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Dienstag, 24. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
NABU: Deutschland schwÀcht europÀische Energiesparziele
Tschimpke: Aufweichen der EU-Effizienzrichtlinie gefÀhrdet deutsche Energiewende

Berlin – Das Ringen um eine europĂ€ische Effizienzrichtlinie geht am morgigen Freitag beim Treffen des EU-Energieministerrats in Luxemburg in die entscheidende Runde. Wenn sich die Bundesregierung mit ihrer Position in BrĂŒssel durchsetzt, wird laut NABU das Ziel verfehlt, den Energieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent zu senken. „Wird der Richtlinienentwurf der Kommission nicht wie vom Parlament vorgesehen gestĂ€rkt, ist die Energiesparpolitik in Europa gescheitert und der Erfolg der Energiewende in Deutschland gefĂ€hrdet“ sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. Damit hĂ€tte die Bundesregierung maßgeblich dazu beigetragen, das 2007 unter eigener EU-RatsprĂ€sidentschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel beschlossene Energieeffizienzziel zu begraben.

Die von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler maßgeblich bestimmte deutsche Haltung hat dazu gefĂŒhrt, dass vor allem der Kern der Richtlinie verwĂ€ssert wurde. Dieser sieht vor, dass Energieversorger ihren Kunden verstĂ€rkt Effizienzdienstleistungen anbieten und damit 1,5 Prozent des Vorjahresumsatzes einsparen mĂŒssen. Die Bundesregierung wollte sich darauf bereits durchgefĂŒhrte Effizienzmaßnahmen aus frĂŒheren Jahren auch fĂŒr die Zukunft weiter anrechnen lassen. Dies wurde vor allem auf Druck Frankreichs in den Vorverhandlungen verhindert. Dennoch wird der jetzige Kompromiss nach EinschĂ€tzung von Experten nur noch eine Energieeinsparung von lediglich 14 statt der angestrebten 20 Prozent erreichen. Aus NABU-Sicht mĂŒssen Haushalte und Wirtschaft von steigenden Energiepreisen durch weitergehende Einsparungen entlastet werden. „Bundesminister Rösler spricht mit gespaltener Zunge, wenn er einerseits in den BeschlĂŒssen zur Energiewende Energieeffizienz zum entscheidenden Faktor erklĂ€rt, anderseits in BrĂŒssel aber jede BemĂŒhung und die eigenen Ziele hintertreibt“, so Tschimpke weiter.

Der NABU kritisiert darĂŒber hinaus die PlĂ€ne der schwarz-gelben Regierung, die energetische Sanierung öffentlicher GebĂ€ude auf einige wenige RegierungsgebĂ€ude zu beschrĂ€nken. „Damit verkommt die Richtlinie zum Papiertiger. Dabei wissen alle Verantwortlichen, dass gerade in GebĂ€uden die grĂ¶ĂŸten Effizienzpotenziale schlummern und die öffentliche Hand als Vorbild vorangehen muss“, so NABU-Energieexperte Ulf Sieberg. Die Minister Rösler und Raumsauer betonten stets, wie wichtig steuerliche Anreize zur Förderung der energetischen Sanierung seien. Eine Einigung gebe es aber immer noch nicht. „Die Bundesregierung muss ihre Blockadepolitik in BrĂŒssel endlich beenden. Gleichzeitig muss im Vermittlungsausschuss eine Einigung in Sachen Steueranreize herbeigefĂŒhrt werden, die die Abschreibung von Maßnahmen mit hohen Energieeinsparungen begĂŒnstigt“, so Sieberg.
 
