oekoplus - Freiburg
Dienstag, 24. Oktober 2017
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr
  •  


Verschiedenes

 
Karlsruhe: Vegan - ein Ernährungstrend?
Hintergr√ľnde und Praxistipps im Sonntagscaf√©

Vegan scheint in aller Munde zu sein. Warum Veganer keine tierischen Produkte essen und ob die Ern√§hrungsweise gesund ist, dar√ľber referiert die Chefredakteurin des VEBU-Magazins Silke Bott am 19. Februar um 11 Uhr beim Sonntagscaf√© im Internationalen Begegnungszentrum (Kaiserallee 12 d, Gro√üer Saal). Dabei geht Bott der Frage nach, was dabei herauskommt wenn man Ethik mit Ern√§hrung verkn√ľpft und gibt praktische Tipps, wo die Zuh√∂rerinnen und Zuh√∂rer in Karlsruhe vegan essen k√∂nnen und wie sie vegane Produkte im Supermarkt erkennen. Zudem gibt es neben Rezepten auch vegane H√§ppchen zum Probieren.

Einlass ist ab 10.30 Uhr. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, der Mittagsimbiss kostet drei Euro.
 
 

 
NABU kritisiert geplante √Ąnderungen im Baurecht
Erleichterung f√ľr Wohnbebauung an den Siedlungsr√§ndern widerspricht dem 30-Hektar-Ziel

Der NABU kritisiert die geplanten Gesetzes√§nderungen der Bundesregierung im Bau- und Planungsrecht. F√ľr Wohnungsbau auf landwirtschaftlichen und unbebauten Fl√§chen am Ortsrand sieht der Gesetzentwurf zur Novellierung des Baugesetzbuchs und der Baunutzungsverordnung erhebliche Ausnahmeregelungen und Erleichterungen vor. Durch die ‚ÄěEinbeziehung von Au√üenbereichsfl√§chen in das beschleunigte Verfahren‚Äú k√∂nnte k√ľnftig generell auf eine Pr√ľfung der Umweltauswirkungen der geplanten Bebauung sowie auf Ausgleichsma√ünahmen f√ľr Eingriffe in Natur und Landschaft verzichtet werden. Der Gesetzentwurf ist Gegenstand der √∂ffentlichen Anh√∂rung des Umweltausschusses im Bundestag am heutigen Mittwoch.

‚ÄěDiese Ausnahmeregelung widerspricht klar dem 30-Hektar-Ziel der Bundesregierung, das leider erst k√ľrzlich mit der Aktualisierung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie auf das Jahr 2030 verschoben wurde. Derzeit liegt der Fl√§chenverbrauch bei fast 70 Hektar pro Tag. Die jetzt geplante Au√üenbereichsregelung konterkariert eine fl√§chensparende Siedlungsentwicklung‚Äú, sagt NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller. Der NABU fordert, die entsprechende Regelung vollst√§ndig aus dem Gesetzentwurf zu streichen, wie es auch der Bundesrat in seiner Stellungnahme vom 10. Februar empfiehlt. Die derzeit dr√§ngenden Wohnungsbauerfordernisse sind bereits mit den vorhandenen rechtlichen Regelungen zu bew√§ltigen. Dabei sollte auch weiterhin die Entwicklung innerst√§dtischer Fl√§chen im Vordergrund stehen.

Im Mittelpunkt der √Ąnderung des Baurechts stand zun√§chst die Einf√ľhrung einer neuen Baugebietskategorie. In den ‚ÄěUrbanen Gebieten‚Äú d√ľrfte h√∂her und dichter gebaut werden. Au√üerdem k√∂nnten z.B. Einzelhandel und Wohnen leichter miteinander gemischt werden. Der NABU sieht hierin eine M√∂glichkeit, eine fl√§chensparende Siedlungsentwicklung zu unterst√ľtzen und begr√ľ√üt daher im Grundsatz diese lang geplante und vorbereitete √Ąnderung.

