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Samstag, 21. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
NABU: Kein Vertrauen in den Umweltkommissar
Vella ist von Junckers Wohlwollen abhängig

Brüssel/Berlin – Nach der Anhörung des designierten EU-Umweltkommissars Karmenu Vella hat der NABU große Zweifel, ob dieser zu einem Kämpfer für wichtige Umweltbelange in der europäischen Umweltpolitik werden kann.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Vellas Auftritt erweckte den Eindruck von großer Unsicherheit in Sachfragen. Programmatische Ankündigungen fehlten völlig, sei es aus Unentschlossenheit oder weil sie ihm von seinem künftigen Chef Jean-Claude Juncker untersagt worden waren. Vor allem aber präsentierte Vella sich nicht als das, was jetzt dringend gebraucht wird: ein konfliktfreudiger Anwalt von Umweltbelangen in einer ansonsten eindimensional auf Wirtschaftswachstum orientierten Kommission.“ Miller erneuerte seine Kritik, dass ein Kandidat aus Malta, wo die illegale Jagd auf Zugvögel nach wie vor Realität ist, nun für den Umweltschutz zuständig ist. Die Anhörung bestärke den NABU darin, insbesondere von den CDU/CSU- und SPD-Vertretern im Europaparlament dringend die Ablehnung der neuen Kommission zu fordern, solange Juncker den Umweltschutz nicht fest in Struktur und Arbeitsaufträgen der Kommission verankere. „Mit Blick auf den Klimawandel und weltweit schwindender Ressourcen ist es nach wie vor unverständlich und umweltpolitisch von vorgestern, dass diese wichtigen globalen Herausforderungen in der Kommission so einen niedrigen Stellenwert erhalten“, so Miller weiter. „Wir brauchen einen Vizepräsidenten, der für Umweltschutz und Nachhaltigkeit zuständig ist.“

Der Tag der Anhörung brachte zudem einen Affront gegen EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. Dieser hatte Juncker vergangene Woche darum gebeten, einem seiner Vizepräsidenten die Zuständigkeit für Nachhaltigkeit zu geben und Vellas Arbeitsauftrag nachzubessern. „Die in letzter Minute vor der Anhörung vorgelegte Antwort kommt einer Brüskierung des Parlaments gleich. Juncker verbittet sich darin sinngemäß eine Einmischung in seine Pläne und behauptet, alle Kommissare würden bei ihrer Arbeit an die Umwelt denken, da müsse man nicht konkreter werden“, so Miller. Das dürfe von Martin Schulz so nicht akzeptiert werden. „Hier droht das Motto: Wenn alle zuständig sind, ist es keiner.“
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NABU: Hersteller tricksen zunehmend bei Verbrauchsangaben fĂĽr Pkw
Fast 40% Mehrverbrauch - Dreiste Kundentäuschung zu Lasten des Klimas

Berlin – Mit Blick auf die am heutigen Montag von der Forschungsorganisation International Council on Clean Transportation (ICCT) veröffentlichte Studie zum Kraftstoffverbrauch bei Pkw hat der NABU die wachsende Diskrepanz zwischen offiziellen Herstellerangaben und realem Verbrauch auf der Straße kritisiert. Die von den Forschern ermittelten tatsächlichen Pkw-Verbrauchswerte lagen durchschnittlich knapp 40 Prozent über den ermittelten Normwerten der Hersteller. Angesichts dieser Zahlen wirft der NABU den Automobilherstellern gezielte Verbrauchertäuschung vor, gedeckt durch völlig realitätsferne Testverfahren der EU. Sämtliche Zusatzverbraucher wie Radio oder Klimaanlage bleiben bei der offiziellen Verbrauchsermittlung ausgeschaltet, hohe Geschwindigkeiten oberhalb 120 km/h werden erst gar nicht eingebaut. Mit der Wirklichkeit gerade auf deutschen Autobahnen habe dies nichts mehr zu tun. Für den Verbraucher ärgerlich, aber aus Umweltsicht ein Skandal, denn wesentliche Klimaschutzziele Europas werden damit absichtsvoll unterlaufen.

