwischen den
Kommunen und der Austausch von Konzepten.

Die Teilnahme war auf StĂ€dte ĂŒber 200.000 Einwohner beschrĂ€nkt.
Die zunĂ€chst 35 BewerberstĂ€dte – fast ausnahmslos
grĂ¶ĂŸer als Freiburg – kamen aus 17 der 25 EUMitgliedstaaten,
darunter aus Deutschland Bremen, Hannover,
Magdeburg und MĂŒnchen, die bereits in der ersten Runde
des Wettbewerbs ausgeschieden waren. Neben Freiburg
waren Hamburg und MĂŒnster ins Finale gekommen.

Der OberbĂŒrgermeister kĂŒndigte an, dass die Erfahrungen
aus dem ersten Anlauf gewissenhaft im BĂŒrgermeisteramt
und in den FachÀmtern ausgewertet werden. Gleichzeitig will
das Rathaus die Kontakte zu den ĂŒbrigen BewerberstĂ€dten
vertiefen, um Anregungen fĂŒr die eigene Politik zu gewinnen.
 
 

Neue Studie errechnet wirtschaftlichen Wert von Amazonas-Natur
© Anton Vorauer / WWF
 
Neue Studie errechnet wirtschaftlichen Wert von Amazonas-Natur
m Auftrag des WWF haben Wissenschaftler den finanziellen Wert des Amazonas errechnet, wenn er geschĂŒtzt und nicht abgeholzt wird. Das Ergebnis: Die Erhaltung von AmazonasflĂ€chen erbringt einen konkreten wirtschaftlichen Nutzwert. Allerdings wird dafĂŒr nicht angemessen bezahlt, weil es kein konkretes VergĂŒtungssystem gibt. Die Zerstörung des Amazonasregenwaldes ist fĂŒr Industrie und Bevölkerung deswegen meist rentabler als die nachhaltige Nutzung.

Nach den Berechnungen des WWF entspricht ein Hektar Amazonasregenwald einem wirtschaftlichen Gegenwert von rund 380 Euro pro Jahr. Darin schlĂ€gt die Vermeidung von Erosion mit 185 Euro pro Hektar und Jahr zu Buche. Vermeidung von CO2-Ausstoß wird mit 78 Euro in Rechnung gestellt. Die Verbreitung von Pollen durch Insekten ist 38 Euro pro Hektar und Jahr wert. Produkte wie Honig und FrĂŒchte bringen Einnahmen bis 80 Euro. Der Erholungswert sowie der Ökotourismus bringen bis 5,5 Euro pro Hektar und Jahr.

Die Gewinne, die durch den Verkauf geschlagenen Holzes und Intensivlandwirtschaft auf gerodeten FlĂ€chen erzielt werden können, sind selten höher, werden aber real bezahlt. So bringt der Holzverkauf erlöse bis 615 Dollar je Hektar und Jahr. Die Wertschöpfung durch die Kultivierung von Soja 230 bis 470 Euro pro Hektar und Jahr, die Rinderzucht 40 bis 115 Euro. Soja wird in großen Mengen als Nahrung und Futtermittel nach Europa und Deutschland geliefert.

„Die Studie zeigt, dass nur durch eine angemessene finanzielle EntschĂ€digung fĂŒr den Erhalt von AmazonasflĂ€chen die Zerstörung des Regenwaldes aufzuhalten ist“, so WWF Waldexpertin, GuĂ©nola Kahlert. „Es ist unter derzeitigen Rahmenbedingungen ökonomisch rational, den Regenwald abzuholzen, weil die Abholzung leider immer noch mehr wirkliches Geld bringt, als ihn zu erhalten. Nur die Zuweisung eines wirtschaftlichen Geldwerts und eine Bezahlung etwa fĂŒr die Kohlenstoffspeicherung kann das Abholzen des Amazonas stoppen“.

Der WWF drĂ€ngt deswegen auf die schnelle Einigung auf ein Verfahren zur EntschĂ€digung der großen Waldnationen fĂŒr den Erhalt ihrer WĂ€lder im Rahmen des REDD-Mechanismus. REDD („Reduced Emissions from deforestation and forest degradation“) ist einer der zentralen Punkte des internationalen Post 2012 Klimaschutzabkommens, das auf der Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember ausgehandelt werden soll. Ziel ist, dass die IndustrielĂ€nder fĂŒr die Erhaltung des Regenwaldes einen finanziellen Beitrag leisten. Dieses Prinzip soll die CO2-Emissionen in tropischen LĂ€ndern langfristig vermindern. Durch REDD sollen große Geldströme fĂŒr nachhaltiges Waldmanagement möglich werden, wovon auch die lokale Bevölkerung in der Amazonasregion profitieren wird.

„Wenn es nicht gelingt, die Zerstörung des Amazonasregenwaldes zu stoppen, hĂ€tte das fatale Auswirkungen auf das Weltklima“, so Kahlert, „allerdings ist es ein Trugschluss zu glauben, wir könnten den Erhalt des Amazonas von Brasilien und den anderen Staaten fĂŒr umsonst bekommen. Deswegen fordern wir Cash fĂŒr Regenwald im Zuge eines wirkungsvollen EntschĂ€digungsmechanimus fĂŒr die Erhaltung des Regenwaldes“.
 
 



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