oekoplus - Freiburg
Samstag, 21. Oktober 2017
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr
  •  


Verschiedenes

 
Freiburg: Dramatische Eisrettung auf FlĂŒckigersee
Feuerwehr weist auf Lebensgefahr hin, wenn EisflÀchen nicht freigegeben sind

Im Stadtgebiet darf nur der Waldsee betreten werden

Diesmal ist gerade noch gut gegangen: Eine dramatische
Rettungsaktion hat am Donnerstag, 9. Februar, um
17.31 Uhr einem SchlittschuhlĂ€ufer auf dem FlĂŒckingersee im
Freiburger Seepark das Leben gerettet. Der Mann war relativ
mittig auf dem See, der an dieser Stelle mindestens 15 Meter tief
ist, eingebrochen. Nur durch den glĂŒcklichen Umstand, dass die
Besatzung des Freiburger Rettungshubschraubers „Christoph 54“
trotz eintretender DĂ€mmerung noch verfĂŒgbar war, konnte er
innerhalb weniger Minuten aus dem eiskalten Wasser befreit
werden, kurz vor dem Eintreffen der Berufsfeuerwehr.

Der Pilot steuerte den Hubschrauber dabei wenige Zentimeter
ĂŒber die WasseroberflĂ€che, so dass der Notarzt und ein Hospitant
den Mann Person ĂŒber die offene SeitentĂŒre des Helikopters
fassen konnten. Am Ufer wurde er umgehend vom Rettungsdienst
behandelt. Nachdem sichergestellt war, dass er alleine auf dem
Eis gewesen war, rĂŒckte die mit 12 Mann und vier Fahrzeugen
angetretene Berufsfeuerwehr wieder ein. Noch vor wenigen Tagen
hÀtte zu diesem Zeitpunkt (17.31 Uhr) bereits abendliche
Dunkelheit geherrscht und eine Rettung erschwert.

Die Feuerwehr Freiburg und das stÀdtische Garten- und Tiefbauamt
(GuT) weisen erneut darauf hin, dass alle GewÀsser im Stadtgebiet
durch Schilder gesperrt und gekennzeichnet sind. Selbst bei
anhaltendem Winterfrost erreichen wenige Seen eine ausreichend
tragende Eisdecke. Sie werden nach eingehender PrĂŒfung
freigegeben. Auf gesperrten EisflÀchen besteht dagegen absolute
Lebensgefahr. Sie dĂŒrfen nicht betreten werden!

Im Freiburger Stadtgebiet kann das GuT nur den Waldsee fĂŒr
SchlittschuhlÀufer freigeben. Das gilt seit dem vergangenen
Wochenende, als das Eis die erforderliche Dicke von 13 Zentimetern
erreicht hatte. Mitarbeiter des GuT ermitteln hier in Frostperioden
durch Bohrungen tÀglich, auch am Wochenende, die Eisdicke. Der
Waldsee stellt aber einen Sonderfall dar: Er ist kĂŒnstlich angelegt
und max. 1,50 Meter tief (auf der Restaurantseite).

Ganz anders ist die Lage beim FlĂŒckigersee, dem Dietenbachsee in
Weingarten und dem Moosweiher in Landwasser. Bei Seen dieser
GrĂ¶ĂŸe und Wassertiefe ist selbst die Eiskontrolle zu gefĂ€hrlich. Zwar
friert die OberflĂ€che großflĂ€chig zu, aber niemand kann ermitteln, wo
– etwa durch Unterwasserströmungen und Grundwassereintrag – der
nicht-tragfÀhige Bereich beginnt. Das GuT warnt davor, auf solchen
Seen von der Dicke der Eisschicht im Randbereich darauf schließen
zu wollen, wie weit man sich in Richtung Seemitte vorwagen „kann“.

Nicht zum Einsatz kam gestern der Pontonschlitten, den die
Freiburger Feuerwehr im Sommer 2009 beschafft hatte und gestern
in Bereitschaft hielt. Mit diesem EisrettungsgerÀt, das aus zwei
Plastikkörpern von jeweils zwei Metern LÀnge besteht, können
RettungskrÀfte auf dem Eis zu verunfallten Personen vordringen. Im
Winter 2009/10 war dieser Schlitten dreimal im Einsatz, zur Premiere
musste er gleich einen Hund vom Eis holen.
 
