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Samstag, 21. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
Win-win-win-Situation
Langzeitarbeitslose pflanzen in der StadtgĂ€rtnerei Lebensmittel an, der Verein Freiburger Tafel gibt sie an BedĂŒrftige weiter, Baumpaten unterstĂŒtzen die Aktion

Freiburger Qualifizierungs- und BeschĂ€ftigungsgesellschaft (FQB) stellt sich mit neuem Projekt „Tafelgarten“ vor

„Wenn ich wĂŒsste, dass morgen der JĂŒngste Tag wĂ€re, wĂŒrde ich heute noch ein ApfelbĂ€umchen pflanzen.“ Martin Luther soll diesen Satz gesagt haben (was nicht belegt ist), Hoimar von Ditfurth hat ihn geschrieben und Reinhard Mey ihn besungen. Nun folgt dem Wort die Tat, auch wenn der JĂŒngste Tag nach heutigem Wissensstand noch nicht fest terminiert ist.

Heute wurde der „Tafelgarten“ in der StadtgĂ€rtnerei am Mundenhof eingeweiht. DafĂŒr haben die ersten Paten – Erster BĂŒrgermeister Otto Neideck, SozialbĂŒrgermeister Ulrich von Kirchbach, Matthias Hecht und Jörg Frenzel – die ersten ApfelbĂ€umchen gepflanzt. Mit von der Partie waren Annette Theobald, Vorsitzende des Vereins Freiburger Tafel, Christiane BlĂŒmle und Michael Broglin, die GeschĂ€ftsfĂŒhrenden der gemeinnĂŒtzigen Freiburger Qualifizierungs- und BeschĂ€ftigungsgesellschaft (FQB), Mitarbeitende der StadtgĂ€rtnerei, die den Tafelgarten betreuen, und Boris Gourdial, Stellvertr. Leiter des Amtes fĂŒr Soziales und Senioren. Kinder der Natur-Kita am Mundenhof sangen dazu ein Lied zur Apfelernte.

Im Projekt „Tafelgarten“ bauen langzeitarbeitslose Menschen im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten Lebensmittel an, die die FQB dem Verein Freiburger Tafel fĂŒr bedĂŒrftige Menschen weitergibt, die im Tafelladen einkaufen. UnterstĂŒtzt wird das Projekt durch eine Baumpatenaktion, die heute mit den erwĂ€hnten Pflanzungen begonnen hat. Die ersten Paten sind demnach gefunden, fĂŒr etwa 40 weitere Apfel- und BirnbĂ€ume werden ab sofort noch Patinnen und Paten gesucht. Sofern sie einverstanden sind, werden ihre Namen auf einem Schild signiert. Der oder die Baumpaten unterstĂŒtzen den „Tafelgarten“, indem sie Anschaffung, Unterhalt und Pflege des Baumes im ersten Jahr finanzieren. Außer einer Spende fĂŒr die

BÀume gibt es auch die Möglichkeit, ehrenamtlich im Tafelgarten mitzuarbeiten.

FĂŒr den Tafelgarten auf dem GelĂ€nde der StadtgĂ€rtnerei haben die FQB, die Stadt Freiburg (Amt fĂŒr Soziales und Senioren/Jobcenter) und der Verein Freiburger Tafel eine Kooperation vereinbart. Das Jobcenter unterstĂŒtzt den Tafelgarten ebenfalls, indem es 15 Arbeitsgelegenheiten fĂŒr den Tafelgarten bewilligt hat. Die FQB stellt dessen Ernte der Freiburger Tafel zur Weitergabe an BedĂŒrftige zur VerfĂŒgung. Die Tafel wiederum holt die Ware ab. Alle Partner sind offen fĂŒr den Ausbau des Projektes (z.B. Nudelwerkstatt), um der Freiburger Tafel weitere Lebensmittel zur VerfĂŒgung stellen zu können. Zugleich ist allen bewusst, dass das Projekt keine Erlöse zur Deckung des Finanzbedarfs erwirtschaften kann.

In der Vorgeschichte des Tafelgartens kommen zunĂ€chst aber mehr KrĂ€uter als Äpfel vor. Der Verein Freiburger Tafel hat zunehmend Probleme, genug Lebensmittel fĂŒr BedĂŒrftige zu bekommen. So entstand die Idee, dass die FQB ihr BeschĂ€ftigungsprojekt „KrĂ€uter- und GemĂŒsegarten“ neu ausrichtet und die dort erwirtschafteten Lebensmittel dem Tafelladen zur VerfĂŒgung stellt. Insgesamt sollen es 50 ObstbĂ€ume werden, davon 5 bis 6 große ObstbĂ€ume, ergĂ€nzt durch kleinere SpindelbĂ€ume, die aufgrund ihres guten Ertrages den Ernteerfolg des Projektes absichern. Paten und Spender können sich entscheiden, ob sie einen großen Baum fĂŒr 500 Euro oder einen kleineren Spindelbaum fĂŒr 250 Euro spenden wollen. Zu den ersten Paten zĂ€hlte auch OberbĂŒrgermeister Dieter Salomon.

Wer Baumpatin oder Baumpate werden will oder sich fĂŒr eine ehrenamtliche Mitarbeit im Tafelgarten interessiert, wende sich an Christiane BlĂŒmle bei der FQB (Tel. 0761/8818672, bluemle@fqb-freiburg.de).

VABE wird FQB: Umwandlung vollzogen
Die Baumpatenaktion ist zugleich ein Startsignal fĂŒr die Freiburger Qualifizierungs- und BeschĂ€ftigungsgesellschaft (FQB gGmbH), die zum 1. Januar aus dem Verein zur Förderung kommunaler Arbeits- und BeschĂ€ftigungsmaßnahmen (VABE) hervorgegangen ist. Mit dieser Umwandlung setzt die Stadt ein deutliches Signal fĂŒr eine aktive BeschĂ€ftigungspolitik und bekennt sich zu ihrem BeschĂ€ftigungstrĂ€ger.

