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ECOtrinova e.V.: Vorstand bestätigt - Vorhaben für die Region -  Für ein ECOvall
Gruppe ECOtrinova / Foto: C.Holweg
 
ECOtrinova e.V.: Vorstand bestätigt - Vorhaben für die Region - Für ein ECOvall
Preisgekrönte Projekte – Energiewende mit Mini-BHKW - AKW Fessenheim & Arbeitsplätze –
Flächen schonen.

Für zwei weitere Jahre als ehrenamtliche Vorstände des in Freiburg i.Br. ansässigen gemeinnützigen Vereins ECOtrinova e.V. bestätigt wurden kürzlich als Vorsitzender Dr. Georg Löser, Physiker und Energie- und Umweltexperte, als Stellvertreter die Diplomforstwirtin Dorothea Schulz und der Ingenieur und Umweltgraphiker Bruno Natsch. Weitere Vorstandmitglieder sind erneut Klaus-Dieter Käser, IT-Experte und früherer MdL sowie der Diplom-Pädagoge und Landschaftsplaner Hans-Jörg Schwander. Die Vorsitzenden führen den Verein seit 2002.

ECOtrinova ist ein regionaler Zusammenschluss von Instituten der Umweltfor-schung, -beratung, -erziehung, umweltorientierten Vereinen, Initiativen, Büros und Unternehmen sowie weiteren Interessierten aus der Region am südlichen Oberrhein. Der Verein arbeitet zusammen mit seinen Mitgliedsvereinigungen und -instituten sowie u.a. dem trinati¬onalen Vereine-Netzwerk Energie-3Regio, dem Agenda-21-Büro der Stadt Frei¬burg i.Br., der ECO-Stiftung für Energie-Klima-Umwelt, dem Klimabündnis-Freiburg, dem ZEE Zentrum für Erneuerbare Energien und dem Umweltreferat der Studierendenvertretung an der Universität Freiburg.

Ziel der Arbeit des Vereins ist eine zukunftsfähige Modellregion
ECOtrinova führt dazu eine Reihe von Gemeinschaftsprojekten in Freiburg und Region durch, auch grenzüber¬schreitend. Hinzu kommt Bildungs-, Informations- und Lobbyarbeit für die Umwelt. Die Mehrzahl der aktuell 38 Mitglieder verantwortet eine Vielzahl großer und kleiner eigener Vorhaben in der Region, national und international.

FĂĽr ein ECOvalley am sĂĽdlichen Oberrhein
In 2013/2014 wird ECOtrinova das 2006 gegründete, mehrfach preisgekrönte Samstags-Forum Regio Freiburg als „Ideengenerator“ und „Vorbildanzeiger“ mit Gemeinschaftsveranstal¬tungen mit Schirmherrschaft der Freiburger Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik unter dem Motto „Green City & ECO-Region. Pioniere und Vorbilder - verstehen – erleben – mitmachen“ weiterführen. Das Forum erreichte mit seinen nunmehr rund 250 Vorträgen und rund 90 Füh-rungen bereits14.000 TeilnehmerInnen. Die meisten Vorträge sowie weitere Details nebst Programmen und Fotos sind als pdf-Dateien dokumentiert bei www.ecotrinova.de unter „Samstags-Forum.

Andere Hauptvorhaben ECOtrinovas unter dem Leitbild „Für ein ECOvalley am südlichen Oberrhein“ sind die Erweiterung der „Sonnen-Energie-Wege im Eurodistrikt“ u.a. um einen Vorbilder-Weg von Freiburg nach Mulhouse, Informationen für eine im wörtlichen Sinn blühende Region und die aktive Mitwirkung beim Freiburger städtischen Informations- und Förderprogramm „Kraftwerk Wiehre. Strom und Wärme vor Ort“. Dieses von ECOtrinova maßgeblich angeregte Programm will für Freiburg und die 29.000-Einwohner-Stadtteile Wiehre-Oberau erreichen, dass bei Heizungsrenovierungen Strom erzeugende Heizungen, auch Mini-BHKW genannt, eingesetzt werden, dies als wichtiger Beitrag zur Energiewende, zum Klimaschutz und zur Energiekosten-Senkung. - 2 -

