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Verschiedenes

Ă–KO-TEST LED-Lampen
Foto: öko-test
 
Ă–KO-TEST LED-Lampen
Besser als Energiesparlampen

LED-Lampen sind das Licht der Zukunft. Energiesparlampen sind sie aber heute schon in vielerlei Hinsicht voraus. Denn sie sind sparsamer, haltbarer und einige machen ein besseres Licht. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung von Ă–KO-TEST.

Das Frankfurter Verbrauchermagazin hat elf LED-Lampen mit Schraubgewinde, die in eine normale Lampenfassung eingeschraubt werden können, im Dauertest unter die Lupe genommen. Dabei zeigten die Produkte ihre Stärken. LED-Lampen bieten ein ausgeglicheneres Farbspektrum. Ein weiterer Vorteil ist die Sparsamkeit: Auch wenn die LED in der Anschaffung teuer sind, rechnet sich ihr Einsatz im Schnitt nach gut drei Jahren. Denn es sind bis zu 85 Prozent Energieeinsparung im Vergleich zur Glühlampe möglich. Energiesparlampen schaffen bei gleicher Testanordnung nur etwa 70 Prozent.

Allerdings gibt es auch noch etliche Probleme zu lösen. Bedenklich ist das ausgeprägte Lichtflimmern der LED. Das können die Augen zwar nicht mehr wahrnehmen, doch im Gehirn kommen diese Pulse an. Außerdem ist die Elektrosmogbelastung bei allen getesteten Lampen sehr hoch. Manche überschreiten die TCO-Norm, die für Computermonitore erlaubt ist, um mehr als das Zehnfache. ÖKO-TEST empfiehlt daher, LEDs nicht in Schreib- oder Nachttischlampen einzuschrauben und hier besser auf Halogenlampen zu setzen. Außerdem lässt die Helligkeit bei einigen Produkten stark zu wünschen übrig.

Jürgen Stellpflug, Chefredakteur des ÖKO-TEST-Magazins, resümiert: „Die LED-Technologie steht zwar noch am Anfang ihrer Entwicklung, aber in ihr steckt großes Potenzial. Sie sticht schon jetzt die Energiesparlampe aus und kann damit wirklich das Licht der Zukunft werden.“

Das Ă–KO-TEST-Magazin November 2011 gibt es seit dem 28. Oktober 2011 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.
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Wir sind sieben Milliarden
© WWF
 
Wir sind sieben Milliarden
Menschheit lebt "auf Pump". / WWF fordert effiziente und gerechte Nutzung von Rohstoffen.

Berlin - Am 31. Oktober wird laut UN-Berechnungen der siebenmilliardste Mensch geboren. Die Weltbevölkerung wächst und dieser Trend wird sich weiter fortsetzen. Doch um die Nachfrage nach natürlichen Rohstoffen zu decken, bräuchte man nach Berechnungen der Umweltschutzorganisation WWF bereits heute einen zweiten Planeten. Mit den Bevölkerungszahlen wird auch der Bedarf an Wasser, Nahrung und Energie weiter steigen. Die Menschheit befriedigt ihren Ressourcenbedarf der WWF-Studie "Living Planet Report" zufolge seit Jahren von den „ökologischen Rücklagen“ der Natur. „Wir leben derzeit auf Pump. In Zukunft müssen Nahrungsmittel und knappe Produktionsmittel wie Wasser und Böden gerechter und effizienter genutzt werden“, fordert daher Matthias Meissner, Agrarreferent beim WWF Deutschland. „Damit eine Stabilisierung der Welternährung möglich wird, müssten die Industrieländer zusätzlich ihren Fleischkonsum reduzieren und die allgemeine Wegwerfmentalität des Handels und der Verbraucher müsste gestoppt werden.“

Die FAO fordert deshalb schon heute eine Steigerung der Lebensmittelproduktion um 70 Prozent bis 2050. Eine Intensivierung der Landwirtschaft ist jedoch nur ein kleiner Teil der Lösung. Zu diesem Ergebnis kam eine gemeinsame Studie des WWF Deutschland und der Heinrich-Böll-Stiftung. Viel dringlicher sei es, eine gerechtere und effizientere Verteilung der Nahrungsmittel und Produktionsgüter zu erreichen, so der WWF. So würde eine Halbierung der Nachernteverluste bei Weizen lediglich eine Produktionssteigerung von 48 statt 70 Prozent notwendig machen. Nachernteverluste sind Lebensmittel und Rohstoffe, die zwischen Ernte und Verbraucher weggeworfen werden.
 