NABU Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Statt ihren Klimaschutzauflagen nachzukommen und wirksame Spritspartechnik auf die Straße zu bringen, verwendet die Automobilindustrie offenkundig immer mehr Energie darauf, Schlupflöcher im vorgeschriebenen Testverfahren zu identifizieren und gnadenlos auszunutzen. Den Preis für diesen vorsätzlichen Betrug zahlen am Ende die Verbraucher und das Klima.“ Es sei dreist, die Pkw nur auf die Anforderungen des Prüfstands hin zu optimieren, um die Emissionsbilanz der Neuwagenflotten zu drücken und die Modelle mit niedrigen Verbräuchen bewerben zu können. Im Alltagsbetrieb seien diese Phantasiewerte in der Regel nicht erreichbar, so dass auch die zu erwartende CO2-Reduzierung nicht wie gewünscht eintrete.

NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger: „Gerade erst hat man sich auf EU-Ebene mühsam auf neue Verbrauchs-Grenzwerte für Pkw verständigt. Die sind das Papier auf dem sie stehen nicht wert, wenn die Hersteller nicht an weiteren Tricksereien beim Kraftstoffverbrauch gehindert werden. Das derzeitige Testverfahren fungiert als Steigbügelhalter, der es den Herstellern ermöglicht, auf dem Prüfstand die geforderten Einsparungen abzubilden, die in der Realität wird jedoch weiter deutlich zu viel Kraftstoff verbraucht.“ Wenn die EU-Kommission sicherstellen wolle, dass die gesetzlichen Vorgaben in der Realität ankämen, müsse sie in den nächsten Monaten im Zuge der Einführung eines neuen Testverfahrens dringend bestehende Schlupflöcher schließen.
 
 

 
NABU: Projekt zur Wiederansiedlung des Baltischen Störs gestartet
12.000 Jungtiere des Urzeitfisches in die Oder entlassen

Angermünde/Berlin – Der Baltische Stör soll in der Oder und damit im Einzugsgebiet der Ostsee wieder dauerhaft heimisch werden. 12.000 Jungtiere sind am heutigen Montagnachmittag in die Oder entlassen worden. Sie sollen helfen, den ehemals im Odereinzugsgebiet heimischen Fisch wieder anzusiedeln. „Damit haben wir ein wichtiges Etappenziel erreicht. Erstmals ist es uns gelungen, Störe in der Teichwirtschaft Blumberger Mühle aufzuziehen und sie auf ihre lange Reise in die Ostsee zu schicken“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Gemeinsam mit der Gesellschaft zur Rettung des Störs (GRS) und der Teichwirtschaft Blumberger Mühle beteiligt sich der NABU, gefördert durch Mittel der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), an dem nationalen Wiederansiedlungsprojekt.

Drei Monate lang war das historische Bruthaus der Teichwirtschaft Blumberger Mühle im brandenburgischen Angermünde das Zuhause für tausende junger Störe. So lange dauerte die Aufzucht von der nur wenige Millimeter großen Larve bis zur Besatzgröße von etwa zehn Zentimetern Körperlänge. In dieser Zeit werden die Fische gehegt und gepflegt. Ständig müssen sie mit kaltem sauerstoffreichem Wasser versorgt werden und wurden mit Salinenkrebsen und später mit Zuckmückenlarven gefüttert. „Eine anspruchsvolle und zeitintensive Aufgabe. Wir freuen uns über jeden einzelnen Stör, der diesen gefährlichen ersten Schritt ins Leben überstanden hat und jetzt helfen kann, eine sich selbst erhaltende Population Baltischer Störe in Oder und Ostsee aufzubauen,“ so NABU-Projektleiter Kim Detloff.