Vor fast 25 Jahren wurde der VABE auf Initiative des damaligen SozialbĂŒrgermeister Hansjörg Seeh und auf Beschluss des Gemeinderates gegrĂŒndet. Seither hatte er kontinuierlich und erfolgreich Qualifizierungs- und BeschĂ€ftigungsangebote fĂŒr Langzeitarbeitslose entwickelt und damit Tausenden von Menschen Zukunftsperspektiven geschaffen. In jĂŒngster Zeit haben die massiven KĂŒrzungen in der aktiven Arbeitsmarktpolitik vor allem Personen mit besonderen Vermittlungshemmnissen betroffen. Sie

haben kaum eine Chance auf Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt und profitieren nicht von dessen Aufschwung.

Diese Entwicklung hat die Stadt zum Anlass genommen, verstĂ€rkt eigene beschĂ€ftigungspolitische Akzente zu setzen. Dazu gehören die Umsetzung des Programms BĂŒrgerarbeit (seit 2011), der Ausbildungsverbund (2012) und das kommunale BeschĂ€ftigungsprogramms (2013). Die Umwandlung des VABE in die FQB zum 1. Januar 2014 setzt diese AktivitĂ€ten konsequent fort.

GeschĂ€ftsfĂŒhrerin bleibt Christiane BlĂŒmle, als kaufmĂ€nnischer GeschĂ€ftsfĂŒhrer wurde zudem Michael Broglin von der ASF bestellt. Das Stammpersonal umfasst rund 50 Mitarbeiter, die handwerklich und/oder pĂ€dagogisch ausgebildet sind und jĂ€hrlich ĂŒber 500 Erwerbslose in Arbeits- und Qualifizierungsprojekten pĂ€dagogisch betreuen, anleiten und qualifizieren. Aktuell gibt es:

– 156 Arbeitsgelegenheiten fĂŒr Langzeitarbeitslose mit besonderen Vermittlungshemmnissen,
– 25 ArbeitsplĂ€tze im Programm BĂŒrgerarbeit,
– 15 PlĂ€tze zur beruflichen Orientierung mit Vermittlung in Betriebspraktika und Ausbildung,
– bis zu 40 AusbildungsplĂ€tze in verschiedenen Programmen,
– Management des Programms BĂŒrgerarbeit fĂŒr die Stadt Freiburg mit 60 PlĂ€tzen,
– Begleitung des Programms Passiv-Aktiv Tausch mit 18 PlĂ€tzen,
– Sinti-Projekt, angesiedelt bei der Jugendagentur Freiburg.

RegelmĂ€ĂŸig werden neue Maßnahmen entwickelt, um die Chancen fĂŒr benachteiligte Menschen weit zu fĂ€chern. Zu den aktuellen Projekten gehören die StadtgĂ€rtnerei, der Holzhof, das Projekt GebĂ€udedienstleistungen (mit Möbelladen, Dienstleistungen und Anti-Graffiti, einfache Renovierungsarbeiten, GebĂ€udereinigung Weingarten-Ost und Quartiersservice Weingarten), die Natur-KindertagesstĂ€tte Mundenhof und das Projekt Stromsparcheck (Beratung einkommensschwacher Haushalte in Kooperation mit dem Caritasverband Freiburg-Stadt).

Derzeit bildet die FQB rund 40 Azubis aus, die durch ihre Vermittlungshemmnisse im ersten Ausbildungsmarkt keine Chance auf einen Berufsabschluss hĂ€tten. Dazu gehört auch die Fachwerkerausbildung fĂŒr Menschen mit Behinderung.
 
 

 
NABU: Wegen Krim-Krise EU-Energie- und Klimapolitik wichtiger denn je
Energieeffizienz bestes Mittel fĂŒr Versorgungssicherheit

Am Donnerstag und Freitag treffen sich in BrĂŒssel die EU-Staats- und Regierungschefs. UrsprĂŒnglich sollten die Energie- und Klimaziele der EU bis 2030 eines der Hauptthemen sein, doch es zeichnet sich ab, dass die Entwicklungen auf der Krim den EU-Gipfel dominieren werden. „Die Krim-Krise macht einmal mehr deutlich, dass die EuropĂ€ische Union die wirtschaftliche AbhĂ€ngigkeit von fossilen EnergietrĂ€gern wie Erdöl und Erdgas durchbrechen muss“, forderte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. Die Antwort auf die Krim-Krise sei daher auch, mehr fĂŒr den Klimaschutz zu tun.

Aus NABU-Sicht ist es fĂŒr die EU und ihre Mitgliedstaaten wichtiger denn je, neben den Einsparungen von 40 Prozent Treibhausgasemissionen auch den Anteil der erneuerbaren Energien um mindestens 30 Prozent zu erhöhen und erstmals ein festes Ziel von 40 Prozent Energieeinsparung fĂŒr das Jahr 2030 festzulegen. Erst im Januar hatte sich das Europaparlament fĂŒr diese Zieltrias ausgesprochen. „Vor allem die Energieeinsparung ist der SchlĂŒssel fĂŒr die EU und Deutschland, unabhĂ€ngiger von Wladimir Putins Energieexporten zu werden, und das beste Mittel fĂŒr Versorgungssicherheit“, so Tschimpke. Zudem mĂŒsse der EU-Binnenmarkt fĂŒr Energie naturvertrĂ€glich, bedarfsgerecht und grenzĂŒberschreitend ausgebaut werden.