 

 
Landesauszeichnung „Fahrradfreundliche Kommune“
Ausgezeichnet! – Verkehrsminister Hermann bescheinigt Freiburg, Karlsruhe und Offenburg ihre Fahrradfreundlichkeit

Am Freitag, 28. Oktober 2011, hat der baden-württembergische Minister für Verkehr und Infrastruktur, Winfried Hermann, zum ersten Mal die Landesauszeichnung „Fahrradfreundliche Kommune“ an die Städte Freiburg, Karlsruhe und Offenburg verliehen.

„Baden-Württemberg wird mehr und mehr ein fahrradfreundliches Land. Wir haben Kommunen, die dabei besonders herausragen“, freute sich Hermann. Die Städte Freiburg, Karlsruhe und Offenburg hatten sich um die ausgelobte Auszeichnung beworben. Sie mussten darlegen, dass sie besonders fahrradfreundlich sind. Eine Prüfkommission aus Mitgliedern des Landesbündnisses ProRad, in dem sich verschiedene Vertreter von Einrichtungen und Verbänden aus Praxis und Wissenschaft zusammengeschlossen haben, hat die Angaben der Städte in den umfangreichen Fragebögen geprüft sowie ausgewertet und sich auch vor Ort ein Bild von der Radverkehrssituation verschafft. Minister Hermann betonte: „Um als fahrradfreundliche Kommune zertifiziert zu werden, genügt es nicht, einzelne Kriterien zu erfüllen. Vielmehr müssen die Bewerber ein zielgerichtetes Gesamtkonzept vorweisen können, das eine erfolgreiche und nachhaltige Radpolitik demonstriert. Das wird in den ausgezeichneten Städten eindrucksvoll belegt.“

So wird am Beispiel der Stadt Karlsruhe deutlich, dass große Erfolge in der Fahrradförderung möglich sind, wenn Verwaltung und Politik bei der Finanzierung und den politischen Grundsatzentscheidungen an einem Strang ziehen. Neben dem kontinuierlichen Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur zählt dazu auch eine intensive Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit.

In Freiburg und Offenburg trägt insbesondere die jahrzehntelange Radverkehrsförderung Früchte und zeigt sich in einem dichten Radwegenetz sowie einem vielseitigen Angebot für die Radfahrer. In Offenburg bieten etwa ein kostenloser Fahrradverleih, ein öffentliches Leihfahrradsystem, das “Scherbentelefon“, ein Fahrradstadtplan, Tourenvorschläge sowie Infotafeln einen umfassenden Service für Radler. In Freiburg hat man u.a. Bevorrechtigungen für den Fuß- und Radverkehr gegenüber dem motorisierten Individualverkehr, Fahrradweichen, längere Grünzeiten für Radfahrer an Kreuzungen sowie neun Fahrradstraßen eingerichtet. Auch innovative Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit wie Informations-Aktionen zum Thema „Toter Winkel“ oder die Montage von Spiegeln an Verkehrsampeln sind umgesetzt worden.

Natürlich könne die Zertifizierung nicht bedeuten, jetzt an diesem Punkt stehen zu bleiben, unterstrich Minister Hermann. Vielmehr soll sie weitere Kommunen anregen, es ihnen gleich zu tun. Herr Hermann machte deutlich:“ Wir brauchen Vorbilder und gute Ideen, an denen sich andere orientieren können. Dafür bietet die AGFK-BW ein optimales Netzwerk.“ Darüber hinaus sollen die ausgezeichneten Städte in Ihrem Tun bestärkt und ihrer Arbeit neuer Schwung verliehen werden.

