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Verschiedenes

 
Vom Bohren dicker Bretter
Berufsbegleitende Fortbildung „Kommunales Energie- und Klimaschutzmanagement“ geht in die vierte Runde

Freiburg, 04.11.2014: Die Energiewende kommt nicht von allein – sie muss tagtĂ€glich in den Kommunen vor Ort umgesetzt werden. Deshalb bieten der fesa e.V. und ifpro nun schon zum vierten Mal die Fortbildung „Kommunales Energie- und Klimaschutzmanagement“ an.

Auf Bundesebene wird die Energiewende derzeit eher ausgebremst. Geht es so weiter, wird Deutschland seine Klimaschutzziele nicht erreichen. Umso wichtiger ist die Arbeit in den Kommunen vor Ort. Hier werden nach wie vor gut ausgebildete und engagierte Menschen gesucht, die als Energie- und Klimaschutzmanager Konzepte und Programme konkret umsetzen. Auch Förderprogramme von Bund und Land zur Finanzierung ihrer Aufgaben stehen bereit. Der Bedarf ist da – es mangelt jedoch immer noch an FachkrĂ€ften. Zum vierten Mal bietet der fesa e.V. in Kooperation mit ifpro deshalb die berufsbegleitende Fortbildung „Kommunales Energie- und Klimaschutzmanagement“ an.

Viele der bisherigen Absolventinnen und Absolventen sind bereits in Kommunen der Region und auch bundesweit aktiv. Hier bohren sie dicke Bretter – sei es als Klimaschutzmanager, als Umweltbeauftragter, als Sanierungsmanager oder als Vorstand einer Energiegenossenschaft – und bringen dabei den kommunalen Klimaschutz tĂ€glich ein kleines StĂŒck weiter voran.

In dreizehn kompakten Modulen vom 9. Januar bis zum 13. Juni 2015 fĂŒllen die kĂŒnftigen Klimaschutzmanager im vierten Kurs ihren Werkzeugkasten mit allem, was es fĂŒr die Umsetzung der Energiewende vor Ort braucht: Vom Kontext und den Grundlagen kommunalen Klimaschutzes geht es ĂŒber die rechtlichen Rahmenbedingungen bis zu Förderprogrammen und Finanzierung. Der Kurs beinhaltet ebenso Basiswissen ĂŒber Erneuerbare Energien, Kraft-WĂ€rme-Kopplung und WĂ€rmepumpen wie Informationen zu Energieeffizienz und Energiemanagement in kommunalen Liegenschaften. Ein weiteres, wichtiges Themenfeld ist die Öffentlichkeitsarbeit und BĂŒrgerbeteiligung – denn die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger mĂŒssen den Weg zur Energiewende mitgehen. Abgerundet und auf Praxistauglichkeit zugeschnitten wird die Fortbildung durch eine EinfĂŒhrung in das Projektmanagement, das die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann auch gleich an eigenen, realitĂ€tsnahen Energie- und Klimaschutz-Projekten ausprobieren können.

Die Dozentinnen und Dozenten sind erfahrene Praktiker aus Kommunen und Wirtschaft. Bei der letzten Fortbildung gab auch Ernst-Ulrich von WeizÀcker in einem Modul Einblicke in seine Theorie vom Faktor 5.
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NABU zum neuen Weltklimabericht: Countdown fĂŒr Paris lĂ€uft
Bundesregierung muss in Lima fĂŒr konsequenten Energieumbau werben

Der am Sonntag in Kopenhagen vorgestellte neue Weltklimabericht bestĂ€tigt die NABU-Forderungen nach konsequenten Strategien zur Begrenzung des Klimawandels. „Der Countdown, die globale ErwĂ€rmung auf zwei Grad zu reduzieren lĂ€uft. Nachdem die EU gerade die Chance verpasst hat, ambitionierte Klimaziele bis zum Jahr 2030 zu verabschieden, muss die Bundesregierung auf dem Weltklimagipfel in Lima die Chance nutzen, fĂŒr ein ambitioniertes Klimaschutzabkommen zu werben,“ sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. Auf dem Weltklimagipfel in Lima im Dezember 2014 wird das Klimaschutzabkommen auf den Weg gebracht, das 2015 in Paris beschlossen werden muss. Der jetzt vorgestellte Synthesebericht ist der vierte und letzte Teil des 5. Sachstandberichts, den der IPCC seit Herbst 2013 vorgelegt hat. Die ersten drei Teilberichte hatten sich mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels, seinen Folgen und Anpassungsmöglichkeiten sowie den Klimaschutz-Optionen befasst. Der vierte Teil fĂŒhrt nun die ersten drei Teile zusammen.