Große Sorgen bereitet ECOtrinova weiterhin die Gefährdung der Region durch das Atomkraftwerk Fessenheim und andere Atomkraftwerke im weiteren Umkreis. Hierzu unterstützt der Verein den Trinationalen Atomschutzverband TRAS und Bürgerinitiativen ideell. Der ECOtrinova-Vorsitzende Löser dazu: „Parallel zur dringend nötigen Stilllegung des Atomkraftwerks Fessenheim als wichtigste Aufgabe für die Region gilt es, Alternativen für Arbeitsplätze u.a. im Energiewende-Bereich aufzuzeigen, auch wenn die quasi beamteten EDF-Angestellten des Atomkraftwerks Fessenheim keine Arbeitsplätze verlieren können“. Zu den von manchen offiziellen Stellen stark verharmlosten Folgen der Atomkatastrophen von Tschernobyl 1986 und Fukushima 2011 plant ECOtrinova erneut warnend Stellung zu nehmen.

Anders gelagerte „erhebliche Sorgen machen uns die aktuellen große Flächen fressenden Beschlüsse der Stadt Freiburg samt Gemeinderatsmehrheit und der Regionalverbandsver¬sammlung Südlicher Oberrhein, auf wichtige Grünzüge und gute und große landwirtschaftliche Flächen zuzugreifen für neue Stadt- und Ortsteile und neue Gewerbegebiete samt zugehörigen weiteren Verkehrswegen“, so der ECOtrinova-Vorsitzende. Dazu seien aber viele Flächen schonende Alternativen bisher nicht ausreichend geprüft oder gar umgesetzt worden.

Festschrift „Für ein ECOvalley am südlichen Oberrhein“
Zum 20-jährigen Bestehen von ECOtrinova im Herbst 2012 erschien kürzlich zu den 20-jährigen Aktivitäten, Projekten und Erfolgen die 50-seitige reich bebilderte Festschrift „Für ein ECOvalley am südlichen Oberrhein“, die jetzt als ECOtrinova-Nachrichten 1-2013 unter www.ecotrinova.de veröffentlicht ist mit Grußworten der Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer und der Freiburger Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik.

Preisgekrönte Projekte von ECOtrinova:
Seit 2003 wurde ECOtrinova für seine Projekte im Bereich Umwelt- und Klimaschutz sowie zur Energie¬wende, die in Freiburg und Region sowie trinational am südlichen Oberrhein stattfinden, mehrfach preisgekrönt, zuletzt mit dem 1. Preis Umweltschutz der Stadt Freiburg i.Br. 2011 u.a. fürs Samstags-Forum Regio Freiburg, mit dem 2. Platz beim Landeswettbewerb „Echt gut! Ehrenamt in Baden-Württemberg in 2009 zu Umwelt und nachhaltiger Entwicklung, dem 1. Preis CO2-Sparer Stadt Freiburg 2008 sowie einem 1. Platz beim lokalen UNESCO-dm-Wettbwerb „Ideen-Initiative-Zukunft“. In 2007 erhielt ECOtrinova einen Aesculap-Umweltpreis, in 2006 einen Förderpreis der Klimaschutzinitiative CO2NTRA für gemeinnützige Vereine, beide zum Start des Samstags-Forums Regio Freiburg.

Dreimal gewann ECOtrinova beim Landeswettbewerb für kommunale und Agenda21-Projekte mit den deutsch-französischen „Sonnen-Energie-Wegen“ für Vorbildobjekte, mit dem rheinüberschrei¬tenden ebenfalls zweisprachigen Ideenwettbewerb für Energie, Klimaschutz und Wasser, beide im hiesigen Eurodistrikt, sowie mit der Agenda21-Aktionsbibliothek Klimaschutz und Umwelt Regio Freiburg, sämtlich Gemeinschaftsvorhaben mit anderen Vereinen und Institutionen.

Die Agenda21-Aktionsbibliothek diente als Vorstufe zum Samstags-Forum Regio Freiburg. Dieses wiederum führte mit ECOtrinovas Lobbyarbeit zusammen mit dem Klimabündnis Freiburg u.a. zu Beschlüssen des Gemeinderats Richtung energiesparende Baustandards und für dezentrale Kraftwärmekopplung (BHKW) sowie zum Freiburger Programm „Kraftwerk Wiehre. Strom und Wärme vor Ort“.
 