 

 
Freiwilliges Ökologisches Jahr beim BUND in Freiburg im Umweltschutz & Naturschu
Der BUND in Freiburg ist seit dem Jahr 2011 Einsatzstelle fĂŒr das Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ)

Unsere Aufgabe: Der blaue Planet. Wir brauchen nicht in den Weltraum zu fliegen, um zu sehen, wie schön diese Erde ist. Schön, empfindlich und gefĂ€hrdet. Die Erde braucht Freundinnen und Freunde. Menschen, die sich fĂŒr Natur und Umwelt einsetzen. In der Region SĂŒdlicher Oberrhein zwischen Achern und MĂŒllheim setzen sich viele tausend Menschen in unserem ĂŒberparteilichen und gemeinnĂŒtzigen Verband fĂŒr den Erhalt unserer natĂŒrlichen Lebensgrundlagen ein.

Angesichts der drĂ€ngenden Umweltprobleme brauchen wir auch Dein Engagement im FÖJ, um auch bei uns eine ökologische, nachhaltige Entwicklung einzuleiten.
Mehr
 

 
Freiburg: OB Salomon zu AKW Fessenheim
OB Dieter Salomon bedauert starre Haltung des französischen StaatsprĂ€sidenten zum weiteren Betrieb des AKW Fessenheim: „Nicolas Sarkozy ignoriert die Proteste aller politischen Parteien im Elsass!“

Freiburger OberbĂŒrgermeister fordert wegen der Auswirkungen auf Deutschland erneut Behandlung des Themas Fessenheim beim deutsch-französischen Gipfel Freiburgs OberbĂŒrgermeister Dieter Salomon bedauert, dass der französische StaatsprĂ€sident Nicolas Sarkozy den vielfachen Forderungen nach einer Abschaltung des Atomkraftwerks Fessenheim eine Absage erteilt hat. Bei einem Besuch in dem rund 25 Kilometer Luftlinie von Freiburg entfernten Reaktor am 9. Februar hatte Sarkozy erklĂ€rt, dass er keine Veranlassung fĂŒr eine Stilllegung des Reaktors sehe. „Der StaatsprĂ€sident verschließt die Augen vor der RealitĂ€t und ignoriert die Sorgen der Menschen und politischer Vertreter aller Parteien im Elsass“ stellt Salomon fest. Wie bedenklich diese Haltung sei, habe der immense Sicherheitsaufwand fĂŒr den Besuch des PrĂ€sidenten gezeigt. Das Areal des Atomkraftwerks war weitrĂ€umig durch die Polizei abgesperrt, um Demonstranten von dem offiziellen Besuch fernzuhalten.

Der OberbĂŒrgermeister erinnert daran, dass bereits im April 2011 rund 400 Regionalpolitikerinnen und -politiker aus dem Elsass in einem offenen Brief an PrĂ€sident Sarkozy eine Abschaltung des Ă€ltesten französischen Kraftwerks gefordert haben. Parallel zu Resolutionen des Freiburger Gemeinderats und vieler weiterer oberrheinischer Kommunen hatte u.a. der Stadtrat von Straßburg im April 2011 eine ErklĂ€rung verabschiedet, mit der die Forderung nach Stilllegung bekrĂ€ftigt wurde. Eine Untersuchung der französische Atomaufsichtsbehörde vom November 2011 bestĂ€tigte außerdem SicherheitsmĂ€ngel, die seit langem Anlass zur Sorge vor einem Reaktorunfall in der Region seien. Um so unverstĂ€ndlicher sei die starre Haltung des StaatsprĂ€sidenten, den Reaktor weiterhin betreiben zu lassen, trotz der bekannten MĂ€ngel wie unzureichender Schutz gegen Erdbeben, FlugzeugabstĂŒrze oder terroristische AnschlĂ€ge, der Gefahr von Überflutungen durch den Rheinkanal und Probleme im KĂŒhlsystem – und alles 25 Kilometer von Freiburg entfernt. „Die Katastrophe von Fukushima sollte endgĂŒltig eine Lehre gewesen sein, dass auch das Undenkbare passieren kann, mit schlimmsten Auswirkungen fĂŒr die gesamte Oberrheinregion.“

