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Dienstag, 24. Oktober 2017
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Verschiedenes

Willkommen Wolf! Gekommen, um zu bleiben
„Willkommen Wolf - Gekommen, um zu bleiben“ / Foto: JĂŒrgen Borris
 
Willkommen Wolf! Gekommen, um zu bleiben
Neue NABU-BroschĂŒre mit einzigartigen Bildern, Fakten und Erkenntnissen

Der Wolf ist zurĂŒck in Deutschland: 35 Wolfsrudel leben aktuell in der freien Wildbahn der LĂ€nder Sachsen, Brandenburg, Sachen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Dort, wo die Wölfe bereits sind, aber auch dort, wo mit ihrer Ankunft zu rechnen ist, stellen sich die Menschen die immer gleichen Fragen: Wie leben Wölfe in Deutschland? Wo gibt es Konflikte und wie können diese gelöst werden? Und was tut der NABU, um die dauerhafte RĂŒckkehr der Tiere zu ermöglichen?

In der neuen BroschĂŒre „Willkommen Wolf! Gekommen, um zu bleiben“ folgen die Leser auf 48 Seiten der Spur der Wölfe und können sich ein umfassendes Bild von Canis Lupus machen. „Der NABU hat die RĂŒckkehr der Wölfe von Anfang an begleitet - dabei wurde eines klar: Die Frage, ob Wölfe dauerhaft nach Deutschland zurĂŒckkehren können, ist keine Frage von Biologie und Ökologie, sondern von Akzeptanz“, sagt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. „Auch in unseren Landschaften finden Wölfe Nahrung und ungestörte RĂŒckzugsgebiete, um ihre Jungen groß zu ziehen“.

Aktuelle Karten, Grafiken und Übersichten fassen die wissenschaftlichen Erkenntnisse von fast 15 Jahren deutscher und 30 Jahren weltweiter Wolfsforschung zusammen. Das Einzigartige: Alle abgedruckten Fotos zeigen frei lebende Wölfe Deutschlands und erzĂ€hlen ihre eigene Geschichte. Gezeigt werden auch bislang unveröffentlichte Bilder aus den Territorien Niedersachsens und Sachsens. „Wenn wir den Wölfen eine dauerhafte Heimat geben wollen, dann mĂŒssen wir uns um die Menschen mit ihren Vorurteilen und Ängsten kĂŒmmern. Das ist das Ziel der "Willkommen Wolf“- Kampagne“, so NABU- Wolfsexperte Markus Bathen.
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NABU begrĂŒĂŸt EU-Initiative zur Reduzierung von PlastiktĂŒten
Wichtiges Signal fĂŒr den Umweltschutz

In den EU-Mitgliedstaaten soll kĂŒnftig die Anzahl von PlastiktĂŒten reduziert werden. Darauf haben sich EU-Kommission, EU-Parlament und EU-Mitgliedstaaten verstĂ€ndigt. Die Staaten sollen GebĂŒhren oder Steuern auf die Beutel erheben oder konkrete Ziele zur Verminderung beschließen. Auch Verbote wĂ€ren möglich. Dazu kommentiert NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller:

„Es war höchste Zeit, dass die Mitgliedstaaten, EU-Parlament und EU-Kommission Einigkeit darin zeigen, KunststoffmĂŒll den Kampf anzusagen. Plastiktragetaschen sind in den meisten FĂ€llen ĂŒberflĂŒssig und wir sehen auch an Deutschlands KĂŒsten, dass sie eine Gefahr fĂŒr die Natur und letztendlich auch den Menschen darstellen. Es ist ein wichtiges Signal, dass auch der Vertreter der Bundesregierung heute zugestimmt hat.“ Der NABU begrĂŒĂŸt zudem, dass KommissionsvizeprĂ€sident Frans Timmermans seine Bedenken zurĂŒckgezogen hat, der das Projekt vergangene Woche noch stoppen wollte. Miller: „Offenbar hat auch die neue EU-Kommission inzwischen begriffen, dass Gesundheit und Umweltschutz wichtige Belange der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger der EU sind."