Laut Bericht der Forscher des Weltklimarats IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) mĂŒssen, um die globale TemperaturerwĂ€rmung unter zwei Grad Celsius zu halten, bis zum Jahr 2025 das Energiesystem weiter umgebaut und die erneuerbaren Energien verstĂ€rkt ausgebaut werden. Wenn parallel dazu gute Anreize gegeben werden, die Effizienz im GebĂ€ude-, Transport- und Industriesektor zu steigern, sei der Klimaschutz auch volkswirtschaftlich sinnvoll, da die Klimafolgekosten deutlich geringer wĂŒrden.

Tschimpke appellierte an die Bundesregierung, die Energiewende nicht auszubremsen und ambitionierte und verbindliche Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und zum Ausbau der Erneuerbaren Energien voranzutreiben. Oberstes Ziel mĂŒsse es sein, den Klimawandel so effektiv wie möglich zu begrenzen.

„Der naturvertrĂ€gliche Ausbau der erneuerbaren Energien, die Steigerung der Energieeffizienz sowie die klima- und naturvertrĂ€gliche Landnutzung sind gleichermaßen notwendig fĂŒr einen konsistenten und konsequenten Klimaschutz“, sagte NABU-Klimaexperte Sebastian Scholz. Im Dezember findet nicht nur der Weltklimagipfel im peruanischen Lima statt, es werden auch die Strategien der Bundesregierung zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Minderung der CO2-Emissionen vorgestellt. „Dass die naturvertrĂ€gliche Energiewende hilft, Klimaschutzziele zu erreichen und darĂŒber hinaus auch noch ein Erfolgsmodell ist, kann ein wichtiges Signal an die internationale Staatengemeinschaft aussenden“, so Scholz.
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NABU: UN-Konferenz in Quito kann Meilenstein fĂŒr den Zugvogelschutz werden
Bundesregierung muss wichtige Impulse setzen

Fast die HĂ€lfte aller in Deutschland brĂŒtenden Zugvögel nimmt deutlich ab. Das geht aus dem in diesem Jahr von der Bundesregierung vorgestellten Bericht zur Umsetzung der europĂ€ischen Vogelschutzrichtlinie hervor. Eine wichtige Möglichkeit, sich fĂŒr den Schutz der Zugvögel einzusetzen, hat die Bundesregierung auf der vom 4. bis 9. November in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito stattfindenden Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention zum Schutz wandernder Tierarten (CMS). Seit 1979 bildet dieses Abkommen eine wichtige Grundlage fĂŒr die internationale Koordination von grenzĂŒbergreifenden Schutzmaßnahmen. Da die Konvention seinerzeit in Bonn gegrĂŒndet wurde und sich seitdem dort auch ihr Sekretariat befindet, ist sie auch als Bonner Konvention bekannt.

„Zugvögel gehören zu den am stĂ€rksten bedrohten Arten in Deutschland. Wie alle wandernden Tierarten sind sie doppelt gefĂ€hrdet. Neben den Gefahren in ihrem Brutgebiet drohen Verfolgung und Lebensraumverlust auf der Zugstrecke und im Überwinterungsgebiet. Auch auf Betreiben des NABU hat die aktuelle Bundesregierung den verbesserten Schutz von Zugvögeln entlang ihrer Wanderrouten als Ziel in ihren Koalitionsvertrag festgeschrieben. Der NABU erwartet von der Bundesregierung, dass sie diesen Weg weitergeht und sich in Quito klar fĂŒr die Verabschiedung wegweisender BeschlĂŒsse zum Vogelschutz einsetzt sowie deren Umsetzung aktiv fördert“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

FĂŒr ziehende Wasservögel gibt es bereits seit Jahren ein sehr effektives Unterabkommen (AEWA) der Bonner Konvention. In Quito soll nun ein entsprechender Aktionsplan fĂŒr ziehende Landvögel verabschiedet werden. Er sieht gemeinsame Anstrengungen aller LĂ€nder entlang des gesamten Zugweges dieser Arten vor. „FĂŒr Arten, wie die in Deutschland stark abnehmende Turteltaube oder Deutschlands seltensten Brutvogel, den SeggenrohrsĂ€nger, ist die Erhaltung von Rastgebieten und WinterlebensrĂ€umen in Afrika besonders wichtig. Gerade ĂŒber eine ökologisch ausgerichtete Entwicklungshilfepolitik könnte Deutschland diesem Plan zur Umsetzung verhelfen“, so NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

