oekoplus - Freiburg
Dienstag, 24. Oktober 2017
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr
  •  


Verschiedenes

 
Freiburger Appell zur Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes
Es ist möglich, den Ausbau der erneuerbaren Energien konsequent voranzutreiben und gleichzeitig die EEG-Umlage noch in diesem Jahr um ein Drittel zu senken. FĂŒr solch eine sinnvolle Reform des EEG und eine Reform des Stromhandels setzen wir uns ein. Wir appellieren an die Verantwortlichen in der Regierung, im Bundestag und im Bundesrat, das EEG im Sinne unserer VorschlĂ€ge weiterzuentwickeln.

Die Novellierung des EEG fĂŒhrt in der Form, wie sie die Große Koalition derzeit vorsieht, immer weiter in die Sackgasse (Koalitionsvertrag, Eckpunktepapier Gabriel, Gesetzentwurf EEG 2014). Viele zukunftsfĂ€hige ArbeitsplĂ€tze sind durch die RegierungsplĂ€ne bedroht; zehntausende wurden durch die drastische Verschlechterung der Rahmenbedingungen fĂŒr die Photovoltaik-Stromerzeugung bereits vernichtet. Zudem können die Ausbauziele der Energiewende nicht erreicht werden und der Klimaschutz als wichtigstes politisches Ziel gerĂ€t vollkommen ins Abseits!

Um die EEG-Umlage zu senken und um die Förderkosten der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und ihren Nutzen gerechter zu verteilen, schlagen wir folgende Änderungen des EEG vor: Die derzeitige gesetzliche Zwangsvermarktung von EEG-Strom zu Niedrigstpreisen am Spotmarkt der Strombörse wird abgeschafft. Stattdessen wird der EEG-Strom zeitgleich den StromhĂ€ndlern zugewiesen. Die Bewertung des Stroms erfolgt zum höheren Terminmarkt-Preis (neues Strommarktdesign). Damit steigen die Erlöse fĂŒr EEG-Strom stark an und die EEG-Umlage wird deutlich gesenkt. Zugleich kann so auch die von der EU angegriffene ĂŒbermĂ€ĂŸige Befreiung der stromintensiven Industrie und anderer Strombezieher von der EEG-Umlage entfallen. Mit diesen zwei Maßnahmen kann die EEG-Umlage noch in diesem Jahr um rund ein Drittel sinken, also um ĂŒber 2 Cent pro Kilowattstunde.

Die PlĂ€ne der Bundesregierung zum EEG sehen dagegen mehrere Punkte vor, die aus unserer Sicht eine erfolgreiche FortfĂŒhrung der Energiewende verhindern und die im Falle der Umsetzung unserer obigen VorschlĂ€ge ĂŒberflĂŒssig sind.

Im Einzelnen lehnen wir ab:

Zubau-Korridore und Deckelungen der Photovoltaik- und Windstromeinspeisung,
eine EEG-Umlage auf den Eigenstromverbrauch aus erneuerbaren Energien und hocheffizienten KraftwÀrmekopplungsanlagen (KWK),
die Abschaffung des kostengĂŒnstigen GrĂŒnstromhĂ€ndlerprivilegs
und Ausschreibungsmodelle, die eine EinschrÀnkung der Teilnahme
von kleinen und mittleren Akteuren bewirken.

Diese PlĂ€ne der Bundesregierung machen Investitionen in Strom aus erneuerbaren Energien und in KWK außer bei Kleinstanlagen weitgehend unwirtschaftlich. Auch be- und verhindern sie bĂŒrgerschaftliches Engagement bei der Energiewende. Ein weiterer Anstieg der EEG-Umlage wĂŒrde mit den Maßnahmen der Bundesregierung dagegen kaum vermieden, geschweige denn umgekehrt.
Mehr
 

 
NABU: Gutachten offenbart VerstĂ¶ĂŸe bei Genehmigung von Offshore-Windparks
Miller: SĂŒndenfall Butendiek belastet die ganze Branche