Bepfandete Einkaufstaschen als Angebot des Einzelhandels und ein privat mitgebrachter Einkaufsbeutel werden in wenigen Jahren die RealitĂ€t sein. Vor diesem Hintergrund fordert der NABU in Deutschland die EinfĂŒhrung einer PlastiktĂŒtensteuer nach dem Vorbild Irlands. Miller: „Dort ist es gelungen, innerhalb von neun Jahren die TĂŒtenzahl auf weniger als 20 StĂŒck pro Jahr und Einwohner zu senken. Auch Deutschland hat es nicht leicht und muss in den kommenden zehn Jahren die Zahl der TĂŒten von 70 auf 40 StĂŒck, also um ein Drittel pro Kopf und Jahr senken. Das bedeutet fĂŒr die Verbraucher und Verbraucherinnen und insbesondere den Einzelhandel, eine Neuausrichtung zu bewussterem und ökologischerem Konsum. Eine Bezahlpflicht wird aus NABU-Sicht nicht viel helfen. Die Steuer hĂ€tte außerdem den positiven Effekt, dass sie auch die extrem dĂŒnnwandigen und instabilen Obst- und GemĂŒsetĂŒten zur Einmalbenutzung reduzieren könnte. Die neu aus dem Boden schießenden SupermĂ€rkte mit dem Konzept des unverpackten Einkaufens zeigen, dass eine Umstellung möglich ist." Nach endgĂŒltiger Zustimmung im Umweltministerrat am 17. Dezember und im EuropĂ€ischen Parlament können die neuen Regelungen Anfang 2015 in Kraft treten.
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NABU: Keine Fracking-Erlaubnis durch die HintertĂŒr
Bundesregierung gefÀhrdet Schutz von Mensch, Natur und Trinkwasser durch zu viele Schlupflöcher

Der NABU hat die von der Bundesregierung vorgelegten EntwĂŒrfe fĂŒr ein Fracking Gesetz als eine „Fracking-Erlaubnis durch die HintertĂŒr“ kritisiert. Mit ihrem Gesetzentwurf schafft die Bundesregierung entgegen ursprĂŒnglicher AnkĂŒndigungen unzĂ€hlige Schlupflöcher, die eine Ausbeutung unkonventioneller Erdgasvorkommen vielerorts möglich machen. Damit bleibt der Entwurf weit hinter den Forderungen des NABU zurĂŒck: „Zum Schutz von Mensch, Natur und Trinkwasser, ist es unverantwortlich, dass die Bundesregierung Fracking-Vorhaben in Deutschland zulĂ€sst. Die Bundesregierung ist gegenĂŒber der Industrie eingeknickt und weicht sogar die Mindestbohrtiefe von 3.000 Metern und das bereits angekĂŒndigte Moratorium bis 2021 auf“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Nach den jetzt vorliegenden, zwischen Bundesumwelt- und Bundeswirtschaftsministerium abgestimmten EntwĂŒrfen soll die unkonventionelle Gasförderung aus tiefen Gesteinsschichten auch oberhalb von 3.000 Metern Tiefe mittels Fracking durch Probebohrungen zur Erforschung möglich werden. Unternehmen können ihr Fracking-Vorhaben ĂŒber eine Expertenkommission beantragen, was dann von den LandesbergĂ€mtern und den örtlichen Wasserbehörden entschieden wird. Bereits ab dem Jahr 2019 können Konzerne bei erfolgreichen Probebohrungen auf den kommerziellen Einsatz von Fracking hoffen.

Der NABU begrĂŒĂŸt zwar die Intention der Bundesregierung, den Rechtsrahmen anzupassen. „Die von Bundesumweltministerin Hendricks getroffenen Regelungen werden nicht ausreichen, die Gefahren und Risiken fĂŒr Mensch, Natur und Trinkwasser hinreichend zu bannen. Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sind aus NABU-Sicht nicht zielfĂŒhrend, weil die Erkenntnisse nicht von einem auf andere Bohrstandorte ĂŒbertragbar sind“, so NABU-Energieexperte Sebastian Scholz.

