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Dienstag, 24. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
Stimmt¬īs oder stimmt¬īs nicht: alles rund ums Thema Essen
Spinat darf man keinesfalls aufw√§rmen, lautet ein eisernes K√ľchengesetz. Aber ist aufgew√§rmter Spinat tats√§chlich so gesundheitssch√§dlich? Und ist ein Glas Rotwein am Tag wirklich gesund? √ĖKO-TEST kl√§rt auf, ob solche Ratschl√§ge und K√ľchenweisheiten tats√§chlich wissenschaftlich wahr sind.


Mit Olivenöl darf man nicht braten
Stimmt nicht. Dank seines hohen Anteils an Vitamin E und der Zusammensetzung seiner Fetts√§uren ist Oliven√∂l sogar recht hitzebest√§ndig. Selbst natives Oliven√∂l l√§sst sich ohne weiteres bis auf 180 Grad Celsius erhitzen und eignet sich so zum Grillen √ľber Alufolie, Backen, Braten und Frittieren.

Orangensaft verbessert die Eisenaufnahme
Richtig. Wer ein Glas Orangensaft zum Essen trinkt, verbessert die Eisenverwertung aus der Nahrung. Das liegt am hohen Vitamin-C-Gehalt des Orangensafts. Vitamin C reduziert dreiwertiges Eisen zu zweiwertigem. Und zweiwertiges Eisen kann unser Körper sehr viel besser aufnehmen. Schwarzer Tee ist dagegen ein Eisenfresser. Seine Inhaltsstoffe Phytin, Phosphat und Gerbsäure bilden mit Eisen Komplexe und verhindern so die Aufnahme des Spurenelements.

Ein Glas Rotwein am Tag ist gesund
Das stimmt nicht. Rotwein soll zwar vor Herzinfarkt und Krebserkrankungen sch√ľtzen. Daf√ľr werden vor allem die Polyphenole verantwortlich gemacht, die als Farb- und Aromastoffe im Wein reichlich vorhanden sind. In Laborversuchen wurden bereits zahlreiche potenziell gesundheitsf√∂rdernde Wirkungen der Rotweinphenole nachgewiesen ‚Äď zum Beispiel die Hemmung der Blutgerinnung, Blutdrucksenkung, antioxidative Wirkung, Entz√ľndungshemmung oder auch St√§rkung des Immunsystems. Allerdings lassen sich die Ergebnisse nicht unbedingt auf den Menschen √ľbertragen, erkl√§rt die Deutsche Gesellschaft f√ľr Ern√§hrung (DGE). So ist zwar f√ľr viele rote Farbstoffe, die zur Gruppe der Polyphenole geh√∂ren, eine antioxidative Wirkung im Laborversuch belegt. Doch daf√ľr m√ľssten die Stoffe hoch konzentriert aufgenommen werden, weitaus h√∂her, als sie in Nahrungserg√§nzungsmitteln wie Rotweinkapseln oder Traubensaft enthalten sind. Von einem vorbeugenden Konsum raten Wissenschaftler deshalb ab. Denn schon nach einem Glas Wein (0,25 Liter) ist die kritische t√§gliche Alkoholmenge f√ľr M√§nner erreicht, die f√ľr Frauen (0,1 Liter) bereits √ľberschritten. Wein bleibt also ein Genussmittel, das in Ma√üen getrunken werden sollte.

Spätes Essen macht dick
Das stimmt so nicht. Denn entscheidend ist nicht wann, sondern wie viel man isst. Niemand wird dicker, wenn er nicht mehr Kalorien zu sich nimmt, als er verbrennt. Der menschliche K√∂rper verwertet grunds√§tzlich mehr als 90 Prozent der ihm zugef√ľhrten Eiwei√üe, Fette und Kohlenhydrate, weniger als 10 Prozent verlassen den K√∂rper unver√§ndert. Nahrungsenergie, die der Organismus nicht sofort verbraucht, speichert er als Kohlenhydrate in den K√∂rperzellen und als Fett. Das gilt f√ľr jede Tageszeit. Bei Bedarf werden diese Reserven mobilisiert und die Speicher ‚Äď so auch das ungeliebte Fett ‚Äď wieder abgebaut. F√ľr das K√∂rpergewicht ist es unerheblich, ob das Essen auf wenige oder viele Mahlzeiten verteilt wird. Trotzdem empfehlen Ern√§hrungsexperten f√ľnf kleine statt drei gro√üer Mahlzeiten, weil Vitamine und Mineralstoffe dann besser aufgenommen werden.

F√ľr ein Dessert ist immer noch Platz
Klar. Echte S√§ttigung h√§ngt nicht nur von der Menge der verzehrten Speisen ab. Entscheidend f√ľr ein rundum wohliges Gef√ľhl ist auch die so genannte sensory specific satiety. Ern√§hrungswissenschaftler meinen damit eine S√§ttigung an unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Der Appetit auf Deftiges ist zwar nach dem Essen gestillt, nicht aber die Lust auf S√ľ√ües. Deshalb sind ein St√ľck Tiramisu oder ein Becher Eis h√∂chst willkommen. Au√üerdem isst das Auge auch mit - so banal das klingt. Nett dekorierte Desserts heben sich nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch vom Hauptessen ab. Bei einem mehrg√§ngigen Men√ľ wird deshalb weitaus mehr gegessen, als wenn nur Erbsensuppe auf dem Tisch steht. Warum sich die klassische Abfolge eines Essens ausgerechnet von pikant zu s√ľ√ü vorarbeitet, k√∂nnen Ern√§hrungswissenschaftler bisher aber nicht erkl√§ren.

Spinat und Pilze soll man nicht aufwärmen
Prinzipiell stimmt das. Denn Bakterien k√∂nnen das im Spinat enthaltene Nitrat in Nitrit oder Nitrosamine umwandeln. Nitrit kann bei S√§uglingen den Sauerstofftransport im Blut behindern, Nitrosamine wirken krebserregend. Bei Pilzen ‚Äď egal ob frisch, aus der Tiefk√ľhltruhe oder Konserve ‚Äď ist es das Eiwei√ü, das von Bakterien rasch zersetzt wird. Die Abbauprodukte verursachen Beschwerden im Verdauungstrakt. Wenn man folgende Regeln beachtet, k√∂nnen Reste von Spinat oder Pilzen ausnahmsweise aufgew√§rmt werden: Die Speisen m√ľssen schnell k√ľhl gestellt werden, d√ľrfen h√∂chstens einen Tag im K√ľhlschrank stehen und m√ľssen dann auf mindestens 70 Grad Celsius erhitzt werden.

Käse schließt den Magen
Die Sitte, K√§se als letzten Gang zu essen, stammt vermutlich aus dem Mittelalter. Sie ist bereits in einem deutschen Gedicht dokumentiert, das etwa um 1500 verfasst wurde. Zu dieser Zeit haben die Menschen haupts√§chlich Sauermilchk√§se gegessen, der mit dem heutigen Harzer oder Limburger vergleichbar ist. Solch ein Sauermilchk√§se als Abschluss einer Mahlzeit wirkt tats√§chlich verdauungsf√∂rdernd, weil er im Gegensatz zu festem Schnittk√§se noch Milchs√§ure enth√§lt. Der intensive Geschmack von Sauermilchk√§se mag ein weiterer Grund gewesen sein, warum er nicht zwischendurch, sondern am Schluss der Mahlzeit gegessen wurde. Heute kennt man noch einen Grund, warum K√§se ein Men√ľ abschlie√üen sollte. Wer K√§se kaut, f√∂rdert damit den Speichelfluss und vermindert den Zahnbelag. K√§se enth√§lt zudem kaum noch Milchzucker, der den Z√§hnen schaden k√∂nnte, daf√ľr aber viel Kalzium. Dieses Mineral wird beim Essen aus den Z√§hnen ausgewaschen und muss anschlie√üend √ľber den Speichel wieder erg√§nzt werden. K√§se als Nachtisch sorgt also f√ľr den richtigen Kalziumgehalt im Speichel.

