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Samstag, 21. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
WaldHaus: Vortrag zur biologischen Vielfalt
Im internationalen Jahr der Artenvielfalt bietet das WaldHaus
gemeinsam mit dem Naturpark SĂĽdschwarzwald einen
Vortrag von Johannes Hager zum Thema „Biologische Vielfalt
in nationalen Naturlandschaften“ an.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag 28. Oktober, um
16.30 Uhr statt.

Die Zahl der Arten ist in den vergangenen Jahren weltweit um
rund 30 Prozent zurĂĽckgegangen. Auch in Deutschland ist ein
dramatischer RĂĽckgang der Tier- und Pflanzenarten zu
beobachten. Als Bewahrer dieser biologischen Vielfalt kommt
den nationalen Naturlandschaften wie Naturparks,
Biosphärenreservaten und Nationalparks eine
verantwortungsvolle Rolle zu, die in dem Vortrag mit vielen
Bildern beleuchtet wird.

Johannes Hager studierte Biologie und Ă–kologie in Bonn,
Innsbruck und Bielefeld. Er war in der
Entwicklungszusammenarbeit tätig und ist seit 1992 Leiter
des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal.

Der Vortrag findet im WaldHaus in der WonnhaldestraĂźe 6
statt. Der Eintritt ist frei.
 
 

Alle 30 Stunden verschwindet ein Nashorn
© Michael Poliza / WWF
 
Alle 30 Stunden verschwindet ein Nashorn
Wilderei-Krise im sĂĽdlichen Afrika: WWF mahnt effektivere Kontrollen an.

Frankfurt - Allein im ersten Halbjahr 2010 hat Südafrika nach WWF-Angaben bisher rund 230 Nashörner durch Wilderei verloren. Damit wird in dem Land durchschnittlich alle 30 Stunden ein Breit- oder Spitzmaulnashorn getötet. Nur in den 1970er Jahren habe die Wilderei ein ähnlich erschreckendes Ausmaß erreicht, so der WWF. Kritisch ist nach Einschätzung der Umweltschutzorganisation auch die Lage im Nachbarland Simbabwe. Dort hatten sich die Bestände bis 2007 gut erholt. Doch seit dem umstrittenen Wahlergebnis von vor zwei Jahren herrschen in der Region chaotische Zustände und die Wilderei nimmt wieder zu. „Die Hörner gehen von Afrika aus vor allem nach Vietnam, wo sie in geriebener Form als dubiose Allheilmittel eingesetzt werden“, sagt WWF-Artenschutzexperte Stefan Ziegler.

Nach Einschätzung des WWF müssten die Kontrollen in Afrika verschärft und bestehende Gesetze gegen Wilderei endlich angewandt werden. Oftmals werde das mögliche Strafmaß nicht einmal annähernd ausgeschöpft. Zugleich begünstige eine Gesetzeslücke im Abnehmerland Vietnam den Schmuggel. Dort ist der Handel mit Horn zwar strafbar, doch der Besitz erlaubt. „Es gibt keine Nachweispflicht für Nashorn in Vietnam. Damit hat die Staatsanwaltschaft auch keine Handhabe“, kritisiert Ziegler. Auf WWF-Initiative befindet sich derzeit eine Delegation südafrikanischer Regierungsvertreter in Hanoi, wo sie sich mit ihren vietnamesischen Kollegen über geeignete Schritte im Kampf gegen Wilderei und Handel mit Nashorn beraten.

„Die Wilderei-Krise ist zu einer großen Bedrohung für die Nashörner geworden. Die Tiere pflanzen sich viel zu langsam fort, als dass sie den enormen Schwund durch Abschüsse ausgleichen könnten“, sagt Ziegler. Allein in Simbabwe sei der Bestand von Breit- und Spitzmaulnashorn um 15 Prozent eingebrochen. Sollte dieser Trend anhalten, sieht der WWF bereits erzielte Erfolge in Gefahr. Insgesamt seien in Afrika von 2007 bis 2009 rund 470 Nashörner in sieben Staaten rechtswidrig erlegt worden. „Einzelne Fälle gab es auch in Kenia, Mosambik, Tansania und Sambia, doch für mehr als 95 Prozent sind Wilderer in Zimbabwe und Südafrika verantwortlich“, sagt Stefan Ziegler. Ein Trend der sich 2010 noch einmal dramatisch verschärft habe.
 
