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Samstag, 21. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
400.000 Tonnen Kunststoffabfall könnten vermieden werden
Getränkeverpackungssteuer ist Türöffner für umweltfreundliche Verpackungen

Nur noch 50 Prozent aller Getränke werden in Deutschland in Mehrweg- und ökologisch vorteilhafte Einweggetränkeverpackungen abgefüllt. Dabei fordert die geltende Verpackungsverordnung einen Anteil von 80 Prozent. Würde diese 30-Prozent Lücke wieder geschlossen, ließen sich 400.000 Tonnen Kunststoffabfall vermeiden und ca. 1,5 Millionen Tonnen CO2 einsparen – jedes Jahr.

Der NABU fordert eine Steuer auf Getränkeverpackungen, um den Anteil umweltschädlicher Einwegplastikflaschen zu verringern. Denn Einwegverpackungen tragen trotz Rücknahme und Recycling nicht zum aktiven Klima- und Umweltschutz bei. Da das Einwegpfand Abfüllern und Lebensmitteldiscountern durch nicht zurückgebrachte Flaschen und Dosen und Altkunststoffverkauf zusätzliche Einnahmen beschert, ist das Interesse an höheren Mehrwegzahlen in der Wirtschaft gering. Eine beim Meinungsforschungsinstitut Emnid in Auftrag gegebene Verbraucherumfrage stützt den NABU-Kurs: Knapp die Hälfte der Verbraucher halten die Getränkeverpackungssteuer für sinnvoll.

Aber auch der Handel kann durch eine nachhaltige Sortimentspolitik für mehr Mehrweg in den Märkten sorgen. Einzelhändler, die durch ihren umweltfreundlichen Einsatz überzeugen, belohnt der NABU daher seit 2010 mit dem Umweltpreis „Grüner Einkaufskorb“, der am 25. November 2013 in Berlin verliehen wird.
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NABU: Plastiktüten adé – Deutschland kann Verbrauch erheblich reduzieren
EU-Richtlinienentwurf erlaubt bessere Handhabung des Abfallproblems

Der NABU begrüßt den Vorstoß der EU-Kommission, dass in Europa zukünftig weniger Plastiktragetaschen verbraucht werden sollen. Die Müllmenge auf dem Land und in den Meeren wächst. Plastiktüten zerfallen schnell in immer kleinere Partikel und stellen eine Gefahr für Meerestiere dar, weil sie mit Nahrung verwechselt und verschluckt werden. Gleichzeitig wird für Tüten unnötig Erdöl als Rohstoff verbraucht und am Ende heizt ihre Verbrennung den Klimawandel zusätzlich an. „Wir rufen daher die Bundesregierung und das EU-Parlament dazu auf, den Vorschlag der EU-Kommission zu unterstützen. Dabei ist wichtig, dass auch Deutschland mehr als bisher tut“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Jeder Deutsche verbraucht im Jahr 65 Tüten, jeder Ire 18 und jeder Däne nur vier. Wir halten deshalb eine Steuer auf alle Einweg-Tragetaschen für angebracht, wollen aber nicht, dass damit die generelle Debatte um Plastikmüll aufhört“, machte Miller deutlich.

Der Vorschlag, der heute von EU-Umweltkommissar Potočnik vorgestellt wird, fordert die europäischen Staaten auf, die Verpackungsrichtlinie kurzfristig zu ändern, um den Verbrauch von PlastiktĂĽten zu verringern. Die EU-Mitgliedstaaten hätten dann das rechtliche RĂĽstzeug an der Hand, um durch steuerliche Anreize oder sogar Verbote das Aufkommen der TĂĽten zu verringern und deren erhebliche Umweltbelastung zu reduzieren. Die Richtlinie regelt den Umgang mit PlastiktĂĽten der Kategorie Leichtgewicht, die besonders selten wiederbenutzt werden und als eine Hauptursache fĂĽr die zunehmende VermĂĽllung der Meere und die Gefährdung der maritimen Artenvielfalt gelten.

