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Verschiedenes

Leipzig: Gondwanaland feiert Geburtstag
SĂŒdamerika in Gondwanaland 2012 / Foto: Zoo Leipzig
 
Leipzig: Gondwanaland feiert Geburtstag
2,32 Millionen Besucher im ersten Jahr

Happy Birthday, Gondwanaland! Aus einer Vision ist erfolgreiche Wirklichkeit geworden. Kurz vor dem ersten Geburtstag der Tropenerlebniswelt im Zoo Leipzig haben Burkhard Jung, OberbĂŒrgermeister der Stadt Leipzig, Volker Bremer, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH sowie Zoodirektor Dr. Jörg Junhold gestern eine positive Jahresbilanz gezogen. Das Großprojekt hat sich weit ĂŒber die Grenzen von Leipzig hinaus einen Namen gemacht und die ambitionierten Erwartungen in jeder Hinsicht erfĂŒllt. „Gondwanaland im Zoo Leipzig ist ein phantastischer Ort, um Tiere und Pflanzen der Tropen hautnah zu erleben. Die große Aufmerksamkeit in Nah und Fern, die Gondwanaland erzeugt hat, hat nicht nur dem Zoo, sondern unserer ganzen Stadt einen zusĂ€tzlichen beachtlichen Image- und Bekanntheitsschub gebracht“, stellt OberbĂŒrgermeister Burkhard Jung die ĂŒberregionale Bedeutung des Projektes, das 2011 zu den grĂ¶ĂŸten touristischen Infrastrukturprojekten Deutschlands gehörte, heraus.

Der Zoo Leipzig ist deutschlandweit in den Fokus von Reisenden gerĂŒckt. Mehr als 2,32 Millionen Besucher haben Gondwanaland seit der Eröffnung am 1. Juli 2011 besichtigt. Damit knĂŒpft der Zoo an das Rekordjahr 2011 an, als in zwölf Monaten erstmals mehr als zwei Millionen Besucher kamen. 82 Prozent der Besucher wohnen außerhalb von Leipzig. Von dem Anstieg der Besucherzahlen profitiert damit der gesamte Tourismussektor der Stadt Leipzig, da nicht nur Tagestouristen, sondern vermehrt auch ÜbernachtungsgĂ€ste anreisen. Volker Bremer, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH, betont, dass v.a. auch das Ziel, den Zoo als Ganzjahresziel zu positionieren, erfolgreich umgesetzt wurde: „Leipzig ist außerordentlich erfolgreich in das Jahr 2012 gestartet. Nach dem Rekordjahr 2011 stieg die Anzahl der GĂ€steankĂŒnfte im ersten Quartal 2012 nochmals um 18,1 Prozent. Einen großen Anteil an den steigenden Besucherzahlen hat die Tropenerlebniswelt Gondwanaland, die fĂŒr viele Touristen ein Anreiz war, Leipzig auch zur Winterzeit zu besuchen. Auch bei den Buchungen von Reisepaketen rund um das Thema ‚Tierisches Leipzig‘ konnten wir einen etwa 20-prozentigen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr feststellen.“

Auch Zoodirektor Dr. Jörg Junhold ist mehr als zufrieden: „Mit Gondwanaland haben wir gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen, der Stadt Leipzig und vielen Freunden und Förderern ein ambitioniertes Projekt gewagt – und wir wurden alle zusammen belohnt. Seit der Eröffnung unserer Tropenhalle haben sich alle Erwartungen bestĂ€tigt.“

Das einmalige Konzept, das die Pflanzen- und Tierwelt mit Erlebniselementen sowie dem Natur- und Artenschutzgedanken vereint, sensibilisiert breite Publikumsschichten fĂŒr das Thema der ökologischen Nachhaltigkeit. „Mit Gondwanaland kommen wir unserem Bildungsauftrag in ganz besonderer Weise nach“, hebt Dr. Junhold hervor. Die aktuelle Besucherbefragung bestĂ€tigt die positive Entwicklung und lĂ€sst auch fĂŒr die Zukunft Gutes erahnen: 87 % der Besucher wollen auf jeden Fall oder wahrscheinlich selbst wiederkommen, nahezu alle empfehlen einen Besuch im Freundes- und Bekanntenkreis weiter. FĂŒr 74 % der Befragten ist der Zoobesuch der Hauptgrund fĂŒr ihren Aufenthalt in Leipzig. Doch auch die Einheimischen kommen gern – und hĂ€ufig: 62 % von ihnen nutzen eine Jahreskarte.

Gondwanaland ist auch aus tiergĂ€rtnerischer Sicht ein Erfolg: Die Vergesellschaftung verschiedener Arten in einem Gehege ist vielfach gelungen. Vor allem das Gehege der Riesenotter, die mit Weißgesichtssakis und SilberĂ€ffchen zusammenleben, steht in der Gunst der Besucher weit oben. Zudem konnte der Zoo Leipzig das Versprechen einlösen, dass alle Großtiere schnellstmöglich einen Partner bekommen sollten. Sowohl die Zwergflusspferde wie auch die Sunda-Gaviale sind nun als Paare zu sehen. Die beiden Komodowaran-Weibchen werden derzeit noch getrennt von Kampung gehalten, da sie noch zu jung sind. Neben den erfolgreich zusammengestellten, potentiellen Zuchtpaaren konnten bereits im ersten Jahr auch Zuchterfolge vermeldet werden: Nachwuchs bei Riesenotter, Dikdik, Weißgesichtssaki, Kowari und TĂŒpfelbeutelmarder sowie bei verschiedenen Fisch- und Vogelarten spricht fĂŒr die guten Haltungsbedingungen in der Tropenhalle.

