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Samstag, 21. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
Plusenergie-Petition – ein offener Brief ...
... von SolarArchitekt Rolf Disch an die Bundeskanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel


Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel,

hiermit ĂĽbersende ich Ihnen im Namen von ĂĽber 4.400 Unterzeichnern unsere Plusenergie-Petition.

Plusenergie ist der derzeit fortgeschrittenste Standard im Bauen und Sanieren: Die Gebäude erreichen nicht nur ein Optimum an Energie-Effizienz. Das ist angesichts des enormen Anteils an den Energie-Verbräuchen von über 40 Prozent, die durch das Bauen und Nutzen von Gebäuden anfallen, das erste Gebot der Stunde. Sondern sie produzieren darüber hinaus einen regenerativen Energieüberschuss, der ans Stromnetz abgegeben werden oder zum Beispiel für die Elektro-Mobilität selbst genutzt werden kann. Es geht nicht nur um die Wärmeversorgung, es geht um ein ganzheitliches Konzept, das alle Energieformen und alle Ressourcen berücksichtigt.

Das Bundesbauministerium hat einen Prototyp eines Plusenergiehauses gefördert, hat erklärt, die Weiterentwicklung zu forcieren und propagiert auf erfreuliche Weise die Verbreitung des Konzepts. Allerdings sind wir über das Stadium der Prototypen längst hinaus. Die ersten Plusenergie-Gebäude stehen bereits seit 1994. Eine komplette Siedlung, die Solarsiedlung in Freiburg mit 60 Plusenergiehäusern, hat die technische und wirtschaftliche Machbarkeit bereits seit über zehn Jahren nachgewiesen. Die Mittel für einen entscheidenden Schritt der Energiewende sind zur Hand. Es gilt nur noch, das Konzept in der Breite umzusetzen. Im Neubau wie in der Sanierung. Im Wohnungs-, Büro- und Gewerbebau.

Genau dieses ist ohnehin gefordert von der EU-Gebäuderichtlinie EPBD 2010, die bereits vor 2020 in Deutschland implementiert werden kann. Es steht im Einklang mit dem Energiekonzept der Bundesregierung ebenso wie mit dem Kabinettsbeschluss zur energetischen Ertüchtigung des Gebäudebestands. Es wäre eine außerordentlich weitreichende Maßnahme zur Umsetzung der dort gesetzten Ziele und würde noch darüber hinaus gehen. Das Plusenergiekonzept muss ein Leitbild, eine Vorgabe für die unmittelbar anstehende Fortschreibung der Energie-Einspar-Verordnung (EnEV) werden – ebenso wie für die Weiterentwicklung des Gesetzes zum Vorrang der Erneuerbaren Energien (EEG) und des Energiewärmegesetzes (EnWärmG).

Verehrte Frau Bundeskanzlerin, wir alle stehen fassungslos vor der Katastrophe von Fukushima. Wieder wird uns allen schockhaft vor Augen geführt, dass es nicht nur um die Reduktion von CO2-Emissionen geht. Sondern dass unser gesamtes System der Energieversorgung untragbar ist. Ziehen Sie jetzt die Konsequenzen. Setzen Sie Ihre politischen Mittel, Ihren Ehrgeiz und Elan daran, dass jetzt gemacht wird, was machbar ist und notwendig. Setzen Sie auf den jeweils besten Standard. Die Welt bewundert Deutschland dafür, wie wir mit Konzepten wie Plusenergie neue Möglichkeiten geschaffen haben, und man beginnt, das zu adaptieren.

Die Bundespolitik kann und muss den Rahmen setzen. Der beste Standard muss gefördert werden. Die Investitionen werden dann aus der Privatwirtschaft erfolgen. Ein nachhaltigeres Wirtschaftsförderprogramm ist kaum denkbar. Und jedes einzelne Projekt wird ganz direkt eine Maßnahme sein zum Klimaschutz, zum Ressourcenschutz, zum Umbau des Energiesystems. Wie Sie selbst einmal sagten: „Die beste Strategie für eine sichere Energieversorgung ist daher die Steigerung der Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien.“

Die Forderungen im einzelnen und die Begründungen derselben entnehmen Sie dem beiliegenden Text der Petition. Die Petitionäre erwarten gespannt Ihre Reaktion. Dass wir für Rückfragen, für jede Mitarbeit an der Umsetzung zur Verfügung stehen, versteht sich von selbst.