1968 wurde der letzte Baltische Stör in der Oder gefangen. Fischerei, Gewässerverschmutzung und die Verbauung der Flüsse hatten die einst reichen Bestände ausgelöscht. Heute versuchen Fischereibiologen und Naturschützer den wohl ursprünglichsten aller Knochenfische mit viel Aufwand zurückzuholen. Der NABU beteiligt sich an dem nationalen Wiederansiedlungsprojekt durch die Aufzucht von zukünftigen Elterntieren in den Fischteichen der Blumberger Mühle, die für die Vermehrung in kommenden Jahren benötigt werden. Zudem werden für die Auswilderung in der Oder junge Störe im Wasser der Welse aufgezogen, ein wichtiger Schritt zur Anpassung der Tiere an ihre zukünftigen Heimatgewässer vor dem Besatz, um sie fit zu machen für das Leben in freier Wildbahn. Darüber hinaus wird das Störprojekt und die notwendigen begleitenden Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen als zentraler Bestandteil in das Bildungs- und Informationsangebot des NABU Erlebniszentrums Blumberger Mühle aufgenommen. Ab sofort können Besucher im Aquarium junge Störe beobachten und heranwachsen sehen und sich über die Biologie des Urzeitfisches, seine Gefährdung sowie das Wiederansiedlungsprojekt informieren.

„Ein Stör benötigt acht bis zehn Jahre, bis er ausgewachsen ist. In diesem Zeitraum sollen die Jungtiere nun ihren Weg in die Ostsee finden. Wir hoffen, dass möglichst viele Fische dann ihren Rückweg in ihr Besatzgebiet finden, um dort zu Laichen. Ziel ist es, einen eigenständig überlebensfähigen Bestand des Baltischen Störs in unseren Gewässern aufzubauen“, so Detloff.

Der Baltische oder auch Atlantische Stör (Acipenser oxyrinchus) ist eine kälteresistente Art, die einst die Ostsee und ihr Einzugsgebiet besiedelte. Die Wanderfische ziehen zum Laichen aus dem Meer flussaufwärts in die Laichgründe ihrer Geburt, beim Baltischen Stör von der Ostsee in die Niederungen von Oder, Weichsel, Memel, Daugava, Narva und Neva. Die Jungfische wachsen dort einige Jahre heran und wandern anschließend ins Meer ab.

Überfischung, Gewässerverschmutzung und -verbauung rottete sie Ende des 19. Jahrhunderts aus.
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Gericht beanstandet Elbvertiefung
Zwischenerfolg fĂĽr die Elbe: Bundesverwaltungsgericht moniert Fehler der Planung und wartet Entscheidung des EuGH zur Weservertiefung ab

Die endgültige gerichtliche Entscheidung über die geplante Elbvertiefung verzögert sich. Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) in Leipzig verkündete heute, dass der Planfeststellungsbeschluss an mehreren Fehlern leidet, die einzeln und in ihrer Gesamtschau zum Erfolg der Klage führen würden. Das Gericht könne jedoch heute nicht endgültig entscheiden, sondern müsse auf eine im Frühjahr 2015 erwartete Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zum EU-Wasserrecht warten.

Die Umweltverbände BUND, NABU und WWF sehen sich durch die heutige Entscheidung in ihrer Auffassung weitgehend gestärkt: „Wir begrüßen natürlich, dass das höchste deutsche Gericht viele unserer Kritikpunkte an der Planung bestätigt hat. Auch können wir nachvollziehen, dass die EU-Vorschriften sorgfältig geprüft und vom Europäischen Gerichtshof ausgelegt werden sollen, weil die Entscheidung eine Signalwirkung für viele Flüsse hat“, so die Umweltschützer. Die im „Aktionsbündnis Lebendige Tideelbe“ zusammengeschlossenen Verbände vertreten die Ansicht, dass die Hamburger Wirtschaftsbehörde und die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt Nord in ihren Planungen wichtige Vorgaben des europäischen Umweltrechts gravierend missachtet haben. „Unser Anspruch ist es, die Elbe in einen guten Zustand zu bringen, wie es das europäische Wasserrecht vorsieht. Gesprächen haben wir uns in der Vergangenheit nicht verweigert und das gilt auch für die Zukunft.“