In das zweite Jahr ihres Bestehens startet die Tropenerlebniswelt Gondwanaland mit einigen Neuerungen: Neben den bewĂ€hrten Tierpatenschaften bietet der Zoo Leipzig kĂŒnftig Baumpatenschaften an. Die so generierten Spendengelder fließen in die Wiederaufforstung des Regenwaldes auf Borneo und unterstĂŒtzen damit die BemĂŒhungen zum Erhalt des Sabah-Nashorns, fĂŒr das sich der Zoo Leipzig seit 2009 engagiert. Bei ihrem Ausflug in die Tropen von Gondwanaland können sich Besucher kĂŒnftig in den Nachmittagsstunden auf Tierpflegerkommentierungen freuen. So können sie beispielsweise bei den Riesenottern und beim Zwergflusspferd Wissenswertes erfahren. DarĂŒber hinaus wird in den kommenden Wochen der Bestand an freifliegenden Vögeln wachsen – sieben weitere Arten, unter anderem RotohrbĂŒlbĂŒls und Madagaskar-Webervögel, werden zu sehen sein.

Am kommenden Sonntag wird zunĂ€chst Geburtstag gefeiert: Zoodirektor Dr. Jörg Junhold schneidet um 11 Uhr die große Geburtstagstorte an. Neben speziellen Gondwanaland-FĂŒhrungen ist auch die Bootsfahrt auf dem Gamanil fĂŒr alle GeburtstagsgĂ€ste am 1. Juli 2012 kostenfrei.
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Rio+20: Bittere Wahrheiten am Zuckerhut
Das Ergebnis von Rio+20 ist Lichtjahre entfernt ... © WWF
 
Rio+20: Bittere Wahrheiten am Zuckerhut
WWF: FlĂŒgellahme EU mit GlaubwĂŒrdigkeits- und Strategieproblemen

Rio de Janeiro/Berlin - "Die Besteigung des Rio+20-Gipfels in Brasilien endet im Basislager", so das ernĂŒchternde Fazit des WWF Deutschland vor dem letzten Verhandlungstag, an dem keine DurchbrĂŒche mehr zu erwarten sind. "Das Ergebnis ist Lichtjahre entfernt von dem, was die Erde und die Menschheit brauchen“, so Alois Vedder, der fĂŒr den WWF Deutschland am Gipfel teilnimmt. Offenbar sei derzeit auf UN-Ebene nicht mehr möglich.

Insbesondere die EU verliere bei den internationalen Verhandlungen immer mehr an Bedeutung und mĂŒsse sich wegen des verĂ€nderten globalen MachtgefĂŒges strategisch neu orientieren. Die EuropĂ€er haben in den Vorverhandlungen noch einige positive Akzente etwa zum Schutz der Meere, zum Abbau umweltzerstörerischer Subventionen oder zu den Nachhaltigkeitszielen eingebracht. Im Abschlussdokument sei davon aber kaum etwas ĂŒbriggeblieben.

"Der Bedeutungsverlust ist auch auf einen Mangel an GlaubwĂŒrdigkeit zurĂŒckzufĂŒhren", so die WWF-Analyse. Solange es bei Lippenbekenntnissen zu Nachhaltigkeit bleibe, wĂ€hrend etwa bei der Agrarreform oder bei einer Reform der europĂ€ischen Fischerei entgegengesetzte Tatsachen geschaffen wĂŒrden, werde man international nicht ernst genommen, wenn man eine GrĂŒne Wirtschaftsweise einfordere. Im Gegenteil: Das Beharren auf Subventionen fĂŒr die EU-Landwirtschaft in der EU stellte sich als Schwachstelle bei der Diskussion um das Auslaufen von Subventionen fĂŒr fossile Energien heraus.

Der WWF fordert von der Bundesregierung eine spĂŒrbare KursĂ€nderung bei den EU-Reformen. Insbesondere Ilse Aigner stehe in der Verantwortung. Die Landwirtschaftsministerin klammere sich an die milliardenschwere Subventionierung des Agrarsektors, ohne die Finanzierung aus Steuergeldern an Nachhaltigkeitsstandards zu koppeln. "Eine solche Politik ist ein Anachronismus und international im 21. Jahrhundert nicht mehr vorzeigbar," so die Bewertung von Alois Vedder. Auch bei der Fischereipolitik mĂŒsse Deutschland aus der Deckung kommen und sich aktiver fĂŒr eine Wende zu einer nachhaltigen Fischerei einsetzen.

Als ein bedeutender Schwachpunkt der EU und anderer IndustrielĂ€nder stellte sich der zu geringe Ehrgeiz beim Klimaschutz heraus, der besonders von den EntwicklungslĂ€ndern scharf kritisiert wird und sie bei eigenen Verpflichtungen zögern lĂ€sst. Dass die EU sich nicht endlich auf das klar erreichbare Ziel einer Reduzierung der Treibhausgasemissionen von 30 Prozent im Vergleich zu 1990 festlege, sei ein Angriffspunkt, der ihren FĂŒhrungsanspruch bei der Nachhaltigkeit torpediert.

Den neuen Umweltminister und Europaexperten Peter Altmaier fordert der WWF auf, bei den EU-Reformen mehr Flagge zu zeigen als sein VorgÀnger. Ansonsten könne man zum Beispiel die bereits beschlossenen EU-Ziele zum Erhalt der biologischen Vielfalt gleich abschreiben.