Für den NABU sind die Vorteile einer Steuer auf Einwegtüten evident und die Ausgaben gering, denn der Verbraucher kann die Belastung durch die Mehrausgabe leicht vermeiden, indem er sich für Mehrwegtaschen entscheidet. Dass eine Tütensteuer wirkt, zeigt ihre Einführung in Irland, wo die Taschenanzahl in den letzten zehn Jahren um 90 Prozent gesunken ist. Belegt man die Plastiktüten mit einem monetären Wert, werden sie seltener weggeworfen und häufiger wiederverwendet. „Die Steuer hätte sogar einen doppelten Nutzen, da neben der sinkenden Umweltbelastung durch die anfänglichen Einnahmen die Entwicklung neuer recycelbarer und zugleich bioabbaubarer Kunststoffe gefördert werden kann“, erläuterte NABU-Abfallexperte Benjamin Bongardt. Dieses Forschungsfeld werde von der Kunststoffindustrie nach wie vor vernachlässigt.
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Buchtipp: Dirk A. Diehl
 
Buchtipp: Dirk A. Diehl "Ein Garten für Fledermäuse"
Lebensräume schaffen im naturnahen Garten

Sie sehen mit Schall und fliegen lautlos des Nachts. Manche sind so klein, dass sie in eine Streichholzschachtel passen – Fledermäuse. Seit je her machen sich Menschen besondere Gedanken über diese fliegenden Kobolde der Nacht. Doch zunehmend ist ihr Überleben bedroht, weil ihre Lebensräume verschwinden. Gerade im Garten und rund ums Haus lassen sich Fledermäuse gezielt fördern. Das Buch »Ein Garten für Fledermäuse« von Dirk A. Diehl, erschienen im palaverlag, regt dazu an, »fledermäusisch« zu denken. Es erklärt, wie sich ein Garten gestalten lässt, damit er Interesse bei Fledermäusen weckt.

Zahlreiche Pflanzenlisten für unterschiedliche Standorte, Gestaltungsvorschläge und Baupläne für Fledermauskästen helfen, den Tieren Nahrung und Unterschlupf zu bieten. Ob Staudenrabatte oder Trockenmauer, Obstbaumwiese oder Komposthaufen: Alle Gartenbereiche lassen sich fledermausfreundlich gestalten. Selbst Balkonkästen, Dach und Hauswand können zur Einladung für die Tiere werden. Mit kompetenter Information über ihre Lebensweisen und praktischen Tipps zum Beobachten erhellt dieses Buch die verborgene Welt der Fledermäuse – auf dass sie (wieder) zu Gästen im Garten werden.

Pala Verlag 2013, 160 Seiten, EUR 14,00
ISBN: 978-3-89566-311-6
 
 

Freiburg: Ă–kostation informiert ĂĽber grĂĽne Jobs
Ă–kostation Freiburg / Foto: Ă–kostation
 
Freiburg: Ă–kostation informiert ĂĽber grĂĽne Jobs
MOOSWALD. Am Dienstag den 12. November bietet die Ökostation Freiburg, Falkenbergerstr. 21 b einen Informationstag für Jugendliche über Berufe in Natur- und Umweltverbänden sowie in Umweltbildungszentren an. Arbeitsmöglichkeiten, Praktika, Freiwilliges Ökologisches Jahr und weitere Beschäftigungsmöglichkeiten werden vorgestellt. Die Ökostation beteiligt sich damit am „GreenDay“, dem bundesweiten Berufsorientierungstag der Zeitbild Stiftung, der dieses Jahr zum zweiten Mal stattfindet. Für Schulklassen der Stufe 8-13 findet von 10 bis 11:30 Uhr eine Informationsveranstaltung statt. Hierfür können sich Lehrer mit ihren Klassen online unter www.greenday2013.de anmelden. Am Nachmittag von 15 bis 16.30 Uhr können Jugendgruppen aus Jugendzentren sowie interessierte Besucher teilnehmen. Hierfür ist keine Anmeldung nötig. Die Teilnahme für beide Veranstaltungen ist kostenlos.