Der Verlauf des gesamten Planungserfahrens seit 2007 zeige, wie nötig es sei, die deutsche Flusspolitik neu auszurichten. Alle als Bundeswasserstraße genutzten Flüsse in Deutschland sind in einem schlechten oder mäßigen ökologischen Zustand, die Elbe ist hier keine Ausnahme. Weitere Strombaumaßnahmen und Vertiefungen würden dem gesetzlichen Verbesserungsgebot entgegenstehen, denn die Mitgliedsstaaten der EU sind durch die europäische Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet, bis zum Jahr 2015 einen „guten ökologischen Zustand“ der Gewässer wiederherzustellen.

Mit rund 40 Mio. Kubikmetern will die Hafenwirtschaft drei Mal mehr Sediment aus dem Fluss baggern als bei der letzten Vertiefung im Jahr 1999. Es besteht das Risiko, dass das Ökosystem der Elbe dann durch veränderte Strömungsverhältnisse, erhöhten Schwebstofftransport und sinkenden Sauerstoffanteil so stark geschädigt wird wie die Ems, die bereits zum Sanierungsfall geworden ist.

Aus Sicht der Umweltschützer ist weiterhin eine Kooperation der drei norddeutschen Häfen die ökologisch und volkswirtschaftlich beste Lösung. „Eine Zusammenarbeit der drei Hafenstandorte ist ein Beitrag um den Anforderungen an die Umwelt und die Schifffahrt gleichermaßen gerecht zu werden“, so die Verbände. Es sei unverantwortbar, die Elbe und deren einzigartige Natur für wenige Großcontainerschiffe weiter zu zerstören, während im seeschifftiefen Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven Kurzarbeit herrsche.
 
 

Buchtipp:
 
Buchtipp: "Slow Food GenussfĂĽhrer Deutschland 2015"
Die Schnecke hält Kurs – Neues aus Deutschlands regionalen Kochtöpfen

Im letzten Jahr eroberte er die Herzen von mehr als 25.000 Lesern im Sturm, für Gastrokritiker Jürgen Dollase (FAZ) war er "das wichtigste Thema der Saison". Nun geht die neue Ausgabe des "Slow Food Genussführers Deutschland" an den Start – rundum überarbeitet und mit 126 neuen Lokalen.

Ein Jahr intensiver Arbeit liegt hinter ihnen: 400 ehrenamtliche und unabhängige Testerinnen und Tester waren für den neuen "Slow Food Genussführer Deutschland 2015" erneut auf der Pirsch. Ihre Ergebnisse können sich sehen lassen: Mit inzwischen 403 Gasthausempfehlungen vom Allgäu bis zur Waterkant, vom Saarland bis in die Lausitz sowie einer Vielzahl an Neuentdeckungen beweist der im letzten Jahr so erfolgreich gestartete Gastro-Kompass erneut seine kulinarische Kompetenz. Auch die Hauptstadt Berlin gibt ihr Debüt.

"Das Herz der kulinarischen Identität Deutschlands liegt (...) in den regionaltypischen Gasthäusern", sagt Slow Food-Gründer Carlo Petrini. Dieser Maxime bleibt der Genussführer auch in seiner neuen Ausgabe treu. Während sich Gault Millau und Michelin der Spitzengastronomie widmen, setzt er andere Akzente und bleibt der "etwas andere Wirtshausführer". Statt mit Sternen oder Rankings glänzt er mit liebevoll-individuellen Beschreibungen und vielen Details aus den Speisekarten der empfohlenen Häuser. Neben feinen Restaurants haben auch einfache Gasthäuser und Weinstuben, Almhütten und Fischkaten Eingang gefunden, sowie – ganz neu – bayerische Bräustüberl und märkische Fischbrater, die als Spezialitätenlokale ein eigenes kleines Sonderkapitel schreiben. Es hat sich einiges geändert im neuen Genussführer, aber die Kriterien für die Aufnahme sind geblieben: Regional geht vor international, handwerklich vor extravagant, bezahlbar vor hochpreisig. Gute Gerichte aus frischen und saisonalen Zutaten und der Verzicht auf Zusätze, Aromastoffe und Geschmacksverstärker sind oberstes Gebot. Und natürlich muss es schmecken, das Ambiente soll einladend und der Service freundlich sein.