WWF Kurzbewertung der Ergebnisse

Green Economy:
Positiv: Es gibt nun ein gemeinsames positives VerstÀndnis von Green Economy
Negativ: Eine „ Green Economy Roadmap“, wie von der EU vorgeschlagen, die den Prozess verbindlicher machen sollte, hatte keine Chance

Institutionen fĂŒr Nachhaltigkeit:
Die UNEP wird nicht zur UN-Agentur, aber erste Schritte, die in diese Richtung fĂŒhren können, wurden beschlossen. Die Aufwertung der Kommission fĂŒr nachhaltige Entwicklung (CSD) zum einflussreicheren globalen Nachhaltigkeitsrat ist gescheitert, sie wurde nur zu einem „Forum“ aufgewertet.

Indikatoren fĂŒr Wohlstand, die ĂŒber das Bruttoinlandsprodukt hinausgehen:
Negativ: Das Dokument wirft den Prozess auf den Stand von 1992 zurĂŒck. Außer der grundsĂ€tzlichen Feststellung, dass Wachstum zur nachhaltigen Entwicklung beitragen muss, ist nichts Greifbares beschlossen worden

Nachhaltige Entwicklungsziele (SDGs):
Positiv: SDGs sollen bis 2015 in Millennium-Entwicklungsziele integriert werden, um deren Zielstellungen und –erfĂŒllungen nicht zu unterminieren. Wichtig ist die Festlegung, dass Ziele mit Indikatoren versehen werden sollen. Einige gute Prinzipien fĂŒr SDGs im Text wurden geschwĂ€cht durch das Wort „anzustreben“.
Negativ: Es wurden keine Ziele verabschiedet. Man einigte sich lediglich auf den Prozess, SDGs zu entwickeln und zu beschließen

Energie:
Negativ: Der Text ist schwach und legt sich nicht fest. Zum angestrebten „Energiezugang fĂŒr alle“ wird nur der Start einer Initiative bestĂ€tigt. Es fehlt eine Jahreszahl, wann das Ziel erreicht werden soll. Nicht einmal der Ausbau Erneuerbarer Energien wird thematisiert. Was „Sustainable Modern Energies“ sind, wird der individuellen Definition ĂŒberlassen.

Subventionen fĂŒr fossile Energien:
Der Paragraf zum Auslaufen wurde in letzter Minute aus dem Energieteil gekippt und in stark abgeschwĂ€chter Form sehr allgemein (EinschrĂ€nkung auf „ineffiziente“ Subventionen ohne ErklĂ€rung, was das sein soll und ohne Zeitlimit) unter „Consumption and Production“ untergebracht.

Wasser:
Leicht positiv: Im Vergleich zu Johannesburg-Vereinbarungen sind einige gute Formulierungen zur Wechselbeziehung mit Ökosystemen und deren Rolle fĂŒr WasserverfĂŒgbarkeit sowie neue Verpflichtungen zum Wassermanagement enthalten. Es wird anerkannt, dass Wasser ein Kernbereich der nachhaltigen Entwicklung darstellt. Der Versuch, das Prinzip der gemeinsamen Verantwortung von grenzĂŒbergreifenden Wasserökosystemen aufzuweichen konnte abgewehrt werden.

Meere:
Negativ: In letzter Minute wurde eine bereits im vorigen Text enthaltene Vereinbarung zur Umsetzung des UNO-SeerechtsĂŒbereinkommens gestrichen, die den Schutz der Hohen See ermöglichen sollte – bis dahin eines der wenigen wirklich guten und wichtigen Zwischenergebnisse.

WĂ€lder:
Negativ: Kein Ziel zum Entwaldungsstopp.

zum Bild oben:
Das Ergebnis von Rio+20 ist Lichtjahre entfernt von dem, was die Erde und die Menschheit braucht. © WWF
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>Global denken - lokal handeln! Die Zukunft, die WIR wollen<
Freiburger ErklĂ€rung zum UN-Erdgipfel „Rio + 20“: VerbĂ€nde, Vereine und zahlreiche weitere Unterzeichner fordern u.a. starke Nachhaltigkeit, Erhalt der Lebensgrundlagen, gemeinwohlorientiertes naturvertrĂ€gliches Wirtschaften und Umsetzen der Problemlösungen „von unten“. Diese ErklĂ€rung wurde an Bundeskanzlerin Merkel, MinisterprĂ€sident Kretschmann und den Freiburger OberbĂŒrgermeister Salomon ĂŒberreicht.

> FĂŒr die jetzigen als auch folgenden Generationen ein menschenwĂŒrdiges Leben ermöglichen und die natĂŒrlichen Lebensgrundlagen dauerhaft bewahren, das sind zentrale Forderungen der „Freiburger ErklĂ€rung: Global denken - lokal handeln! Nachhaltig vor Ort und ĂŒberall - die Zukunft, die WIR wollen“ an die kommende UN-Weltkonferenz ĂŒber nachhaltige Entwicklung UNCSD „Rio+20“ vom 20. bis 22. Juni 2012 in Rio de Janeiro. Die ErklĂ€rung ist von 13 in Freiburg i.Br. und Stuttgart ansĂ€ssigen Organisationen mit ĂŒber 80.000 Mitgliedern und zahlreichen Mitgliedsvereinen in Baden-WĂŒrttemberg erstunterzeichnet sowie von weiteren Vereinen und ĂŒber 750 engagierten Einzelpersonen vor allem aus dem Breisgau mit unterzeichnet. Sie erging am 18. Juni an Bundeskanzlerin Angela Merkel, MinisterprĂ€sident Winfried Kretschmann, Stuttgart, und den Freiburger OberbĂŒrgermeister Dieter Salomon und ĂŒberreicht diesen und der Öffentlichkeit zentrale Erfahrungen sowie dringliche VorschlĂ€ge „von unten“ fĂŒr Rio+20 im Hinblick auf die mangelhafte Umsetzung der BeschlĂŒsse des UN-Erdgipfels von Rio 1992 und den weiterhin unakzeptablen Zustand der Welt.