 

Global denken – lokal handeln
 
Global denken – lokal handeln
Essen aus der Region

„Von Markt & Metzger“
von Dagmar von Cramm



Gut essen und dabei auch noch das Klima schĂĽtzen?

Dass es geht zeigt die Ernährungswissenschaftlerin Dagmar von Cramm aus Freiburg.
„Von Markt & Metzger“, der Titel deutet es bereits an, widmet sich den Schätzen, die man auf lokalen Märkten ausheben und auf den Tisch bringen kann. Es ist eine Liebeserklärung an Märkte und gute Metzger in der Region, in der man lebt.

Dem Essen, Kochen und dafür Einkaufen den verdienten Stellenwert im Leben zu geben, und dabei schon den Einkauf als Genuss zu empfinden, begleitet als sanfter Unterton alle Vorschläge zu den Zutaten und der Zubereitung.
Ganz nebenbei bestärkt man dabei die lokale Wirtschaft und reduziert seinen CO2-Ausstoß. Wer es genau wissen will, kann den Unterschied zwischen dem lokalen Einkauf und dem Einkauf von Produkten aus der ganzen Welt mit einem CO2-Rechner ausrechen. Zum Beispiel bem Bayerischen Landesamt für Umwelt:
http://www.lfu.bayern.de/luft/fachinformationen/co2_rechner/index.htm



Die „150 Lieblingsrezepte“ der Autorin sind in gut verständlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu lesen und schön bebildert. Die einzelnen Rezepte bestechen durch ihre Einfachheit, und dass sie ihren rustikalen Charme bewahrt haben. Sie sind zugleich gesund und pfiffig. Fast immer werden auch Varianten angeboten. Wer es genau wissen möchte, kann die sparsamen Informationen zum Nährwert am Ende des Rezeptes studieren, ohne die Lust am Kochen und Essen zu verlieren.


Gespickt wird die Rezeptsammlung mit Beschreibungen zum Teil in Vergessenheit geratener Techniken, wie das Zerlegen eines ganzen Huhns und der „Karte“ eines Rindes mit den Bezeichnungen ergiebiger, aber ebenfalls und zu Unrecht „vergessener“ Stücke. Dabei geht die Ernährungswissenschaftlerin auch auf Fragen des Nährwerts von Schwein, Rind und Fisch ein, wobei sie den Leser nicht damit überfrachtet. Angeregt wird auch die Überlegung, lieber besseres, sprich ergiebigeres Fleisch zu essen, und dafür weniger. Nebenbei wird in zwei Beispielen noch vorgerechnet, dass der Einkauf am Markt durchaus billiger sein kann, als beim Discounter.



Von Markt & Metzger

Dagmar von Cramm

Stifung Warentest 2010, EUR 19,90
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Autor: Irene Heitz

Buchtipp: Klaus Weber
 
Buchtipp: Klaus Weber "Das Buch vom guten Pfannkuchen"
Vollwertige Rezepte

Mit Cartoons von Renate Alf

»Alles, was wirklich schön ist, ist rund! Beginnend bei unserem Ursprungsplaneten, über das Bild, mit dem sich Sonne und Mond uns zeigen, bis zum Querschnitt von Bäumen, dem Grundmuster einer Schneeflocke, dem Steinkreis von Stonehenge: Alles, was den Menschen dauerhaft beeindruckt und erfreut, trägt die runde Form des Pfannkuchens.«

Klaus Weber nähert sich der Erforschung der beliebten Mehlspeise zweifellos auf eine ungewöhnliche und erfrischende Art und Weise. Im ersten Teil des Buches geht es um Themen rund um den Pfannkuchen, um verbreitete Märchen und Legenden, um erforderliche Utensilien und Zutaten, um Besonderheiten bei der Zubereitung vollwertiger Pfannkuchen oder um die richtige Wurftechnik beim Wendemanöver während des Backens.