Nach einem vom NABU veröffentlichten Rechtsgutachten gab es grobe VerstĂ¶ĂŸe bei der Genehmigung mehrerer Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee. Vorgaben europĂ€ischer Umweltgesetze blieben unberĂŒcksichtigt, kritische Stellungnahmen der Naturschutzbehörden wurden ignoriert und bestehende WissenslĂŒcken stets pro Windparkbau interpretiert. Der Park „Butendiek“ westlich von Sylt fĂ€llt dabei besonders negativ auf: Das Baugebiet liegt inmitten zweier Schutzgebiete fĂŒr Schweinswale und Seevögel. „Der Streit um Butendiek belastet die gesamte Entwicklung der Offshore-Windkraft. Es ist der SĂŒndenfall in einer unzureichenden Gesamtstrategie fĂŒr Windenergie vom Meer“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Rechtsexperten des Instituts fĂŒr Naturschutz und Naturschutzrecht TĂŒbingen hatten sich im Auftrag des NABU am Beispiel der vier genehmigten Parks „Butendiek, „Dan Tysk“, „Amrumbank West“ und „Borkum Riffgrund II“ mit der Verwaltungspraxis des Bundesamtes fĂŒr Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) auseinandergesetzt. Alle Genehmigungsbescheide weisen danach eklatante VersĂ€umnisse in Bezug auf geltendes Naturschutzrecht auf und hĂ€tten in der vorliegenden Form nicht erteilt werden dĂŒrfen. Fehlende wissenschaftliche Untersuchungen fĂŒhrten stets dazu, dass BeeintrĂ€chtigungen der Schutzgebietsziele und die GefĂ€hrdung und Störung streng geschĂŒtzter Arten ausgeschlossen wurden. Nach Meinung der Juristen steht das im Widerspruch zur EU-Vogelschutzrichtlinie und Fauna-FloraHabitat (FFH)Richtlinie.

„Butendiek“ gehörte zu den ersten Projekten, die in der deutschen Nordsee entwickelt wurden. Schon 2002 wollte der NABU den Bau des Parks verhindern, scheiterte aber, da das damalige Bundesnaturschutzgesetz die Klagemöglichkeiten von UmweltverbĂ€nden in der Ausschließlichen Wirtschaftzone (AWZ) nicht zuließ. Das hat sich heute geĂ€ndert. „Der Park liegt im wichtigsten Lebensraum fĂŒr Schweinswale in der sĂŒdlichen Nordsee, dem FFH-Gebiet „Sylter Außenriff“. Hier werden im spĂ€ten FrĂŒhjahr die KĂ€lber geboren und verbringen ihre ersten Lebensmonate. Jetzt sollen dort Fundamente errichtet werden, deren Rammung so laut ist, dass Schweinswale ihr Gehör verlieren können und von dort vertrieben werden, “ so NABU-Meeresexperte Kim Detloff. Aber nicht nur Schweinswale sind bedroht. Auch fĂŒr die seltenen Stern- und Prachttaucher ist das Gebiet ein wichtiges Rast- und Überwinterungsgebiet. Sie sind sehr störanfĂ€llig, meiden Windparks großrĂ€umig und verlieren dauerhaft ihren Lebensraum, mitten im EU-Vogelschutzgebiet „Östliche Deutsche Bucht“. Das ist fĂŒr den NABU nicht nur unzumutbar, sondern ein klarer Bruch des EU-Umweltrechts. „Das Rechtsgutachten verpflichtet uns zum Handeln. Wenn solche gravierende SchĂ€den an unserer Natur billigend in Kauf genommen werden, bleibt uns nur der Klageweg“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Miller.

Der NABU setzt sich fĂŒr eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende im Stromsektor ein und hĂ€lt in diesem Rahmen auch einen naturvertrĂ€glichen Ausbau der Offshore-Windkraft fĂŒr erforderlich. „Wir begrĂŒĂŸen, dass die Bundesregierung die geplanten KapazitĂ€ten fĂŒr WindrĂ€der auf dem Meer auf 6,5 Gigawatt Leistung bis 2020 reduziert hat. Doch schon jetzt sind allein in der Nordsee 28 Parks mit fast zehn Gigawatt genehmigt. Daher sollte jetzt die Chance genutzt werden, kritische Projekte auf den PrĂŒfstand zu stellen und ein rĂ€umliches Gesamtkonzept fĂŒr den weiteren Ausbau zu entwickeln“, forderte Miller.
Mehr
 