Zusätzlich zu dem Zertifikat erhalten die drei Städte als attraktiven Preis jeweils einen Fahrradzähler. Das Besondere dabei ist, dass die Fahrradzähler für jeden Radfahrer gut sichtbar sind und in einem Display die tages- und jahresaktuelle Anzahl der gezählten Radfahrer angezeigt wird. Damit dienen die Fahrradzähler nicht nur dem statistischen Interesse der Verkehrsplaner. Vielmehr soll den Radfahrern gezeigt werden, dass jeder Radler „zählt“ und dass sie als Verkehrsteilnehmer ernst genommen werden. Die Bürger sollen sich damit noch stärker als wichtiger Teil der fahrradfreundlichen Stadt identifizieren können. Installiert werden die Fahrradzähler im nächsten Jahr an ausgewählten Fahrradrouten der drei Städte.

Hintergrundinformation:
Die Landesauszeichnung als „Fahrradfreundliche Stadt“, „Fahrradfreundlicher Landkreis“ und „Fahrradfreundliche Gemeinde“ in Baden-Württemberg wurde vom Landesbündnis ProRad initiiert. Das Landesbündnis Pro Rad wurde 2009 gegründet. Ihm gehören die Landtagsfraktionen, Ministerien, die kommunalen Landesverbände, die Arbeitsgemeinschaft der Regionalverbände, maßgebliche Interessenverbände, Vertreter von ÖPNV-Unternehmen, der Wissenschaft und die AOK Baden-Württemberg an. Die Landesauszeichnung wird einmal im Jahr vom Ministerium für Verkehr und Infrastruktur verliehen. Die Auszeichnung ist an verschiedene Kriterien geknüpft, deren Erfüllung durch eine Prüfkommission des Landesbündnisses ProRad in den Anträgen geprüft und vor Ort begutachtet wird. Die Themenbereiche des Fragebogens sind: „Politische Prioritätensetzung für die Radverkehrsförderung“; „Fahrradfreundliche Infrastruktur schaffen“; „Verknüpfung Fahrrad und ÖPNV (Umweltverbund)“; „Fahrradfreundliches Klima fördern“ sowie „Service für den Radverkehr bzw. Fahrradtourismus“. Voraussetzung für eine Bewerbung der Städte, Landkreise und Gemeinden ist die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Baden-Württemberg (AGFK-BW).
 
 

 
Gewinner des Georg Salvamoser Preises 2011 stehen fest.
Georg Salvamoser Preis (40.000 Euro) geht an Michael Diestel
und Matthias Klöffel von der Agrokraft GmbH, Bad Neustadt/
Saale.

Jury vergibt auch zwei Sonderpreise (jeweils 5.000 Euro) an
Schülerfirma Scolaire am Deutsch-Französischen Gymnasium
Freiburg und an Johannes Rösch aus Oberried.

Die Gewinner des Georg Salvamoser Preises 2011 stehen fest. Aus ĂĽber 100
sehr hochrangigen Bewerbungen fĂĽr den von der Stadt Freiburg, dem Wirtschaftsverband
100 Prozent Erneuerbare Energien und der Georg-Salvamoser-Stiftung ausgelobten
Preis hat die Jury die Preisträger ausgewählt.

Aufgrund der hohen Zahl qualifizierter Bewerbungen aus dem ganzen Bundesgebiet
wurde die Preissumme dieses Jahr auf einen Hauptpreis (40.000
Euro) und zwei Sonderpreise (jeweils 5.000 Euro) aufgeteilt.

Der Georg Salvamoser Preis wird am 13. November im feierlichen Rahmen in
Freiburg verliehen. Zu diesem Anlass spricht Prof. Dr. Ernst Ullrich von
Weizsäcker, der als einer der wichtigsten Vordenker des Konzeptes einer
nachhaltigen Entwicklung gilt.