 

Zweites saniertes Passivhochhaus der Freiburger Stadtbau
BinzengrĂŒn 9 - Animation SĂŒdost / Bild: Freiburger Stadtbau
 
Zweites saniertes Passivhochhaus der Freiburger Stadtbau
Vermietungsbeginn im BinzengrĂŒn 9

105 Wohnungen im November 2012 fertiggestellt

Freiburg, 12. Juni 2012. Die Freiburger Stadtbau GmbH (FSB) beginnt mit der Neuvermietung im BinzengrĂŒn 9, dem zweiten Hochhaus in Freiburg nach dem benachbarten Haus Bugginger Straße 50, das nach Passivhausstandard saniert wird. Die 105 Wohnungen werden bereits voraussichtlich bis November diesen Jahres bezugsfertig. UrsprĂŒnglich sollte die Sanierung bis zum FrĂŒhjahr 2013 dauern. Am Samstag, 16. Juni 2012 findet vormittags eine Besichtigung fĂŒr Wohnungssuchende und Interessierte statt.

Die Hochhaussanierung im BinzengrĂŒn 9 ist in energetischer, sozialer und gestalterischer Hinsicht derzeit eines der ambitionierten Sanierungsvorhaben in Deutschland und unter dem Aspekt einer langfristigen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und der Nachhaltigkeit richtungsweisend. Die FSB investiert 11,6 Millionen Euro in das Projekt.

Fast 100 Handwerker arbeiten derzeit an den unterschiedlichen Gewerken.
FSB-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Ralf Klausmann freut sich ĂŒber den reibungslosen Ablauf: „Wir haben im BinzengrĂŒn 9 von den Erfahrungen aus der Bugginger Straße 50 profitiert und konnten somit die Fertigstellung beschleunigen. Dies kommt dem angespannten Freiburger Wohnungsmarkt zugute.“ Das 44 Jahre alte GebĂ€ude, welches durch die Sanierung nahezu auf Neubaustandard gebracht wird, befindet sich direkt neben dem im FrĂŒhjahr 2011 fertiggestellten GebĂ€ude Bugginger Straße 50.

In Zusammenarbeit mit der Quartiersarbeit Weingarten-West des Forum Weingarten 2000 e. V. erfolgt beim Projekt BinzengrĂŒn 9 eine umfangreiche BĂŒrgerbeteiligung. Die zukĂŒnftigen Bewohner/-innen und Interessierte treffen sich regelmĂ€ĂŸig zu Workshops und GesprĂ€chen ĂŒber die Planung und werden so in alle wichtigen Entscheidungsprozesse einbezogen.

Energetisch optimierte, barrierefrei erreichbare Wohnungen im Neubaustandard
Das Haus BinzengrĂŒn 9 mit 16 Wohngeschossen wird nach einem Ă€hnlichem baulichen und energetischen Konzept saniert wie das ebenfalls im Eigentum der FSB stehende NachbargebĂ€ude Bugginger Straße 50: Die alten Balkone werden in den Wohnraum einbezogen und dieser somit vergrĂ¶ĂŸert. Außerdem verringert sich dadurch die Anzahl der WĂ€rmebrĂŒcken. Dies ist ein wichtiger Erfolgsfaktor in der Passivhaussanierung.
Es entsteht eine grĂ¶ĂŸere Vielfalt an Wohnungstypen mit zwei bis fĂŒnf Zimmern. Die Anzahl der Wohnungen im BinzengrĂŒn 9 steigt nach der Sanierung von 94 auf 105. Es entstehen 39 Zwei-Zimmer-Wohnungen, 33 Drei-Zimmer-Wohnungen, 27 Vier-Zimmer-Wohnungen sowie sechs Wohnungen mit 5 Zimmern. Im Vergleich zur Bugginger Straße 50 verfĂŒgt das GebĂ€ude im BinzengrĂŒn 9 ĂŒber eine höhere Anzahl an großen Wohnungen. Alle Wohnungen sind barrierefrei erreichbar.

Das Passivhaus-Konzept mit maximalen DĂ€mmstĂ€rken, Dreifach-Verglasungen und kontrollierter LĂŒftung mit WĂ€rmerĂŒckgewinnung verbindet hohe Energieeffizienz mit optimalem Komfort fĂŒr die Bewohner/-innen. Der Gesamtenergieverbrauch des GebĂ€udes wird nach der Sanierung um ca. 78 Prozent gesenkt. Aus der benachbarten Heizzentrale mit einem gasbetriebenen Blockheizkraftwerk wird das GebĂ€ude durch FernwĂ€rme beheizt.