Der zweite Teil bietet fast 100 vollwertige Pfannkuchenrezepte, von einfachen Grundrezepten über Tipps für Fortgeschrittene bis zur »hohen Kunst des Pfannkuchenbackens« mit zahlreichen internationalen Pfannkuchenvarianten. Denn Kaiserschmarrn, Palatschinken und Kratzete gehören ebenso zur Großfamilie des Pfannkuchens wie Taco, Chapati, Crêpe und Blini. Hier ist für jeden Geschmack und jeden Anlass etwas dabei – egal ob süß und pikant, gerollt und gefaltet, überbacken oder gefüllt.

Mit ihren witzigen Cartoons hat Renate Alf »Das Buch vom guten Pfannkuchen« auf gelungene Weise abgerundet.

pala Verlag 2010, 144 Seiten, EUR 8,80
ISBN: 978-3-89566-151-8
 
 

 
Wichtige und interessante Veranstaltungen und Aktionen im Herbst 2010
zusammengestellt von Karin Jehle, Pressestelle der fesa e.V.:

20.10. Umweltminister Röttgen im Audimax, Universität Freiburg, Vortrag 20 Uhr. Anti-Atom-Flaggen gibt es ab 19:15 vor dem Haupteingang des Audimax.

21.10. Nachhaltigkeit in Unternehmen – ein Besuch bei der Micronas GmbH, Hans-Bunte-Str. 19, Freiburg, 16 bis 18 Uhr www.nachhaltigkeit-als-lebenskunst.de

23.10. Freiburg zeigt Flagge gegen Atom – Aktionstag: Der fesa e.V. ist mit einem Stand in der Münsterstraße von 9 bis 13 Uhr dabei und freut sich über Mitglieder, die uns zur Seite stehen. Flaggen gibt es am Stand und in der Geschäftsstelle. Anschließend Demonstration. www.fesa.de

23.10. „Grünes Geld“: Freiburger Tag für ethische und ökologische Geldanlagen, Kongress und Ausstellung, Historisches Kaufhaus, Münsterplatz, 9:30 bis 18:30 Uhr www.gruenes-geld.de

25.10. Energie in Sternen und Menschen: Sonderprogramm im Planetarium Freiburg, Bismarckallee 7g, 19:30 Uhr www.nachhaltigkeit-als-lebenskunst.de

27.10. Klimaschutz, Erneuerbare Energien und die Rolle der Photovoltaik: Vortrag von Prof. Dr. Gerhard Willeke, Fraunhofer ISE, Heidenhofstr. 2, 16 Uhr www.nachhaltigkeit-als-lebenskunst.de

30.10. Samstags-Forum Regio Freiburg: 10 Jahre Solarsiedlung Freiburg. Plusenergiegebäude: Vom Heliotrop zum Sonnenschiff und für morgen. 10:30 Universität Freiburg, 13 Uhr Führung: Solarsiedlung und Sonnenschiff www.ecotrinova.de

6.11. Samstags-Forum Regio Freiburg: 1. Freiburger Stromspargipfel: Schnelles Stromsparen im Haushalt und Gewerbe: 10:30 Uhr Podium, Universität Freiburg, 13 Uhr Führung und Aktion www.ecotrinova.de

10.11. Stiftungen gestalten Zukunft – 2. Freiburger Stiftungstag, Historisches Kaufhaus, 10 bis 17 Uhr http://www.freiburg.de/servlet/PB/menu/1220185_l1/index.html

13.11. Samstags-Forum Regio Freiburg: anlässlich Deutsche Passivhaustage 2010
10:30 Uhr Vorträge: Beispiel Freiburg-Weingarten 2020 und Buggingerstr. 50
Energieeffizient-solare und soziale Stadtteilsanierung in Freiburg, 12.45 bis 14 Uhr FĂĽhrung www.ecotrinova.de

25.11. fesa-Event: „CO2-Fußabdruck, Impulsvortrag und Weinprobe mit Erfahrungsbericht im Weingut Zähringer, Heitersheim, 19 Uhr www.fesa.de

27.11. Samstags-Forum Regio Freiburg: Jenseits von gut und böse - Elektroschrott: Unsere Computer und Fernseher. Vom Breisgau nach Afrika und zurück? 11:00 Uhr Vortrag, Universität Freiburg, 13 Uhr Führung, Recyclinghof www.ecotrinova.de