Gew√ľrze machen Essen haltbarer
Ja, die konservierende Wirkung von Gew√ľrzen ist seit vielen Jahrhunderten bekannt. Schon die Inkas haben Chili in ihre Speisen gemischt, √Ągypter, Griechen und R√∂mer verwendeten Senf, um Fleisch haltbarer zu machen. Die Universit√§t von Saragossa hat das an Rinderhackfleisch untersucht. Mehrere Portionen wurden mit unterschiedlichen Mengen von Paprikapulver und Cayennepfeffer versetzt und bei 20 ¬įC liegen gelassen. Unbehandeltes Fleisch hielt vier Tage, gew√ľrztes bis zu 16 Tage - und zwar sowohl das mit s√ľ√üem als auch mit scharfem Pulver versetzte. Bei lebenden Tieren hat die Virginia Tech University in USA in einem Versuch herausgefunden, dass sich mit Chili gef√ľtterte H√ľhner nur halb so oft mit Salmonellen infizierten wie normal ern√§hrte.

N√ľsse sind Nervennahrung
Stimmt. N√ľsse enthalten viele B-Vitamine, die die Konzentrationsf√§higkeit f√∂rdern und Gereiztheit vorbeugen. Wichtig ist auch das in N√ľssen enthaltene Lecithin, das wichtige Gehirnfunktionen der Nerven steuert. Amerikanische Wissenschaftler wollen sogar herausgefunden haben, dass man Denksportaufgaben leichter l√∂st, wenn man dabei N√ľsse knabbert.

Obst-Aufkleber √ľbertragen Schadstoffe
Stimmt nicht, denn Klebstoffe, die zur Etikettierung von Lebensmitteln verwendet werden, d√ľrfen nicht auf der Oberfl√§che des Lebensmittels zur√ľckbleiben. Das Gleiche gilt f√ľr Druckerfarben. Latex- oder Acrylkleber m√ľssen speziell f√ľr Lebensmittel zugelassen werden. Naturklebstoffe brauchen hingegen keine spezielle Zulassung. Sie werden aus Zuckermelasse und St√§rke hergestellt und beispielsweise f√ľr Briefmarken benutzt. Um m√∂gliche andere Schadstoffe, etwa R√ľckst√§nde von Pestiziden, so gut wie m√∂glich zu entfernen, ist es aber immer empfehlenswert, die Ware gr√ľndlich zu waschen und danach trockenzureiben.
 
 

 
Schlank nach Weihnachten: Diäten im Überblick
Di√§ten gibt es wie Sand am Meer. Ob sie zum dauerhaften Abnehmen taugen, h√§ngt vor allem davon ab, was auf den Teller kommt. √ĖKO-TEST hat einige Di√§ten √ľberpr√ľft. Nicht alle kann das Verbrauchermagazin zum Abspecken empfehlen.


Die meisten Di√§ten sind heutzutage recht moderat. Nur Eier, nur Kartoffeln oder nur Ananas, das empfiehlt heute kaum ein seri√∂ses Abnehmbuch mehr. In Zeitschriften und Zeitungen sind solche Di√§ten allerdings nach wie vor zu finden. Daf√ľr n√§hern sich die Di√§ten immer st√§rker einander an. Gem√ľse und Obst gibt es praktisch bei jeder Di√§t, ebenso mageres Fleisch, leichte Milchprodukte und Vollkorn.

Doch ob Di√§ten rank und schlank machen, h√§ngt weniger davon ab, ob N√§hrstoffe getrennt verzehrt werden oder ob der Insulinspiegel geschont wird, ob wenig Fett auf den Teller kommt oder viel Eiwei√ü und viele Kohlenhydrate. Entscheidend ist, was unter dem Strich in der Kalorienbilanz herauskommt. Wissenschaftliche Daten, unter anderem aus den USA zeigen, dass man mit ‚Äölow-cal' (kalorienarm) abnimmt, egal ob die Kalorien bei den Fetten oder Kohlenhydraten eingespart wurden. Damit werde noch einmal das entscheidende Grundprinzip best√§tigt: das der negativen Energiebilanz. Das neue Gewicht halten kann aber nur, wer das Essverhalten dauerhaft √§ndert und am Bewegungsverhalten schraubt. Und das bedeutet das Wort "Di√§t" ja auch: eine geregelte, gesunde Lebensf√ľhrung ‚Äď hin zu mehr Aktivit√§t, weg von Fernseher und Chipst√ľte. Dass dies nur schwer gelingt, zeigt schon die F√ľlle der Di√§ten nach Weihnachten in den einschl√§gigen Magazinen und Zeitschriften.

√ĖKO-TEST bewertet f√ľnf g√§ngige Di√§ten und erkl√§rt, welches Di√§tprinzip dahinter steckt, wie es funktioniert, was positiv und was weniger g√ľnstig ist, ebenso ob die Di√§t praktikabel ist, ob Bewegung eine Rolle spielt und ob die Rezepte ansprechend sind.


Metabolic Balance

Di√§tprinzip: wenig Fett, viel Eiwei√ü. Die Methode basiert auf der Annahme, dass jeder Organismus individuell unterschiedliche Baustoffe aus der Nahrung ben√∂tigt, um alle erforderlichen Enzyme und Hormone f√ľr eine optimale Funktionsf√§higkeit herzustellen. Mithilfe einer Blutanalyse sollen die ben√∂tigten Stoffe exakt ermittelt werden. Die Lebensmittel, die genau diese liefern, werden dann in einem individuellen Ern√§hrungsplan zusammengestellt. Ziel ist es zugleich, den Insulinspiegel im Lot zu halten. In Verbindung mit langen Pausen zwischen den Mahlzeiten soll die Fettverbrennung angekurbelt werden. Metabolic Balance kann nur zusammen mit einem Arzt oder Heilpraktiker, einem sogenannten Betreuer durchgef√ľhrt werden. Auf Basis der Blutanalyse wird im Metabolic-Balance-Institut der individuelle Ern√§hrungsplan erstellt. Die Kosten betragen im Durchschnitt etwa 300 Euro.

Wie funktioniert es? Nach den Voruntersuchungen beginnt das Programm mit einer zweit√§gigen "Vorbereitungsphase". In dieser soll der K√∂rper mit Obst- oder Gem√ľsetagen sowie Einl√§ufen entschlackt werden. Es schlie√üt sich eine "strenge Umstellungsphase" nach Plan an, die bis zur Erreichung des Zielgewichts eingehalten werden soll, mindestens aber 14 Tage. Die Mahlzeiten bestehen in der Regel aus Joghurt, Fleisch, Fisch, K√∂rnern, Gem√ľse oder Obst. Die erlaubten Mengen sind jeweils vorgegeben. Fett darf nicht zugegeben werden. Alle erlaubten Lebensmittel der verschiedenen Gruppen finden sich in dem individuellen Ern√§hrungsplan. In der "gelockerten Umstellungsphase" kommen weitere Produkte hinzu, au√üerdem sind zus√§tzlich drei Essl√∂ffel √Ėl t√§glich erlaubt. In der "Erhaltungsphase", die als Dauerern√§hrung gedacht ist, geht es darum, den neu erlernten Essensrhythmus beizubehalten. F√ľr alle Phasen gilt: nur drei Mahlzeiten t√§glich, f√ľnf Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten.

Das ist positiv: Es gibt jeden Tag Gem√ľse und Obst sowie magere Milchprodukte.

Das ist weniger g√ľnstig: Die hohen Kosten. Heikel ist zudem, dass die Di√§t in der Umstellungsphase sehr kalorienarm ist, sodass es kaum m√∂glich ist, alle N√§hrstoffe in ausreichender Menge zu erhalten. Dass beim Abnehmen vor allem eine negative Kalorienbilanz n√∂tig ist, wird nicht thematisiert.