Der NABU lehnt den Einsatz der Fracking-Technologie zur Erkundung und Gewinnung von Erdgas in Deutschland aus energie-, klima-, umwelt- und gesundheitspolitischen GrĂŒnden ab und fordert durch Ausschöpfung aller juristischen Möglichkeiten ein faktisches nationales Fracking-Verbot.
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NABU: Weltweit wichtige Naturgebiete in Gefahr
BirdLife International veröffentlicht Liste bedrohter Gebiete

Weltweit droht wichtigen Naturgebieten die Zerstörung. Das geht aus einem Bericht der Naturschutzorganisation BirdLife International hervor, der heute auf dem World Parks Congress der Internationalen Naturschutzunion IUCN in Sydney vorgestellt wurde. Der Report ist das Ergebnis einer Bewertung der 12.000 wichtigsten Gebiete fĂŒr Vögel und Artenvielfalt weltweit. Mehr als 350 Gebiete wertet die Naturschutzorganisation als „Important Bird and Biodiversity Areas (IBAs) in Gefahr“. Nach Angaben des NABU, der deutschen BirdLife-Partnerorganisation, enthĂ€lt die Liste auch fĂŒnf Gebiete in Deutschland. Dabei sind etwa die HĂ€lfte dieser Landschaften, und alle fĂŒnf deutschen Gebiete, ausgewiesene Schutzgebiete, eins sogar als Nationalpark. „Dies unterstreicht einmal mehr, dass eine Schutzgebietsausweisung alleine nicht ausreicht, wenn keine angemessenen Schutzmaßnahmen getroffen werden“ sagt Eick von Ruschkowski, Leiter der NABU-Naturschutzabteilung, der den NABU beim World Parks Congress vertritt.

FĂŒnf Gebiete reprĂ€sentieren Deutschlands am meisten gefĂ€hrdete IBAs: Der Untere Niederrhein und die Hellwegbörde in Nordrhein-Westfalen sowie die Leda-WĂŒmme-Niederung in Niedersachsen leiden vor allem unter einer andauernden Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung mit EntwĂ€sserung von Feuchtwiesen und dem Verlust von GrĂŒnland zugunsten von Maisanbau. „Doch der gesetzliche Schutzstatus dieser Gebiete reicht nicht aus und das notwendige Naturschutzmanagement fehlt oder ist unzureichend“, erklĂ€rt NABU- Vogelschutzexperte Lars Lachmann. „Das MĂŒhlenberger Loch, ein Brackwasser-Watt der Elbe in Hamburg, wurde fĂŒr die VerlĂ€ngerung der Landebahn des angrenzenden Airbus-Werkes zum Teil ĂŒberbaut, die auferlegten Ersatzmaßnahmen jedoch bis heute nicht umgesetzt. Stattdessen droht durch die geplante Elbvertiefung neue Gefahr fĂŒr das bereits geschĂ€digte Gebiet“, so der Experte. Die Vorpommersche KĂŒsten- und Boddenlandschaft ist vor allem durch die Entnahme von Sand und Kies vor der KĂŒste und durch den massenhaften Beifang ĂŒberwinternder Meeresenten in kĂŒstennahen Stellnetzen bedroht.

Die Liste der „IBAs in Gefahr“ beinhaltet außerdem den Tieflandregenwald der afrikanischen Tropeninsel SĂŁo TomĂ©, Heimat hochbedrohter endemischer Vogelarten. Er ist durch die Anlage von Ölpalmenplantagen und den Bau eines Staudamms gefĂ€hrdet. Auch die Tasmanische See zwischen Australien und Neuseeland, ein wichtiges Gebiet fĂŒr Albatrosse und andere Seevögel ist gefĂ€hrdet: Nirgendwo auf der Welt gefĂ€hrdet die Verschmutzung der Meere mit Plastik die Seevögel so sehr wie dort. Die Vögel sterben, wenn sie statt Nahrung Plastikteile aufnehmen.