Neuvermietung hat begonnen
Im BinzengrĂŒn 9 sind die Vorbereitungen fĂŒr die Neuvermietung in vollem Gang: Es gibt bereits zahlreiche Interessierte fĂŒr die Wohnungen, darunter auch ca. 15 Mieter/-innen, die bereits vor der Sanierung im BinzengrĂŒn 9 gewohnt haben. Außerdem planen viele Bewohner/-innen des GebĂ€udes Bugginger Straße 2 den Umzug ins BinzengrĂŒn 9. Die Bugginger Straße 2 wird ab 2013 ebenfalls zum Passivhaus saniert. Die Vergabe der Wohnungen ist fĂŒr das FSB-MieterbĂŒro eine logistische Herausforderung, bei der die Kolleginnen und Kollegen möglichst vielen individuellen WĂŒnschen der Mieter/-innen gerecht werden möchten.

Am 21. Juli 2012 organisiert die Quartiersarbeit Weingarten West des Forum Weingarten 2000 e. V. eine Stockwerksbörse. Hier haben Interessierte die Möglichkeit, ihre eventuellen Nachbarn bereits vor dem Einzug kennenzulernen und sich ein Wunschstockwerk auszusuchen. Nach individueller Vereinbarung der Einzugstermine beginnt die FSB mit dem Umzugsmanagement. 105 EinzĂŒge mĂŒssen zum Jahreswechsel koordiniert werden. Hier gilt es, viele Faktoren zu berĂŒcksichtigen: persönliche Möglichkeiten der Mieter/-innen (z. B. Urlaub, Arbeitszeiten), die KapazitĂ€t der beauftragten Speditionen und anderen Firmen etc. Die FSB baut auf die Erfahrungen des Einzugsmanagements der Bugginger Straße 50 auf, bei dem alle Bewohner/-innen innerhalb von 8 Wochen die 138 neuen Wohnungen bezogen hatten.

Förderungen und Miethöhe im BinzengrĂŒn 9
Über das Programm „Soziale Stadt“ fördern Bund, Land und Stadt das Projekt mit 4 Millionen Euro. Die Förderung der Stadt Freiburg betrĂ€gt hiervon 1,6 Millionen Euro. Die Investition der FSB im BinzengrĂŒn 9 betrĂ€gt 7,6 Millionen Euro. DarĂŒber hinaus wird die Sanierung durch die Deutsche Energie-Agentur (dena) im Modellprojekt „Auf dem Wege zum EffizienzhausPlus“ unterstĂŒtzt. Die Modernisierung zum Passivhochhaus im BinzengrĂŒn 9 ist Teil des laufenden Programms „Weingarten West“, das die Sanierung von rund 1.300 Wohnungen im Quartier bis 2020 zum Ziel hat. Auch mit Hilfe dieser Förderungen werden nach der Sanierung die bezahlbaren Mieten auf 10 Jahre sichergestellt. Die monatliche Kaltmiete im BinzengrĂŒn 9 beginnt bei 6,40 Euro pro mÂČ/kalt. Der Standard der Wohnungen ist dem, eines Neubaus gleichzusetzen.

Über die Freiburger Stadtbau GmbH:
Die Freiburger Stadtbau GmbH (FSB) gehört dem Unternehmensverbund an, zu dem auch die Freiburger Kommunalbauten GmbH & Co. KG (FKB) und die Regio BĂ€der GmbH (RBG) gehören. Der Verbund deckt die Bereiche Wohnungs- und StĂ€dtebau, Wohnungs- und GrundstĂŒcksverwaltung, GebĂ€udesanierung und FĂŒhrung von stĂ€dtischen BĂ€dern und Parkgaragen ab. Mit fast 9.000 Wohnungen ist die Freiburger Stadtbau GmbH die grĂ¶ĂŸte Wohnbaugesellschaft in SĂŒdbaden.
 
