oekoplus - Freiburg
Samstag, 21. Oktober 2017
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr
  •  


Verschiedenes

Haifisch, Tiger & Co: Gewinner und Verlierer 2010
Ein Gewinner: Der Amur-Tiger. © naturepl.com/Edwin Giesbers/WWF
 
Haifisch, Tiger & Co: Gewinner und Verlierer 2010
Menschenverursachtes Artensterben schreitet auch 2010 ungebremst voran. Grund zur Hoffnung: Staatengemeinschaft setzt sich ehrgeizige Ziele.

Frankfurt - Der WWF zieht unter Artenschutzgesichtspunkten eine durchwachsene Jahresbilanz. Zwar hielt das massive, vom Menschen verursachte Artensterben auch 2010 weiter an, doch immerhin hat die UN-Konferenz zum Erhalt der biologischen Vielfalt (CBD) im Oktober dieses Jahres Blockaden fĂŒr den internationalen Naturschutz aus dem Weg gerĂ€umt. „Wir sind auf der UN-Konferenz einen wichtigen Schritt vorangekommen. Es sind ehrgeizige Ziele formuliert worden“, erklĂ€rt Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland, anlĂ€sslich des anstehenden Jahreswechsels. So sollen vermehrt Schutzgebiete an Land und auf hoher See ausgewiesen werden. Außerdem hat man sich darauf geeinigt, Subventionen, die eine Verringerung der Artenvielfalt zur Folge haben bis 2020 abzubauen, zu reformieren oder zu beenden. „BiodiversitĂ€t ist ein Wirtschaftsfaktor und deren Erhalt wird immer mehr zu einem Garant fĂŒr langfristigen, ökonomischen Erfolg“, sagte Brandes. „Unternehmen erkennen in zunehmendem Maße, dass eine intakte biologische Vielfalt ökonomische Leistung erbringt. Das ist ein erster, wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“ Hauptursachen fĂŒr den anhaltenden Verlust biologischer Vielfalt weltweit sind Lebensraumzerstörung, Klimawandel, Wilderei und Übernutzung. Die von Menschen verursachte Aussterberate liegt laut WWF mindestens hundertmal höher als der natĂŒrliche Artenschwund. Und wĂ€hrend sich etwa die Lage von Nashorn, Hai oder Schuppentier 2010 weiter verschlechtert hat, können Tierarten wie Tiger, Wolf und Dorsch immerhin optimistischer in die Zukunft blicken.

DIE VERLIERER 2010:

Nashorn

Allein bis September 2010 hat SĂŒdafrika nach WWF-Angaben mehr als 230 Nashörner durch Wilderei verloren. Damit wird in dem Land durchschnittlich alle 30 Stunden ein Breit- oder Spitzmaulnashorn getötet. Nur in den 1970er Jahren habe die Wilderei ein Ă€hnlich erschreckendes Ausmaß erreicht. „Die Hörner gehen vor allem nach Asien, wo sie in geriebener Form als dubiose Heilmittel eingesetzt werden“, sagt WWF-Artenschutzexperte Stefan Ziegler. Dementsprechend ist auch die Lage der asiatischen Nashörner extrem kritisch. So wurde im April im vietnamesischen Cat Tien Nationalpark ein totes Java-Nashorn entdeckt. Das Tier wurde vermutlich von Wilderern erschossen. Es ist anzunehmen, dass damit das letzte Java-Nashorn in Vietnam getötet wurde.

Hai, Tunfisch und Koralle

Keine internationalen Handelsverbote fĂŒr Rote Koralle, Blauflossentunfisch und diverse Hai-Arten. Die Politik hĂ€tte auf der Artenschutzkonferenz in Doha im MĂ€rz 2010 die Gelegenheit gehabt, die Artenvielfalt der Meere besser zu schĂŒtzen, doch die AntrĂ€ge wurden allesamt abgelehnt. So darf der Blauflossenthunfisch weiterhin als Sushi-Delikatesse auf dem japanischen Markt enden – obwohl die Population um bis zu 85 Prozent eingebrochen ist. Ähnlich dramatisch die Situation von Weißspitzen-Hochseehai und Hammerhai: Die Flossen dieser Fische landen noch immer in der SuppenschĂŒssel. Die Rote Koralle wird weiterhin Bestandteile von Medizin- und Schmuckprodukten sein.