Die Au√üenbereichsregelung hingegen wurde dem Gesetzentwurf √§u√üerst kurzfristig und ohne Beteiligung der Verb√§nde hinzugef√ľgt. Die in Rede stehenden Ausnahmebestimmungen wurden urspr√ľnglich 2007 mit dem Ziel eingef√ľhrt, innerst√§dtische Bauvorhaben auf brach gefallenen oder bereits bebauten Fl√§chen zu erleichtern. Sie aber unangepasst auf Freir√§ume an den Siedlungsr√§ndern anzuwenden, entspricht weder einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung noch der Logik des bestehenden Planungsrechts.

Neben einer nachhaltigen Innenentwicklung mit behutsamer Nachverdichtung und klugen Nutzungskonzepten ist im Einzelfall auch die Inanspruchnahme neuer Fl√§chen zu pr√ľfen. Aber gerade bei landwirtschaftlichen und unbebauten Fl√§chen am Ortsrand darf auf eine Umweltpr√ľfung und gegebenenfalls erforderliche Ausgleichsma√ünahmen keinesfalls verzichtet werden‚Äú, so Miller.
Mehr
 

 
Ausverkauf der Meeresschutzgebiete geht weiter
Gef√§hrliche √Ąnderung im Bundesnaturschutzgesetz ‚Äď Bundesregierung verfehlt Ziele zum Schutz von Nord- und Ostsee

Die deutschen Umweltverb√§nde √§u√üern scharfe Kritik an einzelnen √Ąnderungen des novellierten Bundesnaturschutzgesetzes im Bereich Meeresschutz. Sie bef√ľrchten, dass sich der Schutz der Nord- und Ostsee weiter verschlechtern k√∂nnte. NABU, BUND, DNR, DUH, Greenpeace, Schutzstation Wattenmeer, WWF und Whale & Dolphin Conservation kritisieren, dass das in den Verhandlungen federf√ľhrende Bundesumweltministerium dem Druck anderer Ministerien nachgegeben habe und einen gef√§hrlichen Handel eingegangen sei, um das Gesetz schnell zu verabschieden. Das neue Bundesnaturschutzgesetz sichert den Ministerien f√ľr Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Forschung erstmals ein Vetorecht bei der Unterschutzstellung der wertvollsten Meeresgebiete zu. So d√ľrften k√ľnftig die Fischerei-, Rohstoff- und Schifffahrtslobbys mitentscheiden, welche Ma√ünahmen zum Schutz von Schweinswalen und Kegelrobben, Riffen oder Seegraswiesen ergriffen werden. Die Umweltverb√§nde fordern jetzt den Bundestag und Bundesrat auf, die sogenannte Einvernehmensregelung zu stoppen. Ansonsten drohe der weitere Ausverkauf der Nord- und Ostsee.

Die Kritik zielt insbesondere auf den Paragraphen 57 der Gesetzesnovelle. Hier wird den Bundesministerien ‚Äď statt wie bisher eine Beteiligung ‚Äď nun eine sogenannte Einvernehmensregelung zugesichert. Damit k√∂nnte ein einziges Ministerium k√ľnftig Verordnungen und Ma√ünahmen zum Schutz der Meere blockieren. ‚ÄěDiese Gesetzesnovelle wird die √úbernutzung unserer Meere zementieren. Das zeigten bereits die Verhandlungen um die Natura-2000-Gebiete in der deutschen Ausschlie√ülichen Wirtschaftszone. Die im vergangenen Jahr ver√∂ffentlichten Entw√ľrfe der Naturschutzgebietsverordnungen sind in den letzten Monaten durch die anderen Ministerien so stark verw√§ssert worden, dass die Bundesregierung weder ihrem eigenen Koalitionsvertrag gerecht wird, noch den EU-rechtlichen Verpflichtungen‚Äú, so die Verb√§nde. Jedes beteiligte Ministerium habe sich Ausnahmen in die Verordnungsentw√ľrfe schreiben lassen, so dass in den Schutzgebieten weiter gefischt, Sand- und Kies abgebaut oder mit extrem lauten Schallkanonen nach fossilen Rohstoffen gesucht werden d√ľrfe.