IBAs haben fĂŒr den Naturschutz einen großen Einfluss: Sie ermöglichen gezielte Schutzmaßnahmen fĂŒr die wichtigsten Gebiete eines Landes und haben die Ausweisung vieler formal geschĂŒtzter Naturschutzgebiete und Nationalparks forciert.
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Karlsruhe: Zuwachs im Zoo Karlsruhe
Watussi im Karlsruher Zoo / Foto: Zoo Karlsruhe
 
Karlsruhe: Zuwachs im Zoo Karlsruhe
Junges Watussi-Rind mit seiner Mutter angekommen, Zoo Wuppertal ĂŒberlĂ€sst die Tiere zur Aufstockung der Karlsruher Gruppe

Zoo Wuppertal - Zoo Karlsruhe: Nach seiner ersten großen Reise ist Mittwoch Nachmittag das gerade Mal zwei Monate alte Watussi-Kalb zusammen mit seiner Mutter in Karlsruhe angekommen. Beide werden sich die nĂ€chsten Tage zunĂ€chst hinter den Kulissen im Stall in aller Ruhe an ihre neue Heimat gewöhnen. Danach können die Besucherinnen und Besucher dann die Neuankömmlinge auch auf der Außenanlage zumindest stundenweise sehen. Mutter Sarabi und Tochter Cumba verstĂ€rken die Karlsruher Watussi-Gruppe. Diese besteht momentan aus dem Bullen Warui und einem Weibchen, der alten Klara. Wenn die Eingewöhnung von Mutter und Tochter weiterhin so problemlos wie bisher verlĂ€uft, dĂŒrfen sie voraussichtlich ab nĂ€chster Woche erstmals nach draußen und lernen dann bei ersten ZusammenfĂŒhrungen auch ihre Karlsruher Artgenossen kennen.

Imposant an der in Ostafrika beheimateten Haustierrasse sind die extrem langen geschwungenen Hörner. Die Watussi-Rinder wurden dem Zoo Karlsruhe vom Zoo Wuppertal zur Aufstockung der Gruppe ĂŒberlassen - zunĂ€chst war nur an Sarabi gedacht worden. Nachdem diese dann Nachwuchs bekam, war zwischen den beiden TiergĂ€rten schnell abgemacht, dass die Watussi im Zweier-Pack anreisen werden.

 
 

 
NABU wertet UN-Konferenz in Quito als Erfolg
Tschimpke: Meilenstein im Zugvogelschutz

Der NABU zieht eine positive Bilanz der UN-Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten (CMS). Besonders erfreut zeigte sich der Umweltverband ĂŒber die Forderung nach einem weltweiten Verbot von Diclofenac in der Tiermedizin. Der entzĂŒndungshemmende Wirkstoff hatte in der Vergangenheit die Geierarten Indiens fast vollstĂ€ndig ausgerottet. Die Aasfresser vergiften sich, wenn sie von einem Kadaver fressen, der zu Lebzeiten mit Diclofenac behandelt wurde. „Die Vertragsstaaten haben eine Reihe wegweisender BeschlĂŒsse verabschiedet, die insbesondere stark bedrohten Zugvögeln zugutekommen“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Der NABU begrĂŒĂŸt außerdem die verabschiedete Empfehlung, die Verwendung bleihaltiger Jagdmunition bis 2017 weltweit zu verbieten. Seit Jahren tritt der Umweltverband fĂŒr ein Bleiverbot in der Jagd ein. In Deutschland stellen Bleivergiftungen die hĂ€ufigste Todesursache von Seeadlern dar. Sie vergiften sich, wenn sie angeschossene Tiere fressen. Auch von den anwesenden ĂŒberregionalen JagdverbĂ€nden wurde diese Empfehlung mitgetragen. Eine gesonderte Resolution widmet sich zudem dem Kampf gegen den Abschuss und den Fang von Zugvögeln. Bundesregierung und NABU setzten sich bereits gemeinsam gegen den massenhaften Vogelfang in Ägypten ein. „Allerdings muss Deutschland auch im eigenen Land seine Hausaufgaben machen und die illegale Tötung von Greifvögeln unterbinden“, so NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