Nähere Information: Ralf Hufnagel Ökostation 0761 – 892333 oder www.oekostation.de
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Ă–KO-TEST SPEZIAL Schlafen
Das aktuelle Ă–KO-TEST SPEZIAL Schlafen gibt es seit dem 18. Oktober im Handel.
 
Ă–KO-TEST SPEZIAL Schlafen
Etwa ein Drittel der Deutschen leidet unter Schlafproblemen. Doch gut und ausreichend zu schlafen, ist nicht nur für das Wohlbefinden wichtig. Ständiger Schlafmangel kann auch ernsthaft krank machen. Oft lassen sich die Probleme durch einfache Verhaltensänderungen lösen, manchmal werden Medikamente nötig. Und für einen Teil der Betroffenen sind verhaltenstherapeutische Verfahren notwendig – und oft auch erfolgreich. ÖKO-TEST beschäftigt sich in diesem Heft mit den vielfältigsten Schlafproblemen, darunter auch Schnarchen und Schlafapnoe, und gibt kompetenten Rat, wie Betroffene das Problem lösen können – gut lesbar aufbereitet und garantiert kritisch hinterfragt.

Die Tests:

• Test Pflanzliche Schlafmittel: Es müssen nicht gleich chemische Keulen sein. Viele pflanzliche Schlafmittel sind eine gute Alternative. 13 freiverkäufliche Mittel bekamen das Testurteil „sehr gut“ oder „gut“. Mit sechs Produkten war ÖKO-TEST allerdings nicht zufrieden, sie halten etwa wichtige Qualitätskriterien nicht ein oder werden für Kinder unter zwölf Jahren empfohlen. Doch wenn Kinder nicht schlafen können, brauchen sie keine Schlafmittel, sondern jemanden, der nach den Ursachen sucht.

• Test Latexmatratzen: Neun Modelle waren im Test. Wer eine wirklich gute Matratze haben will, ist mit einem Billigmodell meist nicht gut bedient. So war etwa die günstige Ikea-Matratze das Schlusslicht im Test. Aber es gibt gute Alternativen, die in Sachen Liegekomfort und Schadstoffbelastung gute Ergebnisse erzielten.

• Test Kindermatratzen: 15 Schlafunterlagen für die Kleinsten mussten sich einem harten Prüfprogramm unterziehen. Zehn Modelle bekamen ein „sehr gut“ oder „gut“. Der Rest zeigte sich nicht von seiner besten Seite: So fanden die Tester Schadstoffe oder die Hersteller warben mit zweifelhaften Auslobungen, etwa damit, dass die Kohlendioxidrückatmung durch die Matratze erheblich reduziert werde.

Aus dem Inhalt:

• Rätsel der Nacht: Was beim Schlafen passiert und warum der natürliche Schlafrythmus aus dem Takt geraten kann.

• Schlafstörungen: Das Leiden hat viele Ursachen. Betroffene berichten, wie sie ihre Schlafprobleme in den Griff bekommen haben.

• Behandlungsmethoden: Wie man aus der Grübelfalle herauskommt und wann Schlafmittel oder therapeutische Verfahren sinnvoll sind.

• Wie man sich bettet: Alles über das richtige Bett, Matratzen und Lattenroste.

• Gut zugedeckt: Decken, Kissen, Schlafsäcke – für jeden Schläfer das richtige Zubehör.

• Schlafzimmer: Auch das Ambiente kann den Schlaf verbessern. Vielen Betroffenen hilft es auch, wenn die Quellen von Elektrosmog aus dem Schlafzimmer verbannt werden.

• Träume: Noch hat die Wissenschaft verschiedene Theorien über die Entstehung von Träumen. Aber bereits jetzt gibt es Methoden, schlechte Träume selbst umzuschreiben.