Die Preisträger:

Der Georg Salvamoser Preis 2011 (40.000 Euro) geht an Michael Diestel
und Matthias Klöffel, Geschäftsführer der Agrokraft GmbH, Bad Neustadt/
Saale (Bayern). Die Jury zeichnet damit die von der Agrokraft GmbH
entwickelte standardisierte GrĂĽndung von Energiegenossenschaften aus. So
wie es vor 150 Jahren jedem Dorf möglich war, mit der Satzung und der „Bedienungsanleitung“
von Friedrich Wilhelm Raiffeisen eine genossenschaftli-
che Bank zu gründen, so möchte es das Team von Agrokraft Initiativen einfach
machen, erfolgreich und schnell eine Energiegenossenschaft zu grĂĽnden.
Mit UnterstĂĽtzung der Agrokraft entstanden seit 2008 bislang 21 regionale,
jeweils eigenständige Energiegenossenschaften - und zahlreiche erneuerbare
Energieprojekte, unter anderem zwei GroĂź-Photovoltaikanlagen, darunter
eine StadionĂĽberdachung, sowie 22 Photovoltaik-Dachanlagen und ein
Wärmeleitungsnetz zur Verteilung von Wärme aus Biogasanlagen. Jetzt ist
ein Windpark mit 17 Windkraftanlagen in Planung, an dem sich sechs Dorfgenossenschaften
beteiligen werden. Nach seiner Fertigstellung wird dies der
größte Windpark Bayerns sein.

Allen Projekten ist gemeinsam, dass BĂĽrger und Gemeinden ĂĽber die genossenschaftliche
Beteiligung auch finanziell davon profitieren. Die Energie bleibt
im Dorf - und damit auch das Geld, das zuvor fĂĽr den Einkauf von Energie
aus dem Wirtschaftskreislauf abfloss. Die gemeinschaftliche Umsetzung von
Energieprojekten schafft dabei eine größere Akzeptanz und Identifikation mit
der Energiewende in der Region.

Ein Sonderpreis (5.000 Euro) geht an den Ingenieur und Nebenerwerbslandwirt
Johannes Rösch, Oberried (Südbaden), der die Potenziale erneuerbarer
Energien auf seinem Hof umfassend nutzt und weiter ausbauen möchte.
Mit Strom und Wärme aus Wasserkraft, Sonnenenergie und Holz ist der Hof
bereits heute zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgt. Mit Veranstaltungen
und Schulungen rund um das Thema Energiegewinnung und intelligente
Energienutzung will jetzt Johannes Rösch sein Know-how und seine
Erfahrungen an andere Landwirte und Interessierte weitergeben. Der eigene
Vorzeigehof soll dabei als praktisches Anschauungsmodell dienen.

Ein weiterer Sonderpreis (5.000 Euro) geht an die SchĂĽlerfirma Scolaire am
Deutsch-Französischen Gymnasium in Freiburg, die sich durch außergewöhnliches
Engagement bei der Mobilisierung erneuerbarer Energiequellen
auszeichnet. Mit der Schülerfirma wurden inzwischen 100 Prozent der Schuldachfläche
mit Photovoltaikmodulen belegt. Bei allen Installationsarbeiten
waren die SchĂĽler aktiv beteiligt. Die Mitglieder von Scolaire kĂĽmmern sich
auch um die Energieeinsparung im Schulgebäude. Außerdem binden sie aktiv
UnterstufenschĂĽler in die Projekte ein, um so langfristig den Fortbestand
des Engagements zu sichern. Von Anfang an waren auch Schüler der französischen
Partnerschule bei der Planung, Organisation und DurchfĂĽhrung der
Ideen beteiligt, was den Wissenstransfer ins Nachbarland unterstĂĽtzt.

Weitere Informationen zu den Preisträgern gibt es auf
www.georg-salvamoser-preis.de

Der Georg Salvamoser Preis

Der Georg Salvamoser Preis ist einer höchstdotierten deutschen Umweltpreise.
Namensgeber ist der Freiburger Solarpionier, GrĂĽnder der Solar-Fabrik
und visionäre Unternehmer Georg Salvamoser (1950-2009). Ins Leben gerufen
wurde die Auszeichnung auf Anregung des Freiburger OberbĂĽrgermeisters
Dr. Dieter Salomon, der Familie Salvamoser sowie des Wirtschaftsverbandes
100 Prozent GmbH.