In der eigenen Pressemitteilung zur Gesetzesnovelle sprach die Bundesregierung am vergangenen Mittwoch von einer Grundlage f√ľr den besseren Schutz der Meere. Zwar erm√∂glicht das neue Gesetz, zuk√ľnftig auch weniger prominente Artengruppen wie Rochen oder Muscheln bei Schutzbem√ľhungen zu ber√ľcksichtigen. Doch das n√ľtze nichts, da effektive und regulierende Ma√ünahmen praktisch ausgeschlossen w√ľrden, so die Verb√§nde.

Schon heute setzen sich beim Meeresschutz viel zu oft einzelne Wirtschaftsinteressen gegen das Allgemeininteresse durch. Die Gesetzesnovelle d√ľrfte es dem Bundesumweltministerium und dem Bundesamt f√ľr Naturschutz noch schwerer machen, die Artenvielfalt in unseren Meeren f√ľr zuk√ľnftige Generationen zu erhalten. Dabei gilt heute jede dritte Art in Nord- und Ostsee nach Roter Liste als gef√§hrdet. Grund daf√ľr sind nach eigener Aussage der Bundesregierung vor allem Fischerei, Kies- und Sandabbau sowie der Eintrag von N√§hr- und Schadstoffen.

‚ÄěDeutschland setzt sich richtigerweise f√ľr die Zukunft der Antarktis und gegen die weltweite Verm√ľllung der Meere ein, versagt aber kl√§glich beim Meeresschutz vor der eigenen Haust√ľr. Bundestag und Bundesrat d√ľrfen nicht zulassen, dass die Bundesregierung vor den Interessen der Wirtschaftslobby einknickt, sonst verspielt Deutschland seine internationale Reputation beim Meeresschutz‚Äú, so die Verb√§nde.
Mehr
 

 
NABU: Der lange Arm der Agrarlobby
Stimmungsmache des Bauernverbandes l√§sst B√∂ses ahnen f√ľr Debatte um Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik

Der NABU bedauert das erzwungene Ende der viel beachteten Informationskampagne ‚ÄěNeue Bauernregeln‚Äú des Bundesumweltministeriums. Die Bauernregeln von Bundesministerin Hendricks sind auf massive Proteste, vor allem aus den Reihen des Bauernverbandes, gesto√üen. Auch Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt hatte einen Stopp der Kampagne gefordert, die einfache und v√∂llig korrekte Fakten √ľber Umweltprobleme in der Landwirtschaft auf humorvolle Weise thematisiert hat. Aber auch eigene Parteifreunde sind der Ministerin in den R√ľcken gefallen. Dies gab wohl den Ausschlag, dass sie nicht l√§nger der aggressiven und vollkommen unsachlichen Stimmungsmache der Agrarlobby standhalten konnte.

‚ÄěEs ist nicht die Aufgabe des NABU, eine Bundesministerin zu verteidigen. Aber angesichts des Erfolgs einer v√∂llig faktenfrei orchestrierten Emp√∂rung der Agrarlobby gegen eine harmlose Aufkl√§rungskampagne k√∂nnen wir nicht schweigen. Das l√§sst B√∂ses ahnen f√ľr die anstehende Debatte um die EU-Agrarpolitik‚Äú, sagte NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller. Immerhin gehe es um j√§hrlich 60 Milliarden Euro. Diese lasse sich die Lobby nicht gerne wegnehmen. Es k√∂nne aber nicht sein, dass sie nur laut genug schreien m√ľsse, um ihren Willen zu bekommen. ‚ÄěDas best√§tigt uns als NABU darin, mit unseren 620.000 Mitgliedern und F√∂rderern im Wahljahr mit allen M√∂glichkeiten f√ľr eine Neuausrichtung der EU-Agrarf√∂rderung zu k√§mpfen‚Äú, so Miller weiter. Viele Bauern seien bereit zu Ver√§nderung, w√ľrden jedoch von der EU-Agrarpolitik, die der Bauernverband vehement verteidigt, gezwungen, immer mehr und immer billiger zu produzieren.