 

 
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NABU kritisiert illegalen Vogelabschuss in Deutschland
Gänsegeier auf der Intensivstation Foto: Klinik f. Vögel & Reptilien JLU Giessen
 
NABU kritisiert illegalen Vogelabschuss in Deutschland
Extrem seltener Gänsegeier nach Schussverletzung aufgegriffen

Der NABU hat einen besonders erschütternden Fall von illegalem Vogelabschuss kritisiert. Ein extrem seltener Gänsegeier wurde am 30. Juni nahe Breidenbach im Landkreis Marburg-Biedenkopf in Mittelhessen von Aktiven der lokalen NABU-Gruppe verletzt aufgefunden. Wie sich herausstellte, war der imposante Vogel mit einer Spannweite von zweieinhalb Metern aufgrund eines Armdurchschusses, vermutlich mit einem Kleinkalibergewehr, flugunfähig.

Der Vogel wurde anschließend in der Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische der Justus-Liebig-Universität Gießen mit Kostenunterstützung des „Vereins zur Förderung der Vogelmedizin in Gießen e.V.“ intensiv behandelt. Dort konnte sein Leben dank Operation, Physio- und Lasertherapie gerettet werden, er wird aber nie mehr richtig fliegen können. Vor wenigen Tagen konnte der Geier zur weiteren Pflege an den Tier- und Naturschutzpark Herborn überstellt werden. Dort wird er am heutigen Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt. Gänsegeier sind äußerst selten. Nur in manchen Jahren gelangen wenige Exemplare dieser Aasfresser aus weiter südlich gelegenen Brutgebieten auf ihrer Suche nach Nahrung nach Deutschland.

Der NABU kritisiert den auch in Deutschland andauernden illegalen Mord an Greifvögeln durch Fang, Vergiftung und Abschuss. „Seit Jahren prangern wir die Verhältnisse in Malta an, wo Vögel aus purer Schießlust vom Himmel geholt werden“, sagt NABU-Vogelexperte Lars Lachmann. „Genauso entsetzt sind wir über den massenhaften Fang von Vögeln in Ägypten. Sowohl in Malta wie in Ägypten handelt es sich oft um Zugvögel aus Deutschland, die in Deutschland streng geschützt sind.“ Bei dem in Hessen abgeschossenen Geier handelt es sich vermutlich um einen Vogel aus Frankreich oder Spanien. Gänsegeier brüten nicht in Deutschland, sondern nur in Südeuropa und Nordafrika. Die Art ist überall selten geworden mit Ausnahme der spanischen Population, die sich derzeit auch in Südfrankreich ausbreitet. Alle anderen europäischen Populationen sind stark vom Aussterben bedroht. „Umso beschämender ist es, dass wir es nicht einmal bei uns in Deutschland schaffen, große Greifvögel vor dem Abschuss zu bewahren, sobald sie unser Land erreichen“, so Lachmann.

Allein in Nordrhein-Westfalen wurden zwischen 2005 und 2009 180 Fälle von Greifvogelverfolgung registriert, bei denen mehr als 360 Vögel getötet wurden. „Dies ist jedoch nur die Spitze des Eisberges, die meisten Taten bleiben unentdeckt. Die Tötung der geschützten Vögel muss auch in Deutschland angemessen geahndet werden“, so der NABU-Vogelexperte. Die Obere Naturschutzbehörde im Regierungspräsidium Gießen habe bereits Anzeige erstattet.

Zur weiteren Aufklärung des Falles bittet der NABU dringend um Mithilfe: Hinweise zum Geschehen oder zum Täter können (auch anonym) über das NABU-Infotelefon unter der Nummer 030-284984-6000 abgegeben werden oder per e-mail an info@nabu.de.
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NABU und UVP-Gesellschaft fordern europaweite Umweltstandards fĂĽr Fracking
Gesetzliche Regeln mĂĽssen Risiken der Technik fĂĽr Mensch und Natur ausschlieĂźen

Am 31. August 2013 findet bundesweit der erste Anti-Fracking-Tag statt. Unter dem Motto „Keine Stimme für Fracking – No Vote for Fracking” werden in zahlreichen Regionen in Deutschland Bürgerinitiativen auf die Straße gehen, um sich gegen die Ausbeutung unkonventioneller Erdgasvorkommen mittels Fracking zur Wehr zu setzen.