Mit freundlichen GrĂĽĂźen

im Namen der Petitionszeichner



Rolf Disch
SolarArchitekt


P.S.

Sie finden alle Informationen auch unter www.plusenergie.de.

Die Plusenergie-Petition ergeht auch an

den Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Herrn Dr. Norbert Röttgen,
den Bundesminister fĂĽr Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung, Herrn Peter Ramsauer,
den Bundesminister für Finanzen, Herrn Dr. Wolfgang Schäuble,
den Bundesminister für Wirtschaft, Herrn Dr. Philipp Rösler,
sowie den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages.
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Buchtipp: Herbert Walker
 
Buchtipp: Herbert Walker "Vegetarisch kochen mit Pilzen"
Gesunde PilzkĂĽche fĂĽr jeden Geschmack

Was tun mit prächtigem Steinpilz, würzigem Seitling oder frischem Shiitake vom Markt?
Ganzjährig sind sie beim Gemüsehändler oder im Supermarkt erhältlich – attraktive
Zuchtpilze erfreuen sich neben Wildpilzen zunehmender Beliebtheit. Was sich aus
Steinpilz, Seitling, Shiitake und Co. in der Küche zaubern lässt, verrät Herbert Walker
jetzt in seinem Buch »Vegetarisch kochen mit Pilzen«, erschienen im pala-verlag.
Bei rund 100 Rezepten findet sich fĂĽr jeden Geschmack das passende Gericht:
Steinpilze im Brotteig, Kräuterseitlinge mit Spätzle, Pfifferlingssoufflé oder Eierkuchen
mit Shiitake – traditionelle Spezialitäten, herzhafte Brotzeiten und kulinarische
Entdeckungen aus aller Welt bringen den natĂĽrlichen Pilzgeschmack voll zur Geltung.
Daneben gibt das Buch fundierte Ratschläge zum Umgang mit Pilzen und zum
Konservieren.

Kenner schätzen nicht nur das unvergleichliche Aroma, sondern auch die wertvollen
Inhaltsstoffe der Pilze. Neben pflanzlichem EiweiĂź enthalten sie eine FĂĽlle an
Mineralstoffen, Vitaminen und gesundheitsförderlichen Substanzen. Viele Pilze wie
Shiitake, Austernpilze oder Kräuterseitlinge sollen darüber hinaus das Immunsystem
stärken und der Zellalterung entgegenwirken. Gründe genug, die kleinen Köstlichkeiten
regelmäßig zu genießen.

pala-verlag Darmstadt 2011, 160 Seiten, EUR 14,00
ISBN: 978-3-89566-289-8
 
 

Europas Fisch bald nur noch ein Mythos?
Southern bluefin tuna © naturepl.com/ David Fleetham / WWF Canon
 
Europas Fisch bald nur noch ein Mythos?
Neuer WWF-Report beleuchtet Mythen und Fakten über die Gemeinsame Fischereipolitik (GFP) / Reformentwurf der EU-Kommission wird Mittwoch veröffentlicht

Hamburg - Wie schlimm steht es wirklich um die Fischerei und Meere Europas? Werden die Einschnitte durch die Fischereireform Arbeitsplätze in der Fischereiindustrie vernichten? Zahlt der Steuerzahler trotz akuter Überfischung weiter für eine Aufrüstung der Fischereiflotte? Der heute veröffentlichte WWF Report „Mythen und Fakten über die GFP“ gibt Antworten auf drängende Fragen zur Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik Europa und betont die Notwendigkeit eines kräftigen Kurswechsels. Am morgigen Mittwoch stellt die EU-Kommission in Brüssel ihren Entwurf für weitere zehn Jahre EU-Fischereipolitik vor.