Ist die Di√§t praktikabel? Metabolic Balance arbeitet mit sehr strengen Vorgaben in Bezug auf gestattete Lebensmittel. Die erlaubten Mengen m√ľssen abgewogen werden, die Mahlzeitenverteilung ist strikt. Das erfordert eine hohe Disziplin und ein gro√ües Durchhalteverm√∂gen. Ob die kleinen Tagesrationen satt machen, erscheint dar√ľber hinaus fraglich.

Sind die Rezepte ansprechend? Die Rezepte sind allesamt f√ľr die "Umstellungsphase" konzipiert. Sie enthalten keinerlei Fettzugabe. Dadurch sind sie recht karg und versprechen nicht den gr√∂√üten Essgenuss.

Ist Bewegung ein Thema? Nein.

Fazit: Die zugrunde liegende Theorie ist wissenschaftlich nicht haltbar. Es gibt keine Belege daf√ľr, dass aus einer Blutuntersuchung geschlussfolgert werden kann, dass zum Beispiel nur H√ľttenk√§se und Mozzarella, aber keine anderen K√§sesorten gegessen werden d√ľrfen, um einen gut funktionierenden Stoffwechsel zu erreichen. Da die Kost sehr karg ist, wird man damit vermutlich deutlich abnehmen. L√§ngerfristig ist das strenge Essen nach Plan sicher nicht durchzuhalten, und ob danach tats√§chlich die gew√ľnschte Ern√§hrungsumstellung erfolgt und damit eine dauerhafte Gewichtsabnahme erreichbar ist, muss angezweifelt werden.


Schlank im Schlaf

Diätprinzip: Trennkost, wenig Fett. Die "Insulin-Trennkost" besteht aus einer morgendlichen Mahlzeit mit reichlich Kohlenhydraten, mittags werden Kohlenhydrate und Eiweiß kombiniert, abends soll vor allem Eiweiß gegessen werden. Zu jeder Mahlzeit sind geringe Fettmengen erlaubt. Durch diese Form des Trennens soll nachts der Insulinspiegel niedrig gehalten werden.

Wie funktioniert es? Zum Fr√ľhst√ľck gibt es vor allem Kohlenhydrate, also Brot, s√ľ√üen Brotaufstrich, M√ľsli, Obst und Fruchts√§fte, dazu ein wenig Streichfett und N√ľsse. Das Mittagessen besteht haupts√§chlich aus Eiwei√ü und Kohlenhydraten, also magerem Fleisch oder Fisch, viel Gem√ľse sowie Kartoffeln, Reis oder Nudeln. Die abendliche Mahlzeit enth√§lt vor allem Eiwei√ü durch Fleisch oder Fisch, dazu Gem√ľse und/oder Salat. Au√üerdem werden Eiwei√üpr√§parate empfohlen. Unterschieden wird zwischen zwei "Stoffwechseltypen": dem Nomaden - er vertr√§gt Kohlenhydrate besonders schlecht, und dem Ackerbauern, dem Kohlenhydrate etwas besser bekommen.

Das ist positiv: Es gibt sehr viel Gem√ľse und Obst, fettarme Milchprodukte, Kartoffeln, Nudeln/Reis und pflanzliche √Ėle. Durch den hohen Gem√ľseanteil und wenig Fett kann relativ viel gegessen werden, sodass der Bauch lange satt bleibt.

Das ist weniger g√ľnstig: Wer sich an den Rezepten und Tagespl√§nen orientiert, nimmt circa 1.600 bis 1.700 Kalorien am Tag zu sich. Dies d√ľrfte zumindest f√ľr Frauen zu viel sein, um damit nennenswert abzunehmen. Eiwei√üpr√§parate sind unn√∂tig.

Ist die Di√§t praktikabel? Vielen d√ľrfte - trotz eines Fragebogens - nicht klar sein, zu welchem Typ (Nomade oder Ackerbauer) sie geh√∂ren. Auch gibt es je nach Typ und BMI f√ľnf unterschiedliche Di√§tvarianten. Doch die richtige Wahl der individuellen Variante ist schwierig. Wenn man alle Regeln der Di√§t genau befolgt, ist sie sehr kompliziert und alltagsuntauglich. Sofern man sich im Wesentlichen nur an den Rezepten und den vorgeschlagenen Tagespl√§nen orientiert, wird es einfacher. Die anschlie√üende Dauerern√§hrung nach dem Insulin-Trennkost-Prinzip ist dementsprechend auch kaum praktikabel.

Sind die Rezepte ansprechend? Die Rezepte sind vielseitig und abwechslungsreich. Teilweise erfordern sie jedoch viel Zeitaufwand.

Ist Bewegung ein Thema? Auf die Bedeutung der Bewegung wird ausf√ľhrlich eingegangen, insbesondere in Bezug auf den Muskelerhalt bzw. -aufbau. Es gibt umfangreiche Anregungen f√ľr sportliche Aktivit√§ten, sowohl Ausdauer-, als auch Kraftsport.

Fazit: Insgesamt entbehrt das Konzept einer wissenschaftlichen Grundlage. Es ist zwar richtig, dass der Fettabbau bei einem hohen Insulinspiegel erschwert wird, aber dies wird erst bei einer sehr kalorienreichen Kost relevant. Der beim Abnehmen entscheidende Aspekt der negativen Energiebilanz wird √ľberhaupt nicht thematisiert. Man gewinnt den falschen Eindruck, dass allein die richtige Kombination bzw. Trennung von Eiwei√ü und Kohlenhydraten praktisch "automatisch" zur Gewichtsabnahme f√ľhrt. Der abendliche Verzicht auf Kohlenhydrate ist nicht sinnvoll, weil das Gehirn auch nachts Glucose ben√∂tigt. Diese kann nicht durch den Fettabbau gewonnen werden, sondern wird durch die - unerw√ľnschte - Umwandlung von Eiwei√ü in Glucose geliefert. Langfristig wird das Konzept wegen der Einschr√§nkungen bei der Mahlzeitengestaltung schwer durchzuhalten sein.


Die neue GLYX-Diät

Diätprinzip: wenig Kohlenhydrate, viel Eiweiß. Der Insulinspiegel im Blut soll möglichst niedrig gehalten werden, damit Fett abgebaut werden kann und das Gewicht somit runtergeht. Abgenommen werden soll mit Lebensmitteln, die einen niedrigen glykämischen Index (GLYX) haben. Sogenannte Slow-carb-Lebensmittel wie Vollkorn lassen den Blutzucker nur langsam ansteigen und der Insulinspiegel bleibt folglich niedrig.

Wie funktioniert es? Die Di√§t beginnt mit zwei Fatburner (Fettverbrennungs)-Suppentagen, an denen beliebig viel Gem√ľsesuppe gegessen werden darf. Es folgt eine Fatburner-GLYX-Woche nach Di√§tplan mit drei Mahlzeiten pro Tag. Daran schlie√üt sich das zeitlich unbegrenzte GLYX-Baukastensystem an. Anhand von Ampelfarben-Tabellen kann man Lebensmittel mit niedrigem GLYX, sogenanntes Fit-Fett und eiwei√üreiche Produkte beliebig kombinieren.

Das ist positiv: Die Orientierung am GLYX bedeutet, dass vor allem reichlich naturbelassenes Gem√ľse und Obst gegessen wird, ebenso Vollkornprodukte. Versteckte (ges√§ttigte) Fette und S√ľ√ües werden stark eingeschr√§nkt.

Das ist weniger g√ľnstig: Die t√§glich vorgeschriebene Eiwei√ümenge ist sehr hoch und praktisch nur durch Aufnahme von Proteinpulver m√∂glich. Dabei ist die sehr hohe Eiwei√üzufuhr als Voraussetzung zum Abnehmen wissenschaftlich gar nicht belegt. Nahrungserg√§nzungsmittel als Fettverbrenner wie Vitamin C, Magnesium, Kalzium und Carnitin sind fragw√ľrdig, weil ihre Wirkung nicht nachgewiesen ist. Mit einem Gramm Vitamin C t√§glich wird man sicher nicht mehr abnehmen als ohne diese Zulage.