Ausnahmslos alle Lokale, auch die "alten" Adressen, wurden für den neuen "Slow Food Genussführer Deutschland 2015" überprüft und aktualisiert. "Der Leser erhält keine bloße Fortschreibung, sondern ein in weiten Teilen neues Buch, in dessen Artikel die neuen Erfahrungen unserer Testgruppen aus dem letzten Jahr eingeflossen sind", so Herausgeber Wieland Schnürch. Fast jede zehnte Adresse hat es dabei – aus verschiedenen Gründen – nicht mehr in den neuen Genussführer geschafft. "Durch die große Zahl an Neuaufnahmen fallen die Streichungen jedoch nicht stark ins Gewicht", so Schnürch. Ziel sei es, den Genussführer Schritt für Schritt zu erweitern, sodass alle Regionen in Deutschland in angemessener Weise abgebildet sind.

Slow Food ist eine weltweite Bewegung, die sich für eine lebendige und nachhaltige Kultur des Essens und Trinkens einsetzt. Der Verein tritt für die biologische Vielfalt ein, fördert eine nachhaltige, umweltfreundliche Lebensmittelproduktion, betreibt Geschmacksbildung und bringt Erzeuger von handwerklich hergestellten Lebensmitteln auf Veranstaltungen und durch Initiativen mit Ko-Produzenten (Verbrauchern) zusammen. Slow Food Deutschland wurde 1992 gegründet und ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin. Die Slow Food Bewegung zählt Mitte 2014 in Deutschland über 13.000 Mitglieder in rund 80 Convivien (lokalen Gruppen), weltweit sind es mehr als 100.000 Menschen in über 150 Ländern.

oekom verlag 2014, 448 Seiten, EUR 19.95 (D), 20.60 [A]
ISBN 978-3-86581-663-4
 
 

Ă–KO-TEST-Magazin Oktober 2014
Die Oktober-Ausgabe des Ă–KO-TEST-Magazins gibt es ab dem 26. September im Handel
 
Ă–KO-TEST-Magazin Oktober 2014
Aus dem Inhalt

Test: Regionale Lebensmittel
Verbraucher akzeptieren für regionale Produkte bis zu 15 Prozent höhere Preise. Doch das Geld können sie sich oftmals sparen. Denn die meisten Hersteller betreiben den Regio-Labels Etikettenschwindel. ÖKO-TEST hat bundesweit Produkte mit Labels wie dem Regionalfenster, Länderzeichen, Firmensiegel oder Siegel von Regionalinitiativen unter die Lupe genommen und nur 26 wirklich lupenrein regionale ausgemacht.

Test: Babyfone
Leider erzeugen einige Babyfone Strahlungsintensitäten, wie man sie im Umfeld von Mobilfunkmasten findet. Die Hälfte der Testgeräte gehört nach Einschätzung von ÖKO-TEST nicht in die Nähe von Babys. Dass zwölf Geräte im Test immer noch mit gepulster elektromagnetischer Strahlung senden und sechs davon auch noch dauernd, kann man nur als Ignoranz der Hersteller gegenüber den Empfehlungen unzähliger Experten und den Interessen der Eltern nach dem größtmöglichen Schutz für ihre Kinder bezeichnen.

Test: Fußsäcke
Ein Drittel der Testprodukte schneidet mit „befriedigend“ ab, alle anderen sind noch schlechter. Zwei Fußsäcke hätten gar nicht verkauft werden dürfen, weil sie den fortpflanzungsgefährdenden Weichmacher DEHP in Mengen enthalten, die laut gesetzlicher Kriterien und Leitlinien in Babyartikeln nicht erlaubt sind. Und dieser Schadstoff ist nicht der einzige.