OB Salomon wiederholte die Forderung, das Thema Fessenheim auf die Tagesordnung der Deutsch-Französischen Regierungskonsultationen zu setzen. Dies hatte Bundeskanzlerin Merkel bisher mit dem Hinweis auf innerfranzösische Angelegenheiten abgelehnt. Diese BegrĂŒndung lĂ€sst der Freiburger OberbĂŒrgermeister nicht gelten, da die Gefahren eines AKW unmittelbar an der Grenze, nur 25 Kilometer von Freiburg entfernt, nicht nur Sache der französischen Regierungspolitik seien, sondern die ganze Region am Oberrhein berĂŒhren. „Unter Freunden muss auch ein klares Wort zu einer fĂŒr die Stadt und die Region existenziellen Frage möglich sein, ohne dass die deutsch-französische Zusammenarbeit getrĂŒbt wird!“
 
 

Leben im Ozean: WWF-Film auf der Berlinale
© WWF Indonesien
 
Leben im Ozean: WWF-Film auf der Berlinale
„The Mirror Never Lies“ – eine preisgekrönte Geschichte ĂŒber das Leben des Bajo-Meeresvolks im Korallendreieck in Indonesien

Berlin - Der WWF schickt in diesem Jahr einen Beitrag auf die Berlinale: Der indonesische Film „The Mirror Never Lies“ der jungen Regisseurin Kamila Andini ĂŒber das Meeresvolk der Bajo entstand in Kooperation mit dem WWF Indonesien. Der in Asien mehrfach preisgekrönte Spielfilm richtet sich an Kinder und Erwachsene gleichermaßen und ist eine Hommage an die Natur und die Hoffnung.

Die Geschichte: Inmitten des Indischen Ozeans, in einer HĂŒttensiedlung auf dem Meer, lebt die 12-jĂ€hrige Pakis. Ihr Vater kehrt eines Tages nicht vom Fischen zurĂŒck. Die anderen Kinder sagen, er sei tot. Doch Pakis hofft weiter. Die Erinnerungen an ihn und seine ErzĂ€hlungen vom Meer und den Winden lassen sie nicht los. Ihr stĂ€ndiger Begleiter ist ein kleiner Spiegel, den er ihr geschenkt hat. In ihm sucht sie nach der Wahrheit, wĂ€hrend die Mutter versucht, ein Leben ohne den Mann und Vater aufzubauen. Als der Delfin-Forscher Tudo aus Jakarta unvermittelt in das Leben der beiden tritt, verschĂ€rft sich der Konflikt zwischen Mutter und Tochter und die Geschichte nimmt eine spannende Wendung.

Die 25-jĂ€hrige Regisseurin Kamila Andini erzĂ€hlt in ihrem Debut in wundervollen Bildern von einem Leben in und mit einer Natur, die ihre Entbehrungen an Luxus durch ihre FĂŒlle an Schönheit aufwiegt. Drehort war der Wakatobi-Nationalpark im fĂŒr seine Artenvielfalt berĂŒhmten Korallendreieck. Das bedrohte UNESCO-Weltnaturerbe ist Heimat der Bajos, einem Volk von Seenomaden, deren Kultur auf einem Leben im Einklang mit dem Meer basiert.


Berlinale-VorfĂŒhrungen: The Mirror Never Lies ist ab 10 Jahren freigegeben und wird am 15., 16. und 17. Februar auf der Berlinale in der Kategorie „Generation Kplus“ gezeigt.
 