Ist die Di√§t praktikabel? Ja. F√ľr die ersten zehn Tage gibt es klare Anleitungen. Die anschlie√üende individuelle Zusammenstellung der Mahlzeiten und Tageskost anhand der vorgegebenen Tabellen ist nachvollziehbar und erlaubt pers√∂nliche Freiheiten, was den Abnehmerfolg erh√∂ht. Teils ist der Aufwand bei der Zubereitung aber hoch. Wer t√§glich drei Gerichte nach dem Kochbuch zubereitet, ben√∂tigt bis zu anderthalb Stunden Zeit.

Sind die Rezepte ansprechend? Es gibt vielf√§ltige und abwechslungsreiche Rezeptvorschl√§ge. Zu vielen Gerichten wird - da Kartoffeln, Nudeln oder Reis zumeist fehlen - allerdings lediglich eine kleine Scheibe Brot oder ein Br√∂tchen empfohlen. Das ist etwas d√ľrftig.

Ist Bewegung ein Thema? Ja. Es gibt ein umfangreiches Programm mit Schwerpunkt auf Trampolinspringen und Dehn√ľbungen. Das Programm ist weitgehend in Ordnung. Warum der Fokus auf Trampolinspringen liegt, l√§sst sich allerdings nicht nachvollziehen. Die Versprechungen zum Ausma√ü der Fettverbrennung sind teilweise massiv √ľbertrieben.

Fazit: Die zugrunde liegende GLYX-Theorie ist durchaus hilfreich beim Abnehmen. Sie funktioniert in der Praxis aber nur, wenn die Kost gleichzeitig energiereduziert ist. Dass Abnehmen nur bei negativer Energiebilanz gelingt, wird jedoch nicht thematisiert. Es entsteht der falsche Eindruck, die richtige Lebensmittelwahl w√ľrde automatisch und ohne R√ľcksicht auf die verzehrten Mengen die Pfunde purzeln lassen. Dass man mit der GLYX-Di√§t abnimmt, liegt daran, dass sie nur wenige Kalorien liefert und wegen des vielen Eiwei√ües gut satt macht. In den ersten zehn Tagen liefern die Suppen bzw. Tagespl√§ne maximal 1.000 Kilokalorien am Tag. Auch anschlie√üend ist das, was auf den Teller kommt, nicht gerade √ľppig.


Weight-Watchers-Programm - ProPoints Plan

Di√§tprinzip: wenig Fett. Beim Weight-Watchers-Konzept wird in der Gruppe abgenommen. Es soll eine langfristige Ern√§hrungsumstellung erreicht werden. Kalorien werden vor allem durch die Beschr√§nkung von Fett im Essen eingespart. Das neue, seit 2010 g√ľltige ProPoints-Programm setzt zus√§tzlich auf eine gute S√§ttigung, die durch ballaststoff- und eiwei√üreiche Lebensmittel erreicht werden soll.

Wie funktioniert es? Alle Lebensmittel werden auf Basis ihrer Gehalte an Fett, Kohlenhydraten, Eiwei√ü und Ballaststoffen mit einer bestimmten Point-Zahl bewertet. Die Formel daf√ľr ist Firmengeheimnis. Dazu gibt es sehr umfassende Lebensmittellisten f√ľr g√§ngige Handelsprodukte, die st√§ndig aktualisiert werden, und Angaben f√ľr Restaurantgerichte. Jeder Teilnehmer bekommt abh√§ngig von Gewicht, Gr√∂√üe, Alter und Geschlecht ein individuelles t√§gliches ProPoints-Budget zugeteilt. Dieses darf anhand der Lebensmittellisten aus Produkten der Wahl individuell zusammengestellt, aber nicht √ľberschritten werden. Es wird empfohlen, t√§glich mindestens zwei calciumreiche Lebensmittel wie Milch und Joghurt sowie f√ľnf Portionen Gem√ľse und Obst zu essen. F√ľr Letzteres werden keine Points angerechnet. Lebensmittel mit einem hohen Ballaststoff- oder Eiwei√ügehalt werden aufgrund ihrer guten S√§ttigung besonders empfohlen und mit einem "Sattfaktor" gekennzeichnet.

Das ist positiv: Es wird reichlich Gem√ľse und Obst gegessen, ebenso calciumreiche Produkte. Die Lebensmittel mit dem Sattfaktor sorgen f√ľr eine ausreichende Ballaststoffzufuhr und Eiwei√ü. Die Lebensmittelauswahl ist vielseitig, die N√§hrstoffzufuhr ausreichend. Ein Pluspunkt sind die praktischen Hilfen beim Einkauf und im Restaurant, die die Wahl der geeigneten Produkte und Gerichte erleichtern.

Das ist weniger g√ľnstig: Theoretisch ist es m√∂glich, das t√§gliche Points-Budget aus sehr fett- oder zuckerreichen Produkten zusammenstellen. Da Croissants und Kuchen jedoch sehr viele Points haben, w√§re die Verzehrmenge sehr gering und der Hunger gro√ü.

Ist die Di√§t praktikabel? Die Auswahl geeigneter Lebensmittel auf Basis ihrer Points-Werte und der individuell erlaubten t√§glichen Points-Zahl ist einfach durchf√ľhrbar. Sie erm√∂glicht einen gro√üen pers√∂nlichen Gestaltungsspielraum. Die umfangreichen Einkaufs- und Restaurantf√ľhrer f√ľr fast alle g√§ngigen Lebensmittel und Restaurantgerichte erleichtern die Umsetzung zus√§tzlich.

Sind die Rezepte ansprechend? Es gibt f√ľr die Teilnehmer verschiedene Kochb√ľcher von Weight-Watchers mit zumeist alltagstauglichen Rezepten.

Ist Bewegung ein Thema? Ja. Es gibt einige allgemeine Informationen zur Bedeutung der Bewegung, geeigneten Sportarten und Trainingsintensitäten.

Fazit: Das Weight-Watchers-Konzept setzt auf eine langfristige Umstellung des Essverhaltens. Es ist ern√§hrungsphysiologisch ausgewogen und bietet viel Gestaltungsspielraum. Empfehlenswert ist es vor allem f√ľr diejenigen, denen die Unterst√ľtzung durch Gleichgesinnte und regelm√§√üige Gruppentreffen hilft, die √ľberfl√ľssigen Pfunde loszuwerden. Individualisten, denen solche Gruppenveranstaltungen eher ein Greuel sind, finden hier nicht ihr Erfolgsprogramm.


Brigitte-Diät

Diätprinzip: wenig Fett. Das Grundprinzip ist eine fett- und energiereduzierte Mischkost mit 1.200 Kilokalorien und 40 Gramm Fett am Tag. In den ersten Wochen soll nach vorgegebenen Speiseplänen gegessen werden, die viele individuelle Austauschmöglichkeiten bieten. Langfristig soll eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten erreicht werden.

Wie funktioniert es? Es gibt verschiedene beispielhafte Zwei-Wochen-Speisepl√§ne, dazu entsprechende Einkaufs- und Vorratslisten. Die Gerichte k√∂nnen beliebig getauscht und so pers√∂nliche Vorlieben ber√ľcksichtigt werden. Die Anzahl der Mahlzeiten kann individuell gestaltet werden. Es gibt reichlich Gem√ľse und Obst sowie Vollkornprodukte. Erg√§nzt wird die Kost mit magerem Fleisch und Fisch, fettarmen Milchprodukten, Eiern, Kartoffeln und H√ľlsenfr√ľchten. Versteckte Fette und raffinierte Kohlenhydrate sollten die Ausnahme bleiben. Dar√ľber hinaus gibt es viele Informationen zum Essverhalten und wie man es erkennt bzw. langfristig ver√§ndern kann.