 

 
Freiburg: Faszinierender Stadtwald - 1001 Arten in der Wonnhalde
Großer Aktionstag am Sonntag, 17. Juni, von 14 bis 18 Uhr im Waldhaus

Nach dem GEO-Tag der Artenvielfalt, der am Samstag, 16. Juni,
stattfindet, dreht sich auch am Sonntag, 17. Juni, am Waldhaus alles
um das Thema Artenvielfalt. Beim großen Aktionstag findet hier
jeder, was ihn interessiert. Aus einem breit gefÀcherten Angebot an
Exkursionen und Aktionen können sich Jung und Alt ĂŒber die
besondere Artenvielfalt des angrenzenden Stadtwaldes informieren.

Auf SpaziergÀngen geht es um die Themen Wildblumen/Wildbienen,
Vogelarten und Vogelbeobachtung, FledermÀuse sowie die riesige
Vielfalt im Stadtwald-Arboretum. Daneben locken mehrere Mitmach-
Stationen, so können Teilnehmer/innen die umliegenden GewÀsser
auf Lebewesen untersuchen, ein Baumbuch erstellen oder ein
Insektenhotel bauen. Der Aktionstag wird vom Naturpark
SĂŒdschwarzwald gefördert, der Eintritt ist frei.

Die einzelnen Veranstaltungen in der Übersicht:
Wildblumenexkursion: 14 bis 15.30 Uhr
Baumbegegnung: 14 bis 15.30 und 16 bis 17.30 Uhr
FĂŒhrung im Stadtwaldarboretum: 14 bis 15.30 und 16 bis 17.30 Uhr
Vogelexkursion: 16 bis 17.30 Uhr
Bau eines Insektenhotels: Mitmachstation, möglich von 14 bis 18 Uhr
Baumbuch erstellen: Mitmachstation, möglich von 14 bis 18 Uhr
GewÀsserdetektive: Mitmachstation, möglich von 14 bis 18 Uhr
Fledermausexkursion: 21 bis 22.30 Uhr

Die Cafeteria im Waldhaus ist von 14 bis 18 Uhr geöffnet, daneben
kann auch die neue Ausstellung „Papierwende - zukunftsfĂ€hig mit
Papier“ besichtigt werden.

Das Waldhaus ist mittwochs bis freitags von 10 bis 17 Uhr, sonntags
von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Angebote fĂŒr Schulklassen gibt es nach
Absprache auch ĂŒber die regulĂ€ren Öffnungszeiten hinaus. Infos
unter Tel. 0761-89647710 oder auf www.waldhaus-freiburg.de.
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Freiburg i.Br. und Region: Podiumsdiskussion beim Samstags-Forum
„Ziel klimaneutrales Freiburg: Welche Strategien, welche Maßnahmen? Was trĂ€gt sich finanziell und sozial?“ ist das Thema der Podiumsdiskussion beim Samstags-Forum Regio Freiburg am Samstag, 16. Juni 2012 um 10.30 Uhr in der UniversitĂ€t Freiburg i.Br., Platz der UniversitĂ€t, KollegiengebĂ€ude 1, Hörsaal 1015. Es diskutieren auch mit dem Publikum Dr. Dieter Wörner, Leiter des Umweltschutzamts der Stadt Freiburg, Meinhard Hansen, Vorsitzender der Architektenkammergruppe Freiburg, Tanja Kenkmann, Öko-Institut e.V., Peter Majer, badenova AG, Martin Ufheil, Solares Bauen und Dr. Jörg Lange, KlimabĂŒndnis Freiburg.

FĂŒr die anschließende FĂŒhrung um 13.30 Uhr zu Solarer KĂŒhlung im Green Therm Cool Center der Gewerbeakademie in Freiburg-Landwasser mit Diplomwirtschaftsingeneurin Anna Petry Elias vom Fraunhofer ISE sind Anmeldungen erbeten bis zum 15. Juni 12 Uhr an ecotrinova@web.de oder Tel. 0761-2168730 des Treffpunkts Freiburg.