 
Aktuelle Umfrage: weniger Fleisch fĂŒr mehr Umweltschutz
Wie Verbraucher Umweltprobleme durch Lebensmittel bewerten

Um die Umwelt zu schonen, befĂŒrworten Verbraucherinnen und Verbraucher weniger Fleischkonsum: Drei von vier (73 Prozent) halten es fĂŒr sinnvoll, freiwillig weniger Fleisch zu essen. Verordneter Fleischverzicht kommt hingegen nicht gut an: Nur knapp die HĂ€lfte (46 Prozent) spricht sich fĂŒr fleischfreie Tage oder ein reduziertes Fleischangebot in Kantinen aus. Das zeigt eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) anlĂ€sslich der Internationalen GrĂŒnen Woche (IGW). Befragt wurden Verbraucherinnen und Verbraucher nach ihrer Sicht auf Umweltprobleme im Lebensmittelbereich und Lösungsmöglichkeiten.

Die Umfrage thematisierte vier Handlungsfelder, die der vzbv und das Umweltbundesamt (UBA) zum Auftakt der IGW als besonders drĂ€ngend vorgestellt hatten: Neben der hohen Fleischproduktion und dem hohen Fleischkonsum sind das StickstoffĂŒberschĂŒsse in der Landwirtschaft, ein langsamer Ausbau des Ökolandbaus und vermeidbare LebensmittelabfĂ€lle. Den grĂ¶ĂŸten Handlungsbedarf sehen die befragten Verbraucher mit 88 Prozent beim Problem der LebensmittelabfĂ€lle. Drei Viertel (74 Prozent) meinen, dass mehr getan werden mĂŒsse, um die StickstoffeintrĂ€ge aus der Landwirtschaft zu reduzieren.

„Wenn die Umwelt durch die Produktion und den Verbrauch von Lebensmitteln Schaden nimmt, kann sich das langfristig auf die Preise und das Angebot auswirken. Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben sehr klare Vorstellungen, wie sich gegensteuern lĂ€sst und wer handeln muss“, sagt Holger Krawinkel, Leiter des GeschĂ€ftsbereichs Verbraucherpolitik beim vzbv.
Wenig Vertrauen in Industrie und Handel

Sehr großen oder großen Einfluss auf das Thema Umweltschutz bei Lebensmitteln sprechen die Befragten der Lebensmittelindustrie (79 Prozent) und dem Lebensmittelhandel (72 Prozent) zu. Zweifel, dass diese Akteure den Einfluss auch nutzen, sind allerdings groß: Nur 14 Prozent der Verbraucher vertrauen darauf, dass die Industrie die Umweltbelastung gering hĂ€lt. Mit Blick auf den Handel sind es 15 Prozent.

Die Verbraucherinnen und Verbraucher sehen auch sich selbst in der Verantwortung. Eine Mehrheit von 73 Prozent meint, selbst großen Einfluss auf umweltfreundlichere Lebensmittel zu haben. Viele Verbraucher benennen allerdings HĂŒrden: So fĂ€llt es 94 Prozent der Befragten meist schwer zu erkennen, wie umweltfreundlich Lebensmittel sind. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) sagen, umweltfreundliche Lebensmittel seien zu teuer. Ebenso vielen Befragten fehlt im Alltag oft die Zeit, sich damit auseinanderzusetzen.

Um solche HĂŒrden fĂŒr Verbraucher abzubauen, halten zum Beispiel 78 Prozent der Befragten bei Fleisch staatlich geprĂŒfte GĂŒtesiegel fĂŒr sinnvoll. Auch vzbv und UBA sprechen sich fĂŒr eine gesetzlich verbindliche Kennzeichnung von Produkten aus tiergerechter Haltung aus. „FĂŒr einen bewussten Einkauf, mĂŒssen Verbraucherinnen und Verbraucher klar erkennen können, unter welchen Bedingungen Tiere gehalten wurden“, sagt Krawinkel.