Schuppentier

Die Summe der gewilderten Schuppentiere in Asien binnen eines Jahres dĂŒrfte in die hunderttausende gehen, befĂŒrchtet der WWF. Nach einem im Oktober 2010 veröffentlichten Report wurden allein fĂŒr ein einziges Schmuggler-Syndikat auf der Insel Borneo rund 22.000 Schuppentiere gewildert. Da es unzĂ€hlige solcher Artenschmuggler gibt, sei die Dunkelziffer auch um ein vielfaches höher. Aus den Bestandteilen des Schuppentiers (auch Pangolin genannt) werden dubiose Heilmittel hergestellt. Die Population könne der maßlosen Gier durch kriminelle Syndikate auf Dauer nicht standhalten, so der WWF.

Wale

Das Jahr 2010 brachte erneut keinen Konsens in Sachen Walfang und -schutz. Die Verhandlungen ĂŒber einen Kompromissvorschlag zum Fang auf Großwalarten bei der Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) im Juni fĂŒhrten zu keinem Ergebnis. „Ein Kompromiss, der den bestehenden Walfang unter die Kontrolle durch die IWC stellt, wĂ€re klar vonnöten gewesen“ sagte Volker Homes, Leiter WWF-Artenschutz. „Bedrohte Arten wie Finn- und Seiwal bleiben trotz Moratorium weiter auf der Abschussliste der Walfangnation Japan.“

DIE GEWINNER 2010:

Tiger

Nach WWF-SchĂ€tzungen leben weltweit nur noch rund 3.200 Tiger in freier Wildbahn. Der Druck durch Wilderei und Lebensraumzerstörung auf die Art ist unvermindert hoch, doch nach dem „Jahr des Tigers 2010“ kann die Großkatze hoffnungsvoller in die Zukunft blicken. Vertreter aller dreizehn Tiger-Verbreitungsstaaten haben sich nĂ€mlich auf dem Tiger-Gipfel im November zu einem globalen Tiger-Rettungsplan bekannt. Auch auf das Ziel, die Bestandszahlen des Tigers bis 2022 zu verdoppeln, konnten sich die Politiker verstĂ€ndigen. Der WWF sprach von einem „historischen Moment fĂŒr den Artenschutz“, mahnte zugleich „schnelle und konkrete Taten“ an. GeberlĂ€nder wie Deutschland und die USA, aber auch Institutionen wie die Weltbank, Privatpersonen wie Hollywoodstar Leonardo DiCaprio und Organisationen wie der WWF haben bereits finanzielle Zusagen getĂ€tigt. In der Amur-Region, wo sich der WWF seit 1993 gemeinsam mit seinen Partnern engagiert, sind die Bestandszahlen des Tigers seit vielen Jahren stabil. Nach SchĂ€tzungen durchstreifen dort rund 450 Exemplare die WĂ€lder.

Wolf

Die RĂŒckkehr des Wolfes nach Deutschland schreitet auch 2010 weiter voran. Im Sommer gelangen in der LĂŒbtheener Heide dank einer WWF-Fotofalle Aufnahmen eines vermutlich mĂ€nnlichen Tieres. Und auch Bayern hat wieder einen Wolf. Seit mehreren Monaten durchstreift ein RĂŒde das österreichisch-bayerische Grenzgebiet. „Der Wolf besiedelt trotz mancher RĂŒckschlĂ€ge seine alte Heimat wieder“, freut sich WWF-Experte Janosch Arnold. Deutschlandweit gibt es nach SchĂ€tzung des WWF zwischen 60 und 75 Wölfe. Ein Großteil davon lebt in der sĂ€chsischen Lausitz. Aber auch aus anderen Regionen, wie Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, werden immer wieder Sichtungen gemeldet.