Aus Sicht des NABU und der UVP-Gesellschaft stellt die Methode, Erdgasvorkommen mittels Tiefbohrungen und dem Einsatz von Chemikalien zu gewinnen, eine erhebliche Bedrohung für Mensch und Natur dar. „Fracking ist klima- und energiepolitisch verzichtbar, zu wirtschaftlichen Kosten nicht vertretbar und angesichts der Wissenslücken über die Auswirkungen der Technik für Mensch und Natur ein Roulettespiel“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) und das Umweltbundesamt (UBA) sehen diese Methode wegen ungeklärter Risiken für die Umwelt kritisch.

NABU und UVP-Gesellschaft fordern daher neue gesetzliche Regeln und Umweltstandards. „Der gegenwärtige gesetzliche Rahmen für die Fracking-Methode ist in Deutschland vollkommen unzureichend und muss angepasst werden“, forderte Tschimpke. Neben der Novelle des Wasserhaushaltsgesetzes und der Verordnung für die Umweltverträglichkeitsprüfung bergbaulicher Vorhaben gehöre dazu, auch Fracking zum festen Bestandteil des Bundesberggesetzes zu machen. Doch solange die derzeitige Rechtslage gelte, müssten sich Bund und Länder auf einen Genehmigungsstopp von Erkundungsvorhaben von Schiefergasvorkommen in Deutschland verständigen, so Tschimpke weiter. Erst wenn lückenlos alle offenen Fragen um die neue Technologie geklärt seien, könne es zu einer abschließenden Bewertung kommen. Solange müssten alle bereits genehmigten Vorhaben ausgesetzt werden und neue Anträge unberücksichtigt bleiben.

Auch auf europäischer Ebene sehen NABU und UVP-Gesellschaft akuten Handlungsbedarf. „Mit der derzeit laufenden Revision der EU-Umweltverträglichkeitsprüfungsrichtlinie muss es eine UVP-Pflicht für die Ausbeutung von unkonventionellen Erdgasvorkommen – egal welcher Größenordnung des Projektes – geben“, forderte UVP-Vorstand Johannes Bohl. Grundsätzlich müsse dies für alle umweltrelevanten Vorhaben sowohl auf der Planungs- als auch der Genehmigungsebene gelten. Die UVP diene damit als ein wirksames und taugliches Instrument zur Offenlegung und Bewertung von Umweltrisiken. Der Katalog der UVP-pflichtigen Vorhaben sei daher sowohl in der Richtlinie wie auch im nationalen Recht bei aktuellen Entwicklungen und Erfordernissen stetig anzupassen.

Vor dem Hintergrund der ungeklärten Risiken für Mensch und Natur sprechen sich der NABU und die UVP-Gesellschaft für eine EU-weite Regelung im Rahmen der UVP-Richtlinie für Fracking aus. Einige Mitgliedstaaten wie Frankreich und Bulgarien haben Fracking verboten, andere wie die Niederlande ein Moratorium verhängt. Wie der Umweltausschuss des Europäischen Parlamentes wollen diese Länder eine verbindliche UVP, während andere Länder wie Polen und Großbritannien die Umweltauflagen für das Fracking erleichtern wollen. Sie erhoffen sich davon niedrigere Energiepreise.
 
 

 
NABU-Stiftung Nationales Naturerbe seit zehn Jahren aktiv am Wittwesee
Tauchen und Waldumbau im rund 800 Hektar groĂźen NABU-Schutzgebiet

Rheinsberg – Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe lässt am Wittwesee östlich von Rheinsberg ein neues Naturparadies entstehen. Der im Naturschutzgebiet „Stechlin“ liegende See gehört zu den klarsten Gewässern Deutschlands. Bei Sichttiefen von bis zu fünf Meter Tiefe bietet sein Wasser in der heißen Jahreszeit eine willkommene Erfrischung.

Seit zehn Jahren setzt sich die NABU-Stiftung dafür ein, dass die Qualität des Sees und der ihn umgebenden Wälder erhalten bzw. noch weiter verbessert werden. „Wichtigste Grundlage hierfür ist der Flächenbesitz. Als Eigentümerin von aktuell 813 Hektar, darunter dem 162 Hektar großen Wittwesee und die umliegenden Wälder, kann sich die NABU-Stiftung effektiv für die Verbesserung des Lebensraums einsetzen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe Christian Unselt. Zur Kontrolle der Entwicklung des Wittwesees sei dieser in das bundesweit beispielhafte Projekt „Naturschutztauchen“ des NABU-Landesverbandes Brandenburg, dem Naturpark Ruppin-Stechliner Land und örtlichen Tauchsportvereinen einbezogen. Die Ergebnisse der naturkundlichen Tauchgänge geben Auskunft über die Seenentwicklung und fließen ein in die Steuerung der Managementmaßnahmen der NABU-Stiftung.