Eine gesonderte Resolution wird sich dem Kampf gegen den Abschuss und den Fang von Zugvögeln widmen. Hier hat sich die Bundesregierung bereits gemeinsam mit dem NABU engagiert und fördert unter anderem dringende Maßnahmen, um den massenhaften Vogelfang in Ägypten zu bekĂ€mpfen. „Allerdings muss Deutschland auch im eigenen Land seine Hausaufgaben machen und zum Beispiel die andauernde illegale Tötung von Greifvögeln, wie dem Habicht, vom NABU zum ‚Vogel des Jahres 2015‘ gekĂŒrt, effektiv unterbinden“, so Lachmann weiter.

Zugvögel sind nicht nur im Brutgebiet, sondern auch auf ihren Wanderungen durch manche Formen erneuerbarer Energien bedroht. Vor allem Windparks an Konzentrationspunkten des Vogelzugs können fĂŒr Arten wie Weißstörche oder den in Deutschland stark bedrohten Schreiadler fatale Folgen haben. Auf der Konferenz in Quito sollen Richtlinien verabschiedet werden, wie weltweit entsprechende Gefahren vermieden bzw. reduziert werden können. Der NABU begrĂŒĂŸt es ausdrĂŒcklich, dass die Bundesregierung in Aussicht gestellt hat, eine internationale Arbeitsgruppe zu finanzieren, die die Umsetzung dieser Richtlinien weltweit koordinieren sollen.

Eine weitere Resolution beschĂ€ftigt sich mit der absichtlichen oder versehentlichen Vergiftung von Zugvögeln. „Wir fordern von der Bundesregierung ein klares Bekenntnis gegen den Einsatz von Bleimunition sowie ein Verbot des fĂŒr Geier tödlichen Wirkstoffs Diclofenac in der Tiermedizin. Bleivergiftungen sind in Deutschland die hĂ€ufigste Todesursache erwachsener Seeadler. Sie vergiften sich, wenn sie angeschossene und spĂ€ter verendete Tiere fressen“, so Lachmann. Diclofenac hatte in der Vergangenheit beinahe zum kompletten Aussterben von Geiern in Indien gefĂŒhrt und ist seit kurzem auch in Italien und im Geierland Spanien, also innerhalb der EU, zur Anwendung bei Weidetieren zugelassen.

Auch die zunehmende Belastung der Weltmeere mit PlastikmĂŒll ist Thema bei der Weltkonferenz. 95 Prozent aller an der deutschen NordseekĂŒste tot aufgefundenen Eissturmvögel weisen bereits Plastikteile im Magen auf. Bei den Laysan-Albatrossen auf den Midway-Inseln westlich von Hawaii sterben bereits jetzt zwei von fĂŒnf KĂŒkenan Plastik. Eine Resolution der Vertragsstaaten soll einen Weg aufzeigen, diese Problematik besser zu verstehen und zu bekĂ€mpfen. Der NABU engagiert sich mit seinen Initiativen „Zugvogelschutz“ und „Meere ohne Plastik“ seit Jahren fĂŒr die auf der Konferenz der Bonner Konvention behandelten Themen. „Wichtig ist nun, dass die Bundesregierung ihr Gewicht einbringt, um die genannten Entscheidungen durchzusetzen, und die Umsetzung der zugehörigen Maßnahmen fördert“, so Lachmann.
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Verschenken Sie ein StĂŒck Natur!
Geschenkpatenschaft Schneeleopard / Foto: NABU
 
Verschenken Sie ein StĂŒck Natur!
Geschenk-Patenschaften beim NABU

Alle Jahre wieder: Die Suche nach dem passenden Weihnachtsgeschenk ist nicht immer einfach. Darum hat der NABU in diesem Jahr eine gute Idee: Mit einer Geschenk-Patenschaft können Sie ein StĂŒck Natur verschenken und machen damit nicht nur Ihren Lieben eine Freude, sondern helfen auch, die Natur zu schĂŒtzen und zu bewahren.