Am Donnerstagabend hatte das Bundesumweltministerium die in Reimen formulierte Darstellung von Umweltproblemen in der Landwirtschaft von seiner Webseite genommen. Die Ministerin verk√ľndete in einer Videobotschaft, man wolle nun einen Dialogprozess starten. Aus Sicht des NABU ist dies eine klare Kapitulation vor den Lobbyisten. Nat√ľrlich seien Dialogprozesse sinnvoll. Aber dass die Information der √Ėffentlichkeit √ľber wissenschaftlich unstrittige Probleme der Landwirtschaft unterbunden wird, sei ein Armutszeugnis f√ľr diese Bundesregierung und die SPD. Sogar Teile der Gr√ľnen auf Landesebene seien vor der Agrarlobby eingeknickt und h√§tten sich gegen die Kampagne gestellt.

Laut NABU zeigen diese Vorg√§nge um Hendricks Info-Kampagne die √ľbergro√üe Macht der Agrarindustrie in Deutschland. Verk√∂rpert werde sie durch den Deutschen Bauernverband. Dieser hatte wohl schon seit L√§ngerem auf eine Gelegenheit gewartet, die unliebsame Ministerin zu besch√§digen oder gar zum R√ľcktritt zu zwingen. Nun wurde eine aggressive Kampagne gestartet, bei der Fakten als ‚ÄěPseudo-Wahrheiten‚Äú dargestellt und der Ministerin f√§lschlicherweise eine Diffamierung aller Bauern vorgeworfen wurde.

Barbara Hendricks hat sich in den vergangenen Jahren bei der erfolgreichen Verteidigung der EU-Naturschutzrichtlinien europaweit einen Namen gemacht. Der Deutsche Bauernverband hatte dagegen vergeblich die Aufweichung der Standards gefordert. Die Ministerin dr√§ngt auch auf die Einhaltung des EU-D√ľngerechts zum Schutz des Grundwassers, sowie auf eine st√§rkere Regulierung der Massentierhaltung. ‚ÄěIm Gegensatz zu anderen Teilen der Wirtschaft scheint sich die Agrarindustrie immer noch nicht damit abzufinden, dass auch sie Umweltstandards einhalten muss und Subventionen nicht vererbt werden k√∂nnen‚Äú, fasst Miller zusammen.

‚ÄěBeim Deutschen Bauernverband kann man schon l√§ngst nicht mehr von einer echten Vertretung b√§uerlicher Interessen sprechen, geschweige denn von einem Bewusstsein f√ľr Nachhaltigkeit oder gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Der Verband verteidigt ein System, das nur wenigen wirklich n√ľtzt und fast allen erheblich schadet: den Steuerzahlern, den k√ľnftigen Generationen und den Bauern selbst‚Äú, so Miller weiter.
Mehr
 

 
Slow Food bedauert Einstampfen der Bauernregeln
"Eine Posse und ein Kniefall vor der Agrarlobby". Die von Barbara Hendricks lancierten neuen Bauernregeln waren leicht verständlich und trafen voll ins Schwarze. Slow Food Deutschland Vorsitzende Ursula Hudson: Kritik an der Ministerin ist "schamloses politisches Getrumpel"

Im Streit zwischen Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat die Ern√§hrungsorganisation Slow Food Deutschland der Umweltministerin den R√ľcken gest√§rkt und sie aufgerufen, ihre "neuen Bauernregeln" doch noch zu plakatieren. Nach heftiger Kritik der Bauernlobby und massivem Druck auf das Ministerium hatte Hendricks von der geplanten Kampagne mit beeindruckender Haltung Abstand genommen. Slow Food Vorsitzende Ursula Hudson sagte, die von Hendricks lancierten Bauernregeln h√§tten "die Misere der Landwirtschaft in leicht zug√§nglicher Form f√ľr jedermann verst√§ndlich gemacht: humorvoll, komprimiert, pointiert und inhaltlich auf den Punkt." Nicht die Bauern seien hier aufs Korn genommen worden, sondern eine desastr√∂se Landwirtschaftspolitik, die von der √ľbergro√üen Mehrheit der Bev√∂lkerung abgelehnt werde. Dass die Plakatierung jetzt unter dem Protestgeschrei des Landwirtschaftsministers gestoppt werde, sei eine "undemokratische Posse und ein Kniefall der Bundesregierung vor der Agrarlobby" (Hudson). √úber die Internet-Medien w√ľrden die Plakate aber auf jeden Fall weiterverbreitet, das k√∂nne keine noch so m√§chtige Interessenpolitik verhindern.