 

 
Mundenhof geht mit buntem Programm ins Jahr 2012
BĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik lobt das vielfĂ€ltige Angebot
und stellt neuen Leiter Berno Menzinger vor

Im vergangenen Jahr hat der Mundenhof einen Besucherrekord
erlebt und zum ersten Mal in seiner Geschichte die Marke von
300.000 Besuchern erreicht. Diese Zahl wird seit zehn Jahren mit
einer immer gleichen Formel anhand der Parkeinnahmen errechnet.
Im Rahmen einer Pressekonferenz, in der sie heute das neue
Jahresprogramm des Mundenhofs vorstellte, sagte BĂŒrgermeisterin
Gerda Stuchlik dazu: „NatĂŒrlich ist der wichtigste Faktor fĂŒr eine hohe
Besucherzahl das Wetter. Und das war 2011 fĂŒr den Mundenhof
ausgesprochen gĂŒnstig. Doch wir liegen auch mit unserem Angebot
gut im Trend. Das Konzept als Tier-Natur-Erlebnispark wie auch die
Veranstaltungen kommen bei den Besuchern gut an.“

Bei dieser Gelegenheit stellte die BĂŒrgermeisterin den anwesenden
Medien auch Berno Menzinger, der im Oktober 2011 die Nachfolge
von Brigitte Grethler antrat und nun mit Susanne Eckert die neue
„Doppelspitze“ in der Leitung des Mundenhofs bildet, vor. Menzinger,
Jahrgang 1975, ist ein waschechter Freiburger, der nach seiner
Ausbildung zum Forstingenieur (Diplom 1999 an der FH Rottenburg)
fĂŒnf Jahre lang fĂŒr eine finnische Beratungsfirma in der Holzindustrie
in England und Spanien tÀtig war. 2004 kehrte er nach Freiburg
zurĂŒck, wo er als Förster im Revier St. Georgen wirkte. Neben seiner
Leitungsrolle am Mundenhof (50%-Stelle) bleibt Menzinger fĂŒr den
Holzverkauf der Stadt Freiburg zustÀndig. Menzinger ist verheiratet
und hat drei Kinder.

Berno Menzinger hat nun mit Susanne Eckert auch fĂŒr das Jahr 2012
ein vielfÀltiges Programm zusammen gestellt. Die beliebten
Klassiker Ostertag, Sonnwendfeuer und KĂŒrbisfest fĂŒgen sich
ebenso in den Lauf der Jahreszeiten wie der Orientalische
Weihnachtsbasar. Fast schon Klassiker sind das Mittelalterfest am
10. April, ein Erlebnistag fĂŒr die ganze Familie auf der Pferdekoppel
mit Schaukampf und mittelalterlichem Handwerk, und das Afrikafest
des Kinderhilfswerks Plan am 17. Juni mit afrikanischer Musik,
Rastazöpfen, Modenschau und vielem mehr. Am 20. Mai lÀdt die
AOK-Gesundheitskasse zum Gesundheitstag „Mit Spaß gesund
und aktiv“ ein und am 15. Juli findet wieder der Mongolentag des
Mongoleizentrums Freiburg mit Liedern und GesÀngen aus der
Steppe statt.

Dazwischen finden von FrĂŒhjahr bis Herbst kleinere, beschaulichere
Veranstaltungen statt, etwa der Fisch- und Korallentag fĂŒr Liebhaber
von Aquarien oder die MondscheinfĂŒhrungen, die den Mundenhof zu
einer ganz anderen Tageszeit erlebbar machen. FĂŒhrungen fĂŒr
Schulklassen, soziale Einrichtungen oder BetriebsausflĂŒge,
Kindergeburtstage, Planwagenfahrten fĂŒr Gruppen, BienenfĂŒhrungen
oder Filz- und Zeichenkurse ergÀnzen das vielfÀltige Programm.

Höhepunkt in diesem Jahr wird sicher die Eröffnung des von der
Firma WaschbÀr finanzierten Erfahrungsfelds der Sinne auf dem
alten Misthaufenplatz sein. Zur Eröffnung wird dort im Juli und
August vier Wochen lang ein Zelt stehen, das die Sinnesstationen im
Außenbereich durch weitere Erfahrungsfelder bereichert. Auch hier
können Schulklassen und Familien ein großes Angebot nutzen.