Die Menschenrechte und damit auch der gerechte Zugang aller Menschen zu ihren Lebensgrundlagen, die erforderliche strenge Auslegung der „Nachhaltigkeit“ sowie der begrenzte „Umweltraum“ der Erde sind die Grundlage der Forderungen der ErklĂ€rung. Die Unterzeichner verlangen insbesondere die Energiewende weg von fossiler und Atomenergie hin zu 100 Prozent erneuerbaren Energien, hin zu hoher Effizienz und GenĂŒgsamkeit sowie zu dezentralen, demokratischen Energiestrukturen. Risiko- und Herrschaftstechnologien wie Atomwaffen, Atomenergienutzung und Agrogentechnik sollen geĂ€chtet werden. Landwirtschaft und Gartenbau mĂŒssten vorrangig und in globaler Verantwortung der ErnĂ€hrung dienen, dies mit konzernunabhĂ€ngiger Saatguttradition.

Dem von ihnen bei „Rio+20“ befĂŒrchteten „Greenwashing“ von nicht nachhaltigen Technologien und Verfahren setzten sie mit der „Freiburger ErklĂ€rung“ entgegen, dass die Wirtschaft ihre Gemeinwohlorientierung dadurch erweisen mĂŒsse, dass sie naturvertrĂ€glich wird. Sie mĂŒsse sich zudem in den Dienst aller Menschen und ihrer dem Frieden dienenden Zusammenarbeit stellen. Rechtsstaatliche Standards wie Verursacherhaftung und das Vorsorgeprinzip mĂŒssten weltweit durchgesetzt werden.

Der UN-Erdgipfel von Rio de Janeiro 1992 habe laut ErklĂ€rung trotz der dort beschlossenen Konventionen zum Klimaschutz und zur Artenvielfalt sowie mit dem weltweitem Aktionsprogramm Agenda 21 bis heute nicht die erhofften weit reichenden positiven Wirkungen entfaltet. Im Gegenteil: Die BeschlĂŒsse seien von mehreren Staaten nicht ratifiziert oder unterlaufen und von der 1994 gegrĂŒndeten Welthandelsorganisation WTO faktisch entwertet worden. Unter anderem Hunger und Armut, Überfluss und Verschwendung, die Zerstörung natĂŒrlicher Lebensgrundlagen und die GefĂ€hrdung der BiosphĂ€re insgesamt stĂŒnden weiterhin unakzeptabel fĂŒr den Zustand der Welt. - Positiv entwickelt hĂ€tten sich dagegen in sehr vielen StĂ€dten und Dörfern konkrete Einsichten und AktivitĂ€ten, die „von unten“ dezentral und vernetzt zu Problemlösungen beitragen. Leitgedanken der Menschen und Kommunen hierbei seien „Eine Welt fĂŒr globale Verantwortung und Gerechtigkeit“ und das Motto „Global denken – lokal handeln“.

Die Unterzeichner sehen sich vielfach nicht ausreichend vertreten durch offizielle ReprÀsentanten bei den Vereinten Nationen, in internationalen Konferenzen und von demokratisch mangelhaft legitimierten Organisationen wie der WTO. Sie schlagen daher vor, eine transnationale Demokratisierung voranzubringen, die in einem regional verankerten Rat der Vereinten Zivilgesellschaften (Council of United Civilians) gipfeln solle.

Initiatoren der Freiburger ErklĂ€rung sind in Freiburg i.Br. und Stuttgart ansĂ€ssige Organisationen der BĂŒrgerschaft: BUND Landesverband Baden-WĂŒrttemberg e.V., BUND Regionalverband SĂŒdlicher Oberrhein e.V., ECOtrinova e.V., Eine Welt Forum Freiburg e.V., Freiburger Kantstiftung, FreiTaler Verein fĂŒr nach­haltiges Wirtschaften e.V., Greenpeace Freiburg, Initiativgruppe Gemeinwohl-Ökonomie Freiburg, Innovation Academy e.V., IPPNW-Regionalgruppe Freiburg, Projekt Lebensdorf, Slow Food Freiburg, Transition Town Freiburg, unterstĂŒtzt von AWC Deutschland e.V. (Deutscher Zweig der Association of World Citizens), Brasilieninitiative Freiburg e.V., Freiburger Institut fĂŒr Umweltchemie e.V., ĂŒber 750 Einzelpersonen sowie vom Netzwerk 100 Prozent Erneuerbare-Energien-Regionen.<

Der volle Wortlaut der Freiburger ErklÀrung ist zu ersehen u.a. auf der Startseite von www.ecotrinova.de
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Buchtipp: Marianne Botta und Dr. Nicolai Worm
 
Buchtipp: Marianne Botta und Dr. Nicolai Worm "Das große LOGI-Familienkochbuch"
Die LOGI-ErnĂ€hrungsmethode fĂŒr die ganze Familie in Theorie und Praxis. Mit 40 tollen Rezepten, die auch Kindern schmecken. Familien erfolgreich gesund, glĂŒcklich und schlank machen – mit der LOGI-Methode!