Mit der UnterstĂŒtzung unserer Wolfspaten setzt sich der NABU beispielsweise fĂŒr die RĂŒckkehr der Wölfe in Deutschland ein. Eine Havel-Patenschaft unterstĂŒtzt die Erhaltung eines einzigartigen Artenparadieses an der Unteren Havel und die Schneeleoparden-Patenschaft trĂ€gt zur Rettung der vom Aussterben bedrohten Großkatze bei. Und im Kampf gegen die Zugvogeljagd auf Malta, Zypern und in Ägypten hat der NABU durch die Zugvogel-Patenschaften bereits wichtige Erfolge erzielt.
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NABU: Bundesverkehrsminister Dobrindt disqualifiziert sich mit Mautkonzept
Nullsummenspiel ohne ökologische Lenkungswirkung

Als Reaktion auf die VorschlĂ€ge von Bundesverkehrsminister Dobrindt zur EinfĂŒhrung einer Pkw-Maut in Deutschland erklĂ€rt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Damit disqualifiziert sich Alexander Dobrindt endgĂŒltig als Verkehrsminister. Angesichts des nochmals reduzierten Geltungsbereichs und der hohen Verwaltungskosten ist bereits heute absehbar, dass es sich bestenfalls um ein Nullsummenspiel ohne ökologische Lenkungswirkung handelt, keinesfalls aber um einen bedeutenden Beitrag zur Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur.“ Dobrindt spanne sein Ministerium konsequent zur Durchsetzung bayerischer Partikularinteressen ein und schade so dem Ansehen des Hauses und der Bundesregierung.

NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger: „Da die Maut jetzt nur auf Autobahnen gelten soll, ist zunehmender Ausweichverkehr ĂŒber Bundes-, Landes- und Kreisstraßen vorprogrammiert. Dadurch wird die LĂ€rm- und Schadstoffbelastung in StĂ€dten und Gemeinden deutlich ansteigen.“ Wesentlich sinnvoller sei aus Sicht des NABU eine entfernungsabhĂ€ngige und an den CO2-Ausstoß der Fahrzeuge gekoppelte Pkw-Maut auf allen Straßen. Ein solches Konzept wĂŒrde Vielfahrer mit PS-starken Spritschluckern deutlich stĂ€rker fĂŒr die von ihnen verursachten Kosten fĂŒr Klima-, Umwelt- und GesundheitsschĂ€den zur Kasse bitten als Besitzer von effizienten Pkw mit geringen Fahrleistungen. Ein wesentlich effektiverer Beitrag zur Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur wĂ€re anstelle der Maut eine Erhöhung der Energiesteuern („Mineralölsteuer“). Das sei mit deutlich weniger Verwaltungsaufwand und entsprechend geringeren Kosten verbunden.

„Marode Straßen und BrĂŒcken, ausufernder Lkw-Verkehr, Klimaschutzziele – es gĂ€be wahrlich genug GrĂŒnde fĂŒr den Verkehrsminister, sich ĂŒber ein nachhaltiges Finanzierungsinstrument fĂŒr die Infrastruktur Gedanken zu machen, das die bestehenden Straßen und Schienen saniert und gleichzeitig Mensch und Umwelt vor steigenden LĂ€rm-, Luftschadstoff- und Klimagasen schĂŒtzt. Was Minister Dobrindt jetzt vorlegt, ist nicht mehr als ein ausgehöhlter Zahn, der dem Patienten Deutschland noch viele Schmerzen bereiten wird“, so Oeliger.
 
 

 
NABU: EU steuert ohne Ambition in die Weltklimakonferenz
Tschimpke: Klimadeal ist ein Trauerspiel fĂŒr die EU

NABU-PrÀsident Olaf Tschimpke kommentiert die Ergebnisse des gestrigen Treffens der EU-Staats- und Regierungschefs zur Energie- und Klimapolitik bis 2030:

„Die vom NABU befĂŒrchtete Blamage fĂŒr Deutschland und die EU ist eingetreten. Bundeskanzlerin Merkel hat sich in den Verhandlungen nicht durchgesetzt. Sie verkauft die niveauarmen und unverbindlichen BeschlĂŒsse zur Energie- und Klimapolitik als Fortschritt, obwohl daraus keinerlei neue Anstrengungen der Mitgliedstaaten folgen werden. Der Gipfel war die Chance der EU, ein wegweisendes und konsequentes Signal an die internationale Gemeinschaft zu senden. Schließlich soll 2015 in Paris ein weltweit geltendes und ambitioniertes Klimaschutzabkommen beschlossen werden. Diese Chance ist verstrichen.“