Das ist positiv: Die Empfehlungen bedeuten eine vollwertige Ern√§hrung mit ausreichend Ballaststoffen und sekund√§ren Pflanzenstoffen. Die Lebensmittelwahl ist abwechslungsreich. Durch den geringen Fettgehalt der Kost liegt auch der Anteil an ges√§ttigten Fetts√§uren im w√ľnschenswerten Bereich. Speisepl√§ne und Einkaufslisten sind gut aufeinander abgestimmt und so konzipiert, dass kaum Reste bleiben, die wieder zum Essen verf√ľhren k√∂nnten.

Das ist weniger g√ľnstig: F√ľr Menschen, die einen gro√üen individuellen Gestaltungsfreiraum brauchen und sich nicht an vorgegebenen Rezepten und Pl√§nen orientieren m√∂chten, ist das Brigitte-Konzept weniger tauglich.

Ist die Di√§t praktikabel? Ja, zumindest f√ľr diejenigen, die eine Zeit lang nach einem genauen Plan essen wollen und k√∂nnen. Die vorgegebenen Austauschm√∂glichkeiten erleichtern dies. Es f√§llt somit nicht st√§ndig die Entscheidung an, wann welche Lebensmittel in welcher Menge gegessen werden d√ľrfen. Das ist f√ľr viele eine wichtige Alltagshilfe.

Sind die Rezepte ansprechend? Ja, die Rezepte sind abwechslungsreich und vielseitig. Es gibt Vorschl√§ge f√ľr alle Mahlzeiten und Gelegenheiten. Die Gerichte bestehen gr√∂√ütenteils aus g√§ngigen Lebensmitteln; die Zubereitungszeit h√§lt sich in Grenzen. Im Buch Lieblingsrezepte sind die Rezepte "f√ľr jeden Tag" teilweise etwas aufwendiger. Gelegentlich werden Bio-Produkte empfohlen. Das ist nat√ľrlich positiv. Doch es erschlie√üt sich nicht, warum es in dem einem Rezept Bio sein soll, in anderen hingegen nicht.

Ist Bewegung ein Thema? Ja. Es gibt Informationen und Tipps f√ľr mehr Bewegung und Sport sowie ein Programm f√ľr ein Kraft-Ausdauer-Training, das zu Hause durchgef√ľhrt werden kann.

Fazit: Die Brigitte-Di√§t setzt auf eine langfristige Umstellung des Essverhaltens mit einer fett- und kalorienreduzierten Kost. Sie ist ausgewogen und vollwertig. Zum Einstieg gibt es Zwei-Wochen-Speisepl√§ne mit individuellen Austauschm√∂glichkeiten. Das ist f√ľr Abnehmwillige sehr hilfreich, die eine gewisse Richtschnur brauchen, um eine Di√§t durchzuhalten. Andere m√∂gen sich in ihren individuellen Ern√§hrungsgewohnheiten dadurch zu stark eingeschr√§nkt f√ľhlen.
 
 

 
Richtig Heizen mit Holz will gelernt sein
F√ľr Holzheizungen gelten seit 2010 strengere FeinstaubGrenzwerte

Immer mehr Menschen heizen mit Holz. Doch das will gelernt sein ‚Äď andernfalls k√∂nnen teils hochgiftige Schadstoffe in die Wohnr√§ume oder durch den Kamin in die Umwelt gelangen. Als zunehmend problematisch erweisen sich au√üerdem die Feinstaubemissionen.

Holz√∂fen schaffen eine behagliche W√§rme, und das Brennmaterial ist im Vergleich zu Gas und √Ėl nach wie vor relativ g√ľnstig. Kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen zus√§tzlich zur vorhandenen Heizung einen Holzofen zulegen. Doch weil heute fast niemand mehr darin ge√ľbt ist, mit Holz zu heizen, werden dabei viele Fehler gemacht ‚Äď und unn√∂tig viele Schadstoffe produziert. Entsprechend h√§ufen sich in der kalten Jahreszeit die Beschwerden beim Umweltschutzamt, das deshalb nochmals auf den richtigen Umgang mit Holz√∂fen hinweist.

Bei der richtigen Holzverbrennung sind drei Dinge unbedingt notwendig: das richtige Brennmaterial, der korrekte Umgang mit dem Ofen sowie dessen einwandfreier Zustand. Hier gilt die Empfehlung: Einmal im Jahr, am besten vor Beginn der Heizperiode, sollte ein Fachbetrieb das Ger√§t gr√ľndlich untersuchen.

Holz ist keinesfalls gleich Holz: Frisch geschlagen betr√§gt sein Wasseranteil je nach Holzart zwischen 45 und 60 Prozent. Nach durchschnittlich zwei Jahren wettergesch√ľtzter Lagerung sinkt dieser Anteil auf 15 bis 20 Prozent ‚Äď erst jetzt kann das Holz verfeuert werden. Gespaltenes Holz trocknet und brennt √ľbrigens besser. Unter keinen Umst√§nden geh√∂ren lackierte Alth√∂lzer oder Spanplatten in den Ofen, da bei deren Verbrennung sogar das hochgiftige Dioxin entstehen kann.

Leider garantiert das richtige Brennmaterial noch keine optimale Verbrennung: Die gelingt in der Regel nur bei ausreichender Luftzufuhr und voller Leistung ‚Äď brennt der Ofen nur mit halber Kraft oder zu wenig Luft, entstehen vermehrt Schadstoffe, au√üerdem k√∂nnen Geruchs- und Rauchbel√§stigungen f√ľr die Nachbarschaft die Folge sein.

Besonders kritisch ist daher auch der Gluthaltebetrieb. Dabei wird versucht, bei verringerter Luftzufuhr die Glut m√∂glichst lange zu erhalten, um schnell wieder ein Feuer entfachen zu k√∂nnen. Auch wichtig: Der Ofen darf nicht √ľberladen werden, da dann keine vollst√§ndige Verbrennung mehr m√∂glich ist. Besser ist es, h√§ufiger kleinere Mengen nachzulegen.

Ein Problem besteht allerdings selbst bei besten Rahmenbedingungen: Holz√∂fen produzieren erhebliche Mengen Feinstaub, was mittlerweile deutlich zur Luftbelastung beitr√§gt. Der Gesetzgeber hat deshalb 2010 neue Umweltauflagen beschlossen, die niedrigere Grenzwerte festschreiben. Diese gelten jetzt auch f√ľr die in den Haushalten √ľblichen √Ėfen, zum Beispiel Schweden√∂fen, mit einer Leistung ab 4 Kilowatt.

Auch die Nachr√ľstung oder Au√üerbetriebnahme √§lterer √Ėfen ist in der ‚ÄěNovelle der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung‚Äú geregelt. Der Erwerb einer neuen Anlage kann daher empfehlenswert sein. Nicht zuletzt m√ľssen sich alle Eigent√ľmer vom Schornsteinfeger beraten lassen, wie der eigene Ofen korrekt zu betreiben ist.
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Freiburg: Rad-Z√§hl-Display bald √ľber 1,8 Millionen Radler √ľber Wilwilibr√ľcke
Bis zum Jahresende wird das Rad-Z√§hl-Display √ľber die Wiwilibr√ľcke √ľber 1,8 Millionen Radfahrerinnen und Radfahrer z√§hlen. Gegen√ľber der gleichen Menge an Autofahrten haben die Radfahrenden dort somit fast eine Million Tonnen CO2 eingespart.

Erst vor gut acht Monaten hatte Verkehrsminister Winfried Hermann das Rad-Z√§hl-Display an der Wiwilibr√ľcke eingeweiht. Ende August fuhr bereits der 1millionste Radler √ľber die Wiwilibr√ľcke.

Im Durchschnitt fuhren t√§glich rund 7400 Radfahrerinnen und Radfahrer √ľber die Wiwilibr√ľcke. Wochentags waren es im Schnitt √ľber 8300, samstags und sonntags immer noch √ľber 5000. Seit Beginn der Z√§hlungen gab es keine einzige Stunde, in der kein Radler die S√§ule passiert hat. Der Rekord wurde mit 12.375 Radlern am 28. Juni aufgestellt, als die deutsche Nationalelf im Halbfinale der Fu√üball-EM stand.