„Es ist ein Mythos, dass sich die Situation der Fische bessert. Aber es ist ein Fakt, dass es ohne Fisch keine Zukunft für Europas Fischer geben wird“, sagt Karoline Schacht, Expertin für EU-Fischereipolitik. „Diese Reform muss der Überfischung und skandalösen Fischverschwendung jetzt ein Ende setzen.“

Derzeit sind drei von vier der untersuchten Fischbestände in Europa überfischt, die Fischfangflotte ist zwei bis drei Mal größer, als für eine nachhaltige Fischerei verträglich wäre, und zwischen 1998 und 2008 sind die in den europäischen Häfen angelandeten Fänge um 30 Prozent zurückgegangen. Die Verschwendung von Fisch ist im derzeitigen System vorprogrammiert: Die Politik vereinbart Höchstfangmengen, kontrolliert aber nicht auf See, was dem Meer entnommen wird, sondern erst das, was die Fischer im Hafen als Fang anlanden. Bis zu 60 Prozent der Fänge werden jedoch unregistriert wie „Müll“ ins Meer zurückgeworfen. Der WWF fordert daher wissenschaftsbasierte Fangquoten und deren Kontrolle bereits an Bord durch Kameras oder Beobachter. Auch selektivere Fangtechniken und ein Aussetzen der Fischerei in bestimmten Gebieten etwa zu Laichzeiten müssen nach Einschätzung der Umweltstiftung in der anstehenden Reform festgeschrieben werden.

Die Zukunft der Fischerei in Europa sieht düster aus, wenn die Fischbestände schwinden, die wirtschaftliche Lage prekär bleibt und die hohe Abhängigkeit von Subventionszahlungen nicht beendet werden kann. Zwischen 1998 und 2007 ging ein Drittel der Arbeitsplätze in Europas Fangsektor verloren – damals haben die Fischereiminister die wissenschaftlichen Empfehlungen gründlich missachtet und viel höhere Fangmengen erlaubt als die Fischbestände ertrugen. Im Schnitt der letzten fünf Jahre lagen die politisch festgesetzten Quoten noch um 45 Prozent über den Empfehlungen der Wissenschaftler. „Wer systematisch Ressourcen verschwendet, ruiniert die Geschäftsgrundlage – und hat dazu noch die Umweltfolgen geplünderter Meere zu verantworten“, warnt Schacht.

Laut WWF-Report halten versteckte Subventionen im System das Problem der Flottenüberkapazität und damit die Überfischung am Leben. Seit 2004 werden zwar keine öffentlichen Gelder mehr für den Neubau von Fangschiffen eingesetzt. Dennoch gibt es Subventionen für die Verbesserung der Energieeffizienz und anderer Modernisierungen an Bord. So schrumpfte die EU-Flotte zwischen 2007 und 2009 um sieben Prozent, die technologische Aufrüstung konnte damit aber gerade ausgeglichen werden. Energieeffizientere Schiffe bedeuten quasi eine Erhöhung der Fangkapazität, denn sie können weiter und länger fahren und damit mehr fischen. „Flottenabbau und Subventionsstopp gab es nur auf dem Papier“, sagt Karoline Schacht vom WWF. „Der Druck auf die Fischbestände wird durch die Leistungssteigerung der Schiffe und die Treibstoffsubventionen unverändert aufrechterhalten. Es ist die Fortführung des Kollapsprogramms mit bürokratischen Mitteln."
 
 

Ein halbes Megawatt Sonnenstrom
 
Ein halbes Megawatt Sonnenstrom
BĂĽrgerbeteiligungsprojekt von fesa e.V. und Solar-BĂĽrger-Genossenschaft

BĂĽrgerbeteiligung und Solaranlagen - das ist das Markenzeichen des Freiburger Energiewende-Netzwerkes fesa e.V. Vor 17 Jahren hob es die bundesweit erste groĂźe BĂĽrger-Solaranlage mit 50 kWp aus der Taufe, sieben weitere Solarstromanlagen sowie Wind- und Wasserkraft folgten.

Den Start in die nächste Runde kennzeichnet das Solarstromkraftwerk "Justus1" in Landau in der Pfalz, das der fesa e.V. gemeinsam mit der solargeno (Solar-Bürger-Genossenschaft) angestoßen hat. Die Anlage wird mit seinen 525 Kilowatt auf einem Industriedach des Familienunternehmens Gummi Mayer soviel Strom erzeugen, wie etwa einhundert Familien verbrauchen. Sie erspart dem Klima 300 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr und verdrängt dabei 500 Megawattstunden vom fossilen Strommix aus Kohle und Gas. Das schont die Ressourcen - und nicht nur im Betrieb. Für die Auswahl der Komponenten spielt für die Genossenschaft der Verbrauch von Energie und Rohstoffen bei der Herstellung ebenso eine wichtige Rolle wie Qualität und Leistungfähigkeit.