Ein vereinbartes HintertĂŒrchen ist nach Ansicht des NABU nicht ungefĂ€hrlich: „Mit einer ÜberprĂŒfungsklausel kann die EU ihre laschen Ambitionen kĂŒnftig noch einmal nach oben korrigieren. Dies gilt fĂŒr den Fall, dass in Paris 2015 außereuropĂ€ische Staaten weitreichendere Verpflichtungen eingehen als bisher. Andererseits steckt die Gefahr der Klausel im Detail: nĂ€mlich dem Einstimmigkeitsprinzip des EuropĂ€ischen Rates. Wenn kĂŒnftig nicht nur – wie bisher – der Rahmen der EU-Energie- und Klimapolitik, sondern jeder einzelne Vorschlag der EU-Kommission einstimmig vom EU-Rat beschlossen werden muss, drohen die Ziele durch ein Veto der Blockade-LĂ€nder zu scheitern. Das wĂ€re der klimapolitische GAU“, so Tschimpke.

Hintergrund: Um dem Problem der ErderwĂ€rmung zu begegnen hatte der NABU zum Erreichen des 2°C-Ziels eine Minderung von 55 Prozent Treibhausgasen, die Erhöhung der Energieeffizienz um 40 Prozent und den Ausbau grĂŒner Energien um 45 Prozent gefordert. Deutschland und andere LĂ€nder hatten sich stark gemacht fĂŒr die Einsparung von mindestens 40 Prozent Treibhausgasemissionen gegenĂŒber 1990, eine verbindliche Steigerung der Energieeffizienz um 30 Prozent und 30 Prozent mehr Erzeugung mithilfe erneuerbarer Energien.

Vor allem Großbritannien und Polen verhinderten jetzt auf dem Gipfel weitreichendere BeschlĂŒsse. Verbindlich vereinbart wurde, den Ausstoß an Treibhausgasen in der EU bis 2030 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren. In den Wirtschaftsbereichen, die vom Emissionshandel erfasst werden, wie etwa die Stromerzeugung, soll der Ausstoß im Vergleich zu 2005 um 43 Prozent sinken. In allen anderen Bereichen, die vom Emissionshandel nicht erfasst werden, wie etwa Verkehr, die privaten Haushalte oder die Landwirtschaft, sollen die Einsparungen 30 Prozent betragen. Hierzu will die EU den nationalen Staaten, in AbhĂ€ngigkeit von ihrem jeweiligen Bruttoinlandsprodukt, spezifische Vorgaben fĂŒr die Verringerung machen. Diese können von null bis minus 40 Prozent reichen. Damit will die EU vor allem RĂŒcksicht auf Ă€rmere Mitgliedstaaten nehmen.

Die weiteren BeschlĂŒsse: Der Anteil an erneuerbaren Energien soll im Jahr 2030 auf mindestens 27 Prozent in der EU steigen. Dieses Ziel gilt fĂŒr die EU insgesamt. Dabei werden keine verbindlichen nationalen Ziele festgelegt. Außerdem will die EU beim Energieverbrauch ebenfalls Einsparungen von mindestens 27 Prozent erreichen; dieses Ziel ist aber weiterhin nicht verbindlich.
 
 

Habicht ist Vogel des Jahres 2015
Habicht 2015 / Foto: NABU / W. Lorenz
 
Habicht ist Vogel des Jahres 2015
Illegale Verfolgung bedroht den Greifvogel – BundeslĂ€nder mĂŒssen reagieren

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner, der Landesbund fĂŒr Vogelschutz (LBV), haben den Habicht (Accipter gentilis) zum „Vogel des Jahres 2015“ gewĂ€hlt. Auf den GrĂŒnspecht, Vogel des Jahres 2014, folgt damit ein Greifvogel, der wie viele andere seiner Verwandten immer noch der illegalen Verfolgung ausgesetzt ist, obwohl die Jagd auf den Habicht seit den 1970er Jahren verboten ist.