Wichtig sind Verbrauchern zudem Information und AufklĂ€rung: So befĂŒrworten neun von zehn Befragten (92 Prozent) die Förderung von Bildungsmaßnahmen, um LebensmittelabfĂ€lle im Haushalt zu vermeiden. Bei diesem Thema kann aus Sicht des vzbv auch der Handel viel machen. Holger Krawinkel: „Der Handel muss seine Anforderungen an Aussehen, Form und GrĂ¶ĂŸe von Produkten prĂŒfen. Unnötig hohe QualitĂ€tsansprĂŒche oder Abverkaufsziele dĂŒrfen das Abfallproblem nicht verschĂ€rfen.“

SchÀrfere gesetzliche Regelungen

Politik und Landwirtschaft sehen die Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem bei den Themen Fleischproduktion, StickstoffĂŒberschĂŒsse und Ökolandbau in der Pflicht. FĂŒr sinnvoll halten sie unter anderem verschĂ€rfte gesetzliche Regelungen und Kontrollen bei der Tierhaltung (91 Prozent), verschĂ€rfte gesetzliche Grenzwerte fĂŒr umweltschĂ€dliche Stickstoffverbindungen in GewĂ€ssern und in der Luft (90 Prozent) sowie eine bessere gesetzliche Förderung des Ökolandbaus in Deutschland (82 Prozent).
 
 

Buchtipp: Masanobu Fukuoka
Masanobu Fukuoka / Foto: pala Verlag
 
Buchtipp: Masanobu Fukuoka "Der Große Weg hat kein Tor"
»Solange sich die Menschen der Natur verschließen, kann es weder natĂŒrliche Landwirtschaft noch natĂŒrliche Nahrung geben.« Masanobu Fukuoka

»Read this!«
Dieser Empfehlung des Autors Tom Hodgkinson im britischen »The Idler Magazine« können wir uns nur anschließen.
Vor 30 Jahren erschien »Der Große Weg hat kein Tor« als eines der ersten BĂŒcher des pala-verlags. Es wurde wegweisend nicht nur fĂŒr das Verlagsprogramm, sondern auch fĂŒr weite Teile der alternativen ErnĂ€hrungsbewegung und fĂŒr die Ökolandwirtschaft im deutschsprachigen Raum. Der japanische Bauer und Philosoph Masanobu Fukuoka verfasste mit »Der Große Weg hat kein Tor« ein Buch, das gerade deshalb so bedeutend ist, weil es nicht nur von Landwirtschaft handelt.
Wir freuen uns, dieses Buch, das mittlerweile in rund 30 Sprachen erschienen ist, jetzt komplett ĂŒberarbeitet wieder anbieten zu können.
Mehr
 

 
NABU: Sotschi ist von „GrĂŒner Olympiade“ weit entfernt
Tennhardt: IOC vernachlÀssigt eigene Umweltstandards

Berlin – Zum Start der Olympischen Winterspiele in Sotschi am heutigen Freitag kritisiert der NABU die mangelhafte Überwachung der Umweltstandards durch das Internationale Olympische Komitee (IOC). Bereits im Jahr 2006 hatte sich das IOC selbst verpflichtet, bei der Auswahl der Olympia-Orte auch Natur- und Umweltschutzaspekte zu berĂŒcksichtigen. „Die russische Regierung und das IOC hatten versprochen, Sotschi als ,grĂŒne Olympiade‘ zu planen. Doch die olympische Infrastruktur richtete viel Schaden in der umliegenden Natur an“, sagte NABU-VizeprĂ€sident Thomas Tennhardt. Der IOC hatte die MĂ€ngel des Olympiaaustragungsortes zwar erkannt und Umweltstandards festgelegt, aber kaum ĂŒberprĂŒft, inwieweit sie in Russland umgesetzt wurden. „Die russische Regierung muss nun unbedingt Maßnahmen zur Kompensation der Umweltzerstörung ergreifen und beispielsweise WĂ€lder wieder aufforsten“, forderte Tennhardt.