Erschreckend viele Kinder und Jugendliche bringen heute viel zu viele Pfunde auf die Waage. Fast alle diese Kinder haben bereits ĂŒbergewichtige Eltern. Wenn hier der Teufelskreis aus Übergewicht und Zivilisationskrankheiten erfolgreich durchbrochen werden soll, muss die ganze Familie in einen Umdenk- und Umlernprozess einbezogen werden.
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ElektromobilitÀt unter Spannung
Nationale Plattform ElektromobilitĂ€t (NPE) ĂŒbergibt dritten Fortschrittsbericht

Berlin - Am vergangenen Mittwoch wurde der dritte Bericht der Nationalen Plattform ElektromobilitĂ€t (NPE) an die Minister Philipp Rösler und Peter Ramsauer ĂŒbergeben. Die in der NPE vertretenen VerbĂ€nde Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), Klima-BĂŒndnis, NABU und WWF bewerten den Stand der Arbeit und prĂ€sentieren Erwartungen an die nĂ€chste Arbeitsphase.

Der Fortschrittsbericht ist geprĂ€gt durch die Fortschreibung und Detaillierung der Empfehlungen des zweiten Berichtes und weniger durch konkrete neue Ergebnisse. Die VerbĂ€nde kritisieren aber, dass eine stĂ€rkere Förderung von Fahrzeugen und Infrastruktur weiterhin aus Steuergeldern finanziert werden soll. So stellt der Bericht fest, dass die bisherige Förderung ausreichend sei um bis zu 600.000 Elektroautos bis 2020 auf die Straßen zu bringen und hĂ€lt das Ziel von 1 Million Fahrzeuge nur mit weiterer finanzieller UnterstĂŒtzung fĂŒr erreichbar. Aus Sicht der VerbĂ€nde komme es jedoch beim Markthochlauf auf eine nachhaltige Umgestaltung des Angebots mit effizienten und marktfĂ€higen Fahrzeugen an und nicht unbedingt auf das punktgenaue Erreichen von Absatzzielen in einem bestimmten Jahr. Verschiedene Szenarien haben gezeigt, dass ohne weitere Förderung dieses Ziel bis 2022 erreichbar sei. Die VerbĂ€nde begrĂŒĂŸen allerdings, dass die NPE sich mit dieser Fragestellung nochmals durch ein erneutes transparentes Ausschreibungsverfahren befassen will.

„Wenn Steuergelder fĂŒr die MarkteinfĂŒhrung von Elektroautos fließen, dann muss jeder BĂŒrger nachvollziehen können, warum die Förderung nötig und richtig ist. Diese BegrĂŒndung liefert auch der aktuelle Bericht der NPE nicht. Daher freuen wir uns, dass das Berechnungsmodell neu ausgeschrieben wird“, sagte Viviane Raddatz, Verkehrsexpertin beim WWF.

Als konkrete Fortschritte fĂŒr die ElektromobilitĂ€t in Deutschland begrĂŒĂŸen die VerbĂ€nde die Ausschreibung und Vergabe der Schaufensterregionen. Hier kĂ€me es nun darauf an, in der Umsetzung möglichst tragfĂ€hige Konzepte und GeschĂ€ftsmodelle fĂŒr Infrastruktur und Netzeinbindung zu prĂŒfen und ElektromobilitĂ€t in der Öffentlichkeit positiv erfahrbar zu machen.

In den nĂ€chsten zwei Jahren sei es vordringlich, die Empfehlungen der NPE fĂŒr die Öffentlichkeit nachvollziehbar zu machen und stĂ€rker an umwelt- und klimapolitischen Zielen auszurichten. Zu einer umfassenden Bewertung der Fördernotwendigkeiten gehöre auch die Einbeziehung bislang im Bericht nicht aufgenommener Maßnahmen und Berechnungsgrundlagen. Auch vermiedene Strafzahlungen der Automobilhersteller durch die Elektroautos fĂŒr eine Überschreitung des CO2-Grenzwertes der Neuwagenflotte mĂŒssten auf der Habenseite der Elektroautos berĂŒcksichtigt werden. Hier bestehe bei der NPE noch großer Nachholbedarf.

„Wenn im nĂ€chsten Bericht im Jahr 2014 die zugrundeliegenden Berechnungsmodelle neu aufgesetzt werden und der Infrastrukturbedarf und GeschĂ€ftsmodelle bis dahin in den Schaufensterprojekten geprĂŒft werden, sind wir einen großen Schritt weiter“, sagte Dr. Dag Schulze, Bereichsleiter Energie beim Klima-BĂŒndnis e.V. „Dann zeigt sich, ob die Nationale Plattform die ElektromobilitĂ€t in Deutschland weiter voranbringen kann.“

DafĂŒr gelte es auch, ElektromobilitĂ€t im Kontext weitere Klimaschutzmaßnahmen im Verkehr zu betrachten: „Wer mehr Elektroautos auf den Straßen sehen möchte, der muss sich fĂŒr einen ambitionierten CO2-Grenzwert von 80 g CO2/km im Jahre 2020 einsetzen. Jedes Gramm mehr wird dazu fĂŒhren, dass der Marktdurchbruch der Elektroautos weiter in die Zukunft verschoben wird“, sagte NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger. Die Bundesregierung mĂŒsse sich in diesem Sinne zu strengen CO2-Grenzwerten bekennen, denn in wenigen Wochen wird die EU-Kommission einen Gesetzvorschlag dazu veröffentlichen.