„Illegal abgeschossene, vergiftete oder gefangene Habichte sind nach wie vor trauriger Alltag. Es gibt immer noch einzelne JĂ€ger, die ihn als Konkurrenten bei der Jagd auf Hasen und Fasane sehen. Auch bei GeflĂŒgel- und TaubenzĂŒchtern ist der Habicht besonders unbeliebt. JĂ€hrlich stellen Polizisten und TierschĂŒtzer in Deutschland Habichtfangkörbe sicher – viele davon in der NĂ€he von Taubenhaltungen“, sagte NABU-VizeprĂ€sident Helmut Opitz.

„Der Habicht holt sich auch mal ein Haushuhn oder eine Reisetaube. Hauptnahrung sind aber die wild lebenden Ringel- oder Stadttauben sowie KrĂ€hen, von denen es ausreichend viele gibt. Daher entwickelt sich der Habicht auch in vielen Gegenden zunehmend vom scheuen Waldbewohner zum Nachbarn in stĂ€dtischen Parks und Friedhöfen“, sagte der LBV-Vorsitzende Ludwig Sothmann. In der Stadt sei das Nahrungsangebot das ganze Jahr ĂŒber gesichert.

Nach aktuellen Erfassungen leben in Deutschland 11.500 bis 16.500 Brutpaare. Eine der höchsten Siedlungsdichten von Habichten weltweit hat die Hauptstadt Berlin mit etwa 100 Brutpaaren. Derzeit sind die BestÀnde in Deutschland zwar nicht flÀchendeckend gefÀhrdet, allerdings verschwindet der Habicht aus manchen Gebieten oder ist dort unerklÀrlich selten.

„Illegale Greifvogelverfolgung ist kein Kavaliersdelikt“, so die VerbĂ€nde. NABU und LBV fordern, dass entsprechende Straftaten systematisch erfasst, aufgeklĂ€rt und angemessen geahndet werden. DafĂŒr mĂŒssen speziell geschulte Einheiten und Koordinationsstellen bei der Polizei und den Naturschutzbehörden der LĂ€nder in allen BundeslĂ€ndern eingerichtet werden. Als Vorbild ist hier die Stabsstelle zur BekĂ€mpfung von UmweltkriminalitĂ€t in Nordrhein-Westfalen zu nennen. Seit 2005 widmet sie sich unter anderem der EindĂ€mmung illegaler Greifvogelverfolgung. Die im Umweltministerium angesiedelte Einrichtung arbeitet intensiv mit den Polizeibehörden zusammen, um eine konsequente Strafverfolgung zu ermöglichen.

NABU und LBV sprechen sich dafĂŒr aus, neben der Benutzung auch den bislang erlaubten Verkauf von Habichtfangkörben zu verbieten. In der Umgebung von Greifvogelnestern mĂŒssten Horstschutzzonen eingerichtet werden, in denen Forstwirtschaft und Jagd vor allem wĂ€hrend der Brutzeit zwischen MĂ€rz und Juni ruhen sollten, so wie dies in einigen BundeslĂ€ndern bereits gesetzlich vorgesehen ist. Das Aushorsten von jungen Habichten in freier Natur fĂŒr die Falknerei sollte nicht mehr zugelassen werden.

NABU und LBV haben als Signal gegen die illegale Greifvogelverfolgung gemeinsam mit dem Komitee gegen Vogelmord eine bundesweite Meldeaktion gestartet. Aktuell aufgestellte Fallen, vergiftete oder angeschossene Greifvögel können ab sofort unter der Telefonhotline 030-284984-1555 gemeldet werden. Unter dieser Nummer bieten Experten Hilfe beim Erkennen, Dokumentieren und Anzeigen illegaler AktivitĂ€ten. DarĂŒber hinaus werden auch zurĂŒckliegende FĂ€lle illegaler Greifvogelverfolgung erfasst, zu melden unter www.NABU.de/verfolgung-melden.