Die elf zur Plakatierung vorgesehenen neuen Bauernregeln sind in Reimform verfasst und sch√∂n illustriert: "Ohne Blumen auf der Wiese, geht's den Bienen richtig miese!" Oder: "Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein!" Und: "Zuviel D√ľnger auf dem Feld, geht erst ins Wasser, dann ins Geld!"

Inhaltlich, so die Slow Food Vorsitzende, w√ľrden hier unbestreitbare Probleme der Landwirtschaft thematisiert, die auch wissenschaftlich ausreichend belegt seien. Hudson: "Der Aufschrei der Agrarlobby und die ma√ülose Kritik an der Umweltministerin belegen doch nur eines: dass die Plakate voll ins Schwarze getroffen h√§tten! Machen Sie weiter, Frau Hendricks, lassen Sie sich jetzt blo√ü nicht einsch√ľchtern!"

Hudson bezeichnete die an die Adresse der Ministerin gerichteten R√ľcktrittsforderungen als "schamloses politisches Getrumpel". Offenbar sei die deutsche Agrarlobby nicht nur herzlos, sondern auch vollkommen humorlos; sie habe die Reime als Angriff auf die Bauern umgedeutet und bewusst missverstanden.

Der Streit zwischen den beiden Ministerien schwele seit vielen Jahren unproduktiv vor sich hin, sagt Tierarzt und Slow Food Vorstand Rupert Ebner. Immer wieder h√§tten das Bundesamt f√ľr Naturschutz und das Umweltbundesamt - beide Beh√∂rden unterstehen dem Umweltministerium - Maulk√∂rbe verpasst bekommen. Kritik an der Landwirtschaftspolitik werde regelm√§√üig abgeblockt, deshalb sei es mutig und in der Sache vollkommen richtig, wenn Ministerin Hendricks das lange S√ľndenregister des Agrarmolochs endlich aus dem Dunkel der Kabinettsdisziplin herausgeholt habe. "Und das auch noch in einer kommunikativen Form, die jedes Kind versteht", so Ebner. Im direkten Dialog mit Minister Christian Schmidt und seinen vielen Vorg√§ngern sei √ľber viele Jahre nichts herausgekommen als Sch√∂nf√§rberei und wohlfeile Lippenbekenntnisse.

An den Gift- und G√ľlleorgien, an einer zu weiten Teilen grausamen Tierhaltung, an H√∂festerben, Artenschwund und Bienensterben habe sich viel zu wenig ge√§ndert. Im Gegenteil: Die biologische Vielfalt gehe von Jahr zu Jahr weiter zur√ľck, die Ackerfl√§chen der Intensivlandwirtschaft seien zunehmend totes Land. Und die √ľberf√§llige Agrarwende komme seit Jahren keinen Millimeter voran.

Der ewige Streit zwischen den beiden Ministerien zeige aber auch, so Ursula Hudson, dass die alten Ressortzuschnitte reformbed√ľrftig seien. Die Kompetenzen f√ľr eine neue Ern√§hrungspolitik m√ľssten dringend zusammengebracht werden - ressort√ľbergreifend. Wir brauchen keine Agrarpolitik, die einseitig Interessen vertritt, sondern eine Ern√§hrungspolitik, die das Ganze in den Blick nimmt und verantwortungsvoll gestaltet - eine gute Zukunft f√ľr uns alle.
Mehr
 

Karlsruhe: Nutzen schaffen statt wegwerfen
Upcycling bei der Waldpädagogik / Foto: Waldpädagogik Karlsruhe
 
Karlsruhe: Nutzen schaffen statt wegwerfen
Realsch√ľler bauen Palettenm√∂bel im Waldklassenzimmer

Nutzen schaffen statt wegwerfen - unter diesem Motto stand das Projekt der Waldp√§dagogik Karlsruhe. An insgesamt sechs Terminen haben Sch√ľlerinnen und Sch√ľler der Realschule plus des Albert-Grosser-Schulzentrums in Bad Bergzabern im Waldklassenzimmer M√∂bel aus alten Paletten gebaut. Dabei wurden lediglich das Werkzeug sowie das Grundmaterial gestellt, die Planung, Gestaltung und Umsetzung erarbeiteten die Jugendlichen in Eigenregie. Unterst√ľtzt wurden sie dabei von den drei Freiwilligendienstleistenden der Waldp√§dagogik.