Auch bei Regen und Schnee kann man dank guter Räder und wetterfester Kleidung und Winterdienst auf den Radwegen heutzutage gut radeln. Während im Sommer durchschnittlich rund 9000 Radler täglich unterwegs waren, waren es im November und Dezember immerhin noch rund 6000 Radfahrer.

Das Z√§hl-Display war ein Geschenk des Landes zur Auszeichnung Freiburgs als ‚ÄěFahrradfreundliche Stadt‚Äú. Die Radfahrenden werden beim √úberfahren einer Induktionsschleife in der Rampe zur Wiwilibr√ľcke gez√§hlt. Auf dem Display kann man die Anzahl der Radfahrenden des jeweiligen Tages sehen, sowie Datum, Uhrzeit und Temperatur. Darunter gibt es eine wachsende S√§ule, auf der die Radlerzahl im Jahr angezeigt werden - und das dadurch fiktiv eingesparte Kohlendioxid.

Das Display zeigt so den Radfahrenden: Nicht nur Du wirst gezählt, sondern wir zählen auch auf Dich. Denn Radfahren entlastet Straßen und Parkplätze und trägt zu einem besseren Klima bei - und davon profitieren alle.

Der Text auf der R√ľckseite des Displays zur Bismarckallee hin ‚ÄěHier z√§hlen (wir) Sie ... wenn Sie mit dem Rad fahren‚Äú soll auch vorbeifahrende Autofahrer neugierig machen und daran erinnern, dass viele Wege schneller und angenehmer mit dem Rad zur√ľckgelegt werden k√∂nnen. Denn √ľber zwei Drittel der innerhalb Freiburgs zur√ľckgelegten Strecken sind k√ľrzer als zweieinhalb Kilometer und √ľber 90 Prozent sind k√ľrzer als f√ľnf Kilometer - das sind Strecken, die sich prima und schnell mit dem Rad zur√ľcklegen lassen.
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Kartoffelchips: Viele Top, Bio Flop
Chips von Alnatura / Bild (c) Stiftung Warentest
 
Kartoffelchips: Viele Top, Bio Flop
√úber die H√§lfte der 30 Kartoffelchips im Test sind ‚Äěgut‚Äú. Darunter auch fettreduzierte Chips und Stapelchips aus Kartoffelp√ľreepulver. Entt√§uscht haben dagegen die drei Bioprodukte: Sie kamen √ľber ein ‚ÄěMangelhaft‚Äú nicht hinaus. Das Ergebnis ver√∂ffentlicht die Stiftung Warentest in der Januar-Ausgabe ihrer Zeitschrift test.
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Sekt und Champagner: Schampus f√ľr alle
Bald ist Silvester ‚Äď da lassen viele die Korken knallen und sto√üen mit einem Glas Sekt oder Champagner an. √ĖKO-TEST erkl√§rt, wie die Edelbrause entsteht und warum auch manche billigen Sektsorten durchaus zu empfehlen sind.

Sekt geh√∂rt zu Silvester wie die Butter aufs Brot. Gegen Jahresende machen die Anbieter doppelt so viel Umsatz wie im Rest des Jahres. Sekt und Champagner sind edel und fein. Komisch nur, dass die Sektpreise immer weiter in den Keller rutschen. Im Discounter bekommt man den Durchschnittssekt pro Flasche schon f√ľr zirka 2,50 Euro. Man bedenke: Davon geht noch ungef√§hr ein Euro f√ľr die Sektsteuer ab. Bleiben 1,50 Euro √ľbrig, die der Kunde f√ľr Rohstoffe, Herstellung und Vertrieb bezahlt. Schwer zu glauben, dass dann noch qualitativ hochwertige Zutaten in der Flasche landen.

Dennoch bekommt der K√§ufer h√§ufig einen Sekt, der schmeckt, denn man kann durchaus aus einem billigen Wein einen trinkbaren Sekt machen, so √ĖKO-TEST. Die Edelbrause entsteht in mehreren Schritten und meistens auch aus mehreren unterschiedlichen Grundweinen. Zun√§chst bekommt die Weinmischung in Form von Zucker und Hefe Futter f√ľr eine zweite G√§rung. W√§hrend sie reift, bilden sich Kohlens√§ure und Aromen. Zum Schluss hat der Kellermeister beispielsweise mit der Zugabe von Zucker oder S√§ure noch die M√∂glichkeit, den Geschmack abzurunden.

G√ľnstige Sekte reifen meist nicht traditionell in der Flasche, sondern in gro√üen Tanks, m√ľssen deshalb aber nicht schlechter schmecken. Das zeigt auch eine Untersuchung von √ĖKO-TEST. Das Verbrauchermagazin hat 20 mittelpreisige Sekte und g√ľnstige Discounterchampagner im Labor auf sch√§dliche bzw. bedenkliche Inhaltsstoffe und den Geschmack von geschulten Sensorikern untersuchen lassen (siehe √ĖKO-TEST Jahrbuch 2012). Mehr als die H√§lfte der untersuchten Prickelweine gingen mit der Bestnote aus dem Rennen, darunter alle f√ľnf Champagner.

Je nachdem, ob die Sekte sich brut, trocken oder extra trocken nennen, d√ľrfen sie nur einen definierten Zuckergehalt aufweisen. Sekte mit der Bezeichnung trocken enthalten wesentlich mehr Zucker als trockener Wein, n√§mlich bis zu 35 Gramm Zucker pro Liter. Extra trocken hei√üt bis 20 g/l, brut bis 15 g/l Zucker. Wer halbtrockene Sekte bevorzugt, muss mit bis zu 16,5 St√ľck W√ľrfelzucker (50 g Zucker) pro Liter rechnen. Alle Sekte, die √ĖKO-TEST untersucht hat, haben die Bestimmungen im Rahmen der erlaubten Toleranzen eingehalten. Das gilt auch f√ľr den Alkoholgehalt. Er muss bei mindestens zehn Prozent liegen und darf nur geringf√ľgig von der Deklaration auf der Flasche abweichen.

Allerdings haben acht Sekte im Test mit zu gro√üen Mengen an Fremdkohlens√§ure gesprudelt. Das ist gesetzlich verboten. Es steht im geltenden EU-Recht: "Kohlendioxid im Schaumwein darf nur aus der alkoholischen G√§rung der Cuv√©e (eine Mischung unterschiedlicher Weine) stammen, aus der er bereitet wird." Erlaubt ist aber die Verwendung von Kohlendioxid bei der Umf√ľllung durch Gegendruck, sofern dies unter Aufsicht geschieht und sich der Druck im Schaumwein nicht erh√∂ht. Die Hersteller folgern daraus, dass ein Austausch von technischem und g√§rungseigenem Kohlendioxid technologisch nicht vermeidbar und damit erlaubt ist. Fremdkohlens√§ure ist aber nicht gesundheitssch√§dlich und schm√§lert auch nicht den Geschmack. Mit Fremdkohlens√§ure ist ein Sekt wesentlich einfacher und preisg√ľnstiger zu produzieren. Perlwein, dem der Blubber von au√üen zugesetzt wird, hat ein schlechteres Image als Sekt. Deshalb haben die Versekter wohl auch etwas gegen die Kennzeichnung "mit zugesetzter Kohlens√§ure". √úber den Sachverhalt streitet man in der Branche schon seit Jahren.

Gesetze f√∂rdern manchmal Verbrauchert√§uschung. Bei der Sektherstellung spielt das W√∂rtchen "traditionell" eine besondere Rolle. Nur wenn traditionelle Flascheng√§rung draufsteht, findet die Versektung ausschlie√ülich in der Flasche statt, in der der Sekt sp√§ter auch verkauft wird. Steht nur Flascheng√§rung ohne das W√∂rtchen "traditionell" auf dem Etikett, reift der Sekt zwar zun√§chst in gr√∂√üeren Flaschen, wird dann aber in Tanks √ľberf√ľhrt, gefiltert und wieder in Flaschen abgef√ľllt. Dabei geht oft sogar noch mehr g√§rungseigene Kohlens√§ure verloren als bei der reinen Tankg√§rung.