Der NABU hatte bereits im Jahr 2007 davor gewarnt, dass eine Veranstaltung dieser GrĂ¶ĂŸe im Großraum Sotschi ökologische Probleme nach sich ziehen wĂŒrde und an das IOC appelliert, die Winterspiele nicht dort auszutragen. „Der Westkaukasus ist eines der bedeutendsten BiodiversitĂ€tszentren der Erde und Lebensraum der letzten Bergwisente Europas“, sagte Vitalij Kovalev, Leiter des NABU Kaukasusprogramms, der selbst aus dem Gebiet Krasnodar stammt. „Die Olympiade richtete zwar bislang nicht wie befĂŒrchtet SchĂ€den im benachbarten UNESCO-Weltnaturerbegebiet Westkaukasus an, aber der Sotschier Nationalpark und die Imeretinskaya-Tiefebene sind von den Vorbereitungen stark gezeichnet“, so Kovalev weiter.

Die mangelhafte Überwachung durch das IOC zeigt sich beispielhaft anhand der MĂŒlldeponien, die zum Teil in NationalparknĂ€he errichtet wurden. „Zwar existiert ein aufwendig ausgearbeitetes Abfallvermeidungs- und Entsorgungskonzept, doch wurde bisher kaum etwas davon umgesetzt“, bemĂ€ngelte Kovalev. Ein weiterer Kritikpunkt sind die Baumaßnahmen: Seit 2008 entstanden Sportkomplexe in Adler an der KĂŒste und im 40 Kilometer entfernten Krasnaja Poljana/Esto Sadok im Landesinneren an der Grenze zum Weltnaturerbegebiet Westkaukasus und seinen Gebirgsmassiven. Die neu errichtete Straße und parallel verlaufende Eisenbahn, die beide Wettbewerbsorte verbindet, verlĂ€uft durch das Tal entlang des Flusses Mzymta, der Trinkwasserlieferant fĂŒr die Bevölkerung Sotschis ist und direkt ins Schwarze Meer mĂŒndet. Die Errichtung der Verkehrswege ging zu Lasten des Mzymta und der umliegenden WĂ€lder. Die Begradigung und Verschmutzung des Flusses sowie die Abholzung von LaubwĂ€ldern zwischen Adler und Krasnaja Poljana hinterlassen eine sichtbare Spur in der Landschaft des Großraumes Sotschi.

Auch wenn das gesamte Ausmaß ökologischer SchĂ€den bislang nicht bekannt ist: „Sicher ist, dass Sotschi keine grĂŒne Olympiade erleben wird. Sotschi ist ein Beispiel der Superlative und der Beweis, dass die derzeitigen Umweltstandards und die Vorgehensweise des IOC bislang unzureichend sind“, so Kovalev weiter.
 
 

 
Ethisch-ökologische Geldanlagen
Ethik ist fĂŒr Anleger wichtiger als Ökologie

Ethische Aspekte sind Verbrauchern bei ethisch-ökologischen Geldanlagen wichtiger als ökologische. Ansonsten haben sie aber sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was ihnen bei dieser Form der Geldanlage wichtig ist. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa bei 1014 Personen, die darĂŒber entschieden, wie in ihrem Haushalt finanzielle Angelegenheiten geregelt werden. In Auftrag gaben die Umfrage die Stiftung Warentest und die Verbraucherzentrale Bremen, die das Projekt „Klimafreundliche Geldanlage“ durchfĂŒhrt.

Vor die Wahl gestellt, hielt die HĂ€lfte der Befragten ethische Aspekte fĂŒr das wichtigste Kriterium, der Umwelt gaben nur ein gutes Viertel den Vorzug, der Rest mochte sich nicht entscheiden. Am wenigsten akzeptabel fanden die Befragten Investments, die mit Waffen und Kinderarbeit zu tun haben. Aber auch klassische Laster wie GlĂŒcksspiel, Pornografie, Alkohol und Tabak stießen auf wenig Gegenliebe, ebenso wie Atomkraft, industrielle Tierhaltung und Gentechnik in der Landwirtschaft. Auch die Finanzdienstleister schafften es noch vor Erdöl und Chemie in die Top Ten der Branche, in die kein Geld aus ethisch-ökologischer Geldanlage fließen soll.