Das Thema Klimapolitik muss dem NABU nach auch deshalb ganz oben auf der Tagesordnung des EU-Gipfels stehen, weil neben der Frage der Versorgungssicherheit von der EU auch neue Impulse fĂŒr ein weltweit geltendes Weltklimaabkommen ausgehen mĂŒssen. Dieses soll 2014 im peruanischen Lima auf den Weg und 2015 in Paris beschlossen werden. „Deutschland und die anderen EU-Mitgliedstaaten mĂŒssen jetzt ein starkes Zeichen setzen und mit einer ambitionierten Klimapolitik zu Sicherheit und StabilitĂ€t in Europa beitragen“, forderte NABU-Energieexperte Ulf Sieberg. Die Krim-Krise sei auch eine Energiekrise, deren Ausweg nur ĂŒber mehr Einsparung, Effizienz und erneuerbare Energien fĂŒhren könne.
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Green Tech in der Jugendarbeit
Das ausgezeichnete LEIF-Projekt endet nach zwei Jahren – Abschluss am 25. MĂ€rz in der Ökostation

Bildungsarbeit zum Anfassen: Jugendliche haben Solarkocher, Dörrobst-Automat und Öko-Seifen hergestellt

Die Initiative LEIF (Lernen Erleben in Freiburg) hat in den bald fĂŒnf Jahren ihres Bestehens allerlei angestoßen – einer ihrer Greatest Hits bleibt aber das „Green Tech“-Projekt. Dabei geht es um „grĂŒne“ Berufe in der Jugendarbeit und im Handwerk: MĂ€dchen und Jungen aus drei Freiburger Stadtteilen werden fĂŒr Themen der Ökologie und Nachhaltigkeit sensibilisiert und setzen sich praxisnah, auch bei Betriebsbesichtigungen und AusflĂŒgen, mit Umweltfragen auseinander. Dieses Projekt hat die Welterziehungsorganisation UNESCO so ĂŒberzeugt, dass sie es im April 2013 als Projekt der Dekade „Bildung fĂŒr nachhaltige Entwicklung“ auszeichnete. BNE vermittelt Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln.

Diesen MĂ€rz endet das „Green Tech“-Projekt nun nach zweijĂ€hriger Laufzeit. Um die Jungen und MĂ€dchen, die daran teilnahmen, gebĂŒhrend zu wĂŒrdigen, findet am Dienstag, 25. MĂ€rz, um 18 Uhr in der Ökostation im Seepark eine Abschlussveranstaltung statt. Nach der BegrĂŒĂŸung durch Ralf Hufnagel von der Ökostation gewĂ€hren drei Projektpartner – LetzFetz StĂŒhlinger, Mobile Jugendarbeit Weingarten-Ost, Mobile Jugendarbeit Unterwiehre – Einblicke in ihre Teilprojekte.

Anschließend ĂŒbergibt Michael Dilger, Leiter der Gewerbe-Akademie Freiburg, allen Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren, die am Projekt teilnahmen, ihr Green Tech-Zertifikat. An beispielhaften Lernstationen stellen sie dann Beispiele ihrer Teilprojekte vor, bei denen sie von der Idee bis zur praktischen Umsetzung involviert waren. Die Ergebnisse können sich sehen, riechen und zum Teil auch probieren lassen:

– Die Mobile Jugendarbeit westlich der Merzhauser Straße des Jugendhilfswerks (Langemarckstraße 97) hat fĂŒr ihren Bolzplatz eine solarbetriebene Beleuchtung geschaffen.
– In der Mobilen Jugendarbeit Weingarten-Ost der Diakonie SĂŒdwest haben die Jugendlichen ökologische Seifenprodukte hergestellt, einen Wohncontainer renoviert, gedĂ€mmt und ihn – Stichwort Urban Gardening – mit HeilkrĂ€utern umgeben.
– Im LetzFetz StĂŒhlinger der Vereinigung Freiburger Sozialarbeit sind ein Dörrobstautomat und ein Solarkocher entstanden, ein Bauwagen wurde mit Solarenergie ausgestattet und das Thema „Fair Trade“ am Beispiel Schokolade behandelt.

FĂŒr das Green Tech-Projekt haben unterschiedlichste Institutionen aus Freiburg zusammengearbeitet. Neben den genannten Vertreterinnen und Vertretern der offenen und mobilen Kinder- und Jugendarbeit waren dies die Gewerbeakademie der Handwerkskammer und die Ökostation. Damit die Jugendarbeiter fĂŒr alle Fragen der jungen Teilnehmer gewappnet waren, haben die Projektpartner eine Fortbildung mit vier Themenfeldern entwickelt (Bildung fĂŒr nachhaltige Entwicklung, Berufsbilder, Arbeitsmarkt und Sprachbildung). Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert und von der Initiative LEIF getragen.

Und auch wenn das Projekt jetzt beendet ist – die Arbeit geht weiter: die Fortbildung wird fortgefĂŒhrt, die Projektpartner wollen weiterhin zusammenarbeiten, die Teilprojekte sollen in andere Einrichtungen ĂŒbertragen werden.

Hinweis an die Redaktionen: Zum Projektabschluss am Dienstag, 25. MĂ€rz, um 18 Uhr in der Ökostation (ParkplĂ€tze an der Falkenbergerstraße) sind Sie mit Ihren Fotografen herzlich eingeladen. Nach dem offiziellen Teil werden auf einem kurzen Rundgang die Green Tech-Lernstationen zu solarem Dörren, Solarkochkiste, ökologischer Seifenherstellung und HeilkrĂ€utern vorgestellt. Die Veranstaltung klingt mit einem Imbiss aus.
 