„Mit dem effizienten Elektroantrieb und der einfachen, weil direkten, Nutzung von regenerativem Strom kann in Kombination mit einem intermodalen Verkehrsmix eine umweltgerechte MobilitĂ€t entwickelt werden. ZusĂ€tzlich bietet die E-MobilitĂ€t die große Möglichkeit nicht nur die zunehmenden Erneuerbaren Energien zu integrieren, sondern auch primĂ€r vor Ort in den Niederspannungsnetzen fĂŒr regionale StabilitĂ€t zu sorgen. Hierzu haben wir die I.D.E.E. als Intelligentes Förderkonzept fĂŒr Erneuerbare ElektromobilitĂ€t in der NPE entwickelt und eingebracht, um MarkteinfĂŒhrung mit smarter Technik und motivierten Nutzern zu kombinieren“, sagte Thomic Ruschmeyer, Vertreter des BEE in der NPE.

Die Nationale Plattform ElektromobilitĂ€t wurde im Mai 2010 von der Bundesregierung eingesetzt, um Empfehlungen fĂŒr die erfolgreiche und klimapolitisch sinnvolle MarkteinfĂŒhrung von Elektrofahrzeugen zu erarbeiten. Die sieben Arbeitsgruppen der Plattform setzen sich aus Vertretern der Automobil- und Energieindustrie, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen.
 
 

ÖKO-TEST HANDBUCH Gesundheit
 
ÖKO-TEST HANDBUCH Gesundheit
Das aktuelle ÖKO-TEST HANDBUCH Gesundheit gibt es seit dem 15. Juni 2012 im Zeitschriftenhandel. Es kostet 8,90 Euro.

Gesund leben: Die Deutschen haben im vergangenen Jahr 27,1 Milliarden Euro fĂŒr Arzneimittel ausgegeben. FĂŒr die Pharmaindustrie ist das ein lukratives GeschĂ€ft. Doch nicht immer nutzen die PrĂ€parate auch der Gesundheit der Menschen. Denn manche sind schlichtweg ĂŒberflĂŒssig, wie etwa viele NahrungsergĂ€nzungsmittel. Bei anderen PrĂ€paraten ist es wiederum schwierig, die richtigen zu finden, wenn man auf bewĂ€hrte Wirkstoffe wert legt oder bestimmte Nebenwirkungen vermeiden will. Das neue ÖKO-TEST HANDBUCH Gesundheit sagt Ihnen, welche Produkte wirklich helfen. Ebenso erfahren Sie, was Sie fĂŒr Ihr Wohlbefinden tun können, wie sich Allergien behandeln lassen, welche alternativen Heilmethoden sinnvoll sind, was man gegen Schlafstörungen machen kann und vieles mehr.


Tests
‱ TEST Sonnenschutzmittel: Viele Produkte enthalten bedenkliche UV-Filter, die unter Verdacht stehen, wie Hormone zu wirken. Wer ein gutes Produkt kaufen möchte, kann sich allerdings nicht am Preis orientieren, denn dieser ist kein Indikator fĂŒr QualitĂ€t. Gerade viele hochpreisigen Marken kann man getrost im Regal stehen lassen, denn es gibt gĂŒnstigere mit besserer Zusammensetzung.

‱ TEST Mittel gegen trockene Augen: Nicht zuletzt durch die Arbeit am Computer nehmen derzeit Benetzungsstörungen der Augen zu. Hier hilft kĂŒnstliche TrĂ€nenflĂŒssigkeit. Das Angebot ist jedoch sehr unterschiedlich. WĂ€hrend es einerseits viele „sehr gute“ Produkte gibt, sind die anderen „mangelhaft“ oder ungenĂŒgend“, weil sie verzichtbare Substanzen wie Konservierungsmittel beinhalten, die den TrĂ€nenfilm noch weiter schĂ€digen und sogar giftig auf Horn- und Bindehaut wirken können.

‱ TEST Blutfettsenker: Omega-3-FettsĂ€uren gelten als Wunderwaffen im Kampf gegen erhöhte Blutfettwerte und zur Vorbeugung von GefĂ€ĂŸ- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie stecken nicht nur in Arzneimitteln, sondern auch in vielen NahrungsergĂ€nzungsmitteln. FĂŒr gesunde Menschen haben die Kapseln mit Fisch- und Leinöl jedoch keinen Nutzen.

‱ TEST Schmerzmittel: Die meisten getesteten PrĂ€parate gegen Kopf-, Zahn- und Regelschmerzen sind rundum in Ordnung. Doch gerade die bekannten Marken sieht ÖKO-TEST kritisch. Denn sie enthalten etwa Koffein, dessen belebende Wirkung dazu verleiten kann, das Mittel lĂ€nger als notwendig einzunehmen, oder Wirkstoffkombinationen, die das Nebenwirkungsrisiko erhöhen.


Außerdem
‱ Mythos Cholesterin: Die Warnung vor dem Herzkiller Cholesterin hat Millionen von Deutschen die Butter auf dem Brot und das FrĂŒhstĂŒcksei vermiest. Doch viele Studien zeigen: Das Fett im Blut taugt nicht viel als Risikofaktor. Und nicht jeder, der einen erhöhten Cholesterinspiegel hat, muss dagegen Medikamente einnehmen.

‱ Medizinische Checks: Viele Krankheiten können besser behandelt oder sogar ganz geheilt werden, wenn sie rechtzeitig erkannt werden. Vorsorgeuntersuchungen zu nutzen, hat deshalb Sinn. ÖKO-TEST erklĂ€rt, welche fĂŒr Frauen und MĂ€nner sinnvoll sind und welche Programme in der Kritik stehen.