16.12. Buchvorstellung „Der Energethische Imperativ“, 19 Uhr Katholische Akademie, Freiburg. Veranstalter: fesa e.V., 100% GmbH und Katholische Akademie
 
 

 
Stromsparen in Freiburg: jetzt aber intensiv anpacken!
Freiburger Stromspar-Forum und Stromspar-Fonds gefordert

Das Stromsparziel von Gemeinderat und Stadt Freiburg, ab 2003/2004 bis 2010 den Verbrauch in der Gesamtstadt um 10 Prozent zu senken, wird u.a. deswegen weit verfehlt, weil die Stadt seit 2003 zwar eine Reihe begrüßenswerter kleinerer Maßnahmen, aber kein massives Programm mit allen Akteuren angepackt hat, so Dr. Georg Löser, Vorsitzender und Stromsparexperte beim Freiburger Verein ECOtrinova e.V.. Dabei hat die Internationale Energieagentur, so Löser, schon 2005 einen Bericht vorgelegt, wie sogar ganze Staaten binnen weniger Monate solche Ziele für einige Zeit erreichen oder sogar in besonderen Fällen binnen weniger Tage den Verbrauch zumindest ein paar Prozent senken. Der Bericht heißt „Saving Electricity in a hurry“, auf Deutsch etwa: „Stromsparen ganz schnell“. Er wird von ECOtrinova e.V. am 6.11.2010 in der Universität beim 1. Freiburger Stromspargipfel im Rahmen des Samstags-Forum vorgestellt (ab 10:30 Uhr Hörsaal 1015 KG 1).

Zum anderen fehlt im Umweltschutzamt der Stadt und bei der Energieagentur Regio Freiburg eindeutig Personal, um starke Stromsparziele mit der Bevölkerung, dem Handwerk, den verbrauchenden Unternehmen, Architekten und anderen Planern und auch im eigenen Bereich der Stadt zu verwirklichen. Denn das zumeist finanziell sehr lohnende Stromsparen muss auch organisiert werden, etwa wie früher bei der berühmten Aktion „Meister Lampe“ der Freiburger Energie und Wasserversorgung AG FEW Mitte der 90er Jahre. So wartet ECOtrinova seit der Messe GET 2009, anläßlich der eine Idee dazu vorgetragen wurde, bisher vergeblich auf ein massives Austauschprogramm für Kühlschranke, um diese Stromfresser in Freiburg gegen solche mit Kennzeichen A++ oder nun A+++ auszutauschen. In Frankfurt am Main wurde kürzlich ein solches allerdings noch viel zu kleines Austauschprogramm durchgeführt. Auch fehlt in Freiburg zum Beispiel ein Programm von Stadt und Badenova zum Ersatz der stromfressenden Elektroheizungen in Altbauten. Statt dessen werden immer noch viele Neubaugebiete ohne Energiekonzept errichtet und damit für elektrische Heizungs-Wärmepumpen freigegeben, die viel zu oft als verkappte Kohlestromheizungen auch klar negativ für den Klimaschutz sind, wie Feldtests in Deutschland gezeigt haben.

Für die sehr zahlreichen öffentlichen Gebäude in Freiburg von Stadt und Land fehlt jeweils ein üppig ausgestatteter „rotierender Stromsparfonds“, aus dem lohnende Stromsparinvestitionen alsbald finanziert werden und der mit den jährlichen Einsparungen wiederaufgefüllt wird. Für Freiburg und sollte ein solcher Fonds umgehend eingerichtet werden z.B. aus Mitteln der Konzessionsabgabe auf Strom. Denn sonst könnte der Verdacht bleiben, dass man sich über unnötig hohen Stromverbrauch freut, da Stadt, Badenova und fremde Stromversorger an jeder in Freiburg verbrauchten Kilowattstunde verdienen. Stattdessen sollte Ziel sein, „Stromspar-Dienstleistung“ für Pumpen, Kälte, Kühlen, Licht, Lüftung usw. zu verkaufen mit Einsatz möglichst weniger Kilowattstunden. Das wäre auch im Sinne der neuen umfassenden ökologischen Unternehmensziele von Badenova.