Auch fĂŒr den Schutz der Artenvielfalt in den Weltmeeren hat die Konferenz Fortschritte gebracht: 21 Hai- und Rochenarten wurden unter Schutz gestellt. Dies verpflichtet die Unterzeichnerstaaten unter anderem dazu, die Verwendung von RĂŒckenflossen dieser Arten fĂŒr Haifischflossensuppe zu verbieten. „Die BeschlĂŒsse der Bonner Konvention geben wichtige Impulse fĂŒr den Naturschutz“, so NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. „Die Vertragsstaaten stehen nun unter dem Druck anderer Staaten und von Naturschutzorganisationen, die eine konsequente Umsetzung der BeschlĂŒsse einfordern werden.“
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Greifvögel und Windkraft
Forschungsverbund unter Leitung des NABU veröffentlicht neue Studie

Greifvögel gehören weltweit zu den hĂ€ufigsten Opfern von Windkraftanlagen. In Deutschland sind es unter anderem Rotmilane, Wiesenweihen und Seeadler, die in den Rotoren verunglĂŒcken. Vorkommen dieser Arten sind deshalb oft AblehnungsgrĂŒnde fĂŒr Windparkstandorte und verursachen regelmĂ€ĂŸig gerichtliche Auseinandersetzungen. Die vom Bundesumweltministerium finanzierte Studie des Michael-Otto-Instituts im NABU, der BioConsult SH und des Leibniz-Instituts fĂŒr Zoo- und Wildtierforschung sowie weiterer Partner analysiert die UmstĂ€nde, unter denen Greifvögel an WindrĂ€dern ums Leben kommen und soll so zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen.

„Greifvögel verunglĂŒcken an Windkraftanlagen tagsĂŒber und bei bester Sicht; sie scheinen die Risiken zu unterschĂ€tzen“ berichtet Dr. Hermann Hötker, Leiter des Michael-Otto-Instituts im NABU. In Deutschland besonders problematisch sind die Verluste von Rotmilanen, da der grĂ¶ĂŸte Teil des globalen Bestandes (weltweit etwas ĂŒber 20.000 Paare) dieser sehr seltenen Art in unserem Land brĂŒtet.

Kern des Projektes war das genaue Studium des Verhaltens von Greifvögeln in Bezug auf Windkraftanlagen. Dazu wurden Rotmilane (vom Projektpartner Ökotop in Halle/S.), Wiesenweihen (vom Projektpartner BioConsult SH) und Seeadler (vom Projektpartner Institut fĂŒr Zoo- und Wildtierforschung) mit kleinen Sendern versehen, die eine genaue Verfolgung der Tiere im Freiland ermöglichten. Alle Arten besaßen Streifgebiete von vielen Quadratkilometern. Ihre Flugrouten wurden oft durch besonders attraktive Nahrungsquellen bestimmt und fĂŒhrten regelmĂ€ĂŸig quer durch Windparks. Besonders bei Rotmilanen und Wiesenweihen war jedoch eine Konzentration der AktivitĂ€ten im Horstbereich festzustellen. Modellrechnungen legen nahe, dass das Kollisionsrisiko bei Rotmilanen in einem Bereich bis 1.250 Meter um den Horst besonders hoch ist.