Dorsch

Innerhalb von nur drei Jahren ist der östliche Bestand des Dorsches in der Ostsee auf das Dreifache angewachsen. Die GrĂŒnde fĂŒr die erfreuliche Entwicklung seien ein wirkungsvoller Wiederaufbauplan, eine Verkleinerung der Fangflotte sowie eine konsequente EindĂ€mmung der illegalen Fischerei. Der positive Trend zeige, so der WWF, dass sich FischbestĂ€nde unter gĂŒnstigen ökologischen Bedingungen und einem nachhaltigen Management wieder erholen können. Um diesen Erfolgstrend auch langfristig zu sichern, fordert der WWF die strikte Einhaltung des EU-Wiederaufbauplans auch fĂŒr das kommende Jahr. „Die Fischereiminister mĂŒssen trotz der guten Prognosen fĂŒr den Dorsch auch in den kommenden Jahren die Fangquoten mit Bedacht festlegen und den wissenschaftlichen Empfehlungen folgen“ fordert Karoline Schacht, Fischereiexpertin des WWF.
 
 

Umweltbildung stark nachgefragt
Ökostation Freiburg / Foto: Heinz Hauenstein
 
Umweltbildung stark nachgefragt
Die Ökostation des BUND zieht Bilanz

MOOSWALD. Im RĂŒckblick auf das Jahr 2010 zieht die Ökostation Freiburg des BUND eine ĂŒberaus positive Bilanz: Rund 100 Veranstaltungen fĂŒr Erwachsene und rund 500 Umweltbildungs-Angebote fĂŒr Kinder und Jugendliche fanden im vergangenen Jahr statt. Das waren 281 GrĂŒne Klassenzimmer, Projekttage, Exkursionen, Schulgartenaktionen, Freizeiten und Kindergeburtstage sowie 210 Betreuungsangebote fĂŒr sieben Ganztages-Schulklassen, die das Umweltbildungszentrum im Seepark regelmĂ€ĂŸig besuchen....
Mehr
 

 
EnBW in Landeshand
Kommunalisierung statt Atom- und Kohlekraftwerke

Der fesa e.V. begrĂŒĂŸt die Übernahme von EnBW durch das Land, hĂ€lt jedoch Umstrukturierungen im Konzern fĂŒr notwendig. Statt zentraler Anlagen zur Produktion von Kohle- und Atomstrom bedarf es dezentraler Stromerzeugung durch Erneuerbare Energien in der Hand der Kommunen. Bei der Landtagswahl können die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger nun ĂŒber die energiepolitische Zukunft des Landes mitbestimmen.

Völlig ĂŒberraschend berichteten die Nachrichtenagenturen in der ersten Dezemberwoche ĂŒber den Kauf der EnBW-Aktienanteile des französischen Konzerns EdF durch das Land Baden-WĂŒrttemberg. EnBW ist der drittgrĂ¶ĂŸte Stromerzeuger in Deutschland und gehört zu den vier großen deutschen Strommonopolisten. Der in Baden-WĂŒrttemberg tĂ€tige Konzern produziert seinen Strom zu 57 Prozent in Atomkraftwerken und zu 32 Prozent aus fossilen EnergietrĂ€gern. Mit dem Kauf der Aktien liegt EnBW nun zu ĂŒber neunzig Prozent in öffentlicher und staatlicher Hand.

Der fesa e.V. begrĂŒĂŸt die RĂŒckfĂŒhrung des Energiekonzerns an das Land Baden-WĂŒrttemberg. Die Landesregierung sollte jetzt jedoch nicht den Verkauf der Aktien an der Börse vorbereiten, sondern zusammen mit den Gemeinden und Stadtwerken an einer ÜberfĂŒhrung von EnBW an die Kommunen arbeiten.

