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Samstag, 21. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
NABU: "Fitness Check" der Agrarpolitik zeigt: Reform ist ĂŒberfĂ€llig
Studie stellt Förderpolitik der EU auf den PrĂŒfstand

Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) ist nicht zeitgemĂ€ĂŸ und hochgradig ineffizient. Das geht aus einer wissenschaftlichen ÜberprĂŒfung der GAP hervor, die der NABU und seine europĂ€ischen PartnerverbĂ€nde BirdLife und EEB in Auftrag gegeben haben. Erste Ergebnisse stellten die Autoren am heutigen Donnerstag in BrĂŒssel vor.

Im Mittelpunkt steht dabei das enorme MissverhĂ€ltnis von Aufwand und Wirkung der Agrarpolitik. Mit jĂ€hrlich fast 60 Milliarden Euro Subventionen wird neben der Sicherstellung einer guten Lebensmittelversorgung der Bevölkerung seit Jahrzehnten versucht, landwirtschaftlichen Betrieben ein angemessenes Einkommen zu ermöglichen und gleichzeitig Artenvielfalt und Kulturlandschaften zu erhalten. Doch die RealitĂ€t sieht anders aus, davon zeugen die vielen Hofaufgaben, zum Beispiel wĂ€hrend der jĂŒngsten Milchkrise. Hinzu kommen massive schĂ€dliche Auswirkungen auf die Umwelt durch den zu hohen Einsatz von Pestiziden. Die Belastung des Grundwassers mit Nitrat, das Insektensterben und der drastische RĂŒckgang der Feldvögel zeigen: Die teure Politik wirkt nicht ausreichend, teilweise ist sie sogar kontraproduktiv.

Die Autoren machen auch deutlich, dass die EU mit der gegenwĂ€rtigen Politik keine Chance hat, die von den Vereinten Nationen beschlossenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, die einen Bezug zur BiodiversitĂ€t aufweisen. „In Zeiten von knappen Kassen und vielen neuen Herausforderungen fĂŒr Europa können wir es uns nicht mehr leisten, Milliarden an Steuergeldern mit der Gießkanne ĂŒber landwirtschaftliche Betriebe zu verteilen“, sagt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Dies betreffe vor allem die pauschalen Direktzahlungen, die pro Hektar ausgegeben werden und drei Viertel des Budgets ausmachen. Sie fĂŒhren zwar zu immer mehr Produktion – oft auf Kosten der Umwelt – verhindern aber Investitionen in Ressourceneffizienz und den Schutz der Artenvielfalt. Noch dazu wird ein bedeutender Teil ĂŒber Pachtpreise gleich an GrundeigentĂŒmer weitergereicht. Auf der anderen Seite erhalten effektive Instrumente – wie der Vertragsnaturschutz – viel zu wenig Förderung und lohnen sich fĂŒr viele Landwirte nicht.

FĂŒr die Studie hat ein Team von Wissenschaftlern um Guy Pe’er und Sebastian Lakner fast 600 relevante Fachpublikationen identifiziert und 275 von ihnen detailliert ausgewertet, um Wirksamkeit, Kosteneffizienz, Relevanz, KohĂ€renz und den EU-Mehrwert der GAP zu beurteilen. An diesen fĂŒnf Kriterien orientiert sich die EuropĂ€ische Kommission in ihrer Gesetzgebung – bislang aber nicht bei der Agrarpolitik.

„WĂ€hrend Umweltgesetze auf Herz und Nieren ĂŒberprĂŒft werden, weigert sich die EU-Kommission systematisch eine Politik zu ĂŒberprĂŒfen, die mit fast 60 Milliarden Euro im Jahr 40 Prozent des EU-Haushalts erhĂ€lt. Dass auch die Bundesregierung als grĂ¶ĂŸter EU-Nettozahler einen ‚Fitness Check‘ der Agrarpolitik abgelehnt hat, ist noch unverstĂ€ndlicher angesichts der Umweltbelastungen, die die bisherige Subventionspraxis in der EU befördert hat“, so Konstantin Kreiser, NABU-Leiter EU-Naturschutzpolitik.

Die UmweltverbĂ€nde haben sich daher entschieden, einen eigenen „Fitness Check“ durchzufĂŒhren. Eine Studie von UmweltverbĂ€nden kann jedoch nicht eine offizielle ÜberprĂŒfung der EU ersetzen. Der NABU versteht diese daher als Beitrag und Anregung fĂŒr eine grĂ¶ĂŸere Untersuchung, zu der auch eine umfassende Einbeziehung von Experten und allen Interessengruppen gehören muss.