ECOtrinova schlägt daher vor, noch in 2010 für groß angelegte Stromsparprojekte ein „Freiburger Stromspar-Forum“ einzurichten. Dabei sollten auch die Bürgerschaft und Umweltschutzvereine wie ECOtrinova und das Klimabündnis Freiburg beteiligt und unterstützt werden. Beim Umweltschutzamt der Stadt muss ab Haushalt 2011 umgehend die „Engstelle Personalmangel fürs Stromsparen“ beseitigt werden. Auch die Handwerkskammer, die Energieagentur und der neue Wirtschaftsverband 100 Prozent GmbH sollten, so ECOtrinova Vorsitzender Dr. Georg Löser, entsprechend agieren.
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Kolontar ist ĂĽberall
© Csaba Vaszko / WWF
 
Kolontar ist ĂĽberall
WWF warnt vor weiteren Katastrophen in Osteuropa

Kolontar / Frankfurt – Der WWF warnt vor weiteren Giftschlammkatastrophen in Osteuropa. In Ungarn befindet sich eine weitere Deponie bei Almásfüzit, zwischen Györ und Budapest. Dort lagern zwölf Millionen Tonnen Gift-schlamm in sieben Becken, die 40 Hektar Land bedecken. "Wenn dort die Dämme brechen, wäre die Trinkwasserversorgung für weite Teile Ungarns in Gefahr", befürchtet Martin Geiger, Leiter des Bereichs Süßwasser beim WWF Deutschland. Nach einem EU-Bericht von 2004 gibt es in ganz Ungarn über 260 kritische Deponien mit Abfall und Abraum aus dem Bergbau, davon acht besonders gefährliche, mit Rückständen aus dem Abbau von Gold und Uran. Nach Informationen, des WWF lagern in Ungarn rund 55 Millionen Kubikmeter Rotschlamm in Absetzbecken, viele davon von in neu genehmigten Anlagen.

Der WWF kritisiert die abgeschwächte EU-Richtlinie für die Sicherheit im Bergbau und fordert eine lückenlose Untersuchung der Altlasten für ganz Osteuropa und ihre Beseitigung. Das Werk bei Almásfüzit liegt direkt an der Donau und befindet sich in einem Erdbeben gefährdetem Gebiet. Die dort seit
1945 gelagerten zwölf Millionen Tonnen Rotschlamm enthalten neben 120.000 Tonnen an Schwermetallen weitere unbekannte Chemikalien, Abfälle, Öl und Abwässer. "Die Auffangbecken sind nicht genügend gesichert und kaum mit Ton abgedichtet. Die Wahrscheinlichkeit einer Verschmutzung des Grundwassers ist sehr hoch", so Martin Geiger.

Der WWF präsentierte heute eine Karte weiterer Giftquellen von Ungarn bis zum Donaudelta. Darunter befindet sich auch das Tulcea Aluminiumwerk in Rumänien, wo derzeit 20 Hektar von giftigem Rotschlamm gelagert sind. Ätzende und giftige Staubwolken und viele Lecks hatten bereits Fisch- und Vogelsterben ausgelöst. Ein Unfall dort würde das Donaudelta und die Tierwelt massiv bedrohen. Die Becken lecken bereits und die Giftstoffe können durch Wind und Regen in die Umwelt gelangen. Auch in Serbien befinden sich mehrere Schwerindustrieunternehmen direkt an der Donau. Der Pancevo-Komplex beinhaltet Ölraffinerien und produziert Düngemittel und Vinylchlorid. Eine Untersuchung ergab, dass dort Quecksilber und weitere giftige und krebserregende Substanzen lagern. In Bulgarien liegen 20 teils aufgelassene Becken, die zum Teil mit Erde bedeckt sind. Inzwischen gelang es, in den betroffenen Gewässern nach dem Unfall bei Komaron den PH-Wert auf acht zu reduzieren. Auch der Seitenarm der Donau bei Györ hat derzeit einen Wert unter zehn verglichen mit dem Normalwert von 7,5. Die gemessenen Werte im Grundwasser sind noch nahezu normal. Wie der WWF-Experte Gabor Figeczky betont, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden, ob sich die Werte durch das Einsickern von Oberflächenwasser verschlechtern. "Durch das Einschütten von Säuren in die Flüsse werden die Schwermetalle wie Chrom löslicher und lagern sich leichter im Grundwasser und in den Flussbecken ab", so Figeczky.
 