Nico Storz: „Der fesa e.V. setzt sich seit 18 Jahren fĂŒr eine dezentrale und bĂŒrgernahe Energieversorgung ein. Deshalb befĂŒrworten wir es grundsĂ€tzlich, wenn sich die Energieversorgung in öffentlicher Hand befindet. Allerdings muss mit dem gewonnenen Einfluss bei der EnBW eine deutliche Kehrtwende in Richtung Erneuerbare Energieerzeugung IN Baden-WĂŒrttemberg eingeleitet werden. Denn ein Energiekonzern, der bei der dezentralen Energiewende auf die Bremse drĂŒckt und der Gesellschaft somit schadet, gehört ins Museum und nicht in den Besitz der Bevölkerung.“

Der RĂŒckkauf von EnBW muss zum Startsignal fĂŒr eine dezentrale Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien werden. Fraglich ist jedoch, wie weit das bei der EnBW aufgrund ihres hohen Atomstromanteils möglich ist. Um eine Energiewende herbeizufĂŒhren, mĂŒssen die klimaschĂ€dlichen Atom- und Kohlekraftwerke vom Netz genommen werden. Nur so ist in den Netzen Platz fĂŒr Erneuerbare Energien.
FragwĂŒrdig ist ebenso das Vorgehen von MinisterprĂ€sident Mappus. Mit Parteifreunden aus der Wirtschaft hat er den Deal am Parlament vorbei eingefĂ€delt. Zwar ist der Kauf aufgrund seines Ablaufes zu kritisieren, doch herrscht die allgemeine EinschĂ€tzung vor, dass durch den Kauf Energiepolitik zum zentralen Thema der Landtagswahl im MĂ€rz 2011 werden kann.

Marcus Brian, Vorstandsmitglied des fesa e.V. meint: „Das Land Baden-WĂŒrttemberg als großer Anteilseigner der EnBW ist allemal besser als die EdF. Denn mit der nĂ€chsten Landtagswahl haben wir es selbst in der Hand zu entscheiden, welche Ausrichtung die EnBW in Zukunft haben wird. Mit einer verĂ€nderten Positionierung weg von der Atomenergie hin zu den Erneuerbaren Energien könnte die EnBW zukĂŒnftig ein attraktiverer Partner fĂŒr hiesige Stadtwerke, Energieversorger oder Kommunen werden.“
 
 

Zwischen Ölpest und Dorschwunder: Das Naturjahr 2010
© U.S. Coast Guard und WWF
 
Zwischen Ölpest und Dorschwunder: Das Naturjahr 2010
WWF-Chronologie: Jahr der Biologischen Vielfalt mit menschgemachten Katastrophen

Der WWF Deutschland beurteilt das Jahr 2010 grĂ¶ĂŸtenteils als Katastrophenjahr fĂŒr die Natur. Angefangen bei der Ölpest im Golf von Mexiko ĂŒber die verheerenden WaldbrĂ€nde in Russland bis zur Giftschlammlawine in Ungarn: im UN-Jahr der Biologischen Vielfalt gab es kaum positive Nachrichten fĂŒr die Umwelt, so der WWF. Vor allem auf politischer Ebene sei zu wenig fĂŒr den Naturschutz geschehen. Besonders auffĂ€llig: Die Naturkatastrophen des Jahres 2010 waren allesamt menschgemacht.

Die WWF-Chronologie des Jahres 2010:

Januar
UN-Jahr der Biologischen Vielfalt: Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet in Berlin offiziell das internationale UN-Jahr der Biologischen Vielfalt. Umwelt zerstörende Subventionen, beispielsweise fĂŒr die Landwirtschaft und die Fischerei, spielen dabei keine Rolle. Weltweit fließen jĂ€hrlich 670 Milliarden Euro Staatshilfen in Branchen, die Anteil an der Zerstörung der Natur haben.
Olympia-Countdown: In Sotschi werden in Vorbereitung der Olympischen Winterspiele 2014 rund 14.000 Hektar Wald abgeholzt.

Februar
Ölpest I: In Italien fließen Tausende Kubikmeter Altöl in den Lambro, einen Zufluss des Pos. KlĂ€ranlagen der Region fallen als Folge aus, AbwĂ€sser gelangen ungereinigt in den Fluss.