Zu Beginn der am heutigen Donnerstag in BrĂŒssel stattfindenden Konferenz „Who will fix the broken CAP? Recipe for a Living Land“ ĂŒbergaben die europĂ€ischen Umweltnetzwerke BirdLife, EEB und WWF symbolisch 260.000 Unterschriften und die Logos von ĂŒber 600 Unternehmen und Organisationen aus ganz Europa an EU-Agrarkommissar Phil Hogan. In den vergangenen Wochen haben sich diese, mit wesentlicher Beteiligung des NABU, unter dem Motto „LivingLand“ an einer BĂŒrgerbefragung des Agrarkommissars beteiligt und dabei eine grundsĂ€tzlich andere Agrarpolitik gefordert.
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"Kein Klima fĂŒr Fische!"
Fish Dependance Day am 29. April mit Blick auf den Klimawandel

Nicht nur an Land, auch in den Meeren und Ozeanen ist der Klimawandel drastisch zu spĂŒren. Der Meeresspiegel steigt, der Ozean wird sauer. Diese klimabedingten Störungen werden die ohnehin ausgebeuteten FischbestĂ€nde weiter reduzieren. Bis zum 29. April sind die FĂ€nge deutscher Fischer in Nord- und Ostsee aufgebraucht. Slow Food Deutschland, Brot fĂŒr die Welt und die Initiative Fair Oceans rufen am Fish Dependance Day Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf, Überfischung zu stoppen und die Meere vor den negativen Folgen des Klimawandels zu schĂŒtzen.

Jeder Bissen Fisch, der ab 29. April 2017 in Deutschland verzehrt wird, ist rechnerisch nur noch mit Hilfe von Importen möglich. Ermittelt wird dieser Stichtag jĂ€hrlich von der britischen New Economics Foundation. "Am Fish Dependance Day rufen wir zur Schonung der ĂŒberfischten BestĂ€nde auf", sagt Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland. "Im Hinblick auf die UN-Klimakonferenz im November in Bonn sollten wir uns klar machen, welche zentrale Bedeutung das Klima fĂŒr die Fischwirtschaft und damit auf die weltweite ErnĂ€hrungssicherheit hat. Die marinen Ökosysteme sind nicht nur durch ausbeuterische Fangtechniken bedroht, sondern auch durch die Umweltverschmutzung. Fischereiwirtschaft und Aquakultur leiden unter steigenden Wassertemperaturen, Sauerstoffmangel in KĂŒstengewĂ€ssern und der vermehrten Aufnahme von Kohlendioxid aus der AtmosphĂ€re."

Fischarten wandern in kĂ€ltere GewĂ€sser ab, die Ozeanversauerung vermindert den Fortpflanzungserfolg der Meereslebewesen. Kai Kaschinski von Fair Oceans befĂŒrchtet eine tiefgreifende VerĂ€nderung der marinen Ökosysteme: "Nicht nur ĂŒbermĂ€ĂŸige Befischung belastet die BestĂ€nde und fĂŒhrt letztlich zur Überfischung. PlastikmĂŒll, NĂ€hrstoffeintrĂ€ge, Offshore-Bauten, Pestizide und Schwermetalle haben ebenfalls negative Auswirkungen auf die Fischerei und der Klimawandel wird dabei eine immer stĂ€rkere Rolle spielen."

Francisco MarĂ­, Referent fĂŒr Agrarhandel und Fischerei bei Brot fĂŒr die Welt, weist darauf hin, dass ein weiterer RĂŒckgang der Fangmengen die EU-AbhĂ€ngigkeit vom Weltmarkt fĂŒr Fisch und MeeresfrĂŒchte verstĂ€rken wĂŒrde. "Die Konkurrenz um die letzten FischbestĂ€nde hat negative Folgen fĂŒr die ErnĂ€hrung der Menschen in EntwicklungslĂ€ndern. Die Bundesregierung muss ihren Einsatz fĂŒr die globalen Klimaziele verstĂ€rken, damit Seefisch weiter auf dem Speiseplan der Armen bleibt", warnt der Experte.

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Fischerei werden am Fish Dependance Day bei einem FachgesprĂ€ch im Überseemuseum in Bremen diskutiert, an dem unter anderem Ursula Hudson und Kai Kaschinski teilnehmen. Nicht nur Politik und Wirtschaft sind gefragt, auch Verbraucher können ihren Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit FischbestĂ€nden leisten, indem sie ihr Konsumverhalten ĂŒberdenken.



Slow Food ist eine weltweite Bewegung, die sich fĂŒr ein zukunftsfĂ€higes Lebensmittelsystem einsetzt. Der Erhalt der bĂ€uerlichen Landwirtschaft, des traditionellen Lebensmittelhandwerks und der regionalen Arten- und Sortenvielfalt sind fĂŒr Slow Food ebenso wichtig wie eine faire Entlohnung fĂŒr zukunftsfĂ€hig arbeitende Erzeuger sowie die WertschĂ€tzung und der Genuss von Lebensmitteln.

Unter dem Motto "25 Jahre Slow Food Deutschland - Weil uns die Zukunft des Essens und unserer Lebensmittelerzeuger wichtig ist" feiert Slow Food Deutschland 2017 das 25-jĂ€hriges VereinsjubilĂ€um. 25 Veranstaltungen bundesweit laden Verbraucher zum Mitmachen ein und rĂŒcken Erzeuger und Produkte in den Fokus, die schon heute im Zeichen ökologischer Nachhaltigkeit stehen. Die thematische Bandbreite der Veranstaltungen reicht von regionaler Esskultur ĂŒber Lebensmittelverschwendung bis hin zur Ganztierverarbeitung und guter Schulverpflegung.