Der Eintritt ist traditionell frei. NatĂŒrlich bleibt der Mundenhof aber auf
UnterstĂŒtzung angewiesen. Der „Spendenaffe“ darf gerne von jedem
Besucher gefĂŒttert werden (das FĂŒttern der Gehegetiere bleibt
dagegen generell verboten). Die ParkgebĂŒhr fĂŒr Besucher, die mit
dem Auto kommen, kostet fĂŒnf Euro. Eine Jahresparkkarte zu 30
Euro lohnt sich bereits ab sechs Besuchen. Sie ist im Mundenhof-
BĂŒro oder bei der BĂŒrgerberatung im Rathaus erhĂ€ltlich, ebenso wie
das Jahresprogramm 2012, das zudem auch in der Stadtbibliothek
und im BĂŒrgeramt (Baslerstraße) ausliegt.
Mehr
 

 
Studie: Umlenkung von EU-Subventionen könnte Millionen “grĂŒner” Jobs schaffen
NABU fordert von Kanzlerin Merkel Reformeifer fĂŒr Naturschutz und BeschĂ€ftigung

Berlin/BrĂŒssel – Eine ökologische Umschichtung von nur 14 Prozent der derzeitigen BrĂŒsseler Subventionen wĂŒrde etwa eine halbe Million ArbeitsplĂ€tze schaffen, belegt eine vom NABU-Dachverband BirdLife International und anderen europĂ€ischen UmweltverbĂ€nden in Auftrag gegebene Studie, die am Mittwoch in BrĂŒssel vorgestellt wird. „Unsere Studie beweist: Wenn die EU auch nur einen geringen Teil ihrer Milliarden-Subventionen umlenken wĂŒrde, dann könnten damit Millionen neue Jobs geschaffen werden und zugleich wĂŒrde Europa vor teuren Umweltproblemen bewahrt“, erklĂ€rt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Zum Vergleich: Derzeit werden laut SchĂ€tzungen mit 78 Prozent des EU-Haushalts nicht mal 1,2 Millionen Jobs unterstĂŒtzt. „Wir können es uns in Europa nicht mehr leisten, derart ineffizient mit unserem Geld umzugehen“, erklĂ€rt Konstantin Kreiser, EU-Haushaltsexperte beim NABU. „Die EU-Subventionen mĂŒssen dorthin fließen, wo dauerhaft Umweltschutz, Wirtschaft und BeschĂ€ftigung profitieren.“

So fordert der NABU fĂŒr die laufenden Verhandlungen zum EU-Haushalt 2014-2020 die Bundesregierung auf, nicht nur von anderen ein verantwortungsvolles Haushalten zu fordern. „Es kann nicht sein, dass die Bundeskanzlerin und ihr Finanzminister europaweit Sparsamkeit propagieren, aber gleichzeitig zulassen, dass ein großer Teil unserer Steuergelder via BrĂŒssel nach dem Prinzip Gießkanne verteilt werden“, kritisiert Tschimpke. „Ob bei der Agrar- oder der Regionalförderung, immer wenn es in BrĂŒssel konkret wird, ist der Reformeifer der deutschen Minister dahin: Sie nehmen viel zu viel RĂŒcksicht auf die Besitzstandswahrer zuhause und achten viel zu wenig auf die starken Umwelt- und BeschĂ€ftigungseffekte von „grĂŒnen“ Subventionen und Investitionen.“

Die vom britischen Institut GHK durchgefĂŒhrte Studie zeigt, dass ein ökologischer Umbau von EU-Subventionen sich sofort sehr positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken wĂŒrde - und diese Effekte sich langfristig noch verstĂ€rken, denn der schonendere Umgang mit Ressourcen wie Artenvielfalt, Wasser, Boden und Energie fördert erwiesenermaßen die dauerhafte Wirtschaftsentwicklung und damit auch den Arbeitsmarkt. Am Beispiel Naturschutz wird dies besonders deutlich: WĂŒrde die EU das Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 ausreichend finanzieren, könnten allein dadurch mindestens 180.000 ArbeitsplĂ€tze entstehen – und das kurzfristig, und vor allem in strukturschwachen Regionen. Unter anderem wĂŒrden Tourismus und Landwirtschaft, aber auch die Bauwirtschaft und der lokale Dienstleistungssektor profitieren.