 

 
NABU zum Waldzustandsbericht
IndustriewÀlder sind keine Antwort auf den Klimawandel

Angesichts der Veröffentlichung des aktuellen Waldzustandsberichtes und der anschließenden Forderungen der Holzwirtschaftslobby nach mehr NadelholzwĂ€ldern erklĂ€rt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Die Aussage von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, dass der Wald heute ein gesundes Ökosystem ist, kann der NABU so nicht stehen lassen, alleine weil die heimischen WĂ€lder auf gut Zweidrittel der FlĂ€che als nicht naturnah einzustufen sind. “

Fast die HĂ€lfte der WĂ€lder bestehen nur aus einer Baumart, nur neun Prozent der WĂ€lder weisen die fĂŒr ein funktionierendes Ökosystem gemischten Altersstrukturen auf. „Es fehlt vielfach an der natĂŒrlichen Zerfalls- und Alterungsphase, die fĂŒr einen gesunden Wald wichtig ist. Der Holzvorrat in der Altersphase ist im Vergleich zum heutigen Wirtschaftswald doppelt bis dreimal so hoch. In der wichtigen Zerfallsphase, aber auch in der Altersphase, sind enorme Mengen Totholz vorhanden, die einen wichtigen Lebensraum fĂŒr viele Insekten und Pilze darstellen“, so NABU-Waldexperte Stefan Adler. DarĂŒber hinaus könnten naturnahe WĂ€lder durch die Verdunstung enormer Mengen Wasser, die im Holz gebunden sind, extreme Hitzeereignisse besser ausgleichen. So könne der Wald selbst fĂŒr seine Gesundheit sorgen.

Der NABU kritisiert, dass im aktuellen Waldzustandsbericht, die immer noch viel zu hohen StickstoffeintrĂ€ge aus dem Verkehr und der Landwirtschaft nicht erwĂ€hnt werden, die dem Wald zu schaffen machen. Der NABU warnte ferner davor, den Waldzustandsbericht dahingehend zu interpretierten, dass ein an die industriellen BedĂŒrfnisse angepasster Wald mit jĂŒngeren BĂ€umen und einem hohen Nadelholzanteil die Zukunft des Waldes in Deutschland sei. „Junge NadelwĂ€lder haben in Deutschland so gut wie nichts mit einem natĂŒrlichen Waldsystem zu tun. Die schon heute prekĂ€re Lage fĂŒr ĂŒber 2.000 Pilz- und KĂ€ferarten, die auf einen Wald mit großen Mengen an Totholz und natĂŒrlichen Strukturen angewiesen sind, wĂŒrde sich weiter verschĂ€rfen“, so Adler weiter.

Der NABU apelliert vor diesem Hintergrund an das Bundeslandwirtschaftsministerium, den Waldzustandsbericht qualitativ zu verbessern. Die Erhebung mĂŒsse zukĂŒnftig mehr auf die Ursachen fĂŒr WaldschĂ€den eingehen. DarĂŒber hinaus mĂŒssen zukĂŒnftig wieder mehr Strukturen des Urwaldes und eine natĂŒrliche Dynamik im Wirtschaftswald zugelassen werden.
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Dritter internationaler Umweltkonvent in Freiburg
Freiburg wird im April 2014 zum Treffpunkt der bedeutendsten UmweltpreistrÀger aus aller Welt

Vom 10. bis 13. April 2014 wird Freiburg zum dritten Mal Treffpunkt von Vorbildern in Sachen Umwelt-, Natur- und Klimaschutz aus aller Welt: Die EuropĂ€ische Umweltstiftung lĂ€dt unter der Schirmherrschaft von Klaus Töpfer die PreistrĂ€ger der renommiertesten internationalen Umweltpreise sowie Ver-treter aus Wissenschaft und Politik in die Green City Freiburg ein. 81 Aktivisten, Publizisten und BĂŒrgerrechtler, Wissenschaftler, Stifter und Unternehmer aus 41 Nationen kommen zu diesem weltweit ein-zigartigen interdisziplinĂ€ren Zusammentreffen, das Raum fĂŒr inter-disziplinĂ€ren fachlichen Austausch, persönliches Kennenlernen und die Pflege langfristiger Beziehungen bietet und jeden einzelnen in seinem Einsatz fĂŒr eine bessere Umwelt unterstĂŒtzen soll.

Supraja Dharini beispielsweise hat in Indien mehrere Programme zum Schutz der Meeres- und Forstvielfalt ins Leben gerufen;
Goran Gugic aus Kroatien wiederum setzt sich fĂŒr den Erhalt des europĂ€ischen Naturerbes ein – besonders der kroatischen Fluss-landschaften;
Nadeshda Kutepova aus Russland grĂŒndete in der geschlossenen Atomstadt Ozersk – die Stadt erlangte traurige BerĂŒhmtheit, weil dort 1957 ein Tank mit AtommĂŒll explodierte und die Landschaft ver-strahlte – die erste Menschenrechtsabteilung und verteidigt bis hin zum EuropĂ€ischen Gerichtshof fĂŒr Menschenrechte Opfer der Atom-industrie.
Romina Picolotti aus Argentinien hat als Umweltministerin in ihrem Land die Umweltgesetzgebung erheblich verbessert und die Um-weltkontrollen verschĂ€rft. Sie grĂŒndete bereits 1999 das Zentrum fĂŒr Menschenrechte und Umwelt (CEDHA) und streitet weltweit fĂŒr den Schutz des Klimas.
Samson Tsegaye aus Äthiopien schließlich hat als Direktor der Stif-tung Solarenergie dafĂŒr gesorgt, dass in der ostafrikanischen Re-publik das erste Solardorf geschaffen und ĂŒber 25.000 Solarsysteme installiert wurden. Damit bekommen vor allem Menschen in lĂ€ndli-chen Gebieten erstmals Zugang zu Strom.