Der Eintritt ist frei. Schirmherrin ist die Freiburger UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik.
Veranstalter sind ECOtrinova e.V., u-asta Umweltreferat an der UniversitĂ€t, unterstĂŒtzt vom Agenda 21-BĂŒro Freiburg, KlimabĂŒndnis Freiburg, Energieagentur Regio Freiburg, Wirtschaftsverband 100 Prozent Erneuerbare Energien, Zentrum fĂŒr Erneuerbare Energien an der UniversitĂ€t und Weiteren.
 
 

Buchtipp: Brigitte Kleinod und Friedhelm Strickler
 
Buchtipp: Brigitte Kleinod und Friedhelm Strickler "Naturnahe DachbegrĂŒnung"
Kreative Lösungen fĂŒr Garage, Carport, Laube und Co. - Platz ist auf der kleinsten HĂŒtte

Das Dach der Garage, des Carports oder GartenhĂ€uschens kann zu einer »Insel« fĂŒr Pflanzen werden, die in der Natur immer seltener werden. Brigitte Kleinod und Friedhelm Strickler zeigen in ihrem im pala-verlag erschienenen Buch »Naturnahe DachbegrĂŒnung«, wie spannend die Ansiedlung attraktiver Wildpflanzen in luftiger Höhe sein kann. Denn wenn es dort oben grĂŒnt und blĂŒht, stellen sich nach und nach KĂ€fer, Schmetterlinge, Wildbienen und Singvögel ein. Noch lebhafter geht es zu, wenn zusĂ€tzliche Nisthilfen angeboten werden. Wer will da noch auf Kies und Dachpappe blicken?
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NABU: Jede siebte Vogelart weltweit gefÀhrdet
Kiebitz / Foto: Thorsten KrĂŒger / NABU
 
NABU: Jede siebte Vogelart weltweit gefÀhrdet
Artenschwund in Deutschland vor allem durch GrĂŒnlandverlust

Berlin – Jede siebte der weltweit lebenden Vogelarten ist gefĂ€hrdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. Das ist das Ergebnis der am heutigen Donnerstag vorgestellten Roten Liste fĂŒr alle Vogelarten der Erde, die alle vier Jahr von BirdLife International, dem Dachverband des NABU, herausgegeben wird. „Seit Jahren verschlechtert sich die Situation der weltweiten VogelbestĂ€nde. Vor dieser Entwicklung dĂŒrfen wir nicht die Augen verschließen“, warnte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Der Bericht stellt vor allem fĂŒr die tropischen WĂ€lder besorgniserregende ArtenrĂŒckgĂ€nge fest, die in diesem Ausmaß bislang nicht vermutet wurden. Demnach ist allein im Amazonasgebiet das Risiko fĂŒr fast 100 Vogelarten erheblich gestiegen, schon bald auszusterben. Auch in den WĂ€ldern Madagaskars oder SĂŒdostasiens leben ĂŒberdurchschnittlich viele bedrohte Vögel. „Die Rodung der WĂ€lder fĂŒr Sojaanbau oder Rinderzucht raubt den Vögeln ihren Lebensraum. Dieser enorme Landhunger muss endlich gestoppt werden“, so Tschimpke. Bereits das Abholzen kleiner RegenwaldstĂŒcke bringe gefĂ€hrdete Kleinvogelarten, wie bestimmte AmeisenfĂ€nger oder Töpfervögel, an ihre Existenzgrenzen. Der NABU appelliert daher eindringlich an Brasiliens PrĂ€sidentin Dilma Rousseff, 20 Jahre nach Verabschiedung der BiodiversitĂ€tskonvention in Rio de Janeiro, das neue brasilianische Waldgesetz nicht aufzuweichen. Die Effekte fĂŒr den Artenschutz und das Weltklima wĂ€ren verheerend.