Weitere Themen der Studie, an der sich außer den genannten Institutionen noch die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest, die Staatliche Vogelschutzwarte im Landesamt fĂŒr Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg sowie der Förderverein fĂŒr Ökologie und Monitoring von Greifvogel- und Eulenarten beteiligten, waren mögliche VerdrĂ€ngungen von Greifvögeln durch Windkraftanlagen, der Einfluss von Gittermasten auf das Kollisionsrisiko und die KlĂ€rung der FundumstĂ€nde toter Greifvögel in der NĂ€he von Windkraftanlagen.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass fĂŒr den Schutz der Greifvögel innerhalb oder in der NĂ€he von Windparks keine besonderen Anziehungspunkte fĂŒr diese Vögel geschaffen werden sollten. Dazu zĂ€hlen Mist- und Komposthaufen und Brachen an den MastfĂŒĂŸen. Auch die Anlage frĂŒhzeitig zu mĂ€hender Kulturen wie etwa GrĂŒnroggen sollte im Bereich von Windparks vermieden werden. Entscheidender Faktor bleibt allerdings der Standort: Windparks sollten in einen ausreichend großen Abstand von Rotmilanhorsten und nicht innerhalb von SchwerpunktrĂ€umen von Wiesenweihen und Seeadlern angelegt werden.
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NABU: Deutsche Politik ist nicht nachhaltig genug
Alarmierende Öko-Bilanz

Starke Defizite im Umweltbereich – Umsteuern bei Arten- , Ressourcenschutz und Verkehrspolitik­

Der NABU hat die aktuelle Öko-Bilanz der deutschen Nachhaltigkeitsziele als alarmierend bezeichnet. Verantwortlich fĂŒr den Stillstand bei wichtigen Umweltzielen sei neben fehlendem politischen Willen auch die schleppende Umsetzung bestehender Regelungen. Außer beim Klimaschutz und den erneuerbaren Energien weist die nationale Nachhaltigkeitsstrategie starke Defizite bei den Gradmessern fĂŒr Artenvielfalt, MobilitĂ€t, Ressourcenschonung und Ökolandbau auf. Das bestĂ€tigt auch der aktuelle Bericht des Statistischen Bundesamtes zur Umsetzung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie.

„Wenn die Politik es ernst meint, muss sie hier erheblich nachbessern. Es ist nicht immer erforderlich, neue Gesetze und Maßnahmen auf den Weg zu bringen, vielmehr mĂŒssen bestehende in Bund und LĂ€ndern konsequent umgesetzt werden. Alle BundeslĂ€nder sollten ihre Nachhaltigkeitsziele auf die bundesweite Strategie abstimmen“, forderte NABU-PrĂ€sident Tschimpke anlĂ€sslich der NABU-Bundesvertreterversammlung im baden-wĂŒrttembergischen Rust. So liege der fortschreitende Verlust von Arten und ihren LebensrĂ€umen in Deutschland neben einer verfehlten Landnutzungspolitik, insbesondere im Agrarbereich, vor allem an der unzureichenden Umsetzung der beiden EU-Naturschutzrichtlinien (Vogelschutzrichtlinie 1979 und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie 1992), die das Fundament und den Rechtsrahmen fĂŒr den Naturschutz in mittlerweile 28 Staaten bilden.

Unter aktiver Beteiligung des NABU, seiner europĂ€ischen BirdLife Partner und weiterer VerbĂ€nde haben die Regierungen mit Natura 2000 das weltweit grĂ¶ĂŸte Netz von Schutzgebieten aufgebaut, das mittlerweise 18 Prozent der EU-LandflĂ€che (in Deutschland 15 Prozent) umfasst. „Die RĂŒckkehr von Seeadler, Kranich, Biber und Wolf zeigt den Erfolg eines nachhaltigen Naturschutzes. Wo Schutz, Management und Finanzierung ernst genommen werden, entwickeln sich wichtige LebensrĂ€ume fĂŒr Tiere und Pflanzen. Klare Regelungen fĂŒr Eingriffe in die Natur geben Unternehmen und Investoren Planungssicherheit“, so Tschimpke. Der NABU fordert daher eine deutliche Aufstockung von personellen und finanziellen Ressourcen in der Naturschutzverwaltung auf allen Ebenen, von den Unteren Naturschutzbehörden bis zur Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission. Nur so können die Naturschutzrichtlinien angemessen umgesetzt werden. Bund und LĂ€nder mĂŒssten außerdem mehr fĂŒr die Durchsetzung von Schutzvorschriften und wo nötig fĂŒr Verfolgung und Bestrafung von VerstĂ¶ĂŸen, wie zum Beispiel illegaler Greifvogelverfolgung, tun. Der angelaufene Fitness Check der EU-Naturschutzrichtlinien mĂŒsse fĂŒr eine Umsetzungsoffensive genutzt werden, damit das Artensterben bis 2020 wirklich wie international vereinbart gestoppt werden kann.