Finanziert wird das Projekt durch Bankdarlehen und Bürgerbeteiligung. Auch Familien mit kleinem Kapitalpolster können sich bei der solargeno für die Energiewende engagieren und an ihren Unternehmungen teilhaben. Das erforderliche Eigenkapital von 250.000 Euro wird zum Teil durch Genossenschaftsanteile und zum Teil durch Nachrangdarlehen der Genossenschaftsmitglieder abgedeckt. Über die 20 Jahre der Anlagenlaufzeit ist eine Rendite zwischen 4% und 6% zu erwarten.

Die Beteiligung an der Genossenschaft fördert nicht nur die Energiewende hin zu einer ökologisch nachhaltigen und effizienten Energieversorgung, sondern stärkt auch den Umschwung zu einer regional orientierten, bürgereigenen Wirtschaft. Mitglieder können mitwirken, Entscheidungen mitbeeinflussen oder sich einfach nur über die Rendite freuen.

Für die solargeno ist es das dritte und bisher größte Bürgebeteiligungs-Solarstromprojekt. Die im Jahr 2006 in Bürstadt gegründete Kooperative baut in Freiburg mit der Unterstützung des fesa e.V. ihren Hauptsitz auf und engagiert sich für die städtische Energiewende im Südwesten.
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Walschutz im Schneckentempo
© naturepl.com / Mark Carwadine / WWF
 
Walschutz im Schneckentempo
Schiffskollisionen und Unterwasserlärm bedrohen Wale

Berlin - Trotz des seit 1986 geltenden Walfangverbots werden weltweit bis zu 1500 Großwale pro Jahr erlegt. Darauf weist die Umweltschutzorganisation WWF anlässlich der am Montag in Jersey beginnenden 63. Tagung der Internationalen Walfangkommission IWC. „Jeder Wal der aus angeblich wissenschaftlichen Gründen erlegt wird, ist einer zu viel. Doch inzwischen sind Kollisionen von Walen mit Schiffen, die Lärmbelastung der Ozeane, der Abbau von Bodenschätzen wie Öl und Gas und der Beifang für viele Walarten weitaus problematischer als die direkte Jagd“, sagt Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. „Leider bewegt sich die IWC beim proaktiven Walschutz nur im Schneckentempo.“

Die inzwischen 89 Mitgliedstaaten der IWC werden sich auf der Tagung auch mit der Frage beschäftigen wie Schiffszusammenstöße in der Zukunft reduziert werden können. „Das Problem ist, dass wir nicht einmal genau wissen, wo und wie viele Wale pro Jahr durch Schiffskollisionen verletzt oder getötet werden. Es gibt nämlich keine international gültige Meldepflicht“, sagt Volker Homes. So fänden sich allein in der IWC- Datenbank 1000 Schiffskollisionen. Die Dunkelziffer dürfte, so die Befürchtung des WWF-Experten, um ein vielfaches höher liegen. In europäischen Gewässern gelten u. a. die Kanarischen Inseln als Problemregion, da dort ein hoher Schiffsverkehr mit Schnellbooten und Fähren die Waldbestände gefährdet. Immer wieder gibt es Berichte von zerschnittenen Pottwalen oder verendeten Delphinen. Der WWF fordert daher, gegebenenfalls Schifffahrtsrouten zu verlegen und eine internationale Meldepflicht für Kollisionen einzuführen. Zudem soll in der IWC verstärkt über die Öl- und Gasförderung in der Arktis und nördlicher Gewässer diskutiert werden. In dem nördlichen Ökosystem finden sich zahlreiche gefährdete Arten wie Westpazifischer Grauwal, Beluga, Narwal und Grönlandwal, die durch Förderaktivitäten in Zukunft viel stärker gefährdet sein könnten.
 