Slow Food Deutschland e. V. wurde 1992 gegrĂŒndet und zĂ€hlt ĂŒber 85 lokale Gruppen. Insgesamt ist Slow Food in ĂŒber 170 LĂ€ndern mit diversen Projekten, Kampagnen und Veranstaltungen aktiv. Als Slow-Food-Mitglied ist man Teil einer großen, bunten, internationalen Gemeinschaft, die das Recht jedes Menschen auf gute, saubere und faire Lebensmittel vertritt. www.slowfood.de

Brot fĂŒr die Welt: Das evangelische Hilfswerk Brot fĂŒr die Welt unterstĂŒtzt Menschen in mehr als 90 LĂ€ndern dabei, aus eigener Kraft ihre von Hunger, Armut, Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung geprĂ€gte Lebenssituation zu verbessern. Ein Schwerpunkt ist die ErnĂ€hrungssicherung. In Zeiten des Klimawandels und knapper werdender Ressourcen wird der Kampf gegen Hunger und MangelernĂ€hrung immer wichtiger. www.brot-fuer-die-welt.de

Fair Oceans hat sich zum Ziel gesetzt die entwicklungspolitische Dimension der Meere zum Thema zu machen. Als Arbeitsschwerpunkt des "Vereins fĂŒr Internationalismus und Kommunikation e.V." diskutiert Fair Oceans deshalb seit 2009 die Konsequenzen der vielfĂ€ltigen Entwicklungen auf den Weltmeeren fĂŒr das Nord-SĂŒd-VerhĂ€ltnis und will dazu anregen, AnsĂ€tze fĂŒr eine solidarische Politik auf See zu suchen.

Fischerei, Seerecht, Meeresverschmutzung, Flucht ĂŒber See, die Arbeitsbedingungen an Bord oder die Vorhaben zum Tiefseebergbau alle diese aktuellen meerespolitischen Themenfelder und ihre sozialen und ökologischen Aspekte sind Bestandteil der Projekte. Von Bremen aus arbeitet Fair Oceans mit verschiedenen regionalen, ĂŒberregionalen und auch internationalen Partnern zusammen, die ebenfalls versuchen die Meere fĂŒr die Bewohnerinnen und Bewohner ihrer KĂŒsten zu erhalten, ihre natĂŒrliche Vielfalt zu schĂŒtzen und sie als gemeinsames Erbe der Menschheit gemeinsam zu verwalten.

In Deutschland und Europa eine verantwortliche Meerespolitik umzusetzen ist global von Bedeutung. Menschen fĂŒr das zu sensibilisieren, was draußen auf See geschieht und wie sehr Land und Meer mitein­ander verbunden sind, und ihnen zugleich Handlungsperspektiven aufzuzeigen und sie einzubeziehen sind fĂŒr Fair Oceans die Grundlagen des eigenen Engagements. www.fair-oceans.info
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„Dein Dach kann mehr“
Stadt startet neue PhotovoltaikKampagne

PV-Anlagen auf Freiburgs DĂ€cher lohnen sich


WĂ€re es nicht toll, wenn Ihr Dach Ihnen Ihren eigenen Strom
liefern könnte? WĂŒrde es Ihnen gefallen, unabhĂ€ngig von
schwankenden Strompreisen zu sein? Mit einer PhotovoltaikAnlage
auf dem Dach ist es ein Leichtes, eigenen Strom zu
produzieren und dabei auch noch etwas fĂŒr unser Klima zu
tun. Die Stadt startet ab sofort eine Photovoltaik-Kampagne
mit dem Ziel, dass BĂŒrgerinnen und BĂŒrger wieder mehr PVAnlagen
auf ihren DĂ€chern in Freiburg installieren.

„Der Zuwachs an PV-Anlagen muss um ein Vielfaches
steigen, damit wir unser ehrgeiziges Klimaschutzziel bis 2050
eine klimaneutrale Stadt zu werden, erreichen können.
Deshalb brauchen wir die UnterstĂŒtzung der Freiburger
Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer“, so
UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik bei der Vorstellung der
neuen Photovoltaik-Kampagne.

Nachdem BĂŒrgerinnen und BĂŒrger jahrelang viele neue PVAnlagen
auf den DĂ€chern installierten, sind die Zahlen seit
2012 gesunken. So wurden 2012 neue Anlagen mit
insgesamt 7,8 Megawatt installiert, 2014 waren es nur noch
2,1 Megawatt und zuletzt im Jahre 2015 nur noch 1,1
Megawatt. Insgesamt gab es 2015 in Freiburg PV-Anlagen
mit einer Leistung von 37,2 Megawatt, die ungefÀhr drei
Prozent des in Freiburg verbrauchten Stromes produzieren.

Die Stadt beauftragte daraufhin ein IngenieurbĂŒro mit einer
Studie zur Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen. Die Fachleute
sollten untersuchen, ob der Einbruch an Neuinstallationen auf
eine mangelnde Wirtschaftlichkeit von PV zurĂŒckzufĂŒhren ist,
könnte ein Vertrauensverlust in PV-Anlagen vorliegen, der auf
eine falsche Wahrnehmung der RentabilitÀt von PV-Anlagen
zurĂŒckgeht? Oder stellt die zunehmende KomplexitĂ€t des
Erneuerbaren-Energien-Gesetzes eine HĂŒrde? Im Ergebnis
kommt die Studie zu dem Schluss, dass PV-Anlagen auf
DÀchern von Ein- und MehrfamilienhÀusern wirtschaftlich
sind, und zwar sowohl bei vollstÀndiger Einspeisung als auch
bei Eigennutzung des erzeugten Stromes.