Das sind nur fĂŒnf der 81 Teilnehmer des Konvents in Freiburg, deren Bekanntheit und Sichtbarkeit die EuropĂ€ische Umweltstiftung auch außerhalb ihres Landes und ĂŒber das Jahr des Gewinns eines re-nommierten Umweltpreises hinaus steigern möchte. Ihre Leistung ist nicht hoch genug einzuschĂ€tzen. Die PreistrĂ€gerinnen und PreistrĂ€-ger renommierter internationaler Umweltpreise streiten in ihren LĂ€n-dern fĂŒr Menschenrechte, fĂŒr bessere Lebensbedingungen, den Schutz von Umwelt und die Anpassung an die Folgen des Klima-wandels – wenn man so will fĂŒr den Erhalt einer lebenswerten Welt. Dabei eint sie eines: Sie haben eine Vision und Ziele und sie haben mit meist begrenzten Mitteln und hĂ€ufig in einem widrigem Umfeld Wege gefunden, diese umzusetzen. Der Konvent bietet den Teilneh-merinnen und Teilnehmern UnterstĂŒtzung und Öffentlichkeit, und damit zum Teil auch dringend benötigten persönlichen Schutz, fĂŒr die, die sich in Ihren HeimatlĂ€ndern oft alleine mĂ€chtigen Gegnern und Widersachern in den Weg stellen. Beim Konvent treffen Sie auch auf erfolgreiche Unternehmer und FĂŒhrungspersönlichkeiten aus international tĂ€tigen NGOs.

Auch so prominente PreistrĂ€ger wie die beiden aktuellen Gewinner des Alternativen Nobelpreises Hans Herren und Paul Walker sind unter den Teilnehmern des diesjĂ€hrigen Konvents. Hans Her-ren hat erreicht, dass in EntwicklungslĂ€ndern mit biologischem Landbau gegen Hunger, Armut und Krankheiten vorgegangen wird. Heute ist er PrĂ€sident des US-amerikanischen Millennium Institutes und Leiter der Schweizer Stiftung Biovision. Der Chemiewaffenex-perte Paul Walker wiederum hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Russland und die USA die internationale Chemiewaffenkon-vention unterzeichneten, die es verbietet, solche Waffen zu entwi-ckeln, zu produzieren, zu lagern und einzusetzen. Klaus Töpfer, ehemaliger Executive Director des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), ist Schirmherr des Konvents.

„Die Ergebnisse der internationalen Gipfeltreffen zum Umwelt- und Klimaschutz können leider nur als unzureichend betrachtet werden“, betont Ernst-Ulrich von WeizsĂ€cker, Mitglied im Kuratorium der Eu-ropĂ€ischen Umweltstiftung. „Die Zukunft liegt in einem Zwei-Gang-Modell, in dem die Vorbilder zeigen, dass nachhaltige Politik keine Opfer bedeutet, sondern Hand in Hand mit wirtschaftlichem Fort-schritt und höherem Wohlstand geht.“ Diese Vorbilder einmal im Jahr zusammenzubringen und so ein weltumspannendes Netzwerk zu schaffen und maßgebliche Impulse in der Umwelt- und Klima-schutzpolitik zu setzen, ist Ziel des Konvents. Neben dem persönli-chen Austausch hat sich der Konvent in den vergangenen zwei Jah-ren auch als Ideenplattform fĂŒr neue gemeinsame Projekte etabliert.

Programm:
Die 3rd International Convention of Environmental LaureatesÂŽ startet am Abend des 10. April 2014 in der Aula der Albert-Ludwigs-Univer-sitĂ€t Freiburg mit einer öffentlichen Veranstaltung: Monika Grie-fahn, frĂŒhere niedersĂ€chsische Umweltministerin, Vizedirektorin der Right Livelihood Award Foundation und Mitglied im Kuratorium der EuropĂ€ischen Umweltstiftung wird den Konvent mit einem Vortrag eröffnen. Anschließend stellt Jeremy Leggett, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der CEO Solaraid und CEO der Solarcentury, eines der grĂ¶ĂŸten Solar-unternehmen in Großbritannien, seine AktivitĂ€ten im Bereich der So-larwirtschaft bzw. der Entwicklungshilfe vor. Baden-WĂŒrttembergs Umweltminister Alexander Bonde berichtet in seinem Festvortrag von dem schwierigen Prozess, mit dem „Nationalpark Nordschwarz-wald“ ein Waldschutzgebiet gleichsam ‚vor der eigenen HaustĂŒre‘ zu errichten.

Am zweiten Tag, Freitag 11. April 2014 stehen Austausch und das Networking der PreistrĂ€ger untereinander im Vordergrund: Insbe-sondere geht es um die Information ĂŒber aktuelle und zukĂŒnftige Projekte und Möglichkeiten der Kooperation. Am Abend des 11. April wird Blue-Economy-GrĂŒnder Gunter Pauli einen öffentlichen Vor-trag zur Blue Economy halten, ein Programm, das die Ökosysteme der Erde schĂŒtzen und gleichzeitig ArbeitsplĂ€tze schaffen soll. Der dritte Tag, Samstag, 12. April 2014 steht unter dem Motto „Fighting for protection – using social media, boycotts and laws“ und dient dem Austausch der PreistrĂ€ger mit Nachwuchsforschern, Studenten und SchĂŒlern. Der Austausch mit neugierigen und wissbegierigen jungen Menschen, die sich ein halbes Jahr lang intensiv auf das Zusam-mentreffen vorbereitet haben, ist fĂŒr viele PreistrĂ€ger ein besonde-res Highlight des Konvents. Auch an diesem Tag ist die Öffentlich-keit zu einer Vortragsmatinee eingeladen: Zwischen 11:00 Uhr und 12:30 Uhr werden Rita SchwarzelĂŒhr-Sutter, StaatssekretĂ€rin im BMUB und FairphonegrĂŒnder Bas van Abel sprechen.