Test: Intimwaschlotionen und IntimpflegetĂĽcher
Auf den Verpackungen von Intimwaschlotionen und -pflegetüchern heißt es, diese Produkte würden den sensiblen Intimbereich besonders schonend reinigen. Doch tatsächlich schmieren sich Frauen mit manchen der untersuchten Marken aggressive Konservierungsmittel auf die Haut.

Test: rezeptfreie Herpesmittel
ÖKO-TEST hat von Cremes, Gelen und Herpespflastern die Wirksamkeitsstudien begutachtet und die Produkte nach umstrittenen und bedenklichen Inhaltsstoffen analysieren lassen. Das Resümee ist ernüchternd: Die Effekte der Herpesmittel sind gering; die Zeit, in der die Bläschen oder Krusten bestehen, wird nur geringfügig verkürzt. Außerdem basieren alle Cremes im Test auf Paraffinen. Diese können sich in Leber, Niere und Lymphknoten anreichern.

Test: alternative Bodenbeläge
ÖKO-TEST hat elf Fertigböden mit verschiedenen Oberflächen wie Linoleum und Kork-Fertigparkett eingekauft und wollte unter anderem wissen, ob sie Schadstoffe enthalten und wie robust sie sind. Die meisten Produkte überzeugen. So braucht sich der Heimwerker um ausdünstende Verbindungen nicht zu sorgen. Der Praxistest zeigte, dass die elektrostatische Aufladung bei fast allen überwiegend gering und damit akzeptabel ist. Zudem sind fast alle Böden belastbar.

Test: Krankenkassen
ÖKO-TEST hat geprüft, wie gut Krankenkassen ihren Kunden bei der Terminvergabe für Fachärzte, bei Behandlungsfehlern oder bei der Einholung einer zweiten medizinischen Meinung unterstützen. Die Ergebnisse sind teilweise ernüchternd. So dürfte etwa der Weg zu einem Kassengutachten bei einem Behandlungsfehler für viele Patienten dornig sein.

Test: Hypothekendarlehen von Banken, Baugeldvermittlern, Direktanbietern, Versicherungen und Bausparkassen
Die Baugeldzinsen haben ein neues Rekordtief erreicht. Das verlockt zum Immobilienkauf. Doch nur wer die Finanzierung maßschneidert und ersparte Zinsen in die Tilgung steckt, schützt sich vor Stolperfallen. ÖKO-TEST zeigt, worauf Bauherren und Hauskäufer achten müssen. So sparen sie beispielsweise durch einen Preisvergleich Zinsen in fünfstelliger Höhe.

Und auĂźerdem:
Kohlendioxid als Rohstoff: Chance oder Scheindebatte?
Das Treibhausgas Kohlendioxid soll künftig zum Rohstoff werden. Haben die Forscher Erfolg, ließe sich womöglich Erdöl einsparen. Den Klimawandel aber hält man auf diese Weise nicht auf. ÖKO-TEST erklärt die Hintergründe.

Diabetes bei Kindern: Kein Zuckerschlecken
Immer mehr Kinder erkranken an Typ-1-Diabetes. Die Therapie verlangt betroffenen Familien sehr viel Disziplin ab. Obwohl bislang nicht heilbar, lässt sich die Autoimmunerkrankung aber dank technischer Fortschritte gut behandeln. ÖKO-TEST erläutert, was Eltern diabetischer Kinder wissen sollten.
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ÖKO-TEST Fußsäcke für Kinderwagen
Das Ă–KO-TEST-Magazin Oktober 2014 gibt es seit dem 26. September 2014 im Handel.
 
ÖKO-TEST Fußsäcke für Kinderwagen
Verseucht statt kuschelig

Das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST hat in der aktuellen Oktober-Ausgabe Fußsäcke für Kinderwagen getestet und kommt zu einem verheerenden Ergebnis: Zwei Drittel der Testprodukte schneiden mit „ungenügend“, „mangelhaft“ oder „ausreichend“ ab. Zwei Fußsäcke hätten wegen der hohen Schadstoffbelastung gar nicht verkauft werden dürfen.