MĂ€rz
Artenschutzkonferenz: Die 15. Washingtoner Artenschutzkonferenz in Katar endet ernĂŒchternd. Bedrohte Arten wie Roter Tunfisch, Rote Koralle, Heringshai und Blauflossentunfisch dĂŒrfen weiter gehandelt werden – ein Sieg auf ganzer Linie fĂŒr die Fischereilobby. Im chinesischen Jahr des Tigers wird immerhin beschlossen, die Zusammenarbeit im Kampf gegen Tiger-Wilderei und -Schmuggel zu verbessern. Nur 3.200 Tiger leben noch in freier Wildbahn.
„Earth Hour“: Rund um den Globus schalten am 27. MĂ€rz Millionen Teilnehmer der WWF „Earth Hour“ fĂŒr eine Stunde symbolisch das Licht aus. Weltweit nehmen ĂŒber 3450 StĂ€dte in 121 LĂ€ndern teil. In Deutschland liegen u.a. MĂŒnchen, Berlin, Köln, Leipzig und Flensburg im Dunkeln.

April
Ölpest II: Die Havarie des chinesischen Kohlefrachters Sheng Neng 1 bedroht das Great Barrier Reef vor Australien mit einer Ölpest. FĂŒr den WWF zeigt der Unfall einmal mehr die mangelnden Sicherheitsstandards auf See, er fordert eine Lotsenpflicht fĂŒr ökosensible Gebiete und das Verbot des giftigen Schweröls als Schiffstreibstoff.
Neuentdeckung: Begeisternder Fund im „Herzen Borneos“: Dort werden 123 bislang unbekannte Tier- und Pflanzenarten entdeckt. Darunter sind ein fliegender Frosch, der seine Haut- und Augenfarbe Ă€ndert, und eine flammenfarbene Schlange. Insgesamt finden die Forscher 67 Pflanzen, 17 Fische, fĂŒnf Frösche, drei Schlangen, einen Vogel, 29 Wirbellose und zwei Echsen

Mai
Ölpest III: Nach der Explosion der Bohrplattform Deep Water Horizon im Golf von Mexiko sprudeln wochenlang Millionen Liter Rohöl vor der KĂŒste des US-Staates Louisiana ins Meer. Die Ölpest trifft mit der beginnenden Brut- und Laichsaison vieler Arten zusammen, so dass der Nachwuchsjahrgang massiv geschwĂ€cht wird. Angesichts der unabsehbaren UmweltschĂ€den fordert der WWF den Stopp neuer Bohrvorhaben auf See.
Hochwasser: Die Flut in SĂŒd-Polen ist fĂŒr den WWF eine Folge des ineffizienten Hochwasserschutzes in Polen. Er fordert, Flut-Risikogebiete als solche auszuweisen, dort keine Bebauung mehr zu erlauben und AuwĂ€lder und Flusslandschaften zu renaturieren.
„Dorschwunder“: Der Wissenschaftliche Rat zur Erforschung der Meere (ICES) prĂ€sentiert eine gute Nachricht: Seit 2006 ist der östliche Bestand des Dorsches in der Ostsee auf das Dreifache angewachsen. Die GrĂŒnde fĂŒr das „Dorschwunder“ sind ein konsequenter Wiederaufbauplan mit Schonung des Dorsches, Verkleinerung der Fangflotte sowie die EindĂ€mmung der illegalen Fischerei um 30 Prozent.

Juni
Überfischung: Die Fangsaison fĂŒr den bedrohten Roten Tunfisch im Mittelmeer wird vorzeitig beendet, nachdem die industriellen Fangflotten der EU ihre jĂ€hrlichen Quoten bereits nach der HĂ€lfte der vierwöchigen Saison erfĂŒllt haben.
Wal-Konferenz: Die Verhandlungen ĂŒber einen Kompromissvorschlag zum Walfang scheitern auf der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Agadir. Damit bleiben bedrohte Arten wie Finn- und Seiwal auf der Abschussliste Japans.