Auf einen Blick:
3rd International Convention of Environmental Laureates
Leitthema
„Fighting for protection – using social media, boy-cotts and laws“
Termin:
10. – 13. April 2014
Ort:
Freiburg i.Br., Deutschland
Schirmherr:
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus Töpfer eh. Executive Director des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP)
Teilnehmer:
PreistrÀger renommierter internationaler Umwelt-preise sowie des Alternativen Nobelpreises.

Über die EuropĂ€ische Umweltstiftung:
Veranstalter des Konvents ist die EuropĂ€ische Umweltstiftung, de-ren Kuratorium sich aus 16 in Umweltbelangen verdienten Persön-lichkeiten wie Professor Ernst Ulrich von WeizsĂ€cker, Monika Griefahn, Marcello Palazzi, Professor Antonio Luque oder Giovanna Melandri zusammensetzt. Kuratoriumsvorsitzender ist der Direktor des europaweit grĂ¶ĂŸten Solarfoschungsinstituts, des Fraunhofer Instituts fĂŒr Solare Energiesysteme Eicke R. Weber.

Die im Jahr 2011 gegrĂŒndete European Environment Foundation will neue Impulse fĂŒr die Umwelt- und Klimapolitik geben. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, Kommunikation und fachlichen Austausch zwi-schen Gesellschaft, Politik, Forschung und Wirtschaft weltweit und ĂŒber alle Disziplinen hinweg zu fördern. Die Stiftung hat ihren Sitz in Basel in der Schweiz und unterliegt Schweizer Recht.
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Ausstellung „Klimaschutz konkret“
vom Mittwoch, den 12. bis 26. MĂ€rz 2014 im Sparkassen-FinanzZentrum in Freiburg,
Meckel-Halle, Kaiser-Joseph-Str. 186-190

Das Langzeitprojekt „Klimaschutz konkret“ wurde von der Innovation Academy
e.V. aus Freiburg im Jahr 2012 initiiert. Am Projekt sind die drei Freiburger Gymnasien
mit jeweils einer 10. Klasse beteiligt: Kepler, St. Ursula und Wentzinger.

"Klimaschutz konkret" wendet sich in erster Linie an die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler,
bezieht aber deren Familienhaushalte bei der Bearbeitung der folgenden
Themen mit ein: ElektrizitÀt-erneuerbare Energien, Heizung- Warmwasser,
HaushaltsmĂŒll, Konsum-Lebensmittel und MobilitĂ€t.
Innovation Academy unterstĂŒtzte als außerschulischer Partner die beteiligten
LehrkrĂ€fte mit einem pĂ€dagogischen Handbuch, fĂŒhrte mit den Klassen themenspezifische
Exkursionen durch und begleitete die SchĂŒlerprojekte.

Mit dem Projekt „Klimaschutz konkret“ soll erstmals getestet werden, ob sich
durch pÀdagogische Impulse VerhaltensÀnderungen in Form von konkreten CO2-
Reduktionen in den Elternhaushalten nachweisen lassen. Dazu werden der Verbrauch
fĂŒr Heizung, Warmwasser, Strom und die gefahrenen Autokilometer ĂŒber
einen Zeitraum von zwei Jahren erfasst und ausgewertet.

Zudem ist „Klimaschutz konkret“ als Wettbewerb konzipiert. Die Klasse mit den
grĂ¶ĂŸten nachgewiesenen CO2-Reduktionen in den Elternhaushalten und den besten
Ausstellungsprojekten erhĂ€lt den 1. Preis, der mit 600€ dotiert ist. Die Jury
fĂŒr die Ausstellung besteht aus den Besuchern, die per Fragebogen die einzelnen
Projekte bewerten.

Die Ausstellung ist wĂ€hrend der Öffnungszeiten der Sparkasse vom 12. MĂ€rz bis
zum 26. MÀrz 2014 geöffnet.

„Klimaschutz konkret“ wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt(DBU) und
das Landesumweltministerium Baden-WĂŒrttemberg und zahlreiche Sponsoren
aus der regionalen Wirtschaft gefördert.

Der Leiter des Umweltschutzamtes Dr. Dieter Wörner unterstĂŒtzt in Vertretung
der UmweltbĂŒrgermeisterin und Schirmherrin Gerda Stuchlik die Veranstaltung
mit einem Grußwort.
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ELZ: Fluss oder Kanal?
Foto: BUND
 
ELZ: Fluss oder Kanal?
Da wir uns mehr auf Autobahnen statt an FlĂŒssen aufhalten, glauben viele Menschen ein Fluss mĂŒsste wie eine Autobahn aussehen.

Die Elz ist das wichtigste und bekannteste GewÀsser
im Landkreis Emmendingen. Im Oberlauf noch recht naturnah, bekommt sie schon im mittleren Elztal einen ausgeprÀgten ""Kanalcharakter".

Die Elz entspringt nördlich von Furtwangen
im Gebiet des Brend und des Rohrhardsbergs (zwischen dem FurtwĂ€nglehof und dem Kolmenhof) unweit der als Donauquelle geltenden Breg-Quelle. Im Oberlauf fließt die Elz in nördliche Richtung, zunĂ€chst noch relativ natĂŒrlich durch ein schönes Hochtal mit Wiesen, Mooren, durch eine von eiszeitlichen Gletschern geformte Landschaft. SpĂ€ter kommen nach einer Steilstufe die kleinen ElzfĂ€lle und sie fließt durch ein tiefes, wenig besiedeltes Waldtal.