„Durch das naturkundliche Tauchen ist die Unterwasserwelt in den anliegenden Seen gut bekannt. Ziel der NABU-Stiftung ist es nun, die Umwandlung von Kieferreinbeständen in Laubwälder voranzutreiben, um einer Wasserverdunstung entgegenzutreten“, so Unselt.

Bereits 220 Hektar Nadelforst lichtete die NABU-Stiftung hierfür auf, um Platz für Buchen und Eichen zu schaffen. Wo der natürliche Sameneintrag nicht ausreicht, pflanzt die NABU-Stiftung Jungbuchen. Der Wandel zu Laubmischwäldern dient nicht nur der Erhöhung der Artenvielfalt, sondern sorgt auch für eine verbesserte Grundwasserspeisung des Wittwesees und damit dem Erhalt seiner guten Wasserqualität. Bereits 165 Hektar der Stiftungsflächen sind der ungestörten Naturentwicklung übergeben, darunter die naturnahen Laubmischwälder an den Ufern des Sees. Seit 2003 flossen rund 350.000 Euro Stiftungsgelder für Flächenerwerb und Waldumbau, aber auch für Entsiegelungsarbeiten sowie Flächenmanagement in das NABU-Naturparadies Wittwesee.

2013 wird sich die NABU-Stiftung beim Umbau eines Weges am Wittwesee engagieren, um den Erhalt des hohen Wasserspiegels und gleichzeitig die nötige Zufahrt zu einer Kleinsiedlung auch bei hohem Wasserstand zu ermöglichen. Seit Jahresbeginn unterstützt die Lübzer Brauerei die NABU-Stiftung bei der Entwicklung des Wittwesees.

Aufgabe der NABU-Stiftung ist vorrangig der Erwerb und die langfristige Entwicklung von Naturschutzflächen, um diese dauerhaft als Lebensraum für bedrohte Tiere und Pflanzen zu bewahren. Seit ihrer Gründung hat die NABU-Stiftung bereits über 15.000 Hektar Land in ganz Deutschland erworben.
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NABU: Vermehrt Meldungen toter GrĂĽnfinken in Deutschland
Bei Anzeichen von Krankheit: Sommerfütterung einstellen und Vogeltränken entfernen

Beim NABU gehen in diesem Sommer wieder vermehrt Meldungen zu erkrankten oder toten Grünfinken ein. Vor allem aus dem südlichen Bayern und Baden-Württemberg sowie aus Nordrhein-Westfalen, dem westlichen Niedersachsen und aus dem Raum Berlin sind seit Juli viele erkrankte oder tote Vögel gemeldet worden. In allen Fällen wird von apathisch wirkenden oder bereits verendeten Grünfinken, in seltenen Fällen auch von anderen Arten, stets in der Nähe von Futterstellen berichtet.

Es ist davon auszugehen, dass die gemeldeten Grünfinken mit dem einzelligen Erreger „Trichomonas gallinae“ infiziert sind. Im Sommer 2009 trat erstmals in größeren Teilen Deutschlands eine Infektion von Finken auf. Nach Schätzungen des NABU starben 2009 etwa 70 bis 80.000 Grünfinken an der für diese Art tödlichen Krankheit. Als Trichomonaden-Infektionsquelle kommt neben dem direkten Kontakt der Tiere untereinander vor allem Trinkwasser an Futterstellen in Frage, in dem der Erreger bei sommerlich warmen Temperaturen bis zu 24 Stunden überleben kann. Vor diesem Hintergrund rät der NABU dringend, das Füttern sofort bis zum nächsten Winter einzustellen, sobald mehr als ein kranker oder toter Vogel an einer Sommerfutterstelle beobachtet werden. Ebenso sollten unbedingt alle Vogeltränken entfernt werden.