Der 50 bis 60 Zentimeter große Habicht ist ein krĂ€ftiger Greifvogel. Sein Körperbau mit kurzen gerundeten FlĂŒgeln und einem relativ langen Schwanz ist gut an schnelle Sprints in unĂŒbersichtlichem GelĂ€nde angepasst. Wie bei den meisten Greifvögeln sind weibliche Tiere mit durchschnittlich 60 Zentimetern grĂ¶ĂŸer und schwerer als die MĂ€nnchen mit etwa 53 Zentimetern KörpergrĂ¶ĂŸe. Die Oberseite ist grau, die Unterseite der FlĂŒgel, Brust und Bauch sind weiß mit schmalen schwarzen Querstreifen, eine Zeichnung die man nach dem Sperber, dem kleinen Vetter des Habichts, auch „Sperberung“ nennt. Typisch sind der helle Überaugenstreif und die gelb bis orange gefĂ€rbte Iris.
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Snowboard-Weltmeisterin Laböck unterstĂŒtzt NABU-Artenschutzprojekt
Schatzinsel der Artenvielfalt / Foto: Bruno D’Amicis / NABU International
 
Snowboard-Weltmeisterin Laböck unterstĂŒtzt NABU-Artenschutzprojekt
„Tag des Schneeleoparden“ am 23. Oktober – Großkatze stark gefĂ€hrdet

Am 23. Oktober 2014 feiert der NABU erstmals den „Tag des Schneeleoparden“ zu Ehren der stark gefĂ€hrdeten Großkatze. Experten schĂ€tzen, dass es weltweit nur noch 3.500 Schneeleoparden in Freiheit gibt. Vor genau einem Jahr fand zu ihrer Rettung das erste vom NABU initiierte „Globale Forum zum Schutz der Schneeleoparden“ in Kirgistans Hauptstadt Bischkek statt, auf dem sich Vertreter aller zwölf Verbreitungsstaaten auf gemeinsame Schutzmaßnahmen einigten. Jetzt unterstĂŒtzt die amtierende Snowboard-Weltmeisterin Isabella Laböck das Artenschutzprojekt des NABU.

Schneeleoparden sind vor allem durch Wilderei und illegalen Handel, hauptsĂ€chlich fĂŒr die asiatische Medizin, gefĂ€hrdet. Doch auch der zunehmende RĂŒckgang ihrer Beutetiere und die Zerstörung ihrer LebensrĂ€ume stellen große Bedrohungen dar. Der NABU setzt sich in Kirgistan seit 16 Jahren erfolgreich fĂŒr den Schutz der seltenen Großkatze ein. Dabei hat der Verband nun eine ganz besondere UnterstĂŒtzerin gewonnen: Die amtierende Snowboard-Weltmeisterin Isabella Laböck wirbt mit einer Bodypainting-Aktion fĂŒr die Schneeleoparden-Patenschaften des NABU. „Es macht mich traurig, was mit den Schneeleoparden passiert. Völlig unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit droht diese wunderschöne Großkatze aus unserer Welt zu verschwinden. Damit dies nicht passiert, unterstĂŒtze ich das Projekt des NABU“, sagte Laböck.

Der NABU hat in Kirgistan eigens ein BĂŒro sowie ein Rehabilitationszentrum fĂŒr verletzte Schneeleoparden eingerichtet. Eine Anti-Wilderer-Einheit verfolgt Wilderer im an Kasachstan angrenzenden Gebirge Tian Shan und betreibt AufklĂ€rungsarbeit bei den ansĂ€ssigen Hirten. Außerdem steigert der NABU mit Umweltbildung in Schulen und Dörfern die Akzeptanz der lokalen Bevölkerung fĂŒr Schneeleoparden. Auch Kamerafallen kommen bei der NABU-Arbeit zum Einsatz, mit Erfolg: Bereits drei Wochen nach der Installation konnten Schneeleoparden nachgewiesen werden – ein weiterer wichtiger Baustein im weltweiten Schneeleopardenschutz. Mit finanzieller UnterstĂŒtzung des Bundesministeriums fĂŒr internationale Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) startete der NABU im Januar 2013 zudem ein Projekt zum Schutz und Erhalt der Artenvielfalt in der Bergregion Tian Shan.

Zum globalen Schneeleopardenforum sagte NABU-VizeprĂ€sident Thomas Tennhardt: „Uns war klar, dass es einen grenzĂŒbergreifenden Rettungsplan geben muss – auch, um die Wilderer-Netzwerke zu zerschlagen, die ebenfalls ĂŒber LĂ€ndergrenzen hinweg vernetzt sind.“ Eine wesentliche Maßnahme des Forums ist die sogenannte 20/20-Verpflichtung: Bis zum Jahr 2020 werden 20 LebensrĂ€ume mit jeweils mindestens 100 Schneeleoparden identifiziert und besonders geschĂŒtzt. Um dies zu gewĂ€hrleisten, wurde nun in Bischkek ein Arbeitssekretariat eingerichtet.
 
 



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