In diesem Zusammenhang fordert der NABU auch, dass die EU ihr Umweltförderprogamm LIFE mit mindestens 1Milliarde Euro jĂ€hrlich fĂŒr Naturschutzprojekte ausstattet. Derzeit sind es nur 120 Millionen Euro. Das entspricht nicht einmal 0,1Prozent des EU-Haushaltes – wĂ€hrend jedes Jahr weit mehr als 50 Milliarden Euro aus BrĂŒssel in die Landwirtschaft fließen, das entspricht satten 40 Prozent des EU-Budgets.
 
 

EiseskĂ€lte ĂŒberfĂ€llt Deutschland
Amsel / Foto: NABU, Frank Derer
 
EiseskĂ€lte ĂŒberfĂ€llt Deutschland
Was der plötzliche Frost fĂŒr die Tier- und Pflanzenwelt bedeutet

Berlin – Plötzlich gleicht Deutschland einem riesigen Gefrierschrank. Nicht nur wir Menschen mĂŒssen uns mit dem frostigen Temperatursturz arrangieren, auch unsere Tier- und Pflanzenwelt muss mit den tiefen Minustemperaturen zurechtkommen. So fliegen Kraniche, die bei den so lange so milden Temperaturen hier geblieben sind, nun doch noch nach SĂŒden. Und die ersten Weißstörche, die schon zurĂŒckgekehrt sind, erleben eine unangenehme Überraschung. Doch nicht die KĂ€lte an sich ist das Problem, sondern der damit verbundene Futtermangel. Denn auch wenn kein Schnee liegt, finden sie durch die KĂ€lte beispielsweise weniger MĂ€use. FlugfĂ€hige Störche brauchen aber dennoch nicht gefĂŒttert werden, da diese in kurzer Zeit wieder in milde Regionen SĂŒdwesteuropas ausweichen können.

„FĂŒr unsere Wildtiere, die nicht in wĂ€rmere Regionen entfliehen können gibt es mehrere Strategien, diese recht lebensfeindliche Zeit zu ĂŒberleben. Entweder verschlĂ€ft man den Winter einfach, oder man trotzt den tiefen Temperaturen mit einer dicken Speckschicht oder emsiger Futtersuche“, erklĂ€rt Julian Heiermann, Tier-Experte des NABU. „Unsere heimische Tierwelt ist zwar an diese extremen Witterungsbedingungen angepasst und kommt auch mit zweistelligen Minusgraden zurecht – doch mit einfachen Maßnahmen kann jeder dazu beitragen Wildtiere zusĂ€tzlich zu unterstĂŒtzen, die frostige Zeit gut zu ĂŒberstehen.“

So ist der Igel ein typischer WinterschlĂ€fer, der wie andere Tiere hĂ€ufig in Laub- und Reisighaufen Zuflucht sucht. Diese sollte man ungestört liegen lassen, um die Tiere nicht zu gefĂ€hrden. Igel, die durch die vergangene milde Witterung aus dem Schlaf gerissen wurden und nun bei Minustemperaturen umherlaufen, sind meist hilfebedĂŒrftig und sollten von Experten untersucht werden, rĂ€t der NABU. Bei SpaziergĂ€ngen im Wald ist es nun besonders wichtig, die Wege nicht zu verlassen, denn durch das Betreten des Waldbodens können Wildtiere, wie Rehe und Wildschweine, aufgeschreckt werden – sie mĂŒssen jetzt mit ihren Fettreserven sehr sparsam haushalten und jede Fluchtaktion verbraucht lebenswichtige Energie.

Den Pflanzen, die vielfach schon wieder zu knospen begannen, kann die plötzliche KĂ€lte kurzfristig schaden, wenn empfindliche Triebe absterben. In der Regel verkraften sie diesen Verlust und können im FrĂŒhjahr erneut austreiben.