Juli
„Hitzewelle“ am Nordpol: Ein Report zum arktischen Meereis weist einen neuen Rekord-Tiefststand aus. Demnach war die EisflĂ€che im Juni so klein wie in keinem Juni seit Beginn der Satelliten-Aufzeichnungen im Jahr 1979. Nach WWF-SchĂ€tzung mĂŒssen einige EisbĂ€ren durch die verĂ€nderten klimatischen Bedingungen eine Fastenperiode von bis zu 160 Tagen ĂŒberstehen.
Trinkwasser: Die UN verankern das Recht auf sauberes Wasser. Daran mangelt es bereits ĂŒber einer Milliarde Menschen, Tendenz steigend. Im Kampf gegen die weltweite Wasserkrise fordert der WWF, GewĂ€sser und Wasserressourcen grenzĂŒberschreitend zu managen und zu bewirtschaften. Nur drei Prozent des Wassers auf der Erde ist SĂŒĂŸwasser.

August
WaldbrĂ€nde: Mehr als 7.000 WaldbrĂ€nde lodern rund um Moskau und im russischen Fernen Osten. Schuld ist nicht allein die aktuelle Hitzewelle, sondern vor allem mangelhafte Vorsorge und ein miserables Waldmanagement. Die Rauchschwaden enthalten Kohlenmonoxid, Feinstaub, Formaldehyd und andere giftige Verbindungen, die zu starken gesundheitlichen Belastungen der Bevölkerung fĂŒhren.

September
LaufzeitverlĂ€ngerung: Der WWF reagiert bestĂŒrzt auf die LaufzeitverlĂ€ngerung der deutschen Kernkraftwerke. In einer umfassenden Studie hatte der WWF gezeigt, dass die fast vollstĂ€ndige Vermeidung von CO2 bis 2050 ohne jegliche LaufzeitverlĂ€ngerung möglich und bezahlbar ist. Das Energiekonzept der Bundesregierung bewertet der WWF als „Wegweiser in die klimapolitische Sackgasse“.
Schimpansen-Entdeckung: Ein WWF-Forscherteam stĂ¶ĂŸt in der Demokratischen Republik Kongo auf einige hundert Schimpansen, die einen Teil des Jahres fast komplett auf BĂ€umen verbringen. In der Regenzeit verlagern die Schimpansen ihr Leben auf die Baumwipfel.

Oktober
Rotschlamm-Lawine: Im ungarischen Kolontar birst der Speicher einer AluminiumhĂŒtte der Ajka Aluminia Company. Bauxitschlamm ergießt sich auf 40 Quadratkilometern. Die Giftlawine erreicht auch die Donau. Der WWF belegt, dass bereits Wochen zuvor Risse die Behörden zum Handeln hĂ€tten bewegen mĂŒssen.
BĂŒcher ohne Tropenholz: PĂŒnktlich zur Frankfurter Buchmesse bestĂ€tigen die VerlagshĂ€user Oetinger, Lingen und die Buchverlage der Holtzbrinck-Gruppe dem WWF schriftlich, im Laufe des kommenden Jahres vollstĂ€ndig auf FSC-Papier zu drucken oder Recyclingpapiere zu verwenden. Vorangegangen waren der Kosmos-Verlag, Piper und die Verlagsgruppe Random House.

November
EU-Gesetz gegen illegales Holz: Der EU-Rat nimmt in BrĂŒssel das EU-Holzhandelsgesetz an. Damit ist die Einfuhr illegaler Holzprodukte nach Europa ab 2013verboten. Die EU ist einer der grĂ¶ĂŸten MĂ€rkte fĂŒr Holzprodukte aus illegaler Herkunft, deshalb hat der WWF seit Jahren fĂŒr dieses Gesetz gekĂ€mpft. Perfekt ist es noch nicht, aber ein Meilenstein gegen illegale Abholzung weltweit.