Damit wir dieses ungenutzte Potenzial der Sonne
ausschöpfen und wieder mehr PV-Anlagen installiert werden,
will die neue Kampagne gezielt Freiburgerinnen und
Freiburger, die ein Ein- oder Mehrfamilienhaus besitzen,
erreichen. Sie sollen umfangreich informiert und auf dem Weg
zu einer eigenen PV-Anlage unterstĂŒtzt werden. FĂŒr eine
neue PV-Anlage sprechen mehrere GrĂŒnde: Sie bietet eine
sichere Rendite, sie leistet einen wichtigen Beitrag zum
Klimaschutz und sie bietet die Möglichkeit einer teilweise
unabhÀngigeren Stromversorgung.

Die Photovoltaik-Kampagne ist zunĂ€chst fĂŒr ein Jahr
angesetzt. In den kommenden Wochen und im Herbst wird
das Umweltschutzamt eine Reihe von Veranstaltungen im
gesamten Stadtgebiet anbieten, die verbreitete Vorurteile
ĂŒber Photovoltaik, etwa sie sei zu teuer oder ineffizient,
ausrÀumen und die die wichtigsten Schritte auf dem Weg zu
einer Photovoltaik-Anlage darstellen. Auch werden FĂŒhrungen
angeboten, bei denen sich interessierte Freiburgerinnen und
Freiburger einen Eindruck verschaffen können, wie die
Nachbarn ihre Photovoltaik-Anlage realisiert haben.
Abgerundet wird das Angebot durch Workshops, in denen
Interessierte die PV-Anlage fĂŒr ihr eigenes Dach selbst
planen können.

DarĂŒber hinaus werden individuelle, kostenlose Beratungen
ab Ende Mai das ganze Jahr hindurch im Beratungszentrum
Bauen und Energie (BZBE) im Technischen Rathaus
angeboten. Dort liegt der Schwerpunkt der Beratung vor allem
auf der Finanzierung. ZusÀtzlich werden auch Vor-OrtBeratungen
stattfinden, bei denen die Technik im
Vordergrund steht.

Flyer, Handtuchplakate in den Straßenbahnen, Plakate an
den LitfaßsĂ€ulen sowie Pressemitteilungen werden die neue
PV-Kampagne mit ihren vielen unterschiedlichen
Informationen das ganze Jahr begleiten.

Die Energieagentur Regio Freiburg und der Fesa unterstĂŒtzen
die Stadtverwaltung bei der neuen Kampagne.

Interessierte BĂŒrgerinnen und BĂŒrger können sich unter
www.freiburg.de/pv ĂŒber die gesamte Photovoltaik-Kampagne
informieren oder sich zu den einzelnen Veranstaltungen
anmelden.
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NABU: fĂŒr faire und nachhaltige Landwirtschaft
258.708 Stimmen und ĂŒber 600 Logos

Starke Beteiligung an EU-weiter Mobilisierung der UmweltverbĂ€nde fĂŒr eine Reform der Agrarpolitik


258.708 BĂŒrgerinnen und BĂŒrger haben sich ĂŒber eine Online-Aktion des NABU und anderer UmweltverbĂ€nde aus ganz Europa an der Befragung der EU-Kommission zur Zukunft der EU-Agrarpolitik beteiligt und damit eine grundlegende Reform verlangt. Sie haben ein klares Statement fĂŒr eine verantwortungsbewusste, faire, nachhaltige und gesunde Landwirtschaft an die EU-Kommission in BrĂŒssel gesandt. FĂŒr die beteiligten deutschen UmweltverbĂ€nde BUND, DNR, NABU und WWF ist die außergewöhnlich hohe BĂŒrgerbeteiligung ein Erfolg. Innerhalb von nur vier Wochen sei es gelungen, EU-weit 258.708 Menschen in den öffentlichen Befragungsprozess der EU-Kommission einzubinden und diese fĂŒr die Belange von BĂ€uerinnen und Bauern, Umwelt und Verbraucherinnen und Verbrauchern zu interessieren und zu mobilisieren. Zudem gelang es, ein breites BĂŒndnis aus insgesamt ĂŒber 600 Unternehmen und VerbĂ€nden hinter ihrer Vision fĂŒr eine bessere Agrarpolitik zu vereinen. Am 11. Mai werden die Logos dieser Unternehmen und VerbĂ€nde und das Ergebnis der Online-Aktion an EU-Agrarkommissar Phil Hogan ĂŒberreicht.

„Die EU-Agrarpolitik geht uns alle an. Es geht um Nahrung, Umwelt, Kulturlandschaft, Bauernhöfe und nicht zuletzt um Verteilungsgerechtigkeit sowie Zukunftssicherung. Es kann nicht sein, dass dieser Bereich nur innerhalb des Agrarsektors ausdiskutiert wird“, so die einhellige Forderung der VerbĂ€nde.

NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: „EU-Haushaltskommissar GĂŒnter Oettinger und sein Kollege Phil Hogan mĂŒssen jetzt auf die Stimmen aus der Gesellschaft hören und nicht nur auf die Besitzstandwahrer der Agrarindustrie. Mit einer mutigen Reform können sie nicht nur unsere lĂ€ndlichen RĂ€ume retten, sondern auch das Vertrauen von Millionen Menschen in die EU stĂ€rken. Von einer giftfreieren und damit lebenswerteren Umwelt profitieren alle: Bienen und andere Insekten, Rebhuhn, Feldhamster und viele weitere Arten der Agrarlandschaft. Und nicht zuletzt profitieren auch alle Verbraucherinnen und Verbraucher, denen etwas an guten und fair produzierten Lebensmitteln liegt.“

Die 258.708 Teilnehmer der Online-Aktion fordern von EU-Agrarkommissar Phil Hogan einen drastischen Kurswechsel bei den milliardenschweren Agrarsubventionen, die immerhin 38 Prozent des EU-Haushalts ausmachen. Kritisiert wird, dass der Großteil der Fördergelder in pauschale, flĂ€chenbezogene Agrarsubventionen fließt und damit intensivere Produktionsmethoden besser gestellt werden – zum Schaden von naturvertrĂ€glich wirtschaftenden Landwirtinnen und Landwirten und der Umwelt. Eine neue Agrarpolitik ab 2020 mĂŒsse fair zu BĂ€uerinnen und Bauern sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern sein. Sie sei ökologisch nachhaltig und global verantwortungsvoll auszurichten, daher brauche es eine gezielte Förderung von Leistungen, zum Beispiel im Naturschutz. Auch eine verbesserte Tierhaltung mĂŒsse unterstĂŒtzt und aktiv vorangetrieben werden. Außerdem soll der Pestizid- und DĂŒngemitteleinsatz verringert werden.

Im Februar startete die EU-Kommission eine öffentliche Befragung zur Agrarpolitik, die am 02. Mai offiziell beendet wurde.

Unter dem Motto „Aktion #LivingLand – Gib Dein JA fĂŒr eine bessere Landwirtschaft“ hatte der NABU mit aufrĂŒttelnden Motiven vor dem dramatischen „Ausverkauf“ der Landschaft, der Artenvielfalt und unserer ErnĂ€hrungsgrundlagen gewarnt. Der Einsatz von Pestiziden in der industriellen Landwirtschaft ist mitverantwortlich fĂŒr das alarmierende Insektensterben. RĂŒckstĂ€nde von Pestiziden landen zudem ĂŒber Lebensmittel auf unseren Tellern. Ein Apfel wird im konventionellen Obstanbau beispielsweise durchschnittlich 32 Mal pro Jahr mit Pestiziden bespritzt. Der Mangel an Nahrung und Lebensraum in der Agrarlandschaft ist fĂŒr viele Arten bedrohlich. Besonders dramatisch ist diese Situation fĂŒr das Rebhuhn. Seine BestĂ€nde sind in den letzten 25 Jahren um 94 Prozent zurĂŒck gegangen. Heute ist der ehemals typische Agrarvogel nahezu ausgerottet.
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Zahl des Monats:
Deutsche Kohlekraftwerke erzeugen 40 Prozent Strom und stoßen 80 Prozent der Treibhausgase aus

Schlechte Klimabilanz - NABU fordert Kohleausstieg bis spÀtestens 2035


Die deutschen Kohlekraftwerke produzieren 40 Prozent des Stroms – sind aber fĂŒr 80 Prozent der Treibhausgasemissionen in diesem Sektor verantwortlich. Der NABU fordert einen Ausstieg aus der Kohle bis spĂ€testens 2035, um die deutschen Klimaziele zu erreichen und den Pfad zur Einhaltung der Klimaschutzvereinbarungen von Paris offen zu halten. Der Großteil der Kohlekraftwerke muss jedoch schon deutlich frĂŒher stillgelegt werden. Dass politisch nicht an der Umsetzung eines beschleunigten Kohleausstiegs gearbeitet wird, ist fatal fĂŒr das Klima und die betroffenen Regionen.

Der NABU fordert eine Kombination aus einem Dialogverfahren zum Kohlekonsens, das an die von der Bundesregierung geplante Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Regionalentwicklung“ angedockt werden kann und einen gesetzlich geregelten Kohleausstiegsplan fĂŒr alle 106 aktiven Kohleblöcke in Deutschland. Um die betroffenen Regionen bestmöglich auf den Kohleausstieg vorzubereiten, wird die neue Bundesregierung schnell maßgebliche Entscheidungen ĂŒber den Kohleausstieg treffen mĂŒssen.
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Warnung vor hoher Abgasbelastung an Deck von Kreuzfahrtschiffen
Luftschadstoffmessungen des ZDF-Magazins „WISO“ an Bord der AIDA Sol sind alarmierend

Nachdem verdeckte Abgasmessungen des ARD Magazins „Plusminus“ erst vor wenigen Wochen das Kreuzfahrtschiff AIDA Prima als Dreckschleuder entlarvt haben, dokumentierte nun das ZDF Magazin „WISO“ wĂ€hrend einer Kanarenkreuzfahrt alarmierende Konzentration besonders gesundheitsgefĂ€hrdender ultrafeiner Partikel an Bord der AIDA Sol.