Das Projekt steht im engen Zusammenhang mit dem Konzept der Schule "Keiner ohne Abschluss", das auch lernschwachen und sozial benachteiligten Jugendlichen eine bessere Chance am Arbeitsmarkt eröffnen will. Die Ergebnisse des Projekts können fortan im Außenbereich der Waldpädagogik genutzt werden.

zum Bild oben:
Sch√ľler der Realschule plus des Albert-Grosser-Schulzentrums haben im Waldklassenzimmer M√∂bel aus alten Paletten gebaut. / Foto: Waldp√§dagogik Karlsruhe
 
 

 
Gericht bremst Elbvertiefung aus
BUND, NABU und WWF: Planung nach zehn Jahren immer noch nicht rechtskonform

Umweltverbände fordern Kooperation der Seehäfen und bessere Flusspolitik

Leipzig: Es gibt weiterhin kein gr√ľnes Licht f√ľr die geplante Elbvertiefung. Das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) in Leipzig hat heute verk√ľndet, dass der vorliegende Planfeststellungsbeschluss zur Elbvertiefung rechtswidrig ist und nicht vollzogen werden kann. Das Gericht folgt damit √ľberwiegend einer vom WWF unterst√ľtzen Klage der Umweltverb√§nde BUND und NABU. ‚ÄěDen Beh√∂rden ist es erneut nicht gelungen, eine rechtskonforme Planung f√ľr die geplante Elbvertiefung vorzulegen ‚Äď und dies nach zehn Jahren Verfahrensdauer. Die Planungsbeh√∂rden w√§ren gut beraten, das Umweltrecht endlich ernst zu nehmen‚Äú, kommentieren die Verb√§nde.

Die Richter kritisierten, dass die Auswirkungen auf die Natur untersch√§tzt wurden und die geplanten Reparaturma√ünahmen bei weitem nicht ausreichen. ‚ÄěDie Planungsbeh√∂rden wollten das Naturschutzpflichtprogramm als speziellen Ausgleich f√ľr den schweren Eingriff in die Elbe verkaufen. Dieser Etikettenschwindel ist aufgeflogen. Nun sind zus√§tzliche Schutzma√ünahmen erforderlich, damit ein so schwerer Eingriff mit dem Recht vereinbar w√§re‚Äú, sagen die Umweltverb√§nde BUND, NABU und WWF.

√úber den konkreten Fall hinaus, ist dieses Urteil bedeutsam f√ľr die notwendige Beachtung der deutschen und europ√§ischen Naturschutzvorschriften auch bei gro√üen Infrastrukturplanungen. Das fr√ľhere ‚ÄěWegw√§gen‚Äú von Naturschutzbelangen f√ľhrt nach heutiger Rechtslage zum Scheitern von Planungen.

Die Umweltverb√§nde favorisieren weiterhin eine Kooperation der drei norddeutschen Seeh√§fen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven als √∂kologisch und volkswirtschaftlich beste L√∂sung. Es sei unverantwortbar, die Elbe und deren einzigartige Natur f√ľr wenige Gro√ücontainerschiffe weiter zu zerst√∂ren, w√§hrend der f√ľr √ľber eine Milliarde Euro gebaute Jade-Weser-Port keinerlei Tiefgangsbeschr√§nkungen habe, aber nur zu rund 20 Prozent ausgelastet sei. ‚ÄěF√ľr die ganz gro√üen Schiffe gibt es eine Alternative, f√ľr die Natur nicht‚Äú, so die Umweltsch√ľtzer von BUND, NABU und WWF.