• Schlafprobleme bei Kindern: Wenn die lieben Kleinen Nachts nicht zur Ruhe kommen, wird das für die Eltern schnell zum Albtraum. Wir stellen Schlaflernprogramme vor und geben viele Tipps, wie die ganze Familie wieder zur Ruhe kommt.
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Apfelsaft pressen und Papier schöpfen für Schulklassen
Das „Grüne Klassenzimmer“ der Ökostation Freiburg, Falkenbergerstr. 21 b bietet in diesem Herbst noch Termine für Schulklassen zum Thema Apfelsaft pressen und Papier schöpfen an. Schüler der Klassen 1 bis 6 können zum Beispiel Apfelsaft pressen, eine Streuobstwiese erkunden und verschiedene Apfelsorten verkosten. Zum Thema Recyclingpapier werden in der Vor- und Adventszeit Papierschöpf-Klassenzimmer angeboten. Lehrer können in den Wochen vom 25.11. bis 29.11. und vom 9.12. bis 13.12. dafür Termine buchen. Die Angebote, die in Kooperation mit der Stadt Freiburg stattfinden, richten sich an Freiburger Schulen. Pro Schüler entstehen Kosten von 2,- .
 
 

 
Keine Empfehlung fĂĽr Muscheln aus dem Watt
WWF und NABU kritisieren MSC-Zertifikat der Miesmuschelfischerei im niedersächsischen Wattenmeer

In Kürze können Verbraucher Miesmuscheln aus Niedersachsen mit MSC-Siegel kaufen, gerade hat die Fischerei ihr Zertifikat erhalten. Die fragliche Muschelfischerei wird dort innerhalb des als Nationalpark geschützten und als Weltnaturerbe anerkannten Wattenmeeres durchgeführt. WWF und NABU kritisieren diese Zertifizierung, da sie weder die ökologisch nachteiligen Auswirkungen der Fischerei noch den Schutzanspruch des Wattenmeeres ausreichend berücksichtigt. Laut Umweltverbänden steht die niedersächsische Miesmuschelfischerei auch im Widerspruch zu nationalem und europäischen Naturschutzrecht. Der MSC ist die weltweit glaubwürdigste Umweltzertifizierung für Meeresfischereien, hat aber bei dieser speziellen Zertifizierung nicht die nötigen Nachhaltigkeitskriterien sicherstellen können.

„Die jetzige Form der Fischerei schädigt die Muschelbänke im Wattenmeer und nimmt geschützten Vögeln die Nahrungsgrundlage. Sie entspricht nicht den Zielen des Nationalparks und der Verbraucher kann nicht darauf vertrauen, dass diese Muscheln ohne Belastung des Ökosystems gewonnen wurden. Ein Umweltsiegel für diese Fischerei lehnen wir daher ab, solange die Fischerei nicht auf naturschonende Verfahren umgestellt wird“, kommentiert Hans-Ulrich Rösner, Leiter des WWF Wattenmeerbüros die Zertifizierung.

Wilde Miesmuschelbänke werden unter Wasser und auf dem Watt mit schwerem Fanggerät – sogenannten „Dredgen“, die aus einem Metallrahmen und aufgespannten Netz bestehen – fast vollständig abgeerntet. Der charakteristische Lebensraum Muschelbank geht so auch für zahlreiche Begleitarten verloren. Neue Muschelbänke können so nicht mehr natürlich entstehen. Vogelarten wie der Austernfischer sind aber auf die Miesmuscheln als Nahrungsquelle angewiesen. Die Bestände der eigentlich zu zehntausenden im Wattenmeer rastenden Austernfischer gehen seit vielen Jahren stark zurück. Zudem wollen die Fischer junge Miesmuscheln, sogenannte Saatmuscheln, aus dem niederländischen Wattenmeer in den Nationalpark importieren. Hier werden sie auf Kulturflächen ausgesetzt, und nach dem Heranreifen abgefischt. Mit solchen Importen werden aber weitere gebietsfremde Arten in den Nationalpark eingeschleppt. Zu den schon verbreiteten Bioinvasoren gehören beispielsweise die Pazifische Auster oder die amerikanische Schwertmuschel.