Bis zu 475.000 Partikel je Kubikzentimeter Umgebungsluft zeigte das MessgerÀt bei verschiedenen Messungen auf dem Sonnendeck des Rostocker Kreuzfahrtanbieters an. Eigentlich wÀren bei sauberer Seeluft Werte von gerade einmal 1000 Partikeln je Kubikzentimeter erwartbar.

„Die nunmehr dritte verdeckte Abgasmessung von verschiedenen Fernseh-Teams auf Kreuzfahrtschiffen verschiedener Anbieter in unterschiedlichen Regionen zeigen, dass die Kreuzfahrtindustrie seinen Passagieren und der Umwelt ein gewaltiges Abgasproblem zumutet. UnabhĂ€ngig davon, ob jemand eine Seereise auf Nord- und Ostsee, im Mittelmeer oder im Atlantik plant, ist davon auszugehen, dass man erhebliche Feinstaubmengen an Deck der Schiffe einatmen muss. Nur der Umstieg auf höherwertigen Kraftstoff und der Einsatz von Systemen zur Abgasreinigung können hier effektiv Abhilfe schaffen“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

AIDA Cruises hatte das Problem der Abgasbelastung bereits 2012 erkannt und versprochen, die gesamte eigene Schiffsflotte bis Ende 2016 mit Rußpartikelfiltern auszustatten. Bis heute sei jedoch kein einziges Schiff nachgerĂŒstet, kritisiert der NABU. Bereits im vergangenen Jahr konnten die UmweltschĂŒtzer zudem aufdecken, dass das vollmundig angepriesene Filtersystem der AIDA Prima nicht in Betrieb war, was das Unternehmen darauf hin auch eingestand.

Auch Dr. Michael Barczok, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Pneumologen, bewertet die neuerlichen Messungen an Bord der AIDA Sol als höchst gesundheitsgefĂ€hrdend: „Die Abgaswerte auf der AIDA Sol sind extrem hoch. Crew und Passagiere an Bord werden einer Konzentration von Luftschadstoffen ausgesetzt, die weit ĂŒber dem Niveau stark befahrender Straßen liegen. Ich kann keinem Passagier empfehlen, sich lange an Deck eines Kreuzfahrtschiffes aufzuhalten.“

Leider lehnen die Reeder nach wie vor das Angebot ab, mit dem NABU und unabhĂ€ngigen Gutachtern offizielle Messungen auf ihren Schiffen durchzufĂŒhren und die Ergebnisse zu veröffentlichen. Die Branche weiß um das Problem, weigert sich aber aus KostengrĂŒnden, auf das giftige Schweröl zu verzichten und die nötigen Filter einzusetzen. „Die neuerlichen Messungen offenbaren den Handlungsdruck fĂŒr die Kreuzfahrtbranche. Wir fordern AIDA und andere Reeder im Interesse der Umwelt und der Gesundheit der Passagiere auf, ihre Schiffsflotte bis 2020 komplett mit Rußpartikelfilter und Stickoxidkatalysatoren nachzurĂŒsten“, sagt NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger.
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ÖKO-TEST-Magazin Mai 2017
 
ÖKO-TEST-Magazin Mai 2017
Die Mai-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins gibt es seit dem
27. April 2017 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 4,50 Euro.

Aus dem Inhalt
Test: vegane Brotaufstriche
Mehr als die HĂ€lfte schneidet „sehr gut“ oder „gut“ ab. Was die Kalorien angeht, können allerdings viele vegane Brotaufstriche mit Leberwurst oder Gouda mithalten. Und frei von Schadstoffen sind sie leider auch nicht immer. AuffĂ€llig viele enthalten etwa Mineralölbestandteile. Dazu kommen noch in einigen Produkten Fettschadstoffe, die Nieren, Hoden und BrustdrĂŒsen schĂ€digen können oder als krebserregend und genotoxisch gelten.

Test: Craft-Biere
Deutsches Bier? „Industrieplörre!“, sagen viele Craft-Bier-Brauer. Deshalb experimentieren sie, beleben alte Biersorten neu und pfeifen dabei oft auf das Reinheitsgebot. Mit Erfolg, wie der Test zeigt. ÖKO-TEST kann fast alle getesteten Craft-Biere empfehlen. Ein bisschen Luft nach oben gibt’s bei einigen Bieren trotzdem: Die Themen Glyphosat, MilchsĂ€urebakterien und leichte Geschmacksfehler mĂŒssen manche Brauer noch in den Griff bekommen.

Test: Babytees
Viele Eltern greifen zu Babytees, wenn das Baby Bauchschmerzen hat. Der Fenchel soll beruhigend wirken. Zu empfehlen sind die Tees aber nur dann, wenn sie frei von Schadstoffen sind. Das sind zwar die meisten im Test, allerdings gibt es auch Marken, die schĂ€dliche, krebserregende BeikrĂ€uter enthalten. Besonders Ă€rgerlich ist, dass viele Bio-Tees auch Spuren von Pestiziden aufweisen. Auch mischen zwei Anbieter unnötigerweise dem Tee sĂŒĂŸende Zutaten bei.