 

 
25 Jahre Ă–kostation
1986 wurde sie zur Landesgartenschau erbaut, heute ist sie aus Freiburg und der Region nicht mehr wegzudenken - die Ökostation des BUND. Als außerschulischer Lernort und Bürgerzentrum in Sachen Umwelt hat sie sich längst einen Namen gemacht. Rund 15000 Menschen besuchen das baubiologische Haus und den Biogarten im Jahr. Weit über die Grenzen hinaus, bis nach Japan ist das Umweltbildungszentrum bekannt.


Eine Geschichte mit Höhen und Tiefen

Vom Ökoprojekt der 80iger Jahre bis zum professionellen Umweltbildungszentrum war es ein langer Weg, mit Höhen und Tiefen. 1986 war „Öko“ noch lange nicht in. Dennoch war die Ökostation während der Landesgartenschau eine der Hauptattraktionen. 1,3 Mio Besucher bestaunten das ökologische Modellzentrum. Am 15. Februar 1987 zerstörte dann ein Brand das Naturhaus bis auf die Grundmauern und setzte den anfänglichen Aktivitäten ein abruptes Ende.

In den folgenden Jahren bestand die Ökostation hauptsächlich aus dem Biogarten. Dank einer ABM Stelle, die beim Gartenamt angesiedelt war, wurde er erweitert und zum Blühen gebracht. Es fanden Gartenberatungen, -kurse, Seminare und „Grüne Klassenzimmer“ für Schulklassen und Kindergärten statt. Ein städtischer Zuschuss und Projektgelder der Stiftung Naturschutzfonds ermöglichten den Betrieb.

1990 baute Stadt Freiburg in enger Zusammenarbeit mit dem BUND-Regionalverband südlicher Oberrhein und mit Hilfe der Versicherungsgelder das Naturhaus wieder auf. Im Sommer 1991 eröffnete die zweite Ökostation, diesmal mit einer besseren technischen Ausstattung, so z.B. einer Zentralheizung und zwei Büros. Eine zweite Stelle wurde eingerichtet, die Ökostation nahm ihren dauerhaften Betrieb auf. Ein regelmäßiges Veranstaltungsprogramm mit Fachseminaren, Vorträgen, Familiensonntagen, Garten- und Heilkräuterkursen sowie die Angebote für Schulklassen lockten Jahr für Jahr mehr Besucher an. Als Freiburg 1992 zur Ökohauptstadt gekürt wurde, gaben sich Fachgruppen aus aller Welt, besonders aus Japan, in der Ökostation ein Stelldichein. Nach ihrem Vorbild entstanden in der Partnerstadt Matsuyama und in der Provinz Ishikawa Umweltbildungszentren.

Das traurigste Kapitel geschah im November 1995. Bei einem Mordanschlag, der bis heute nicht aufgeklärt wurde, kam eine Biologiestudentin ums Leben. Die Ökostation blieb ein Vierteljahr lang geschlossen. Während der Zeit wurde die Ökolaube abgerissen, die Beleuchtung vor dem Haus verbessert, der Vorplatz sicherer gestaltet.

Erfolgsmodell „Grünes Klassenzimmer“

Heute ist die Ökostation aus Freiburg und der Region nicht mehr wegzudenken. Pro Jahr finden 600 Veranstaltungen statt, davon 500 Umweltbildungsangebote für Schulklassen und Kindergärten. Kinder und Jugendliche erleben im „Grünen Klassenzimmer“ die Faszination von Schmetterlingen, Wassertieren oder Singvögeln, sie lernen Abfall vermeiden, biologisch gärtnern, erfahren woher die Nahrung kommt, experimentieren mit Solarenergie oder verschönern ihren Schulhof mit Blumenzwiebeln und Nisthilfen. „Die aktuelle Bildungsdebatte und die Entwicklung an den Schulen hat uns mit unserer umweltpädagogischen Arbeit bestätigt“, stellt Heide Bergmann vom Leitungsteam fest. „Der direkte Kontakt mit Erde, Pflanzen und Tieren setzt bei den Kindern Bildungsprozesse in Gang, die tiefer gehen und nachhaltiger wirken als ein Lernen nur mit dem Kopf.“ Die Ökostation erfüllt auch für den Ganztagesbetrieb an Schulen eine wichtige Funktion. 7 Schulklassen von Ganztagesschulen nutzen regelmäßig die Mittags- bzw. Nachmittagsbetreuung in der Ökostation. Seit 2005 werden Schüler der Wentzinger Schulen zu Energiesprechern ausgebildet. Dieses Projekt wurde im Rahmen der Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ von der UNESCO ausgezeichnet.