Dezember
Klimaverhandlungen: Unerwartet gut enden in CancĂșn die Klimaverhandlungen. Jetzt liegt der Ball wieder im Feld der einzelnen Staaten, die CancĂșn-BeschlĂŒsse mit Leben zu fĂŒllen. Dies bedeutet fĂŒr die EU, schnellstmöglich die CO2-Reduktionsziele bis 2020 von 20 auf 30 Prozent zu erhöhen.
VolkszĂ€hlung bei Berggorillas: Die Zahl der vom Aussterben bedrohten Berggorillas ist grĂ¶ĂŸer als angenommen. Eine „VolkszĂ€hlung“ im „Virunga Massiv“ im Grenzgebiet von Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo kommt auf 480 Gorillas. Hinzu kommen noch ungefĂ€hr 300 Tiere in einem weiteren Nationalpark in Uganda. GegenĂŒber der letzten Bestandsaufnahme von 2003 ist das ein Zuwachs von ĂŒber 25 Prozent.

Zu den Fotos: Explosion der Bohrplattform Deep Water Horizon im Golf von Mexiko und das Dorschwunder in der Ostsee. © U.S. Coast Guard und WWF
 
 

 
RadexkursionsfĂŒhrer zeigt Beispiele fĂŒr Radverkehrsanlagen - auch in Freiburg
Um den Radverkehrsanteil in Deutschland von momentan
zehn Prozent zu erhöhen braucht man nicht nur zu den vorbildlichen
Nachbarn in den Niederlanden und DĂ€nemark zu
schauen. Auch in Deutschland gibt es zahlreiche gute Beispiele
der Radverkehrsförderung. Der von der Stadt Oldenburg
mit Förderung des Bundes herausgegebene RadexkursionsfĂŒhrer
zeigt Beispiele aus elf deutschen StÀdten von Kiel
bis Freiburg.

Auf acht Seiten wird im ExkursionsfĂŒhrer die Stadt Freiburg
mit Informationen zu ihrer Verkehrspolitik dargestellt. Entlang
einer Radroute, die an der Fahrradstation mobile beginnt,
werden zahlreiche gute Beispiele der Radverkehrsförderung
gezeigt. Die Stadt Freiburg wird hÀufig von Fachleuten und
Politikern besucht, da die Radverkehrsförderung der Stadt im
In- und Ausland als beispielhaft gilt. FĂŒr viele diese Besucher
bietet der RadexkursionsfĂŒhrer nun die Möglichkeit, eine Reihe
von Beispielen entlang einer vorgeschlagenen Route selbstÀndig
mit dem Rad zu erkunden.

PrĂ€sentiert werden die Radstreifen an der Eschholzstraße bis
zum Friedrich-Ebert-Platz, die im Stadtgebiet oft vorhandenen
Radaufstellstreifen vor Ampeln und die Trixi-Spiegel zur Reduzierung
des Toten Winkels. Die FĂŒhrung des Radverkehrs
in der Habsburgerstraße wird ebenso gezeigt wie die Anfang
dieses Jahres verlÀngerte, mit Vorfahrt und neuen Piktogrammen
versehene Fahrradstraße in der Hindenburgstraße.
Schon enthalten sind auch zwei Projekte, die erst im FrĂŒhjahr
2011 realisiert werden: Eine Aufpflasterung am Sandfangweg
soll die Bevorrechtigung des Dreisamuferradweges verdeutlichen
und Schutzstreifen in der Talstraße dem Radverkehr auf
beiden Straßenseiten eine sichere FĂŒhrung gewĂ€hrleisten.
Ein Abstecher in den Stadtteil Vauban und die Rampe an der
OchsenbrĂŒcke vervollstĂ€ndigen die Tour rund durch Freiburg.

FĂŒr die interessierte Öffentlichkeit steht eine Online-Version des
RadexkursionsfĂŒhrers auf www.freiburg.de/radfahren unter
dem Punkt „Kartenwerke“ zum Download bereit.
Mehr
 

Buchtipp: Wolf Richard GĂŒnzel
 
Buchtipp: Wolf Richard GĂŒnzel "Der hummelfreundliche Garten"
Nisthilfen ‱ BlĂŒtenpflanzen ‱ Gartengestaltung

HummelgĂ€rten gestalten und erleben: Warum mögen Hummeln MĂ€usegeruch? Haben Hummeln Lieblingsfarben? Und wie entsteht ihr gemĂŒtliches Brummen?