Bei der geplanten Elbvertiefung handelt es sich um den historisch gr√∂√üten Eingriff in die Tideelbe zwischen Hamburg und der Nordsee. Mit rund 40 Mio. Kubikmetern soll drei Mal mehr Sediment aus dem Fluss gebaggert werden als bei der letzten Vertiefung im Jahr 1999. Es besteht das Risiko, dass das √Ėkosystem der Elbe dann durch ver√§nderte Str√∂mungsverh√§ltnisse, erh√∂hten Schwebstofftransport und sinkenden Sauerstoffwerte stark gesch√§digt wird. Das Flussm√ľndungsgebiet an der Ems ist bereits zum Sanierungsfall geworden.
 
 

Freiburg wird f√ľr starke Hochwasser ger√ľstet
Hochwasserschutz im Bohrertal / Quelle: GD 90 Gestaltung Digital
 
Freiburg wird f√ľr starke Hochwasser ger√ľstet
Planungen f√ľr Hochwasserr√ľckhaltebecken Bohrertal nahezu abgeschlossen

Konzept f√ľr Breitmatte soll im Sommer vorgestellt werden ‚Äď Kommunale Zusammenarbeit f√ľhrt zum Ziel

Freiburg wird f√ľr starke Hochwasser ger√ľstet. Daf√ľr plant das
Garten- und Tiefbauamt (GuT) zwei
Hochwasserr√ľckhaltebecken (HRB), um G√ľnterstal, die
Wiehre, Haslach und Weingarten vor starkem Hochwasser zu
sch√ľtzen: Das HRB Bohrertal auf Gemarkung Horben und
das HRB Breitmatte.

Die Pl√§ne f√ľr das HRB Bohrertal sind so weit gediehen, dass
sie den B√ľrgerinnen und B√ľrgern am Mittwoch, 8. Februar,
beim B√ľrgergespr√§ch mit Oberb√ľrgermeister Dieter Salomon
in G√ľnterstal vorgestellt werden k√∂nnen. Die Planungen vom
HRB Breitmatte sind noch nicht soweit und sollen im Sommer
vorgestellt werden.

Das R√ľckhaltebecken Bohrertal wird auf ein statistisch alle
hundert Jahr einmal auftretendes Hochwasserereignis
ausgelegt. Dazu ist ein rund 13 Meter hoher Damm
erforderlich, der 275 Meter lang und an der breitesten Stelle
rund 80 Meter breit ist.

Durch den Damm kann die Staufläche bei Hochwasser bis zu
200.000 Kubikmeter Wasser speichern; das Wasser kann
danach langsam wieder abfließen. Der durch das
Hochwasser entstehende See wird so groß wie sechs
Fu√üballfelder - genau 4,4 Hektar - , dies aber nur f√ľr ganz
kurze Zeit. Die Ingenieure kamen in ihrer Modellrechnung auf
30 Stunden, die es beim hundertjährigen Hochwasserereignis
dauert, bis der See gef√ľllt und wieder entleert ist.

Neben dem Weg auf dem k√ľnftigen Damm selbst befindet
sich auch auf jeder Seite des Dammes ein Weg. Der Damm
kann von Spaziergängern genutzt werden und wird auch
Sitzmöglichkeiten zum Verweilen bieten. Die
Umweltgutachten zum HRB Bohrertal sind nahezu
abgeschlossen.

Gegen Ende 2016 wurden die B√∂den auf den k√ľnftigen
Standorten der beiden HRB Bohrertal und HRB Breitmatte
analysiert. Diese erforderlichen und aufwändigen
Untersuchungen f√ľr beide geplanten Becken werden die
bislang kalkulierten Kosten voraussichtlich erhöhen. Aus
diesem Grund soll das von der Stadt beauftragte
Ingenieurb√ľro eine genaue Kostenberechnung erstellen und
diese zusammen mit dem HRB Breitmatte vor der
Sommerpause vorstellen.

Der Bau der beiden Hochwasserr√ľckhaltebecken soll
voraussichtlich im Herbst 2019 beginnen und die Becken
können gegen Ende 2021 in Betrieb gehen.




 
 



Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 
24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 
47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 
70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 
93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 
116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 
139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 
162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 
185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 
208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 
231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 
254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 
277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 
300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 
323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 


Copyright 2010 - 2017 Benjamin Jäger