Mit der Einrichtung des Preises soll das Lebenswerk des frĂĽh verstorbenen
Unternehmers weiter seine Wirkung entfalten. Im Gedenken an sein unternehmerisches
und gesellschaftliches Engagement fĂĽr die deutsche Umweltwirtschaft
gründete seine Frau die „Georg-Salvamoser-Stiftung“. Unterstützt
und mit weiterem Stiftungskapital ausgestattet wird die Stiftung unter anderem
von der Solar-Fabrik AG, dem Bundesverband Solarwirtschaft, dem
Fraunhofer-Institut fĂĽr Solare Energiesysteme, der Freiburger Agentur Triolog
sowie von der Stiftung Viamedica des Freiburger Umweltmediziners Prof.
Franz Daschner.

Mit dem Preis sollen Menschen und Institutionen unterstĂĽtzt werden, die sich
auf dem Weg zu erneuerbaren Energien nicht aufhalten lassen. Deshalb
zeichnet der Georg-Salvamoser-Preis solche Projekte aus, deren Initiatoren
eine Versorgung mit 100 Prozent erneuerbaren Energien voranbringen möchten
und mit ihren Ideen Vorbild und Beispiel fĂĽr andere sind.

Der Jury gehören Fachleute und Persönlichkeiten aus Politik, Umweltwirtschaft
und Verbänden an.
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Nashorn in Vietnam ausgestorben
© WWF Greater Mekong
 
Nashorn in Vietnam ausgestorben
Wieder ist eine besondere Tierart lokal ausgestorben. In Vietnam haben Wilderer das letzte Java-Nashorn getötet. Das gaben Wissenschaftler des WWF heute bekannt. Den Beweis brachten genetische Analysen von 22 Nashorn-Kotproben im Cat-Tien-Nationalpark in Vietnam aus dem vergangenen Jahr. Die Kotfunde hatten Hoffnungen genährt, es gäbe weitere Nashorn-Individuen in Vietnam. Diese Hoffnung hat sich nun zerschlagen. Alle Proben, so die Analyse, stammen von ein und demselben Individuum, dem damit letzten seiner Art in Vietnam. Und genau dieses war im April 2010 tot aufgefunden worden- von Wilderern erlegt. Der Kadaver des Nashorns wies eine Schussverletzung im Bein auf und das Horn war entfernt worden. Damit wurde das letzte auf dem asiatischen Festland lebende Java-Nashorn getötet. Das Java-Nashorn ist eines von drei asiatischen Nashörnern. Nachdem es in Vietnam ausgestorben ist, gibt es nur noch einen kleinen Bestand von 50 Individuen im Ujung-Kulon Nationalpark an der Westspitze der indonesischen Insel Java.

“Das Java-Nashorn ist in Vietnam für immer verschwunden, es gibt es nicht mehr“, so WWF-Artenschutzexperte Stefan Ziegler. “ Vietnam verliert einen Teil seines Naturerbes. Und wir erleben einen weiteren schwarzen Tag für den internationalen Artenschutz“.

Das Java-Nashorn galt bereits bis 1988 in Vietnam als ausgestorben. Doch dann entdeckten Forscher eine kleine Population. Seitdem setzte sich der WWF gemeinsam mit anderen Organisationen für diese Population der Java-Nashörner in Vietnam ein. Doch wie jetzt deutlich wird, ohne Erfolg. Hauptverantwortlich dafür ist die Wilderei, vor allem um den Bedarf an Produkten für die traditionelle chinesische Medizin zu decken. In der traditionellen ostasiatischen Medizin wird das Hornpulver gegen Malaria, Epilepsie, Vergiftungen und Abszesse eingesetzt. Die Wirkung ist umstritten. Wilderei ist seit geraumer Zeit ein großes Problem in Vietnam und hat den Bestand zahlreicher Arten wie Tiger und Elefant drastisch reduziert.

«Der Verlust des Java-Nashorn steht symbolisch für ein Phänomen, das man als asiatische Wildereikrise bezeichnen muss“, so Stefan Ziegler. „Vietnam braucht mehr Wächter zum Schutz der Nationalparke und besser geschultes Personal. Doch fehlt es auch an Kampagnen, um gegen die wachsende Nachfrage nach illegalen Produkten aus der Wildnis, wie Nashornpulver und Tigerknochen vorzugehen“.

Aktuell gelten nach der Roten Liste der Naturschutzorganisation IUCN mehr als 16.000 Arten als gefährdet. In zwei Wochen wird die aktualisierte Rote Liste vorgelegt.
 