Diese und weitere spannende Fragen beantwortet das Buch »Der hummelfreundliche Garten« von Wolf Richard GĂŒnzel, erschienen im DarmstĂ€dter pala-verlag. Anschaulich erklĂ€rt der Autor, wie die sympathischen Insekten leben, Nester bauen und ihren Nachwuchs großziehen. Wer Garten und Balkon zum Lebensraum fĂŒr Hummeln machen möchte, findet zahlreiche praktische Tipps und Gestaltungsideen. Bauanleitungen fĂŒr unterschiedliche HummelnistkĂ€sten – vom einfachen Unterschlupf bis zum großen Hummelstand – bieten Passendes fĂŒr jeden Garten. Standortgerechte Pflanzenlisten helfen bei der Auswahl beliebter Hummelblumen, die Tiere und Menschen mit Farben und Duft gleichermaßen begeistern. Selbst ein kleiner Balkon wird mit passender Bepflanzung so zum Paradies fĂŒr Hummeln.

DarĂŒber hinaus leistet ein naturnaher Hummelgarten einen aktiven Beitrag zum Naturschutz, denn viele Hummelarten sind durch das Schwinden ihrer LebensrĂ€ume bedroht. Als Lesestoff fĂŒr gemĂŒtliche Stunden und voll praktischer Tipps macht dieses Buch Lust auf mehr Natur im Garten.

pala-verlag Darmstadt, 2010, 160 Seiten, EUR 14,00
ISBN: 978-3-89566-276-8
 
 

Mit Herz fĂŒr die Natur
 
Mit Herz fĂŒr die Natur
Kinder spenden den Erlös eines Tanzprojektes an die Ökostation

Am Anfang stand eine Idee: Kinder bringen ihre Erlebnisse in der Natur kreativ und tĂ€nzerisch zum Ausdruck und werben fĂŒr einen liebevollen und verantwortlichen Umgang mit unserer Erde. Die TanzpĂ€dagogin Bettina InĂ©s Truffat versammelte im Sommer 35 Kinder von 3-12 Jahren, um diese Idee auf die BĂŒhne zu bringen. Daraus entstand das Tanzprojekt „Vier Jahreszeiten“, das im Juli zweimal im Theater Augustinum aufgefĂŒhrt wurde. Das Projekt gehörte zum hiesigen Rahmenprogramm des Modellstadtteils Vauban, mit dem sich Freiburg auf der Expo in Shanghai prĂ€sentierte und stand unter der Schirmherrschaft von OberbĂŒrgermeister Salomon.

Die AuffĂŒhrungen waren mit 360 Besuchern ein voller Erfolg. Es war der Wunsch der kleinen TĂ€nzerinnen und TĂ€nzer, dass der Erlös, eingesetzt wird, um Kindern Naturbegegnungen zu ermöglichen, ganz im Sinne des Tanzprojektes. So spendeten sie den Erlös von 1200,- Euro an das GrĂŒne Klassenzimmer der Ökostation, wo Schulklassen und Kindergartenkinder vieles ĂŒber die Natur lernen können. Bei einem Besuch in dem Umweltbildungszentrum am 17. Dezember ĂŒberreichten sie den Scheck an das Leitungsteam, das sich bei den Kindern seinerseits mit einer FĂŒhrung durch die Ökostation, mit BratĂ€pfeln und Kinderpunsch bedankte.
Mehr
 

 
KLIMASCHÄDLICHE TRANSPORTE
Pro Tag fliegen 140 Tonnen Lebensmittel nach Deutschland

Frisch aus dem Flugzeug: Als Luftfracht gelieferte Lebensmittel verursachen mehr als ein Zehntel der Gesamtemissionen, die beim Transport von Fisch oder Obst freigesetzt werden. VerbraucherschĂŒtzer fordern nun eine Kennzeichnung der klimaschĂ€dlichen Flugware.
Mehr
 



Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 
24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 
47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 
70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 
93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 
116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 
139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 
162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 
185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 
208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 
231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 
254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 
277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 
300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 
323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 


Copyright 2010 - 2017 Benjamin Jäger