„In so sensiblen Schutzgebieten wie dem Wattenmeer muss man die Auswirkung einer Fischerei auf das gesamte Ökosystem bewerten, doch gegen diesen Grundsatz wird in Niedersachsen verstoßen. Das System MSC weist hier in seinem Bewertungsschema eine gefährliche Lücke auf“, erläutert Kim Detloff, NABU-Meeresschutzexperte. „Zentrales Ziel eines Nationalparks sollte es sein, dass sich heimische Natur ungestört entwickeln kann und alle typischen Arten einen intakten Lebensraum vorfinden.“

WWF und NABU haben sich über Jahre aktiv und konstruktiv am MSC-Verfahren beteiligt. Sie hatten erwartet, dass im Rahmen des Verfahrens entsprechende Veränderungen zu einer ökologisch nachhaltigen Form der Muschelfischerei erarbeitet würden. Dies ist jedoch nicht gelungen, die Fischerei will auf schädliche Praktiken wie die Abfischung von natürlichen Wildmuschelbänken und den Import von gebietsfremden Muscheln in den Nationalpark nicht verzichten. Im Laufe des Verfahrens wurde deutlich, dass für die bisherige Muschelfischerei auch keine Umweltverträglichkeitsprüfungen vorliegen, wie sie deutsches und europäisches Naturschutzrecht für Schutzgebiete vorschreiben. Nicht einmal hierfür wurde im Zertifizierungsverfahren eine Nachbesserung verlangt.

WWF und NABU erwarten vom MSC, seiner Aufgabe als globales Umweltsiegel nachzukommen. Viele Staaten sind nicht in der Lage oder willens Fischerei nachhaltig durchzuführen und zu regulieren. Negative Begleiteffekte wie Überfischung und Zerstörung von Ökosystemen sind die Folge. Ein mangelhaftes Management durch die Behörden muss aus Sicht der Verbände durch entsprechende Auflagen in der MSC-Zertifizierung korrigiert werden, damit die zertifizierte Fischerei nachhaltig wird:

„Fischereien in Naturschutzgebieten oder Nationalparks sind nicht automatisch umweltverträglich, sondern stehen oft noch im Konflikt mit dem Schutzauftrag. Der MSC-Standard berücksichtigt momentan die strengeren Anforderungen durch Schutzgebiete nicht ausreichend und muss entsprechend verbessert werden. Eine Fischerei in geschützten Gebieten darf erst dann als nachhaltig zertifiziert werden, wenn sie in voller Übereinstimmung mit den Naturschutzzielen ausgeübt wird“, fordern WWF und NABU. Der MSC-Standard durchläuft aktuell eine Überarbeitung, in der dieses Defizit nach Ansicht der Verbände nachgebessert werden muss. Nur so könne MSC seinen Status als heute glaubwürdigster Umweltstandard für Fischprodukte erhalten.
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Netzentwicklungsplan 2013 - Ja, aber bitte in MaĂźen!
Bis zum 8. November können Bürgerinnen und Bürger noch Stellung zum Netzentwicklungsplan beziehen.

Freiburg, 28.10.2013: Dass sich das deutsche Stromnetz nicht auf dem neusten Stand befindet, ist lange kein Geheimnis mehr. Doch im Hinblick auf den aktuellen Netzentwicklungsplan 2013 und die enorme Masse an geplanten Maßnahmen, drängen sich für den Verbraucher einige Fragen auf: Sind wirklich so viele Kilometer an neuen Leitungen nötig, um den Strom aus Erneuerbaren Energien aufnehmen zu können? Oder wie sieht es mit der Effektivität der Bürgerbeteiligung im Hinblick auf den Netzentwicklungsplan aus. Noch bis zum 8.November 2013 hat die breite Öffentlichkeit die Möglich-keit im 3. und letzten Konsultationsverfahren den finalen Entwurf des Netzentwicklungsplans zu kommentieren. Der fesa e.V. ist mit den Netzausbauplänen nicht einverstanden. Sie sind völlig überdimensioniert, weil sie weder die Potenziale einer dezentralen Energiewende auf Basis der Erneuerbaren Energien einbeziehen noch die Möglichkeiten für Energieeinsparung, Energiespeicherung und Lastmanagement.