Ab Prechtal fließt die Elz Richtung SĂŒdwesten
Hier beginnt das mittlere Elztal, wo die begradigte, kanalisierte Elz dann durch die Stadt Elzach und die Orte Winden und Gutach fließt. Dort mĂŒndet einer der schönsten BĂ€che des Schwarzwaldes, die wesentlich stĂ€rker Wasser fĂŒhrende Wilde Gutach in den Elzkanal. Unterhalb der Stadt Waldkirch tritt die Elz bei Denzlingen in die Freiburger Bucht der Oberrheinebene aus. Danach passiert sie Emmendingen und Teningen und fließt in nordwestliche Richtung. Bei Riegel am Kaiserstuhl treffen die Elz, die aus Freiburg im Breisgau kommende Dreisam, die Alte Dreisam, die Glotter, der Feuerbach und andere KleingewĂ€sser aufeinander. In der Engstelle zwischen Kaiserstuhl und der Vorbergzone des Schwarzwaldes laufen nicht nur viele GewĂ€sser, sondern auch die Grundwasserströme zusammen.

In frĂŒheren Jahrhunderten
floss unterhalb von Riegel die die nicht ausgebaute Elz bei Hochwasser breitflĂ€chig und weit mĂ€andernd dem Rhein zu. Heute gabelt sich die Elz unter der zweiten Riegler BrĂŒcke wieder auf: Ein kleiner Teil der Wassermenge fließt, gesteuert durch ein Wehr, ĂŒber die Alte Elz durch den Europapark Rust zur MĂŒndung in den Rhein bei Allmannsweier. Die Restwassermenge und HochwĂ€sser werden durch den Leopoldskanal nordwestlich von Rheinhausen in den Rhein geleitet.

Die in Riegel abzweigende Alte Elz
teilt sich in Rust in die GewĂ€sser Blinde Elz und Alte Elz auf. Die Blinde Elz wird mit dem Wasser aus dem Altrhein zum Taubergießen. Unterhalb der Ortschaft Kappel vereinigen sich Alte Elz und Taubergießen wieder und fließt nach wenigen Kilometern in den durchgehenden Altrheinzug, der das bei Breisach entnommene Rheinwasser bis Kehl-Goldscheuer leitet.

Die WasserqualitÀt der Elz
hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verbessert. Hier zeigen sich die Erfolge der Umweltbewegung und die positiven Folgen jahrzehntelanger Konflikte fĂŒr Wasserreinhaltung und KlĂ€ranlagen. Nachdem sich die WasserqualitĂ€t der Elz stark verbessert hat, muss es jetzt darum gehen, aus der naturfernen, begradigten Elz wieder ein einigermaßen natĂŒrliches GewĂ€sser zu machen. Mit Ausgleichsgeldern der Bahn werden erste Projekte zur Renaturierung begonnen, bei denen sich eines zeigt: Es ist wesentlich einfacher, einen Fluss zu denaturieren, zu begradigen und zu zerstören, als diesen Prozess wieder umzukehren. Hier hat die Umweltbewegung noch viel zu tun.

Elz & Lachs?
Die Elz war in frĂŒheren Jahrhunderten ein wichtiges LachsgewĂ€sser in dem der Lachs aus der Nordsee kommend aufstieg und ablaichte. Die schlechter werdende WasserqualitĂ€t und ein unpassierbares Wehr bei Waldkirch-Kollnau schrĂ€nkte den Lachsaufstieg dann ein. Im Jahr 1958 gab es den letzten historischen Lachsnachweis aus dem Elz-Dreisam-System und der letzte Lachs in der Elz wurde 1958 unterhalb des Wassemer Wehrs gefangen. Noch im Winterhalbjahr 1955/56 wurden aus diesem Gebiet fast 50 gefangene Lachse gemeldet. Neben dem Lachs traten im Elz-Dreisam-System nach heutiger Kenntnis insgesamt 34 weitere Fisch- und Neunaugenarten auf. In den historischen Quellen werden auch weitere Wanderfische wie Meerforelle, Maifisch, Fluss- und Meerneunauge genannt. Im Jahr 2005 wurden bei Waldkirch Junglachse in die Elz eingesetzt. Das war ein erster Schritt zur Wiederansiedelung des Atlantischen Lachses. Da die FlĂŒsse durch den Druck der Umweltbewegung wieder sauberer sind und manche Flusshindernisse weggerĂ€umt wurden, gabÂŽs im Jahr 2005 den ersten Lachslaichfund in der Kinzig und im Jahr 2006 hat nach ĂŒber 100 Jahren der erste Lachs auch wieder in der Murg gelaicht. Dies waren allerdings mutige "Schleusentaucher" denn die französische EDF hat unglaublicherweise immer noch nicht alle Rheinkraftwerke mit Fischtreppen versehen. Hier versuchen Aktive der Umweltbewegung und der BUND gemeinsam mit französischen Initiativen den Druck zu erhöhen. Wer den Lachs in der Elz wieder willkommen heißen will muss sich fĂŒr die WasserqualitĂ€t und vor allem fĂŒr die Renaturierung und DammrĂŒckverlegung einsetzen.

Elz, Dreisam, Glotter, Kinzig, Rench, Kinzig, Schutter...
verbinden Schwarzwald und Rhein. BĂ€che und FlĂŒsse sind immer auch ein StĂŒck Heimat.