Auch fĂŒr nordeuropĂ€ische Arten zeichnen sich laut Bericht besorgniserregende Entwicklungen ab. So ĂŒberwintern auf der Ostsee inzwischen eine Million Eisenten weniger als noch vor 20 Jahren. Auch eine weitere Meeresente, die Samtente, ist stark rĂŒcklĂ€ufig und wurde als gefĂ€hrdet eingestuft. GrĂŒnde dafĂŒr sind der unzureichende Meeresschutz in den Rastgebieten und die Stellnetzfischerei sowie mögliche KlimaverĂ€nderungen in den Brutgebieten.

In Deutschland stehen die Vogelarten des GrĂŒnlandes am schlechtesten da. Der Umbruch von GrĂŒnland zu Acker und die Intensivierung der Nutzung auf den verbleibenden FlĂ€chen verkleinern den Lebensraum fĂŒr einst typische Wiesenvögel wie Kiebitz, Bekassine und Großer Brachvogel. Inzwischen ist etwa der KampflĂ€ufer als Brutvogel fast komplett verschwunden, und auch die Uferschnepfe ist in ihrem Bestand innerhalb von 50 Jahren um mehr als zwei Drittel eingebrochen und steht im weltweiten Kontext bereits auf der Vorwarnliste. Alarmierend ist, dass sich der Bruterfolg einiger Wiesenvögel selbst in EU-Vogelschutzgebieten nicht bessert, wie eine aktuelle Studie des NABU zeigt.

„Eine der dringendsten Aufgaben ist daher die EU-Agrarreform. Mit ihr muss die Agrarförderung so angepasst werden, dass sie eine naturgerechte Landnutzung forciert und der Naturschutz finanziell besser ausgestattet wird. DarĂŒber hinaus mĂŒssen die Landesregierungen wirkungsvolle ManagementplĂ€ne fĂŒr alle Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutzgebiete vorlegen“, forderte NABU-PrĂ€sident Tschimpke. ZusĂ€tzlich seien gezielte Artenschutzmaßnahmen notwendig. Mit ihnen konnten bereits einzelne vormals bedrohte Vogelarten in der Roten Liste herabgestuft werden. In Deutschland etwa hat sich der Bestand des Seeadlers durch konkrete Schutzmaßnahmen so stark erholt, dass er nicht mehr auf der Roten Liste zu finden ist.

Die im Auftrag der IUCN (International Union for Conservation of Nature) aktualisierte Rote Liste stellt alle vier Jahre eine umfassende Bewertung des GefÀhrdungsgrads der gut 10.000 weltweit lebenden Vogelarten dar. Sie kann eingesehen werden unter www.birdlife.org.

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Zum Foto oben: Kiebitze gehören zu den WiesenbrĂŒtern, die laut aktuellem IUCB-Bericht zu den besonders bedrohten Arten in Deutschland gehören. (Foto: Thorsten KrĂŒger / NABU)
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Die Veranstaltungen im Waldhaus Freiburg von 11. bis 17. Juni (KW 24)
Dienstag, 12. Juni, 19 Uhr:
Vortrag zur Ausstellung „Papierwende“
Am Dienstag, 12. Juni werden im Waldhaus Freiburg um 19
Uhr Licht und Schatten der Papierwirtschaft beleuchtet. Der
Schatten: Die Zellstoffgewinnung fĂŒr die Papierproduktion
verschlingt ein FĂŒnftel der gesamten weltweiten Holzernte und
enorme Mengen Energie. Das Licht: Recyclingpapier bietet
dazu eine echte Alternative und ist ein gelungenes Beispiel fĂŒr
Ressourcenschutz. Doch woran liegt es, dass sich
Recyclingprodukte nur schwer durchsetzen? Was sagt die
Ökobilanz ĂŒber Papier aus? Welchen Siegeln kann man
vertrauen? Und wofĂŒr eignen sich die verschiedenen
PapierqualitÀten? Das alles erfahren Sie in dem Vortrag von
Monika Nolle, Papierexpertin von der Arbeitsgemeinschaft
Regenwald und Artenschutz in Bielefeld (ARA). Die Teilnahme
am Vortrag ist kostenlos.