Seit 2009 trat die Krankheit in jedem Jahr wieder auf, sobald anhaltend sommerliche Temperaturen herrschen. „Die vermehrten Meldungen an den NABU weisen darauf hin, dass die Krankheit in diesem Jahr aufgrund des lange anhaltenden warmen Wetters wieder größere Ausmaße erreicht. Futter- und insbesondere Wasserstellen für Vögel sind gerade im Sommer ideale Ansteckungsherde, so dass ein kranker Vogel schnell andere Vögel infizieren kann. Selbst die tägliche Reinigung von Futterstellen und Wasserstellen reicht nicht aus, um die Vögel vor Ansteckung zu schützen, sobald kranke Artgenossen in der Nähe sind“, sagte NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

Mit dem Trichomonaden-Erreger infizierte Tiere zeigen folgende Merkmale: Schaumiger Speichel, der die Nahrungsaufnahme hemmt, großer Durst, scheinbare Furchtlosigkeit. Eine Medikamentengabe ist nicht möglich, da Wirkstoffe bei freilebenden Tieren nicht dosiert werden können. Die Infektion verläuft immer tödlich. Nach Angaben von Veterinären besteht für den Menschen, Hunde und Katzen keine Gefahr einer Infektion. Aus bisher unbekannten Gründen scheinen auch die meisten anderen Vogelarten wesentlich weniger empfindlich auf den Erreger zu reagieren als Grünfinken.

Der NABU sieht derzeit durch die Krankheit noch keine zusätzliche Gefährdung für die allgemein leicht abnehmenden Bestände der Grünfinken. „In Deutschland leben rund zwei Millionen Brutpaare, also im Sommer über zehn Millionen Grünfinken, Eltern und Jungvögel eingerechnet. Das Finkensterben führt zu erhöhter Sterblichkeit, ein nachhaltiger Effekt auf die Bestandsentwicklung ist derzeit noch nicht nachweisbar und bisher nur lokal zu erwarten“, so Lachmann.

Meldungen über kranke und tote Singvögel nimmt der NABU zudem weiterhin auf seiner Internetseite www.gruenfinken.NABU-SH.de entgegen.

Verdachtsfälle aus Regionen, in denen der Nachweis des Erregers bislang nicht gelang, sollten den Kreisveterinären angezeigt werden und tote Vögel dort als Proben angeboten werden, damit das Auftreten des Erregers amtlich dokumentiert werden kann.
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NABU-Umfrage: Verbraucher wollen klare Kennzeichnung von „grünen“ Produkten
Miller: Chance für Handel – Sortimente umweltfreundlicher ausrichten

Neun von zehn Deutschen wünschen sich, dass Supermärkte umweltfreundliche Waren klar kennzeichnen, damit sie ökologische Produkte auf den ersten Blick erkennen können. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die der NABU beim Meinungsforschungsinstitut Emnid in Auftrag gegeben hat. 67 Prozent der Befragten würden sich außerdem über gut ausgebildetes Verkaufspersonal freuen, das über die Umweltfreundlichkeit angebotener Waren Auskunft geben kann.

„Die Umfragewerte zeigen, dass es ein dringendes Bedürfnis nach einer transparenten und leicht verständlichen Kennzeichnung von umweltfreundlichen Produkten gibt. Händler sollten die Chance nutzen und in allen Regalen ökologische und regionale Produkte stärker ausweisen“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Außerdem solle ein Verkäufer vor Ort über die grünen Alternativen informieren können. „Zu einem umweltfreundlichen Supermarkt gehört auch ein großes Sortiment an Bio-Lebensmitteln und Produkten aus der Region. Allein für die Listung dieser Waren sprechen sich drei Viertel der Verbraucher aus“, so Miller.

Der NABU unterstützt die Forderungen der Kunden nach mehr Umweltengagement im Einzelhandel und zeichnet seit drei Jahren engagierte Lebensmitteleinzelhändler mit dem Umweltpreis „Grüner Einkaufskorb“ aus, die sich besonders dafür einsetzen, dass ihre Kunden umweltfreundliche Alternativen im Regal vorfinden, diese auch erkennen können und insgesamt den Beitrag des Handels zum Umweltschutz voranbringen. Für den diesjährigen Wettbewerb können sich interessierte Händler und Filialen noch bis zum 9. September bewerben. Attraktive Preise werden in verschiedenen Kategorien vergeben. Die Verleihung findet am 25. November in Berlin statt.

„Der Lebensmittelhandel befindet sich in einer Schlüsselposition zwischen Produzenten und Verbrauchern und kann mit der Auswahl und Präsentation seiner Produkte einen entscheidenden Beitrag zum Umweltschutz entlang der gesamten Wertschöpfungskette seiner Waren leisten“, so NABU-Umweltexperte Sascha Roth.
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