ArmutsbekĂ€mpfung wĂ€hlten die Befragten am hĂ€ufigsten bei der Frage, in welche Bereiche auf alle FĂ€lle Geld fließen soll. Auf die PlĂ€tze dahinter setzten sie KrankenhĂ€user, Pflegeeinrichtungen und Bildung. Ökologische Themen folgen ab Rang vier mit erneuerbaren Energien, ökologischer Landwirtschaft und nachhaltiger Forstwirtschaft.

Fast die HĂ€lfte sprach sich fĂŒr die Vorgabe aus, die hinsichtlich ethischer und ökologischer Aspekte vorbildlichsten Unternehmen einer Branche zu berĂŒcksichtigen. Nur ein Drittel befĂŒrwortet einen strengeren Ansatz, der Investments aus umstrittenen Bereichen generell ausschließt.

AusfĂŒhrlich sind die Umfrageergebnisse unter www.test.de/umfrage-ethisch abrufbar.
Mehr
 

Festival: Gewinner des grĂŒnen Filmpreises „Green Me“ in Berlin ausgezeichnet
 
Festival: Gewinner des grĂŒnen Filmpreises „Green Me“ in Berlin ausgezeichnet
Ökologische und soziale Filme beeindruckten Jury besonders

Berlin – Die PreistrĂ€ger des grĂŒnen Filmfestivals „Green Me“ stehen fest: Mit den „Green Me“-Awards wurden am heutigen Mittwochabend in Berlin der Dokumentarfilm „Population Boom“ des Österreichers Werner Boote, der Spielfilm „Beasts of the Southern Wild“ und der Kinderfilm „Der Lorax“ ausgezeichnet. Der Sonderpreis fĂŒr den besten Wolfsfilm ging an die Dokumentation „Deutschlands wilde Wölfe, wie sie wirklich sind“ des Tierfilmers Sebastian Körner. Die Preise wurden im Rahmen einer festlichen Gala im TIPI am Kanzleramt vergeben, zu der auch der Schirmherr des Festivals, Klaus Töpfer, ein Grußwort hielt. „Die QualitĂ€t aller 15 im Wettbewerb des Festivals laufenden Filme war in diesem Jahr immens. Jeder PreistrĂ€ger des ‚Green Me‘-Awards zeigt auf seine eigene Art, was grĂŒne Filme sein können: unterhaltsam, bildgewaltig und aufklĂ€rend“, so Jury-Vorsitzender Bernward Geier.

Mehr als 1.400 Zuschauer hatten zuvor an zwei Festival-Tagen im CinemaxX am Potsdamer Platz ĂŒber dreißig Filme rund um die Themen Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit gesehen. Zahlreiche Vorstellungen mussten wegen ĂŒberfĂŒllter SĂ€le geschlossen werden. „Das ‚Green Me‘-Festival war ein voller Erfolg beim Publikum. Wir sind begeistert von der Resonanz, die die Filme gefunden haben, von den lebhaften Diskussionsrunden und haben den Eindruck gewonnen, dass grĂŒne Filme immer populĂ€rer werden“, so Nic Niemann, geschĂ€ftsfĂŒhrender Veranstalter des Festivals.

Besonderes Highlight des Festivals, das vom 1. bis 2. Februar anlĂ€sslich der Berlinale stattfand, war die Premiere des Dokumentarfilms „Population Boom“ von Werner Boote. In seinem Film geht der Österreicher der Frage nach, welche Folgen die Überbevölkerung mit sich bringt – und ob das Schreckensgespenst „Bevölkerungsexplosion“ ĂŒberhaupt existiert. Von seiner Reise rund um die Welt, von den leersten PlĂ€tzen in der Serengeti bis hin zu der am dichtesten besiedelten Stadt der Welt in Bangladesch, bringt Werner Boote ĂŒberraschende Erkenntnisse mit. Der Film, der am 27. MĂ€rz 2014 in die deutschen Kinos kommt, wurde von der prominent besetzten Jury um Schauspieler Peter Lohmeyer, Moderatorin Dunja Hayali, ARD-Wettermann Karsten Schwanke, Regisseur Markus Imhoof, NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller, Umweltaktivist Bernward Geier und ARD-Tatort-Ermittler Andreas Hoppe am Abend mit einem Preisgeld von 5.000 Euro in der Kategorie „Dokumentarfilm“ ausgezeichnet.