Samstag, 16. Juni, 14 - 18 Uhr:
Reihe „Die Waldapotheke“: Herstellung von Fichtensirup
und –gelee
Pflanzenheilkunde spielt in allen Kulturen der Erde eine
wichtige Rolle, wobei verschiedene Kulturen oft dieselben
KrÀuter gegen die gleichen Beschwerden anwenden. Im Kurs
„Die Waldapotheke“, der am Samstag, 16. Juni, von 14 bis 18
Uhr stattfindet, erkunden und bestimmen Sie die heimische
Pflanzenwelt entlang der WegrÀnder und im Wald. Dabei gibt
es viel ĂŒber Hausmittel und die volksheilkundliche Anwendung
von Pflanzen zu erfahren. Die Seminare, die monatlich
stattfinden, können einzeln oder zusammen gebucht werden.
Als Referentin begleitet Gudrun Janoschka, Öko- und
GesundheitspÀdagogin, die Gruppe. Der Teilnehmerbeitrag

betrÀgt 15 Euro, bei der Buchung von mehreren Terminen gibt
es eine ErmĂ€ĂŸigung. Aufgrund einer begrenzten
Teilnehmerzahl ist eine Anmeldungen bis Dienstag, 12. Juni
erforderlich. Treffpunkt ist das Waldhaus.

Sonntag, 17. Juni, 14 bis 18 Uhr:
Familienbacktag: HolunderblĂŒtenbrot
Einmal im Monat heizen wir gemeinsam den neuen
Lehmbackofen an und sammeln Leckereien, die der Wald je
nach Jahreszeit bietet. Am Sonntag, 17. Juni, zaubert
ÖkopĂ€dagogin Gudrun Janoschka von 14 bis 18 Uhr mit den
Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein HolunderblĂŒtenbrot,
welches am Ende des Backtages gemeinsam verzehrt wird.
Der Backtag ist ein Angebot fĂŒr die ganze Familie und lebt von
der aktiven Mitarbeit aller. Die Kleidung sollte der Jahreszeit
angepasst sein. Inklusive Mahlzeit kostet die Teilnahme fĂŒr
Kinder ab 6 Jahren 9 Euro, fĂŒr Erwachsene 12 Euro. Familien
zahlen maximal 25 Euro. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist,
ist eine Anmeldung bis Mittwoch, 13. Juni erforderlich.
Treffpunkt ist das Waldhaus.

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Das Waldhaus ist mittwochs bis freitags von 10 bis 17 Uhr
und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Angebote fĂŒr
Schulklassen gibt es nach Absprache auch ĂŒber die regulĂ€ren
Öffnungszeiten hinaus. Informationen unter Tel. 0761-
89647710 oder auf der Internetseite www.waldhausfreiburg.de.
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Buchtipp: Wolf Richard GĂŒnzel
 
Buchtipp: Wolf Richard GĂŒnzel "Das Insektenhotel"
Naturschutz erleben - Bauanleitungen – TierportrĂ€ts – Gartentipps

Ein neues Insektenhotel fĂŒr Wildbiene, Hummel & Co.

Was wĂ€ren Blumenwiesen und blĂŒhende KirschbĂ€ume ohne das Summen von Bienen und Hummeln? Doch was uns so selbstverstĂ€ndlich erscheint, ist zunehmend bedroht. Die natĂŒrlichen LebensrĂ€ume der fleißigen BlĂŒtenbesucher werden kleiner, Monokulturen, Umweltgifte und Gentechnik gefĂ€hrden zunehmend ihr Überleben. Wolf Richard GĂŒnzel zeigt in der ĂŒberarbeiteten und erweiterten Neuauflage seines Buches »Das Insektenhotel« aus dem pala-verlag, wie spannend Insektenschutz sein kann. Wer selbst aktiv werden möchte, darf sich auf Ideen vom Holzbauprojekt bis zur Gartengestaltung freuen.
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323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 


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