Information, Austausch und BĂĽrgerengagement

Das Spektrum der Veranstaltungen ist groĂź. Die Seminare, Praxiskurse,
Vorträge, Sonntagsöffnungen sprechen sowohl Fachleute als auch die interessierte Öffentlichkeit an. Qualifizierungslehrgänge wie z.B. zur JugendbegleiterIn an Schulen, zum Schmetterlings-Guide oder zum Naturgärtner ergänzen das Programm. Und wer sich in Freiburg für Umwelt und Nachhaltigkeit engagieren möchte, wird in der Ökostation fündig, sei es beim Geo-Tag der Artenvielfalt, bei der Mithilfe im Biogarten, im Bürgerforum Flückiger See oder beim Projekt „Freiburg blüht auf“, bei dem Bürger Baumscheiben in ihrer Straße begrünen.

Zauberwort „Networking“

Damit Umweltbildung für eine breite Bevölkerungsschicht zugänglich bleibt, braucht sie Förderer. Mittelbeschaffung ist deshalb eine Daueraufgabe. „Networking“ ist das Zauberwort, davon ist das Leitungsteam überzeugt. Im Lauf der Jahre ist es ihm gelungen, ein Netz aus Partnern und Förderern aufzubauen, ohne die diese Bildungsangebote nicht möglich wären. Die Stiftung Naturschutzfonds und die Stadt Freiburg mit ihren verschiedenen Ämtern sind die Hauptunterstützer. Weitere Mittel und Projektgelder kommen vom Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, dem Naturpark Südschwarzwald, dem Landesverband des BUND, verschiedenen Landes-Ministerien, von der Abfallwirtschaft, der badenova, von Stiftungen und einem Kreis aus Fördermitgliedern. Seit 2010 gibt es auch eine Projektförderung durch die Europäische Union für das grenzüberschreitende deutsch-französische Projekt „Eine Natur, zwei Sprachen, ein Netzwerk“. „Vernetzung und Kooperationen sind uns ein wichtiges Anliegen“, so Ralf Hufnagel vom Leitungsteam, „wir wirken auf kommunaler, regionaler und Landesebene in verschiedenen Foren und Netzwerken mit, so z.B. bei der Initiative „Lernen erleben in Freiburg“ oder als Geschäftstelle der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Baden-Württemberg“. Durch Netzwerke, so z.B. mit Eine Welt Gruppen verknüpft die Ökostation Umweltthemen mit globalen wirtschaftlichen und sozialen Themen, ganz im Sinn einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. „Als künftige Perspektive wollen wir diese Bildungsangebote in Freiburg stärker vernetzen“, so Hufnagel.

Ein kleines, hochmotiviertes und kreatives Team zeichnet für all diese Aktivitäten verantwortlich. 3 MitarbeiterInnen teilen sich 1,75 feste Stellen. Dazu kommen 3 geringfügig Beschäftigte, ein Werkvertrag, 10 Honorarkräfte, 2 FÖJ Stellen, Praktikanten und Ehrenamtliche. Viele junge Menschen haben in den 25 Jahren als Praktikanten, FÖJler und ehemals als Zivi einen Einblick in die ökologische Arbeitswelt erhalten und verantwortliche Teamarbeit erlernt.

Sympathiewerbung fĂĽr Umwelt und Nachhaltigkeit

Die „Ökos“ sind längst aus den Kinderschuhen rausgewachsen. Heute ist ökologisches Bewusstsein in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die Wahl zu einer neuen Landesregierung, die Umbruchsstimmung bei der Kernenergie machen deutlich, dass die Bürgerinnen und Bürger eine umweltverträgliche und nachhaltige Zukunft wünschen. Umweltbildungszentren wie die Freiburger Ökostation haben ihren Teil dazu beigetragen: Indem sie Kinder und Jugendliche für die Natur begeistern und Erwachsene von einem nachhaltigen Lebensstil überzeugen. So blickt die Ökostation heute auf erfolgreiche 25 Jahre zurück. Es ist die Geschichte einer gelungenen Sympathiewerbung für Umwelt und Nachhaltigkeit.