Weitgehend positiv Ă€ußerten sich NABU-PrĂ€sident Tschimpke und der baden-wĂŒrttembergische NABU-Landesvorsitzende Andre Baumann ĂŒber die Fortschritte im Naturschutz in Baden-WĂŒrttemberg. Mit der Ausweisung des Nationalparks Schwarzwald, einer vorbildlichen Naturschutzstrategie, der Verdopplung der Mittel fĂŒr den Naturschutz und der Ökologisierung der Agrarförderung sei die grĂŒn-rote Landesregierung hier auf gutem Wege. Baumann forderte den Gastredner, Minister Winfried Hermann, auf, in den verbleibenden Monaten der Legislaturperiode nicht nachzulassen und auch bei der letzten Großbaustelle, der Novellierung des Landesnaturschutzgesetzes, die Nachhaltigkeit im Fokus zu halten.

Der NABU fordert eine hochwertige Kreislaufwirtschaft. JĂ€hrlich fallen ĂŒber 250 Millionen Tonnen AbfĂ€lle in Deutschland an. Um die Entnahme von Rohstoffen aus der Natur zu reduzieren und damit die biologische Vielfalt und das Klima zu schĂŒtzen, mĂŒssen Produkte lĂ€nger genutzt oder repariert werden und AbfĂ€lle zu neuen Materialien aufbereitet werden. Die Kreislaufwirtschaft, in der einmal von der Gesellschaft verwendete Dinge – im Gegensatz zur Verbrennung und Deponierung – weiter genutzt werden, mĂŒsse als wesentlicher Teil der Ressourcenschonung begriffen werden. Notwendige aktuelle Gesetzgebungsverfahren, wie das ElektrogerĂ€tegesetz, die Gewerbeabfallverordnung, das Wertstoffgesetz und eine Regelung zum SperrmĂŒll lassen entweder genau dieses Motiv vermissen oder werden seit Jahren verzögert – trotz eines von der Bundesregierung beschlossenen Ressourceneffizienzprogramms.

DarĂŒber hinaus fordert der NABU den Verzicht auf neue umweltzerstörende und teure Autobahnen und Bundesstraßen. „Gerade Neubauten haben einen hohen FlĂ€chenverbrauch und eine erhebliche Zerschneidungswirkung fĂŒr Biotope. Der Ausbau des deutschen Fernstraßennetzes muss, mit Ausnahme von wenigen Ortsumgehungen, als abgeschlossen gelten. Aus dem neuen Bundesverkehrswegeplan sollten daher alle Planungen fĂŒr neue Bundesfernstraßen gestrichen werden“, so Tschimpke. Der Fokus mĂŒsse auf einer soliden Finanzierung der bestehenden Infrastruktur liegen: durch Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Lkw ab einem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen und auf alle Straßen. Die vielfach als Lösung der Finanzierungsprobleme angepriesene „public private partnership“ sei eher ein Modell zur Verteuerung von Bauprojekten und belaste zukĂŒnftige Haushalte. Die Schaffung und Erhaltung der Verkehrsinfrastruktur mĂŒsse eine wesentliche Aufgabe der öffentlichen Hand und daher auch in ihrer Finanzverantwortung bleiben.
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