Den Sonderpreis in der Kategorie „bester Wolfsfilm“ erhielt ein weiterer Publikumsmagnet des Festivals. Mit „Deutschlands wilde Wölfe, wie sie wirklich sind“ wĂ€hlte die Jury eine Dokumentation, die in Deutschland bislang nie gesehene Bilder zum Wolf liefert. Mehr als zehn Jahre begleitete Tierfilmer Sebastian Körner die RĂŒckkehr Isegrims in die deutschen WĂ€lder. Mit spektakulĂ€ren Aufnahmen widerlegt er in seinem Film die MĂ€r einer strengen Rangordnung innerhalb des Rudels. Der Wolf war in diesem Jahr Schwerpunkt des „Green Me“-Festivals. Insgesamt acht Filme liefen in der Sondersektion, begleitet wurden sie durch Diskussions-Panels und Mitmach-Aktionen. Sebastian Körners Film wurde mit einem Preisgeld von 3.000 Euro ausgezeichnet.

Mit „Beasts of the Southern Wild“ und „Der Lorax“ gewannen in den Kategorien „Spielfilm“ und „Kinderfilm“ jeweils US-amerikanische Produktionen. Der Animationsfilm „Der Lorax“ setzt mit viel Humor und farbenfrohen Bildern eine bemerkenswerte und kindgerechte Botschaft fĂŒr mehr Umweltschutz und gegen den Raubbau an der Natur. Er wurde mit 3.000 Euro in der Kategorie Kinderfilm ausgezeichnet. Im Spielfilm „Beasts of the Southern Wild“ setzt Regisseur Benh Zeitlin die sechsjĂ€hrige „Hushpuppy“ bildgewaltig in Szene. Sie wĂ€chst in den SĂŒmpfen Louisianas auf. Als ein Sturm ihre Heimat zu verwĂŒsten droht, sieht Hushpuppy in ihrer Fantasie brechendes arktisches Eis – und stemmt sich trotzig und mit dem Mute einer jungen Kriegerin gegen das Unausweichliche. Der Film erhielt ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro.

„Was in Hollywood lĂ€ngst zum guten Ton gehört, ist auf deutschen LeinwĂ€nden noch selten zu sehen: Große Filmproduktionen, die vermitteln, dass ‚grĂŒn‘ in ist und der Einsatz fĂŒr die Natur auch enormen Spaß machen kann. Deshalb freuen wir uns, dass in diesem Jahr so viele qualitativ hochwertige Spielfilme im Wettbewerb liefen und am Ende auch ausgezeichnet wurden“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Das „Green Me“-Festival fand in diesem Jahr zum siebten Mal statt. Veranstaltet wurde es von Green Me GmbH, NABU und COLABORA – Lets work together. Projektpartner und Hauptsponsoren des Filmfestivals sind VOLKSWAGEN und die REWE Group.
Mehr
 

 
Aktuelle Umfrage: weniger Fleisch fĂŒr mehr Umweltschutz
Wie Verbraucher Umweltprobleme durch Lebensmittel bewerten

Um die Umwelt zu schonen, befĂŒrworten Verbraucherinnen und Verbraucher weniger Fleischkonsum: Drei von vier (73 Prozent) halten es fĂŒr sinnvoll, freiwillig weniger Fleisch zu essen. Verordneter Fleischverzicht kommt hingegen nicht gut an: Nur knapp die HĂ€lfte (46 Prozent) spricht sich fĂŒr fleischfreie Tage oder ein reduziertes Fleischangebot in Kantinen aus. Das zeigt eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) anlĂ€sslich der Internationalen GrĂŒnen Woche (IGW). Befragt wurden Verbraucherinnen und Verbraucher nach ihrer Sicht auf Umweltprobleme im Lebensmittelbereich und Lösungsmöglichkeiten.