‱ BlasenschwĂ€che – nur keine Scham: Inkontinenz ist kein Thema, ĂŒber das man gern redet. Dabei sind rund fĂŒnf Millionen Deutsche davon betroffen. Und man kann eine Menge dagegen tun.


Weitere Tests
‱ Allergiemittel ‱ milbendichte BezĂŒge ‱ GerĂ€te gegen RĂŒckenschmerzen ‱ MultivitaminprĂ€parate 50+ ‱ Calcium- plus Vitamin-D-PrĂ€parate ‱ Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden ‱ Prostatamittel ‱ pflanzliche Schmerz-/Rheumamittel ‱ Gleitmittel ‱ Kissen ‱ Schaumstoffmatratzen ‱ Schlafmittel ‱ Cellulitemittel ‱ Cremes fĂŒr trockene Haut ‱ Basispflege fĂŒr Neurodermitiker ‱ Lippenpflegestifte mit UV-Schutz ‱ Hornhautmittel ‱ Fußpilzmittel ‱ BlutdruckmessgerĂ€te ‱ Venenmittel ‱ Grippemittel ‱ Halsschmerzmittel ‱ Hustenmittel ‱ Durchfallmittel ‱ Schnupfenmittel
 
 

CD-Tipp: Brahmadev M Anders-Hoepgen
 
CD-Tipp: Brahmadev M Anders-Hoepgen "Besser schlafen. Entspannung fĂŒr die Nacht"
GefĂŒhrte Meditation - Noch besser schlafen können. Schlaf ist ein wichtiger Mechanismus unseres Geistes, um sich wieder mit frischer Energie und Willenskraft aufzuladen, Erlebnisse zu verarbeiten und zur Ruhe zu kommen. Wenn der Schlaf ausbleibt oder ganz einfach nicht effizient genug ist, fĂŒhrt das zu erhöhtem Stress, Unaufmerksamkeit und sogar Krankheit. Schlafmangel kommt aus Sicht des Yoga meist durch eine ÜberaktivitĂ€t oder eine ÜbermĂŒdung des Geistes. Die hier aufgenommenen Übungen helfen, den Stress des Tages abzulegen, den Geist zur Ruhe zu bringen und ihn mit der nötigen Energie zu versorgen, sodass man tief und entspannt schlafen kann.

Wer Besser schlafen kann, fĂŒr den wird das Aufwachen zu einem schönen Erlebnis!

Audio-CD mit einer Spieldauer ca. 70 Minuten

systemed 2012, EUR 12,99 (D)
ISBN 978-3-942772-25-9
 
 

Freiburg steigt in der Solarbundesliga auf!
BĂŒrgerbeteiligungsanlage des fesa e.V. auf dem SC Stadion
 
Freiburg steigt in der Solarbundesliga auf!
Freiburg macht drei PlĂ€tze gut und landet auf Rang 4 - Großanlage vom Eichelbuck bringt Freiburg deutliche Punkte

Freiburg, 19.06.2012: Trotz der Inbetriebnahme der bisher grĂ¶ĂŸten Freiburger Solaranlage am Eichelbuck mit 2,5 Megawatt peak (MWp) im vergangenen Dezember startete Freiburg auf Platz 6 der Solarbundesliga ins neue Jahr - und rutschte im Verlauf sogar noch auf Platz 7 ab. 2003 bis 2006 stand die Stadt auf Rang 1 - wurde in den folgenden Jahren jedoch von StĂ€dten wie Ulm und Ingolstadt ĂŒberholt. Doch der AbwĂ€rtstrend scheint gebrochen - erstmals machte Freiburg wieder Punkte gut und landet knapp hinter Erlangen, aber recht deutlich vor Reutlingen auf dem vierten Platz.

Dritter Platz ist machbar

"Der dritte Platz muss zur Herbstmeisterschaft machbar sein!", meint Nico Storz, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des regionalen Vereins fĂŒr Erneuerbare Energien, fesa e.V. Nur auf die ersten beiden RĂ€nge braucht sich Freiburg auf absehbare Zeit erst mal keine Hoffnungen zu machen. Ulm und Ingolstadt liegen in der Tabelle der GroßstĂ€dte mit ĂŒber 160 Punkten weit vorne - gefolgt von Erlangen mit 91 und Freiburg mit 90 Punkten.
"Große StĂ€dte haben es grundsĂ€tzlich schwerer, FlĂ€chen fĂŒr Fotovoltaik und Solarthermie zu erschließen", erlĂ€utert Nico Storz, "Deshalb ist es ganz beachtlich, dass sich Freiburg nach wie vor mit ĂŒber 200.000 Einwohnern in den Top10 der GroßstĂ€dte behauptet", so Storz weiter. Die GrĂŒnde, warum große StĂ€dte mehr HĂŒrden meistern mĂŒssen, sind zahlreich. Anders als auf dem Land, wo privater Hausbesitz weit verbreitet ist, sind die EigentumsverhĂ€ltnisse von WohngebĂ€uden in StĂ€dten komplizierter. Um ein Dach mit Fotovoltaik zu bestĂŒcken, mĂŒssen hier EigentĂŒmergemeinschaften, Erbgemeinschaften oder Investoren ĂŒberzeugt werden - was sich lange ziehen kann und viel Überzeugungsarbeit benötigt. In Freiburg kommt hinzu, dass verglichen mit anderen StĂ€dten wenig IndustriedĂ€cher zur VerfĂŒgung stehen und die Einwohner sehr dicht beieinander wohnen: Mit 36,3 mÂČ WohnflĂ€che je Einwohner liegt Freiburg im Deutschlandvergleich fast auf dem letzten Platz - im Schnitt hatte in Baden-WĂŒrttemberg 2010 jeder Einwohner 42,9 mÂČ zur VerfĂŒgung. Je weniger WohnflĂ€che, desto weniger DachflĂ€che fĂŒr Fotovoltaik stehen je Einwohner zur VerfĂŒgung - und die Solarbundesliga misst genau diesen Wert, nĂ€mlich die Solarthermie in mÂČ je Einwohner sowie die Fotovoltaik in Watt je Einwohner.