 

Von zirpenden Fröschen und saugenden Fischen
© WWF Mekong
 
Von zirpenden Fröschen und saugenden Fischen
Mehr Leben als bisher vermutet: Forscher entdecken am Mekong ĂĽber 140 neue Arten in einem Jahr. WWF fordert umfassenden Schutz der Ă–ko-Region.

Frankfurt - Innerhalb eines Jahres wurden nach einem aktuellen Bericht der Umweltschutzorganisation WWF in der Mekong-Region über 140 bisher unbekannte Spezies entdeckt, darunter skurril anmutende Exemplare wie etwa ein Singvogel mit federlosem Gesicht oder ein Fisch, der sich an Felsbrocken festsaugt, um in schnellfließenden Flüssen aufwärts schwimmen zu können. Verblüfft waren die Forscher außerdem von einer bisher unbekannten, zahnlosen Schlange, einem Frosch, der Grillenzirpen imitiert und einem Fisch mit Vampir-ähnlichen Fangzähnen. Hinzu kommen eine bis zu sieben Meter große, fleischfressende Pflanze, zwei neue Fledermausarten und eine hochgiftige Grubenotter.

„Die Biodiversität am Mekong ist enorm. Durchschnittlich wurden drei neue Arten pro Woche entdeckt”, sagt WWF-Experte Dr. Petr Obrdlik. Doch zahlreiche der nur hier vorkommenden Tiere und Pflanzen seien durch den Bau von Straßen, Dämmen und schnell wachsende Städte bedroht. Auch die 140 Neuentdeckungen könnten daher schon bald für immer verschwinden. So mussten nach WWF-Angaben in Südostasien seit 1990 jährlich 2,7 Millionen Hektar Dschungel den Monokulturen riesiger Plantagen weichen, in denen Kakao, Kaffee, Tee, Cashew-Nüsse oder Kautschuk angebaut werden. Außerdem sollen rund 150 neue Wasserkraftwerke am Mekong entstehen. Bereits heute sind 70 Prozent der endemischen Säugetierarten aus dem Gebiet auf der Roten Liste der IUCN, darunter der Indochinesische Tiger, das Java-Nashorn oder der Asiatische Elefant. Auch das Maß der Überfischung ist nach WWF-Angaben besorgniserregend. „Wir können nur erahnen wie viele Tiere und Pflanzen noch darauf warten, entdeckt zu werden. Doch wir laufen Gefahr, dass zahlreiche Arten verschwinden, bevor sie überhaupt beschrieben wurden“, warnt Obrdlik.

Um die hohe biologische Vielfalt der Region zu bewahren will der WWF die Chance nutzen, die sich durch die anstehende UN-Konferenz zur Biodiversität (CBD) im japanischen Nagoya vom 18. bis 29. Oktober ergibt. Mit der Konferenz geht die zweijährige CBD-Ratspräsidentschaft Deutschlands zu Ende. Ziel müsse es ein, dass die einmalige Mekong-Region von der internationalen Staatengemeinschaft grenzüberschreitend und dauerhaft geschützt werde. Ein gesundes und intaktes Ökosystem käme, so der WWF, auch den Millionen von Bewohnern der Region zugute. So würden etwa viele der geplanten Mega-Staudämme nicht nur die Artenvielfalt bedrohen, sondern auch die Ernährungssicherheit in Laos, Kambodscha und Vietnam unmittelbar gefährden.

Hintergrund: Der aktuelle WWF-Bericht „New Blood – Greater Mekong Species Discoveries“ ist der dritte WWF-Report zu neu entdeckten Arten seit 2008. Insgesamt wurden seit 1999 über 1.300 neue Tier- und Pflanzenarten in der Region „Greater Mekong“ erstmalig wissenschaftlich beschrieben.
 
 



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