Die Umfrage thematisierte vier Handlungsfelder, die der vzbv und das Umweltbundesamt (UBA) zum Auftakt der IGW als besonders drĂ€ngend vorgestellt hatten: Neben der hohen Fleischproduktion und dem hohen Fleischkonsum sind das StickstoffĂŒberschĂŒsse in der Landwirtschaft, ein langsamer Ausbau des Ökolandbaus und vermeidbare LebensmittelabfĂ€lle. Den grĂ¶ĂŸten Handlungsbedarf sehen die befragten Verbraucher mit 88 Prozent beim Problem der LebensmittelabfĂ€lle. Drei Viertel (74 Prozent) meinen, dass mehr getan werden mĂŒsse, um die StickstoffeintrĂ€ge aus der Landwirtschaft zu reduzieren.

„Wenn die Umwelt durch die Produktion und den Verbrauch von Lebensmitteln Schaden nimmt, kann sich das langfristig auf die Preise und das Angebot auswirken. Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben sehr klare Vorstellungen, wie sich gegensteuern lĂ€sst und wer handeln muss“, sagt Holger Krawinkel, Leiter des GeschĂ€ftsbereichs Verbraucherpolitik beim vzbv.
Wenig Vertrauen in Industrie und Handel

Sehr großen oder großen Einfluss auf das Thema Umweltschutz bei Lebensmitteln sprechen die Befragten der Lebensmittelindustrie (79 Prozent) und dem Lebensmittelhandel (72 Prozent) zu. Zweifel, dass diese Akteure den Einfluss auch nutzen, sind allerdings groß: Nur 14 Prozent der Verbraucher vertrauen darauf, dass die Industrie die Umweltbelastung gering hĂ€lt. Mit Blick auf den Handel sind es 15 Prozent.

Die Verbraucherinnen und Verbraucher sehen auch sich selbst in der Verantwortung. Eine Mehrheit von 73 Prozent meint, selbst großen Einfluss auf umweltfreundlichere Lebensmittel zu haben. Viele Verbraucher benennen allerdings HĂŒrden: So fĂ€llt es 94 Prozent der Befragten meist schwer zu erkennen, wie umweltfreundlich Lebensmittel sind. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) sagen, umweltfreundliche Lebensmittel seien zu teuer. Ebenso vielen Befragten fehlt im Alltag oft die Zeit, sich damit auseinanderzusetzen.

Um solche HĂŒrden fĂŒr Verbraucher abzubauen, halten zum Beispiel 78 Prozent der Befragten bei Fleisch staatlich geprĂŒfte GĂŒtesiegel fĂŒr sinnvoll. Auch vzbv und UBA sprechen sich fĂŒr eine gesetzlich verbindliche Kennzeichnung von Produkten aus tiergerechter Haltung aus. „FĂŒr einen bewussten Einkauf, mĂŒssen Verbraucherinnen und Verbraucher klar erkennen können, unter welchen Bedingungen Tiere gehalten wurden“, sagt Krawinkel.

Wichtig sind Verbrauchern zudem Information und AufklĂ€rung: So befĂŒrworten neun von zehn Befragten (92 Prozent) die Förderung von Bildungsmaßnahmen, um LebensmittelabfĂ€lle im Haushalt zu vermeiden. Bei diesem Thema kann aus Sicht des vzbv auch der Handel viel machen. Holger Krawinkel: „Der Handel muss seine Anforderungen an Aussehen, Form und GrĂ¶ĂŸe von Produkten prĂŒfen. Unnötig hohe QualitĂ€tsansprĂŒche oder Abverkaufsziele dĂŒrfen das Abfallproblem nicht verschĂ€rfen.“

SchÀrfere gesetzliche Regelungen

Politik und Landwirtschaft sehen die Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem bei den Themen Fleischproduktion, StickstoffĂŒberschĂŒsse und Ökolandbau in der Pflicht. FĂŒr sinnvoll halten sie unter anderem verschĂ€rfte gesetzliche Regelungen und Kontrollen bei der Tierhaltung (91 Prozent), verschĂ€rfte gesetzliche Grenzwerte fĂŒr umweltschĂ€dliche Stickstoffverbindungen in GewĂ€ssern und in der Luft (90 Prozent) sowie eine bessere gesetzliche Förderung des Ökolandbaus in Deutschland (82 Prozent).
 
 



Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 
24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 
47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 
70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 
93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 
116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 
139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 
162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 
185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 
208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 
231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 
254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 
277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 
300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 
323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 


Copyright 2010 - 2017 Benjamin Jäger