Test: RosenstrĂ€uße
RosenstrĂ€uße sind erheblich mit Pestiziden verseucht. Das Labor fand etwa mehr als 100 mg/kg Spritzgifte in einem Blumenstrauß. Leider ist das gesetzlich erlaubt, denn einen Grenzwert fĂŒr Schnittblumen gibt es nicht. Die Belastung setzt sich aus bis zu 20 verschiedenen Pestiziden zusammen. Zudem ist etwa jede dritte der nachgewiesenen Substanzen besonders bedenklich. Die Chemiekeule trifft vor allem die Arbeiter in den Farmen.

Test: Bartpflegeprodukte
Die Probleme dieser Bartöle, Bartbalsame und Bartfluids sind vielfĂ€ltig und beschrĂ€nken sich nicht auf eine Produktgruppe. So stecken beispielsweise problematische Duftstoffe in ihnen wie das fortpflanzungsgefĂ€hrdende Lilial oder kĂŒnstlicher Moschusduft, der in Verdacht steht, LeberschĂ€den zu verursachen. In zwei Marken analysierte das Labor auch Mikroplastik, welches in der Umwelt nur schwer abgebaut werden kann.

Test: Gleitgele
Der Trend zum NatĂŒrlichen macht vor der intimen Zweisamkeit nicht halt: Aktuelle Gleitmittel werben damit, schadstoff- und parfĂŒmfrei zu sein. Leider sind nicht alle der 20 Gele im Test unbeschwert zu genießen. Das liegt unter anderem an den bedenklichen oder umstrittenen Konservierungsmitteln und PEG/PEG-Derivaten, die die Haut fĂŒr Fremdstoffe durchlĂ€ssiger machen. Immerhin zwölf Produkte halten aber uneingeschrĂ€nkt, was sie versprechen.

Test: PVC-Böden
Von der Produktion ĂŒber die Nutzung bis hin zur Entsorgung ist der gesamte PVC-Lebenszyklus eine einzige Schadstoffgeschichte. Trotzdem erleben PVC-Böden seit Jahren eine Art Renaissance. Zu Unrecht, wie der Test zeigt: Acht von zwölf Böden sind „ungenĂŒgend“. Das liegt vor allem an den weichmachenden Inhaltsstoffen. Mehr als die HĂ€lfte aller geprĂŒften Böden ĂŒberschreitet die Abwertungsgrenzen fĂŒr gesetzlich reglementierte Phthalate deutlich. Zwei Marken enthalten abwertungsrelevante Gehalte an Dibutylzinn, welcher bereits in kleineren Dosierungen das Immun- und Hormonsystem von Tieren und vermutlich auch das des Menschen beeintrĂ€chtigen kann.

Test: Pflegeversicherungen
Bei den Pflegeversicherungen lauern viele Fallstricke. Ein Tarif baut etwa keine AltersrĂŒckstellungen auf. Das Angebot ist jetzt zwar gnadenlos gĂŒnstig, im Alter von 60 Jahren zahlt der Kunde dann horrende BeitrĂ€ge. Ein weiterer Fallstrick ist der Rechnungszins: Denn bei einem hohen rechnerischen Zins ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser gesenkt wird und die BeitrĂ€ge dann deutlich steigen, sehr hoch. Das erklĂ€rt möglicherweise auch, warum fast die HĂ€lfte der am Test teilnehmenden Versicherer sich nicht in die Karten schauen lĂ€sst und eine Angabe zum Rechnungszins verweigert hat.

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Dieses Mal im Heft: Extra Vegetarisch und vegan leben


Wertewandel oder Marketing? Vegane Wurst aus der Fleischfabrik
Unternehmen der Fleischwarenindustrie fĂŒllen – mit freundlicher UnterstĂŒtzung des Vegetarierbunds – Supermarktregale mit veganen Produkten. Nicht weil sie plötzlich umdenken, sondern weil die Branche unter Druck steht. Das Nachsehen haben oft die kleinen Pionierbetriebe.

Nachhaltig, gesund, ĂŒberlegen?
Um vom tierfreien Essen zu ĂŒberzeugen, scheint Veganern jedes Argument recht. Die Speisen seien gesĂŒnder, die Ersatzprodukte besser und das fleischfreie Leben schone die Umwelt. ÖKO-TEST nimmt alte Behauptungen und neue Erkenntnisse genauer unter die Lupe.

Heimisches Superfood: Warum in die Ferne schweifen ...
... sieh, das Gute liegt so nah. Statt Chia- lieber Leinsamen, statt Goji- besser Heidelbeeren: Viele heimische Lebensmittel strotzen nur so vor Vitaminen und Mineralstoffen. Und haben außerdem keine langen Transportwege hinter sich.

Vegane Textilien: Neues aus dem Faserreich
Ob Stoffe aus Algen oder AnanasblĂ€ttern: Junge Modedesigner experimentieren mit neuen Materialien. Die ambitionierten KleidungsstĂŒcke, die daraus entstehen, sind zwar noch Nischenprodukte. Aber Innovation ist in der Textilbranche wichtig.