Frische MaulwurfshĂŒgel deuten darauf hin, dass der Frost auch in den Boden kriecht und die MaulwĂŒrfe tiefere Bodenschichten aufsuchen. Insekten und andere Gliedertiere, wie Spinnen und Asseln, halten es Ă€hnlich wie WinterschlĂ€fer. Sie verfallen in eine KĂ€ltestarre und ihr körpereigenes Frostschutzmittel verhindert beim Einfrieren die Entstehung von Eiskristallen, die das Körpergewebe sonst zerstören wĂŒrden

Wer unseren Gartenvögeln was Gutes tun möchte, kann geeignetes Vogelfutter anbieten. „Obwohl unsere Vögel auf diese Futtergabe nicht angewiesen sind, nehmen sie es als ‚Zubrot‘ zur natĂŒrlichen Nahrung hĂ€ufig gerne an“, so Heiermann. Viele Vogelfreunde haben in den letzten Wochen die gewohnt winterliche Ansammlung typischer Gartenvögel vermisst. Dies dĂŒrfte sich jetzt mit dem Wetterumschwung Ă€ndern, wenn VogelfĂŒtterungen wieder verstĂ€rkt aufgesucht werden. In NaturgĂ€rten finden Vögel an den SamenstĂ€nden stehen gelassener Stauden und an vielen heimischen Strauchgehölzen zusĂ€tzlich natĂŒrliche Nahrung.

Tipps zur WintervogelfĂŒtterung ...
Mehr
 

 
Ökostromtarife: Nur zwei von drei Ökostromtarifen nĂŒtzen der Umwelt
Bei einem Test von 19 Ökostromtarifen hat die Stiftung Warentest ermittelt, dass Ökostrom sogar hĂ€ufig gĂŒnstiger ist als Normalstrom. Doch nur zwei von drei Angeboten haben auch einen Nutzen fĂŒr die Umwelt. Der entsteht erst, wenn der Ökostromtarif konventionellen Strom vom Markt verdrĂ€ngt, der Anbieter also den Ausbau erneuerbarer Energien voranbringt.

Wer einen Ökostromtarif wĂ€hlt, der möchte seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten und die Energiewende vorantreiben. Doch nur 13 der 19 Ökostromtarife sorgen dafĂŒr, dass die Anbieter z. B. in neue Wind- oder Wasserkraftanlagen investieren. “Sehr stark“ ökologisch engagiert und zusĂ€tzlich mit „guten“ Vertragsbedingungen sind die Tarife der unabhĂ€ngigen Ökostromanbieter EWS Schönau (Tarif Sonnencent 0,5), Lichtblick (Lichtblick-Strom) und Naturstrom (naturstrom). Greenpeace Energy (Privatkundentarif) ist ebenfalls „stark engagiert“, die Tarifbedingungen sind „befriedigend“. Nur bei diesen vier unabhĂ€ngigen Ökostromanbietern geht das Geld nicht an ein Unternehmen, das auch Atom- und Kohlestrom verkauft. Dennoch gibt es auch bei konventionellen Energieversorgern Tarife, die ein „sehr starkes“ oder „starkes“ ökologisches Engagement des Anbieters erkennen lassen, sieben engagieren sich hingegen nur „schwach“.

Wer noch nie seinen Stromtarif gewechselt hat, steckt in der Grundversorgung, dem meist teuersten Tarif. Im Januar 2012 zahlt eine Familie mit 4.000 Kilowattstunden Verbrauch im Grundversorgungstarif des örtlichen Stromanbieters im Schnitt 1.046 Euro. FĂŒr einen Ökotarif mit GĂŒtesiegel dagegen nur 1.010 Euro.

Der ausfĂŒhrliche Test Ökostromtarife ist in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de/strom veröffentlicht.
Mehr
 



Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 
24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 
47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 
70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 
93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 
116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 
139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 
162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 
185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 
208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 
231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 
254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 
277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 
300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 
323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 


Copyright 2010 - 2017 Benjamin Jäger