 

Buchtipp: Eckart Witzigmann
 
Buchtipp: Eckart Witzigmann "Gartenland in Kinderhand"
Das Kinder-Garten-Koch-Buch

An diesem Buch haben sehr viele Menschen mitgewirkt, denen die Bewahrung der Esskultur am Herzen liegt. Eckart Witzigmann als Herausgeber, Charles Prince of Wales und Carlo Petrini begleiten es mit Vorworten, welche den hohen Stellenwert und das VergnĂĽgen guten und gesunden Essens betonen.

Erkannt haben alle, dass heute viele Menschen glauben, keine Zeit mehr für Kochen und gemeinsam Essen zu haben, und so wachsen Kinder auf, die das gar nicht mehr kennen – eine regelmäßige Mahlzeit im Kreis der Familie oder im Kreis der Freunde. Unterwegs schnell ein Döner gegriffen, die Hefeschnecke in der Straßenbahn gegessen, und das nicht ausnahmsweise, sondern ganz oft. Welches Kind weiß denn heute, wie Mohrrüben wachsen, oder dass Erbsen aus der Schale gepult werden, und nicht aus der Dose?

„Der Geschmack der Kindheit ist es, den wir nie wieder vergessen“. Diesen Satz stellt Herausgeber Witzigmann seinen Betrachtungen voran und wirkt wie ein Leitsatz fürdas ganze Buch. Im ersten Teil werden einige Ergebnisse des Projektes „Gartenland in Kinderhand“ geschildert. Über die Baden-Württemberg-Stiftung und die Stiftung Kinderland erhielten Kitas im Genießerländle nach einem Wettbewerb Zuwendungen für das Anlegen eines eigenen Gartens. Die eigentlichen Gestalterinnen waren dann jeweils die Erzieherinnen in den Kitas und natürlich die Kinder. Ziel dieses Projektes war, Kindern die Natur anhand eines eigenen Gartens wieder nahe zu bringen, sie erleben zu lassen, wie selbst gesäte Pflanzen wachsen, und gedeihen, und welcher Pflege sie bedürfen bevor man am Ende eine knallrote Tomate oder einen dicken Kürbis ernten darf. Jetzt kann man nachlesen, was daraus geworden ist. Wie ein roter Faden zieht sich dabei durch alle Beispiele die Freude: die Freude am Planen, denn die Kinder durften bestimmen, was angebaut wird. Die Freude am gemeinsamen Bauen, denn die Eltern und Nachbarn halfen mit. Die Freude, den Pflanzen beim Wachsen zuzuschauen, die Freude am Ernten und dann – die Freude am Zubereiten und Essen.

Dass den Machern des Buches und natürlich des Projektes diese Freude ganz wichtig ist findet sich ebenfalls in den Beiträgen der Köche wieder, die sich - im Anschluss an ein Zwischenkapitel mit den ersten Tipps für das Anlegen eines Hochbeetes - an die kulinarischen Freuden ihrer Kindheit erinnern. Und das bedeutete fast immer auch: gemeinsam essen. Dazu steuern die Profis noch jeweils ein Rezept aus ihrer Küche bei, natürlich mit den Zutaten, die sich im Kinder-Garten anpflanzen und ernten lassen. Dass nun alle Rezepte geeignet seien, wie auf dem Bucheinband angekündigt, auch in Kindergärten und Schulen zubereitet zu werden, wage ich zu bezweifeln. Welcher Kindergarten hält schon Fleur de Sel und Rauchöl vor, oder ist mit Kokotten von 4 cm Durchmesser ausgestattet. Da ist eine Kürbissuppe und die Kartoffel-Karottensuppe mit Schäufele, oder Fleischküchle mit hausgemachten Pommes Frites, sowie der Apfelpfannkuchen „Erbprinz“ wohl paktikabler. Die etwas komplexeren Rezepte bieten sich dann schon eher für eine Familienkochsause am Sonntag an.

Insgesamt ein schönes Buch, reich bebildert, und zweifellos inspirierend für alle, die das Abenteuer „Gartenland in Kinderhand“ angehen möchten.