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Und außerdem:

Klimawandel im Faktencheck: Von Wahrheit und Wissenschaft
Die Erde heizt sich auf, kaum jemand bestreitet das heute noch. Aber ist die Ursache fĂŒr die globale ErwĂ€rmung tatsĂ€chlich der Mensch mit seiner Lebensweise? Oder sind es nicht doch die Sonne und andere natĂŒrliche Faktoren, die das Klimageschehen lenken? Immer wieder melden sich sogenannte Klimaskeptiker zu Wort, die den wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel bezweifeln. Dabei können Laien oft nicht erkennen, ob es um seriöse wissenschaftliche Erkenntnisse, gezielte Falschbehauptungen oder politische Panikmache geht. ÖKO-TEST hat die hĂ€ufigsten Argumente der Klimaskeptiker ĂŒberprĂŒft.

GemĂŒsegarten: GĂ€rtnern mal ganz anders
Die Beete sauber gezupft, die PflĂ€nzchen in Reih und Glied – das typische Bild des deutschen Nutzgartens. Dabei gibt es jenseits von Monotonie, Hacken und DĂŒngen noch ganz andere Wege zur erfolgreichen GemĂŒseernte. ÖKO-TEST stellt einige außergewöhnliche Anbaumethoden vor.
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NABU: Herdenschutz schĂŒtzt auch Wölfe
Anstrengungen fĂŒr einen flĂ€chendeckenden Herdenschutz in Wolfsgebieten mĂŒssen intensiviert werden

Zum diesjĂ€hrigen „Tag des Wolfes“ (30.4.) appelliert der NABU an Bund und LĂ€nder sowie Nutztierhalter, Herdenschutzmaßnahmen intensiv voranzutreiben. Auch 15 Jahre nach RĂŒckkehr der Wölfe nach Deutschland sind selbst in BundeslĂ€ndern, in denen Wölfe bereits seit vielen Jahren leben, noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um Schafe und andere Nutztiere vor möglichen Übergriffen zu schĂŒtzen. UngeschĂŒtzte Nutztiere können fĂŒr Wölfe der Auslöser sein, hĂ€ufiger auf Weiden nach Beute zu suchen.

„Die Pflicht zum Schutz von Nutztieren vor SchĂ€den liegt bei den EigentĂŒmern. Diese Aufgabe wird von sehr vielen Nutztierhaltern Ă€ußerst ernst genommen. Wichtigstes Ziel muss es jedoch sein, dass Herdenschutz in Wolfsregionen auch flĂ€chendeckend umgesetzt wird“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. In den Teilen Deutschlands, wo Wölfe erst seit kurzem heimisch seien, mĂŒssten Nutztierhalter aktiv unterstĂŒtzt werden, um das Zusammenleben von Mensch und Wolf in einer besiedelten Landschaft möglichst konfliktfrei zu regeln.

Ein Erfolgsmodell dafĂŒr ist der Herdenschutzhund. Der NABU stellt diese Arbeitshunde daher in den Mittelpunkt des diesjĂ€hrigen „Tag des Wolfes“. Herdenschutzhunde, offiziell als „Hirtenhund im Herdenschutzeinsatz“ bezeichnet, werden weltweit seit Jahrtausenden erfolgreich eingesetzt – nicht nur zum Schutz von Schafen, sondern auch bei Rindern, Pferden oder Gatterwild. Die Methode ist uralt und hat sich rund um den Globus bewĂ€hrt: Über 50 verschiedene Rassen existieren. Einige davon schĂŒtzen auch in Deutschland die ihnen anvertraute Herde gegen Übergriffe.

„Herdenschutzhunde wachsen schon als Welpe in ‚ihrer‘ Herde auf. Sie binden sich sowohl an das Territorium als auch an die Herdentiere. Bei Gefahr demonstrieren sie StĂ€rke und Dominanz und schlagen Alarm. Wölfe riskieren in den seltensten FĂ€llen einen Kampf mit den mindestens ebenbĂŒrtigen Hunden und ziehen weiter. Diese Erfahrungen werden von Nutztierhaltern, die Herdenschutzhunde einsetzen, immer wieder bestĂ€tigt“, sagt NABU-Wolfsexperte Markus Bathen. Die Zahl der durch Herdenschutzhunde bewachten Herden in Deutschland nimmt stetig zu – was wiederum den Wölfen nĂŒtzt. „Weniger Konflikte fĂŒhren zu mehr Akzeptanz – richtiger Herdenschutz nutzt also auch den Wölfen. Übrigens: Herdenschutzhunde stellen keine Gefahr fĂŒr Touristen und Haushunde dar, sofern diese außerhalb des Zaunes bleiben oder sich auf Almweiden ruhig und besonnen verhalten“, so Bathen weiter.

Damit Herdenschutz in Wolfsgebieten flĂ€chendeckend angewendet und Herdenschutzhunde eingesetzt werden können, mĂŒssen fĂŒr Nutztierhalter Anreize geschaffen und politische Rahmenbedingungen zĂŒgig angepasst werden. So sind zum Beispiel die Bestimmungen der Bundes-Hundehaltungsverordnung noch nicht auf den Einsatz von Herdenschutzhunden ausgerichtet. Auch ist die Vermeidung von Nutztierrissen immer noch kein Bestandteil der Ausbildung von Nutztierhaltern. Pauschale BeschrĂ€nkungen der finanziellen Höhe staatlicher UnterstĂŒtzung, beispielsweise bei der so genannten De minimis Beihilfe der EU, bewertet der NABU als absolut unzureichend und fordert eine entsprechende Nachbesserung.
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