Die √ĖKO-TEST-Empfehlung: Das Preis-Leistungs-Verh√§ltnis f√ľr die Discounterchampagner ist sehr gut. Zwar macht der Schampus bei den G√§sten Eindruck, doch man sollte bedenken: Nicht jedem schmeckt das sehr trockene, herbe Getr√§nk. Sekt ist im Unterschied dazu frischer und fruchtiger. Im schmalen, hohen Fl√∂tenglas k√∂nnen die Perlen am besten aufsteigen. Glas nur zu zwei Dritteln f√ľllen. Er perlt dann besser und entwickelt mehr Aroma. Wichtig ist zudem: Sekt sollte m√∂glichst bald getrunken werden. Bis dahin stehend, k√ľhl und dunkel lagern.

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Wissenswert

‚ÄĘ Champagner wird aus Trauben der franz√∂sischen Provinz Champagne gemacht und immer traditionell in der Flasche hergestellt. Verwendet werden nur die drei Rebsorten Pinot Noir, Pinot Meunier und Pinot Chardonnay. Die Mischung der Sorten bestimmt den Charakter des jeweiligen Champagners.

‚ÄĘ Cuv√©e: Die Kellermeister vermischen Rebensaft verschiedener Lagen, Jahre und Traubensorten miteinander. Diesen fein abgestimmten Mix nennt man Cuv√©e. Bei Markensekten ist die Cuv√©e unumg√§nglich. Nur so l√§sst sich ein √ľber Jahre m√∂glichst gleich bleibender Geschmack erzielen.

‚ÄĘ Cr√©mant: Franz√∂sischer Schaumwein der nach traditionellem Champagnerverfahren hergestellt wird, aber nicht aus der Champagne kommen muss. Ansonsten gelten f√ľr ihn √§hnliche Bestimmungen wie f√ľr Sekt.

‚ÄĘ Dosage: Der Zusatz von im Wein gel√∂sten Zucker. Die F√ľlldosage leitet die zweite G√§rung ein, mit der Versanddosage kann nach der zweiten G√§rung noch der gew√ľnschte S√ľ√üegrad eingestellt werden.

‚ÄĘ Enthefen: Entfernen der Hefe aus dem Schaumwein. In der traditionellen Flascheng√§rung werden die Flaschen mit dem Hals schr√§g nach unten auf ein Pult gestellt und regelm√§√üig ger√ľttelt, sodass sich die Hefe am Flaschenhals sammelt. Bei den anderen Sektverfahren filtert man.

‚ÄĘ Prosecco geh√∂rt nicht zur Sektfamillie. Es handelt sich um eine wei√üe Rebsorte, die urspr√ľnglich aus dem Norden Italiens kommt, die es aber auch anderswo gibt. Aus dieser Traubenart wird haupts√§chlich ein Perlwein, auf Italienisch "Frizzante" gekeltert. Er reift nicht so lange in der Flasche wie Sekt, schmeckt fruchtiger und leichter und ist oft auch g√ľnstiger.

‚ÄĘ Rebsorten- und Jahrgangssekt: 85 % der verwendeten Weine m√ľssen aus der namensgebenden Rebsorte (zum Beispiel Riesling) beziehungsweise aus dem entsprechenden Jahrgang stammen.
 
 

Mitmachen bei der ‚ÄěStunde der Winterv√∂gel‚Äú
Blaumeise / Foto: Frank Derer; NABU
 
Mitmachen bei der ‚ÄěStunde der Winterv√∂gel‚Äú
NABU und LBV rufen zur Vogelzählung vom 4. bis 6. Januar auf

Berlin/Hilpoltstein ‚Äď Vom 4. bis 6. Januar 2013 findet deutschlandweit die ‚ÄěStunde der Winterv√∂gel‚Äú statt. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund f√ľr Vogelschutz in Bayern (LBV) rufen Naturfreunde auf, eine Stunde lang die V√∂gel am Futterh√§uschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu z√§hlen und zu melden. Im Mittelpunkt stehen dabei jene Vogelarten, die auch bei Schnee und K√§lte bei uns ausharren oder Deutschland als Winterg√§ste aus dem Norden besuchen.

Die √ľber viele Jahre hinweg mit der gleichen Methode erfassten Beobachtungen aus dem ganzen Land sind f√ľr die Natursch√ľtzer ein einmaliger Datenschatz. ‚ÄěDie Stunde der Winterv√∂gel gibt uns Aufschluss √ľber die Bestandsentwicklung unserer Gartenv√∂gel. Die schnell verf√ľgbare Auswertung der Daten kann uns erste Alarmsignale √ľber den R√ľckgang bestimmter Arten senden, so dass wir entsprechende Naturschutzma√ünahmen planen k√∂nnen‚Äú, sagte NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Langfristig k√∂nnen auch √Ąnderungen des Zugverhaltens von V√∂geln dokumentiert werden. So wurden in den vergangenen Jahren verst√§rkt Zugv√∂gel gez√§hlt, die unsere Breiten normalerweise im Winter verlassen, wie M√∂nchsgrasm√ľcken, Hausrotschw√§nze oder Stare. Sie ersparen sich offenbar zunehmend den Zug in den S√ľden.

Mit bis zu 85.000 Teilnehmern und 2,6 Millionen gemeldeten V√∂geln ist die ‚ÄěStunde der Winterv√∂gel‚Äú die gr√∂√üte wissenschaftliche Mitmachaktion in Deutschland. Sie liefert sowohl deutschlandweit als auch regional ein genaues Bild von der Vogelwelt in unseren St√§dten und D√∂rfern. Je mehr Menschen mitmachen, desto genauer sind die Ergebnisse.

Die Vogelz√§hlung wird unter anderem zeigen, ob sich die bundesweite Abnahme von Haus- und Feldsperlingen, Gr√ľnfink und Stieglitz fortsetzt. Besonders spannend ist die Frage, ob das durch den Usutu-Virus ausgel√∂ste Amselsterben, das nach 2011 auch im Sommer 2012 vor allem entlang des Rheins auftrat, dort zu weiteren Bestandseinbr√ľchen gef√ľhrt hat.

Mit ein bisschen Gl√ľck k√∂nnte die diesj√§hrige Aktion auch ein ganz besonderes Naturschauspiel dokumentieren: den Masseneinflug der sonst seltenen Seidenschw√§nze. Bis Mitte Dezember wurden die auff√§lligen nordischen V√∂gel, die nur in unregelm√§√üigen Invasionsjahren bei uns auftauchen, bereits verst√§rkt im Nordosten und gelegentlich auch schon im S√ľden beobachtet. ‚ÄěOb es dieses Jahr eine richtige Seidenschwanz-Invasion gibt, oder vielleicht doch nur einen kleinen Einflug, werden uns die Beobachtungen des ersten Januar-Wochenendes sagen‚Äú, so Lachmann.