Hampp Verlag 2011, EUR 19,80
ISBN 978-3-942561-11-2
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Autor: Irene Heitz

test Spezial GrĂĽner leben: Wo Ă–ko sich lohnt
 
test Spezial GrĂĽner leben: Wo Ă–ko sich lohnt
Man muss nicht sein ganzes Leben umkrempeln um umweltfreundlicher und nachhaltiger zu leben. Oft wird schon mit kleinen Schritten eine Menge erreicht. Wer ein altes Haushaltsgerät durch ein sparsames neues ersetzt, spart viel Geld und schont Ressourcen und Umwelt. Der Umstieg auf Ökostrom ist schnell erledigt, bedrohte Fischarten werden vom Speiseplan gestrichen, und mit ein bisschen Know how kann man auch bei Geldanlage und Altersvorsorge sein grünes Gewissen pflegen. Die Stiftung Warentest hat Tests und Berichte zu den Bereichen Essen, Kleiden, Investieren, Reisen, Licht und Geräte in dem Sonderheft "Grüner leben" gebündelt, das jetzt erschienen ist.

Das Heft gibt konkrete Tipps für den Alltag, es stellt 50 klima-freundliche Haushaltsgeräte vor, aber auch ethische Banken, Ökofonds und Ökostromanbieter. Zahlreiche Grafiken machen auch komplexe Zusammenhänge verständlich und öffnen die Augen. So ist etwa unter "Grüner reisen" nachzulesen, dass ein Reisender im Bus noch weniger CO2 verursacht als in der Bahn. Fliegen ist so klimaschädlich, dass jeder, der auf Flugreisen verzichtet, eine ganze Menge für die Umwelt tut. Aber auch, wer seine Kleidung lange trägt, sie umweltfreundlich wäscht, Energiesparlampen einsetzt und weiß, dass Multimedia-Geräte allein 32 Prozent der im Haushalt verbrauchten Energie ausmachen, ist schlauer als alle, die unbedacht leben und letztendlich sich selbst schaden - nicht nur finanziell.

Im Kapitel "Grüner essen" haben die Tester vorgerechnet, dass bei den Untersuchungen zwischen 2002 und 2010 Biolebensmittel nicht immer vorn lagen, sie punkten ganz klar bei Obst und Gemüse, lagen bei den Getränken aber eher hinten.

Das test Spezial Grüner leben ist für 7,80 Euro im Zeitschriftenhandel erhältlich oder kann bestellt werden unter www.test.de/shop.
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Buchtipp: Margrit Stevanon
 
Buchtipp: Margrit Stevanon "Aufläufe und Gratins"
Heißbegehrtes aus dem Ofen: Köstliche Aufläufe und Gratins sind heiß begehrte Klassiker jeder Alltagsküche. Wer dabei nur an Resteverwertung denkt, darf sich von Margrit Stevanon und ihrem Buch »Aufläufe und Gratins – fantastisch vegetarisch« aus dem pala-verlag überraschen lassen.

Weil Aufläufe und Gratins erstaunlich vielseitig sind, macht es immer wieder Spaß, Neues auszuprobieren – ist eine Zutat gerade mal nicht vorhanden, wird sie durch eine andere ebenso köstliche ersetzt. Egal, ob mit Getreide, Kartoffeln oder Nudeln – rund ums Jahr lassen sich unkompliziert die leckersten Gerichte zaubern! Bei der Zubereitung sind neben den passenden Rezepten vor allem Kreativität und Fantasie gefragt, aber auch ein wenig Basiswissen kann nicht schaden. Deshalb gibt die Autorin vorab nützliche Informationen über Backformen, praktisches Zubehör und die richtigen Backtemperaturen sowie Tipps, wie luftig lockere Soufflés garantiert gelingen. Im Rezeptteil finden sich neben bewährten Klassikern wie Kartoffelgratin und Gemüselasagne auch internationale Speisen und interessante exotische Gerichte. Auch Aufläufe für die festliche Tafel und süße Gerichte – als Nachspeise oder Hauptgericht – fehlen nicht.

pala-verlag 2011, 160 Seiten, EUR 9,90
ISBN: 978-3-89566-292-8
 
 



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