Der fortpflanzungsgefährdende Weichmacher DEHP gehört schon seit neun Jahren zu den verbotenen Phthalaten in Spielzeug und Babyartikeln. Umso ärgerlicher ist es, dass ÖKO-TEST in zwei Fußsäcken diesen Schadstoff in Mengen über dem gesetzlichen Grenzwert gefunden hat. Laut dem CVUA (Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt) Stuttgart sind Fußsäcke für Kinder als Babyartikel im Sinne des Verbots von Phthalaten ab bestimmten Konzentrationen anzusehen. Damit hätten die beiden Fußsäcke so nicht verkauft werden dürfen.

Und DEHP ist nicht der einzige Schadstoff, den die von ÖKO-TEST beauftragten Labore gefunden haben. Nervenschädigende phosphororganische Verbindungen, Allergien auslösendes und krebsverdächtiges Formaldehyd, toxisches Antimon führen dazu, dass keines der untersuchten Produkte ein „gut“ oder sogar ein „sehr gut“ bekam.

ÖKO-TEST rät Eltern, nicht verkehrsfähige Produkte beim Händler zurückzugeben. Allerdings gibt es keinen eindeutigen Rechtsanspruch auf Rückgabe.
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Ă–KO-TEST Regionale Lebensmittel
Das Ă–KO-TEST-Magazin Oktober 2014 gibt es seit dem 26. September 2014 im Handel.
 
Ă–KO-TEST Regionale Lebensmittel
Regio-Produkte ohne HeimatgefĂĽhl

Die meisten Lebensmittel mit Regio-Label stammen nicht vom Bauern um die Ecke, sondern haben weite Wege hinter sich. Darauf zeigt eine Ă–KO-TEST-Untersuchung in der aktuellen Oktober-Ausgabe. Das Verbrauchermagazin hat bundesweit 106 Produkte eingekauft und analysiert. Das ResĂĽmee ist ernĂĽchternd: Nur 26 der getesteten Produkte sind lupenrein regional.

Die Mehrzahl der Deutschen ist bereit, für regionale Produkte einen bis zu 15 Prozent höheren Preis zu akzeptieren. Oft können sie sich das Geld jedoch sparen, denn manche Siegel, die den Produkten Regionalität bescheinigen, sind beim Einkauf keine große Hilfe, wie ÖKO-TEST kritisiert. Bestes Beispiel ist das neue Label „Regionalfenster“. Dessen lasche Vorschriften schreiben nur vor, dass die Region kleiner sein muss als die Bundesrepublik Deutschland. Der Hersteller kann also selbst definieren, was eine Region ist. Während die Verbraucher laut verschiedener Umfragen unter einer Region den Großraum um ihre Stadt oder zumindest das Bundesland, in dem sie wohnen, verstehen, grenzen die Lebensmittelhersteller diese weitaus großräumiger ab: Das Stück Heimat umfasst dann schon mal mehrere Bundesländer oder die halbe Republik.

Gekauft werden regionale Produkte, weil sie assoziieren, dass es sich um Produkte der heimischen Landwirtschaft handelt, die auch deshalb so frisch sind, weil sie nur kurze Transportwege haben. Doch weit gefehlt. Bei einem Bio-Risotto im Test stammen die Zutaten beispielsweise aus Norditalien, obwohl mit „Qualität aus der Heimat“ geworben wird.

ÖKO-TEST rät Verbrauchern daher, ihr gutes Geld nur für solche Produkte auszugeben, deren Deklaration sie eindeutig als Regionalprodukt ausweisen. Dabei sollte man aber wissen, dass regional erzeugte Lebensmittel nicht automatisch eine gute Qualität haben. Sie enthalten teilweise zahlreiche Zusatzstoffe. Erste Wahl ist auch bei Regio-Produkten Bio. Diese werden umweltgerecht erzeugt, halten erhöhte Standards bei der Tierhaltung ein, haben weniger Zusatzstoffe und schmecken oft auch besser.
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