Und so wird es gemacht: Von einem ruhigen Pl√§tzchen aus wird von jeder Vogelart die h√∂chste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachtet wurde. Die Beobachtungen k√∂nnen per Post, Telefon (kostenlose Rufnummer am 5. und 6. Januar von 10 bis 18 Uhr: 0800-1157-115) oder einfach im Internet unter www.nabu.de/stunde-der-wintervoegel und www.lbv.de/stunde-der-wintervoegel (f√ľr Bayern) gemeldet werden. Eine besondere Qualifikation au√üer dem Interesse an der Vogelwelt ist nicht erforderlich. Einsendeschluss ist der 14. Januar 2013.
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Gewinner und Verlierer 2012
WWF zieht zweigeteilte Jahresbilanz f√ľr den Artenschutz

Berlin - Elefanten, Nash√∂rner, Schweinswale und Menschenaffen z√§hlen 2012 zu den gro√üen Verlierern im Tierreich. Zudem bewegte das Ableben von ‚ÄěLonesome George‚Äú die Gem√ľter. Das Schicksal der einsamen Riesenschildkr√∂te gilt als symptomatisch f√ľr den weltweiten, vom Menschen verursachten Artenschwund. Zu diesem Fazit kommt die Naturschutzorganisation WWF anl√§sslich des Jahreswechsels. Doch es gibt auch gute Neuigkeiten: Vor allem dank neuer Schutzgebiete und konstanter Aufkl√§rungsarbeit finden sich die bedrohte Seekuh-Art Dugong, der Amur-Leopard und die Quastenflossler auf der Gewinnerseite. In Deutschland d√ľrfen sich Wolf und Elbebiber √ľber positive Zukunftsprognosen freuen. Unklar ist weiterhin das Schicksal des Tigers, so der WWF.

‚ÄěHauptursachen f√ľr den anhaltenden Verlust biologischer Vielfalt sind Lebensraumzerst√∂rung, Klimawandel, Wilderei und √úbernutzung‚Äú, warnt Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland. Vor allem die massive Zunahme der Wilderei habe 2012 zahlreichen charismatischen Tierarten, wie etwa Elefant und Nashorn, zugesetzt. ‚ÄěDie globale Staatengemeinschaft muss die Wilderei endlich engagierter bek√§mpfen‚Äú, so Brandes Forderung.

Derweil gibt es zwei Jahre nach dem internationalen Tiger-Gipfel erste Erfolge. So gelang die Verdopplung des Bestands in einem nepalesischen Nationalpark. In der Grenzregion zwischen China und Russland entstanden Schutzkorridore. Es sei jedoch nicht gelungen die Wilderei auf Tiger zu beenden und verbliebene Lebensr√§ume seien noch nicht ausreichend gesch√ľtzt. ‚ÄěF√ľr den Tiger l√§sst sich keine eindeutige Jahresbilanz ziehen. Das Ziel, die Bestandszahlen bis 2022 zu verdoppeln, kann aber weiterhin erreicht werden‚Äú, sagt WWF-Vorstand Brandes.

Verlierer 2012

Afrikanische Elefanten: Seit Anfang 2012 sind weit √ľber 10.000 Elefanten aus den Savannen und W√§ldern Afrikas verschwunden. Sie wurden Opfer grausamer Verbrechen, niedergemetzelt und verst√ľmmelt von skrupellosen Kriminellen, die es auf die Sto√üz√§hne abgesehen haben.

Nash√∂rner: Auch die Nash√∂rner sind von der dramatischen Wildereikrise betroffen. Allein in S√ľdafrika wurden 2012 pro Tag etwa zwei Tiere get√∂tet. Die H√∂rner gehen vor allem nach Vietnam, wo sie in geriebener Form als dubiose Heilmittel eingesetzt werden. Dementsprechend ist auch die Lage der asiatischen Nash√∂rner extrem kritisch. So z√§hlen die Java-Nash√∂rner zu den bedrohtesten S√§ugetieren weltweit.

Menschenaffen: Egal ob Gorilla, Bonobo, Orang-Utan oder Schimpanse: Unseren n√§chsten Verwandten im Tierreich geht es immer schlechter. R√ľcksichtlose Wilderei, Lebensraumzerst√∂rung, die unruhige politische Situation und das t√∂dliche Ebola-Virus, vor allem in den L√§ndern Zentralafrikas, f√ľhren zu einem bisher ungebremsten R√ľckgang der Best√§nde. Nur die Population des Berggorillas ist leicht ansteigend.

Lonesome George: Ein symptomatisches Einzelschicksal ist der Tod von Lonesome George. Mit ihm ist im Juni 2012 auf der Galapagos-Insel Pinta der letzte Vertreter der Riesenschildkr√∂te Chelonoidis nigra ssp. abingdoni gestorben. George wurde etwa 100 Jahre alt und galt als einsamstes Tier der Welt. Forscher haben zwar im November Gene von Chelonoidis nigra ssp. abingdoni in anderen Schildkr√∂ten entdeckt, doch nach derzeitigem Stand der Wissenschaft ist es nicht m√∂glich hieraus eine neue Generation zu z√ľchten oder gar zu klonen.

Ostsee-Schweinswal: Deutschlands einzige Walart k√§mpft weiter ums √úberleben. Selbst in den Meeresschutzgebieten ist der kleine Wal vor den Todesfallen der Stellnetzfischerei nicht sicher. Die feinmaschigen Netze sind f√ľr das Echolot der Meeress√§uger unsichtbar, die Tiere verheddern sich darin und ersticken. Etwa 4.500 Quadratkilometer sind in der deutschen Ostsee offiziell dem Schweinswalschutz gewidmet. Aber jeder Quadratkilometer davon darf weiter befischt werden, weil Umweltminister Peter Altmaier und Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner seit 20 Monaten eine Regelung der Fischerei in Schutzgebieten blockieren.

Gewinner 2012

W√∂lfe: Im Herbst gelangen, keine 25 Kilometer von der Stadtgrenze Berlins entfernt, mit einer WWF-Fotofalle Aufnahmen eines neuen Familienverbands. Der Wolf besiedelt somit trotz mancher R√ľckschritte und Verluste seine alte Heimat immer weiter neu. Seine R√ľckkehr ist Erfolg und zugleich Herausforderung f√ľr den Naturschutz. In Deutschland gibt es mittlerweile 18 best√§tigte Rudel und einige Einzeltiere. Der WWF setzt sich daf√ľr ein, ein m√∂glichst konfliktfreies Miteinander von Mensch und Wolf zu erm√∂glichen.

Dugongs, Meeresschildkr√∂ten und Quastenflosser: Mosambik hat 2012 Afrikas gr√∂√ütes K√ľstenschutzgebiet ausgewiesen. Das Primeiras e Segundas-Archipel erstreckt sich √ľber eine Millionen Hektar und umfasst zehn Inseln. Seltene Meeresschildkr√∂ten haben hier ihre Nistpl√§tze. Auch der Quastenflosser, ein Fisch, der schon lange vor den Dinosauriern die Meere bev√∂lkerte, ist in der Region zuhause. Die letzten gro√üen Seegraswiesen Afrikas und extensive Mangrovenw√§lder sind zudem Lebensraum der bedrohten Dugongs. Dugongs sind die einzigen heute noch lebenden Vertreter der Gabelschwanzseek√ľhe.

Amur-Leopard: Nach jahrelanger Vorarbeit des WWF hat die russische Regierung im Fernen Osten einen neuen Nationalpark eingerichtet, um die letzten Amur-Leoparden zu sch√ľtzen. Die Leoparden-Unterart gilt als die seltenste Gro√ükatze der Welt. Zuk√ľnftig sollen bis zu 50 Tiere im neuen sogenannten ‚ÄěLeopardenland‚Äú leben k√∂nnen und so die Unterart vor dem Aussterben bewahrt werden.

Elbebiber: Zwei Jahre nach Baubeginn wurde der erste Abschnitt des neuen Elb-Deiches nahe Dessau fertiggestellt. Die Deichr√ľckverlegung ist Hauptbestandteil des derzeit gr√∂√üten WWF-Naturschutzprojekts in Deutschland. Durch Schaffung von zus√§tzlichen 600 Hektar √úberflutungsfl√§che wird in der Region die Gefahr von Flutkatastrophen gemindert und zugleich profitiert der Elbebiber von der Vergr√∂√üerung seines Lebensraums. Der Bestand dieser nur in Deutschland heimischen Unterart konnte inzwischen stabilisiert werden. Gef√∂rdert wird das WWF-Projekt durch das Bundesumweltministerium (75 Prozent) und das Land Sachsen-Anhalt (15 Prozent).
 
 



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