Der erste Entwurf des NEP stand vom 02.03. bis zum 14.04.2013 zur Konsultation und wurde nach Sichtung und Auswertung der 466 Stellungnahmen überarbeitet und ergänzt. Der zweite Entwurf wurde nun im Juli 2013 veröffentlicht und ist mit über 150 Seiten ein sehr komplexes Dokument. Die Stellungnahmen, die verwertet wurden, haben keine elementaren Veränderungen herbeigeführt. Generell kann festgestellt werden, dass Maßnahmen und Einwendungen, die das Potenzial hätten, den Bedarf des Netzausbaus zu verringern, keine Änderungen zur Folge hatten. "Das im Entwicklungsprozess verankerte Verfahren, die Öffentlichkeit im Rahmen eines Konsultationsprozesses zu beteiligen, ist theoretisch sehr begrüßenswert", bilanziert Diana Sträuber, Geschäfts-führerin des fesa e.V. "Die Beteiligungsmöglichkeiten in der Realität sind jedoch minimal". Diese Art der Bürgerbeteiligung ist ein zeitaufwendiger Prozess, da interessierte Mitbürger viel Kraft und Mühe aufwenden, um die komplizierten Sachverhalte des Entwicklungsplanes zu verstehen und anschließend zu kommentieren. Hat es jedoch den Anschein, dass diese Mühe ohne Auswirkung bleibt, besteht die Gefahr einer rückläufigen Entwicklung der Beteiligung bei Entwicklungsprozessen. Deshalb hat der fesa e.V. eine Einwendung verfasst, indem die wichtigen kritischen Elemente aufgeführt sind.

Der zweite Entwurf des Netzentwicklungsplans ist ein Maximalentwurf des Netzausbaus, der Alternativmaßnahmen nicht hinreichend in Betracht zieht. Zu diesen alternativen Maßnahmen gehört beispielsweise der regional verstärkte Ausbau der Erneuerbaren Energien, vor allem auch der Windkraftanlagen-Ausbau in den südlichen Bundesländern. Der Zeitraum für den Bau riesiger Stromtrassen steht in keinem Verhältnis zu den vielen, weniger aufwändigen und kostengünstigeren Alternativen. "Die Bundesnetzagentur sollte diese Alternativen mit in ihre Berechnungen aufnehmen, damit der Netzausbau nicht überdimensioniert, sondern angepasst entwickelt werden kann", meint auch Diana Sträuber. "Viele Bürgerinnen und Bürger haben die Planungen in diesem Sinne kommentiert und wollen eine Berücksichtigung ihrer Einwendungen sehen".

Der zweite Entwurf des NEP 2013 mit seinem vorgeschlagenen Neubau riesiger Stromtrassen geht an einer schnellen Energiewende völlig vorbei. Der fesa e.V. ist mit den Netzausbauplänen nicht einverstanden. Sie sind für das eigentliche Ziel - eine schnelle Energiewende - überdimensioniert, weil sie weder die Potenziale einer dezentralen Energiewende auf Basis der Erneuerbaren Energien einbeziehen noch die Möglichkeiten für Energieeinsparung, Energiespeicherung oder Lastmanagement. Des Weiteren fehlt die notwendige Transparenz für die Stromverbraucher, die Erkennbarkeit der Einflussnahme der öffentlichen Stellungnahmen in den Entwicklungsprozess sowie eine nachvollziehbare Argumentation für die Trassenverläufe, die sich als eher vorgeschoben erweisen.
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