Jubiläumsfeier am 17. Juli

Das Mitarbeiterteam möchte diese Erfolgsstory mit allen Freunden, kleinen und großen Gästen, Partnern und Unterstützern feiern. Am Sonntag, 17. Juli von 11 – 16 Uhr findet ein Familiensonntag statt. Es gibt Führungen, Vorträge, Workshops, Musik, Theater und kulinarische Stände. Am Samstag, 23. Juli um 19:30 Uhr findet dann als Abschluss der Feierlichkeiten ein Konzert mit den Femmes Vocales, dem Frauenchor der Freiburger Jazz- und Rockschule statt.


Das genaue Programm steht im Internet unter www.oekostation.de

Ă–kostation
Falkenbergerstr. 21 b
79110 Freiburg
Tel 0761 892333
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100 Prozent erneuerbare Energien, Altbau-Passivhaus, Umweltmanagement
„Umweltfreundlichstes Hotel der Welt mit 100 Prozent erneuerbaren Energien, Altbau-Passivhaus, Mikro-Windkraft und Umweltmanagement - Hotel Victoria in Freiburg“ ist das Vortragsthema von Bertram Späth, Geschäftsführer des Hotels Victoria, beim Samstags-Forum Regio Freiburg von ECOtrinova e.V., u-asta und Zentrum für Erneuerbare Energien ZEE der Universität sowie Partnern am Samstag, 16. Juli 2011 um 10:15 Uhr in der Universität Freiburg, Platz der Universität, Hörsaal 1015 im Kollegiengebäude 1. Für die anschließende Führung um 11:25 Uhr mit der Umweltreferentin Anna-Lena Zehendner zu Öko-Energieanlagen und Umweltschutz beim Hotel Victoria, das 2011 einen 1. Umwelt­preis der Stadt Freiburg erhielt, ist für wenige noch freie Plätze eine Anmeldung erforderlich bis 15. Juli 12 Uhr an ECOtrinova e.V., ecotrinova@web.de oder Tel. 0761-2168730 beim Treffpunkt Freiburg.

Der Eintritt zu dieser deutsch-englisch zweisprachigen Veranstaltung ist frei. Schirmherrin ist die Freiburger UmweltbĂĽrgermeisterin Gerda Stuchlik.
 
 

 
„Energiewende gemeinsam mit dem Handwerk gestalten“
Umweltminister Franz Untersteller: „Handwerk als Verbündeter für Energiewende unverzichtbar“

„KälteCheck“ für das Handwerk

„Der Gebäudesanierung kommt für einen erfolgreichen Klimaschutz eine zentrale Rolle zu. Die großen CO2-Einspar-Potenziale können nur mit Hilfe des Handwerks gehoben werden“, so der Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Franz Untersteller, anlässlich der Mitgliederversammlung des Baden-Württembergischen Handwerktages am 8. Juli 2011 in Stuttgart.

Nötig seien insbesondere die fachkundigen Handwerker vor Ort, die die Haus- und Wohnungseigentümer informieren und von den Vorteilen einer energetischen Sanierung überzeugten, erklärte Untersteller.

Außerdem rief der Umweltminister Metzger, Bäcker und Konditoren dazu auf, am „KälteCheck“ teilzunehmen. Hierbei handle es sich um ein in diesen Tagen startendes Projekt zur energieeffizienten Kälteerzeugung unter dem Motto „EISKALT – Starke Bäcker und Metzger“. Denn „auch in den Handwerksbetrieben selbst schlummern noch große Potenziale zur Energie- und Kosteneinsparung“, zeigte sich der Minister überzeugt.

Auch auf das vom Land geförderte „Eco-Plus-Programm“ wies Franz Untersteller hin. Bei 300 Betrieben, die den Umwelt-Check des ECO+-Programms bereits durchlaufen haben, seien im Durchschnitt Einsparpotenziale von 6.000 Euro aufgedeckt worden – bei 100 Euro Einsatz eine „hervorragende Rendite“, so der Umweltminister. Gleichzeitig seien die Kohlendioxidemissionen dieser Unternehmen, also ihr „CO2-Fußabdruck“, deutlich reduziert worden. „Diese klassische Win-Win-Situation ist gut für das Klima und gut für die Handwerker“, erläuterte Untersteller.
 
 



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