Freiburg nutzt sein Potenzial

"Trotz etwas schwierigerer Ausgangsbedingungen hat Freiburg einen ganz bedeutenden Vorteil: Eine den Erneuerbaren Energien gegenĂŒber sehr aufgeschlossene Bevölkerung", erlĂ€utert Nico Storz vom fesa e.V. Seitdem 1994 die erste BĂŒrgerbeteiligungssolaranlage des fesa e.V. in Betrieb ging, hat Freiburg seine Vorreiterrolle in Sachen Erneuerbare Energien behalten. Zahlreiche Unternehmer, Architekten, die Verwaltung der Stadt Freiburg, die regionalen Energieversorger und insbesondere eine Vielzahl von Privatpersonen setzen sich ehrgeizig fĂŒr die Energiewende ein. Laut der FREE-Sun Statistik der Stadt Freiburg aus dem Jahr 2009 hat die Stadt ein theoretisches Potenzial von 3,3 Millionen Quadratmetern DachflĂ€che. Nur mit Fotovoltaik belegt wĂŒrde dies eine Gesamtleitung von 300 MWp ergeben.

Solarenergie ist nicht alles - der Mix zÀhlt

"Ausschlaggebend fĂŒr den Erfolg ist nicht nur ein guter Platz in der Solarbundesliga", erlĂ€utert Nico Storz. "Um die Energiewende zu einer 100-prozentigen Umstellung auf Erneuerbare Energien zu erreichen, brauchen wir einen intelligenten Mix mit Energiegewinnung aus Sonne, Wind, Wasser, Geothermie, Biomasse und insbesondere der Energieeffizienz." Die Studie "Freiburg 2050 - auf dem Weg zur KlimaneutralitĂ€t" zeigt die hohen Anforderungen, die auf die Stadt zukommen. "Mehr denn je brauchen wir einen hohen Einsatz der Bevölkerung, AufklĂ€rung auf allen Ebenen und viel Überzeugungsarbeit, um die ehrgeizigen Ziele in Sachen Klimaschutz zu erreichen", bestĂ€tigt Nico Storz.

Solaranlage am Eichelbuck trÀgt zum Erfolg bei

Anders als in anderen Regionen gibt es auf Freiburger Gemarkung keine großen FreiflĂ€chenanlagen, was den Erfolg in der Solarbundesliga umso beachtlicher macht. Die bisher grĂ¶ĂŸte Freiburger Fotovoltaikanlage mit 2,5 MWp auf dem Eichelbuck wurde am 20.12.2011 feierlich in Betrieb genommen. Der Eichelbuck als ehemalige MĂŒlldeponie zĂ€hlt als KonversionsflĂ€che, da das zuvor brach liegende Land landwirtschaftlich nicht nutzbar ist und der Nahrungsmittelproduktion somit keine Konkurrenz bietet. "Es muss absolute PrioritĂ€t haben, alle DachflĂ€chen und brachliegenden FreiflĂ€chen zur Gewinnung von Solarenergie zu verwenden. Eine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion soll vermieden werden", ist Nico Storz ĂŒberzeugt, "Denn zu Recht wollen die Freiburger auf dem Tuniberg lieber Weintrauben statt Solaranlagen wachsen sehen." Die Solarbundesliga honoriert diese Einstellung: Eine Vielzahl dezentraler, kleinerer Anlagen wird höher bewertet als wenige große Anlagen.
"Freiburgs Platz in den Top10 der Solarbundesliga ist ein schöner Nebeneffekt der ehrgeizigen Energiewende in der Region - darĂŒber hinaus dĂŒrfen wir jedoch das eigentliche Ziel, eine umfassende, demokratische und dezentrale Energiewende unter Einbezug einer Vielfalt an Technologien und mit breiter Akzeptanz und Beteiligung der Bevölkerung nicht aus den Augen verlieren", schließt Nico Storz.

Veranstaltungshinweis

Um den Ausbau der Solarenergie voranzutreiben veranstaltet die Stadt Freiburg in Zusammenarbeit mit dem fesa e.V. das Fachseminar "Gemeinsam von Solaranlagen profitieren", das insbesondere WohnungseigentĂŒmer, EigentĂŒmergemeinschaften, Genossenschaften oder Wohnbaugenossenschaften anspricht und ĂŒber die aktuellen Rahmenbedingungen, die Direktvermarktung und den Eigenverbrauch von Solarstrom informiert. ZusĂ€tzlich besteht die Möglichkeit fĂŒr Interessierte, sich direkt vor Ort von Finanzierungsexperten beraten zu lassen.

Datum und Ort:
Seminar: Mittwoch, 4. Juli, 18:30 Uhr, Gertrud-Luckner-Gewerbeschule, Kirchstraße 4
Exkursion: Freitag, 6. Juli, 18:00, Opfingen

Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldung an umweltschutzamt@stadt.freiburg.de
 
 



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