Doch in der Vergangenheit
wurden die meisten Mittel- und UnterlĂ€ufe der BĂ€che und FlĂŒsse am Oberrhein zu geradegestreckten, kanalisierten, trostlosen, naturfernen KanĂ€len umgebaut. Erstaunlich viele Menschen halten solche KanĂ€le immer noch fĂŒr "Natur". Die großen ökologischen KĂ€mpfe und Konflikte um saubere GewĂ€sser waren ein wichtiger Erfolg fĂŒr den BUND und die Umweltbewegung. Jetzt sollten die landschaftsprĂ€genden GewĂ€sser unserer Heimat in SĂŒdbaden durch geeignete Maßnahmen, insbesondere durch DammrĂŒckverlegungen, ökologisch aufgewertet, renaturiert und zu grĂŒnen BĂ€ndern werden, die Rheinauen und Schwarzwald natĂŒrlich verbinden. Ein naturnaher Bach mit Badestellen und Naturreservaten ist immer auch ein großes StĂŒck LebensqualitĂ€t.

Renaturierung und DammrĂŒckverlegung
nutzen nicht nur der Natur und dem Lachs, sondern auch dem Menschen. Die Kanalisierung der BĂ€che und FlĂŒsse im Schwarzwald verschĂ€rft rheinabwĂ€rts die Hochwassersituation. Durch eine beschleunigte Renaturierung der RheinzuflĂŒsse, auch im Rahmen des wichtigen IRP (Integriertes Rheinprogramm), könnten zusĂ€tzliche Möglichkeiten zur HochwasserrĂŒckhaltung geschaffen werden. Doch Hochwasserschutz ist Menschenschutz und darf nicht nur am Rhein betrieben werden.

Überall wo Wehre die BĂ€che versperren,
mĂŒssen diese wieder durchlĂ€ssig fĂŒr Fische und Kleinlebewesen gemacht werden. Hier muss es zu Kompromissen zwischen Naturschutz, Tierschutz und sauberer Energiegewinnung kommen. Fortschritte sind durchaus erkennbar. Auch hier ist der Fortschritt immer kritisch zu ĂŒberprĂŒfen. Raue Rampen machen die BĂ€che durchlĂ€ssiger. Gleichzeitig waren die tiefen, wasser- und sauerstoffreichen Gumpen unterhalb der alten Wehre gerade in sommerlichen Trockenphasen ideale RĂŒckzugsgebiete fĂŒr viele Fische.

GrĂŒne BĂ€nder,
das heißt breite, naturnahe Korridore an Elz, Dreisam, Glotter, Kinzig, Rench, Kinzig und Schutter, teilweise mit Auecharakter, zwischen Schwarzwald und Rheinaue sollten als Ziel angestrebt werden, gerade um der zunehmenden Landschaftszerschneidung durch neue Verkehrsprojekte am Oberrhein (Bahnausbau) entgegenzuwirken. Dort wo an wenigen Stellen renaturiert wird, erleben wir manchmal extrem teure und teilweise unnötige Ingenieurbiologie und nicht die notwendigen und kostengĂŒnstigen DammrĂŒckverlegungen, die politisch schwerer durchsetzbar sind. Wenn es um FlĂ€chen geht mauert die Landwirtschaft, die den Oberrhein gerade in eine Maissteppe verwandelt.

Nicht teure Ingenieurbiologie,
sondern große zusammenhĂ€ngende FlĂ€chen in BachnĂ€he werden gebraucht. Dazu gehört auch die WiedervernĂ€ssung von Wiesen in FlussnĂ€he als Maßnahme fĂŒr einen wirklichen Biotopverbund. Es sollte geprĂŒft werden, wie mit dem geringsten finanziellen Aufwand der grĂ¶ĂŸtmögliche Effekt fĂŒr Mensch, Natur, Hochwasserschutz, Umwelt und auch fĂŒr den Lachs erzielt werden könnte.


Elz
gradgschdregdi
kanalisierdi
izwÀngdi
zwische de Damme
draimsch vu
Kehre
Welle
Insle

Elz
gradgschdregdi
kanalisierdi
izwÀngdi
zwische de Damme
draimsch vu
Lachs
Forelle
Biber
vum Rhie vum Meer

was solle mer mache
wenn dini Kraft nimi langd
wenn kei gross Wasser
meh kunnd
wenn under
dinem pflaschderde Ufer
kei Schdrand meh liegd
wenn unseri eigene Draim
gradgschdregd
kanalisierd
izwÀngd
zwische de Damme liege
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Autor: Axel Mayer, BUND GeschĂ€ftsfĂŒhrer

 
"Der letzte Mensch von Fukushima" in Weisweil
Zum dritten Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Fukushima
besucht Naoto Matsumura am Sonntag, den 16. MĂ€rz 2014 Wyhl
und das Archiv der Badisch-ElsĂ€ssischen BĂŒrgerinitiativen
im Rathaus von Weisweil.
Gegen 10.30 Uhr wird Naoto Matsumura mit dem Sprecher der
Badisch-ElsĂ€ssischen BĂŒrgerinitiativen in Weisweil eintreffen.

Naoto Matsumura ist der letzte Einwohner von Tomioka nahe von
Fukushima. Er blieb in seinem Wohnort und kĂŒmmert sich um die
zurĂŒckgelassenen Tiere, welche ihm so viel wert sind,wie Menschen.

Naoto Matsumura und sein Freund Ren Yabuki, ein engagierter
TierschĂŒtzer, wurden von den französischen UmweltverbĂ€nden
CSFR, Stop Fessenheim, Greenpeace Strasbourg und Van nach
Europa eingeladen, um das unverantwortliche Verhalten des
japanischen ElektrizitÀtskonzerns Tepco offenkundig zu machen.

Am Sonntagnachmittag wird Naoto Matsumura im Rahmen des
Japanischen Kulturtages um 14.45 Uhr in der Volkshochschule
Freiburg, Rotteckring 12 einen öffentlichen Vortrag mit
Bildern halten: "Der letzte Bauer von Fukushima".
 
 



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